Johann Sebastian Bach - Deutschland

Johann Sebastian Bach - Deutschland
Johann Sebastian Bach - Deutschland
Einleitung
Johann Sebastian Bach (1685–1750) gehört zu den bekanntesten Komponisten des Barock. Er wirkte als Organist, Violinist, Hofmusiker, Kapellmeister, Lehrer und schließlich als Thomaskantor in Leipzig. Seine Musik reicht von virtuosen Orgel- und Cembalowerken über Kammer- und Orchestermusik bis zu Kantaten, Passionen und großen geistlichen Werken.
Wenn Du Bach heute als „deutschen Komponisten“ kennenlernst, ist ein wichtiger historischer Hinweis nötig: Einen deutschen Nationalstaat gab es zu Bachs Lebzeiten noch nicht. Seine Lebensorte lagen in verschiedenen Territorien des Heiligen Römischen Reiches. Bach wechselte also mehrfach zwischen Höfen, Städten und kirchlichen Ämtern in einem politisch zersplitterten mitteleuropäischen Raum. Gerade diese Orte – Eisenach, Arnstadt, Mühlhausen, Weimar, Köthen und Leipzig – prägen heute die Bach-Erinnerung in Deutschland.

Das Porträt von Elias Gottlob Haußmann zeigt Bach im Jahr 1746. Solche Bildquellen helfen Dir, zwischen dem historischen Menschen Bach und seinem später entstandenen Bild als „Musikgenie“ zu unterscheiden.
Lernwege für Klasse 5–13
Klasse 5–7: Höre zuerst auf Klangfarben, Wiederholungen, schnelle und langsame Abschnitte sowie auf Instrumente wie Orgel, Cembalo und Streicher. Begriffe wie Fuge oder Basso continuo kannst Du als musikalische Bauideen verstehen.
Klasse 8–10: Untersuche zusätzlich Formen, Stimmenführung, Funktionen von Musik am Hof und in der Kirche sowie Bachs Berufswege. Frage Dich, warum bestimmte Werke bis heute bekannt sind.
Klasse 11–13: Beziehe Quellen, historische Aufführungspraxis, Werküberlieferung, Kanonbildung und Wirkungsgeschichte ein. Unterscheide zwischen Bachs eigener Zeit und späteren Deutungen seiner Musik.
Bach und der historische Raum „Deutschland“
Bach wurde 1685 in Eisenach geboren. Seine Familie gehörte zu einer weit verzweigten Musikerfamilie in Thüringen. Nach dem frühen Tod seiner Eltern lebte er bei seinem älteren Bruder Johann Christoph Bach in Ohrdruf. Später besuchte er die Michaelisschule in Lüneburg. Schon als junger Musiker lernte er unterschiedliche regionale Musiktraditionen kennen.

Das heutige Bachhaus in Eisenach ist ein wichtiger Erinnerungsort. Bei historischen Gebäuden solltest Du jedoch immer prüfen, was sicher belegt und was Teil späterer Erinnerungskultur ist. Das Museum vermittelt heute Bachs Leben, Instrumente und Musik.
Lebensstationen und Berufe
Bachs Berufsweg zeigt, wie Musiker im frühen 18. Jahrhundert arbeiteten. Sie waren meist an Kirchen, Höfen oder städtischen Einrichtungen angestellt. Künstlerische Freiheit und dienstliche Pflichten gehörten zusammen.
Arnstadt und Mühlhausen: Ab 1703 arbeitete Bach in Arnstadt als Organist, 1707 wechselte er nach Mühlhausen. Seine Orgelkenntnisse machten ihn früh bekannt. Ein berühmter Abschnitt seiner Biografie ist die Reise nach Lübeck zu Dieterich Buxtehude, dessen Orgelkunst Bach kennenlernte.

Beim Hören kannst Du auf lange Pedaltöne, schnelle Läufe, Akkorde und den Wechsel zwischen freien und streng geordneten Abschnitten achten.
Weimar: Von 1708 bis 1717 wirkte Bach am Weimarer Hof, zunächst als Hoforganist und später auch als Konzertmeister. Hier entstanden zahlreiche bedeutende Orgelwerke und Kantaten.
Köthen: Von 1717 bis 1723 war Bach Kapellmeister am Hof von Anhalt-Köthen. Weil am reformierten Hof weniger aufwendige Kirchenmusik benötigt wurde, spielte Instrumentalmusik eine besonders große Rolle. In diese Schaffenswelt gehören unter anderem die Brandenburgische Konzerte, Orchestersuiten, Solowerke sowie wichtige Kammermusik.
Höre im 5. Brandenburgischen Konzert darauf, wie Violine, Flöte und Cembalo miteinander konzertieren. Besonders auffällig ist der virtuose Cembalopart.
Leipzig: 1723 wurde Bach Thomaskantor und städtischer Musikdirektor in Leipzig. Zu seinen Aufgaben gehörten die Musik an wichtigen Kirchen, der Unterricht an der Thomasschule, die Leitung von Sängern und Instrumentalisten sowie die Komposition und Aufführung neuer Werke. Leipzig wurde sein längster und bedeutendster Wirkungsort.

Was macht Bachs Musik barock?
Der musikalische Barock umfasst ungefähr die Zeit von 1600 bis 1750. Bachs Musik steht am Ende dieser Epoche und verbindet ältere Techniken mit damals modernen Formen.
Mehrstimmigkeit und Kontrapunkt: Mehrere eigenständige Stimmen können gleichzeitig erklingen. Sie sind melodisch sinnvoll und zugleich harmonisch aufeinander bezogen. In einer Fuge wird ein prägnantes Thema nacheinander von verschiedenen Stimmen aufgenommen. Für jüngere Lernende kann man sich das wie ein musikalisches Gespräch oder eine kunstvolle Verfolgung vorstellen.
Basso continuo: Eine Basslinie bildet mit Akkorden das harmonische Fundament. Häufig spielen ein Bassinstrument und ein Tasten- oder Zupfinstrument zusammen. Dieses Prinzip ist für viele Barockwerke typisch.
Affekt und Rhetorik: Barockmusik will Stimmungen und Bedeutungen deutlich gestalten. Rhythmus, Tonart, Melodik, Harmonik, Pausen und Instrumentation können musikalische „Redefiguren“ bilden. Gerade in Kantaten und Passionen verbindet Bach Text und Musik sehr genau.
Formen und Gattungen: Bach komponierte unter anderem Suiten, Konzerte, Sonaten, Präludien, Fugen, Kantaten, Motetten und Passionen. Er übernahm Einflüsse aus italienischer, französischer und deutscher Musik und verband sie auf eigene Weise.
Das Wohltemperierte Klavier
Das Wohltemperierte Klavier besteht aus zwei Sammlungen mit jeweils 24 Paaren aus Präludium und Fuge in allen Dur- und Molltonarten. Der erste Teil entstand 1722, der zweite Jahrzehnte später. Das Werk zeigt, wie vielfältig Bach musikalische Charaktere und kontrapunktische Techniken gestalten konnte.

Vergleiche die Handschrift mit dem Klang: Das C-Dur-Präludium wirkt zunächst regelmäßig, entsteht aber aus fortlaufenden gebrochenen Akkorden und harmonischen Veränderungen.
Bedeutende Werkgruppen
Bachs Werk ist sehr umfangreich. Das Bach-Werke-Verzeichnis ordnet die bekannten Werke nach Gattungsgruppen und nicht einfach nach dem Entstehungsdatum. Deshalb bedeutet eine niedrige BWV-Nummer nicht automatisch, dass ein Stück früh entstanden ist.
Orgel- und Tastenmusik: Dazu gehören Präludien, Fugen, Toccaten, Choralbearbeitungen, Suiten, Partiten, Inventionen, das Wohltemperierte Klavier und die Goldberg-Variationen.
Instrumentalmusik: Die Brandenburgischen Konzerte, Violinkonzerte, Orchestersuiten, Sonaten und Partiten für Violine solo sowie Suiten für Violoncello solo zeigen Bachs Umgang mit Instrumenten und Formen.
Kantaten: In Leipzig komponierte und leitete Bach zahlreiche geistliche Kantaten für den Gottesdienst. Sie verbinden Chor, Solostimmen und Instrumente. Viele Kantaten beziehen sich auf Bibeltexte, Kirchenlieder und poetische Texte.
Passionen und große Vokalwerke: Die Johannes-Passion erklang 1724 in Leipzig. Die Matthäus-Passion gehört zu Bachs umfangreichsten Werken und verbindet Evangelienbericht, Choräle, Arien und Chöre. Das Weihnachtsoratorium besteht aus sechs Kantaten für die Weihnachtszeit 1734/35. Die h-Moll-Messe bündelt Musik aus verschiedenen Schaffensphasen und wurde in Bachs letzten Lebensjahren in ihrer großen Form zusammengestellt.
Bei den beiden Passionen kannst Du untersuchen, wie Chor, Solisten und Orchester unterschiedliche Rollen übernehmen. Achte darauf, wann die Handlung erzählt wird und wann die Musik innehält und kommentiert.
Bach als Komponist, Handwerker und Lehrer
Bach komponierte nicht nur „aus Inspiration“. Er arbeitete unter konkreten Bedingungen: Termine, verfügbare Musiker, Gottesdienstordnungen, höfische Aufgaben und Unterricht beeinflussten seine Musik. Viele Werke wurden für bestimmte Aufführungen geschaffen und später überarbeitet oder wiederverwendet.
Als Lehrer bildete Bach Familienmitglieder und Schüler in Tasteninstrumenten, Komposition und Generalbass aus. Werke wie die Inventionen und Sinfonien oder das Wohltemperierte Klavier sind deshalb zugleich Kunstwerke und Studienmaterial. Für den Unterricht ist diese Doppelrolle wichtig: Man kann Bach hören, spielen und als Modell musikalischer Konstruktion analysieren.
Wirkungsgeschichte in Deutschland
Nach Bachs Tod 1750 verschwand seine Musik nicht vollständig. Besonders Kenner, Organisten und Komponisten beschäftigten sich weiter mit seinen Werken. Dennoch änderten sich Geschmack und Konzertleben, und viele große Vokalwerke wurden zunächst nur selten öffentlich aufgeführt.
Einen entscheidenden Schub erhielt die öffentliche Bach-Rezeption im 19. Jahrhundert. Felix Mendelssohn Bartholdy leitete 1829 in Berlin eine stark gekürzte Aufführung der Matthäus-Passion. Sie wurde zu einem wichtigen Ereignis der Bach-Renaissance. In Leipzig setzte sich Mendelssohn ebenfalls für Bach ein und stiftete ein Bach-Denkmal.

1850 wurde in Leipzig die Bach-Gesellschaft gegründet. Ihr Ziel war eine wissenschaftliche Gesamtausgabe der Werke Bachs. Die alte Bach-Ausgabe wurde bis 1899 abgeschlossen. Im 20. Jahrhundert begann die Neue Bach-Ausgabe; ihre Arbeit verband Forschungsinstitutionen in Leipzig und Göttingen sogar über die deutsche Teilung und den Kalten Krieg hinweg. 2007 wurde diese große Editionsarbeit abgeschlossen.
Das 1950 gegründete Bach-Archiv Leipzig sammelt, erforscht und vermittelt Quellen zu Bach und seiner Familie. Digitale Projekte wie Bach Digital machen Handschriften und Forschungsdaten heute weltweit zugänglich. Wirkungsgeschichte bedeutet deshalb nicht nur „berühmt sein“, sondern auch: aufführen, bearbeiten, sammeln, edieren, erforschen, unterrichten und immer wieder neu deuten.
Die Goldberg-Variationen zeigen, warum Bachs Musik bis heute Interpretinnen und Interpreten herausfordert: Ein Ausgangsmodell wird in sehr unterschiedlichen Variationen verwandelt, ohne seinen inneren Zusammenhang zu verlieren.
Bach als Teil deutscher Erinnerungskultur
In Eisenach, Arnstadt, Köthen und Leipzig erinnern Museen, Kirchen, Archive, Denkmäler, Festivals und Konzerttraditionen an Bach. Diese Orte erzählen aber nicht nur seine Biografie. Sie zeigen auch, wie spätere Generationen entschieden haben, was sie bewahren und wie sie Bach darstellen wollen.

Für die Wirkungsgeschichte ist deshalb eine kritische Frage wichtig: Welche Vorstellung von Bach entsteht durch Denkmäler, Schulbücher, Konzerte, Museen, Aufnahmen oder Filme? Ein historischer Bach, ein religiöser Bach, ein „deutscher Meister“, ein mathematisch wirkender Konstrukteur oder ein weltweit gespielter Klassiker können verschiedene Seiten derselben Rezeptionsgeschichte sein.
Hör- und Analysewerkzeuge
Beim Hören musst Du nicht sofort alles erkennen. Ein sinnvoller Zugang beginnt mit wenigen Fragen: Welche Instrumente hörst Du? Gibt es ein wiederkehrendes Thema? Welche Stimme führt gerade? Ist der Satz eher tänzerisch, feierlich, ruhig oder dramatisch? Wie verändert sich die Musik?
Für ältere Lernende kommen genauere Analysefragen hinzu: Wie entsteht Spannung durch Harmonik? Wie werden Motive sequenziert oder imitiert? Wie funktioniert die Stimmführung? Welche Beziehung besteht zwischen Text und Musik? Welche Aufführungsentscheidung verändert den Höreindruck?
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
In welcher Epoche wirkte Johann Sebastian Bach? (Barock) (!Klassik) (!Romantik) (!Impressionismus)
Welcher Ort war Bachs längster und wichtigster Wirkungsort? (Leipzig) (!Bonn) (!Wien) (!Hamburg)
Welche Aufgabe übernahm Bach 1723 in Leipzig? (Thomaskantor) (!Hofmaler) (!Opernintendant) (!Universitätsrektor)
Was ist für eine Fuge besonders typisch? (Ein Thema erscheint nacheinander in mehreren Stimmen) (!Nur Schlaginstrumente spielen) (!Es gibt keine Wiederholungen) (!Alle Stimmen singen immer denselben Ton)
Welche Aussage zum Bach-Werke-Verzeichnis stimmt? (Es ordnet Bachs Werke vor allem nach Werkgruppen) (!Es ordnet alle Werke streng nach Entstehungsjahr) (!Es enthält nur Orgelmusik) (!Es wurde von Bach selbst gedruckt)
In welcher Stadt arbeitete Bach vor allem als Kapellmeister am Hof? (Köthen) (!Eisenach) (!Lüneburg) (!Berlin)
Welches Werk besteht aus Präludien und Fugen in allen Dur- und Molltonarten? (Das Wohltemperierte Klavier) (!Die Moldau) (!Die Zauberflöte) (!Die Winterreise)
Wer trug 1829 wesentlich zur öffentlichen Bach-Renaissance bei? (Felix Mendelssohn Bartholdy) (!Richard Wagner) (!Gustav Mahler) (!Claude Debussy)
Warum ist die Bezeichnung Bach als deutscher Komponist historisch erklärungsbedürftig? (Einen deutschen Nationalstaat gab es zu seiner Lebenszeit noch nicht) (!Bach lebte ausschließlich in Italien) (!Bach schrieb nur französische Texte) (!Bach wurde im zwanzigsten Jahrhundert geboren)
Was gehört zur Wirkungsgeschichte Bachs? (Aufführungen Editionen Forschung und spätere Deutungen) (!Nur sein Geburtsdatum) (!Nur die Namen seiner Instrumente) (!Nur die Länge einzelner Werke)
Memory
| Johann Sebastian Bach | Barockkomponist |
| Thomaskantor | Musikamt in Leipzig |
| Fuge | imitatorische Form |
| Basso continuo | harmonisches Fundament |
| Bach-Werke-Verzeichnis | Werkordnung |
| Köthen | Hofkapellmeister |
| Mendelssohn | Bach-Renaissance |
| Leipzig | Hauptwirkungsort |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Lebensstation oder Tätigkeit |
|---|---|
| Eisenach | Geburt und Kindheit |
| Arnstadt | Organist |
| Mühlhausen | Kirchenmusiker |
| Weimar | Hoforganist und Konzertmeister |
| Köthen | Kapellmeister |
| Leipzig | Thomaskantor |
Kreuzworträtsel
| Eisenach | In welcher Stadt wurde Johann Sebastian Bach geboren? |
| Arnstadt | Wo übernahm Bach als junger Musiker eine Organistenstelle? |
| Continuo | Welcher Begriff bezeichnet das typische harmonische Bassfundament des Barock? |
| Fuge | Welche kontrapunktische Form arbeitet oft mit einem wiederkehrenden Thema in mehreren Stimmen? |
| Leipzig | In welcher Stadt war Bach Thomaskantor? |
| Mendelssohn | Welcher Komponist förderte im neunzehnten Jahrhundert die Bach-Renaissance? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Bach-Hörkarte: Wähle eines der eingebetteten Videos und notiere drei Klangmerkmale, die Du sicher hörst.
- Instrumenten-Steckbrief: Gestalte einen Steckbrief zu Orgel, Cembalo, Violine oder Violoncello und erkläre, wie das Instrument in Bachs Musik eingesetzt werden kann.
- Lebensstationen Bachs: Erstelle eine bebilderte Zeitleiste mit sechs wichtigen Orten und ergänze zu jedem Ort eine Tätigkeit Bachs.
- Barock-Begriffe: Erkläre Fuge, Basso continuo, Kantate und Konzert in eigenen Worten und finde zu jedem Begriff ein Hörbeispiel.
Standard
- Hörvergleich Bach: Vergleiche zwei Aufnahmen desselben Bach-Werks und beschreibe Unterschiede bei Tempo, Artikulation, Besetzung und Wirkung.
- Bach in Leipzig: Entwickle einen digitalen Stadtrundgang zu Thomaskirche, Bach-Archiv und Bach-Denkmal und erkläre die Bedeutung der Orte.
- Musik und Beruf: Untersuche, wie sich Bachs Aufgaben in Weimar, Köthen und Leipzig unterschieden und welche Werkarten zu den jeweiligen Arbeitsbedingungen passen.
- Interview zur Bach-Rezeption: Befrage eine Musikerin, einen Musiker, eine Lehrkraft oder eine Person aus einem Chor dazu, welche Rolle Bach heute im Musikleben spielt.
Schwer
- Quellenkritik Bach: Vergleiche eine historische Quelle oder Handschrift mit einer modernen Darstellung und untersuche, welche Informationen sicher, unsicher oder später gedeutet sind.
- Matthäus-Passion und Wirkungsgeschichte: Erkläre, warum die Aufführung von 1829 wichtig war, ohne die vereinfachte Behauptung zu übernehmen, Bach sei vorher vollständig vergessen gewesen.
- Bach und Kanonbildung: Analysiere, wie Konzerte, Denkmäler, Gesamtausgaben, Schulen und Museen dazu beigetragen haben, Bach zu einer zentralen Figur der deutschen Musikgeschichte zu machen.
- Eigenes Bach-Projekt: Komponiere, arrangiere oder produziere ein kurzes Stück, das eine Bach-Technik wie Imitation, Sequenz oder Variation verwendet, und erläutere Deine Entscheidungen.


Lernkontrolle
- Transfer Barock und Gegenwart: Erkläre an einem selbst gewählten Bach-Werk, welche barocken Merkmale Du hörst und welche davon auch in heutiger Musik als Gestaltungsprinzip vorkommen können.
- Bach und Arbeitswelt: Beurteile, wie Bachs berufliche Pflichten seine Kompositionen beeinflussten. Nutze mindestens zwei Lebensstationen als Belege.
- Historischer Deutschlandbegriff: Erkläre, warum man Bach heute als deutschen Komponisten bezeichnet und warum diese Bezeichnung für das frühe achtzehnte Jahrhundert historisch eingeordnet werden muss.
- Wirkungsgeschichte statt Heldenbiografie: Zeige an Mendelssohn, der Bach-Gesellschaft oder dem Bach-Archiv, wie spätere Generationen unser heutiges Bach-Bild mitgeprägt haben.
- Interpretationsvergleich: Entwickle Kriterien, mit denen zwei unterschiedliche Aufführungen desselben Bach-Werks fair verglichen werden können.
- Musikalische Struktur: Wähle eine kurze Passage aus einer Fuge, einem Konzert oder einer Variation und erkläre, wie Wiederholung und Veränderung zusammenwirken.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Daten nennst, sondern musikalische Merkmale, historische Bedingungen und Wirkungsgeschichte miteinander verknüpfen kannst.
- Biografie Johann Sebastian Bach: Du kannst zentrale Lebensstationen und Berufsrollen in einen sinnvollen Zusammenhang bringen.
- Barockmusik: Du kannst wichtige Begriffe wie Fuge, Kontrapunkt und Basso continuo verständlich erklären und an Musikbeispielen anwenden.
- Werkkenntnis Bach: Du kennst mehrere unterschiedliche Werkgruppen und kannst ihre Funktionen und Besetzungen unterscheiden.
- Historischer Kontext: Du kannst den Begriff Deutschland für Bachs Zeit kritisch einordnen.
- Wirkungsgeschichte: Du kannst erklären, wie Aufführungen, Editionen, Forschung und Erinnerungskultur Bachs heutige Bedeutung mitgestaltet haben.
- Musikanalyse: Du kannst eigene Höreindrücke mit überprüfbaren musikalischen Beobachtungen begründen.
OERs zum Thema
Weiterführende offene Quellen
- Bach-Archiv Leipzig: Forschung, Museum und Informationen zu Leben, Werk und Wirkung.
- Bach Digital: Digitalisierte Quellen und Werkdaten der Bach-Familie.
- Deutsche Biographie: Biografische Grunddaten und historische Einordnung.
- Wikimedia Commons: Freie Bilder und Mediendateien zu Johann Sebastian Bach.
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