Zum Inhalt springen

Jazz in Baden-Württemberg

Aus MOOCsWiki Staging
aiMOOC-Siegel

Jazz in Baden-Württemberg




Jazz in Baden-Württemberg


Einleitung

Jazz ist eine Musik der Begegnung. Er verbindet feste musikalische Strukturen mit Improvisation, persönlichem Ausdruck und dem unmittelbaren Reagieren auf andere Musikerinnen und Musiker. In Baden-Württemberg lässt sich diese Kultur besonders gut beobachten: Rundfunkensembles, Clubs, Festivals, Hochschulen, Labels, Studios und Nachwuchsprojekte haben über viele Jahrzehnte ein dichtes Netzwerk entstehen lassen.

Dabei ist wichtig: Jazz wurde nicht in Baden-Württemberg erfunden. Seine Wurzeln liegen vor allem in afroamerikanischen Musikkulturen der USA. Im 20. Jahrhundert verbreitete sich Jazz international und wurde auch in Deutschland zu einer wichtigen Kunstform. Baden-Württemberg entwickelte nach 1945 eigene Zentren, Klangvorstellungen und Institutionen. Stuttgart, Mannheim, Heidelberg, Freiburg, Karlsruhe, Villingen-Schwenningen, Ulm und weitere Städte wurden zu Orten, an denen Jazz gespielt, aufgenommen, gelehrt und weiterentwickelt wurde.

Für Dich ist das Thema besonders spannend, weil Jazzgeschichte hier nicht nur aus berühmten Namen besteht. Du kannst untersuchen, wie Musikgeschichte, Technik, Medien, Kulturpolitik, regionale Szenen und musikalische Praxis zusammenwirken.


Von den USA in den Südwesten

Jazz entstand um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert in den USA. Zu seinen historischen Grundlagen gehören unter anderem Blues, Ragtime, afroamerikanische Musiziertraditionen, Spirituals, Marching Bands und europäische Harmonik. Schon früh wurde Jazz durch Schallplatten, Tourneen und Rundfunk international verbreitet.

In Deutschland wurde Jazz in den 1920er Jahren Teil einer modernen urbanen Musikkultur. Während der nationalsozialistischen Herrschaft wurden viele Formen des Jazz als unerwünscht bekämpft, rassistisch abgewertet oder eingeschränkt. Musikerinnen und Musiker sowie Fans konnten je nach Herkunft, politischer Haltung und Kontext verfolgt werden. Nach 1945 bekam Jazz in Westdeutschland erneut große Bedeutung. Rundfunk, internationale Kontakte und die Präsenz alliierter Soldaten förderten den Austausch mit amerikanischen Musikformen.

Baden-Württemberg entstand als Bundesland erst 1952. Wenn wir über frühere Jazzgeschichte im Gebiet des heutigen Landes sprechen, geht es deshalb historisch um Regionen und Städte in Baden, Württemberg und Hohenzollern.


Stuttgart und der Rundfunk

Eine besonders wichtige Rolle spielte Stuttgart. 1951 gründete der Süddeutsche Rundfunk unter der Leitung von Erwin Lehn das Südfunk-Tanzorchester. Aus dieser Tradition entwickelte sich die heutige SWR Big Band. Das Ensemble verband Unterhaltungsmusik, Tanzmusik und Jazz und arbeitete im Lauf seiner Geschichte mit zahlreichen international bekannten Gästen zusammen.

Rundfunkensembles waren für Jazz besonders wichtig, weil sie professionelle Arbeitsmöglichkeiten boten. Außerdem konnten Konzerte und Studioaufnahmen über das Radio ein großes Publikum erreichen. Damit wurde Jazz nicht nur in Clubs gespielt, sondern auch Teil einer öffentlichen Medienkultur.

Die heutige SWR Big Band zeigt, dass eine historische Institution nicht stillstehen muss. Sie verbindet Swing-Traditionen mit modernem Jazz, Soul, Pop, Latin und neuen Arrangements. Gleichzeitig arbeitet sie in Projekten zur Musikvermittlung auch mit jungen Musikerinnen und Musikern.


Wolfgang Dauner und der experimentelle Jazz

Der in Stuttgart geborene Pianist und Komponist Wolfgang Dauner gehört zu den prägenden Figuren des deutschen Nachkriegsjazz. Er beschäftigte sich mit akustischem Klavier, elektronischen Keyboards, freier Improvisation, Jazzrock und genreübergreifenden Projekten. Gerade in den 1960er- und 1970er-Jahren wurde deutlich, dass Jazz in Deutschland nicht nur amerikanische Vorbilder nachspielen wollte. Viele Musiker suchten nach eigenen Klangsprachen.

Dauner war an der Entstehung des United Jazz + Rock Ensemble beteiligt. Diese Formation brachte Jazz und Rock zusammen und arbeitete mit Musikerinnen und Musikern aus mehreren europäischen Ländern. Die Verbindung von komponierten Teilen, improvisierten Soli, elektrischen Instrumenten und rocknahen Rhythmen wurde zu einem Beispiel für Fusion.

Solche Projekte zeigen, dass Jazzgeschichte nicht wie eine gerade Linie verläuft. Neue Stile entstehen oft dadurch, dass Musiker vorhandene Regeln verändern, Instrumente anders einsetzen oder andere Musikrichtungen einbeziehen.


Eberhard Weber und die neue Rolle des Basses

Auch der Stuttgarter Bassist und Komponist Eberhard Weber prägte den europäischen Jazz. In seiner Musik wurde der Bass nicht nur zur Begleitung eingesetzt. Er konnte Melodien tragen, Klangflächen gestalten und selbst eine solistische Rolle übernehmen.

Gerade im Jazz ist das Zusammenspiel von Bass und Schlagzeug wichtig für Puls, Form und Groove. Gleichzeitig kann der Bass auf Harmonie, Melodie und Dynamik reagieren. Bei Weber lässt sich gut hören, wie stark sich ein Instrument von einer traditionellen Begleitfunktion zu einer eigenständigen Klangstimme entwickeln kann.


Villingen und MPS: Jazz aus dem Schwarzwald

Ein international bedeutender Ort der Jazzgeschichte liegt in Villingen. Dort entstand 1968 das Label MPS Records, kurz für Musik Produktion Schwarzwald. Gründer Hans Georg Brunner-Schwer entwickelte aus der vorherigen SABA-Produktion ein spezialisiertes Jazzlabel.

Im MPS-Studio wurden Musiker aus Deutschland, Europa und den USA aufgenommen. Dazu gehörten unter anderem Oscar Peterson, George Duke, Wolfgang Dauner und viele weitere bekannte Jazzmusiker. Das Studio wurde wegen seiner Aufnahmetechnik und seines charakteristischen Klangs bekannt.

Für die Musikgeschichte ist MPS deshalb interessant, weil hier mehrere Ebenen zusammenkommen: künstlerische Entscheidungen, Studiotechnik, internationale Netzwerke und die wirtschaftliche Arbeit eines Labels. Ein Jazzstück wird schließlich nicht nur gespielt. Es wird auch aufgenommen, produziert, veröffentlicht, beworben und archiviert.


Was passiert bei einer Improvisation?

Improvisation bedeutet nicht, dass Musiker einfach irgendetwas spielen. Häufig gibt es klare Rahmenbedingungen. Dazu können eine Akkordfolge, eine Tonleiter, ein Groove, ein Thema, eine Form oder bestimmte musikalische Absprachen gehören.

Ein improvisierender Musiker hört gleichzeitig auf mehrere Dinge: den eigenen Ton, den Puls, die Harmonie, die Mitspieler, die Dynamik und die Entwicklung des gesamten Stücks. Gute Improvisation verbindet deshalb Vorbereitung und Spontaneität.


Call and Response

Ein wichtiges Prinzip im Jazz ist Call and Response. Eine musikalische Idee wird vorgestellt und von einer anderen Stimme beantwortet. Das kann zwischen zwei Instrumenten, zwischen Solist und Band oder innerhalb einer einzelnen Improvisation geschehen.

Du kannst dieses Prinzip selbst ausprobieren: Spiele oder klatsche eine kurze rhythmische Phrase. Eine zweite Person antwortet mit einer ähnlichen oder kontrastierenden Phrase. Schon entsteht ein musikalischer Dialog.


Motivische Entwicklung

Improvisation wird besonders verständlich, wenn Du mit kleinen Motiven arbeitest. Ein Motiv kann wiederholt, rhythmisch verändert, höher oder tiefer gespielt, verkürzt oder erweitert werden. So entsteht Zusammenhang.

Für Lernende ist diese Methode oft hilfreicher als der Versuch, sofort möglichst viele Töne zu spielen. Im Jazz geht es nicht darum, möglichst kompliziert zu klingen. Entscheidend ist, dass musikalische Ideen hörbar miteinander verbunden sind.


Groove und Timing

Groove beschreibt das Zusammenspiel von Puls, rhythmischen Akzenten und Mikro-Timing. Zwei Bands können dieselben Noten spielen und trotzdem sehr unterschiedlich klingen. Entscheidend ist, wie die Töne zeitlich gesetzt, betont und miteinander verbunden werden.

Bei Swing, Funk, Latin oder Jazzrock entstehen jeweils andere Bewegungsgefühle. Deshalb gehört zum Jazzlernen immer auch genaues Hören.


Jazz-Szenen in Baden-Württemberg

Eine Musikszene besteht nicht nur aus Musikerinnen und Musikern. Dazu gehören Clubs, Veranstalter, Technikteams, Journalistinnen und Journalisten, Hochschulen, Musikschulen, Labels, Förderprogramme, Festivals und natürlich das Publikum.

Baden-Württemberg besitzt mehrere regionale Jazz-Zentren, die unterschiedliche Schwerpunkte haben.


Stuttgart

Stuttgart verbindet Rundfunkgeschichte, Hochschulausbildung, Clubs, Festivals und eine große Zahl professioneller Musikerinnen und Musiker. Neben der SWR Big Band sind die jazzopen stuttgart ein weithin sichtbares Festival. Ihr Programm überschreitet bewusst die Grenzen zwischen Jazz, Soul, Funk, Rock und Pop.

Auch Musikerinnen wie die in Stuttgart geborene Sängerin Fola Dada stehen für eine Gegenwart, in der Jazz selbstverständlich mit Soul, Pop und anderen Stilen verbunden werden kann.


Mannheim und Heidelberg

Die Rhein-Neckar-Region ist ein weiteres wichtiges Zentrum. Das Festival Enjoy Jazz wurde 1999 in Heidelberg gegründet und findet heute an Spielorten in Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen statt. Damit überschreitet die Szene sogar Landesgrenzen, denn Ludwigshafen liegt in Rheinland-Pfalz.

Das zeigt: Musikszenen richten sich nicht immer nach politischen Grenzen. Musikerinnen und Musiker, Publikum und Veranstalter bewegen sich in regionalen Netzwerken.


Freiburg

Das Jazzhaus Freiburg entstand aus einer lokalen Initiative und wurde 1987 eröffnet. Es entwickelte sich zu einem bekannten Konzertort. Solche Clubs sind für Jazz besonders wichtig, weil sie regelmäßige Auftrittsmöglichkeiten schaffen. Anders als bei einem großen Festival kann sich in einem Club über viele Jahre eine kontinuierliche lokale Szene bilden.


Weitere Orte

Auch Karlsruhe, Ulm, Aalen, Tübingen, Konstanz, Heilbronn, Biberach und andere Städte tragen mit Clubs, Festivals, Wettbewerben, Hochschulen, Musikschulen und Initiativen zur Vielfalt des Jazz im Land bei. Gerade diese Verteilung auf viele Orte macht deutlich, dass Jazz in Baden-Württemberg nicht nur eine Geschichte einzelner Stars ist.


Jazzförderung und Nachwuchs

Seit 1985 vergibt das Land den Jazz-Preis Baden-Württemberg. Die Auszeichnung richtet sich an herausragende jüngere Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker mit engem Bezug zum Land. Zusätzlich wurden in verschiedenen Jahren auch Lebensleistungen bedeutender Persönlichkeiten gewürdigt.

Nachwuchsarbeit findet außerdem in Musikschulen, Schul-Bigbands, Jugendensembles, Hochschulen und Projekten wie live@school statt. Dort treffen junge Ensembles auf professionelle Musikerinnen und Musiker.

Jazzförderung ist deshalb mehr als die Vergabe von Geldpreisen. Sie schafft Probenmöglichkeiten, Auftritte, Unterricht, Netzwerke und öffentliche Aufmerksamkeit.


Jazz heute: Tradition und Veränderung

Zeitgenössischer Jazz kann sehr unterschiedlich klingen. Manche Ensembles orientieren sich am Swing oder Bebop, andere verbinden Jazz mit Hip-Hop, elektronischer Musik, Rock, Weltmusik, Neuer Musik oder Pop. Auch technische Entwicklungen verändern die Szene: digitale Produktion, Streaming und soziale Medien beeinflussen, wie Musik veröffentlicht und gefunden wird.

Für die Jazzgeschichte Baden-Württembergs bedeutet das: Tradition lebt nicht dadurch weiter, dass alles gleich bleibt. Sie lebt weiter, weil Musikerinnen und Musiker historische Erfahrungen kennen und daraus neue Musik entwickeln.


Hörwerkstatt: So kannst Du Jazz untersuchen

Beim Hören eines Jazzstücks kannst Du mehrere Ebenen nacheinander beobachten. Höre zunächst nur auf den Puls. Achte danach auf Bass und Schlagzeug. Suche anschließend das Thema. Beobachte dann, wann die Improvisation beginnt und wie die Band auf die Solistin oder den Solisten reagiert.

Besonders spannend ist ein Vergleich verschiedener Aufnahmen desselben Stücks. So erkennst Du, welche Elemente fest bleiben und welche verändert werden.

Eine mögliche Hörfrage lautet: Welche musikalischen Entscheidungen wirken geplant und welche entstehen wahrscheinlich im Moment des Zusammenspiels?


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welches musikalische Prinzip ist für Jazz besonders wichtig? (Improvisation) (!Ausschließliches Spielen nach Noten) (!Vollständiger Verzicht auf Rhythmus) (!Immer gleiche Wiederholung)




Aus welcher Stuttgarter Rundfunkformation entwickelte sich die heutige SWR Big Band? (Südfunk-Tanzorchester) (!Berliner Philharmoniker) (!Gewandhausorchester) (!Bayerisches Staatsorchester)




In welcher Stadt entstand das Jazzlabel MPS? (Villingen) (!Hamburg) (!Leipzig) (!Bremen)




Was beschreibt Improvisation im Jazz am besten? (Spontanes Gestalten innerhalb musikalischer Rahmen) (!Zufälliges Spielen ohne Zuhören) (!Nur das Auswendigspielen einer Partitur) (!Das Stimmen eines Instruments)




Mit welchem Instrument ist Wolfgang Dauner besonders verbunden? (Klavier) (!Oboe) (!Tuba) (!Harfe)




Welches Instrument spielte Eberhard Weber? (Bass) (!Querflöte) (!Horn) (!Violine)




Welche Städte gehören zur Region des Festivals Enjoy Jazz? (Heidelberg Mannheim und Ludwigshafen) (!Freiburg Ulm und Konstanz) (!Stuttgart Tübingen und Aalen) (!Karlsruhe Heilbronn und Biberach)




Seit welchem Jahrzehnt wird der Jazz-Preis Baden-Württemberg vergeben? (Seit den 1980er Jahren) (!Seit den 1920er Jahren) (!Seit den 1940er Jahren) (!Seit den 1960er Jahren)




Was ist für eine Big Band typisch? (Mehrere Bläsergruppen und eine Rhythmusgruppe) (!Nur ein einzelnes Klavier) (!Ausschließlich elektronische Klangerzeuger) (!Nur Streichinstrumente)




Was gehört zu einer regionalen Jazzszene? (Musiker Clubs Festivals Bildung und Publikum) (!Nur Tonstudios) (!Nur Konzertplakate) (!Nur Musikgeschäfte)





Memory

SWR Big Band Rundfunkensemble
MPS Villingen
Wolfgang Dauner Klavier
Eberhard Weber Bass
Jazzhaus Freiburg Konzertclub
Enjoy Jazz Rhein-Neckar
Improvisation spontane Gestaltung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Swing federnder Puls und Big-Band-Tradition
Bebop schnelle Linien und komplexe Improvisation
Fusion Verbindung von Jazz mit Rock und elektrischen Klängen
Free Jazz starke Öffnung traditioneller Formen und Regeln
Vocal Jazz Stimme als zentrales improvisierendes Instrument




...


Kreuzworträtsel

Improvisation Wie heißt das spontane musikalische Gestalten im Jazz?
Villingen In welcher Schwarzwaldstadt entstand MPS?
Stuttgart Welche Stadt ist eng mit der Geschichte der SWR Big Band verbunden?
Dauner Wie lautet der Nachname des Stuttgarter Jazzpianisten Wolfgang?
Weber Wie lautet der Nachname des Stuttgarter Jazzbassisten Eberhard?
Freiburg In welcher Stadt befindet sich ein bekanntes Jazzhaus?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Jazz lebt stark von der

und vom musikalischen Austausch. Die heutige SWR Big Band geht auf das Stuttgarter

zurück. Das Jazzlabel MPS wurde in

aufgebaut. Wolfgang Dauner war besonders als Jazzpianist und

bekannt. Eberhard Weber machte den

zu einer besonders eigenständigen Klangstimme. Das Festival Enjoy Jazz wurde in

gegründet. Ein wichtiges Freiburger Zentrum ist das

Freiburg. Der Jazz-Preis Baden-Württemberg wird seit den

Jahren vergeben. In einer Jazzszene wirken Musikerinnen und Musiker mit Clubs, Medien, Bildung und dem

zusammen.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Hörprotokoll: Wähle ein Jazzstück aus dem aiMOOC und notiere, wann Thema, Begleitung und Improvisation deutlich zu hören sind.
  2. Groove: Klatsche einen gleichmäßigen Puls und erfinde dazu drei unterschiedliche rhythmische Varianten. Nimm sie als Audio auf.
  3. Jazzorte: Recherchiere einen Jazzclub oder ein Festival in Deiner Region und gestalte ein kurzes Porträt mit Ort, Programm und Zielgruppe.
  4. Instrumente: Erstelle eine Grafik zur typischen Besetzung einer Big Band und erkläre die Aufgaben der Instrumentengruppen.


Standard

  1. Improvisation: Entwickle über einen einfachen Groove ein achttaktiges Solo und beschreibe anschließend, welche Motive Du wiederholt oder verändert hast.
  2. Szenenporträt: Untersuche Stuttgart, Freiburg oder die Rhein-Neckar-Region als Jazzszene und zeige, wie mindestens drei Institutionen miteinander verbunden sind.
  3. Festivalvergleich: Vergleiche zwei Jazzfestivals in Baden-Württemberg hinsichtlich Programm, Publikum und Verhältnis von Jazz zu anderen Musikstilen.
  4. Podcast: Produziere einen drei- bis fünfminütigen Audiobeitrag über eine Persönlichkeit der baden-württembergischen Jazzgeschichte.


Schwer

  1. Oral History: Führe ein Interview mit einer Musikerin, einem Musiker oder einer Person aus einem Jazzclub über Veränderungen der regionalen Szene.
  2. Arrangement: Bearbeite ein einfaches Thema für eine kleine Jazzbesetzung und plane bewusst Stellen für Soli und musikalische Dialoge ein.
  3. Kulturpolitik: Untersuche, warum ein Bundesland Jazzpreise, Festivals oder Nachwuchsprogramme fördert, und diskutiere Chancen und mögliche Grenzen öffentlicher Förderung.
  4. Kuratorisches Projekt: Entwirf ein eintägiges Schul-Jazzfestival mit historischem Schwerpunkt, Nachwuchsbands, Workshop und Abschlusskonzert. Begründe Deine Programmauswahl.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Improvisation und Struktur: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, warum Improvisation gleichzeitig Freiheit und Regelkenntnis verlangt.
  2. Rundfunk und Jazz: Vergleiche die Bedeutung eines professionellen Rundfunkensembles mit der Bedeutung eines kleinen Jazzclubs für eine regionale Szene.
  3. MPS und Musikproduktion: Zeige, wie ein Tonstudio oder Label Musikgeschichte beeinflussen kann, obwohl dort nicht unbedingt die Musik selbst erfunden wird.
  4. Regionale Netzwerke: Erkläre am Beispiel von Enjoy Jazz, warum Musikszenen politische Landesgrenzen überschreiten können.
  5. Stilentwicklung: Wähle zwei Jazzstile und untersuche, welche musikalischen Veränderungen zwischen ihnen hörbar werden.
  6. Kulturförderung: Entwickle Kriterien, nach denen Du einen Nachwuchs-Jazzpreis vergeben würdest, und begründe Deine Auswahl.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu Jazz in Baden-Württemberg ist wichtig, dass Du Zusammenhänge erklären und nicht nur Namen auswendig nennen kannst.

  1. Du kannst wichtige Stationen der regionalen Jazzgeschichte zeitlich einordnen.
  2. Du kannst die Rolle von Rundfunk, Clubs, Festivals, Labels und Hochschulen erklären.
  3. Du kannst Grundprinzipien von Improvisation, Groove und musikalischer Interaktion beschreiben.
  4. Du kannst mindestens zwei Musikerinnen oder Musiker mit Baden-Württemberg-Bezug musikalisch einordnen.
  5. Du kannst an einem Hörbeispiel zwischen Thema, Begleitung und improvisierten Abschnitten unterscheiden.
  6. Du kannst erklären, wie regionale Szenen mit internationalen Entwicklungen verbunden sind.
  7. Du kannst ein eigenes kleines Hör-, Recherche- oder Improvisationsprojekt dokumentieren und reflektieren.




OERs zum Thema

Zum Weiterlernen eignen sich besonders die Themen Jazz, Jazz in Deutschland, Improvisation, Big Band, Wolfgang Dauner, Eberhard Weber, SWR Big Band, MPS Records, Enjoy Jazz und Jazzhaus Freiburg.



Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte