Zum Inhalt springen

Inszenierte Fotografie - Kunst

Aus MOOCsWiki Staging
aiMOOC-Siegel

Inszenierte Fotografie - Kunst




Inszenierte Fotografie - Kunst


Einleitung

Bei der inszenierten Fotografie entsteht ein Bild nicht zufällig. Du planst eine Bildaussage, wählst Kulisse, Requisite, Licht, Perspektive und Pose und setzt sie bewusst vor der Kamera um.

Das Foto kann wie eine Szene aus einem Film, einem Theaterstück, einem Traum oder einer erfundenen Geschichte wirken. Entscheidend ist, welche Bedeutung das Bild vermittelt.


Lernziele

  1. Inszenierte Fotografie von einem Schnappschuss unterscheiden.
  2. eine Bildidee mit Storyboard und Skizze planen.
  3. Licht, Farbe, Perspektive, Pose und Requisite gezielt einsetzen.
  4. inszenierte Fotografien beschreiben, analysieren und deuten.
  5. eigene Fotos sicher, respektvoll und rechtlich verantwortlich gestalten.


Was ist inszenierte Fotografie?

Inszenierte Fotografie bedeutet, dass die Bildaussage bewusst aufgebaut wird. Personen, Gegenstände und Räume werden für das Bild ausgewählt, verändert oder angeordnet.

Ein Schnappschuss hält meist einen ungeplanten Moment fest. Zwischen beiden Formen gibt es Übergänge: Schon die Wahl des Bildausschnitts beeinflusst die Wirkung.


Wichtige Gestaltungsmittel

  1. Bildkomposition: Anordnung von Personen, Gegenständen und freien Flächen.
  2. Perspektive: Blick von oben, unten oder auf Augenhöhe.
  3. Licht: hell, dunkel, weich, hart oder kontrastreich.
  4. Farbe: ruhig, freundlich, kalt oder bedrohlich.
  5. Pose: Körperhaltung, Gestik und Mimik.
  6. Kulisse: Raum oder Hintergrund der Szene.
  7. Requisite: Gegenstand mit Bedeutung.
  8. Bildtitel: zusätzlicher Hinweis für die Deutung.

Datei:Photography lighting.webm


Von der Idee zum Foto


Planung

Beginne mit einer kurzen Aussage: Was soll das Bild erzählen oder auslösen? Entwickle eine Skizze oder ein Storyboard. Lege Ort, Rollen, Kleidung, Requisiten, Licht und Kameraposition fest.


Aufbau und Probe

Ordne die Szene zunächst ohne Kamera. Prüfe danach Bildausschnitt, Hintergrund, Schatten und Blickrichtungen.


Aufnahme und Auswahl

Fotografiere mehrere Varianten. Verändere jeweils nur Licht, Abstand oder Pose. Vergleiche die Ergebnisse und wähle das Bild mit der klarsten Aussage.


Nachbearbeitung

Bildbearbeitung kann Helligkeit, Kontrast, Farbe oder Ausschnitt verändern. Eine Fotomontage erzeugt neue Bildwelten. Starke Bearbeitungen sollten transparent gemacht werden.


Historische Beispiele

Schon im 19. Jahrhundert wurden Fotografien sorgfältig inszeniert.


Hippolyte Bayard

Hippolyte Bayard stellte sich 1840 als angeblich Ertrunkener dar. Das Bild zeigt ein erfundenes Ereignis, das wie ein Beweisfoto erscheint.


Henry Peach Robinson

Henry Peach Robinson setzte für Fading Away mehrere Negative zu einer dramatischen Familienszene zusammen.


Oscar Gustave Rejlander

Oscar Gustave Rejlander kombinierte viele Einzelaufnahmen zu einer allegorischen Szene. Der Aufbau erinnert an ein Tableau vivant.


Tableau vivant

Bei einem Tableau vivant stellen Menschen mit Kostümen, Posen und Requisiten ein bekanntes Bild oder eine erfundene Szene nach.


Zeitgenössische Positionen


Cindy Sherman

Cindy Sherman verwandelt sich für ihre Fotografien in erfundene Figuren. Kleidung, Make-up, Blick, Pose und Umgebung untersuchen Identität und Rollenbilder.


Jeff Wall

Jeff Wall entwickelt Fotografien häufig wie Filmszenen. Viele wirken dokumentarisch, wurden aber sorgfältig geplant und beleuchtet.


Gregory Crewdson

Gregory Crewdson arbeitet mit aufwendigen Kulissen, Filmlicht und großen Teams. Seine Bilder erinnern an rätselhafte Filmszenen.


Bilder lesen

  1. Beschreiben: Was ist sichtbar?
  2. Analysieren: Wie wirken Komposition, Licht, Farbe, Perspektive und Pose?
  3. Deuten: Welche Geschichte oder Aussage könnte gemeint sein?
  4. Belegen: Welche Details stützen die Deutung?
  5. Bewerten: Ist die Inszenierung überzeugend oder klischeehaft?


Inszenierte Fotografie in der Schule

Für ein Projekt reichen Smartphone, Tageslicht, Papier, Stoffe und Alltagsgegenstände. Eine starke Idee ist wichtiger als teure Technik.

Mögliche Themen sind Freundschaft, Identität, Umwelt, Märchen, Werbung, Schulalltag oder Zukunft.


Sicher und respektvoll arbeiten

  1. Hole die Zustimmung aller erkennbaren Personen ein.
  2. Veröffentliche Bilder nur mit Einwilligung.
  3. Vermeide gefährliche Situationen und riskante Orte.
  4. Stelle niemanden bloß und prüfe Bilder auf Stereotype.
  5. Nutze fremde Werke nur mit passender Lizenz.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was kennzeichnet inszenierte Fotografie? (Die Bildaussage wird bewusst geplant und gestaltet) (!Ein zufälliger Moment wird ohne Einfluss aufgenommen) (!Nur die Kamera entscheidet über die Wirkung) (!Das Bild darf keine Personen enthalten)




Was ist ein Schnappschuss? (Eine meist ungeplante Aufnahme eines Moments) (!Eine vollständig montierte Fantasieszene) (!Eine gezeichnete Kameraskizze) (!Eine Aufnahme mit vorgeschriebener Pose)




Wozu dient ein Storyboard? (Es plant Bildfolge, Handlung und Kameraposition) (!Es misst die Helligkeit des Raumes) (!Es ersetzt die Einwilligung der fotografierten Person) (!Es speichert automatisch alle Fotos)




Welche Aufgabe hat eine Requisite? (Sie unterstützt die Bedeutung der Szene) (!Sie bestimmt die Dateigröße des Fotos) (!Sie verhindert jede Bildbearbeitung) (!Sie ersetzt den Hintergrund vollständig)




Welche Wirkung kann hartes Seitenlicht erzeugen? (Deutliche Schatten und starke Spannung) (!Vollständig schattenfreie Flächen) (!Eine zufällige Kamerabewegung) (!Eine automatische Bildunterschrift)




Was ist ein Tableau vivant? (Eine von Menschen dargestellte Bildszene) (!Eine Kamera ohne Objektiv) (!Ein ungeplanter Straßenmoment) (!Eine Liste technischer Kameradaten)




Welche Künstlerin arbeitet mit erfundenen Rollen und Selbstverwandlungen? (Cindy Sherman) (!Ansel Adams) (!Henri Cartier-Bresson) (!Eadweard Muybridge)




Wessen Fotografien erinnern oft an aufwendig produzierte Filmszenen? (Gregory Crewdson) (!Louis Daguerre) (!Anna Atkins) (!August Sander)




Was ist vor der Veröffentlichung eines erkennbaren Porträts wichtig? (Die Einwilligung der abgebildeten Person) (!Ein möglichst dunkler Hintergrund) (!Eine sehr teure Kamera) (!Ein quadratisches Dateiformat)




Was gehört zu einer begründeten Bilddeutung? (Sichtbare Details werden als Belege genannt) (!Nur der persönliche Geschmack wird aufgeschrieben) (!Die Bildbeschreibung wird vollständig ausgelassen) (!Jede offene Frage wird als Fehler bewertet)





Memory

Storyboard Planung einer Bildfolge
Requisite Gegenstand mit Bedeutung
Kulisse gestalteter Hintergrund
Pose bewusst gewählte Körperhaltung
Lichtquelle erzeugt Helligkeit und Schatten
Perspektive bestimmt den Blickwinkel





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Arbeitsschritt
Idee Aussage festlegen
Skizze Bildaufbau vorplanen
Aufbau Kulisse und Requisiten ordnen
Probe Licht und Pose testen
Aufnahme Varianten fotografieren
Auswahl Bildwirkung vergleichen





Kreuzworträtsel

Storyboard Wie heißt die gezeichnete Planung einer Bildfolge?
Requisite Wie heißt ein Gegenstand mit Bedeutung in der Szene?
Kulisse Wie nennt man einen gestalteten Hintergrund?
Perspektive Welcher Begriff bezeichnet den gewählten Blickwinkel?
Kontrast Wie heißt der Unterschied zwischen hellen und dunklen Bereichen?
Narration Welcher Fachbegriff bezeichnet das Erzählen einer Geschichte?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Bei der inszenierten Fotografie wird die

bewusst geplant. Ein

hilft bei der Vorbereitung. Ein bedeutungstragender Gegenstand heißt

. Der Hintergrund wird als

bezeichnet. Mit

lässt sich Stimmung steuern. Die

bestimmt den Blickwinkel. Eine Körperhaltung heißt

. In der

werden Beobachtung und Deutung getrennt. Für erkennbare Personen ist eine

erforderlich.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Requisiten-Fundstück: Fotografiere einen Alltagsgegenstand geheimnisvoll.
  2. Posen-ABC: Stelle drei Gefühle mit Deiner Körperhaltung dar.
  3. Lichtvergleich: Fotografiere dasselbe Motiv mit drei Lichtarten.
  4. Bildtitel: Erfinde drei Titel für ein Foto und vergleiche ihre Wirkung.


Standard

  1. Tableau vivant: Stelle in einer Gruppe ein bekanntes Gemälde nach.
  2. Drei-Bilder-Geschichte: Erzähle mit drei Fotos eine kurze Handlung.
  3. Rollenwechsel: Zeige dieselbe Person in zwei gegensätzlichen Rollen.
  4. Werbefotografie: Inszeniere einen Alltagsgegenstand als wertvolles Produkt.


Schwer

  1. Identität in Bildern: Entwickle eine Fotoserie zu Rollen und Selbstbild.
  2. Filmstill: Erfinde ein Bild aus einem nicht existierenden Film.
  3. Gesellschaftliche Botschaft: Gestalte ein Foto zu Konsum, Ausgrenzung oder Klimaschutz.
  4. Fotoausstellung: Kuratiere fünf Bilder mit Titeln und Wandtext.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Schnappschuss und Inszenierung: Fotografiere dasselbe Motiv spontan und geplant. Vergleiche beide Wirkungen.
  2. Bildanalyse: Trenne Beschreibung, Analyse, Deutung und Bewertung einer Fotografie.
  3. Stimmungswechsel: Plane zwei Versionen derselben Szene mit gegensätzlichem Licht.
  4. Ethischer Fall: Löse einen Konflikt um fehlende Zustimmung zur Veröffentlichung.
  5. Gemälde übertragen: Übertrage Komposition und Licht eines Gemäldes in ein modernes Foto.
  6. Manipulation erkennen: Erkläre den Unterschied zwischen künstlerischer Bearbeitung und Täuschung.




Lernnachweis

  1. eine eigene inszenierte Fotografie oder Fotoserie.
  2. eine Ideenskizze oder ein Storyboard.
  3. eine Begründung für Kulisse, Requisiten, Licht und Perspektive.
  4. eine kurze Bildanalyse.
  5. eine Reflexion über Wirkung und Verbesserungsmöglichkeiten.
  6. einen Nachweis über Einwilligungen und freie Materialien.




OERs zum Thema



Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte

MOOCwiki · Deutsch

Nach dem Lernen ist vor dem Lernen

Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.

Zur MOOCwiki-Hauptseite

Mediathek

Mediathek

Inhalte werden geladen ...

Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...