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Inklusion im Bildungssystem - Pädagogik

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Inklusion im Bildungssystem - Pädagogik




Inklusion im Bildungssystem - Pädagogik

Studienfach: Pädagogik Niveau: Hochschulstudium, Lehramtsausbildung, pädagogische Fachausbildung und Weiterbildung Zielgruppe: Studierende der Erziehungswissenschaft, Pädagogik, Sonderpädagogik, Sozialpädagogik und Lehrerbildung sowie pädagogische Fachkräfte


Einleitung

Inklusion im Bildungssystem bezeichnet einen umfassenden pädagogischen, institutionellen und gesellschaftlichen Veränderungsprozess. Ziel ist ein Bildungssystem, in dem alle Menschen unabhängig von Behinderung, sozialer Herkunft, Geschlecht, Sprache, Religion, Hautfarbe, sexueller Orientierung, Aufenthaltsstatus oder anderen Differenzmerkmalen gleichberechtigt lernen, sich entwickeln und mitbestimmen können. Inklusion bedeutet daher nicht nur, einzelne Lernende in bestehende Einrichtungen aufzunehmen. Vielmehr sollen Bildungsinstitutionen so gestaltet werden, dass Vielfalt, Teilhabe, Barrierefreiheit und hochwertige Bildung von Anfang an für alle mitgedacht werden.

Für die Pädagogik ist Inklusion zugleich ein Menschenrechtsprinzip, ein Bildungsziel, eine professionelle Haltung und eine Aufgabe der Organisationsentwicklung. Sie betrifft frühkindliche Bildung, Schule, berufliche Bildung, Hochschule, Erwachsenenbildung und non-formale Lernorte. Dieser aiMOOC führt Dich in theoretische Grundlagen, rechtliche Rahmenbedingungen, inklusive Didaktik, Diagnostik, Schulentwicklung, Kooperation und aktuelle Spannungsfelder ein. Du lernst, inklusive Qualität nicht nur an der Anwesenheit verschiedener Lernender, sondern an ihrer tatsächlichen Zugehörigkeit, Mitbestimmung, Lernentwicklung und Anerkennung zu beurteilen.


Lernziele

Nach der Bearbeitung dieses aiMOOCs kannst Du zentrale Begriffe der Inklusiven Pädagogik unterscheiden, rechtliche und ethische Grundlagen erläutern, Barrieren auf mehreren Ebenen analysieren, inklusive Lernarrangements planen und Zielkonflikte professionell reflektieren. Du kannst außerdem beurteilen, weshalb Inklusion weder durch bloße räumliche Gemeinsamkeit noch durch einzelne Fördermaßnahmen verwirklicht wird, sondern die abgestimmte Entwicklung von Kulturen, Strukturen und Praktiken verlangt.


Grundbegriffe und theoretische Perspektiven


Inklusion, Integration, Segregation und Exklusion

Die Begriffe Exklusion, Segregation, Integration und Inklusion beschreiben unterschiedliche Formen des Umgangs mit Verschiedenheit:

  1. Exklusion: Bestimmte Personen erhalten keinen oder nur stark eingeschränkten Zugang zu Bildung.
  2. Segregation: Lernende werden aufgrund zugeschriebener Merkmale in getrennten Einrichtungen oder Gruppen unterrichtet.
  3. Integration: Einzelne Lernende werden in ein bestehendes Regelsystem aufgenommen und erhalten zusätzliche Hilfen, während die grundlegenden Strukturen weitgehend unverändert bleiben.
  4. Inklusion: Das Bildungssystem geht von Heterogenität als Normalfall aus und verändert seine Kulturen, Strukturen und Praktiken so, dass alle teilhaben und lernen können.

Diese Unterscheidung ist analytisch hilfreich, darf aber nicht als einfache historische Stufenfolge missverstanden werden. In realen Bildungssystemen können inklusive, integrative, segregierende und exkludierende Elemente gleichzeitig vorkommen. Eine Schule kann beispielsweise räumlich gemeinsamen Unterricht anbieten und dennoch durch Leistungsgruppen, unzugängliche Materialien, abwertende Erwartungen oder fehlende Mitbestimmung neue Ausschlüsse erzeugen.


Enges und weites Inklusionsverständnis

Ein enges Inklusionsverständnis konzentriert sich vor allem auf die gemeinsame Bildung von Menschen mit und ohne Behinderungen. Dieses Verständnis ist für die Umsetzung des Rechts auf inklusive Bildung unverzichtbar. Ein weites Inklusionsverständnis bezieht zusätzliche Differenz- und Ungleichheitsverhältnisse ein, etwa Armut, Migration, Mehrsprachigkeit, Geschlecht, Religion oder sexuelle Orientierung.

Beide Perspektiven sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden. Eine weite Sicht darf die besonderen Rechte und Barrieren von Menschen mit Behinderungen nicht unsichtbar machen. Eine ausschließlich behinderungsbezogene Sicht kann wiederum übersehen, dass Benachteiligungen sich überschneiden. Das Konzept der Intersektionalität untersucht solche Verschränkungen. So kann eine Schülerin gleichzeitig durch eine Behinderung, Armut, rassistische Zuschreibungen und eine nicht dominante Erstsprache benachteiligt werden.


Medizinisches, soziales und menschenrechtliches Modell von Behinderung

Das medizinische Modell lokalisiert Behinderung überwiegend in der einzelnen Person und richtet den Blick auf Diagnose, Defizit, Behandlung oder Kompensation. Diagnostische Informationen können für Unterstützung wichtig sein, werden aber problematisch, wenn sie Lernmöglichkeiten vorschnell begrenzen.

Das soziale Modell unterscheidet zwischen einer individuellen Beeinträchtigung und gesellschaftlich erzeugten Behinderungen. Eine Treppe, ein ausschließlich gedruckter Text, ein nicht untertiteltes Video oder starre Prüfungszeiten können Teilhabe verhindern. Behinderung entsteht dann in der Wechselwirkung zwischen Person und Umwelt.

Das menschenrechtliche Modell verbindet diese Barrierenperspektive mit einklagbaren Rechten, Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und Nichtdiskriminierung. Menschen mit Behinderungen sind nicht Objekte von Fürsorge, sondern Trägerinnen und Träger gleicher Rechte. Für pädagogisches Handeln folgt daraus: Nicht die vermeintliche Passung eines Kindes zum System ist der Ausgangspunkt, sondern die Verantwortung des Systems, zugängliche und hochwertige Bildung zu gewährleisten.


Gleichheit, Gerechtigkeit und Anerkennung

Gleichheit bedeutet, dass alle Menschen denselben moralischen Wert und dieselben Grundrechte besitzen. Bildungsgerechtigkeit verlangt jedoch nicht immer identische Behandlung. Unterschiedliche Ausgangslagen können unterschiedliche Unterstützung erfordern. Ein Bildschirmleseprogramm, mehr Bearbeitungszeit, Gebärdensprachdolmetschen oder ein ruhiger Prüfungsraum sind keine ungerechtfertigten Vorteile, sondern können Nachteile ausgleichen.

Inklusive Pädagogik verbindet Verteilungsfragen mit Anerkennung und Partizipation. Es genügt nicht, Ressourcen bereitzustellen, wenn Lernende zugleich beschämt, etikettiert oder von Entscheidungen ausgeschlossen werden. Gerechtigkeit betrifft daher mindestens drei Dimensionen: faire Zugänge und Ressourcen, respektvolle Anerkennung sowie reale Mitbestimmung.


Menschenrechtliche und bildungspolitische Grundlagen


Salamanca-Erklärung

Die Salamanca-Erklärung wurde 1994 auf einer UNESCO-Weltkonferenz verabschiedet. Sie stärkte international die Vorstellung, dass Schulen alle Kinder aufnehmen und auf unterschiedliche körperliche, intellektuelle, soziale, emotionale und sprachliche Voraussetzungen reagieren sollen. Lehrpläne, Lernumgebungen und Unterrichtsmethoden sind demnach an die Lernenden anzupassen und nicht umgekehrt.[1]

Die Erklärung ist kein bindender völkerrechtlicher Vertrag, besitzt aber große fachliche und bildungspolitische Bedeutung. Sie verschob den Blick von der Platzierung einzelner Kinder hin zur Reform von Schulen und Bildungssystemen.


UN-Behindertenrechtskonvention und Artikel 24

Die UN-Behindertenrechtskonvention wurde 2006 beschlossen und ist für Deutschland seit März 2009 verbindlich. Ihr Artikel 24 anerkennt das Recht von Menschen mit Behinderungen auf Bildung ohne Diskriminierung und auf der Grundlage der Chancengleichheit. Die Vertragsstaaten sollen ein inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen und lebenslanges Lernen gewährleisten.[2]

Zentrale Anforderungen sind der Zugang zum allgemeinen Bildungssystem, hochwertige und unentgeltliche Grund- und Sekundarbildung, angemessene Vorkehrungen, notwendige Unterstützung innerhalb des allgemeinen Systems sowie individualisierte Unterstützungsmaßnahmen. Der UN-Fachausschuss betont, dass inklusive Bildung eine Transformation von Kultur, Politik und Praxis in formalen und non-formalen Bildungsumgebungen verlangt.[3]


Grundgesetz, Bildungsföderalismus und Kultusministerkonferenz

Artikel 3 Absatz 3 des Grundgesetzes bestimmt: Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.[4] Die konkrete Ausgestaltung von Schule liegt im deutschen Bildungsföderalismus weitgehend bei den Ländern. Deshalb unterscheiden sich Schulgesetze, Ressourcenmodelle, Feststellungsverfahren und Organisationsformen.

Die Kultusministerkonferenz formulierte 2011 Empfehlungen zur inklusiven Bildung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen. Ziel ist eine gleichberechtigte Teilhabe an Bildung und die Stärkung von Schulen im Umgang mit Unterschieden auf individueller, organisatorischer und systemischer Ebene.[5]


Nachhaltigkeitsziel 4

Das Ziel für nachhaltige Entwicklung 4 der Vereinten Nationen fordert inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sowie Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle. Das Ziel verbindet Inklusion mit Bildungsqualität, Geschlechtergerechtigkeit, beruflicher und hochschulischer Bildung, Grundkompetenzen, nachhaltiger Entwicklung und sicheren, zugänglichen Lernumgebungen.[6]


Inklusion als Mehrebenenaufgabe

Inklusion entsteht im Zusammenspiel mehrerer Ebenen. Pädagogische Fachkräfte können Barrieren im Unterricht abbauen, sind dabei aber auf institutionelle und politische Bedingungen angewiesen. Umgekehrt führen rechtliche Vorgaben allein noch nicht zu inklusiver Praxis.


Makroebene: Bildungspolitik und Ressourcensteuerung

Auf der Makroebene werden Rechte, Finanzierungsmodelle, Personalstandards, Ausbildungsordnungen, Curricula und Zugangsregeln festgelegt. Inklusive Systeme benötigen langfristige Strategien, verlässliche Unterstützung und transparente Qualitätsentwicklung. Eine zentrale Frage lautet, ob Ressourcen an diagnostische Etiketten gebunden werden oder stärker präventiv und systembezogen zur Verfügung stehen.

Die Bindung von Unterstützung an Kategorien kann ein Dilemma erzeugen: Diagnosen eröffnen Zugänge zu Hilfen, können aber zugleich stigmatisieren, Erwartungen absenken und institutionelle Trennung stabilisieren. Professionelle Inklusionspolitik muss deshalb individuelle Ansprüche sichern, ohne Menschen auf Kategorien zu reduzieren.


Mesoebene: Organisation und Schulentwicklung

Auf der Mesoebene geht es um die einzelne Bildungsorganisation. Inklusive Schulentwicklung umfasst Leitbild, Führung, Personalentwicklung, Stundenplanung, Raumkonzept, Kooperation, Beschwerdewege, Übergänge, Elternarbeit und Beteiligungsstrukturen.

Der von Tony Booth und Mel Ainscow entwickelte Index für Inklusion unterstützt Einrichtungen dabei, Barrieren und Ressourcen für Lernen und Teilhabe zu untersuchen. Er ordnet Schulentwicklung in die Bereiche inklusive Kulturen schaffen, inklusive Strukturen etablieren und inklusive Praktiken entwickeln.[7]


Mikroebene: Unterricht und Interaktion

Auf der Mikroebene entscheidet sich Inklusion in alltäglichen Interaktionen: Wer wird angesprochen? Wessen Beiträge gelten als kompetent? Wer erhält anspruchsvolle Aufgaben? Wer darf Entscheidungen treffen? Welche Ausdrucksformen werden anerkannt? Wie reagieren Lehrkräfte auf Fehler, Konflikte und Leistungsunterschiede?

Inklusiver Unterricht verbindet fachliche Ansprüche mit flexiblen Zugängen. Er vermeidet sowohl eine Gleichbehandlung, die reale Barrieren ignoriert, als auch eine dauerhafte Sonderbehandlung, die Zugehörigkeit gefährdet. Entscheidend ist die Balance zwischen gemeinsamen Lerngegenständen, individualisierten Lernwegen und kooperativen Erfahrungen.


Inklusive Didaktik


Gemeinsames Lernen am gemeinsamen Gegenstand

Inklusive Didaktik fragt, wie Lernende mit unterschiedlichen Voraussetzungen an einem gemeinsamen Thema arbeiten können. Ein gemeinsamer Gegenstand bedeutet nicht, dass alle zur gleichen Zeit dieselbe Aufgabe im selben Schwierigkeitsgrad bearbeiten. Gemeinsamkeit entsteht durch einen geteilten Sinnzusammenhang, auf den unterschiedliche Tätigkeiten, Darstellungsformen und Kompetenzziele bezogen werden.

Beispiel: Beim Thema Wasser können Lernende Aggregatzustände experimentell untersuchen, Messwerte dokumentieren, Fachbegriffe mit Symbolen zuordnen, ein Erklärvideo erstellen oder lokale Fragen der Wasserversorgung analysieren. Die Aufgaben unterscheiden sich, bleiben aber fachlich und sozial verbunden.


Universal Design for Learning

Universal Design for Learning beschreibt die vorausschauende Planung flexibler Lernumgebungen. Barrieren sollen nicht erst nachträglich für einzelne Personen repariert werden. Stattdessen werden von Beginn an verschiedene Möglichkeiten vorgesehen:

  1. Repräsentation: Inhalte werden beispielsweise sprachlich, bildlich, auditiv, handelnd und digital zugänglich gemacht.
  2. Handlung und Ausdruck: Lernende können Wissen etwa schriftlich, mündlich, visuell, praktisch oder multimedial zeigen.
  3. Motivation und Beteiligung: Interessen, Wahlmöglichkeiten, transparente Ziele und passende Herausforderungen unterstützen Engagement.

UDL ersetzt keine individuellen Hilfen. Spezifische Assistive Technologie, persönliche Assistenz, Gebärdensprachdolmetschen oder ein individueller Nachteilsausgleich können weiterhin notwendig sein.


Differenzierung, Individualisierung und Scaffolding

Binnendifferenzierung variiert Aufgaben, Lernwege, Sozialformen, Zeit, Hilfsmittel oder Unterstützungsgrad innerhalb einer Lerngruppe. Individualisierung richtet Ziele und Unterstützung stärker an einzelnen Lernenden aus. Scaffolding bezeichnet ein vorübergehendes Gerüst, das komplexes Lernen ermöglicht und schrittweise zurückgenommen wird.

Wirksame Differenzierung darf nicht zu starren Leistungsgruppen führen, in denen dieselben Lernenden dauerhaft vereinfachte Aufgaben erhalten. Inklusive Planung bietet Zugänge, ohne Bildungsansprüche vorschnell zu reduzieren. Sie verbindet Unterstützung mit hohen, realistischen Erwartungen und regelmäßiger Überprüfung.


Kooperatives Lernen und soziale Teilhabe

Kooperatives Lernen kann fachliches Lernen, Kommunikation und Zugehörigkeit fördern, wenn Aufgaben echte wechselseitige Abhängigkeit erzeugen. Eine bloße Sitzordnung in Gruppen reicht nicht aus. Rollen, Materialien und Ziele müssen so gestaltet sein, dass jedes Gruppenmitglied einen bedeutsamen Beitrag leisten kann.

Hilfreich sind wechselnde Rollen, individuelle Verantwortlichkeit, gemeinsame Reflexion und explizite Strategien zur Kommunikation. Peer-Unterstützung darf nicht dazu führen, dass einzelne Lernende dauerhaft als Helfende oder Hilfsempfangende festgelegt werden.


Barrierefreie Kommunikation

Barrierefreie Kommunikation umfasst klare Sprache, verständliche Struktur, ausreichende Kontraste, Alternativtexte, Untertitel, Transkripte, Vorlesefunktionen, tastbare Darstellungen, Brailleschrift, Gebärdensprache und Unterstützte Kommunikation. Welche Form angemessen ist, hängt von Situation und Person ab.

Leichte Sprache und einfache Sprache können Verständlichkeit erhöhen, sind aber nicht identisch. Leichte Sprache folgt besonderen Regeln und sollte möglichst von Menschen aus der Zielgruppe geprüft werden. Fachliche Präzision und Verständlichkeit müssen sorgfältig verbunden werden.


Digitale Inklusion und assistive Technologien

Digitale Medien können Schrift vergrößern, Inhalte vorlesen, Sprache in Text umwandeln, Kommunikation unterstützen und Lernwege flexibilisieren. Zugleich entstehen neue Barrieren durch unzugängliche Plattformen, fehlende Tastaturbedienbarkeit, automatische Untertitel mit Fehlern, komplizierte Navigation oder unvereinbare Dateiformate.

Digitale Inklusion verlangt deshalb technische Barrierefreiheit, didaktische Qualität, Datenschutz, Medienkompetenz und verlässliche Ausstattung. Technologie ist kein Ersatz für pädagogische Beziehung oder institutionelle Verantwortung.


Diagnostik, Förderung und Leistungsbewertung


Pädagogische Diagnostik als Lernprozessbegleitung

Pädagogische Diagnostik erhebt Lernstände, Strategien, Interessen, Ressourcen und Barrieren, um Unterricht und Unterstützung weiterzuentwickeln. Inklusiv ist Diagnostik, wenn sie nicht nur Defizite einer Person sucht, sondern auch Aufgaben, Erwartungen, Materialien und Umweltbedingungen untersucht.

Eine einmalige Diagnose erklärt Lernentwicklung selten vollständig. Deshalb sind formative Verfahren, Beobachtungen in verschiedenen Situationen, Gespräche mit Lernenden und Familien sowie die gemeinsame Auswertung im Team wichtig. Diagnostische Urteile sollen transparent, überprüfbar und veränderungsoffen bleiben.


Förderplanung und personenzentrierte Ziele

Ein Förderplan sollte konkrete, überprüfbare und bedeutsame Ziele enthalten. Gute Förderplanung verbindet fachliche, soziale, kommunikative und selbstbestimmungsbezogene Ziele mit klaren Verantwortlichkeiten. Lernende werden ihrem Alter und ihren Kommunikationsmöglichkeiten entsprechend beteiligt.

Personenzentrierung bedeutet nicht, Probleme ausschließlich bei der Person zu verorten. Ein Ziel kann auch die Veränderung der Umgebung betreffen, etwa die Bereitstellung zugänglicher Materialien, eine veränderte Raumordnung oder verbindliche Kommunikationsregeln.


Nachteilsausgleich und angemessene Vorkehrungen

Ein Nachteilsausgleich soll behinderungs- oder beeinträchtigungsbedingte Nachteile bei gleichbleibendem fachlichem Anforderungsniveau ausgleichen. Beispiele sind verlängerte Bearbeitungszeit, alternative Darstellungsformen, technische Hilfsmittel oder ein separater Raum. Die konkrete Ausgestaltung muss zum individuellen Bedarf und zur jeweiligen Prüfungsanforderung passen.

Angemessene Vorkehrungen sind notwendige und geeignete Änderungen in einem konkreten Fall, die keine unverhältnismäßige Belastung darstellen und gleichberechtigte Rechtsausübung ermöglichen. Ihre Verweigerung kann eine Form der Diskriminierung sein. Pädagogisch wichtig ist die Unterscheidung zwischen verändertem Zugang und verändertem Lernziel.


Inklusive Leistungsbewertung

Inklusive Leistungsbewertung macht Ziele und Kriterien transparent, eröffnet verschiedene Möglichkeiten des Kompetenznachweises und gibt lernförderliches Feedback. Sie kann kriteriale, individuelle und soziale Bezugsnormen reflektiert verbinden.

Ein Spannungsfeld entsteht, wenn standardisierte Abschlüsse mit individuellen Lernzielen zusammentreffen. Professionelles Handeln verlangt hier rechtssichere Regelungen, transparente Kommunikation und die Vermeidung beschämender Rangordnungen. Leistungsanspruch und Teilhabe sind nicht automatisch Gegensätze, benötigen aber differenzierte Lerngelegenheiten und faire Bewertungsverfahren.


Multiprofessionelle Kooperation und pädagogische Professionalität


Zusammenarbeit verschiedener Professionen

Inklusive Bildung wird häufig von Lehrkräften, sonderpädagogischen Fachkräften, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Schulpsychologie, Therapeutinnen und Therapeuten, Integrations- oder Schulbegleitung sowie weiteren Diensten getragen. Multiprofessionelle Kooperation gelingt nicht allein durch die Anwesenheit mehrerer Berufsgruppen.

Erforderlich sind gemeinsame Ziele, geklärte Rollen, verbindliche Kommunikationszeiten, gegenseitige Anerkennung und geteilte Verantwortung. Eine problematische Arbeitsteilung entsteht, wenn eine Person für den Unterricht und eine andere ausschließlich für bestimmte Kinder zuständig ist. Kooperative Planung und Teamteaching können solche Parallelstrukturen reduzieren.


Kooperation mit Familien und Lernenden

Familien verfügen über wichtiges Wissen zu Lebenssituation, Kommunikation, Ressourcen und bisherigen Barrieren. Eine inklusive Bildungspartnerschaft informiert verständlich, hört zu, nimmt Konflikte ernst und respektiert unterschiedliche Perspektiven.

Ebenso zentral ist die Stimme der Lernenden. Der Grundsatz Nichts über uns ohne uns erinnert daran, dass Entscheidungen nicht ausschließlich von Professionellen getroffen werden dürfen. Beteiligung kann durch Klassenrat, Zielgespräche, Schülervertretung, barrierefreie Befragungen oder Mitwirkung an Schulentwicklungsprozessen verwirklicht werden.


Reflexive Professionalität

Pädagogische Professionalität in inklusiven Kontexten verlangt Fachwissen, didaktische Kompetenz und Selbstreflexion. Lehrkräfte müssen eigene Normalitätsvorstellungen, Erwartungen und Machtpositionen prüfen. Begriffe und Diagnosen beeinflussen Wahrnehmung: Wer als leistungsschwach, verhaltensauffällig oder nicht beschulbar gilt, erhält möglicherweise weniger anspruchsvolle Lerngelegenheiten.

Reflexive Professionalität bedeutet, Entscheidungen begründen, Unsicherheit anerkennen, Rückmeldungen einholen und Routinen verändern zu können. Inklusion ist keine fehlerfreie Methode, sondern ein kontinuierlicher Prozess des Erkennens und Abbauens von Barrieren.


Inklusive Schul- und Organisationsentwicklung


Inklusive Kulturen

Eine inklusive Kultur zeigt sich in gemeinsamen Werten: Jede Person gehört dazu, Vielfalt wird anerkannt, Diskriminierung wird bearbeitet und Unterstützung gilt als gemeinsame Aufgabe. Solche Werte müssen im Alltag sichtbar werden. Ein Leitbild allein verändert noch keine Interaktionen.

Fragen zur Analyse lauten: Werden alle Lernenden begrüßt und ernst genommen? Gibt es hohe Erwartungen an alle? Werden abwertende Äußerungen konsequent thematisiert? Sind Fehler Lerngelegenheiten? Werden Familien und Lernende an Entscheidungen beteiligt?


Inklusive Strukturen

Inklusive Strukturen betreffen Aufnahmeverfahren, Gruppenzusammensetzung, Raumplanung, Stundenpläne, Personalverteilung, Vertretungsregeln, Übergänge und Unterstützungsangebote. Barrierefreie Gebäude sind wichtig, reichen aber nicht aus. Auch Kommunikationswege, digitale Systeme und institutionelle Regeln müssen zugänglich sein.

Ressourcen sollten möglichst lernortnah, flexibel und präventiv verfügbar sein. Werden Hilfen erst nach langen Feststellungsverfahren gewährt, können Unterstützungsbedarfe unnötig individualisiert und verzögert werden. Zugleich müssen individuelle Rechtsansprüche verlässlich bleiben.


Inklusive Praktiken

Inklusive Praktiken verbinden Unterricht, Beratung, Diagnostik, Förderung und Gemeinschaftsbildung. Sie orientieren sich an den Fragen: Wer nimmt teil? Wer lernt was? Wer entscheidet? Welche Barrieren wirken? Welche Ressourcen sind vorhanden?

Daten zur Anwesenheit, Leistung, Beteiligung, Übergängen und zum Wohlbefinden können Hinweise geben. Sie müssen differenziert interpretiert werden. Eine hohe Inklusionsquote sagt beispielsweise wenig darüber aus, ob Lernende im Unterricht beteiligt sind, Freundschaften erleben und anspruchsvoll lernen.


Qualitätsentwicklung mit dem Index für Inklusion

Der Index für Inklusion arbeitet mit Fragen, Indikatoren und dialogischen Entwicklungsprozessen. Ein möglicher Zyklus besteht aus Bestandsaufnahme, Prioritätensetzung, Planung, Umsetzung und gemeinsamer Evaluation. Wichtig ist, dass nicht nur die Schulleitung oder ein Expertenteam beteiligt ist, sondern Lernende, Familien, Lehrkräfte, weitere Beschäftigte und Kooperationspartner.

Ein sinnvolles Entwicklungsziel ist konkret und überprüfbar. Statt Wir werden inklusiver könnte eine Schule formulieren: Bis zum Ende des Semesters sind alle digitalen Arbeitsblätter mit Überschriftenstruktur, Alternativtexten und ausreichenden Kontrasten zugänglich; Lernende testen die Materialien und geben Rückmeldung.


Inklusion in verschiedenen Bildungsbereichen


Frühkindliche Bildung

In Kindertageseinrichtungen betrifft Inklusion Spiel, Kommunikation, Pflege, Raumgestaltung, Beobachtung, Übergänge und Zusammenarbeit mit Familien. Frühe Etikettierungen können Entwicklungsräume verengen. Gleichzeitig dürfen notwendige Unterstützungen nicht aus Angst vor Kategorien ausbleiben.

Inklusive Frühpädagogik schafft gemeinsame Erfahrungsräume, bietet vielfältige Materialien und Kommunikationsformen und achtet auf das Recht des Kindes auf Beteiligung. Sie betrachtet Unterschiede nicht als Abweichung von einem einheitlichen Entwicklungsweg.


Allgemeinbildende Schule

In der Schule treffen Menschenrechtsansprüche auf gegliederte Strukturen, standardisierte Abschlüsse, Leistungsselektion und unterschiedliche Länderregelungen. Die Debatte um gemeinsame und getrennte Lernorte ist deshalb nicht nur organisatorisch, sondern normativ und bildungspolitisch.

Für die pädagogische Praxis sind Unterrichtsqualität, Kooperation, Zeit, Qualifizierung, barrierefreie Lernmittel und verlässliche Unterstützung entscheidend. Inklusion darf weder als individuelle Zusatzaufgabe einzelner engagierter Lehrkräfte noch als bloße Platzierungsfrage behandelt werden.


Berufliche Bildung

In Berufsbildung und Ausbildung entstehen Barrieren beim Zugang zu Betrieben, in Berufsschulen, Prüfungen und Übergängen in Beschäftigung. Inklusive Berufsorientierung erweitert statt verengt berufliche Möglichkeiten. Sie verbindet Kompetenzentwicklung, Assistenz, Nachteilsausgleich, barrierefreie Arbeitsplätze und Kooperation zwischen Schule, Betrieben, Kammern und Rehabilitationsträgern.

Eine zentrale Gefahr besteht darin, Menschen aufgrund diagnostischer Zuschreibungen früh auf Sonderwege zu lenken. Personenzentrierte Beratung berücksichtigt Interessen, Fähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten und informiert verständlich über Rechte und Unterstützungsangebote.


Hochschule

Inklusive Hochschulen gestalten Zulassung, Lehre, Prüfungen, digitale Systeme, Bibliotheken und Campusleben barrierefrei. Studierende mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen sind nicht verpflichtet, ihre Diagnose gegenüber Mitstudierenden offenzulegen. Beratungsstellen und Prüfungsämter müssen vertrauliche Verfahren für Nachteilsausgleiche gewährleisten.

Inklusive Hochschuldidaktik nutzt zugängliche Dokumente, klare Kursstrukturen, flexible Beteiligungsformen und frühzeitige Informationen zu Prüfungen. Sie kommt vielen Studierenden zugute, ersetzt aber keine individuellen Vorkehrungen.


Erwachsenenbildung und lebenslanges Lernen

Inklusion endet nicht mit der Schulpflicht. Erwachsenenbildung, politische Bildung, kulturelle Bildung und Weiterbildung müssen räumlich, finanziell, sprachlich und digital zugänglich sein. Lebenslanges Lernen unterstützt Selbstbestimmung, Beschäftigung und gesellschaftliche Teilhabe.

Bildungsanbieter sollten Zielgruppen nicht nur als Teilnehmende, sondern auch als Mitgestaltende einbeziehen. Barrierefreiheit ist dabei ein Qualitätsmerkmal des gesamten Angebots.


Forschung, Wirkungen und Kontroversen


Was kann inklusive Bildung bewirken?

Forschung zu inklusiver Bildung untersucht fachliche Leistungen, soziale Beziehungen, Wohlbefinden, Selbstkonzept, Einstellungen, Übergänge und institutionelle Bedingungen. Ergebnisse müssen sorgfältig interpretiert werden, weil sich Länder, Schulformen, Unterstützungsmodelle und Lerngruppen stark unterscheiden.

Inklusive Lernorte können fachliche und soziale Entwicklung fördern, wenn Unterricht hochwertig ist, Unterstützung zuverlässig erfolgt und Zugehörigkeit tatsächlich erlebt wird. Gemeinsame Beschulung wirkt jedoch nicht automatisch inklusiv. Ohne zugängliche Aufgaben, Kooperation und Anerkennung kann physische Anwesenheit mit sozialer Isolation verbunden sein.


Das Ressourcenargument

Inklusion benötigt Personal, Zeit, Räume, Hilfsmittel, Fortbildung und Kooperation. Die Forderung nach angemessenen Ressourcen ist berechtigt. Problematisch wird das Ressourcenargument, wenn fehlende Bedingungen als dauerhafte Begründung für den Ausschluss einzelner Lernender dienen.

Pädagogisch und politisch müssen zwei Ebenen auseinandergehalten werden: Die konkrete Einrichtung braucht Unterstützung, und der Staat trägt Verantwortung, ein inklusives System planvoll aufzubauen. Einzelne Kinder dürfen nicht für strukturelle Versäumnisse verantwortlich gemacht werden.


Wahlrecht, Förderschulen und Systemtransformation

Die Rolle von Förderschulen wird kontrovers diskutiert. Befürwortende betonen spezialisierte Expertise, Schutzräume und Wahlmöglichkeiten. Kritische Positionen verweisen auf Segregation, begrenzte soziale Kontakte und die menschenrechtliche Verpflichtung zum Aufbau eines inklusiven allgemeinen Systems.

Eine fundierte Analyse prüft, unter welchen Bedingungen Entscheidungen tatsächlich frei sind. Wahlfreiheit setzt zugängliche, qualitativ hochwertige Alternativen voraus. Sind allgemeine Schulen unzureichend ausgestattet, kann die Wahl eines getrennten Lernorts Ausdruck fehlender Optionen sein. Zugleich müssen Erfahrungen von Lernenden und Familien ernst genommen werden.


Inklusion und Leistung

Ein häufiger Einwand lautet, Inklusion senke Leistungsstandards. Diese Behauptung verwechselt gleiche Lernwege mit anspruchsvoller Bildung. Inklusive Didaktik strebt hohe, angemessene Erwartungen an und ermöglicht unterschiedliche Zugänge und Formen des Kompetenznachweises.

Leistung ist zudem mehrdimensional. Fachliche Kompetenzen, Kooperation, Selbstregulation, Problemlösen und demokratische Beteiligung gehören zu Bildungsprozessen. Dennoch darf der Leistungsbegriff nicht beliebig werden. Ziele, Kriterien und Unterstützungsformen müssen transparent bleiben.


Fallanalyse: Barrieren erkennen und Handlungsoptionen entwickeln

Eine siebte Klasse bearbeitet im Biologieunterricht das Thema Ökosystem Wald. Die Lehrkraft verteilt einen langen, sprachlich dichten Text und kündigt an, dass alle nach zwanzig Minuten dieselben Fragen schriftlich beantworten. Ein Schüler nutzt einen Screenreader, eine Schülerin lernt Deutsch als weitere Sprache, ein Schüler benötigt häufige Bewegungspausen und eine weitere Schülerin kommuniziert teilweise mit Symbolen. Die Schulbegleitung sitzt ausschließlich neben einem Schüler. Gruppenarbeit ist nicht vorgesehen.

Die Situation zeigt Barrieren auf mehreren Ebenen. Das Material ist nur in einer Darstellungsform verfügbar. Zeit und Produktform sind starr. Die Verantwortung für Teilhabe wird teilweise an die Schulbegleitung delegiert. Gleichzeitig enthält das Thema viele Möglichkeiten für gemeinsames, handlungsorientiertes Lernen.

Ein inklusives Lernarrangement könnte einen gemeinsamen Leitgedanken nutzen: Wie hängen Lebewesen im Wald voneinander ab? Zugänge wären ein kurzer strukturierter Text, Audiomaterial, beschriftete Bilder, reale Naturmaterialien und ein taktiles Nahrungsnetz. Lernende könnten Beobachtungen sprechen, schreiben, fotografieren, legen oder mit Symbolen dokumentieren. In kooperativen Gruppen übernehmen sie wechselnde, bedeutsame Rollen. Kriterien für den Kompetenznachweis werden vorab geklärt. Individuelle Hilfen bleiben verfügbar, ohne einzelne Lernende aus dem gemeinsamen Lernprozess herauszulösen.


Handlungsmodell für inklusive Planung

Ein praxistaugliches Planungsmodell verbindet sieben Schritte:

  1. Lernzielanalyse: Kläre den fachlichen Kern und unterscheide unverzichtbare Ziele von austauschbaren Zugangswegen.
  2. Barrierenanalyse: Prüfe Sprache, Wahrnehmung, Motorik, Zeit, Interaktion, Raum, Technik und institutionelle Regeln.
  3. Ressourcenanalyse: Erfasse Interessen, Vorerfahrungen, Sprachen, Hilfsmittel, Personen und Lernorte.
  4. Zugangsplanung: Biete mehrere Darstellungs-, Handlungs- und Beteiligungsmöglichkeiten.
  5. Kooperationsplanung: Kläre Rollen, Kommunikationswege und gemeinsame Verantwortung im Team.
  6. Formative Rückmeldung: Beobachte Lernprozesse und passe Unterstützung an.
  7. Partizipative Evaluation: Frage Lernende, welche Barrieren geblieben sind und welche Veränderungen hilfreich waren.

Inklusionsorientierte Planung beginnt damit nicht bei der Frage Was kann dieses Kind nicht?, sondern bei den Fragen Was soll gelernt werden?, Welche Barrieren erzeugt das Arrangement? und Welche Veränderungen eröffnen Teilhabe und anspruchsvolles Lernen?


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wodurch unterscheidet sich Inklusion grundlegend von Integration? (Das Bildungssystem wird von Anfang an auf Vielfalt ausgerichtet) (!Einzelne Lernende passen sich ohne Unterstützung an) (!Alle Lernenden bearbeiten immer dieselbe Aufgabe) (!Diagnosen werden vollständig abgeschafft)




Welches Recht steht im Mittelpunkt von Artikel 24 der UN-Behindertenrechtskonvention? (Das Recht auf inklusive Bildung ohne Diskriminierung) (!Das Recht auf getrennte Bildung für alle Lernenden) (!Das Recht auf ausschließlich digitale Bildung) (!Das Recht auf benotungsfreien Unterricht)




Was beschreibt das soziale Modell von Behinderung? (Behinderung entsteht auch durch Barrieren in Umwelt und Gesellschaft) (!Behinderung ist ausschließlich eine medizinische Diagnose) (!Behinderung entsteht nur durch fehlende Motivation) (!Behinderung ist mit Lernunfähigkeit gleichzusetzen)




Welche drei Bereiche nennt der Index für Inklusion? (Kulturen Strukturen und Praktiken) (!Noten Prüfungen und Abschlüsse) (!Gebäude Geräte und Lehrbücher) (!Familie Freizeit und Beruf)




Was ist ein Ziel von Universal Design for Learning? (Mehrere Zugänge zu Inhalten Beteiligung und Ausdruck vorzusehen) (!Alle individuellen Hilfen durch Technik zu ersetzen) (!Nur besonders leistungsstarke Lernende zu fördern) (!Unterricht vollständig zu standardisieren)




Was kennzeichnet einen Nachteilsausgleich? (Er verändert den Zugang ohne das fachliche Anforderungsniveau automatisch zu senken) (!Er hebt jede Leistungsbewertung auf) (!Er gilt für alle Lernenden in identischer Form) (!Er ersetzt die gesamte Unterrichtsplanung)




Wann ist Gruppenarbeit inklusionsförderlich? (Wenn alle Mitglieder einen bedeutsamen Beitrag leisten können) (!Wenn immer dieselbe Person die Gruppe leitet) (!Wenn Lernende mit Unterstützungsbedarf nur zuschauen) (!Wenn Aufgaben ohne gemeinsames Ziel verteilt werden)




Was bedeutet reflexive Professionalität? (Eigene Deutungen Erwartungen und Machtpositionen kritisch zu prüfen) (!Diagnosen niemals zu hinterfragen) (!Unterricht ausschließlich intuitiv zu gestalten) (!Verantwortung vollständig an Fachkräfte abzugeben)




Welche Ebene umfasst Leitbild Stundenplanung und Personalentwicklung einer Schule? (Die Mesoebene) (!Die Mikroebene) (!Die biologische Ebene) (!Die private Ebene)




Woran lässt sich inklusive Qualität besonders erkennen? (An Teilhabe Zugehörigkeit Lernentwicklung und Mitbestimmung) (!Allein an der Zahl der Anmeldungen) (!Allein an der räumlichen Anwesenheit) (!Allein an der technischen Ausstattung)





Memory

Inklusion Gleichberechtigte Teilhabe
Segregation Getrennte Lernorte
Barrierefreiheit Zugängliche Umgebung
Nachteilsausgleich Ausgleich behinderungsbedingter Nachteile
Multiprofessionalität Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen
Universal Design for Learning Flexible Lernzugänge
Partizipation Mitbestimmung und Zugehörigkeit
Index für Inklusion Instrument der Schulentwicklung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Exklusion Ausschluss vom Bildungssystem
Segregation Lernen in getrennten Einrichtungen
Integration Aufnahme Einzelner in bestehende Strukturen
Inklusion Veränderung des Systems für Vielfalt
Partizipation Aktive Mitbestimmung am Bildungsprozess






Kreuzworträtsel

Teilhabe Wie heißt die gleichberechtigte Beteiligung an Bildung und Gemeinschaft?
Salamanca In welcher spanischen Stadt wurde 1994 eine wegweisende Erklärung verabschiedet?
Barriere Wie heißt ein Hindernis für Zugang Lernen oder Mitbestimmung?
Kooperation Wie heißt die verbindliche Zusammenarbeit verschiedener Beteiligter?
Diversität Welcher Begriff bezeichnet menschliche Vielfalt?
Didaktik Wie heißt die Wissenschaft und Praxis des Lehrens und Lernens?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Inklusion versteht menschliche

als Normalfall pädagogischer Praxis. Die UN-Behindertenrechtskonvention verankert in Artikel 24 das Recht auf inklusive

. Das soziale Modell richtet den Blick auf Barrieren in der

. Der Index für Inklusion verbindet inklusive Kulturen Strukturen und

. Universal Design for Learning plant von Anfang an mehrere

. Ein Nachteilsausgleich verändert geeignete Bedingungen ohne das fachliche Anforderungsniveau automatisch zu

. Multiprofessionelle Teams benötigen gemeinsame Ziele und geklärte

. Formative Diagnostik dient der Begleitung von

. Partizipation umfasst Zugehörigkeit und echte

. Inklusive Qualitätsentwicklung bleibt ein fortlaufender

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Begriffslandkarte Inklusion: Erstelle eine Concept-Map zu Inklusion Integration Segregation Exklusion Teilhabe und Barrierefreiheit und erläutere jede Verbindung mit einem Beispiel.
  2. Barrieren-Tagebuch: Beobachte einen Lernort für einen Tag und dokumentiere räumliche sprachliche digitale und soziale Barrieren sowie vorhandene Ressourcen.
  3. Medienprüfung: Untersuche ein Arbeitsblatt oder eine Präsentation auf Verständlichkeit Struktur Kontrast Alternativtexte und unterschiedliche Zugangsformen.
  4. Perspektivwechsel: Schreibe einen kurzen inneren Monolog aus Sicht einer lernenden Person die im Unterricht an einer vermeidbaren Barriere scheitert ohne die Person auf ein Defizit zu reduzieren.


Standard

  1. Inklusive Unterrichtsplanung: Überarbeite eine konventionelle Unterrichtsstunde nach den Prinzipien von Universal Design for Learning und begründe mindestens fünf Veränderungen.
  2. Interview zu Bildungsteilhabe: Führe ein freiwilliges und datenschutzsensibles Interview mit einer pädagogischen Fachkraft einer Beratungsstelle oder einer Selbstvertretungsorganisation und werte zentrale Aussagen aus.
  3. Fallanalyse Multiprofessionalität: Entwickle für eine Fallvignette eine Rollen- und Kommunikationsmatrix für Lehrkraft Sonderpädagogik Schulsozialarbeit Schulbegleitung Lernende und Familie.
  4. Index-Projekt: Wähle einen Bereich des Index für Inklusion und entwirf eine kleine partizipative Erhebung mit Fragen für Lernende Beschäftigte und Familien.


Schwer

  1. Policy-Analyse Inklusive Bildung: Vergleiche die Regelungen zweier Bundesländer zu inklusiver Beschulung Ressourcen und Elternwahl und analysiere Folgen für Bildungsgerechtigkeit.
  2. Forschungswerkstatt Inklusion: Entwickle eine qualitative Forschungsfrage zu Zugehörigkeit im Unterricht plane Erhebungs- und Auswertungsverfahren und reflektiere Forschungsethik.
  3. Dilemma-Debatte: Organisiere eine strukturierte Debatte zur Zukunft getrennter und gemeinsamer Lernorte und prüfe Argumente anhand von Menschenrechten empirischen Befunden und Betroffenenperspektiven.
  4. Aktionsplan Barriereabbau: Erstelle für eine Bildungseinrichtung einen priorisierten Aktionsplan mit Zielen Verantwortlichkeiten Zeitplan Ressourcen Partizipationsverfahren und Evaluationskriterien.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transfer: Inklusive Kursplanung: Eine Hochschule plant ein verpflichtendes Seminar ausschließlich mit langen Präsenzvorträgen und einer handschriftlichen Abschlussprüfung. Analysiere Barrieren und entwickle ein fachlich gleichwertiges inklusives Kursdesign.
  2. Zusammenhang von Diagnose und Ressource: Erkläre das Dilemma dass diagnostische Kategorien Unterstützung eröffnen und zugleich Stigmatisierung verstärken können. Entwickle ein alternatives Ressourcenmodell und diskutiere dessen Grenzen.
  3. Mehrebenenanalyse: Untersuche einen Fall schulischer Ausgrenzung auf Makro Meso und Mikroebene. Zeige wie Maßnahmen der Ebenen einander unterstützen oder behindern können.
  4. Qualitätsurteil: Eine Schule meldet eine hohe Quote gemeinsam unterrichteter Lernender. Entwickle zusätzliche Indikatoren mit denen Du tatsächliche Teilhabe Zugehörigkeit Lernentwicklung und Mitbestimmung prüfen würdest.
  5. Didaktisches Dilemma: Beurteile wie gemeinsame Lerngegenstände individuelle Ziele und verbindliche Leistungsanforderungen in einer heterogenen Lerngruppe miteinander verbunden werden können.
  6. Professionelle Reflexion: Analysiere eine pädagogische Entscheidung bei der Schutz Selbstbestimmung Leistung und Zugehörigkeit in Spannung geraten. Begründe Dein Vorgehen und benenne verbleibende Unsicherheiten.




Lernnachweis

Für einen qualifizierten Lernnachweis zu Inklusion im Bildungssystem - Pädagogik sind folgende Leistungen wichtig:

  1. Eine fachlich präzise Unterscheidung von Exklusion Segregation Integration und Inklusion.
  2. Die begründete Anwendung menschenrechtlicher Grundlagen insbesondere von Artikel 24 der UN-Behindertenrechtskonvention.
  3. Eine Analyse von Barrieren und Ressourcen auf Makro Meso und Mikroebene.
  4. Die Planung eines inklusiven Lernarrangements mit fachlichen Zielen flexiblen Zugängen Partizipation und angemessener Unterstützung.
  5. Die reflektierte Verbindung von Diagnostik Förderung Leistungsbewertung und Nachteilsausgleich.
  6. Die Auseinandersetzung mit mindestens einem Kontroversenfeld und mehreren begründeten Perspektiven.
  7. Eine dokumentierte Selbstreflexion zu Normalitätsvorstellungen Zuschreibungen und professioneller Verantwortung.
  8. Eine nachvollziehbare Evaluation anhand von Kriterien für Teilhabe Zugehörigkeit Lernentwicklung und Mitbestimmung.

Als Lernprodukt eignet sich ein Portfolio aus Fallanalyse Unterrichtsentwurf Medienprüfung Reflexionsbericht und einem partizipativ entwickelten Verbesserungsplan. Die Bewertung sollte transparente Kriterien für fachliche Qualität Transfer Reflexion Beteiligung und Umsetzbarkeit verwenden.




Literatur und Quellen


OERs zum Thema

  1. UNESCO: Inclusion in education
  2. UN-Behindertenrechtskonvention
  3. Deutsches Institut für Menschenrechte: Bildung
  4. Kultusministerkonferenz: Inklusion im Bildungsbereich
  5. Index für Inklusion
  6. Zeitschrift für Inklusion


Verknüpfte Lernbereiche


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Schulfach+

Prüfungsliteratur 2026
Bundesland Bücher Kurzbeschreibung
Baden-Württemberg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Mittlere Reife

  1. Der Markisenmann - Jan Weiler oder Als die Welt uns gehörte - Liz Kessler
  2. Ein Schatten wie ein Leopard - Myron Levoy oder Pampa Blues - Rolf Lappert

Abitur Dorfrichter-Komödie über Wahrheit/Schuld; Roman über einen Ort und deutsche Geschichte. Mittlere Reife Wahllektüren (Roadtrip-Vater-Sohn / Jugendroman im NS-Kontext / Coming-of-age / Provinzroman).

Bayern

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Lustspiel über Machtmissbrauch und Recht; Roman als Zeitschnitt deutscher Geschichte an einem Haus/Grundstück.

Berlin/Brandenburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Der Biberpelz - Gerhart Hauptmann
  4. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Gerichtskomödie; soziales Drama um Ausbeutung/Armut; Komödie/Satire um Diebstahl und Obrigkeit; Roman über Erinnerungsräume und Umbrüche.

Bremen

Abitur

  1. Nach Mitternacht - Irmgard Keun
  2. Mario und der Zauberer - Thomas Mann
  3. Emilia Galotti - Gotthold Ephraim Lessing oder Miss Sara Sampson - Gotthold Ephraim Lessing

Abitur Roman in der NS-Zeit (Alltag, Anpassung, Angst); Novelle über Verführung/Massenpsychologie; bürgerliche Trauerspiele (Moral, Macht, Stand).

Hamburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun

Abitur Justiz-/Machtkritik als Komödie; Großstadtroman der Weimarer Zeit (Rollenbilder, Aufstiegsträume, soziale Realität).

Hessen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  4. Der Prozess - Franz Kafka

Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

Niedersachsen

Abitur

  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

Nordrhein-Westfalen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Komödie über Wahrheit und Autorität; Roman als literarische „Geschichtsschichtung“ an einem Ort.

Saarland

Abitur

  1. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  2. Furor - Lutz Hübner und Sarah Nemitz
  3. Bahnwärter Thiel - Gerhart Hauptmann

Abitur Erinnerungsroman an einem Ort; zeitgenössisches Drama über Eskalation/Populismus; naturalistische Novelle (Pflicht/Überforderung/Abgrund).

Sachsen (berufliches Gymnasium)

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Irrungen, Wirrungen - Theodor Fontane
  4. Der gute Mensch von Sezuan - Bertolt Brecht
  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  6. Der Trafikant - Robert Seethaler

Abitur Mischung aus Klassiker-Drama, sozialem Drama, realistischem Roman, epischem Theater und Gegenwarts-/Erinnerungsroman; zusätzlich Coming-of-age im historischen Kontext.

Sachsen-Anhalt

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Themenfelder)

Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

Schleswig-Holstein

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Recht/Gerechtigkeit und historische Tiefenschichten eines Ortes – umgesetzt über Drama und Gegenwartsroman.

Thüringen

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool)

Abitur In der Praxis häufig Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool; landesweite Einzeltitel je nach Vorgabe/Handreichung nicht einheitlich ausgewiesen.

Mecklenburg-Vorpommern

Abitur

  1. (Quelle aktuell technisch nicht abrufbar; Beteiligung am gemeinsamen Aufgabenpool bekannt)

Abitur Land beteiligt sich am länderübergreifenden Aufgabenpool; konkrete, veröffentlichte Einzeltitel konnten hier nicht ausgelesen werden.

Rheinland-Pfalz

Abitur

  1. (keine landesweit einheitliche Pflichtlektüre; schulische Auswahl)

Abitur Keine landesweite Einheitsliste; Auswahl kann schul-/kursbezogen erfolgen.




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THE MONKEY DANCE




The Monkey DanceaiMOOCs

  1. Trust Me It's True: #Verschwörungstheorie #FakeNews
  2. Gregor Samsa Is You: #Kafka #Verwandlung
  3. Who Owns Who: #Musk #Geld
  4. Lump: #Trump #Manipulation
  5. Filth Like You: #Konsum #Heuchelei
  6. Your Poverty Pisses Me Off: #SozialeUngerechtigkeit #Musk
  7. Hello I'm Pump: #Trump #Kapitalismus
  8. Monkey Dance Party: #Lebensfreude
  9. God Hates You Too: #Religionsfanatiker
  10. You You You: #Klimawandel #Klimaleugner
  11. Monkey Free: #Konformität #Macht #Kontrolle
  12. Pure Blood: #Rassismus
  13. Monkey World: #Chaos #Illusion #Manipulation
  14. Uh Uh Uh Poor You: #Kafka #BerichtAkademie #Doppelmoral
  15. The Monkey Dance Song: #Gesellschaftskritik
  16. Will You Be Mine: #Love
  17. Arbeitsheft
  18. And Thanks for Your Meat: #AntiFactoryFarming #AnimalRights #MeatIndustry


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