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Inflation verstehen - Deutschland

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Inflation verstehen - Deutschland




Inflation verstehen - Deutschland


Einleitung

Warum kostet der Wocheneinkauf plötzlich mehr? Warum reicht ein gleich hohes Taschengeld oder Gehalt nach einigen Jahren für weniger? Und warum verändert die EZB ihre Zinsen, wenn die Preise stark steigen? Diese Fragen führen zum Thema Inflation. Inflation betrifft Deinen Alltag, Unternehmen, Beschäftigte, Sparerinnen und Sparer sowie den Staat.

Inflation bedeutet nicht, dass nur ein einzelnes Produkt teurer wird. Gemeint ist ein über längere Zeit anhaltender Anstieg des allgemeinen Preisniveaus. Steigt das Preisniveau, verliert Geld an Kaufkraft: Mit demselben Geldbetrag kannst Du im Durchschnitt weniger Waren und Dienstleistungen kaufen. Umgekehrt spricht man bei einem anhaltenden allgemeinen Rückgang des Preisniveaus von Deflation.

In Deutschland wird die Preisentwicklung für private Haushalte vor allem mit dem Verbraucherpreisindex (VPI) beobachtet. Das Statistische Bundesamt ermittelt dafür regelmäßig Preise eines repräsentativen Warenkorbs. Für die Geldpolitik im Euroraum ist besonders der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) wichtig.

In diesem aiMOOC lernst Du, wie Inflation gemessen wird, wie sie Deine Kaufkraft verändert, welche Ursachen sie haben kann und wie Haushalte, Unternehmen, Politik und Zentralbanken darauf reagieren. Du übst außerdem, zwischen nominalen und realen Größen zu unterscheiden und wirtschaftliche Entscheidungen begründet zu beurteilen.


Inflation, Preisniveau und einzelne Preise

Wenn der Preis für Erdbeeren im Winter steigt, ist das allein noch keine Inflation. Einzelne Preise verändern sich ständig: wegen Ernten, Nachfrage, technischen Neuerungen, Rohstoffkosten, Wettbewerb oder saisonalen Einflüssen. Für Inflation ist entscheidend, ob viele Preise insgesamt steigen und dadurch das allgemeine Preisniveau zunimmt.

Wichtig ist auch der Unterschied zwischen Inflation und einem hohen Preisniveau. Sinkt die Inflationsrate zum Beispiel von 6 Prozent auf 2 Prozent, werden die meisten Preise nicht automatisch wieder so niedrig wie früher. Sie steigen im Durchschnitt nur langsamer. Eine sinkende, aber weiterhin positive Inflationsrate nennt man Disinflation. Erst bei einer negativen Inflationsrate und einem anhaltenden Rückgang des Preisniveaus spricht man von Deflation.

Die Grafik zeigt ein historisches Beispiel für jährliche Inflationsraten. Sie ist kein Bild der heutigen Lage, sondern hilft Dir, zwischen dem Preisniveau und seiner prozentualen Veränderung zu unterscheiden.


Wie wird Inflation in Deutschland gemessen?

Der VPI misst die durchschnittliche Preisentwicklung der Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte in Deutschland für Konsumzwecke kaufen. Dazu gehören zum Beispiel Lebensmittel, Kleidung, Mieten, Verkehr, Freizeitangebote und Dienstleistungen. Der Warenkorb umfasst rund 700 Güterarten. Nicht jedes Gut zählt gleich stark: Die Preisentwicklung einer häufig und ausgabenstark genutzten Gütergruppe hat ein höheres Gewicht als die eines Bereichs, für den Haushalte im Durchschnitt wenig ausgeben.

Die amtliche Preisstatistik beobachtet sehr viele Einzelpreise. Dabei werden auch Veränderungen von Packungsgrößen und Qualitätsunterschiede berücksichtigt. Wird eine Packung kleiner, während der Preis gleich bleibt, entspricht das wirtschaftlich einer Preissteigerung je Mengeneinheit. Bei technischen Produkten muss dagegen geprüft werden, ob ein höherer Preis teilweise durch eine bessere Qualität erklärt wird.

Der VPI arbeitet mit einem Basisjahr. Auf der Basis 2020 = 100 bedeutet ein Indexstand von 115 beispielsweise, dass das gemessene Preisniveau im Vergleich zum Basisjahr um 15 Prozent höher liegt. Für eine Inflationsrate werden meist Indexstände verschiedener Zeitpunkte miteinander verglichen.

Die allgemeine Formel lautet:

Veränderungsrate in Prozent = neuer Indexstand / alter Indexstand × 100 − 100

Beispiel: Steigt ein Index von 120 auf 123,6, beträgt die Veränderungsrate 3 Prozent.


Warum Deine persönliche Inflation anders sein kann

Die amtliche Inflationsrate beschreibt einen Durchschnitt. Dein eigener Alltag kann davon abweichen. Wer einen großen Teil des Einkommens für Miete, Heizung und Lebensmittel ausgibt, erlebt Preissteigerungen in diesen Bereichen stärker als jemand, der dafür einen kleineren Anteil seines Budgets benötigt. Auch Wohnort, Mobilität, Haushaltsgröße und Konsumgewohnheiten spielen eine Rolle.

Das bedeutet nicht, dass die amtliche Inflationsrate „falsch“ ist. Sie beantwortet eine andere Frage: Wie verändert sich das Preisniveau eines repräsentativen Durchschnittswarenkorbs? Deine persönliche Teuerung hängt dagegen von Deinem individuellen Warenkorb ab.


Kaufkraft: Was kann ich mir für mein Geld leisten?

Kaufkraft beschreibt, welche Menge an Waren und Dienstleistungen Du mit einem bestimmten Geldbetrag erwerben kannst. Bei Inflation sinkt die Kaufkraft einer unveränderten Geldsumme.

Ein einfaches Beispiel: Ein Produkt kostet heute 100 Euro. Steigt sein Preis in einem Jahr um 5 Prozent, kostet es 105 Euro. Bleibt Dein verfügbares Einkommen unverändert, kannst Du Dir davon weniger leisten.

Über mehrere Jahre wirkt der Zinseszinseffekt der Preissteigerungen. Bei einer konstanten Inflationsrate von 3 Prozent kostet ein Warenkorb, der heute 100 Euro kostet, nach fünf Jahren nicht 115 Euro, sondern rund 115,93 Euro, weil jede neue Preissteigerung auf dem bereits erhöhten Preisniveau aufbaut.

Für wirtschaftliche Entscheidungen ist deshalb die Unterscheidung zwischen nominal und real wichtig. Nominal bedeutet: in aktuellen Eurobeträgen. Real bedeutet: um Preisveränderungen bereinigt.

Beispiel: Steigt ein Monatslohn nominal um 4 Prozent, während die Verbraucherpreise um 3 Prozent steigen, erhöht sich die Kaufkraft des Lohns näherungsweise um etwa 1 Prozent. Die exakte reale Veränderung ergibt sich aus dem Verhältnis beider Faktoren und liegt etwas unter dieser einfachen Differenz.


Reallohn, Realzins und reale Rendite

Der Reallohn zeigt, wie sich die Kaufkraft eines Lohns entwickelt. Steigen die Löhne langsamer als die Preise, sinkt der Reallohn. Steigen sie schneller, nimmt die Kaufkraft zu.

Auch beim Sparen ist die Inflation wichtig. Ein Sparguthaben kann nominal wachsen und real trotzdem an Kaufkraft verlieren. Vereinfacht gilt:

Realzins ≈ Nominalzins − Inflationsrate

Bei 2 Prozent Guthabenzins und 3 Prozent Inflation beträgt der reale Zins näherungsweise minus 1 Prozent. Für genaue Berechnungen werden die Wachstumsfaktoren miteinander ins Verhältnis gesetzt. Zusätzlich können Steuern, Kosten und Risiken eine Rolle spielen.

Diese Zusammenhänge sind keine Empfehlung für eine bestimmte Geldanlage. Sie zeigen vielmehr, warum Du bei langfristigen Entscheidungen nicht nur auf Eurobeträge, sondern auch auf Kaufkraft achten solltest.


Woher kann Inflation kommen?

Inflation hat selten nur eine einzige Ursache. Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen.

  1. Nachfrageinflation: Wenn die gesamtwirtschaftliche Nachfrage stärker wächst als das kurzfristig verfügbare Angebot, können Unternehmen höhere Preise durchsetzen.
  2. Kosteninflation: Steigen wichtige Produktionskosten, etwa für Energie, Rohstoffe, Transport oder bestimmte Vorleistungen, können Unternehmen versuchen, einen Teil dieser Kosten über höhere Preise weiterzugeben.
  3. Importierte Inflation: Verteuern sich importierte Güter oder Rohstoffe, können die Kosten in Deutschland steigen. Auch Wechselkursbewegungen können importierte Produkte in Euro teurer oder billiger machen.
  4. Inflationserwartungen: Erwartungen beeinflussen Lohnverhandlungen, Preisentscheidungen, Verträge und Konsum. Werden sehr hohe Inflationsraten dauerhaft erwartet, kann das die Preis- und Lohnsetzung verändern.
  5. Angebotsschocks: Kriege, Naturkatastrophen, Lieferengpässe oder Ernteausfälle können das verfügbare Angebot kurzfristig verringern und bestimmte Preise stark erhöhen.

Das Foto mit Kraftstoffpreisen aus dem März 2022 erinnert daran, dass einzelne Gütergruppen zeitweise besonders starke Preissprünge erleben können. Solche Schocks beeinflussen die Gesamtinflation vor allem dann, wenn die betroffenen Güter wirtschaftlich bedeutsam sind oder höhere Kosten auf viele andere Preise durchschlagen.


Folgen von Inflation

Die Folgen hängen davon ab, wie hoch und wie vorhersehbar Inflation ist und ob Einkommen, Zinsen und Verträge angepasst werden.

  1. Private Haushalte: Steigen Preise schneller als Einkommen, sinkt die reale Kaufkraft. Haushalte mit geringem finanziellen Spielraum können besonders belastet sein, wenn notwendige Ausgaben stark steigen.
  2. Sparerinnen und Sparer: Geldvermögen mit niedriger nominaler Verzinsung kann real an Wert verlieren.
  3. Schuldnerinnen und Schuldner: Bei fest vereinbarten nominalen Schulden kann unerwartet hohe Inflation die reale Last bestehender Schulden verringern. Das gilt jedoch nicht automatisch bei variablen Zinsen oder neu abzuschließenden Krediten.
  4. Unternehmen: Schwankende Preise erschweren Kalkulation, Investitionsplanung und Vertragsgestaltung. Gleichzeitig unterscheiden sich Unternehmen darin, wie stark sie Kosten weitergeben können.
  5. Staat: Inflation verändert Steuereinnahmen, Ausgaben, Sozialtransfers und den realen Wert von Staatsschulden. Die Wirkungen sind komplex und hängen von Regeln, Laufzeiten und wirtschaftlicher Lage ab.

Eine niedrige und stabile Inflationsrate erleichtert Planung. Sehr hohe oder stark schwankende Inflation kann dagegen Preisvergleiche erschweren, Verteilungskonflikte verstärken und Investitionsentscheidungen unsicherer machen.


Warum strebt die EZB mittelfristig 2 Prozent an?

Deutschland gehört zum Euroraum. Deshalb wird die Geldpolitik nicht von der deutschen Regierung festgelegt, sondern vom Eurosystem, zu dem die EZB und die nationalen Zentralbanken der Euro-Länder gehören. Die Deutsche Bundesbank ist Teil dieses Systems.

Der EZB-Rat strebt mittelfristig eine Inflationsrate von 2 Prozent für den Euroraum an. Das Ziel ist symmetrisch: Deutlich zu hohe und deutlich zu niedrige Inflation sind unerwünscht. Die Orientierung am mittleren Zeitraum bedeutet zugleich, dass die Geldpolitik nicht jede kurzfristige Preisbewegung sofort ausgleichen soll.

Ein positives Inflationsziel bietet unter anderem einen Sicherheitsabstand zur Deflation. Außerdem schafft ein klares Ziel einen Orientierungspunkt für Erwartungen von Haushalten, Unternehmen und Finanzmärkten.


Wie wirkt Geldpolitik?

Ein wichtiges Instrument der EZB sind die Leitzinsen. Vereinfacht gilt: Höhere Leitzinsen verteuern häufig Kredite und machen Sparen tendenziell attraktiver. Dadurch kann die Nachfrage gebremst werden. Niedrigere Leitzinsen können Kredite und Investitionen begünstigen und die Nachfrage stützen.

Der Weg vom Leitzins zur Inflationsrate ist jedoch nicht direkt. Geldpolitik wirkt über Banken, Finanzmärkte, Kreditkosten, Vermögenspreise, Wechselkurse, Erwartungen, Investitionen und Konsum. Diese Transmission braucht Zeit und ist unsicher. Zudem kann eine Zentralbank einen äußeren Angebotsschock, etwa eine knappe Energieversorgung, nicht einfach „wegproduzieren“. Sie kann aber beeinflussen, wie stark sich ein Preisschock auf die allgemeine Nachfrage, Erwartungen und längerfristige Inflation überträgt.


Inflation und wirtschaftliche Entscheidungen im Alltag

Inflation ist kein Grund für hektische Entscheidungen. Sinnvoll ist es, reale und nominale Größen auseinanderzuhalten, Angebote zu vergleichen und die eigene finanzielle Situation zu kennen.

  1. Haushaltsplan: Prüfe, welche Ausgaben fest, notwendig oder veränderbar sind. So erkennst Du, welche Preissteigerungen Dein Budget besonders treffen.
  2. Grundpreis: Vergleiche bei Lebensmitteln und Alltagswaren möglichst den Preis je Kilogramm, Liter oder anderer Mengeneinheit. Das hilft auch bei veränderten Packungsgrößen.
  3. Vertrag: Achte bei langfristigen Verträgen auf Preisänderungs-, Indexierungs- und Zinsklauseln.
  4. Kredit: Unterscheide feste von variablen Zinsen und beachte, dass steigende Marktzinsen neue Kredite verteuern können.
  5. Sparen: Vergleiche nicht nur nominale Erträge, sondern denke an Inflation, Kosten, Steuern, Laufzeit und Risiko.
  6. Berufsleben: Bei Lohnentwicklungen ist entscheidend, wie sich der Lohn im Verhältnis zu den Preisen verändert.


Aktueller Deutschland-Bezug

Inflationsraten ändern sich von Monat zu Monat. Als zeitlich klar gekennzeichnetes Beispiel: Für Juli 2026 meldete das Statistische Bundesamt für Deutschland eine Inflationsrate von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Ein solcher Monatswert beschreibt die Veränderung gegenüber einem bestimmten Vergleichsmonat und ist nicht automatisch eine Prognose für das ganze Jahr.

Für aktuelle Aufgaben solltest Du deshalb immer das Veröffentlichungsdatum und den Vergleichszeitraum prüfen. Gute Quellen sind das Statistische Bundesamt, die Deutsche Bundesbank und die Europäische Zentralbank.


Quellen und Vertiefung

  1. Statistisches Bundesamt: Verbraucherpreisindex und Inflationsrate
  2. Statistisches Bundesamt: Erläuterungen zum Verbraucherpreisindex
  3. Deutsche Bundesbank: Preisstabilität
  4. Europäische Zentralbank: Warum ist Preisstabilität wichtig?


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wann spricht man im Allgemeinen von Inflation? (Wenn das allgemeine Preisniveau über längere Zeit steigt) (!Wenn nur ein einzelnes Produkt teurer wird) (!Wenn die Preise dauerhaft sinken) (!Wenn Löhne immer schneller als Preise steigen)




Was misst der Verbraucherpreisindex für Deutschland? (Die durchschnittliche Preisentwicklung von Konsumgütern privater Haushalte) (!Die Gewinne aller Unternehmen in Deutschland) (!Die Entwicklung aller Aktienkurse) (!Die Höhe der Einkommensteuer)




Was geschieht mit der Kaufkraft einer unveränderten Geldsumme bei steigenden Preisen? (Sie sinkt) (!Sie steigt immer) (!Sie bleibt definitionsgemäß gleich) (!Sie wird unabhängig von Preisen verdoppelt)




Was bedeutet eine sinkende aber positive Inflationsrate? (Die Preise steigen im Durchschnitt langsamer) (!Alle Preise fallen) (!Die Kaufkraft steigt automatisch) (!Es herrscht immer Deflation)




Warum werden Güter im Verbraucherpreisindex unterschiedlich gewichtet? (Weil Haushalte für verschiedene Güter unterschiedlich große Ausgabenanteile haben) (!Weil teure Produkte grundsätzlich ignoriert werden) (!Weil nur Lebensmittel zählen) (!Weil jedes Produkt exakt gleich wichtig ist)




Was beschreibt der Reallohn? (Die Kaufkraft des Lohns unter Berücksichtigung der Preisentwicklung) (!Nur den auf dem Konto ausgezahlten Eurobetrag) (!Die Mehrwertsteuer auf das Einkommen) (!Die Zahl der Arbeitsstunden pro Woche)




Welche Entwicklung kann Kosteninflation auslösen? (Deutlich steigende Energie- und Rohstoffkosten) (!Sinkende Produktionskosten bei unveränderter Nachfrage) (!Eine höhere Produktivität bei gleichen Löhnen) (!Ein größeres Warenangebot bei gleicher Nachfrage)




Welches Inflationsziel strebt der EZB-Rat mittelfristig an? (2 Prozent) (!0 Prozent) (!10 Prozent) (!20 Prozent)




Was ist ein wichtiges geldpolitisches Instrument der EZB? (Leitzinsen) (!Mehrwertsteuersätze) (!Mindestlöhne) (!Schulnoten)




Warum kann Deine persönliche Teuerung von der amtlichen Inflationsrate abweichen? (Weil Dein Ausgabenmuster vom durchschnittlichen Warenkorb abweichen kann) (!Weil amtliche Statistik nie Dienstleistungen erfasst) (!Weil persönliche Preise nicht in Euro angegeben werden) (!Weil Inflation nur für Unternehmen berechnet wird)





Memory

Inflation anhaltender Anstieg des allgemeinen Preisniveaus
Kaufkraft Menge an Gütern die mit einem Geldbetrag gekauft werden kann
Warenkorb repräsentative Auswahl von Waren und Dienstleistungen
Reallohn um Preisentwicklung bereinigte Lohnentwicklung
Leitzins wichtiges Instrument der Geldpolitik
Deflation anhaltender Rückgang des allgemeinen Preisniveaus





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Nominalwert Betrag in aktuellen Euro
Realwert um Preisveränderungen bereinigter Wert
VPI nationale Messgröße für Verbraucherpreise in Deutschland
HVPI harmonisierte Messgröße für den europäischen Vergleich
Inflation allgemeines Preisniveau steigt anhaltend
Disinflation positive Inflationsrate wird niedriger





Kreuzworträtsel

Inflation Wie heißt ein anhaltender Anstieg des allgemeinen Preisniveaus?
Kaufkraft Welcher Begriff beschreibt, was Du für einen Geldbetrag kaufen kannst?
Warenkorb Wie heißt die repräsentative Güterauswahl für einen Preisindex?
Reallohn Wie heißt ein um Preisentwicklung bereinigter Lohn?
Preisniveau Wie heißt der durchschnittliche Stand vieler Preise in einer Volkswirtschaft?
Leitzins Welcher Zins ist ein wichtiges Instrument der Zentralbankpolitik?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Inflation bezeichnet einen anhaltenden Anstieg des allgemeinen

. In Deutschland wird die Preisentwicklung privater Konsumausgaben vor allem mit dem

gemessen. Die Auswahl typischer Waren und Dienstleistungen heißt

. Steigen die Preise bei unverändertem Einkommen, sinkt die

. Ein um Preisveränderungen bereinigter Lohn heißt

. Eine weiterhin positive aber sinkende Inflationsrate wird als

bezeichnet. Ein anhaltender allgemeiner Preisrückgang heißt

. Der EZB-Rat strebt mittelfristig eine Inflationsrate von

an. Ein wichtiges Instrument der Geldpolitik sind die

. Die persönliche Teuerung kann vom amtlichen Durchschnitt abweichen, weil Haushalte unterschiedliche

haben.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Preisbeobachtung: Wähle fünf Alltagsprodukte und dokumentiere ihre Preise in zwei Geschäften. Vergleiche zusätzlich die Grundpreise und erkläre, warum der reine Packungspreis täuschen kann.
  2. Haushaltsbudget: Erstelle ein einfaches Monatsbudget für eine fiktive Person. Simuliere anschließend Preissteigerungen bei Wohnen, Lebensmitteln und Mobilität und beschreibe die Folgen.
  3. Begriffskarte: Gestalte eine digitale oder analoge Concept-Map mit Inflation, Preisniveau, Kaufkraft, VPI, Reallohn und Deflation.
  4. Medienanalyse: Suche eine aktuelle Nachricht zur Inflation und markiere darin Messwert, Vergleichszeitraum, Quelle und mögliche Ursachen.


Standard

  1. Persönliche Inflation: Entwickle zwei fiktive Haushalte mit unterschiedlichen Ausgabenmustern und erkläre, warum dieselbe amtliche Inflationsrate für beide verschieden erlebt werden kann.
  2. Kassenbon-Projekt: Vergleiche alte und neue Kassenbons aus Deiner Familie oder aus frei zugänglichen Quellen. Achte auf Mengen, Qualität und Packungsgrößen und dokumentiere Grenzen des Vergleichs.
  3. Reallohnrechnung: Erstelle drei Szenarien mit unterschiedlichen Lohn- und Inflationsraten. Berechne jeweils näherungsweise die reale Lohnentwicklung und interpretiere das Ergebnis.
  4. Erklärvideo: Produziere ein Video von zwei bis vier Minuten, das den Unterschied zwischen Inflation, Disinflation und Deflation mit eigenen Beispielen erklärt.


Schwer

  1. Inflationsursachen: Untersuche für einen ausgewählten Zeitraum, welche Rolle Nachfrage, Energiepreise, Lieferketten, Löhne oder andere Faktoren gespielt haben. Trenne belegte Ursachen von Vermutungen.
  2. Geldpolitik: Entwickle ein Schaubild zur Wirkung einer Leitzinsänderung auf Kredite, Nachfrage und Inflation. Markiere Stellen, an denen die Wirkung unsicher oder zeitverzögert ist.
  3. Debatte: Führe eine strukturierte Debatte zur Aussage „Eine Inflationsrate von null Prozent wäre für die Wirtschaft am besten“. Nutze Argumente zu Deflationsrisiken, Planung und Geldpolitik.
  4. Unternehmenssimulation: Übernimm in einer Gruppe die Rolle eines Betriebs, der mit steigenden Kosten konfrontiert ist. Entscheidet über Preise, Investitionen, Löhne und Finanzierung und begründet mögliche Zielkonflikte.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transfer Kaufkraft: Ein Ausbildungsgehalt steigt um 2,5 Prozent, die für die Person relevante Teuerung beträgt 4 Prozent. Erkläre ohne bloße Definition, wie sich ihre wirtschaftlichen Handlungsmöglichkeiten verändern könnten.
  2. Preisschock analysieren: Energie wird plötzlich deutlich teurer. Entwickle eine Wirkungskette vom Energiepreis über Produktionskosten und Haushaltsbudgets bis zur möglichen Gesamtinflation. Nenne mindestens eine Stelle, an der die Kette auch anders verlaufen könnte.
  3. Geldpolitik beurteilen: Beurteile die Aussage „Bei hoher Inflation muss die EZB nur den Leitzins erhöhen und das Problem ist sofort gelöst“. Erkläre Wirkungskanäle, Zeitverzögerungen und Grenzen.
  4. Statistik kritisch lesen: Zwei Personen behaupten gleichzeitig, die Inflation sei gesunken und das Leben sei teurer geworden. Zeige, wie beide Aussagen zugleich richtig sein können.
  5. Entscheidung unter Inflation: Vergleiche zwei fiktive Verträge mit unterschiedlicher Zinsbindung und Laufzeit. Erkläre, welche Informationen Du zusätzlich brauchst, bevor Du ihre Risiken beurteilen kannst.
  6. Verteilungseffekte: Entwickle je ein Beispiel dafür, wie unerwartete Inflation einen Haushalt mit Ersparnissen, einen verschuldeten Haushalt und ein Unternehmen unterschiedlich treffen kann.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du Zusammenhänge erklären, Daten einordnen und wirtschaftliche Entscheidungen begründen kannst.

  1. Inflation: Du kannst Inflation von einzelnen Preissteigerungen, Disinflation und Deflation unterscheiden.
  2. Verbraucherpreisindex: Du kannst erklären, wie Warenkorb, Gewichtung, Basisjahr und Vergleichszeitraum zusammenwirken.
  3. Kaufkraft: Du kannst Preissteigerungen auf die reale Kaufkraft von Einkommen und Vermögen beziehen.
  4. Nominalwert und Realwert: Du kannst nominale und reale Veränderungen unterscheiden und einfache Rechnungen durchführen.
  5. Inflationsursachen: Du kannst mehrere mögliche Ursachen einer Inflation beschreiben und an Beispielen gegeneinander abgrenzen.
  6. Geldpolitik: Du kannst das mittelfristige 2-Prozent-Ziel der EZB und den grundlegenden Wirkungsweg von Leitzinsen erklären.
  7. Wirtschaftliche Entscheidung: Du kannst bei Haushalts-, Spar-, Kredit- oder Unternehmensentscheidungen relevante Inflationsrisiken benennen.
  8. Datenkompetenz: Du kannst Inflationsmeldungen nach Quelle, Zeitraum, Messgröße und Aussagegrenze prüfen.




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