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Heilige Figuren am Ulmer Münster

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Heilige Figuren am Ulmer Münster



Einleitung

Heilige Figuren am Ulmer Münster sind weit mehr als Schmuck. Sie bilden ein vielschichtiges Bildprogramm aus Spätgotik, Renaissance, Reformation und Neugotik. Du begegnest im und am Münster Christus, Maria, Aposteln, Propheten, Heiligen, Engeln, biblischen Gestalten, Stifterfiguren und später ergänzten evangelischen Erinnerungsfiguren. An ihnen kannst Du lernen, wie Kunstgeschichte, Theologie, Stadtgeschichte, Ikonografie und Denkmalpflege zusammenwirken.

Das Ulmer Münster wurde ab 1377 als große Bürgerkirche der damaligen Reichsstadt Ulm begonnen. Es war ursprünglich eine vorreformatorisch-katholische Kirche, wurde im Zuge der Reformation evangelisch und blieb dennoch ein Raum, in dem viele mittelalterliche Kunstwerke erhalten sind. Der 161,53 Meter hohe Hauptturm war von 1890 bis 2025 der höchste Kirchturm der Welt; seit 2025 gilt das Münster vor allem als höchste Kirche Deutschlands, als eines der bedeutendsten gotischen Bauwerke Europas und als lebendige evangelische Stadtkirche.

In diesem aiMOOC untersuchst Du die heiligen Figuren nicht nur als einzelne Kunstwerke, sondern als sichtbare Glaubens-, Stadt- und Erinnerungsgeschichte. Du lernst, Figuren anhand von Attributen zu erkennen, ihre Standorte zu deuten, zwischen mittelalterlichen Originalen und späteren Ergänzungen zu unterscheiden und kritisch zu fragen, welche Bedeutung diese Figuren heute haben.

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Lernziele

  1. Kunstgeschichte: Du beschreibst wichtige heilige Figuren und Figurengruppen am Ulmer Münster fachsprachlich.
  2. Ikonografie: Du erkennst typische Attribute von Aposteln, Propheten, Maria und Christus.
  3. Geschichte: Du erklärst, wie Spätmittelalter, Reformation, Bildersturm, Neugotik und Denkmalpflege das Figurenprogramm beeinflusst haben.
  4. Religion: Du deutest, welche Rolle Figuren in Andacht, Verkündigung, Erinnerung und Bildung spielen.
  5. Transfer: Du entwickelst eigene Fragen, Führungen, Medienprodukte oder kleine Forschungsprojekte zu den Figuren am Münster.


Das Ulmer Münster als Bildraum

Das Ulmer Münster ist kein Dom im engeren Sinn, weil es nie Bischofssitz war. Trotzdem ist es ein monumentaler Sakralbau, der von der Bürgerschaft finanziert wurde. Diese bürgerliche Entstehung ist für die Figuren wichtig: Viele Bildwerke verweisen nicht nur auf die Bibel, sondern auch auf städtisches Selbstbewusstsein, Stiftungen, Handwerk, Frömmigkeit und Bildung.

Die heiligen Figuren verteilen sich auf verschiedene Orte: Portale, Chor, Langhaus, Pfeilerkonsolen, Kapellen, Altäre und das berühmte Chorgestühl. Wer durch das Münster geht, bewegt sich damit durch ein erzählendes System aus Stein, Holz, Farbe, Licht und Raum.


Was bedeutet „heilige Figur“?

Eine heilige Figur kann im engeren Sinn eine Darstellung eines offiziell verehrten Heiligen sein, etwa Petrus, Paulus, Johannes der Täufer oder Barbara. Im weiteren Sinn umfasst der Begriff in diesem aiMOOC auch Christusdarstellungen, Marienfiguren, Apostel, Propheten, Engel, biblische Gestalten und Figuren, die im Kirchenraum eine religiöse Bedeutung tragen.

Wichtig ist die Unterscheidung: Nicht jede Figur im Münster ist eine Heiligenfigur. Es gibt auch Baumeister, Reformatoren, Stifter, Herrscher, Musiker oder allegorische Figuren. Gerade diese Mischung macht das Münster spannend: Es ist ein Ort, an dem sich religiöse Bildwelt, Stadtgeschichte und kulturelles Gedächtnis überlagern.


Bildsprache und Attribute

In der christlichen Kunst werden Personen oft durch Attribute erkennbar. Ein Attribut ist ein Gegenstand, Tier, Zeichen oder Kleidungsstück, das auf eine Person, ein Ereignis oder eine Bedeutung verweist. Petrus wird häufig mit Schlüsseln gezeigt, Paulus mit Schwert oder Buch, Andreas mit einem Kreuz, Jakobus der Ältere als Pilger, Johannes der Evangelist mit Adler, Kelch oder jugendlicher Gestalt, Maria mit dem Jesuskind, Johannes der Täufer mit Lamm oder Kreuzstab.

Beim Betrachten der Figuren am Ulmer Münster solltest Du deshalb nie nur fragen: „Wer ist dargestellt?“ Du solltest auch fragen: „Woran erkenne ich diese Person?“, „Warum steht sie an diesem Ort?“ und „Welche Botschaft sollte sie für die Menschen ihrer Entstehungszeit haben?“


Wichtige Figurengruppen am Ulmer Münster


Christus: Schmerzensmann, Kreuz und Erlösung

Eine der bedeutendsten Figuren des Münsters ist der Schmerzensmann von Hans Multscher aus dem Jahr 1429. Der Schmerzensmann zeigt Jesus Christus als lebenden, leidenden und zugleich überwunden habenden Christus: Die Wunden der Passion, die Dornenkrone, der Blick und die Körperhaltung fordern die Betrachtenden zur Andacht auf. Die Figur verbindet Realismus, religiöse Nähe und spätgotische Ausdruckskraft.

Heute befindet sich eine Kopie am Westportal; das Original steht im Inneren an der südlichen Chorwand. Diese Unterscheidung ist ein gutes Beispiel für Denkmalpflege: Wertvolle Originale werden geschützt, während Kopien weiterhin den historischen Ort erfahrbar machen.

Auch Kruzifixe im Münster verweisen auf die zentrale christliche Botschaft von Leiden, Tod und Auferstehung. Während der Schmerzensmann die Wunden sichtbar macht und zum Mitleiden auffordert, zeigt das Kreuz die Heilsgeschichte in einem konzentrierten Zeichen.


Maria und die Heilige Familie

Maria spielt im vorreformatorischen Münster eine zentrale Rolle, denn das Münster ist „Unserer Lieben Frau“ geweiht. Marienfiguren zeigen sie meist als Mutter Jesu, als Königin des Himmels oder als Fürsprecherin. Nach der Reformation änderte sich die theologische Bewertung der Heiligen- und Marienverehrung, doch die Kunstwerke blieben wichtige Zeugnisse der Geschichte.


Der Hutzaltar: Heilige Sippe und Stifterfrömmigkeit

Der Hutzaltar im Chorraum ist ein Retabel aus dem Jahr 1521. Die Malereien stammen von Martin Schaffner, die geschnitzten Figuren des Schreins aus der Werkstatt Niklaus Weckmanns. Der Altar wird auch Heilige-Sippen-Altar genannt, weil er die Familie Jesu in einem erweiterten Verwandtschaftsverband zeigt.

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Im Zentrum stehen Maria, das Jesuskind und die heilige Anna. Dazu kommen weitere Familienfiguren wie Josef von Nazaret und Verwandte. Der Altar zeigt, wie wichtig Familienfrömmigkeit, Stiftungen und Heilserwartung um 1500 waren. Er ist zugleich ein Übergangswerk: Der goldene Schrein wirkt spätgotisch, während die Malerei bereits Elemente der Renaissance zeigt.


Apostel und Propheten im Langhaus

Datei:Statue S. Petrus Ulmer Muenster-1.jpg
Datei:Statue S. Paulus Ulmer Muenster-1.jpg

Im Hauptschiff stehen heute monumentale Figuren von Aposteln und Propheten. Nach der Reformation wurden ältere Figuren an den Pfeilern entfernt; erhalten blieben die Konsolen mit fantasievollen Steinmetzarbeiten. Zwischen 1890 und 1912 schuf Carl Federlin die heutigen monumentalen Figuren, die an diese mittelalterliche Bildidee anknüpfen und sie in der Zeit der Neugotik neu deuteten.

Petrus und Paulus sind für die christliche Bildwelt besonders wichtig. Petrus steht für Bekenntnis, Gemeinde und Schlüsselgewalt; Paulus steht für Mission, Schrift und theologische Auslegung. In evangelischer Perspektive erhalten beide eine besondere Bedeutung, weil sie auf die biblische Grundlage des Glaubens verweisen.

Datei:Statue S. Andreas Ulmer Muenster-1.jpg
Datei:Statue S. Johannes Ulmer Muenster-1.jpg

Auch andere Apostel wie Andreas, Johannes der Evangelist, Jakobus der Ältere, Matthäus, Philippus, Thomas oder Matthias gehören zum Figurenprogramm. Ihre Darstellung macht deutlich: Das Münster ist nicht nur ein Raum persönlicher Andacht, sondern auch ein Raum der biblischen Erinnerung.


Propheten: Erwartung und Verheißung

Datei:Statue Jeremias Ulmer Muenster-1.jpg
Datei:Statue Ezechiel Ulmer Muenster-1.jpg

Propheten wie Jeremia oder Ezechiel gehören zum Alten Testament. In der christlichen Kunst werden sie oft als Zeugen der Erwartung gedeutet: Sie verweisen auf Gottes Wort, Gericht, Hoffnung und Verheißung. Im Zusammenspiel mit den Aposteln entsteht eine Brücke zwischen Altem und Neuem Testament.

Eine Besonderheit ist die Darstellung des Propheten Jeremia mit verhülltem Haupt. Sie erinnert daran, dass jede Figur auch eine konkrete Entstehungsgeschichte besitzt: Stifter, Künstler, Zeitgeschmack und theologische Deutung beeinflussen das Erscheinungsbild.


Das Chorgestühl: Heilige, Sibyllen, Philosophen und biblische Gestalten

Datei:Chorgestuehl Ulmer Muenster-1.jpg

Das Chorgestühl des Ulmer Münsters entstand in den Jahren 1469 bis 1474. Die kunstvollen Schreinerarbeiten werden mit Jörg Syrlin dem Älteren verbunden; die lebensgroßen Büsten und Figuren werden wesentlich Michel Erhart zugeschrieben. Dargestellt sind Sibyllen, Philosophen, biblische Gestalten und Heilige auf einer Männer- und einer Frauenseite.

Das Chorgestühl zeigt, dass mittelalterliche Kirchenkunst nicht nur biblische Figuren kennt. Auch Gestalten der antiken Bildung, Prophetinnen und weise Frauen werden einbezogen. Für die Betrachtung ist deshalb wichtig: Das Münster ordnet Wissen, Glauben und Geschichte in einem Bildraum. Die Figuren zeigen, dass Wahrheit aus christlicher Sicht vorbereitet, bezeugt und weitergegeben wird.

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Kapellen, Stifter und lokale Frömmigkeit

Datei:Ulmer Münster Bessererkapelle 02.jpg

Kapellen wie die Bessererkapelle und die Neithartkapelle zeigen, wie eng Kunst, Familie, Erinnerung und Frömmigkeit zusammenhängen. Wohlhabende Familien stifteten Altäre, Glasfenster oder Kapellen, um Gott zu ehren, für ihr Seelenheil zu bitten und zugleich ihr Andenken in der Stadt sichtbar zu machen.

Stifterfiguren sind deshalb nicht einfach „Selbstdarstellung“. Sie zeigen eine mittelalterliche Vorstellung von Gemeinschaft: Lebende, Verstorbene, Heilige und Christus sind in Gebet, Erinnerung und Hoffnung miteinander verbunden.


Historische Umbrüche


Spätmittelalterliche Frömmigkeit

Im Spätmittelalter hatten Figuren eine starke religiöse und pädagogische Funktion. Viele Menschen konnten lateinische Texte nicht lesen; Bilder halfen, biblische Geschichten, Heiligenlegenden und theologische Grundideen sichtbar zu machen. Eine Figur war kein bloßes Dekor, sondern ein Medium der Erinnerung, Andacht und Belehrung.


Reformation und Bilderfrage

Mit der Reformation veränderte sich die Rolle der Bilder. In Ulm setzte sich 1530 das evangelische Bekenntnis durch. Die Bilderfrage wurde dadurch neu gestellt: Dürfen Figuren verehrt werden? Dienen sie der Verkündigung oder lenken sie von Gottes Wort ab? Im Münster wurden manche ältere Figuren entfernt oder beschädigt, andere blieben erhalten. Die heutige Ausstattung zeigt daher Spuren von Verlust, Bewahrung und späterer Ergänzung.

Für Dich als Lernende oder Lernender bedeutet das: Du solltest Kunstwerke nicht nur ästhetisch betrachten, sondern auch als historische Dokumente. Eine fehlende Figur, eine leere Konsole oder eine spätere Ergänzung kann ebenso aussagekräftig sein wie ein erhaltenes Original.


Neugotik und Ergänzungen um 1900

Die im Langhaus sichtbaren Propheten- und Apostelfiguren von Carl Federlin entstanden zwischen 1890 und 1912. Sie gehören nicht zum mittelalterlichen Erstbestand, sondern zur Phase der Vollendung und historistischen Ergänzung. Die Neugotik wollte das Mittelalter nicht einfach kopieren, sondern aus ihrer eigenen Zeit heraus neu deuten.

Gerade deshalb sind diese Figuren didaktisch spannend: Sie sehen mittelalterlich aus, sind aber moderne Interpretationen mittelalterlicher Bildideen. Du kannst an ihnen üben, zwischen Stil, Entstehungszeit und Wirkung zu unterscheiden.


Wie Du eine Figur professionell analysierst

  1. Beschreibung: Beschreibe Standort, Material, Größe, Haltung, Kleidung, Gesichtsausdruck und Gegenstände möglichst genau.
  2. Ikonografie: Frage, welche Person dargestellt ist und welche Attribute bei der Erkennung helfen.
  3. Kontext: Untersuche, ob die Figur zu Portal, Altar, Chorgestühl, Kapelle oder Langhaus gehört.
  4. Historische Einordnung: Kläre, ob es sich um ein mittelalterliches Original, eine Kopie, eine Ergänzung oder eine spätere Restaurierung handelt.
  5. Deutung: Erkläre, welche religiöse, gesellschaftliche oder erinnerungskulturelle Botschaft die Figur vermittelt.
  6. Gegenwartsbezug: Überlege, wie Menschen heute diese Figur verstehen können und welche Fragen offenbleiben.


Beispielanalyse: Der Schmerzensmann

Der Schmerzensmann von Hans Multscher ist ein besonders geeignetes Analysebeispiel. Er steht frontal zum Betrachter, zeigt die Wunden Christi und verbindet körperliche Verletzlichkeit mit geistlicher Präsenz. Die Figur fordert keine schnelle Betrachtung, sondern ein Innehalten. Sie zeigt Leiden nicht abstrakt, sondern körperlich erfahrbar.

Ikonografisch verweist die Figur auf die Passion Jesu. Kunsthistorisch steht sie für einen neuen Realismus der Spätgotik. Theologisch erinnert sie daran, dass christlicher Glaube das Leiden nicht verdrängt, sondern im Licht von Auferstehung und Erlösung deutet. Denkmalpflegerisch ist wichtig, dass am Portal eine Kopie steht und das Original im Innenraum geschützt wird.


Vergleich: Mittelalterliche und neugotische Figuren

Mittelalterliche Figuren entstanden in einem Umfeld, in dem Heiligenverehrung, Stiftungen, Messfrömmigkeit und kirchliche Bildpraxis selbstverständlich waren. Neugotische Figuren des 19. und frühen 20. Jahrhunderts entstanden dagegen in einer Zeit historischer Rückbesinnung. Sie sollten das Münster vollenden, seine gotische Idee sichtbar machen und zugleich dem evangelischen Selbstverständnis entsprechen.

Wenn Du beide Gruppen vergleichst, kannst Du folgende Leitfrage nutzen: Wird hier ein mittelalterlicher Glaube unmittelbar sichtbar, oder blickt eine spätere Zeit auf das Mittelalter zurück? Diese Frage hilft, vorschnelle Urteile zu vermeiden.


Bedeutung heute

Heilige Figuren am Ulmer Münster sind heute Lernanlässe für viele Fächer: Religion, Ethik, Geschichte, Kunst, Deutsch, Latein, Stadtgeschichte und Denkmalpflege. Sie regen dazu an, über Bilder, Erinnerung, Glauben, Macht, Geschlecht, Bildung und Öffentlichkeit nachzudenken.

Für eine evangelische Kirche ist der Umgang mit Heiligenfiguren besonders interessant: Die Figuren werden nicht im katholischen Sinn verehrt, bleiben aber bedeutende Zeugnisse der christlichen Tradition. Sie erzählen von Menschen, die geglaubt, gehofft, gestiftet, gebaut, gedeutet und bewahrt haben.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Figur von Hans Multscher gilt als besonders bedeutendes Werk am Ulmer Münster? (Schmerzensmann) (!Ulmer Spatz) (!Gustav Adolf) (!Löwenbrunnen)




In welcher Epoche entstanden viele mittelalterliche Figuren des Ulmer Münsters? (Spätgotik) (!Barock) (!Klassizismus) (!Expressionismus)




Welche Person wird häufig mit Schlüsseln dargestellt? (Petrus) (!Paulus) (!Ezechiel) (!Barbara)




Welche Künstlerfamilie beziehungsweise Werkstatt ist mit dem Hutzaltar verbunden? (Niklaus Weckmann) (!Pablo Picasso) (!Caspar David Friedrich) (!Albrecht Altdorfer)




Was zeigt der Hutzaltar im Zentrum seines Bildprogramms? (Die Heilige Sippe) (!Die Sintflut) (!Die Himmelfahrt des Elija) (!Die Schlacht bei Ulm)




Welche Figurengruppe schuf Carl Federlin zwischen 1890 und 1912 für das Langhaus? (Propheten und Apostel) (!Römische Kaiser und Feldherren) (!Märchenfiguren und Tiere) (!Musiker und Astronomen)




Welche Funktion hatten viele Figuren im mittelalterlichen Kirchenraum? (Sie sollten erinnern, belehren und zur Andacht anregen) (!Sie dienten nur als Wetterschutz) (!Sie waren ausschließlich Baugerüste) (!Sie ersetzten die Kirchenorgel)




Welche Veränderung beeinflusste den Umgang mit Bildern im Ulmer Münster stark? (Reformation) (!Industrialisierung) (!Römische Republik) (!Französische Klassik)




Welche Figuren erscheinen im Chorgestühl neben Heiligen und biblischen Gestalten? (Sibyllen und Philosophen) (!Dinosaurier und Astronauten) (!Olympische Sportler) (!Zeitgenössische Filmfiguren)




Was ist ein Attribut in der christlichen Kunst? (Ein Erkennungszeichen einer dargestellten Person) (!Ein Baufehler im Turm) (!Ein musikalischer Akkord) (!Ein geheimer Raum unter dem Chor)





Memory

Schmerzensmann Hans Multscher
Hutzaltar Heilige Sippe
Petrus Schlüssel
Paulus Schwert
Chorgestühl Jörg Syrlin
Prophetenfiguren Carl Federlin
Maria Jesuskind





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Schmerzensmann Leidender Christus
Hutzaltar Heilige Familie
Chorgestühl Sibyllen und Philosophen
Petrus Schlüsselattribut
Jeremia Prophet mit verhülltem Haupt
Carl Federlin Neugotische Ergänzungen




...


Kreuzworträtsel

Multscher Wer schuf den berühmten Schmerzensmann?
Maria Welche Mutterfigur spielt im Münster eine zentrale Rolle?
Petrus Welcher Apostel wird häufig mit Schlüsseln erkannt?
Erhart Welcher Bildschnitzer wird mit den Büsten des Chorgestühls verbunden?
Jeremia Welcher Prophet ist im Langhaus mit verhülltem Haupt dargestellt?
Hutzaltar Welcher Altar zeigt die Heilige Sippe?





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Lückentext

Vervollständige den Text.

Das Ulmer Münster ist eine bedeutende Kirche der

und wurde ab 1377 als Bürgerkirche begonnen. Viele heilige Figuren zeigen Personen aus der

oder aus der christlichen Tradition. Der berühmte Schmerzensmann wurde von Hans

geschaffen. Der Hutzaltar zeigt die

und verbindet spätgotische Schnitzkunst mit Malerei der Renaissance. Im Chorgestühl begegnen Dir neben Heiligen auch

und Philosophen. Die Figuren von Aposteln und Propheten im Langhaus wurden um 1900 von Carl

geschaffen. Ein wichtiges Hilfsmittel zur Erkennung von Figuren ist das

. Die Reformation veränderte den Umgang mit Bildern und führte dazu, dass manche Figuren entfernt oder anders

wurden.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Figuren-Steckbrief: Wähle eine heilige Figur am Ulmer Münster und erstelle einen Steckbrief mit Name, Standort, Attributen, Material, Entstehungszeit und Bedeutung.
  2. Bildbeschreibung: Beschreibe eine Abbildung des Schmerzensmannes so genau, dass eine andere Person die Haltung und Wirkung der Figur nachvollziehen kann.
  3. Attribut-Sammlung: Sammle fünf typische Attribute von Aposteln oder Heiligen und erkläre, warum sie beim Erkennen helfen.
  4. Münster-Wortschatz: Lege ein Glossar mit zehn Fachbegriffen an, zum Beispiel Ikonografie, Retabel, Chorgestühl, Konsole und Denkmalpflege.


Standard

  1. Vergleichsanalyse: Vergleiche eine mittelalterliche Figur mit einer neugotischen Figur von Carl Federlin und erkläre Unterschiede in Stil, Funktion und Entstehungszeit.
  2. Audioguide: Schreibe einen zweiminütigen Audioguide zu einer Figurengruppe für Jugendliche, die das Münster zum ersten Mal besuchen.
  3. Quellenarbeit: Recherchiere in seriösen Quellen zum Hutzaltar und erkläre, warum die Heilige Sippe um 1500 ein wichtiges Thema war.
  4. Raumplan: Zeichne einen einfachen Plan des Münsters und markiere, wo Schmerzensmann, Chorgestühl, Hutzaltar und Apostelfiguren zu finden sind.


Schwer

  1. Kuratorenprojekt: Entwickle ein Konzept für eine kleine Ausstellung mit dem Titel „Heilige Figuren zwischen Glauben und Stadtgeschichte“.
  2. Theologische Debatte: Diskutiere, wie sich katholische Heiligenverehrung und evangelische Bildpädagogik unterscheiden und was das für das Ulmer Münster bedeutet.
  3. Denkmalpflege-Fallstudie: Untersuche, warum Originale manchmal durch Kopien ersetzt werden, und bewerte diese Entscheidung am Beispiel des Schmerzensmannes.
  4. Forschungsfrage: Formuliere eine eigene Forschungsfrage zu Geschlecht, Macht, Frömmigkeit oder Bildung im Figurenprogramm des Chorgestühls und beantworte sie mit Belegen.



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Lernkontrolle

  1. Bild und Verkündigung: Erkläre an zwei Figuren, wie Kunst im Kirchenraum religiöse Inhalte vermitteln kann, ohne dass ein langer Text nötig ist.
  2. Reformation und Bilder: Analysiere, warum die Reformation den Umgang mit heiligen Figuren veränderte, und bewerte, ob die erhaltenen Kunstwerke heute eher religiöse, historische oder ästhetische Bedeutung haben.
  3. Stadt und Kirche: Zeige am Beispiel von Stiftungen, Chorgestühl oder Hutzaltar, wie bürgerliche Stadtgesellschaft und Kirchenkunst miteinander verbunden waren.
  4. Original und Kopie: Beurteile, ob es sinnvoll ist, eine Kopie am historischen Ort zu zeigen, während das Original geschützt im Innenraum steht.
  5. Vergleich der Zeiten: Vergleiche eine spätgotische Figur mit einer neugotischen Ergänzung und erkläre, wie beide unterschiedliche Vorstellungen von Vergangenheit sichtbar machen.
  6. Museumsobjekt oder Glaubenszeugnis: Diskutiere, ob die heiligen Figuren am Ulmer Münster heute eher Kunstwerke, Glaubenszeugnisse oder Lernmedien sind.




Lernnachweis

Für Deinen Lernnachweis zum Thema Heilige Figuren am Ulmer Münster solltest Du zeigen, dass Du Figuren genau beobachten, kunsthistorisch einordnen und religiös-kulturell deuten kannst.

  1. Fachwissen: Du erklärst wichtige Begriffe wie Ikonografie, Attribut, Spätgotik, Retabel, Chorgestühl, Reformation und Denkmalpflege.
  2. Figurenkenntnis: Du beschreibst mindestens vier Figuren oder Figurengruppen, darunter den Schmerzensmann, den Hutzaltar, das Chorgestühl und die Apostel- oder Prophetenfiguren.
  3. Analysekompetenz: Du wendest ein nachvollziehbares Analyseschema aus Beschreibung, Erkennung, Kontext, historischer Einordnung und Deutung an.
  4. Quellenkompetenz: Du nutzt seriöse Quellen und unterscheidest zwischen gesicherten Informationen, Deutungen und offenen Fragen.
  5. Transferleistung: Du entwickelst ein eigenes Produkt, zum Beispiel einen Audioguide, eine Ausstellungstafel, ein Erklärvideo, einen Forschungsbericht oder eine digitale Führung.
  6. Reflexion: Du erklärst, was heilige Figuren in einer heutigen evangelischen Kirche bedeuten können.




OERs zum Thema



Quellen und Vertiefung

  1. Offizielle Rundgangsinformation des Ulmer Münsters: Informationen zu Chorgestühl, Kanzel, Sakramentshaus, Propheten- und Apostelfiguren, Kapellen und Fenstern.
  2. Wikimedia Commons: Freie Bildsammlungen zu Statues in Ulm Minster, Sculptures in Ulm Minster, Choir stalls in Ulm Minster und Choraltar in Ulm Minster.
  3. Wikipedia: Überblicksartikel zu Ulmer Münster, Hutzaltar, Schmerzensmann (Ulmer Münster), Hans Multscher, Jörg Syrlin der Ältere, Michel Erhart, Martin Schaffner und Niklaus Weckmann.
  4. Tourismus Ulm/Neu-Ulm: Informationen zur Baugeschichte, zum Münster als Wahrzeichen und zur heutigen Besichtigung.
  5. Denkmalpflege: Grundfragen zu Original, Kopie, Restaurierung, Schutz und Vermittlung historischer Kunstwerke.


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