Zum Inhalt springen

Habermas - Eine Gebrauchsanweisung

Aus MOOCsWiki Staging

Habermas - Eine Gebrauchsanweisung


{{#ev:youtube| https://www.youtube.com/watch?v=IpRWFssGlCs |500|center}}


Einleitung

Dieser aiMOOC ist eine Gebrauchsanweisung zu Jürgen Habermas und zu einer seiner wichtigsten Unterscheidungen: kommunikatives Handeln und strategisches Handeln. Das Video „Habermas: Verständigung oder Strategie – Die Logik unserer Kommunikation“ führt in eine Frage ein, die in Schule, Politik, Familie, Medien, Wissenschaft und Beruf ständig auftaucht: Wollen Menschen einander wirklich verstehen, oder wollen sie andere nur beeinflussen, überzeugen, überreden oder steuern?

Jürgen Habermas (1929–2026) war ein deutscher Philosoph, Soziologe und öffentlicher Intellektueller. Er steht in der Tradition der Kritischen Theorie und der Frankfurter Schule, entwickelte diese aber weiter: Statt nur die Herrschaftsformen moderner Gesellschaften zu kritisieren, suchte er nach Bedingungen gelingender Verständigung, rationaler Öffentlichkeit und demokratischer Willensbildung. Besonders wichtig sind seine Werke Strukturwandel der Öffentlichkeit, Theorie des kommunikativen Handelns, Faktizität und Geltung sowie Auch eine Geschichte der Philosophie.

In diesem aiMOOC lernst Du, Habermas nicht nur als „großen Namen“ der Gegenwartsphilosophie zu kennen, sondern als Werkzeugkasten für Deinen Alltag. Du untersuchst Gespräche, Streit, politische Debatten, Werbung, Social-Media-Kommunikation und Unterrichtssituationen mit einer einfachen Leitfrage: Wird hier auf Verständigung hingearbeitet, oder wird Kommunikation strategisch eingesetzt?


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, was kommunikatives Handeln bei Habermas bedeutet. Du kannst strategisches Handeln davon unterscheiden, Geltungsansprüche in Gesprächen erkennen und beurteilen, wann Kommunikation demokratisch, manipulativ, sachlich oder unfair wird. Außerdem kannst Du Habermas' Begriffe auf aktuelle Beispiele aus politischer Bildung, Ethik, Deutschunterricht, Medienbildung und Sozialwissenschaften übertragen.


Grundidee: Kommunikation ist mehr als Informationsaustausch

Für Habermas ist Sprache nicht nur ein Mittel, um Informationen zu transportieren. Sprache ist auch ein Medium, in dem Menschen ihre Handlungen koordinieren, Beziehungen klären, Regeln rechtfertigen, Konflikte austragen und gemeinsame Wirklichkeit herstellen. Wer spricht, sagt nicht nur etwas. Wer spricht, erhebt zugleich Ansprüche: Die Aussage soll verständlich sein, sachlich stimmen, zur Situation passen und ehrlich gemeint sein.

Damit unterscheidet Habermas sich von Denkweisen, in denen Vernunft vor allem als Berechnung von Nutzen verstanden wird. In einer rein instrumentellen Sicht fragt man: Welches Mittel bringt mich am schnellsten zu meinem Ziel? In einer kommunikativen Sicht fragt man: Können wir unsere Gründe so austauschen, dass alle Beteiligten verstehen, warum etwas gilt, stimmt oder gerechtfertigt ist?


Kommunikatives Handeln

Kommunikatives Handeln liegt vor, wenn Menschen ihre Handlungen durch Verständigung koordinieren. Das Ziel ist nicht der Sieg über andere, sondern ein tragfähiges Einverständnis. Ein solches Einverständnis bedeutet nicht, dass alle sofort dieselbe Meinung haben müssen. Es bedeutet, dass Gründe ausgetauscht werden, Einwände zählen und Beteiligte grundsätzlich bereit sind, sich vom besseren Argument überzeugen zu lassen.

Ein Beispiel: Eine Klasse diskutiert, ob Handys während Gruppenarbeiten erlaubt sein sollen. Kommunikativ wäre die Diskussion, wenn die Lernenden Gründe nennen, Erfahrungen einbringen, Nachteile und Vorteile abwägen und eine Regel suchen, die für möglichst viele nachvollziehbar ist. Es geht dann nicht nur darum, wer lauter ist, beliebter wirkt oder sich durchsetzt, sondern darum, welche Regel begründet werden kann.


Strategisches Handeln

Strategisches Handeln ist erfolgsorientiert. Menschen benutzen Kommunikation dann als Mittel, um ein eigenes Ziel zu erreichen. Das ist nicht automatisch unmoralisch. Auch eine Bewerberin handelt strategisch, wenn sie im Vorstellungsgespräch ihre Stärken betont. Problematisch wird strategisches Handeln, wenn es Verständigung vortäuscht, aber eigentlich auf Manipulation, Täuschung, Druck oder verdeckte Interessen setzt.

Ein Beispiel: Eine Person sagt in einer Diskussion nur deshalb „Das ist wissenschaftlich bewiesen“, obwohl sie keine Quelle kennt, weil sie die andere Person zum Schweigen bringen will. Hier wird Sprache strategisch eingesetzt. Die Aussage soll nicht gemeinsam geprüft werden, sondern Autorität erzeugen.


Gebrauchsanweisung: Die Habermas-Brille aufsetzen

Wenn Du Habermas praktisch nutzen willst, kannst Du eine Kommunikationssituation mit fünf Prüffragen analysieren:

  1. Verständigungsorientierung: Geht es den Beteiligten darum, einander zu verstehen, oder wollen sie nur gewinnen?
  2. Geltungsanspruch: Welche Behauptungen über Wahrheit, Richtigkeit oder Ehrlichkeit werden erhoben?
  3. Argument: Werden Gründe genannt, geprüft und verbessert?
  4. Macht: Gibt es Druck, Angst, Hierarchie, Geld, Belohnung, Ausschluss oder Manipulation?
  5. Diskurs: Gibt es eine faire Möglichkeit, Einwände zu äußern und Regeln gemeinsam zu klären?

Diese Fragen sind eine Art Werkzeugkasten. Du kannst sie auf politische Talkshows, Schulkonferenzen, Streit in Chatgruppen, Werbung, Influencer-Kommunikation, Gerichtsverfahren, Elternabende, Teammeetings und wissenschaftliche Debatten anwenden.


Die Geltungsansprüche

Ein zentraler Schlüssel bei Habermas sind Geltungsansprüche. Wer etwas sagt, erwartet normalerweise, dass andere die Aussage als sinnvoll prüfen können. In einer verständigungsorientierten Kommunikation müssen diese Ansprüche offen kritisierbar sein.


Verständlichkeit

Eine Aussage muss so formuliert sein, dass andere sie verstehen können. Unverständlichkeit kann zufällig entstehen, aber auch strategisch benutzt werden. Wer absichtlich kompliziert spricht, um überlegen zu wirken oder Kritik zu verhindern, blockiert Verständigung.


Wahrheit

Ein Sprecher erhebt meist einen Anspruch darauf, dass seine Aussage über die Wirklichkeit zutrifft. Wenn jemand sagt „Diese Maßnahme senkt den Energieverbrauch“, kann gefragt werden: Welche Daten gibt es? Welche Studie zeigt das? Welche Erfahrung spricht dagegen?


Richtigkeit

Viele Aussagen beziehen sich auf Regeln, Werte oder Normen. Wenn jemand sagt „Das ist unfair“, geht es nicht nur um Fakten, sondern um eine normative Bewertung. Dann muss geklärt werden, welche Regel, welches Recht oder welches gemeinsame Prinzip verletzt wurde.


Wahrhaftigkeit

Kommunikation setzt voraus, dass Menschen zumindest grundsätzlich ehrlich sprechen. Wenn jemand seine wahren Absichten versteckt, kann Verständigung scheitern. Wahrhaftigkeit bedeutet nicht, immer alles zu sagen, aber sie schließt Täuschung und bewusste Irreführung aus.


Habermas im Kontext der Frankfurter Schule

Habermas gehört zur zweiten Generation der Frankfurter Schule. Die erste Generation um Max Horkheimer und Theodor W. Adorno untersuchte, warum moderne Gesellschaften trotz Aufklärung, Wissenschaft und Technik neue Formen von Herrschaft, Entfremdung und Manipulation hervorbringen können. Habermas übernimmt die gesellschaftskritische Perspektive, setzt aber stärker auf das emanzipatorische Potenzial von Sprache, Öffentlichkeit und demokratischem Diskurs.

Während Dialektik der Aufklärung stark die Gefahr betont, dass Vernunft in Herrschaft umschlagen kann, fragt Habermas: Gibt es in der Kommunikation selbst eine Vernunft, die Herrschaft kritisierbar macht? Seine Antwort lautet: Ja, sobald Menschen Gründe austauschen und Geltungsansprüche prüfen, entsteht eine normative Erwartung an Verständigung.


Öffentlichkeit und Demokratie

Schon in Strukturwandel der Öffentlichkeit untersuchte Habermas, wie sich eine bürgerliche Öffentlichkeit herausbildete. Öffentlichkeit meint nicht einfach „alles, was öffentlich sichtbar ist“. Gemeint ist ein sozialer Raum, in dem Themen diskutiert, Argumente geprüft und politische Entscheidungen vorbereitet werden. In einer Demokratie sollen Bürgerinnen und Bürger nicht nur wählen, sondern sich informieren, mitreden, widersprechen und Gründe austauschen können.

Für die Deliberative Demokratie ist entscheidend, dass politische Macht nicht nur durch Mehrheiten legitimiert wird, sondern durch öffentliche Begründung. Eine Entscheidung ist demokratisch besser begründet, wenn Betroffene die Möglichkeit hatten, Argumente einzubringen, Kritik zu äußern und die Regeln des Zusammenlebens als nachvollziehbar zu prüfen.


Lebenswelt und System

In der Theorie des kommunikativen Handelns unterscheidet Habermas zwischen Lebenswelt und System. Die Lebenswelt umfasst gemeinsame Bedeutungen, Alltagserfahrungen, Kultur, soziale Beziehungen und persönliche Identität. Hier lernen Menschen Sprache, Vertrauen, Normen und Zugehörigkeit. Das System bezeichnet Bereiche moderner Gesellschaften, die stark über Geld, Verwaltung, Markt, Macht und Bürokratie funktionieren.

Habermas kritisiert, dass Systemlogiken die Lebenswelt „kolonialisieren“ können. Das geschieht, wenn Bereiche, die eigentlich Verständigung brauchen, nur noch nach Effizienz, Gewinn, Kontrolle oder Verwaltung funktionieren. Ein Beispiel wäre Schule, wenn Lernen nur noch als Kennzahl, Ranking und Verwertbarkeit behandelt wird. Ein anderes Beispiel wäre Pflege, wenn menschliche Zuwendung vollständig unter Zeitdruck und Kostenlogik verschwindet.


Verständigung oder Strategie im Alltag

Habermas wird besonders nützlich, wenn Du Alltagssituationen untersuchst. In vielen Gesprächen mischen sich kommunikative und strategische Elemente. Eine Person kann ehrlich verstehen wollen und zugleich eigene Interessen verfolgen. Entscheidend ist, ob die Kommunikation offen für Gründe bleibt oder ob Gründe nur als Fassade dienen.


Beispiel Schule

Eine Lehrkraft kündigt eine neue Regel für Gruppenarbeiten an. Kommunikativ wäre es, wenn die Regel begründet, diskutiert und bei guten Einwänden angepasst wird. Strategisch wäre es, wenn die Lehrkraft eine Diskussion nur vortäuscht, obwohl die Entscheidung bereits unumstößlich feststeht. Die Habermas-Frage lautet: Werden die Lernenden als Gesprächspartner ernst genommen?


Beispiel Politik

In einer Wahlkampfrede kann eine Politikerin Argumente vorbringen, Daten nennen und Werte offen begründen. Sie kann aber auch Angstbilder erzeugen, Gegner abwerten oder Probleme stark vereinfachen. Mit Habermas kannst Du prüfen, ob politische Sprache auf öffentliche Urteilsbildung oder auf emotionale Mobilisierung ohne echte Prüfung zielt.


Beispiel soziale Medien

In sozialen Medien werden Diskussionen oft durch Likes, Reichweite, Empörung und algorithmische Sichtbarkeit geprägt. Das kann strategisches Handeln verstärken: Man formuliert zugespitzt, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Eine habermasianische Analyse fragt, ob digitale Räume faire Diskurse ermöglichen oder ob sie Verständigung durch Geschwindigkeit, Polarisierung und ökonomische Anreize erschweren.


Videoanalyse: Habermas als Werkzeug

Nutze das eingebettete Video nicht nur passiv, sondern als Analyseanlass. Notiere beim Anschauen drei Sätze, die den Unterschied zwischen Verständigung und Strategie besonders deutlich machen. Prüfe danach, ob das Video eher erklärend, argumentierend, bewertend oder appellierend arbeitet. Frage Dich außerdem, welche Beispiele aus Deinem Alltag die Begriffe verständlicher machen.


Beobachtungsauftrag zum Video

Lege eine Tabelle mit zwei Spalten an: „Verständigung“ und „Strategie“. Trage während des Videos Aussagen, Begriffe oder Beispiele ein. Ergänze anschließend eigene Beispiele. Diese Methode hilft Dir, Habermas nicht als abstrakte Theorie, sondern als Diagnoseinstrument für Kommunikation zu nutzen.


Missverständnisse vermeiden

Habermas wird manchmal missverstanden. Er behauptet nicht, dass Menschen immer vernünftig, ehrlich oder machtfrei sprechen. Er behauptet auch nicht, dass jedes Gespräch zu Harmonie führen muss. Seine Theorie zeigt vielmehr, dass Kommunikation einen Maßstab enthält, an dem Täuschung, Manipulation, Ausschluss und Machtkritik überhaupt erkennbar werden.

Ein weiteres Missverständnis lautet, kommunikatives Handeln sei naiv. Tatsächlich ist es anspruchsvoll. Es verlangt faire Verfahren, Zugang zu Informationen, Schutz vor Einschüchterung und die Bereitschaft, Einwände ernst zu nehmen. Gerade deshalb ist Habermas wichtig für Demokratiebildung, Medienkompetenz und Argumentationsanalyse.


Kritik und Grenzen

Habermas' Theorie wurde vielfach diskutiert. Kritikerinnen und Kritiker fragen, ob reale Diskurse jemals so frei von Macht sein können, wie Habermas es als Maßstab beschreibt. Aus Perspektiven von Michel Foucault, Pierre Bourdieu, feministischer Theorie oder Postkolonialismus wird betont, dass Sprache immer auch von Machtverhältnissen, sozialem Status, Bildung, Geschlecht, Herkunft und Institutionen geprägt ist.

Diese Kritik macht Habermas aber nicht überflüssig. Sie kann seine Theorie sogar schärfen: Wenn Verständigung nur unter fairen Bedingungen möglich ist, müssen diese Bedingungen politisch und institutionell hergestellt werden. Habermas liefert also nicht nur eine Gesprächsethik, sondern auch einen Maßstab zur Kritik unfairer Kommunikationsverhältnisse.


Merksätze

  1. Kommunikatives Handeln: Menschen koordinieren ihr Handeln durch begründete Verständigung.
  2. Strategisches Handeln: Menschen setzen Kommunikation ein, um eigene Ziele erfolgreich durchzusetzen.
  3. Geltungsanspruch: Jede ernsthafte Aussage kann auf Verständlichkeit, Wahrheit, Richtigkeit und Wahrhaftigkeit geprüft werden.
  4. Diskurs: Wenn Geltungsansprüche strittig werden, braucht es faire Verfahren der Begründung.
  5. Demokratie: Politische Entscheidungen gewinnen Legitimität, wenn sie öffentlich begründet und kritisierbar sind.
  6. Lebenswelt: Alltag, Kultur, Beziehungen und Identität brauchen Verständigung.
  7. System: Markt, Verwaltung und Macht können notwendig sein, dürfen aber kommunikative Lebensbereiche nicht verdrängen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was steht im Zentrum von Habermas' Theorie des kommunikativen Handelns? (Verständigung durch begründete Kommunikation) (!Herrschaft durch militärische Stärke) (!Erkenntnis nur durch Naturwissenschaft) (!Rückzug aus öffentlicher Diskussion)




Was meint strategisches Handeln bei Habermas vor allem? (Erfolgsorientiertes Handeln mit Blick auf eigene Ziele) (!Spontanes Handeln ohne Zweck) (!Handeln ohne Sprache) (!Handeln ausschließlich in der Kunst)




Welcher Geltungsanspruch fragt danach, ob eine Aussage sachlich zutrifft? (Wahrheit) (!Beliebtheit) (!Geschwindigkeit) (!Lautstärke)




Welcher Geltungsanspruch fragt danach, ob eine Aussage ehrlich gemeint ist? (Wahrhaftigkeit) (!Wirtschaftlichkeit) (!Mehrheit) (!Tradition)




Was bedeutet Öffentlichkeit bei Habermas besonders? (Ein Raum öffentlicher Argumentation und Kritik) (!Ein Ort ohne Regeln) (!Eine private Familienentscheidung) (!Eine rein technische Datenbank)




Was ist ein Diskurs im Sinne von Habermas? (Eine faire Prüfung strittiger Geltungsansprüche) (!Ein Befehl ohne Begründung) (!Ein zufälliges Missverständnis) (!Ein Wettbewerb um Lautstärke)




Was beschreibt der Begriff Lebenswelt bei Habermas? (Alltagswelt gemeinsamer Bedeutungen und Beziehungen) (!Eine Maschine zur Datenverarbeitung) (!Ein Aktienmarkt ohne Menschen) (!Eine Sammlung chemischer Elemente)




Was kritisiert Habermas mit der Kolonialisierung der Lebenswelt? (Das Eindringen von Geld und Machtlogik in kommunikative Lebensbereiche) (!Die Ausbreitung von Pflanzen in Städten) (!Die Verbesserung von Fremdsprachenunterricht) (!Die Erfindung der Buchdruckkunst)




Welche Haltung passt am besten zu kommunikativem Handeln? (Bereitschaft, sich vom besseren Argument überzeugen zu lassen) (!Durchsetzung eigener Interessen um jeden Preis) (!Vermeidung jeder Begründung) (!Täuschung der Gesprächspartner)




Warum ist Habermas für Demokratiebildung wichtig? (Weil er öffentliche Begründung und faire Diskussion betont) (!Weil er Wahlen grundsätzlich ablehnt) (!Weil er nur über Naturgesetze schreibt) (!Weil er politische Sprache für unwichtig hält)





Memory

Kommunikatives Handeln Verständigung
Strategisches Handeln Erfolg
Wahrheit Sachlicher Anspruch
Richtigkeit Normativer Anspruch
Wahrhaftigkeit Ehrlichkeit
Öffentlichkeit Öffentliche Kritik
Lebenswelt Alltagssinn
System Geld und Macht





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Bedeutung
Kommunikatives Handeln Verständigungsorientierte Koordination
Strategisches Handeln Erfolgsorientierte Einflussnahme
Geltungsanspruch Prüfbarer Anspruch einer Aussage
Diskurs Faire Klärung strittiger Gründe
Öffentlichkeit Raum gemeinsamer Meinungsbildung
Lebenswelt Bereich geteilter Alltagserfahrungen
System Bereich von Markt Verwaltung und Macht






Kreuzworträtsel

Diskurs Wie nennt Habermas die faire Prüfung strittiger Geltungsansprüche?
Sprache Welches Medium ist für Habermas die Grundlage sozialer Verständigung?
Wahrheit Welcher Geltungsanspruch fragt nach sachlicher Richtigkeit?
Richtigkeit Welcher Geltungsanspruch fragt nach normativer Geltung?
Wahrhaftigkeit Welcher Geltungsanspruch fragt nach Ehrlichkeit?
Öffentlichkeit Welcher Raum ermöglicht demokratische Kritik und Meinungsbildung?
Lebenswelt Welcher Begriff bezeichnet geteilte Alltagsbedeutungen und Beziehungen?
System Welcher Begriff bezeichnet bei Habermas Markt Verwaltung und Machtlogik?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Jürgen Habermas untersucht, wie Menschen durch

ihr Zusammenleben ordnen. Im kommunikativen Handeln steht die

im Mittelpunkt. Strategisches Handeln ist dagegen vor allem auf

ausgerichtet. Wer eine Aussage macht, erhebt einen

. Die sachliche Prüfbarkeit einer Aussage nennt Habermas

. Die Angemessenheit einer Regel betrifft die

. Die Ehrlichkeit einer sprechenden Person betrifft die

. Wenn Ansprüche strittig werden, braucht es einen fairen

. Die gemeinsame Alltagswelt von Kultur Beziehungen und Bedeutungen nennt Habermas

. Markt Verwaltung und Macht gehören zur Logik des

. Demokratie braucht nach Habermas eine kritische

. Eine gute Diskussion verlangt die Bereitschaft, sich vom besseren

überzeugen zu lassen.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Kommunikationsbeobachtung: Beobachte ein Alltagsgespräch in der Schule, Familie oder Freizeit und beschreibe, ob eher Verständigung oder Strategie im Vordergrund steht.
  2. Begriffskarte: Erstelle eine Mindmap zu den Begriffen kommunikatives Handeln, strategisches Handeln, Geltungsanspruch, Diskurs und Öffentlichkeit.
  3. Beispielsammlung: Sammle fünf Beispiele für kommunikatives Handeln und fünf Beispiele für strategisches Handeln aus Deinem Alltag.
  4. Video-Notizen: Schau das eingebettete Video an und notiere drei Sätze, die Dir helfen, Habermas besser zu verstehen.


Standard

  1. Argumentationsanalyse: Analysiere eine politische Rede oder einen Kommentar danach, welche Geltungsansprüche erhoben werden.
  2. Dialog schreiben: Schreibe einen Streitdialog zuerst strategisch und dann kommunikativ um.
  3. Medienkritik: Untersuche einen Social-Media-Beitrag darauf, ob er Verständigung ermöglicht oder vor allem Reichweite erzeugen will.
  4. Diskursregel: Entwickle fünf Regeln für eine faire Klassendiskussion und begründe sie mit Habermas.


Schwer

  1. Demokratieprojekt: Entwirf ein Modell für eine Schülerkonferenz, in der Entscheidungen nach deliberativen Prinzipien vorbereitet werden.
  2. Fallstudie: Analysiere einen realen gesellschaftlichen Konflikt und prüfe, welche Bedingungen für einen fairen Diskurs fehlen.
  3. Theorievergleich: Vergleiche Habermas' Diskursverständnis mit einer machtkritischen Perspektive von Foucault oder Bourdieu.
  4. Podcast: Produziere eine kurze Audiofolge mit dem Titel „Verständigung oder Strategie?“ und erkläre Habermas anhand aktueller Beispiele.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transferanalyse: Wähle eine aktuelle öffentliche Debatte und beurteile, ob die Beteiligten eher kommunikativ oder strategisch handeln. Begründe Deine Einschätzung mit mindestens drei Kriterien.
  2. Normenkonflikt: Erkläre an einem Beispiel, warum ein Streit über Fairness nicht nur durch Fakten, sondern durch normative Begründungen gelöst werden muss.
  3. Diskursdesign: Entwickle ein Verfahren, mit dem eine Schulklasse eine umstrittene Regel fair diskutieren und entscheiden kann.
  4. Machtkritik: Zeige an einem Beispiel, wie Hierarchie, Angst oder sozialer Status eine scheinbar freie Diskussion beeinflussen können.
  5. Medienurteil: Beurteile, ob eine Kommentarspalte im Internet die Bedingungen eines fairen Diskurses erfüllt. Formuliere anschließend Verbesserungsvorschläge.
  6. Lebensweltanalyse: Erkläre, wie die Logik von Markt, Verwaltung oder Leistung eine kommunikative Alltagssituation verändern kann.
  7. Begründungsprüfung: Prüfe eine Behauptung aus Werbung oder Politik auf Verständlichkeit, Wahrheit, Richtigkeit und Wahrhaftigkeit.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe wiedergeben kannst, sondern Habermas als Analysewerkzeug verwendest. Dein Lernnachweis sollte zeigen, dass Du kommunikatives und strategisches Handeln unterscheiden, Geltungsansprüche erkennen, Diskursbedingungen beurteilen und die Theorie auf reale Kommunikationssituationen übertragen kannst.

  1. Begriffssicherheit: Du erklärst zentrale Fachbegriffe präzise und mit eigenen Beispielen.
  2. Anwendungsfähigkeit: Du analysierst eine konkrete Kommunikationssituation mit Habermas' Begriffen.
  3. Urteilskompetenz: Du bewertest, ob eine Diskussion fair, manipulativ, sachlich oder strategisch geprägt ist.
  4. Transferleistung: Du überträgst die Theorie auf Schule, Politik, Medien oder Beruf.
  5. Reflexion: Du reflektierst Deine eigene Kommunikationsweise und formulierst Verbesserungsmöglichkeiten.
  6. Darstellung: Du präsentierst Deine Ergebnisse klar, nachvollziehbar und mit passenden Begründungen.




OERs zum Thema



Links


aiMOOC-Projekte





Schulfach+

Prüfungsliteratur 2026
Bundesland Bücher Kurzbeschreibung
Baden-Württemberg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Mittlere Reife

  1. Der Markisenmann - Jan Weiler oder Als die Welt uns gehörte - Liz Kessler
  2. Ein Schatten wie ein Leopard - Myron Levoy oder Pampa Blues - Rolf Lappert

Abitur Dorfrichter-Komödie über Wahrheit/Schuld; Roman über einen Ort und deutsche Geschichte. Mittlere Reife Wahllektüren (Roadtrip-Vater-Sohn / Jugendroman im NS-Kontext / Coming-of-age / Provinzroman).

Bayern

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Lustspiel über Machtmissbrauch und Recht; Roman als Zeitschnitt deutscher Geschichte an einem Haus/Grundstück.

Berlin/Brandenburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Der Biberpelz - Gerhart Hauptmann
  4. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Gerichtskomödie; soziales Drama um Ausbeutung/Armut; Komödie/Satire um Diebstahl und Obrigkeit; Roman über Erinnerungsräume und Umbrüche.

Bremen

Abitur

  1. Nach Mitternacht - Irmgard Keun
  2. Mario und der Zauberer - Thomas Mann
  3. Emilia Galotti - Gotthold Ephraim Lessing oder Miss Sara Sampson - Gotthold Ephraim Lessing

Abitur Roman in der NS-Zeit (Alltag, Anpassung, Angst); Novelle über Verführung/Massenpsychologie; bürgerliche Trauerspiele (Moral, Macht, Stand).

Hamburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun

Abitur Justiz-/Machtkritik als Komödie; Großstadtroman der Weimarer Zeit (Rollenbilder, Aufstiegsträume, soziale Realität).

Hessen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  4. Der Prozess - Franz Kafka

Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

Niedersachsen

Abitur

  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

Nordrhein-Westfalen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Komödie über Wahrheit und Autorität; Roman als literarische „Geschichtsschichtung“ an einem Ort.

Saarland

Abitur

  1. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  2. Furor - Lutz Hübner und Sarah Nemitz
  3. Bahnwärter Thiel - Gerhart Hauptmann

Abitur Erinnerungsroman an einem Ort; zeitgenössisches Drama über Eskalation/Populismus; naturalistische Novelle (Pflicht/Überforderung/Abgrund).

Sachsen (berufliches Gymnasium)

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Irrungen, Wirrungen - Theodor Fontane
  4. Der gute Mensch von Sezuan - Bertolt Brecht
  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  6. Der Trafikant - Robert Seethaler

Abitur Mischung aus Klassiker-Drama, sozialem Drama, realistischem Roman, epischem Theater und Gegenwarts-/Erinnerungsroman; zusätzlich Coming-of-age im historischen Kontext.

Sachsen-Anhalt

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Themenfelder)

Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

Schleswig-Holstein

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Recht/Gerechtigkeit und historische Tiefenschichten eines Ortes – umgesetzt über Drama und Gegenwartsroman.

Thüringen

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool)

Abitur In der Praxis häufig Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool; landesweite Einzeltitel je nach Vorgabe/Handreichung nicht einheitlich ausgewiesen.

Mecklenburg-Vorpommern

Abitur

  1. (Quelle aktuell technisch nicht abrufbar; Beteiligung am gemeinsamen Aufgabenpool bekannt)

Abitur Land beteiligt sich am länderübergreifenden Aufgabenpool; konkrete, veröffentlichte Einzeltitel konnten hier nicht ausgelesen werden.

Rheinland-Pfalz

Abitur

  1. (keine landesweit einheitliche Pflichtlektüre; schulische Auswahl)

Abitur Keine landesweite Einheitsliste; Auswahl kann schul-/kursbezogen erfolgen.




aiMOOCs



aiMOOC Projekte












THE MONKEY DANCE



{{#ev:youtube | https://youtu.be/rFhZlg38Zf8?si=9KdMNZYRkRD81YTo%7C 500 | center}}

The Monkey DanceaiMOOCs

  1. Trust Me It's True: #Verschwörungstheorie #FakeNews
  2. Gregor Samsa Is You: #Kafka #Verwandlung
  3. Who Owns Who: #Musk #Geld
  4. Lump: #Trump #Manipulation
  5. Filth Like You: #Konsum #Heuchelei
  6. Your Poverty Pisses Me Off: #SozialeUngerechtigkeit #Musk
  7. Hello I'm Pump: #Trump #Kapitalismus
  8. Monkey Dance Party: #Lebensfreude
  9. God Hates You Too: #Religionsfanatiker
  10. You You You: #Klimawandel #Klimaleugner
  11. Monkey Free: #Konformität #Macht #Kontrolle
  12. Pure Blood: #Rassismus
  13. Monkey World: #Chaos #Illusion #Manipulation
  14. Uh Uh Uh Poor You: #Kafka #BerichtAkademie #Doppelmoral
  15. The Monkey Dance Song: #Gesellschaftskritik
  16. Will You Be Mine: #Love
  17. Arbeitsheft
  18. And Thanks for Your Meat: #AntiFactoryFarming #AnimalRights #MeatIndustry


© The Monkey Dance on Spotify, YouTube, Amazon, MOOCit, Deezer, ...

{{#ev:youtube | https://youtu.be/Ob7etf9QuBo?si=t_NBA71bWg3Rq3LI%7C 500 | center}}



Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen