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Gustav Langenscheidt

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Gustav Langenscheidt




Einleitung

Gustav Langenscheidt war ein deutscher Sprachlehrer, Verleger und Pionier des Fernunterrichts. Er gründete 1856 in Berlin die spätere Verlagsgruppe Langenscheidt und entwickelte zusammen mit Charles Toussaint die Toussaint-Langenscheidt-Methode – ein innovatives Verfahren, mit dem Menschen im 19. Jahrhundert eigenständig Fremdsprachen lernen konnten. Dieser aiMOOC bietet Dir einen umfassenden Überblick über Leben, Werk und Wirkung von Gustav Langenscheidt (1832–1895), die Entstehung seiner Wörterbücher, den Einfluss auf Lexikografie und Fremdsprachendidaktik sowie zahlreiche interaktive Übungen.



Überblick: Wer war Gustav Langenscheidt?



Biografische Eckdaten

  1. Geboren: 21. Oktober 1832 in Berlin
  2. Gestorben: 11. November 1895 in Berlin
  3. Beruf: Sprachlehrer, Verlagsbuchhändler
  4. Bekannt für: Gründung des Langenscheidt-Verlags (1856), Selbstlernkurse und große Wörterbuchprojekte
  5. Ruhestätte: Südwestkirchhof Stahnsdorf



Historischer Kontext

Im 19. Jahrhundert wuchs in Europa der Bedarf an Sprachenlernen durch Industrialisierung, Mobilität und Handel. Lehrwerke, Aussprachehilfen und Korrespondenzkurse verbreiteten sich. Hier setzte Langenscheidt mit seiner Expedition der Unterrichtswerke nach der Methode Toussaint-Langenscheidt an – eine frühe Form des Distance Learning.



Die Methode Toussaint-Langenscheidt



Idee und Aufbau

Die Methode konzentrierte sich auf Lesen und Verstehen mit Interlinearübersetzungen und einer eigens entwickelten Lautschrift. So konnten Lernende ohne Lehrperson systematisch Aussprache und Wortschatz erwerben.



Elemente der Methode

  1. Interlineartexte: Originalsatz – Lautschrift – Wort-für-Wort-Übersetzung
  2. Eigene Lautschrift vor dem IPA
  3. Tägliche Wiederholung und klarer Lernplan
  4. Ergänzungen: später Schallplatten/„Phonotoula“, Sprachführer



Bedeutung

Die Methode gilt als Meilenstein der Fremdsprachendidaktik und machte Langenscheidt zu einem Wegbereiter des Selbststudiums und des Fernunterrichts.



Der Verlag Langenscheidt



Gründung und frühe Jahre

1856 gründete Langenscheidt in Berlin die Verlagsfirma (zunächst als Expedition der Unterrichtswerke…). Aus den Lernbriefen entstanden bald umfangreiche Wörterbücher und Sprachführer.



Große Wörterbuchprojekte

  1. Französisch–Deutsch/Deutsch–Französisch (ab 1869, Veröffentlichung in Bänden bis 1880)
  2. Englisch–Deutsch/Deutsch–Englisch (Mitwirkung u. a. Eduard Muret, Daniel Sanders; Veröffentlichung nach 1895)
  3. Später breitete sich das Programm auf viele Sprachen aus (vom Reisesprachführer bis zum Großwörterbuch).



Orte und Spuren in Berlin

  1. Frühe Standorte in Kreuzberg nahe Anhalter Bahnhof
  2. Neubau in der Crellestraße (frühes 20. Jh.)
  3. Gustav-Langenscheidt-Schule in Schöneberg als Namensgeber
  4. Langenscheidtbrücke in Schöneberg



Wirkung und Nachwirkung



Beiträge zur Lexikografie und Didaktik

  1. Starker Impuls für Lexikografie und Lernerorientierung
  2. Standardisierung von Aussprachehilfen und Transkriptionen
  3. Popularisierung des Selbstlernens lange vor E-Learning



Rezeption und Marke

Das gelbe Erscheinungsbild mit markantem L wurde zum Symbol für Sprachenlernen im deutschsprachigen Raum. Heute gehört die Marke Langenscheidt zur Klett-Gruppe, viele Inhalte werden digital weitergeführt.



Quellen und weiterführende Artikel

  1. Gustav Langenscheidt (Biografie)
  2. Toussaint-Langenscheidt-Methode
  3. Verlagsgeschichte Langenscheidt
  4. Lexikografie
  5. Phonetik
  6. IPA
  7. Fernunterricht
  8. Gustav-Langenscheidt-Schule



Interaktive Aufgaben



Quiz: Teste Dein Wissen

Wann gründete Gustav Langenscheidt seinen Verlag? (1856) (!1848) (!1871) (!1901)

Mit wem entwickelte Gustav Langenscheidt seine Methode? (Charles Toussaint) (!Eduard Muret) (!Jacob Grimm) (!Wilhelm Viëtor)

Welches Element gehörte zur Toussaint-Langenscheidt-Methode? (Interlinearübersetzung) (!Stures Auswendiglernen ohne Texte) (!Nur Grammatikregeln) (!Ausschließlich mündliche Übungen)

Welche Stadt ist mit Langenscheidts Leben besonders verbunden? (Berlin) (!München) (!Leipzig) (!Wien)

Welche Gattung prägte Langenscheidts Verlag besonders? (Wörterbücher) (!Romane) (!Theaterstücke) (!Zeitungen)

Wie unterstützte die Methode die Aussprache? (Durch eine eigene Lautschrift) (!Nur durch IPA) (!Durch Tonbandkassetten im 19. Jh.) (!Ohne jede Aussprachehilfe)

Welche Brücke in Berlin trägt seinen Namen? (Langenscheidtbrücke) (!Oberbaumbrücke) (!Weidendammer Brücke) (!Glienicker Brücke)

Welche Schule ist nach ihm benannt? (Gustav-Langenscheidt-Schule) (!Alexander-von-Humboldt-Schule) (!Friedrich-Schiller-Gymnasium) (!Heinrich-Heine-Schule)

Welches Fachgebiet beschreibt die Arbeit an Wörterbüchern? (Lexikografie) (!Kartografie) (!Numismatik) (!Botanik)

Welche Lernform förderte Langenscheidt besonders? (Selbststudium/Fernunterricht) (!Frontalunterricht) (!Präsenzpflicht ohne Material) (!Nur Laborunterricht)






Memory

Gründungsjahr des Verlags 1856
Kooperationspartner der Methode Charles Toussaint
Zentrales Methodenelement Interlinearübersetzung
Eigene Aussprachehilfe Lautschrift
Benannte Berliner Brücke Langenscheidtbrücke
Benannte Schule Gustav-Langenscheidt-Schule






Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Stationen im Leben/Wirken von Gustav Langenscheidt
Erste Lernbriefe Französisch 1
Verlagsgründung in Berlin 2
Großprojekt Wörterbuch Französisch–Deutsch 3
Erweiterung auf Englisch–Deutsch 4
Namensgebung von Brücke/Schule 5




Kreuzworträtsel

Berlin In welcher Stadt wurde Gustav Langenscheidt geboren?
Verleger Welcher Beruf beschreibt seine Tätigkeit im Buchhandel?
Wörterbuch Welche Publikationsgattung prägte seinen Verlag besonders?
Phonetik Welches Fachgebiet befasst sich mit Lauten und Aussprache?
Schöneberg In welchem Berliner Bezirk liegt die nach ihm benannte Schule?
Fernlernen Welche Lernform förderte seine Methode?






LearningApps



Lückentext

Vervollständige den Text.
Gustav Langenscheidt gründete seinen Verlag im Jahr

in der Stadt

.
Gemeinsam mit

entwickelte er eine Methode für das

.
Ein zentrales Element war die

, ergänzt durch eine eigene

.
Bekannt wurde der Verlag durch umfangreiche

und praktische

.
Nach seinem Tod wurde die Arbeit durch seinen Sohn

fortgeführt und das Programm auf weitere

ausgedehnt.
In Berlin erinnern die

und eine

an sein Wirken.





Offene Aufgaben

Leicht

  1. Steckbrief erstellen: Erstelle einen Steckbrief zu Gustav Langenscheidt mit Lebensdaten, Beruf und Hauptwerken.
  2. Zeitleiste zeichnen: Skizziere eine Zeitleiste seiner wichtigsten Stationen (1856, Wörterbuchprojekte, Spuren in Berlin).
  3. Begriffsnetz: Verbinde Begriffe wie Interlinearübersetzung, Lautschrift, Fernunterricht in einem Mindmap.
  4. Bildbeschreibung: Beschreibe ein Porträt von Gustav Langenscheidt aus Wikimedia Commons.

Standard

  1. Methodenvergleich: Vergleiche die Methode mit heutiger Fremdsprachendidaktik (z. B. kommunikative Ansätze).
  2. Quellenarbeit: Untersuche ein Vorwort eines historischen Sprachführers hinsichtlich Lernzielen und Zielgruppe.
  3. Ortsrecherche: Recherchiere Spuren des Verlags in Berlin (z. B. Crellestraße, Langenscheidtbrücke, Schule) und halte sie auf einer Karte fest.
  4. Interview führen: Befrage Angehörige/Lehrkräfte: Wie haben sie mit Wörterbüchern gelernt? Welche Rolle spielen heute Apps?

Schwer

  1. Kursbaustein entwickeln: Entwirf 3 Lektionen eines Mini-Sprachkurses im Stil der Toussaint-Langenscheidt-Methode mit Interlineartexten.
  2. Wörterbuch-Mikroprojekt: Erstelle 20 Einträge eines zweisprachigen Mini-Wörterbuchs mit Angaben zu Aussprache und Beispielsätzen.
  3. Medienanalyse: Vergleiche ein modernes Lernvideo mit den Prinzipien von 1856 und leite übertragbare Designprinzipien ab.
  4. Essay: Beurteile, inwiefern Langenscheidt als „Pionier des Fernunterrichts“ gelten kann – mit Belegen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen




Lernkontrolle

  1. Transfer: Übertrage die Interlinearidee auf ein heutiges E-Learning-Format (z. B. App-Screen), begründe Deine Designwahl.
  2. Begründung: Erkläre, warum eine eigene Lautschrift im 19. Jh. sinnvoll war und wodurch sie später vom IPA abgelöst wurde.
  3. Analyse: Welche strukturellen Bedingungen machten 1856 einen Fernunterricht per Lernbrief möglich?
  4. Vergleich: Stelle Vor- und Nachteile von Selbststudium vs. Schulunterricht anhand der Methode heraus.
  5. Reflexion: Wie würdest Du ein zweisprachiges Lernerwörterbuch heute aufbauen, damit es Einsteigerinnen und Einsteiger optimal unterstützt?





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