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Gotthilf Fischer und seine Chöre – Der reichste Fürst (Württemberger Lied)

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Gotthilf Fischer und seine Chöre – Der reichste Fürst (Württemberger Lied)




Gotthilf Fischer und seine Chöre – Der reichste Fürst (Württemberger Lied)

Der reichste Fürst, häufig nach seiner Anfangszeile „Preisend mit viel schönen Reden“ benannt, ist eine Ballade von Justinus Kerner aus dem Jahr 1818. In vertonter Form wurde sie zu einem der bekanntesten historischen Lieder Württembergs und gilt als inoffizielle württembergische Regionalhymne. Im Mittelpunkt steht Eberhard im Bart, der 1495 zum ersten Herzog von Württemberg erhoben wurde. Das Lied erzählt jedoch keine protokollarisch gesicherte Szene, sondern gestaltet eine historische Sage literarisch aus.[1]

Die Interpretation von Gotthilf Fischer und seinen Chören verbindet dieses ältere regionale Liedgut mit der Tradition großer Laienchöre im südwestdeutschen Raum. Die Aufnahme ist auf dem 2002 erschienenen Album Die Strasse der Lieder dokumentiert und hat eine Länge von etwa 4:18 Minuten.[2]

Hinweis zu Medien und Urheberrecht: Der historische Kerner-Text und die überlieferte Volksmelodie sind gemeinfrei. Moderne Arrangements, konkrete Notenausgaben und Tonaufnahmen können dagegen eigene Schutzrechte besitzen. Deshalb werden hier weder die vollständige Fischer-Partitur noch eine vollständige Transkription der Aufnahme wiedergegeben. Die eingebetteten Videos bleiben beim jeweiligen Anbieter; die verwendeten Wikimedia-Commons-Dateien sind gemeinfrei oder frei lizenziert.


Einleitung

In diesem aiMOOC untersuchst Du das Württemberger Lied aus vier miteinander verbundenen Perspektiven: Geschichte, regionale Identität, musikalische Gestaltung und gemeinschaftliches Singen. Dabei geht es nicht nur darum, wann das Lied entstand. Du lernst auch, wie historische Figuren in Liedern zu Symbolen werden, wie Chorgesang Gemeinschaft herstellen kann und warum dasselbe Lied zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich verstanden wird.

Du arbeitest mit Quellenkritik, Musikanalyse, Chormusik, Regionalgeschichte, Ballade, Heimatlied und Erinnerungskultur. Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen belegbaren historischen Ereignissen und späteren literarischen oder musikalischen Deutungen.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, wie Kerners Ballade mit Eberhard im Bart und dem Wormser Reichstag von 1495 zusammenhängt. Du kannst die Rolle des Liedes für württembergische Regionalidentität beschreiben, Merkmale einer gemeinschaftsorientierten Chorinterpretation untersuchen und historische Aussage, Sage, Erinnerungskultur und musikalische Wirkung voneinander unterscheiden. Außerdem kannst Du rechtssicher mit historischen Noten, kurzen Zitaten, freien Bildern und selbst erstellten Analysebeispielen umgehen.


Geschichte des Württemberger Lieds


Justinus Kerner und die Entstehung 1818

Justinus Kerner lebte von 1786 bis 1862. Er war Arzt, Dichter und eine wichtige literarische Persönlichkeit Württembergs. 1818 schrieb er die Ballade Der reichste Fürst. Der Text entstand damit mehr als drei Jahrhunderte nach der Zeit Eberhards im Bart.

Die Ballade entstand in einer Phase, in der das Königreich Württemberg noch vergleichsweise jung war und Fragen nach Verfassung, Herrschaft, politischer Mitwirkung und regionaler Zusammengehörigkeit intensiv diskutiert wurden. In der landesgeschichtlichen Forschung wird deshalb auch danach gefragt, ob Kerners Ideal eines vertrauensvollen Verhältnisses zwischen Herrscher und Bevölkerung vor dem Hintergrund des württembergischen Verfassungskonflikts gelesen werden kann. Diese Deutung ist eine historische Interpretation und nicht mit einer ausdrücklichen politischen Erklärung Kerners gleichzusetzen.[3]


Eberhard im Bart und der Reichstag zu Worms

Eberhard im Bart wurde 1445 geboren und starb 1496. Auf dem Reichstag zu Worms 1495 wurde Württemberg zum Herzogtum erhoben; aus Graf Eberhard V. wurde Herzog Eberhard I. Die Erhebung zum Herzogtum ist historisch belegt. LEO-BW weist außerdem darauf hin, dass Eberhard 1495 für das neue Herzogtum eine Landesordnung unterzeichnete.[4]

Die im Lied erzählte Fürstenrunde ist dagegen als Sagenstoff zu behandeln. Der literarische Text verdichtet Geschichte: Verschiedene Fürsten vergleichen sinnbildlich den Reichtum ihrer Länder. Eberhard gewinnt den Vergleich nicht durch Bodenschätze, Städte oder wirtschaftliche Macht, sondern durch das ihm zugeschriebene Vertrauen seiner Untertanen. Die Ballade verwandelt damit eine historische Herrscherfigur in ein moralisches Modell.


Melodie und frühe Verbreitung

Gesungen wird Kerners Text nach einer älteren Volksmelodie, die unter dem Titel In des Waldes tiefsten Gründen überliefert ist. Die Melodie war bereits vor Kerners Ballade bekannt und wurde 1801 in einem Liederbuch gedruckt. Ein früher gemeinsamer Druck von Kerners Text und dieser Melodie ist für 1823 belegt.[5]

In den 1840er-Jahren verbreitete sich das Lied stark in Liederbüchern und Liedflugschriften. Es wurde dadurch Teil einer breiteren Erinnerungskultur, in der Eberhard als guter, gerechter und volksnaher Landesherr idealisiert wurde. Eine Untersuchung zu südwestdeutschen Regionalhymnen beschreibt solche Lieder als symbolische Verdichtungen von Geschichte, die Gemeinschaftsgefühl erzeugen können.[6]

Die Commons-Datei von 1844 zeigt, dass das Lied früh in gedruckten Liedsammlungen präsent war. Solche historischen Drucke sind besonders wertvoll, weil Du an ihnen untersuchen kannst, wie Musik, Bild und regionale Geschichte miteinander verbunden wurden.


Inhaltserschließung

Die Ballade ist wie ein dramatischer Vergleich aufgebaut. Zuerst treten mehrere Herrscher auf, deren Länder durch unterschiedliche Formen materiellen Wohlstands gekennzeichnet werden. Danach folgt Eberhard als Gegenfigur. Sein Land erscheint im Vergleich weniger reich an sichtbaren Schätzen. Die Pointe verändert jedoch die Bedeutung des Wortes Reichtum: Entscheidend wird nicht materieller Besitz, sondern gesellschaftliches Vertrauen.

Dadurch entsteht eine klare Wertestruktur. Wirtschaftliche Ressourcen, politische Größe und Repräsentation werden einem Ideal von Loyalität, Nähe und sozialem Zusammenhalt gegenübergestellt. Für eine historische Analyse ist wichtig, dass diese Gegenüberstellung nicht als objektive Beschreibung des spätmittelalterlichen Württemberg gelesen werden darf. Sie ist eine literarische Konstruktion des 19. Jahrhunderts.

Da das Lied deutschsprachig ist, ist keine Übersetzung nötig. Historische Wörter lassen sich jedoch in heutiges Deutsch übertragen: Kleinod meint einen besonders wertvollen Schatz, Untertan bezeichnet einen Menschen in einer vormodernen Herrschaftsordnung, und der Kaisersaal gehört zur szenischen Ausgestaltung der Ballade und darf nicht als wörtliches Sitzungsprotokoll verstanden werden.


Regionale Identität und Erinnerungskultur


Vom historischen Lied zur Regionalhymne

Das Württemberger Lied ist keine gesetzlich festgelegte Hymne des heutigen Landes Baden-Württemberg. Es wurde jedoch über lange Zeit als inoffizielle württembergische Hymne verstanden. Gerade darin liegt seine Bedeutung für Regionale Identität: Ein Lied kann Zugehörigkeit ausdrücken, ohne staatlich vorgeschrieben zu sein.

Die Badische Landesbibliothek dokumentiert, dass auch nach der Gründung Baden-Württembergs ältere regionale Liedtraditionen fortwirkten. Württemberger griffen weiterhin auf Kerners Lied zurück, während im badischen Landesteil das Badnerlied und in Hohenzollern das Zollernlied eine vergleichbare identitätsstiftende Funktion erfüllen konnten.[7]


Die Eberhardsgruppe als Erinnerung in Stein

Zwischen 1879 und 1881 schuf der Bildhauer Paul Müller die sogenannte Eberhardsgruppe im Stuttgarter Schlossgarten. Die Skulptur greift die zentrale Bildidee von Kerners Ballade auf und übersetzt Literatur in ein öffentliches Denkmal. Damit lässt sich besonders gut zeigen, wie Erinnerungskultur funktioniert: Ein Gedicht prägt ein Bild von Geschichte, und dieses Bild wird anschließend wiederum in Kunst und öffentlichem Raum sichtbar.

Die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg erinnerten 2018 zum 200-jährigen Jubiläum der Ballade ausdrücklich an diesen Zusammenhang zwischen Kerner, Eberhard und späterer Denkmaltradition.[8]


Chorgesang und gemeinschaftliches Singen in Württemberg

Im 19. Jahrhundert entstanden in Württemberg zahlreiche Gesangvereine, Liederkränze und Sängerfeste. Das gemeinsame Singen war nicht nur musikalische Freizeitbeschäftigung, sondern auch eine Form bürgerlicher Öffentlichkeit. Vereine boten Räume für Geselligkeit, kulturelle Selbstorganisation und teilweise auch politische Kommunikation.

Frühe Gesangsvereine entstanden in Württemberg bereits in den 1810er- und 1820er-Jahren. 1827 fand in Plochingen ein frühes schwäbisches Liederfest statt. Der Schwäbische Sängerbund formierte sich 1849/50 und wurde zu einer wichtigen Institution des regionalen Chorwesens.[9]

Das Württemberger Lied passte gut in diese Kultur: Es ist strophisch, leicht wiedererkennbar und kann von größeren Gruppen gemeinsam gesungen werden. Genau diese Eigenschaften fördern eine gemeinschaftliche Wirkung. Wenn viele Stimmen denselben Text zur selben Zeit artikulieren, wird Zugehörigkeit nicht nur beschrieben, sondern körperlich und akustisch erlebt.


Gotthilf Fischer und die Fischer-Chöre

Gotthilf Fischer lebte von 1928 bis 2020. Aus seiner Chorarbeit im Raum Stuttgart entwickelte sich die Gemeinschaft der Fischer-Chöre, die mit großen gemischten Chören und Männerchören bekannt wurde. Fischer übernahm 1946 den Gesangverein in Deizisau; später kamen weitere Chöre hinzu. Fernsehsendungen, Konzertreisen und große öffentliche Auftritte machten die Chöre bundesweit bekannt.[10]

Die Aufnahme von Der reichste Fürst erschien 2002 im Album Die Strasse der Lieder. Die zugänglichen Streaming-Metadaten nennen Gotthilf Fischer und seine Chöre als Interpreten, eine Spieldauer von ungefähr 4:18 Minuten und Koch/Universal als Rechteinhaber der Aufnahme.[11]

Die Fischer-Version blieb auch im 21. Jahrhundert regional präsent. In den veröffentlichten Listen der SWR1-Hitparade erreichte sie beispielsweise 2021 und 2022 erneut auffällige Platzierungen, was auf eine fortdauernde Bekanntheit im Sendegebiet hinweist.[12]


Musikalische Analyse


Form und Melodietyp

Das Lied ist grundsätzlich strophisch angelegt: Mehrere Textstrophen werden auf dieselbe Grundmelodie gesungen. Diese Form ist typisch für viele Volks- und Gemeinschaftslieder, weil eine einmal gelernte Melodie für umfangreichere Texte wiederverwendet werden kann.

Die Melodie ist tonal organisiert und in deutlich gegliederten Phrasen gebaut. Wiederkehrende Kadenzpunkte unterstützen die Orientierung. Für das gemeinsame Singen ist außerdem wichtig, dass der musikalische Verlauf den Versbau nachvollziehbar macht. Dadurch bleiben Text und musikalische Form eng gekoppelt.


Chorsatz und Klangwirkung bei Fischer

Die Fischer-Aufnahme ist auf einen geschlossenen, gemeinschaftlichen Großchorklang hin angelegt. Für die Höranalyse sind besonders folgende Kriterien geeignet: Gleichzeitigkeit der Stimmen, Textverständlichkeit, Lautstärkesteigerungen, Wiederholung von Textzeilen, Wechsel zwischen voller Chorwirkung und eventuell dünner besetzten Momenten sowie die Rolle der instrumentalen Begleitung.

Eine im Internet verbreitete Akkordfassung der Fischer-Version zeigt funktional-tonale Begleitung und mehrfach wiederholte Textzeilen. Sie ist jedoch keine autoritative Originalpartitur. Deshalb wird sie hier nicht reproduziert. Entscheidend ist vielmehr das hörende Vergleichen: Wirkt der Satz überwiegend homophon, also rhythmisch gemeinsam, oder treten einzelne Stimmen selbstständig hervor? Welche Stellen erzeugen besonders stark den Eindruck von Gemeinschaft?


Selbst erstelltes Score-Beispiel: syllabische Textnähe

Das folgende Beispiel ist frei erfunden und stammt nicht aus der Originalmelodie. Es zeigt nur, wie eine einfache, gut mitsingbare Phrase durch überwiegend gleichmäßige Notenwerte entstehen kann.


\relative c' {
  \key c \major
  \time 4/4
  c4 c8 d e4 e |
  f4 e d2
}

Eine solche rhythmische Klarheit kann Gruppen helfen, gemeinsam zu artikulieren. Für die Analyse des Württemberger Lieds prüfst Du selbst, an welchen Stellen die reale Aufnahme ähnlich textnah wirkt.


Selbst erstelltes Score-Beispiel: homophone Bündelung

Auch dieses Miniaturbeispiel ist neu geschaffen und enthält keine Originalmelodie. Zwei Stimmen bewegen sich gleichzeitig in demselben Rhythmus. Das veranschaulicht das Prinzip homophoner Chorwirkung.


\new Staff <<
  \new Voice = "oben" \relative c'' {
    \voiceOne
    g4 a g e |
    f4 e d2
  }
  \new Voice = "unten" \relative c' {
    \voiceTwo
    e4 f e c |
    d4 c b2
  }
>>

Wenn viele Sängerinnen und Sänger rhythmisch gemeinsam einsetzen, kann der Text besonders geschlossen und feierlich wirken.


Selbst erstelltes Score-Beispiel: Kadenz als gemeinsamer Zielpunkt

Das dritte Beispiel demonstriert nur das Prinzip eines gemeinsamen harmonischen Abschlusses. Es ist ebenfalls kein Ausschnitt aus der Fischer-Aufnahme.


\relative c' {
  \key c \major
  \time 4/4
  f4 a g f |
  d4 g c,2
}

Achte beim Hören darauf, ob Phrasenenden im Original ähnlich als gemeinsame Zielpunkte inszeniert werden.


Hörvergleich

Diese Aufnahme wird in der Wikipedia als Aufnahme der Fischer-Chöre verlinkt. Nutze sie für eine strukturierte Höranalyse. Notiere zu Beginn keine Wertung, sondern beobachtbare Merkmale: Besetzung, Tempoeindruck, Dynamik, Textverständlichkeit, Satzdichte, Begleitung und Wiederholungen.

Das zweite Video zeigt eine andere chorische Darbietung und eignet sich für einen Vergleich. Frage Dich: Welche Unterschiede entstehen durch Chorbesetzung, Raumklang, Tempo, Phrasierung und Interpretation? Welche Version wirkt stärker als Konzertvortrag, welche stärker als gemeinschaftliches Singen?


Besonderheiten

Eine Besonderheit des Liedes liegt in der Verbindung sehr verschiedener Zeitebenen. Ein Ereignis des späten 15. Jahrhunderts wird im frühen 19. Jahrhundert literarisch neu gestaltet, im 19. Jahrhundert zum regionalen Identitätssymbol, später in Chören und Medien weitergetragen und schließlich in einer kommerziellen Aufnahme der Fischer-Chöre des Jahres 2002 erneut aktualisiert.

Ebenso wichtig ist die Verschiebung des Reichtumsbegriffs. Die Ballade setzt sichtbaren Besitz und politischen Glanz gegen einen immateriellen Wert: Vertrauen zwischen Herrschaft und Bevölkerung. Gerade diese moralische Pointe erklärt, warum die Figur Eberhards über Jahrhunderte als Symbolfigur verwendet werden konnte.

Aus heutiger Sicht solltest Du diese Botschaft zugleich kritisch lesen. Der historische Begriff des Untertanen gehört zu einer vormodernen, hierarchischen Gesellschaft. Das Lied idealisiert Herrschaft und soziale Harmonie. Eine moderne Auseinandersetzung fragt deshalb nicht nur, welche Identität das Lied stiftet, sondern auch, welche Konflikte und gesellschaftlichen Gruppen in dieser idealisierten Darstellung unsichtbar bleiben.


Medien- und Quellenkompetenz

Bei historischen Liedern können Text, Melodie, Arrangement und Aufnahme unterschiedliche urheberrechtliche Situationen haben. Für dieses Thema gilt: Kerners Text ist wegen seines Todesjahres 1862 gemeinfrei. Die traditionelle Melodie ist ebenfalls gemeinfrei. Eine moderne Chorpartitur kann jedoch als Bearbeitung geschützt sein, und die Fischer-Tonaufnahme von 2002 ist als konkrete Aufnahme geschützt.

Die hier verwendeten Wikimedia-Commons-Bilder sind jeweils auf ihrer Dateiseite mit Lizenzangaben dokumentiert. Dazu gehören gemeinfreie historische Darstellungen, CC0-Dateien und frei lizenzierte Fotografien. Bei einer Weiterverwendung außerhalb von Wikimedia solltest Du immer die jeweilige Dateiseite öffnen und Urheber, Lizenz und erforderliche Namensnennung prüfen.


Freie Medienauswahl

Medium Lernfunktion Lizenzstatus laut Commons
Porträt des Chorleiters, Bezug zur Interpretation GFDL
Autor der Ballade Gemeinfrei
Historische Darstellung Eberhards Gemeinfrei
Zeitgenössischer Bezug zum Wormser Reichstag Gemeinfrei
Erinnerungskultur und Umsetzung der Ballade als Denkmal CC0
Historischer Lieddruck und Verbreitung CC BY-SA 4.0
Historisches Symbol Württembergs Gemeinfrei


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wer schrieb die Ballade Der reichste Fürst? (Justinus Kerner) (!Gotthilf Fischer) (!Friedrich Schiller) (!Ludwig Uhland)




In welchem Jahr entstand Kerners Ballade? (1818) (!1495) (!1801) (!2002)




Welche historische Figur steht im Mittelpunkt des Liedes? (Eberhard im Bart) (!Friedrich der Große) (!Maximilian II) (!Karl der Große)




Welches historische Ereignis ist für Eberhards Stellung als Herzog entscheidend? (Die Erhebung Württembergs zum Herzogtum) (!Die Gründung des Deutschen Kaiserreichs) (!Die Badische Revolution) (!Die Auflösung des Königreichs Württemberg)




Wie ist die Erzählung der Fürstenrunde historisch einzuordnen? (Als literarisch gestalteter Sagenstoff) (!Als stenografisches Reichstagsprotokoll) (!Als moderne Reportage) (!Als kirchliche Urkunde)




Welche musikalische Form prägt das Lied grundsätzlich? (Strophische Liedform) (!Fuge) (!Sonatenhauptsatzform) (!Zwölftonreihe)




Welche Funktion kann gemeinsames Singen bei Regionalhymnen haben? (Es kann Zugehörigkeit und Gemeinschaft erfahrbar machen) (!Es ersetzt historische Quellen vollständig) (!Es verhindert unterschiedliche Deutungen) (!Es macht jede Aufführung politisch verbindlich)




Wann erschien die dokumentierte Fischer-Aufnahme auf dem Album Die Strasse der Lieder? (2002) (!1818) (!1495) (!1946)




Warum wird im aiMOOC keine vollständige Fischer-Partitur wiedergegeben? (Weil moderne Arrangements eigene Schutzrechte besitzen können) (!Weil Notenschrift grundsätzlich verboten ist) (!Weil historische Lieder nie notiert wurden) (!Weil Chorwerke nur mündlich überliefert werden dürfen)




Was zeigen die selbst erstellten Score-Beispiele? (Allgemeine Analyseprinzipien ohne Originalmelodie) (!Die vollständige Fischer-Partitur) (!Eine urheberrechtlich geschützte Orchesterstimme) (!Die komplette historische Volksmelodie)





Memory

Justinus Kerner Autor der Ballade
Eberhard im Bart Historische Symbolfigur
Worms Ort des Reichstags
Fischer-Chöre Großchortradition
Eberhardsgruppe Denkmal im Schlossgarten
Strophenlied Wiederkehrende Grundmelodie
Regionalhymne Musikalischer Zugehörigkeitsausdruck





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Ballade Literarische Gestaltung historischer Stoffe
Sage Überlieferte Erzählung mit historischem Bezug
Homophonie Rhythmisch gebündelte Mehrstimmigkeit
Gesangverein Organisierte Form gemeinschaftlichen Singens
Erinnerungskultur Gesellschaftlicher Umgang mit Vergangenheit
Regionalidentität Zugehörigkeit zu einem bestimmten Raum






Kreuzworträtsel

Kerner Wie lautet der Nachname des Dichters von Der reichste Fürst?
Worms In welcher Stadt fand der für das Lied wichtige Reichstag statt?
Eberhard Wie heißt die historische Hauptfigur mit Vornamen?
Ballade Welche literarische Gattung hat Kerners Text?
Württemberg Welche Region steht im Zentrum des Liedes?
Homophonie Wie heißt eine Satzweise mit rhythmisch gemeinsam geführten Stimmen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Justinus Kerner schrieb die Ballade im Jahr

. Im Mittelpunkt steht

im Bart. Das historisch belegte Schlüsselereignis ist die Erhebung Württembergs zum

. Die erzählte Fürstenrunde ist als literarisch gestalteter

zu verstehen. Musikalisch ist das Lied grundsätzlich

aufgebaut. Gemeinsames Chorsingen kann regionale

erfahrbar machen. Die Fischer-Aufnahme erschien auf dem Album

. Moderne Arrangements können trotz gemeinfreier historischer Vorlage eigene

besitzen.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Hörprotokoll: Höre die Fischer-Aufnahme und notiere fünf rein beobachtbare musikalische Merkmale, ohne sie zunächst zu bewerten.
  2. Bildanalyse: Beschreibe die Eberhardsgruppe im Stuttgarter Schlossgarten und erkläre, welche Idee der Ballade bildlich dargestellt wird.
  3. Begriffskarte: Gestalte eine Karte mit den Begriffen Ballade, Sage, Regionalhymne, Chor und Erinnerungskultur und verbinde sie sinnvoll.
  4. Quellenvergleich: Vergleiche ein historisches Porträt Eberhards mit dem späteren Denkmal und notiere Unterschiede in der Darstellung.


Standard

  1. Strophenstruktur: Erstelle ein Schaubild zur inhaltlichen Dramaturgie der Ballade, ohne den vollständigen Liedtext abzuschreiben.
  2. Chorklang: Vergleiche die beiden eingebetteten Choraufnahmen hinsichtlich Besetzung, Tempo, Dynamik, Satzdichte und Textverständlichkeit.
  3. Regionalidentität: Befrage mindestens drei Personen dazu, ob sie das Württemberger Lied kennen und in welchem Zusammenhang sie es erlebt haben. Werte die Antworten anonymisiert aus.
  4. Medienrecht: Prüfe bei drei verwendeten Commons-Dateien die Lizenzseite und erstelle korrekte Namensnennungen für eine eigene Präsentation.


Schwer

  1. Historische Quellenkritik: Recherchiere zum Wormser Reichstag von 1495 und trenne in einer Tabelle belegbare Fakten von späteren Legendenmotiven.
  2. Erinnerungskultur: Untersuche, wie Eberhard im Bart in Literatur, Denkmal, Lied und moderner Medienaufnahme jeweils anders dargestellt wird.
  3. Chorarrangement: Komponiere mit der Score-Erweiterung ein eigenes acht- bis zwölf-taktiges, vollständig neues Chorbeispiel, das Gemeinschaft durch homophone Rhythmik erzeugt.
  4. Regionallieder im Vergleich: Vergleiche das Württemberger Lied mit dem Badnerlied oder Zollernlied in Bezug auf Raumbezug, Geschichtsbild, Singanlass und Gemeinschaftsfunktion.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Geschichte und Sage: Erkläre an zwei Beispielen, warum das Lied zugleich historische Bezüge enthält und trotzdem nicht als unmittelbare Quelle für das Jahr 1495 gelesen werden darf.
  2. Reichtumsbegriff: Analysiere, wie die Ballade den Begriff Reichtum umdeutet, und übertrage dieses Prinzip auf eine heutige gesellschaftliche Debatte.
  3. Chor und Gemeinschaft: Erkläre, welche musikalischen Eigenschaften gemeinschaftliches Singen erleichtern und wie dadurch soziale Zugehörigkeit entstehen kann.
  4. Interpretationsvergleich: Vergleiche zwei Choraufnahmen und begründe, welche unterschiedlichen Bedeutungen durch Tempo, Dynamik, Besetzung und Klang entstehen.
  5. Erinnerungskultur: Zeige am Beispiel der Eberhardsgruppe, wie ein literarischer Text die Wahrnehmung einer historischen Person über lange Zeit prägen kann.
  6. Urheberrechtstransfer: Entwickle ein rechtssicheres Medienkonzept für ein eigenes Unterrichtsvideo zum Lied und unterscheide gemeinfreie Werke, freie Lizenzen und geschützte Aufnahmen.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du die Entstehung der Ballade 1818, den historischen Bezug auf Eberhard im Bart und den Wormser Reichstag 1495, die Überlieferung der älteren Volksmelodie, die Entwicklung zur württembergischen Regionalhymne und die Bedeutung der Sängerbewegung im 19. Jahrhundert erklären können. Ebenso wichtig sind eine eigenständige Höranalyse der Fischer-Aufnahme, die Unterscheidung von Geschichte und Sage, eine reflektierte Deutung regionaler Identität sowie ein sicherer Umgang mit Urheberrecht und freien Medien.

Als Lernprodukt eignen sich beispielsweise eine kommentierte Audioanalyse, ein Quellenportfolio, eine Ausstellung zur Erinnerungskultur, ein selbst produzierter Podcast oder ein eigenes kurzes Chorstück mit frei erfundenem musikalischem Material.




Quellen und Mediennachweise

  1. Wikipedia:Preisend mit viel schönen Reden: Überblick zu Entstehung, Melodie, Wirkung und Weblinks.
  2. LEO-BW: Landesgeschichtliche Informationen zu Württemberg und zur Landesordnung von 1495.
  3. RegionaliaOpen: Untersuchung zu südwestdeutschen Regionalhymnen und regionaler Identität.
  4. Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg: Beitrag zum 200-jährigen Jubiläum der Ballade und zur Eberhardsgruppe.
  5. Wikimedia Commons: Lizenzinformationen zu Gotthilf Fischer, Justinus Kerner, Eberhard im Bart, Wormser Reichstag, Eberhardsgruppe, historischem Lieddruck und Württemberg-Wappen.
  6. SWR1: Veröffentlichte Hitparadenlisten als Beleg für die fortdauernde regionale Rezeption der Fischer-Aufnahme.
  7. Apple Music und Spotify: Metadaten zur Aufnahme von Gotthilf Fischer und seinen Chören aus dem Jahr 2002.
  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Preisend_mit_viel_sch%C3%B6nen_Reden – Überblick zu Text, Melodie und Wirkungsgeschichte, abgerufen am 17.09.2026.
  2. https://open.spotify.com/intl-de/track/2VG7bqPcT0cjipkHYYBJrE – Metadaten zur Aufnahme, abgerufen am 17.09.2026.
  3. https://gkv.geschichtsverein-koengen.de/altehomepage/Gesch1806-1850.htm – Darstellung Württembergs in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, abgerufen am 17.09.2026.
  4. https://www.leo-bw.de/en/web/guest/themenmodul/sudwestdeutsche-archivalienkunde/archivaliengattungen/texte/rechtstexte/landesordnungen – LEO-BW zu Landesordnungen und Württemberg 1495, abgerufen am 17.09.2026.
  5. https://de.wikipedia.org/wiki/Preisend_mit_viel_sch%C3%B6nen_Reden – Entstehung und Melodiegeschichte, abgerufen am 17.09.2026.
  6. https://regionalia.blb-karlsruhe.de/frontdoor/deliver/index/docId/21616/file/BLB_Linder-Beroud_Landeshymne_BaWue.pdf – RegionaliaOpen/Badische Landesbibliothek, Beitrag zu südwestdeutschen Regionalhymnen, abgerufen am 17.09.2026.
  7. https://regionalia.blb-karlsruhe.de/frontdoor/deliver/index/docId/21616/file/BLB_Linder-Beroud_Landeshymne_BaWue.pdf – zur Fortwirkung regionaler Hymnentraditionen, abgerufen am 17.09.2026.
  8. https://www.kloster-bebenhausen.de/presse/pressemeldungen/pressemeldungen-detailansicht/2903 – 200 Jahre „Preisend mit viel schönen Reden“, abgerufen am 17.09.2026.
  9. https://de.wikipedia.org/wiki/Schw%C3%A4bischer_Chorverband – Geschichte der schwäbischen Sängerbewegung, abgerufen am 17.09.2026.
  10. https://de.wikipedia.org/wiki/Fischer-Ch%C3%B6re – Geschichte der Fischer-Chöre, abgerufen am 17.09.2026.
  11. https://music.apple.com/de/song/1452850317 – Apple Music, Titeldaten, abgerufen am 17.09.2026.
  12. https://www.swr.de/swr1/bw/download-swr1bw-hitparade-2021-pdf-100.pdf – SWR1 Hitparade 2021, abgerufen am 17.09.2026.


OERs zum Thema

Die eingebundenen Wikimedia-Commons-Dateien eignen sich als Ausgangspunkt für eigene OER-Projekte. Prüfe vor einer Weiterverwendung immer die Lizenzangaben der jeweiligen Dateiseite. Besonders unkompliziert sind gemeinfreie und CC0-Dateien; bei CC-BY- oder CC-BY-SA-Dateien ist die korrekte Namensnennung wesentlich.



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