Gotische Architektur am Ulmer Münster


Gotische Architektur am Ulmer Münster
Einleitung

Das Ulmer Münster ist eines der bedeutendsten Beispiele der gotischen Architektur im süddeutschen Raum. Es verbindet mittelalterliche Baukunst, städtisches Selbstbewusstsein, religiöse Symbolik und technische Höchstleistungen. Sein 161,53 Meter hoher Westturm war von 1890 bis 2025 der höchste Kirchturm der Welt und ist weiterhin der höchste Kirchturm Deutschlands. Für das Thema Gotische Architektur am Ulmer Münster ist besonders spannend, dass Du an einem einzigen Bauwerk zentrale Merkmale der Gotik untersuchen kannst: Spitzbogen, Maßwerk, Strebewerk, Fialen, Rippengewölbe, Vertikalität, Lichtarchitektur, Skulptur, Bauhütte und Denkmalpflege.
Das Münster ist keine Kathedrale, weil es nie Sitz eines Bischofs war. Es ist eine große Pfarrkirche, die ursprünglich in der vorreformatorischen Stadt Ulm begann und seit der Reformation zur evangelischen Kirche gehört. Gerade diese Besonderheit macht das Gebäude für den Unterricht interessant: Das Ulmer Münster ist nicht nur ein religiöser Raum, sondern auch ein Denkmal bürgerlicher Verantwortung. Es wurde von einer Stadtgemeinschaft getragen, die eine neue Kirche innerhalb der Stadtmauern schaffen wollte.
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Grundwissen: Gotik
Die Gotik entwickelte sich im 12. Jahrhundert in Frankreich und verbreitete sich in vielen Teilen Europas. Sie ist ein Architekturstil, der vor allem durch Höhe, Licht, Gliederung und eine scheinbare Auflösung schwerer Mauern geprägt ist. Gotische Kirchen sollten nicht nur groß wirken, sondern den Blick nach oben lenken. Das hatte eine religiöse Bedeutung: Die Architektur sollte den Menschen an das Göttliche, an den Himmel und an die Ordnung der Schöpfung erinnern.
Beim Ulmer Münster ist die gotische Wirkung besonders deutlich. Der Westturm strebt extrem hoch auf, die Fenster sind lang und schmal, die Formen sind reich gegliedert, und das Maßwerk wirkt wie ein steinernes Netz. Der Bau vermittelt eine Spannung zwischen schwerem Material und leichter Wirkung. Genau darin liegt ein Kern der gotischen Architektur: Stein wird so bearbeitet, dass er schlank, durchbrochen und fast immateriell erscheint.
Wichtige Merkmale der Gotik
- Spitzbogen: Der Spitzbogen leitet Kräfte günstiger ab als ein Rundbogen und betont die Höhe.
- Rippengewölbe: Rippen strukturieren die Gewölbeflächen und helfen, Lasten gezielt auf Pfeiler abzuleiten.
- Strebewerk: Strebebögen und Strebepfeiler fangen seitliche Schubkräfte auf und ermöglichen hohe Wände mit großen Fenstern.
- Maßwerk: Maßwerk ist ornamentale Steinarchitektur in Fenstern, Brüstungen und Fassaden.
- Fiale: Fialen sind schlanke, turmartige Zierelemente, die zugleich als Auflasten wirken können.
- Vertikalität: Die Architektur lenkt den Blick nach oben und erzeugt eine starke Höhenwirkung.
- Lichtarchitektur: Große Fenster und farbiges Glas verbinden Raumwirkung, Erzählung und religiöse Symbolik.
Das Ulmer Münster als gotische Bürgerkirche

Das Ulmer Münster wurde ab 1377 errichtet. Die alte Pfarrkirche lag außerhalb der Stadtmauern, was in Kriegszeiten problematisch war. Die Ulmer Bürgerschaft entschied deshalb, eine neue Kirche innerhalb der Stadt zu bauen. Dieses Projekt war außergewöhnlich, weil nicht ein Bischof oder ein Fürst im Zentrum stand, sondern eine städtische Gemeinschaft. Dadurch wurde das Münster zu einer Bürgerkirche: Es zeigt, wie eng Religion, Stadtgeschichte, Wirtschaft, Handwerk und Identität im Spätmittelalter verbunden waren.
Der Grundriss zeigt ein großes Langhaus, einen Chor und drei Türme: einen dominanten Westturm und zwei Chortürme. Diese Anlage unterscheidet sich von vielen Bischofskirchen, bei denen oft eine Doppelturmfassade im Westen die Hauptansicht bestimmt. Am Ulmer Münster konzentriert sich die Wirkung besonders auf den einen zentralen Westturm. Er wird zum weithin sichtbaren Zeichen der Stadt.
Bauphasen
Der Bau des Ulmer Münsters verlief nicht geradlinig. Er zeigt, dass große mittelalterliche Bauwerke über Generationen hinweg geplant, verändert, unterbrochen und neu interpretiert wurden.
- Grundsteinlegung: 1377 begann der Bau unter Heinrich II. Parler.
- Parler: Die frühe Bauphase war mit der bedeutenden Baumeisterfamilie der Parler verbunden.
- Ulrich von Ensingen: Ab dem späten 14. Jahrhundert prägte Ulrich von Ensingen die Planung des Westturms.
- Spätmittelalter: Bis 1543 wurden große Teile des Bauwerks fertiggestellt, doch der Turm blieb unvollendet.
- Baustopp: 1543 kam es wegen politischer, religiöser und finanzieller Spannungen zum Stillstand.
- Neugotik: Ab 1844 wurde weitergebaut; im 19. Jahrhundert wurden Strebebögen, Turmteile und Sicherungen ergänzt.
- Vollendung: 1890 erhielt das Münster mit der Fertigstellung des Westturms seine heutige Silhouette.
Der Westturm: Höhe, Symbol und Konstruktion
Der Westturm des Ulmer Münsters ist das berühmteste Bauteil des Gebäudes. Mit 161,53 Metern Höhe prägt er die Stadtsilhouette Ulms. Der Turm ist ein Meisterwerk spätgotischer und neugotischer Baukunst. Seine Wirkung entsteht durch eine Folge von gestaffelten Geschossen, Maßwerk, Fialen, durchbrochenen Formen und einer stark vertikalen Linienführung.
Für die gotische Architektur ist der Turm ein Lehrbeispiel für die Verbindung von Konstruktion und Symbolik. Einerseits muss das Bauwerk enorme Lasten tragen und Windkräfte aufnehmen. Andererseits soll der Turm nicht massiv und schwer erscheinen, sondern leicht, fein und himmelwärts gerichtet. Das gelingt durch die rhythmische Gliederung der Flächen, die Öffnungen, die steinernen Verstrebungen und die spitze Turmform.
Vertikalität am Westturm
Wenn Du den Turm betrachtest, erkennst Du mehrere Mittel der Vertikalität: Schmale Fensterbahnen, hohe Pfeiler, aufstrebende Fialen, spitze Formen und übereinanderliegende Zonen ziehen den Blick nach oben. Die Fassade wirkt dadurch nicht wie eine geschlossene Wand, sondern wie ein steinernes Gerüst. Diese Wirkung ist typisch für die Spätgotik, in der Gliederung, Ornament und technische Kühnheit eine besondere Rolle spielen.
Spitzbogen, Maßwerk und Fenster
Der Spitzbogen ist eines der wichtigsten Zeichen der Gotik. Am Ulmer Münster begegnet er Dir an Fenstern, Portalen, Arkaden und Gewölben. Anders als der Rundbogen der Romanik wirkt der Spitzbogen stärker aufwärtsgerichtet. Er kann außerdem unterschiedlich steil ausgebildet werden und lässt sich gut an verschiedene Raumhöhen anpassen.
Das Maßwerk ist die filigrane Steinstruktur innerhalb der Fenster und an vielen dekorativen Bauteilen. Es besteht aus geometrischen Formen wie Kreisen, Dreipässen, Vierpässen, Fischblasen oder spitzbogigen Feldern. Maßwerk ist nicht bloß Schmuck. Es gliedert große Fensterflächen, stabilisiert die Verglasung und macht die mathematische Ordnung der gotischen Gestaltung sichtbar.
Licht als Architekturmittel
In der Gotik ist Licht nicht nur Beleuchtung. Es ist ein theologisches und ästhetisches Gestaltungsmittel. Die hohen Fenster des Ulmer Münsters lassen den Raum heller, weiter und feierlicher erscheinen. Die mittelalterlichen Chorfenster erzählen biblische Geschichten, zeigen Stifterbezüge und verbinden Kunst, Glauben und städtische Erinnerung. Wenn Licht durch farbiges Glas fällt, wird Architektur zu einem Erfahrungsraum, in dem Stein, Farbe und Erzählung zusammenwirken.
Strebewerk und Statik
Ein gotisches Gewölbe drückt nicht nur nach unten, sondern auch seitlich. Diese seitlichen Kräfte nennt man Schubkräfte. Damit hohe Wände nicht nach außen kippen, nutzt die gotische Architektur Strebepfeiler und Strebebögen. Das Strebewerk macht es möglich, Innenräume hoch und weit zu bauen, ohne dass die Mauern vollständig massiv bleiben müssen.
Am Ulmer Münster spielte die Statik eine besonders wichtige Rolle. Im späten 15. Jahrhundert zeigten sich gefährliche Schäden: Gewölbe und Pfeiler wurden belastet, Risse und Verformungen mussten ernst genommen werden. Der Baumeister Burkhard Engelberg trug durch Sicherungsmaßnahmen dazu bei, dass das Bauwerk stabilisiert wurde. Später ergänzte die neugotische Bauphase weitere Strebebögen, die das Erscheinungsbild des Münsters bis heute prägen.
Warum ist Strebewerk didaktisch wichtig?
Das Strebewerk zeigt Dir, dass Architektur nicht nur aus schönen Formen besteht. Jede Form hat eine Aufgabe. Ein Strebebogen ist schön, weil er konstruktiv sinnvoll ist. Eine Fiale ist Schmuck, kann aber zugleich als zusätzliche Last helfen, Kräfte nach unten zu leiten. Die gotische Architektur verbindet daher Kunst, Mathematik, Physik und Handwerk.
Innenraum: Gewölbe, Pfeiler und Raumwirkung
Der Innenraum des Ulmer Münsters ist durch hohe Pfeiler, Arkaden, Seitenschiffe und Gewölbe gegliedert. Das Mittelschiff wirkt weit und hoch. Der Blick wird nach Osten zum Chor und nach oben zu den Gewölben geführt. Die Rippengewölbe strukturieren die Decke und machen die Kräfteführung sichtbar. Sie sind ein wesentliches Element der gotischen Raumwirkung.
Die Pfeiler tragen nicht nur Lasten. Sie ordnen den Raum rhythmisch. Wenn Du durch das Langhaus gehst, entstehen wechselnde Blickachsen: nach vorne zum Altarbereich, zur Seite in die Seitenschiffe und nach oben zu den Gewölberippen. Dadurch wirkt das Münster nicht statisch, sondern bewegt. Gotische Architektur wird so zu einer Architektur des Schauens, Gehens und Staunens.
Portale und Bildprogramme
Die Portale des Ulmer Münsters zeigen, dass gotische Architektur auch ein Medium der Erzählung ist. In den Tympana, Gewänden und Figuren werden religiöse Themen dargestellt. Besonders auffällig ist die Verbindung von biblischen Motiven, Heiligenfiguren und gelehrten Weltbildern. Die Portale waren für viele Menschen des Mittelalters eine Art steinernes Buch.
Die Bildprogramme vermittelten zentrale Inhalte des christlichen Glaubens: Schöpfung, Heilsgeschichte, Passion, Gericht und Hoffnung. Gleichzeitig zeigen sie das Wissen und die Kunstfertigkeit der Werkstätten. Für heutige Lernende sind die Portale eine Quelle, um mittelalterliche Vorstellungen von Welt, Glauben und Gesellschaft zu untersuchen.
Chorgestühl und Ulmer Schule
Das Chorgestühl des Ulmer Münsters zählt zu den bedeutenden Kunstwerken der deutschen Spätgotik. Es wurde im 15. Jahrhundert aus Eichenholz geschaffen und ist mit zahlreichen Figuren, Büsten, Baldachinen und ornamentalen Details ausgestattet. Mit Jörg Syrlin d. Ä. und weiteren Künstlern steht es im Zusammenhang mit der Ulmer Schule, einer wichtigen Kunstlandschaft des Spätmittelalters.
Spannend ist, dass das Chorgestühl nicht nur religiöse Figuren zeigt. Auch antike Gelehrte und Sibyllen erscheinen. Dadurch erkennst Du einen Übergang: Die spätgotische Kunst öffnet sich für humanistische Bildung und für Themen, die später in der Renaissance noch stärker werden. Das Ulmer Münster ist deshalb nicht nur ein gotisches Bauwerk, sondern auch ein Ort kultureller Übergänge.
Material: Stein, Backstein und Handwerk
Das Ulmer Münster besteht aus verschiedenen Materialien. Sichtbar sind unter anderem Sandstein, Backstein und in späteren Teilen auch Kalkstein. Der Sandstein eignet sich besonders gut für feine Steinmetzarbeiten, etwa an Maßwerk, Fialen, Figuren und Portalen. Backstein wurde an vielen Wandflächen verwendet und ist ein Hinweis auf praktische, wirtschaftliche und bautechnische Entscheidungen.
Das mittelalterliche Bauwesen beruhte auf spezialisierten Handwerken. Steinmetze, Zimmerer, Glasmaler, Bildhauer, Schreiner, Schmiede und Baumeister arbeiteten zusammen. Die Bauhütte war dabei ein zentraler Ort der Organisation und Wissensweitergabe. Bis heute ist die Münsterbauhütte für Erhaltung, Restaurierung und Pflege des Bauwerks wichtig.
Denkmalpflege heute
Das Ulmer Münster ist kein abgeschlossenes Bauwerk im Sinne von: einmal fertig und für immer unverändert. Historische Architektur braucht dauernde Pflege. Wetter, Luftverschmutzung, Temperaturwechsel, Feuchtigkeit, Materialalterung und Besucherströme wirken auf Stein, Glas, Holz und Metall ein. Denkmalpflege bedeutet deshalb, Schäden zu untersuchen, Materialien zu sichern, passende Restaurierungsmethoden zu wählen und Eingriffe nachvollziehbar zu dokumentieren.
Am Ulmer Münster kannst Du lernen, dass Kulturerbe Verantwortung verlangt. Die Frage lautet nicht nur: Wie sah das Gebäude früher aus? Sondern auch: Wie können wir es so erhalten, dass zukünftige Generationen es verstehen, nutzen und erforschen können?
Vergleich: Romanik, Gotik und Neugotik
Das Ulmer Münster ist gotisch begonnen und im 19. Jahrhundert neugotisch vollendet worden. Für das Verständnis ist es wichtig, Gotik und Neugotik zu unterscheiden. Die Gotik ist der mittelalterliche Stil, in dem der Bau begonnen wurde. Die Neugotik ist eine historistische Wiederaufnahme gotischer Formen im 19. Jahrhundert. Die Vollendung des Münsters im 19. Jahrhundert folgte daher mittelalterlichen Ideen, wurde aber mit den technischen, ästhetischen und denkmalpflegerischen Vorstellungen der damaligen Zeit umgesetzt.
Im Vergleich zur Romanik wirkt die Gotik höher, offener und stärker gegliedert. Romanische Kirchen nutzen häufig Rundbögen, massive Mauern und kleinere Fenster. Gotische Kirchen setzen auf Spitzbogen, große Fenster, Strebewerk und starke Vertikalität. Das Ulmer Münster zeigt diese gotischen Merkmale besonders eindrucksvoll.
Zusammenfassung
Das Ulmer Münster ist ein herausragendes Beispiel gotischer Architektur. Seine Baugeschichte von 1377 bis 1890 zeigt, wie ein mittelalterliches Großprojekt über Jahrhunderte wachsen, ruhen und wiederaufgenommen werden konnte. Gotische Formen wie Spitzbogen, Maßwerk, Strebewerk, Fialen und Rippengewölbe sind am Münster nicht nur Schmuck, sondern Ausdruck konstruktiver, religiöser und städtischer Ideen. Der Westturm, die Portale, das Chorgestühl und der Innenraum machen das Gebäude zu einem Lernort für Architekturgeschichte, Kunstgeschichte, Religion, Geschichte, Physik und Denkmalpflege.
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Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welcher Baustil prägt das Ulmer Münster hauptsächlich? (Gotik) (!Romanik) (!Barock) (!Klassizismus)
In welchem Jahr begann der Bau des Ulmer Münsters? (1377) (!1200) (!1492) (!1890)
Wie hoch ist der Hauptturm des Ulmer Münsters ungefähr? (161,53 Meter) (!101,53 Meter) (!131,53 Meter) (!201,53 Meter)
Warum ist das Ulmer Münster keine Kathedrale? (Es war nie Bischofssitz) (!Es besitzt keinen Turm) (!Es wurde nicht aus Stein gebaut) (!Es steht nicht in einer Stadt)
Welches Bauelement ist besonders typisch für die Gotik? (Spitzbogen) (!Rundbogen) (!Flachdach) (!Betonkuppel)
Welche Aufgabe hat ein Strebebogen vor allem? (Er leitet seitliche Schubkräfte ab) (!Er ersetzt alle Fenster) (!Er dient nur als Sitzbank) (!Er verhindert jede Beleuchtung)
Welcher Baumeister prägte besonders die Planung des Westturms? (Ulrich von Ensingen) (!Antoni Gaudí) (!Karl der Große) (!Egon Eiermann)
Warum kam es 1543 zum Baustopp? (Politische religiöse und finanzielle Spannungen) (!Ein vollständiger Abriss war geplant) (!Der Bau war schon seit Jahrhunderten fertig) (!Ulm lag nicht mehr an der Donau)
Wann wurde der heutige Westturm vollendet? (1890) (!1531) (!1648) (!1945)
Aus welchem Material besteht das berühmte Chorgestühl vor allem? (Eichenholz) (!Marmor) (!Bronze) (!Glas)
Memory
| Spitzbogen | Aufwärtsgerichteter Bogen der Gotik |
| Maßwerk | Steinernes Fensterornament |
| Strebebogen | Ableitung seitlicher Schubkräfte |
| Fiale | Schlanker gotischer Zierturm |
| Chorgestühl | Geschnitzte Sitzanlage im Chor |
| Bauhütte | Werkstatt für Bau und Restaurierung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Baubeginn | Grundsteinlegung im Mittelalter |
| Baustopp | Unterbrechung nach Reformation und Geldmangel |
| Wiederaufnahme | Neugotische Vollendung im 19. Jahrhundert |
| Strebewerk | Statische Sicherung des Langhauses |
| Westturm | Stadtprägender Höhenakzent |
Kreuzworträtsel
| Gotik | Welcher Baustil prägt das Ulmer Münster? |
| Ensingen | Welcher Baumeister prägte die Planung des Westturms? |
| Spitzbogen | Wie heißt der typische gotische Bogen? |
| Masswerk | Wie heißt das steinerne Ornament in gotischen Fenstern? |
| Strebewerk | Welches System leitet seitliche Kräfte ab? |
| Chorgestuehl | Welches geschnitzte Kunstwerk steht im Chor? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Bildanalyse: Wähle ein Foto des Ulmer Münsters aus und markiere mindestens fünf gotische Merkmale wie Spitzbogen, Maßwerk, Fiale, Strebewerk oder Rippengewölbe.
- Architekturwortschatz: Erstelle eine Begriffskarte mit zehn Fachbegriffen zur Gotik und erkläre jeden Begriff in einem eigenen Satz.
- Skizze: Zeichne einen Spitzbogen, einen Rundbogen und ein einfaches Maßwerkfenster und vergleiche ihre Wirkung.
- Stadtwahrzeichen: Beschreibe in einem kurzen Text, warum der Westturm für die Stadt Ulm ein starkes Symbol ist.
Standard
- Bauphasen: Gestalte eine Zeitleiste von 1377 bis 1890 und ordne wichtige Bauereignisse, Baustopp und Vollendung ein.
- Vergleich: Vergleiche das Ulmer Münster mit dem Kölner Dom oder dem Freiburger Münster und arbeite Gemeinsamkeiten und Unterschiede der gotischen Architektur heraus.
- Raumwirkung: Schreibe eine Analyse des Innenraums und untersuche, wie Pfeiler, Gewölbe, Licht und Blickachsen zusammenwirken.
- Interview: Entwickle fünf Fragen an eine Person aus der Denkmalpflege oder Stadtführung und formuliere, was Du über Erhaltung und Restaurierung erfahren möchtest.
Schwer
- Statikmodell: Baue ein Modell aus Papier, Holz oder digital und zeige daran, warum ein Gewölbe seitliche Schubkräfte erzeugt.
- Denkmalpflegekonzept: Entwickle ein Konzept, wie ein gotisches Bauwerk geschützt werden kann, ohne seine Nutzung als Kirche und Lernort zu verhindern.
- Ausstellung: Plane eine kleine Ausstellung mit Bildern, Texten und Modellen zum Thema Gotische Architektur am Ulmer Münster.
- Architekturkritik: Diskutiere, ob die neugotische Vollendung des 19. Jahrhunderts als Fortsetzung, Rekonstruktion oder Neuinterpretation der mittelalterlichen Gotik gelten sollte.

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Lernkontrolle
- Gotik und Statik: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, warum gotische Architektur ohne statische Kenntnisse nicht verständlich ist.
- Bürgerkirche: Beurteile, warum das Ulmer Münster als Bürgerkirche für die Stadtgeschichte eine andere Bedeutung hat als eine bischöfliche Kathedrale.
- Stil und Zeit: Unterscheide mittelalterliche Gotik und Neugotik am Ulmer Münster und erkläre, warum beide Phasen zusammen das heutige Erscheinungsbild prägen.
- Transfer: Übertrage das Prinzip des Strebewerks auf ein modernes Bauwerk und erläutere, welche Bauteile heute vergleichbare Aufgaben übernehmen.
- Kulturerbe: Entwickle Kriterien, nach denen entschieden werden kann, ob eine beschädigte gotische Figur ersetzt, ergänzt oder im beschädigten Zustand erhalten werden sollte.
- Bildprogramm: Interpretiere ein Portal oder eine Figurengruppe als mittelalterliches Kommunikationsmedium und vergleiche diese Funktion mit heutigen Medien.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zum Thema Gotische Architektur am Ulmer Münster solltest Du zeigen, dass Du Fachbegriffe sicher verwendest, gotische Merkmale an Bildern erkennst und die Verbindung von Bauform, Statik, Glauben und Stadtgeschichte erklären kannst. Wichtig ist außerdem, dass Du die lange Baugeschichte von 1377 bis 1890 einordnest und zwischen mittelalterlicher Gotik und neugotischer Vollendung unterscheidest.
- Fachbegriffe: Du erklärst zentrale Begriffe wie Spitzbogen, Maßwerk, Strebewerk, Fiale, Rippengewölbe und Bauhütte korrekt.
- Bildanalyse: Du analysierst mindestens ein Außenbild und ein Innenbild des Ulmer Münsters.
- Historische Einordnung: Du ordnest Baubeginn, Baustopp, Reformation, Wiederaufnahme und Vollendung in einen Zusammenhang ein.
- Transferleistung: Du erklärst, warum Formen der Gotik sowohl ästhetische als auch technische Funktionen erfüllen.
- Eigenprodukt: Du erstellst eine Skizze, Präsentation, Ausstellungstafel, ein Modell oder ein digitales Lernprodukt.
- Reflexion: Du beschreibst, warum Denkmalpflege für ein Bauwerk wie das Ulmer Münster notwendig ist.
OERs zum Thema
Quellen und Medienhinweise
- Stadt Ulm: Das Ulmer Münster
- Wikipedia: Ulmer Münster
- Wikimedia Commons: Ulm Minster
- Bauhütte Ulmer Münster: Die Münsterbaumeister
- Universität Bamberg: Bauforschung am Hauptturm des Ulmer Münsters
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