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Glockenturm Schnürpflingen 1

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Glockenturm Schnürpflingen 1



Einleitung

Der Glockenturm in Schnürpflingen ist der Turm der katholischen Pfarrkirche Mariä Unbefleckte Empfängnis in der Gemeinde Schnürpflingen im Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg. Er ist mehr als ein hoher Bauteil einer Kirche: Er verbindet Architektur, Religion, Ortsgeschichte, Klangkultur, Zeitmessung und Erinnerungskultur. Wer den Turm betrachtet, lernt, wie ein Dorf seine Mitte sichtbar und hörbar gestaltet.

Ein Glockenturm ist ein Turm, in dem Glocken hängen. Glocken können zum Gottesdienst rufen, Tageszeiten anzeigen, Feste begleiten, Trauer markieren oder früher auch vor Gefahren warnen. Beim Glockenturm von Schnürpflingen kommt hinzu, dass seine Geschichte eng mit der Entwicklung der örtlichen Kirche, des Friedhofs, der Kirchengemeinde und des Dorfes verbunden ist.

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In diesem aiMOOC lernst Du, den Glockenturm nicht nur als Bauwerk zu sehen, sondern als historisches Zeichen im Ortsbild. Du untersuchst seine Funktionen, seine Baugeschichte, die Bedeutung der Glocken, die Rolle der Turmuhr und die Frage, warum solche Bauwerke für eine Gemeinde identitätsstiftend sein können.


Überblick: Der Glockenturm als Lerngegenstand

Der Glockenturm der Pfarrkirche Mariä Unbefleckte Empfängnis steht an der Hauptstraße 26 in Schnürpflingen. Die Kirchengeschichte nennt mehrere wichtige Stationen: Eine spätgotische Kirche wird 1352 erstmals erwähnt; 1886 wurde die alte Kirche abgebrochen, neu gebaut und eingeweiht; 1954 wurde der Turm auf 33,5 Meter erhöht. Damit ist der Turm ein besonders gut geeignetes Beispiel, um Veränderungen an einem Sakralbau über mehrere Jahrhunderte zu untersuchen.

Du kannst an diesem Bauwerk vier große Themenbereiche erkennen: Erstens die Baugeschichte einer Dorfkirche, zweitens die Glocken als Klang- und Kommunikationsmittel, drittens den Turm als Wahrzeichen im Ortsbild und viertens den Umgang einer Gemeinde mit Kulturerbe. Gerade weil der Glockenturm in einem kleinen Ort steht, zeigt er anschaulich, dass Geschichte nicht nur in großen Städten oder berühmten Bauwerken steckt.


Schnürpflingen und seine Umgebung

Schnürpflingen liegt im Alb-Donau-Kreis und gehört zur Region zwischen Donau, Iller, Weihung und den Landschaftsräumen der Holzstöcke. Der Ort ist durch dörfliche Siedlungsstrukturen, Kulturlandschaft und kirchliche Tradition geprägt. In der Umgebung finden sich Feldfluren, Bachläufe, Streuobstwiesen und kleinere Ortsteile wie Beuren und Ammerstetten.

Der Glockenturm wirkt in einer solchen Umgebung besonders stark: Er ragt aus dem Siedlungsbild heraus, ist aus verschiedenen Blickrichtungen sichtbar und verknüpft den bebauten Ort mit der umgebenden Landschaft. Für viele Menschen ist ein Kirchturm ein Orientierungspunkt. Er hilft nicht nur, einen Weg zu finden, sondern erinnert auch daran, dass der Ort eine gewachsene Geschichte besitzt.


Die Pfarrkirche Mariä Unbefleckte Empfängnis

Die Pfarrkirche trägt den Namen Mariä Unbefleckte Empfängnis. Dieser Name verweist auf eine wichtige marianische Glaubensvorstellung der römisch-katholischen Kirche. Im Alltag wird die Kirche aber oft einfach als Kirche von Schnürpflingen wahrgenommen. Ihr Turm mit Uhr, Glockenstube und Haube prägt das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes.

Die Kirchengeschichte vor Ort nennt 1352 die erste Erwähnung einer spätgotischen Kirche. 1721 wurde diese Kirche erneuert, 1784 erhöht und erweitert. Nach weiteren Veränderungen im 19. Jahrhundert wurde die alte Kirche 1886 abgebrochen, neu gebaut und eingeweiht. 1890 entstanden Decken- und Wandgemälde. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgten wichtige Stationen für Geläut und Turm: 1946 wurden ein elektrisches Glockengeläute und zwei Glocken beschafft, 1949 und 1951 nennt die Chronik weitere Glockenweihen beziehungsweise den Guss und die Weihe neuer Glocken, 1954 wurde der Turm auf 33,5 Meter erhöht.


Was ist ein Glockenturm?

Ein Glockenturm ist ein Turm, in dem eine oder mehrere Glocken aufgehängt sind. Diese Glocken befinden sich meist in einem Glockenstuhl, also in einer tragenden Konstruktion aus Holz oder Metall. Beim Läuten geraten die Glocken in Bewegung oder werden durch Hämmer angeschlagen. Dadurch entsteht ein Klang, der weit über das Gebäude hinaus hörbar ist.

Nicht jeder Glockenturm sieht gleich aus. Es gibt freistehende Glockentürme, Türme direkt an einer Kirche, Dachreiter und große Kirchtürme. Der Schnürpflinger Turm ist Teil des Kirchenbaus und besitzt durch seine Höhe, seine Turmuhr und seine Turmhaube eine repräsentative Wirkung. An ihm kannst Du erkennen, wie technische, religiöse und ästhetische Funktionen zusammenkommen.


Funktionen des Glockenturms

Der Glockenturm erfüllt mehrere Aufgaben. Er macht die Kirche sichtbar, trägt die Glocken, zeigt über die Turmuhr die Zeit an und erzeugt mit dem Geläut einen gemeinsamen akustischen Raum. In früheren Zeiten hatten Glocken zusätzlich eine wichtige Nachrichtenfunktion: Sie konnten zum Gottesdienst rufen, vor Feuer warnen, den Beginn eines Festes ankündigen oder Trauer anzeigen.

Für Schnürpflingen bedeutet das: Der Turm war und ist ein Bauwerk, das das Dorf strukturiert. Sein Klang konnte den Tagesrhythmus prägen. Sein Anblick konnte bei der Heimkehr Orientierung geben. Seine Höhe machte ihn zum sichtbaren Zeichen für Gemeinschaft, Religion und Geschichte.


Geschichte des Glockenturms Schnürpflingen

Die Geschichte des Glockenturms lässt sich nicht losgelöst von der Geschichte der Kirche betrachten. Gebäude, Glocken, Uhr, Friedhof und Gemeinde bilden zusammen ein historisches Gefüge. Die folgenden Stationen helfen Dir, den Turm zeitlich einzuordnen.


Mittelalterliche Anfänge

1352 wird eine spätgotische Kirche in Schnürpflingen erstmals erwähnt. Eine solche Kirche war im Mittelalter nicht nur ein religiöser Raum, sondern auch ein sozialer Mittelpunkt. Der Turm oder ein Glockenträger machte den Standort der Kirche sichtbar und das Glockenzeichen hörbar. Schon frühe Glocken hatten eine starke symbolische Bedeutung: Sie verbanden den Ort mit Gebet, Zeitordnung und gemeinsamer Erinnerung.

1485 wird eine große Glocke mit der lateinischen Anrufung „Ave Maria gratia plena Dominus Tecum“ genannt. Diese Formulierung bedeutet sinngemäß „Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir“. 1578 wird eine kleine Glocke erwähnt, die die Namen der vier Evangelisten trug. Diese Hinweise zeigen, dass Glocken nicht nur technische Klangkörper waren, sondern auch religiöse Texte und Zeichen trugen.


Frühe Neuzeit und Umbauten

1721 wurde die spätgotische Kirche erneuert. 1784 wurde sie erhöht und erweitert. Solche Eingriffe zeigen, dass Kirchengebäude lebendige Bauwerke sind. Sie werden an neue Bedürfnisse angepasst: mehr Platz, bessere Sicht, andere liturgische Formen, neue ästhetische Vorstellungen oder bauliche Notwendigkeiten.

Auch Glocken konnten sich verändern. 1778 wurde eine zersprungene Glocke umgegossen, und 1884 zersprang diese Glocke erneut und wurde wieder umgegossen. Daran erkennst Du, dass Glocken trotz ihrer Größe empfindliche historische Objekte sind. Ein Riss verändert den Klang und kann eine Glocke unbrauchbar machen.


Neubau im 19. Jahrhundert

1885 wurden vier neue Glocken geweiht, wobei die drei alten Glocken abgegeben wurden. 1886 folgten Abbruch der alten Kirche, Neubau und Einweihung der neuen Kirche. Dieser Einschnitt war für Schnürpflingen sehr bedeutend: Ein Dorf verlor nicht einfach ein altes Gebäude, sondern gestaltete seinen religiösen und öffentlichen Mittelpunkt neu.

Der Neubau veränderte auch die Wirkung des Turms. Der Kirchturm wurde Teil eines neuen architektonischen Gesamtbildes. Seine Funktion blieb jedoch vertraut: Er sollte sichtbar machen, dass hier der sakrale Mittelpunkt des Ortes liegt, und er sollte mit seinen Glocken hörbar in das Dorf hineinwirken.


20. Jahrhundert: Geläut, Technik und Turmerhöhung

Nach dem Zweiten Weltkrieg nennt die Chronik mehrere wichtige Veränderungen: 1946 wurden ein elektrisches Glockengeläute und zwei Glocken beschafft. 1949 wird eine Glockenweihe genannt. 1951 wurden vier neue Glocken gegossen und eingeweiht. 1954 wurde der Turm auf 33,5 Meter erhöht.

Diese Stationen zeigen, wie stark Glockentürme von Technikgeschichte berührt werden. Ein elektrisches Läutewerk verändert den Alltag der Menschen, die früher Glocken von Hand läuten mussten. Neue Glocken verändern den Klang des Ortes. Eine Turmerhöhung verändert das Ortsbild und kann die Sichtbarkeit des Gebäudes deutlich steigern.


Der Turm als Erinnerungsort

Ein Kirchturm ist oft auch ein Ort historischer Erinnerung. In Schnürpflingen ist aus der Ortsgeschichte bekannt, dass kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs eine weiße Fahne auf dem Kirchturm gehisst wurde. Ein solcher Vorgang zeigt, dass ein Turm in Krisenzeiten als weithin sichtbares Zeichen dienen kann.

Der Glockenturm ist damit nicht nur Teil der Baugeschichte. Er kann auch mit Erfahrungen von Krieg, Hoffnung, Umbruch und Neubeginn verbunden sein. Für historisches Lernen ist das wichtig: Ein Bauwerk kann verschiedene Bedeutungsschichten besitzen, die erst durch Quellen, Erzählungen und genaue Beobachtung sichtbar werden.


Architektur und Gestaltung


Turm, Uhr und Haube

Der Glockenturm der Schnürpflinger Pfarrkirche besitzt sichtbare Merkmale, die Du bei einer Bauwerksanalyse untersuchen kannst: die Höhe, die Stellung im Verhältnis zum Kirchenschiff, die Fenster der Glockenstube, die Turmuhr, die Turmhaube und den Übergang zwischen Mauerwerk, Dach und Aufsatz. Besonders auffällig sind die Uhrseiten, die den Turm auch als Zeitzeichen ausweisen.

Eine Turmuhr macht Zeit öffentlich. Bevor jede Person eine Uhr am Handgelenk oder auf dem Smartphone hatte, waren Kirchturmuhren wichtige Orientierungspunkte im Tagesablauf. Sie zeigten nicht nur Zahlen an, sondern ordneten Arbeit, Schule, Gebet, Markt, Ruhezeiten und gemeinschaftliche Termine.


Glockenstube und Klangraum

Die Glockenstube ist der Bereich, in dem die Glocken hängen. Sie besitzt Öffnungen, damit der Klang nach außen dringen kann. Diese Öffnungen prägen das Erscheinungsbild des Turms. Bei einer Kirche auf einer Anhöhe oder in offener Dorflage kann das Geläut weit hörbar sein.

Klang ist ein wichtiger Teil des immateriellen Kulturerbes. Während Steine, Mauern und Dächer sichtbar bleiben, verschwindet ein Glockenklang sofort wieder. Trotzdem kann er sich tief in das Gedächtnis der Menschen einprägen. Viele verbinden bestimmte Geläute mit Festtagen, Beerdigungen, Hochzeiten, Sonntagen oder Kindheitserinnerungen.


Material, Statik und Pflege

Ein Glockenturm muss große Kräfte aufnehmen. Glocken sind schwer, und beim Läuten entstehen Schwingungen. Deshalb sind Statik, Mauerwerk, Dachstuhl, Glockenstuhl und Befestigungen wichtig. Auch Feuchtigkeit, Frost, Wind und Alterung wirken auf das Bauwerk ein.

Pflege und Sanierung sind daher zentrale Aufgaben. Denkmalgerechter Umgang bedeutet, historische Substanz zu respektieren und zugleich Sicherheit zu gewährleisten. Bei einem Glockenturm muss man immer mehrere Interessen zusammenbringen: Denkmalschutz, Brandschutz, Klangqualität, Liturgie, Kosten, Barrierefragen und die Erwartungen der Gemeinde.


Glocken als Klang und Botschaft


Die Sprache der Glocken

Glocken sprechen ohne Wörter und tragen doch Botschaften. Ein festliches Geläut klingt anders als ein einzelner langsamer Schlag. Ein Angelusläuten kann zum Gebet einladen, ein Totengeläut kann Trauer ausdrücken, ein Vollgeläut kann ein Hochfest markieren. Entscheidend ist nicht nur der Ton, sondern auch der Anlass.

In Schnürpflingen erzählen die Glocken außerdem von Geschichte. Die Erwähnung der großen Glocke von 1485, der kleinen Glocke von 1578, der umgegossenen Glocke von 1778 und der neuen Glocken des 19. und 20. Jahrhunderts zeigt, dass ein Geläut über Jahrhunderte erneuert, ersetzt und neu gedeutet werden kann.


Inschriften und Symbole

Historische Glocken tragen häufig Inschriften, Namen, Jahreszahlen, Heiligennamen oder Bibelworte. Die Schnürpflinger Glocke von 1485 trug eine marianische lateinische Anrufung. Die kleine Glocke von 1578 trug die Namen der vier Evangelisten. Solche Angaben sind für die Geschichtsforschung wertvoll, weil sie religiöse Vorstellungen, Sprache und Kunsthandwerk ihrer Zeit zeigen.

Wenn Du eine Glocke beschreiben würdest, solltest Du auf folgende Merkmale achten: Material, Größe, Ton, Inschrift, Gussjahr, Gießer, Schmuck, Funktion und Erhaltungszustand. So wird aus einem Klangkörper eine historische Quelle.


Glocken und Gemeinschaft

Glocken schaffen Gemeinschaft, weil sie viele Menschen gleichzeitig erreichen. Sie sind nicht privat, sondern öffentlich. Ihr Klang gehört zum gemeinsamen Raum. Das kann verbindend wirken, aber auch Fragen auslösen: Wie laut darf ein Geläut sein? Welche Rolle spielen Tradition, Ruhebedürfnis und Religionsfreiheit? Wie verändert sich die Bedeutung von Glocken in einer vielfältigen Gesellschaft?

Der Glockenturm Schnürpflingen ist deshalb ein guter Anlass, über Religionsfreiheit, Tradition, Toleranz und öffentlichen Raum zu sprechen. Ein historisches Bauwerk fordert uns heraus, Vergangenheit und Gegenwart miteinander ins Gespräch zu bringen.


Methoden: So untersuchst Du den Glockenturm


Bauwerksbeobachtung vor Ort

Bei einer Erkundung vor Ort solltest Du zuerst aus der Ferne schauen: Von wo aus ist der Turm sichtbar? Wie wirkt er im Ortsbild? Welche Wege, Straßen oder Plätze beziehen sich auf ihn? Danach kannst Du näher herangehen und Details untersuchen: Uhr, Fenster, Mauerflächen, Dachform, Eingangssituation, Friedhof, Umgebung und Blickachsen.

Eine gute Beobachtung trennt Beschreibung und Deutung. Beschreibung bedeutet: Du sagst, was Du siehst. Deutung bedeutet: Du erklärst, was es bedeuten könnte. Beispiel: „Der Turm ist deutlich höher als die umliegenden Gebäude“ ist eine Beschreibung. „Der Turm wirkt dadurch wie ein Wahrzeichen“ ist eine Deutung.


Quellenarbeit

Für die Geschichte des Glockenturms brauchst Du Quellen. Geeignete Quellen sind Kirchenchroniken, alte Fotografien, Bauakten, Karten, Zeitungsartikel, Erinnerungsberichte, Glockeninschriften und historische Ansichten. Wichtig ist, jede Quelle kritisch zu prüfen: Wer hat sie erstellt? Wann entstand sie? Welchen Zweck hatte sie? Was sagt sie aus, und was verschweigt sie?

Beim Glockenturm Schnürpflingen ist die veröffentlichte Chronik der Pfarrkirche besonders wichtig. Sie nennt Daten zu Glocken, Neubau, Renovierungen und Turmerhöhung. Ergänzend können Bilder aus Wikimedia Commons helfen, die äußere Gestalt des Bauwerks zu untersuchen.


Klangforschung im Unterricht

Du kannst Glocken auch akustisch untersuchen. Nimm ein Geläut auf, beschreibe Dauer, Rhythmus, Lautstärke, Wiederholung und Stimmung. Frage anschließend, welche Wirkung der Klang auf Dich hat. Wirkt er festlich, ernst, alltäglich, beruhigend oder störend? Vergleiche Deine Wahrnehmung mit der Wahrnehmung anderer Personen.

So wird deutlich: Kulturerbe besteht nicht nur aus Dingen. Es besteht auch aus Erfahrungen, Geräuschen, Erinnerungen und Bedeutungen. Der Glockenturm ist ein sichtbares Bauwerk, aber sein Klang ist ein unsichtbarer Teil des Ortes.


Bedeutung für Schule, Ausbildung und Studium

Der Glockenturm Schnürpflingen eignet sich für viele Fächer. In Geschichte geht es um Ortsgeschichte, Quellen und Wandel. In Religion geht es um Kirche, Glocken, Marienfrömmigkeit und Rituale. In Kunst und Architektur geht es um Bauformen, Proportionen und Bildanalyse. In Musik geht es um Klang, Tonhöhe, Rhythmus und Hörkultur. In Gemeinschaftskunde geht es um öffentlichen Raum, Denkmalschutz und Zusammenleben.

Ein lokales Bauwerk kann damit ein Ausgangspunkt für fächerübergreifendes Lernen sein. Du lernst, genau hinzuschauen, Fragen zu stellen, Quellen zu prüfen, eigene Ergebnisse darzustellen und die Bedeutung eines scheinbar alltäglichen Ortes neu zu entdecken.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Zu welcher Kirche gehört der Glockenturm in Schnürpflingen? (Pfarrkirche Mariä Unbefleckte Empfängnis) (!Ulmer Münster) (!Stiftskirche Stuttgart) (!Basilika Ottobeuren)




In welchem Landkreis liegt Schnürpflingen? (Alb-Donau-Kreis) (!Bodenseekreis) (!Landkreis Ravensburg) (!Ostalbkreis)




Welche Aufgabe hat ein Glockenturm grundsätzlich? (Er trägt Glocken und macht ihr Läuten hörbar) (!Er dient ausschließlich als Wohnhaus) (!Er ist immer ein freistehender Aussichtsturm) (!Er ersetzt das Kirchenschiff)




Welches Jahr nennt die Kirchengeschichte als erste Erwähnung einer spätgotischen Kirche in Schnürpflingen? (1352) (!1485) (!1886) (!1954)




Was geschah 1886 in der Geschichte der Schnürpflinger Kirche? (Die alte Kirche wurde abgebrochen und die neue Kirche eingeweiht) (!Der Turm wurde auf 33,5 Meter erhöht) (!Die Orgel wurde renoviert) (!Das Gemeindehaus wurde eingeweiht)




Was wurde 1954 am Turm verändert? (Er wurde auf 33,5 Meter erhöht) (!Er wurde vollständig abgetragen) (!Er wurde in ein Rathaus umgebaut) (!Er verlor seine Glockenstube)




Welche Funktion hat eine Turmuhr? (Sie macht Zeit im öffentlichen Raum sichtbar) (!Sie ersetzt die Glocken) (!Sie dient nur als Schmuck im Innenraum) (!Sie verhindert das Läuten)




Warum sind Glockeninschriften historische Quellen? (Sie geben Hinweise auf Sprache, Religion und Entstehungszeit) (!Sie bestehen immer aus modernen Werbeslogans) (!Sie machen eine Kirche automatisch älter) (!Sie ersetzen jede Bauakte)




Welche Methode passt besonders gut zur Untersuchung eines Glockenturms? (Beschreiben, dokumentieren und Quellen vergleichen) (!Nur raten und keine Belege suchen) (!Ausschließlich Fantasiegeschichten schreiben) (!Den Turm ohne Erlaubnis besteigen)




Warum kann ein Glockenturm ein Wahrzeichen sein? (Er ist sichtbar, hörbar und mit der Ortsgeschichte verbunden) (!Er ist immer das älteste Gebäude Europas) (!Er wird nur nachts wahrgenommen) (!Er hat keine Bedeutung für die Gemeinde)





Memory

Glockenturm Träger der Glocken
Turmuhr öffentliche Zeitangabe
Glockenstuhl tragende Konstruktion
Geläut hörbares Zeichen
Pfarrkirche sakraler Mittelpunkt
Schnürpflingen Gemeinde im Alb-Donau-Kreis
Inschrift Text auf einer Glocke





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Spätgotische Kirche frühe Erwähnung
Große Glocke marianische Inschrift
Neubau neue Kirche
Elektrisches Geläut technische Modernisierung
Turmerhöhung verändertes Ortsbild
Glockenstube Klangöffnung
Turmuhr Zeitzeichen






Kreuzworträtsel

Glockenstuhl Wie heißt die tragende Konstruktion, in der Glocken hängen?
Weihung Welcher Fluss prägt die Landschaft bei Schnürpflingen?
Turmuhr Welches Bauteil zeigt am Glockenturm öffentlich die Zeit?
Schnuerpflingen In welcher Gemeinde steht der behandelte Glockenturm?
Geläut Wie nennt man das hörbare Zusammenklingen von Glocken?
Inschrift Wie nennt man einen Text auf einer Glocke?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Der Glockenturm von Schnürpflingen gehört zur Pfarrkirche

. Ein Glockenturm trägt in der Regel

. Die Glocken hängen meist in einem

. Die Turmuhr macht die

im öffentlichen Raum sichtbar. Eine spätgotische Kirche in Schnürpflingen wird erstmals im Jahr

erwähnt. Im Jahr 1886 wurde die alte Kirche abgebrochen und eine neue Kirche

. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Geläut technisch erneuert und im Jahr 1954 wurde der Turm auf

erhöht. Der Glockenturm ist deshalb nicht nur ein Bauwerk, sondern auch ein Teil der

. Wer den Turm untersucht, sollte Beobachtungen, Fotos und

miteinander vergleichen.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Bauwerksbeschreibung: Beschreibe den Glockenturm Schnürpflingen in zehn Sätzen. Achte auf Höhe, Form, Uhr, Fenster, Dach und Umgebung.
  2. Fotodokumentation: Erstelle eine kleine Fotoreihe mit drei Blickrichtungen auf die Kirche und erkläre, wie sich die Wirkung des Turms verändert.
  3. Hörprotokoll: Höre ein Glockengeläut in Deiner Umgebung und notiere Dauer, Rhythmus, Lautstärke und Stimmung.
  4. Ortsbild: Zeichne eine einfache Skizze von Schnürpflingen und markiere, wo der Glockenturm als Orientierungspunkt wirken könnte.


Standard

  1. Quellenvergleich: Vergleiche die Kirchengeschichte der Pfarrkirche mit einem aktuellen Foto des Turms und erkläre, welche Informationen sich gegenseitig ergänzen.
  2. Interview: Befrage eine Person aus Schnürpflingen oder Deiner Gemeinde zur Bedeutung von Kirchenglocken und fasse die Aussagen sachlich zusammen.
  3. Zeitleiste: Gestalte eine Zeitleiste mit wichtigen Stationen von 1352 bis 1954 und erläutere drei Wendepunkte.
  4. Klangkarte: Erstelle eine Karte, auf der Du vermutest oder prüfst, wo das Geläut im Ort besonders gut hörbar ist.


Schwer

  1. Denkmalschutz: Entwickle ein Konzept, wie ein historischer Glockenturm erhalten, erklärt und für Lernende zugänglich gemacht werden kann.
  2. Historische Quelle: Untersuche eine alte Fotografie, Postkarte oder Chronikseite zur Kirche und formuliere drei quellenkritische Fragen.
  3. Architekturanalyse: Vergleiche den Glockenturm Schnürpflingen mit einem anderen Glockenturm im Alb-Donau-Kreis und arbeite Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus.
  4. Ausstellung: Plane eine kleine Ausstellung mit dem Titel „Der Glockenturm als Stimme des Dorfes“ und beschreibe fünf Ausstellungsstationen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Zusammenhang erklären: Erkläre, warum der Glockenturm Schnürpflingen zugleich ein religiöses, technisches und historisches Bauwerk ist.
  2. Transfer: Übertrage die Untersuchungsmethode auf ein anderes Bauwerk Deiner Gemeinde und zeige, welche Fragen Du stellen würdest.
  3. Bewertung: Beurteile, warum die Erhöhung des Turms im Jahr 1954 das Ortsbild verändert haben kann.
  4. Perspektivwechsel: Schreibe einen kurzen Text aus Sicht einer Person, die 1886 den Neubau der Kirche erlebt.
  5. Problemfrage: Diskutiere, wie eine Gemeinde Tradition, Lärmschutz, Denkmalschutz und religiöse Nutzung beim Glockengeläut ausbalancieren kann.
  6. Quellenkritik: Erkläre, warum eine Chronik, ein Foto und ein Interview unterschiedliche Arten von Informationen liefern.
  7. Gestaltungsaufgabe: Entwirf eine Informationstafel für Besucherinnen und Besucher, die Geschichte, Bauform und Glockenfunktion verständlich verbindet.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zum Thema Glockenturm Schnürpflingen ist wichtig, dass Du nicht nur Daten wiedergibst, sondern Zusammenhänge erklärst. Du solltest zeigen, dass Du den Turm als Teil der Pfarrkirche, als Element des Ortsbildes, als Träger des Geläuts und als Quelle der Ortsgeschichte verstehst.

  1. Sachwissen: Du kennst zentrale Daten wie die erste Erwähnung der spätgotischen Kirche, den Neubau von 1886 und die Turmerhöhung von 1954.
  2. Methodenkompetenz: Du kannst ein Bauwerk genau beschreiben, Fotos auswerten und historische Quellen kritisch befragen.
  3. Deutungskompetenz: Du kannst erklären, warum Glocken, Uhr und Turm für eine Gemeinde Bedeutung haben.
  4. Urteilskompetenz: Du kannst Chancen und Konflikte von Glockengeläut im öffentlichen Raum abwägen.
  5. Produkt: Du erstellst ein eigenes Lernprodukt, zum Beispiel eine Zeitleiste, ein Erklärvideo, eine Informationstafel, ein Interview oder eine Fotodokumentation.




Quellen und Medienhinweise

  1. Pfarrkirche Mariä Unbefleckte Empfängnis Schnürpflingen: Die wichtigsten historischen Daten stammen aus der veröffentlichten Kirchengeschichte der Seelsorgeeinheit Iller-Weihung.
  2. Wikimedia Commons: Die verwendeten Bilder zur Kirche und zur Landschaft bei Schnürpflingen sind freie Medien aus Wikimedia Commons.
  3. Wikipedia-Artikel Schnürpflingen: Der Artikel bietet Grundinformationen zur Gemeinde und ihrer Geschichte.
  4. Wikipedia-Artikel Glockenturm: Der Artikel erklärt allgemeine Funktionen von Glockentürmen.
  5. Kirchengemeinde Schnürpflingen: Der eingebundene YouTube-Rundgang zeigt die Pfarrkirche als virtuellen Lernort.


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