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Geschichtliche Quellenarten unterscheiden und verstehen

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Geschichtliche Quellenarten unterscheiden und verstehen




Einleitung

Geschichte entsteht nicht einfach dadurch, dass man alte Dinge sammelt. Historikerinnen und Historiker gewinnen Wissen über die Vergangenheit, indem sie geschichtliche Quellen untersuchen, vergleichen und kritisch befragen. Eine geschichtliche Quelle kann ein Text, ein Bild, ein Gegenstand, ein Gebäude, eine Karte, eine Tonaufnahme, ein Film, ein Zeitzeugenbericht oder auch ein digitaler Beitrag sein. Entscheidend ist nicht nur, was die Quelle zeigt oder sagt, sondern auch, wer sie hergestellt hat, wann sie entstanden ist, warum sie entstanden ist und welche Frage Du an sie stellst.

In diesem aiMOOC lernst Du, unterschiedliche Quellenarten zu unterscheiden und ihre Bedeutung für das historische Lernen zu verstehen. Du erfährst, warum Quellen nie völlig neutral sind, weshalb mehrere Quellen miteinander verglichen werden müssen und wie Quellenkritik hilft, zuverlässiger über Vergangenheit zu urteilen. Der Kurs eignet sich besonders für den Geschichtsunterricht der Sekundarstufe I, kann aber auch als Wiederholung in der Sekundarstufe II genutzt werden.

Der Stein von Rosette ist ein berühmtes Beispiel dafür, dass ein Gegenstand zugleich eine Sachquelle und eine Textquelle sein kann: Er trägt Inschriften in mehreren Schriften und half dabei, Hieroglyphen zu entschlüsseln.

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Was ist eine geschichtliche Quelle?

Eine geschichtliche Quelle ist alles, woraus Menschen Erkenntnisse über die Vergangenheit gewinnen können. Das kann ein mittelalterlicher Brief, ein altes Foto, eine Münze, ein Tagebuch, ein Plakat, ein Gebäude, eine Gerichtsakte, eine Zeitung, eine Tonaufnahme, ein Interview oder ein digitaler Social-Media-Beitrag sein. Eine Quelle ist also nicht nur ein schriftlicher Text. Auch Dinge, Bilder, Geräusche und Spuren können historische Informationen enthalten.

Wichtig ist: Eine Quelle beantwortet nicht von selbst alle Fragen. Sie wird erst durch Deine Fragestellung für die historische Untersuchung bedeutsam. Dieselbe Quelle kann je nach Frage unterschiedliche Bedeutung haben. Ein Foto einer Demonstration kann zum Beispiel als Quelle für Kleidung, Politische Kultur, Protestformen, Geschlechterrollen, Mediengeschichte oder Stadtgeschichte genutzt werden.


Quelle und Darstellung unterscheiden

Im Geschichtsunterricht musst Du zwischen Quelle und Darstellung unterscheiden. Eine Quelle stammt aus der untersuchten Zeit oder steht in direktem Zusammenhang mit dem untersuchten Ereignis. Eine Darstellung entsteht später und erklärt, ordnet oder deutet historische Ereignisse, zum Beispiel ein Schulbuch, ein Lexikonartikel, eine Dokumentation oder ein wissenschaftliches Buch.

Diese Unterscheidung ist aber nicht immer absolut. Ein Schulbuch über den Ersten Weltkrieg ist für die Frage nach den Ereignissen von 1914 bis 1918 eher eine Darstellung. Wenn Du aber untersuchst, wie in den 1990er-Jahren in Schulen über den Ersten Weltkrieg gesprochen wurde, kann dasselbe Schulbuch selbst zur Quelle werden. Deshalb hängt die Einordnung immer von der Forschungsfrage ab.


Warum Quellen wichtig sind

Ohne Quellen gäbe es keine überprüfbare Geschichtsschreibung. Quellen ermöglichen es, Aussagen über die Vergangenheit zu begründen. Sie helfen dabei, Behauptungen zu prüfen, verschiedene Perspektiven zu erkennen und historische Deutungen nachvollziehbar zu machen. Zugleich zeigen sie, dass Geschichte nie nur eine einzige Erzählung ist. Menschen haben Ereignisse unterschiedlich erlebt, bewertet und überliefert.

Quellen sind bedeutsam, weil sie:

  1. Beleg: Sie liefern Hinweise, mit denen historische Aussagen begründet werden können.
  2. Perspektive: Sie zeigen, wie Menschen einer Zeit dachten, handelten, glaubten, hofften oder fürchteten.
  3. Kontroverse: Sie können einander widersprechen und dadurch historische Diskussionen anregen.
  4. Rekonstruktion: Sie helfen, vergangene Ereignisse, Strukturen und Lebenswelten zu erschließen.
  5. Urteilskompetenz: Sie fördern die Fähigkeit, Informationen kritisch zu prüfen.


Quellenarten im Überblick

Quellen lassen sich nach ihrer äußeren Form, nach ihrer Nähe zum Ereignis, nach ihrer Absicht und nach ihrer Überlieferung unterscheiden. Für den Unterricht ist besonders hilfreich, verschiedene Quellengattungen zu kennen.

Quellenart Beispiele Worauf Du achten solltest
Textquelle Brief, Tagebuch, Rede, Urkunde, Gesetz, Zeitungsartikel Wer schreibt? Für wen? Mit welcher Absicht? Welche Begriffe und Wertungen werden benutzt?
Bildquelle Gemälde, Karikatur, Foto, Plakat, Flugblatt, Comic Was ist zu sehen? Was fehlt? Ist das Bild gestellt, bearbeitet oder inszeniert?
Sachquelle Münze, Werkzeug, Kleidung, Waffe, Keramik, Alltagsgegenstand Aus welchem Material besteht der Gegenstand? Wer nutzte ihn? Was sagt er über Alltag, Technik oder Macht?
Bau- und Raumquelle Burg, Kirche, Fabrik, Denkmal, Wohnhaus, Straße Welche Funktion hatte der Ort? Wer durfte ihn nutzen? Welche Veränderungen gab es?
mündliche Quelle Zeitzeugeninterview, Erzählung, Oral-History-Aufnahme Wie zuverlässig ist die Erinnerung? Welche Erfahrungen, Gefühle oder späteren Deutungen prägen die Aussage?
Tonquelle Redeaufnahme, Radioansprache, Lied, Interview, Geräuschaufnahme Wie wirken Stimme, Betonung, Musik und Geräusch? Wer konnte die Aufnahme hören?
Filmquelle Wochenschau, Amateurfilm, Propagandafilm, Fernsehbericht Wer hat gefilmt? Was wurde geschnitten? Welche Wirkung soll erzeugt werden?
Kartenquelle historische Landkarte, Stadtplan, Schlachtplan, Handelskarte Welche Grenzen, Namen und Machtansprüche werden sichtbar? Was wird ausgelassen?
statistische Quelle Volkszählung, Steuerliste, Wahlergebnis, Produktionszahl Wer hat die Daten erhoben? Welche Kategorien wurden verwendet? Was sagen Zahlen nicht?
Digitale Quelle Website, E-Mail, Blog, Social-Media-Post, Datenbank, Screenshot Ist die Quelle unverändert? Wann wurde sie gespeichert? Wer hat Zugriff, Plattformmacht oder Algorithmus geprägt?


Textquellen

Textquellen gehören zu den häufigsten Quellen im Geschichtsunterricht. Sie können sehr unterschiedliche Formen haben: Briefe, Tagebücher, Reden, Gesetze, Urkunden, Chroniken, Zeitungsartikel, Verträge, Flugblätter oder Protokolle. Textquellen sind wichtig, weil sie Gedanken, Entscheidungen, Regeln und Deutungen vergangener Menschen überliefern.

Bei Textquellen musst Du besonders auf Sprache achten. Begriffe können in früheren Zeiten eine andere Bedeutung gehabt haben als heute. Außerdem verraten Wortwahl, Stil und Aufbau oft etwas über die Absicht der Verfasserin oder des Verfassers. Eine Rede will meist überzeugen, ein Gesetz will regeln, ein Tagebuch kann persönliche Gefühle festhalten, und ein Zeitungsartikel kann informieren, kommentieren oder beeinflussen.

Der Codex Manesse zeigt, wie eine mittelalterliche Handschrift sowohl als Textquelle als auch als Bildquelle genutzt werden kann. Sie enthält Texte, Bilder, Symbole und Hinweise auf höfische Kultur.


Bildquellen

Bildquellen können Fotos, Gemälde, Plakate, Karikaturen, Zeichnungen, Wandbilder, Siegel oder Illustrationen sein. Sie wirken oft unmittelbar, sind aber nicht automatisch objektiv. Ein Bild zeigt immer nur einen Ausschnitt. Es kann gestellt, bearbeitet, idealisiert, propagandistisch oder aus einer bestimmten Perspektive aufgenommen sein.

Bei Fotos ist wichtig zu fragen, wer fotografiert hat, was außerhalb des Bildausschnitts liegt und wie das Bild veröffentlicht wurde. Bei Karikaturen musst Du übertreibende Darstellungen, Symbole und politische Botschaften erkennen. Bei Plakaten sind Farben, Schrift, Bildaufbau und Zielgruppe besonders wichtig.

Der Teppich von Bayeux ist eine berühmte Bildquelle des Mittelalters. Er erzählt Ereignisse in Bildern, aber er ist zugleich eine Darstellung mit politischer Perspektive.

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Sachquellen und archäologische Quellen

Sachquellen sind gegenständliche Überreste aus der Vergangenheit. Dazu gehören Werkzeuge, Kleidung, Waffen, Schmuck, Münzen, Keramik, Möbel, Maschinen oder Alltagsgegenstände. Sie sind besonders wichtig, wenn wenige Schriftquellen erhalten sind oder wenn man etwas über den Alltag einfacher Menschen erfahren möchte, die selbst kaum schriftliche Zeugnisse hinterlassen haben.

Archäologische Quellen müssen sehr sorgfältig untersucht werden. Der Fundort, die Schicht, das Material und die Lage eines Gegenstands können entscheidend sein. Eine Münze kann zum Beispiel Hinweise auf Handel, Herrschaft, Wirtschaft, Religion und Propaganda geben. Ein Werkzeug kann etwas über Technikgeschichte, Arbeitswelt und Lebensbedingungen verraten.

Münzen sind Sachquellen. Sie enthalten oft Herrscherbilder, Inschriften und Symbole. Dadurch können sie Informationen über Macht, Wirtschaft und Selbstdarstellung liefern.


Mündliche Quellen und Oral History

Mündliche Quellen sind Erzählungen, Gespräche und Interviews. Besonders wichtig ist die Oral History, bei der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen über eigene Erfahrungen berichten. Solche Quellen können sehr lebendig sein, weil sie Gefühle, Erinnerungen und persönliche Sichtweisen sichtbar machen.

Gleichzeitig sind Erinnerungen nicht wie eine Kameraaufnahme. Menschen vergessen, ordnen Erlebnisse später neu, übernehmen Deutungen aus Familie, Medien oder Gesellschaft und erzählen je nach Situation anders. Deshalb werden Zeitzeugenberichte nicht abgewertet, aber sie müssen kritisch eingeordnet und mit anderen Quellen verglichen werden.

Datei:Oral History Tapes.png


Ton-, Film- und Medienquellen

Tonquellen und Filmquellen sind für die Zeitgeschichte besonders wichtig. Eine Radioansprache kann nicht nur den Inhalt einer Rede überliefern, sondern auch Stimme, Betonung und emotionale Wirkung. Ein Film kann Bewegungen, Geräusche, Schnitttechniken und Inszenierungen zeigen. Gleichzeitig können Film und Ton stark beeinflussen, weil Auswahl, Schnitt, Musik und Kommentar die Wahrnehmung lenken.

Bei Medienquellen solltest Du fragen: Wer hat aufgenommen? Wer hat geschnitten? Wer war das Publikum? Welche Interessen standen dahinter? Handelt es sich um Nachrichten, Propaganda, Werbung, Dokumentarfilm, private Erinnerung oder Unterhaltung?

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Karten, Statistiken und Daten als Quellen

Karten wirken oft sachlich, sind aber ebenfalls Quellen mit Perspektive. Sie zeigen Grenzen, Orte, Namen und Räume in einer bestimmten Ordnung. Wer eine Karte erstellt, entscheidet, was wichtig erscheint und was nicht. Historische Karten können Machtansprüche, Weltbilder und Wissensstände sichtbar machen.

Statistische Quellen wie Volkszählungen, Wahlergebnisse, Steuerlisten oder Produktionszahlen helfen, Entwicklungen zu erkennen. Sie müssen aber kritisch geprüft werden: Wer hat gezählt? Welche Kategorien wurden verwendet? Wurden Menschen ausgeschlossen? Welche Interessen standen hinter der Erhebung?

Eine historische Karte kann helfen, politische Räume zu verstehen. Sie darf aber nicht einfach als neutrales Abbild der Vergangenheit gelesen werden.


Digitale Quellen

Digitale Quellen sind Websites, E-Mails, Chats, Blogs, Social-Media-Beiträge, digitale Fotos, Videos, Datenbanken oder Computerspiele. Sie sind für die Gegenwart und die jüngste Vergangenheit besonders wichtig. Digitale Quellen können schnell verändert, gelöscht, kopiert oder aus dem Zusammenhang gerissen werden. Deshalb sind Metadaten, Speicherzeitpunkt, Plattform, Autorenschaft und technische Bearbeitung wichtig.

Ein Screenshot kann zeigen, wie eine Website zu einem bestimmten Zeitpunkt aussah, ist aber ebenfalls prüfbedürftig. Bei digitalen Bildern stellt sich zusätzlich die Frage, ob sie bearbeitet, zugeschnitten, automatisch erzeugt oder durch Künstliche Intelligenz verändert wurden. Digitale Quellenkritik fragt deshalb auch nach Algorithmen, Plattformökonomie, Desinformation und technischer Nachprüfbarkeit.


Primärquellen und Sekundärquellen

Oft unterscheidet man zwischen Primärquellen und Sekundärquellen. Eine Primärquelle steht dem untersuchten Ereignis besonders nahe, etwa ein Brief aus der Zeit, ein Foto vom Ereignis oder ein Tagebuch einer beteiligten Person. Eine Sekundärquelle verarbeitet, zitiert oder deutet andere Quellen später.

Auch hier gilt: Die Einordnung hängt von Deiner Fragestellung ab. Eine Fernsehdokumentation über das Mittelalter ist für mittelalterliche Ereignisse meist eine Darstellung. Wenn Du aber untersuchst, wie das Mittelalter im Fernsehen des 21. Jahrhunderts dargestellt wird, ist die Dokumentation eine Quelle für moderne Geschichtsbilder.


Überrest und Tradition

Eine weitere wichtige Unterscheidung ist die zwischen Überrest und Tradition. Ein Überrest ist nicht in erster Linie entstanden, um später Geschichte zu erzählen. Beispiele sind Werkzeuge, Steuerlisten, Rechnungen, Mauern, Müllreste oder Alltagsgegenstände. Tradition meint Quellen, die bewusst etwas überliefern wollen, zum Beispiel Chroniken, Memoiren oder Denkmäler.

Diese Einteilung hilft, die Absicht einer Quelle besser zu verstehen. Ein Denkmal will erinnern und deuten. Eine Steuerliste wollte ursprünglich verwalten. Beide Quellen können wichtig sein, aber sie müssen unterschiedlich befragt werden.


Äußere und innere Quellenkritik

Quellenkritik ist die Methode, mit der Du Quellen prüfst. Sie fragt nicht nur, was eine Quelle sagt, sondern auch, wie zuverlässig, einseitig, vollständig oder aussagekräftig sie ist.

Die äußere Quellenkritik untersucht die äußeren Merkmale einer Quelle:

  1. Autorenschaft: Wer hat die Quelle erstellt?
  2. Datierung: Wann ist sie entstanden?
  3. Ort: Wo ist sie entstanden?
  4. Material: Aus welchem Material besteht sie?
  5. Überlieferung: Ist sie vollständig, verändert, kopiert oder beschädigt?
  6. Echtheit: Ist sie echt oder eine Fälschung?

Die innere Quellenkritik untersucht Inhalt, Sprache und Aussage:

  1. Intention: Welche Absicht verfolgt die Quelle?
  2. Adressat: An wen richtet sie sich?
  3. Perspektive: Welche Sichtweise wird deutlich?
  4. Wertung: Welche Begriffe, Gefühle oder Urteile werden verwendet?
  5. Glaubwürdigkeit: Was kann stimmen, was ist unsicher?
  6. Aussagekraft: Welche Frage kann die Quelle beantworten und welche nicht?

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Quellen vergleichen

Eine einzelne Quelle reicht selten aus, um ein historisches Ereignis sicher zu beurteilen. Historisches Arbeiten bedeutet, verschiedene Quellen miteinander zu vergleichen. Stimmen Aussagen überein? Gibt es Widersprüche? Welche Perspektiven fehlen? Welche Quelle entstand näher am Ereignis? Welche Quelle hatte ein Interesse daran, etwas zu beschönigen oder zu verschweigen?

Wenn mehrere unabhängige Quellen ähnliche Hinweise geben, kann eine historische Aussage stärker begründet werden. Wenn Quellen sich widersprechen, ist das kein Fehler, sondern eine Chance: Gerade Widersprüche zeigen, dass Vergangenheit von verschiedenen Menschen unterschiedlich erlebt und gedeutet wurde.

Ein Foto vom Mauerfall kann viel zeigen, aber es erklärt nicht allein die politischen Ursachen, die individuellen Gefühle aller Beteiligten oder die Folgen der Ereignisse. Dafür müssen weitere Quellen und Darstellungen hinzugezogen werden.


Quellenwert und Grenzen von Quellen

Der Wert einer Quelle hängt davon ab, welche Frage Du stellst. Ein persönlicher Brief ist vielleicht unzuverlässig, wenn er genaue Zahlen nennen soll. Er kann aber sehr wertvoll sein, wenn Du Gefühle, Hoffnungen oder Ängste untersuchen möchtest. Eine Statistik kann Entwicklungen sichtbar machen, aber sie erklärt nicht automatisch persönliche Erfahrungen. Ein Foto kann einen Moment zeigen, aber nicht alles, was davor und danach geschah.

Quellen haben immer Grenzen:

  1. Lückenhaftigkeit: Viele Quellen sind verloren, zerstört oder nie entstanden.
  2. Einseitigkeit: Manche Gruppen haben mehr Spuren hinterlassen als andere.
  3. Absicht: Viele Quellen wollen überzeugen, rechtfertigen, verwalten oder erinnern.
  4. Perspektive: Jede Quelle zeigt nur einen Ausschnitt.
  5. Deutung: Quellen müssen interpretiert werden und sprechen nicht von selbst.


Vorgehensweise bei der Quellenanalyse

Eine einfache Quellenanalyse kann in fünf Schritten erfolgen:

  1. Beschreiben: Bestimme Quellenart, Autorenschaft, Zeit, Ort, Thema und äußere Merkmale.
  2. Kontextualisieren: Ordne die Quelle in den historischen Zusammenhang ein.
  3. Untersuchen: Analysiere Inhalt, Sprache, Bildaufbau, Material oder Daten.
  4. Bewerten: Prüfe Absicht, Perspektive, Zuverlässigkeit und Grenzen.
  5. Vergleichen: Ziehe andere Quellen oder Darstellungen hinzu und formuliere ein begründetes Urteil.

Merksatz: Erst beschreiben, dann einordnen, dann deuten und beurteilen.


Beispiel: Ein Foto als Quelle untersuchen

Stell Dir vor, Du siehst ein Foto von Menschen auf der Berliner Mauer im November 1989. Zuerst beschreibst Du, was sichtbar ist: Menschen, Ort, Stimmung, Kleidung, vielleicht Fahnen oder Grenzanlagen. Danach fragst Du nach der Entstehung: Wer hat fotografiert? War es ein Pressefoto oder ein privates Foto? Wann genau wurde es aufgenommen? Anschließend ordnest Du das Foto in den historischen Zusammenhang des Mauerfalls und der deutschen Wiedervereinigung ein.

Erst danach beurteilst Du: Das Foto kann Freude, Öffentlichkeit und symbolische Bedeutung zeigen. Es kann aber nicht allein erklären, welche diplomatischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen zum Mauerfall führten. Dafür brauchst Du weitere Quellen wie Reden, Nachrichtenberichte, Akten, Interviews und Darstellungen.


Merkwissen kompakt

  1. Geschichtliche Quelle: Alles, woraus Wissen über die Vergangenheit gewonnen werden kann.
  2. Darstellung: Spätere Erklärung oder Deutung von Geschichte, zum Beispiel Schulbuch oder Dokumentation.
  3. Textquelle: Schriftliches Zeugnis wie Brief, Gesetz, Rede oder Tagebuch.
  4. Bildquelle: Visuelles Zeugnis wie Foto, Plakat, Gemälde oder Karikatur.
  5. Sachquelle: Gegenständlicher Überrest wie Münze, Werkzeug oder Kleidung.
  6. Oral History: Historisches Arbeiten mit mündlichen Erinnerungen und Interviews.
  7. Quellenkritik: Prüfung von Herkunft, Echtheit, Absicht, Perspektive und Aussagekraft.
  8. Kontext: Historischer Zusammenhang, ohne den eine Quelle leicht missverstanden wird.
  9. Perspektive: Blickwinkel, Interesse oder Standort einer Quelle.
  10. Quellenvergleich: Abgleich mehrerer Quellen, um Aussagen besser zu begründen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist eine geschichtliche Quelle? (Ein Zeugnis, aus dem Wissen über die Vergangenheit gewonnen werden kann) (!Ein beliebiger moderner Roman ohne Bezug zur Vergangenheit) (!Nur ein Text aus einem Schulbuch) (!Immer nur ein staatliches Dokument)




Welche Quellenart ist ein Tagebuch am ehesten? (Textquelle) (!Sachquelle) (!Kartenquelle) (!Bauquelle)




Warum ist die Fragestellung bei der Arbeit mit Quellen wichtig? (Sie bestimmt, welche Bedeutung eine Quelle für die Untersuchung hat) (!Sie ersetzt die Quellenkritik vollständig) (!Sie macht jede Quelle automatisch wahr) (!Sie verhindert, dass man mehrere Quellen braucht)




Was untersucht die äußere Quellenkritik besonders? (Herkunft, Datierung, Material, Überlieferung und Echtheit) (!Nur die Gefühle der betrachtenden Person) (!Nur die heutige politische Meinung) (!Nur die Rechtschreibung eines modernen Textes)




Was ist typisch für eine Bildquelle? (Sie zeigt einen Ausschnitt und muss auf Perspektive und Inszenierung geprüft werden) (!Sie ist immer objektiver als eine Textquelle) (!Sie braucht keinen historischen Kontext) (!Sie kann niemals verändert worden sein)




Welche Aussage über Zeitzeugeninterviews ist richtig? (Sie zeigen persönliche Erinnerungen und müssen kritisch eingeordnet werden) (!Sie sind immer vollständig und fehlerfrei) (!Sie ersetzen alle anderen Quellen) (!Sie enthalten niemals spätere Deutungen)




Was ist eine Darstellung im Geschichtsunterricht? (Eine spätere Erklärung oder Deutung historischer Ereignisse) (!Ein Gegenstand aus einer Ausgrabung) (!Ein Brief aus der untersuchten Zeit) (!Eine Münze aus der Antike)




Warum sollten mehrere Quellen verglichen werden? (Um Widersprüche, Perspektiven und Gemeinsamkeiten besser zu erkennen) (!Um die schwierigste Quelle ignorieren zu können) (!Um jede Quelle ohne Prüfung zu bestätigen) (!Um historische Fragen schneller zu vermeiden)




Welche Quelle ist am ehesten eine Sachquelle? (Eine römische Münze) (!Eine Rede in einer Zeitung) (!Ein Schulbuchkapitel) (!Eine Fernsehdokumentation von heute)




Was bedeutet Quellenwert? (Die Bedeutung einer Quelle für eine bestimmte historische Fragestellung) (!Der Geldpreis einer Quelle im Museumsshop) (!Die Länge einer Quelle in Seiten) (!Die Anzahl der Personen auf einem Foto)





Memory

Textquelle Brief
Bildquelle Karikatur
Sachquelle Münze
Tonquelle Radioansprache
Kartenquelle Stadtplan
Mündliche Quelle Zeitzeugeninterview





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Beispiel
Textquelle Tagebuch
Bildquelle Foto
Sachquelle Werkzeug
Tonquelle Redeaufnahme
Kartenquelle Historischer Stadtplan
Digitale Quelle Social-Media-Beitrag




Ordne jede Quellenart dem passenden Beispiel zu. Überlege danach, welche Fragen Du an die jeweilige Quelle stellen würdest.


Kreuzworträtsel

Quelle Wie nennt man ein Zeugnis, aus dem Wissen über Vergangenheit gewonnen werden kann?
Archiv Wo werden viele historische Dokumente gesammelt und geordnet?
Kontext Wie nennt man den historischen Zusammenhang einer Quelle?
Brief Welche Textquelle richtet sich häufig an eine bestimmte Person?
Echtheit Was prüft man, wenn man fragt, ob eine Quelle wirklich original ist?
Perspektive Wie nennt man den Blickwinkel, aus dem eine Quelle entstanden ist?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Eine geschichtliche

ist ein Zeugnis, aus dem Wissen über die Vergangenheit gewonnen werden kann. Eine spätere Erklärung historischer Ereignisse nennt man

. Bei der äußeren Quellenkritik prüft man zum Beispiel Autorenschaft, Datierung, Überlieferung und

. Bei der inneren Quellenkritik untersucht man Inhalt, Sprache, Absicht und

. Ein altes Foto gehört meist zu den

. Eine Münze, ein Werkzeug oder ein Kleidungsstück ist eine

. Ein Zeitzeugeninterview ist wertvoll, muss aber wegen Erinnerungslücken und späterer Deutungen kritisch

werden. Quellen sollten miteinander

werden, weil sie sich ergänzen oder widersprechen können. Der Wert einer Quelle hängt immer von der historischen

ab.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Quellen-Steckbrief: Wähle eine Quelle aus Deinem Alltag, zum Beispiel ein Foto, eine Nachricht, ein altes Objekt oder einen Brief, und erstelle einen Steckbrief mit Quellenart, Entstehungszeit, Urheberin oder Urheber und möglicher Fragestellung.
  2. Bildbeschreibung: Suche ein historisches Foto aus einem Schulbuch oder Museumskatalog und beschreibe genau, was Du siehst, ohne sofort zu deuten.
  3. Quellenarten-Sammlung: Erstelle eine Tabelle mit fünf Quellenarten und jeweils zwei eigenen Beispielen aus Geschichte, Familie, Schule oder Stadt.
  4. Frage an eine Quelle: Formuliere zu einer Quelle drei unterschiedliche historische Fragen und erkläre, warum jede Frage zu einer anderen Deutung führen kann.


Standard

  1. Quellenvergleich: Vergleiche ein Foto und einen Zeitungsartikel zum selben historischen Ereignis und arbeite heraus, welche Informationen beide Quellen liefern und welche fehlen.
  2. Zeitzeugeninterview: Führe ein kurzes Interview mit einer älteren Person über ein Ereignis aus ihrem Leben und reflektiere anschließend, welche Stärken und Grenzen diese mündliche Quelle hat.
  3. Plakat untersuchen: Analysiere ein historisches Plakat nach Bildaufbau, Sprache, Zielgruppe, Absicht und politischer Botschaft.
  4. Objektgeschichte: Wähle einen Gegenstand aus Museum, Familie oder Stadtgeschichte und erkläre, welche Informationen er über Alltag, Technik, Wirtschaft oder Werte einer Zeit liefern kann.


Schwer

  1. Quellenkritische Analyse: Schreibe eine vollständige Analyse einer Textquelle mit Einleitung, Inhaltsangabe, historischer Einordnung, Quellenkritik und begründetem Urteil.
  2. Multiperspektivität: Untersuche drei Quellen zu einem Konflikt und zeige, welche unterschiedlichen Interessen, Erfahrungen und Deutungen sichtbar werden.
  3. Digitale Quellenkritik: Analysiere einen digitalen Beitrag zu einem aktuellen Ereignis und prüfe Autorenschaft, Veröffentlichungsdatum, Bildherkunft, mögliche Bearbeitung und Plattformkontext.
  4. Ausstellung gestalten: Entwickle eine kleine Ausstellung mit mindestens sechs Quellenarten zu einem selbst gewählten Thema und schreibe zu jeder Quelle einen erklärenden Museumstext.



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Lernkontrolle

  1. Quellenwert beurteilen: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, warum eine Quelle für eine Fragestellung sehr wertvoll und für eine andere Fragestellung kaum brauchbar sein kann.
  2. Perspektiven erkennen: Vergleiche zwei widersprüchliche Quellen zu einem Ereignis und zeige, wie unterschiedliche Interessen oder Standorte die Aussagen prägen.
  3. Darstellung hinterfragen: Nimm einen Schulbuchtext oder eine Dokumentation und prüfe, auf welche Quellenarten sich die Darstellung vermutlich stützt und welche Perspektiven fehlen könnten.
  4. Quellenkritik anwenden: Entwickle ein Prüfraster für eine historische Quelle und wende es auf eine Text-, Bild- oder Sachquelle an.
  5. Transfer in die Gegenwart: Übertrage die Methode der Quellenkritik auf einen Social-Media-Beitrag und erkläre, welche Fragen ähnlich sind und welche durch digitale Medien neu hinzukommen.
  6. Historisches Urteil bilden: Formuliere zu einem historischen Ereignis ein begründetes Urteil, das mindestens zwei Quellenarten berücksichtigt und die Grenzen der Quellen offenlegt.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Quellenarten auswendig benennen kannst, sondern ihre Bedeutung für historisches Denken erklärst und an Beispielen anwendest.

  1. Quellenarten erkennen: Du kannst Textquellen, Bildquellen, Sachquellen, mündliche Quellen, Ton- und Filmquellen, Kartenquellen, statistische Quellen und digitale Quellen unterscheiden.
  2. Quelle und Darstellung unterscheiden: Du kannst erklären, warum die Einordnung von der Fragestellung abhängt.
  3. Quellenkritik anwenden: Du kannst äußere und innere Quellenkritik sinnvoll nutzen.
  4. Historischer Kontext: Du kannst eine Quelle in ihren zeitlichen, räumlichen und gesellschaftlichen Zusammenhang einordnen.
  5. Perspektive und Intention: Du erkennst, dass Quellen Interessen, Absichten und Sichtweisen enthalten.
  6. Quellenvergleich: Du kannst mehrere Quellen vergleichen und Widersprüche produktiv auswerten.
  7. Begründetes Urteil: Du formulierst ein eigenes historisches Urteil und belegst es mit Quellenhinweisen.
  8. Reflexion: Du benennst Grenzen Deiner Untersuchung und erklärst, welche weiteren Quellen hilfreich wären.




OERs zum Thema



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Schulfach+

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  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

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  1. Der Markisenmann - Jan Weiler oder Als die Welt uns gehörte - Liz Kessler
  2. Ein Schatten wie ein Leopard - Myron Levoy oder Pampa Blues - Rolf Lappert

Abitur Dorfrichter-Komödie über Wahrheit/Schuld; Roman über einen Ort und deutsche Geschichte. Mittlere Reife Wahllektüren (Roadtrip-Vater-Sohn / Jugendroman im NS-Kontext / Coming-of-age / Provinzroman).

Bayern

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
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Berlin/Brandenburg

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
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Abitur Justiz-/Machtkritik als Komödie; Großstadtroman der Weimarer Zeit (Rollenbilder, Aufstiegsträume, soziale Realität).

Hessen

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
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Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

Niedersachsen

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  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

Nordrhein-Westfalen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Komödie über Wahrheit und Autorität; Roman als literarische „Geschichtsschichtung“ an einem Ort.

Saarland

Abitur

  1. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  2. Furor - Lutz Hübner und Sarah Nemitz
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Abitur Erinnerungsroman an einem Ort; zeitgenössisches Drama über Eskalation/Populismus; naturalistische Novelle (Pflicht/Überforderung/Abgrund).

Sachsen (berufliches Gymnasium)

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Irrungen, Wirrungen - Theodor Fontane
  4. Der gute Mensch von Sezuan - Bertolt Brecht
  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
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Abitur Mischung aus Klassiker-Drama, sozialem Drama, realistischem Roman, epischem Theater und Gegenwarts-/Erinnerungsroman; zusätzlich Coming-of-age im historischen Kontext.

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  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Themenfelder)

Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

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Abitur Recht/Gerechtigkeit und historische Tiefenschichten eines Ortes – umgesetzt über Drama und Gegenwartsroman.

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  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool)

Abitur In der Praxis häufig Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool; landesweite Einzeltitel je nach Vorgabe/Handreichung nicht einheitlich ausgewiesen.

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  1. (Quelle aktuell technisch nicht abrufbar; Beteiligung am gemeinsamen Aufgabenpool bekannt)

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Abitur Keine landesweite Einheitsliste; Auswahl kann schul-/kursbezogen erfolgen.




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