Geschichtliche Quellenarten unterscheiden


Geschichtliche Quellenarten unterscheiden
Einleitung
Geschichtliche Quellen sind Spuren, Gegenstände, Texte, Bilder, Töne, Filme oder digitale Überlieferungen, aus denen wir etwas über die Vergangenheit erfahren können. In der Geschichtswissenschaft sind Quellen die Grundlage dafür, Geschichte zu rekonstruieren, Deutungen zu prüfen und begründete Aussagen über frühere Zeiten zu treffen. Eine Quelle „spricht“ aber nicht von selbst: Du musst sie beschreiben, einordnen, kritisch befragen und mit anderen Quellen vergleichen.
In diesem aiMOOC lernst Du, unterschiedliche Arten von geschichtlichen Quellen zu unterscheiden und ihre Bedeutung zu verstehen. Du arbeitest mit Textquellen, Bildquellen, Sachquellen, mündlichen Quellen, Tonquellen, Filmquellen und digitalen Quellen. Außerdem lernst Du, warum Quellenkritik, Perspektive, Intention und Kontext wichtig sind.
Der Stein von Rosette zeigt, dass eine Quelle zugleich ein Gegenstand, ein Textträger und ein Schlüssel zum Verständnis vergangener Kulturen sein kann. Er macht deutlich: Eine Quelle gewinnt ihre Bedeutung nicht nur durch ihr Material, sondern vor allem durch die Fragen, die wir an sie stellen.
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Was ist eine geschichtliche Quelle?
Eine geschichtliche Quelle ist jede überlieferte Spur, aus der sich Kenntnisse über die Vergangenheit gewinnen lassen. Dazu gehören zum Beispiel Briefe, Tagebücher, Urkunden, Fotos, Karikaturen, Münzen, Gebäude, Werkzeuge, Zeitzeugeninterviews, Tonaufnahmen, Filmaufnahmen, Statistiken, Karten oder Webseiten.
Wichtig: Ob etwas als Quelle gilt, hängt immer von der Fragestellung ab. Ein Schulheft kann eine Quelle zur Bildungsgeschichte sein. Ein altes Handy kann eine Quelle zur Technikgeschichte sein. Ein Wahlplakat kann eine Quelle zur Politikgeschichte sein. Ein Familienfoto kann eine Quelle zur Alltagsgeschichte sein.
Quelle und Darstellung unterscheiden
Eine Quelle stammt aus der Zeit, über die Du etwas herausfinden möchtest, oder sie ist selbst eine Spur dieser Zeit. Eine Darstellung ist eine spätere Erklärung, Deutung oder Zusammenfassung von Geschichte, zum Beispiel ein Schulbuch, ein Lexikonartikel, ein Dokumentarfilm oder ein Vortrag.
- Quelle: Ein Brief eines Soldaten aus dem Jahr 1916 kann eine Quelle zum Ersten Weltkrieg sein.
- Darstellung: Ein heutiger Schulbuchtext über den Ersten Weltkrieg ist eine Darstellung.
- Zwischenform: Eine Autobiografie kann Quelle und Darstellung zugleich sein, weil sie persönliche Erinnerung und spätere Deutung verbindet.
Diese Unterscheidung hilft Dir, genauer zu arbeiten: Quellen liefern Spuren, Darstellungen erklären und ordnen diese Spuren.
Warum Quellen wichtig sind
Ohne Quellen könnte Geschichte nicht überprüfbar erforscht werden. Quellen sind wichtig, weil sie:
- Belege für Aussagen über die Vergangenheit liefern.
- Perspektiven früherer Menschen sichtbar machen.
- Alltag und Herrschaft, Krieg und Frieden, Wirtschaft und Kultur erforschbar machen.
- helfen, Erinnerungskultur und Geschichtskultur kritisch zu verstehen.
- zeigen, dass Geschichte immer aus überlieferten Spuren rekonstruiert wird.
Quellen sind aber nie neutral. Sie entstehen in bestimmten Situationen, mit bestimmten Absichten und unter bestimmten Bedingungen. Deshalb reicht es nicht, eine Quelle nur zu lesen oder anzuschauen. Du musst fragen: Wer hat sie hergestellt? Wann und wo entstand sie? Für wen war sie gedacht? Was zeigt sie? Was verschweigt sie? Welche Interessen könnten eine Rolle spielen?
Arten geschichtlicher Quellen
Geschichtliche Quellen können nach ihrer äußeren Form, nach ihrer Entstehung, nach ihrer Absicht oder nach ihrem Medium unterschieden werden. In der Schule ist besonders die Unterscheidung nach Quellenarten hilfreich.
Textquellen
Textquellen sind schriftliche Überlieferungen. Dazu gehören Briefe, Tagebücher, Gesetze, Urkunden, Zeitungsartikel, Reden, Verträge, Flugblätter, Protokolle, Chroniken oder Inschriften.
Textquellen können sehr genaue Informationen enthalten. Sie zeigen oft, welche Begriffe, Werte und Sichtweisen in einer bestimmten Zeit wichtig waren. Gleichzeitig musst Du beachten, dass Texte absichtlich gestaltet sind. Eine politische Rede will überzeugen. Ein Gesetz formuliert Ansprüche. Ein Tagebuch zeigt persönliche Wahrnehmungen. Eine Zeitung kann informieren, aber auch beeinflussen.

Diese mittelalterliche Handschrift ist eine Text- und Bildquelle. Du kannst sie zum Beispiel fragen: Welche Sprache wird verwendet? Wie werden Personen dargestellt? Welche Rolle spielen Kleidung, Gesten und Symbole? Welche Vorstellung von Herrschaft, Kultur oder Literatur wird sichtbar?
Bildquellen
Bildquellen sind visuelle Darstellungen. Dazu gehören Gemälde, Zeichnungen, Fotos, Plakate, Karikaturen, Postkarten, Karten, Diagramme, Wappen oder Comics.
Bildquellen wirken oft unmittelbar, sind aber besonders deutungsbedürftig. Ein Foto zeigt einen Ausschnitt, nicht die ganze Wirklichkeit. Eine Karikatur übertreibt absichtlich. Ein Propagandaplakat will Gefühle lenken. Ein Herrscherporträt stellt Macht dar. Bei Bildquellen musst Du genau beschreiben, was Du siehst, bevor Du interpretierst.

Höhlenmalereien können Bildquellen für die Steinzeit sein. Sie geben Hinweise auf Tiere, Vorstellungen, künstlerische Techniken und mögliche Rituale. Zugleich bleiben viele Deutungen unsicher, weil schriftliche Erklärungen fehlen.
Sachquellen und gegenständliche Quellen
Sachquellen sind materielle Gegenstände. Dazu gehören Werkzeuge, Waffen, Kleidung, Münzen, Schmuck, Keramik, Gebäude, Denkmäler, Maschinen, Möbel, Grabbeigaben oder Alltagsgegenstände.
Sachquellen sind besonders wichtig, wenn es wenige schriftliche Quellen gibt. Sie können etwas über Technik, Handwerk, Handel, Religion, soziale Schichten, Ernährung, Wohnen und Alltag verraten. Häufig werden sie mit Methoden der Archäologie, Numismatik, Kunstgeschichte oder Bauforschung untersucht.

Eine antike Büste ist eine Sachquelle und zugleich eine Bildquelle. Sie kann Hinweise auf politische Repräsentation, Herrschaftsideale und künstlerische Gestaltung geben. Sie zeigt aber nicht einfach, wie eine Person „wirklich“ aussah, sondern wie sie dargestellt werden sollte.
Mündliche Quellen und Zeitzeugenberichte
Mündliche Quellen entstehen durch gesprochene Erinnerungen, Erzählungen oder Interviews. Besonders wichtig sind Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die Ereignisse selbst erlebt haben und darüber berichten.
Mündliche Quellen können persönliche Erfahrungen sichtbar machen, die in amtlichen Dokumenten fehlen. Sie zeigen Gefühle, Wahrnehmungen, Erinnerungen und Deutungen. Gleichzeitig ist Erinnerung veränderlich. Menschen vergessen, ordnen später neu, übernehmen Erzählmuster oder bewerten Ereignisse aus heutiger Sicht. Deshalb müssen Zeitzeugenberichte kritisch und respektvoll ausgewertet werden.
Tonquellen, Filmquellen und digitale Quellen
Tonquellen sind zum Beispiel Reden, Musikaufnahmen, Radiobeiträge, Interviews oder Geräuschaufnahmen. Filmquellen umfassen Wochenschauen, private Filme, Nachrichtensendungen, Dokumentarfilme, Spielfilme oder Videos. Digitale Quellen sind zum Beispiel Webseiten, E-Mails, Chats, Social-Media-Beiträge, Datenbanken, Computerspiele oder digitale Fotos.
Diese Quellenarten sind für die Zeitgeschichte besonders wichtig. Sie zeigen nicht nur Inhalte, sondern auch Medienformen. Bei digitalen Quellen ist entscheidend, ob sie verändert, gelöscht, kopiert oder aus dem Zusammenhang gerissen wurden. Du solltest daher immer prüfen, wer die Quelle erstellt hat, wann sie veröffentlicht wurde, ob sie bearbeitet wurde und wie zuverlässig ihre Herkunft ist.
Weitere Einteilungen von Quellen
Neben der Unterscheidung nach Quellenarten gibt es weitere Einteilungen, die Dir beim historischen Denken helfen.
Überrest und Tradition
Ein Überrest ist eine Quelle, die nicht hauptsächlich dafür entstanden ist, später Geschichte zu überliefern. Beispiele sind Münzen, Werkzeuge, Rechnungen, Knochenfunde, Gebäude oder Verwaltungsakten. Sie sind oft unbeabsichtigte Spuren der Vergangenheit.
Tradition meint Quellen, die bewusst etwas überliefern oder berichten wollen. Beispiele sind Chroniken, Memoiren, Denkmäler, Herrscherinschriften oder Geschichtserzählungen. Sie enthalten oft Deutungen und Absichten.
Diese Unterscheidung ist wichtig, weil absichtliche Überlieferung stärker auf Wirkung ausgerichtet sein kann. Aber auch Überreste sind nicht automatisch „objektiv“. Sie müssen ebenso kritisch geprüft werden.
Primärquelle und Sekundärquelle
Eine Primärquelle steht dem untersuchten Ereignis zeitlich oder sachlich nahe. Eine Sekundärquelle oder Darstellung verarbeitet Quellen später und ordnet sie ein. Im Geschichtsunterricht wird meist von Quelle und Darstellung gesprochen.
Beispiel: Ein Plakat aus einer Wahlkampagne ist eine Primärquelle zur Wahlwerbung. Ein heutiger Fachaufsatz über diese Wahlkampagne ist eine Darstellung. Für eine andere Fragestellung kann aber auch der Fachaufsatz selbst zur Quelle werden, etwa wenn Du untersuchst, wie Historikerinnen und Historiker im 21. Jahrhundert über ein Thema schreiben.
Quellenlage
Die Quellenlage beschreibt, welche Quellen zu einem Thema vorhanden sind, fehlen oder besonders stark vertreten sind. Eine gute Quellenlage bedeutet nicht automatisch, dass alles klar ist. Viele Quellen können einseitig sein. Eine schlechte Quellenlage bedeutet, dass historische Aussagen vorsichtiger formuliert werden müssen.
Beispiel: Über Herrscher, Kriege und staatliche Entscheidungen gibt es oft viele Quellen. Über Kinder, arme Menschen, versklavte Menschen oder den Alltag einfacher Bevölkerungsgruppen gibt es häufig weniger direkte Quellen. Deshalb müssen Historikerinnen und Historiker besonders sorgfältig nach Spuren suchen.
Quellenkritik: Wie prüfst Du eine Quelle?
Quellenkritik bedeutet, eine Quelle systematisch zu untersuchen. Sie hilft Dir, nicht vorschnell zu urteilen. Eine bewährte Vorgehensweise besteht aus Beschreibung, Einordnung und Beurteilung.
Beschreibung
Zuerst beschreibst Du die Quelle möglichst genau. Du hältst fest, um welche Quellenart es sich handelt, was sichtbar oder lesbar ist und welche formalen Merkmale auffallen.
- Quellenart: Ist es eine Textquelle, Bildquelle, Sachquelle, Tonquelle, Filmquelle oder digitale Quelle?
- Urheberin oder Urheber: Wer hat die Quelle erstellt?
- Datierung: Wann ist die Quelle entstanden?
- Ort: Wo ist sie entstanden oder gefunden worden?
- Inhalt: Was wird gesagt, gezeigt oder überliefert?
- Form: Welche Sprache, Symbole, Materialien oder Gestaltungsmittel werden verwendet?
Einordnung
Danach ordnest Du die Quelle in ihren historischen Zusammenhang ein. Du fragst nach Anlass, Adressaten, Situation und Hintergrund.
- Kontext: Welche Ereignisse, Konflikte oder Entwicklungen gehören dazu?
- Adressat: An wen richtete sich die Quelle?
- Intention: Welche Absicht könnte die Quelle haben?
- Perspektive: Aus welcher Sicht wird berichtet oder dargestellt?
- Überlieferung: Wie ist die Quelle erhalten geblieben?
Beurteilung
Am Ende beurteilst Du, was die Quelle für Deine Fragestellung leisten kann. Du unterscheidest zwischen Aussage, Absicht, Grenzen und Bedeutung.
- Aussagekraft: Welche Informationen liefert die Quelle?
- Glaubwürdigkeit: Wie zuverlässig wirkt sie?
- Echtheit: Ist sie echt, verändert, kopiert oder gefälscht?
- Grenze: Was kann sie nicht beantworten?
- Vergleich: Welche anderen Quellen können sie bestätigen, ergänzen oder widersprechen?
Bedeutung einzelner Quellenarten verstehen
Quellenarten haben unterschiedliche Stärken und Grenzen. Eine Textquelle kann genaue Begriffe enthalten, aber auch lügen. Ein Foto kann anschaulich sein, aber nur einen Ausschnitt zeigen. Eine Sachquelle kann sehr alt sein, aber ohne Kontext schwer verständlich bleiben. Ein Zeitzeugenbericht kann persönliche Erfahrungen vermitteln, aber Erinnerung ist nicht dasselbe wie ein vollständiger Tatsachenbericht.
Stärken und Grenzen im Überblick
- Textquelle: Liefert Sprache, Argumente und Begriffe, muss aber auf Absicht und Perspektive geprüft werden.
- Bildquelle: Zeigt visuelle Vorstellungen, Symbole und Inszenierungen, kann aber manipulieren oder übertreiben.
- Sachquelle: Macht Alltag, Technik und materielle Kultur greifbar, braucht aber oft fachkundige Einordnung.
- Mündliche Quelle: Gibt persönliche Erfahrungen wieder, ist aber von Erinnerung und späterer Deutung geprägt.
- Tonquelle: Bewahrt Stimme, Geräusch und Atmosphäre, kann aber geschnitten oder inszeniert sein.
- Filmquelle: Verbindet Bild, Ton und Bewegung, zeigt aber nur ausgewählte und bearbeitete Ausschnitte.
- Digitale Quelle: Dokumentiert moderne Kommunikation, ist aber besonders leicht veränderbar und kontextabhängig.
Quellen vergleichen
Eine einzelne Quelle reicht selten aus, um ein historisches Thema sicher zu beurteilen. Du solltest mehrere Quellen miteinander vergleichen. Dabei helfen Dir Fragen wie: Stimmen die Quellen überein? Widersprechen sie sich? Berichten sie aus verschiedenen Perspektiven? Fehlen bestimmte Gruppen? Welche Quelle ist zeitnäher? Welche Quelle hat eine klare Absicht?
Ein Beispiel: Wenn Du einen Streik untersuchst, kannst Du einen Zeitungsartikel, ein Flugblatt der Streikenden, eine Polizeimeldung, ein Foto und ein Interview vergleichen. Erst durch den Vergleich erkennst Du unterschiedliche Interessen und ein genaueres Bild der Situation.
Beispiel: Eine Quelle untersuchen
Stell Dir vor, Du untersuchst ein Wahlplakat aus der Weimarer Republik. Es ist eine Bildquelle und zugleich eine Textquelle, weil es Bildmotive und Schrift enthält. Du beschreibst zunächst Farben, Figuren, Symbole und Slogans. Dann ordnest Du es in den Wahlkampf und die politische Lage ein. Schließlich beurteilst Du, welche Wirkung das Plakat erzielen sollte und welche Informationen es über politische Konflikte, Feindbilder und Erwartungen der damaligen Zeit liefert.
Dabei erkennst Du: Eine Quelle ist nicht nur ein Informationsspeicher. Sie ist selbst Teil der Geschichte. Das Plakat wollte Menschen beeinflussen. Genau diese Absicht macht es historisch interessant.
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Merksätze
- Quelle: Eine Quelle ist eine Spur, aus der Du etwas über die Vergangenheit erschließen kannst.
- Fragestellung: Erst Deine Frage macht deutlich, wofür eine Quelle wichtig ist.
- Quellenart: Verschiedene Quellenarten liefern verschiedene Informationen.
- Quellenkritik: Jede Quelle muss auf Herkunft, Absicht, Perspektive und Aussagekraft geprüft werden.
- Vergleich: Mehrere Quellen ergeben oft ein genaueres und ausgewogeneres Bild.
- Darstellung: Eine Darstellung erklärt Geschichte später und nutzt dafür Quellen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist eine geschichtliche Quelle? (Eine Spur aus der Vergangenheit) (!Eine erfundene Geschichte ohne Bezug zur Vergangenheit) (!Eine moderne Meinung ohne Belege) (!Eine zufällige Vermutung über frühere Zeiten)
Welche Quelle ist eine Textquelle? (Tagebucheintrag) (!Münze) (!Werkzeug) (!Gebäude)
Welche Quelle ist eine Sachquelle? (Tonscherbe) (!Rede) (!Zeitungsartikel) (!Tagebuch)
Was ist bei einer Bildquelle besonders wichtig? (Beschreibung vor der Deutung) (!Nur die Farben bewerten) (!Den Bildtitel immer wörtlich glauben) (!Die Quelle ohne Kontext verwenden)
Was prüft Quellenkritik? (Echtheit und Aussagekraft) (!Nur die Rechtschreibung) (!Nur die Länge der Quelle) (!Nur den heutigen Geschmack)
Was ist eine Darstellung? (Eine spätere Deutung von Geschichte) (!Immer eine originale Quelle) (!Ein Gegenstand aus einer Ausgrabung) (!Ein unbearbeiteter Fund)
Was bedeutet Quellenlage? (Gesamtheit der verfügbaren Quellen) (!Eine einzelne Lieblingsquelle) (!Ein zufälliger Ort im Museum) (!Eine feste Antwort ohne Prüfung)
Welche Frage gehört zur Einordnung einer Quelle? (Wann und warum entstand sie) (!Welche Note bekommt sie) (!Welche Farbe gefällt am besten) (!Wie viele Wörter hat sie genau)
Warum sind Zeitzeugenberichte wertvoll? (Sie zeigen persönliche Erfahrungen) (!Sie sind immer vollständig) (!Sie enthalten nie Fehler) (!Sie ersetzen alle anderen Quellen)
Warum sollte man Quellen vergleichen? (Um Perspektiven und Widersprüche zu erkennen) (!Um schneller fertig zu werden) (!Um nur eine Meinung zu bestätigen) (!Um Quellenkritik zu vermeiden)
Memory
| Textquelle | Brief |
| Bildquelle | Karikatur |
| Sachquelle | Münze |
| Tonquelle | Radiorede |
| Filmquelle | Wochenschau |
| Mündliche Quelle | Zeitzeugenbericht |
| Digitale Quelle | Blogeintrag |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Textquelle | Tagebucheintrag |
| Bildquelle | Propagandaplakat |
| Sachquelle | Ausgrabungsfund |
| Tonquelle | Interviewaufnahme |
| Digitale Quelle | Social-Media-Beitrag |
Kreuzworträtsel
| Textquelle | Welche Quellenart ist ein Brief? |
| Sachquelle | Welche Quellenart ist eine Münze? |
| Bildquelle | Welche Quellenart ist ein Foto? |
| Perspektive | Welcher Begriff bezeichnet den Blickwinkel einer Quelle? |
| Echtheit | Was prüft man, wenn man fragt, ob eine Quelle gefälscht ist? |
| Kontext | Welcher Begriff meint den historischen Zusammenhang? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Quellen-Sammlung: Suche zu Hause drei Gegenstände, die später einmal Quellen für Deinen Alltag sein könnten, und erkläre jeweils in zwei Sätzen, was sie über Dich oder Deine Zeit verraten.
- Bildbeschreibung: Wähle ein historisches Foto aus einem Schulbuch oder Museum und beschreibe genau, was Du siehst, ohne sofort zu deuten.
- Textquelle erkennen: Finde einen kurzen Brief, Tagebucheintrag oder Zeitungsartikel aus der Vergangenheit und bestimme Autor, Zeit, Thema und mögliche Absicht.
- Quelle oder Darstellung: Erstelle eine Tabelle mit fünf Beispielen und entscheide jeweils, ob es sich eher um eine Quelle oder um eine Darstellung handelt.
Standard
- Quellenvergleich: Vergleiche ein historisches Foto mit einem Schulbuchtext zum gleichen Thema und erkläre, welche Informationen nur die Quelle und welche nur die Darstellung liefert.
- Zeitzeugeninterview: Führe ein kurzes Interview mit einer älteren Person über Schule, Arbeit oder Freizeit früher und notiere, welche Fragen offen bleiben.
- Sachquelle untersuchen: Analysiere einen alten Alltagsgegenstand, zum Beispiel eine Münze, ein Werkzeug, ein Kleidungsstück oder ein technisches Gerät, nach Material, Funktion und historischer Aussagekraft.
- Perspektive untersuchen: Wähle ein politisches Plakat oder eine Karikatur und erkläre, welche Meinung oder Absicht darin sichtbar wird.
Schwer
- Quellenkritische Analyse: Schreibe eine vollständige Analyse zu einer historischen Quelle mit Beschreibung, Einordnung und Beurteilung.
- Mehrperspektivität: Untersuche ein historisches Ereignis mit mindestens drei unterschiedlichen Quellenarten und erkläre, warum die Ergebnisse nicht vollständig gleich sind.
- Digitale Quellenkritik: Analysiere einen historischen Social-Media-Beitrag oder eine archivierte Webseite und prüfe Herkunft, Veröffentlichungsdatum, Zielgruppe, Veränderbarkeit und Aussagekraft.
- Ausstellung planen: Entwickle ein kleines Ausstellungskonzept zum Thema „Quellen erzählen Geschichte“ mit mindestens sechs Exponaten aus verschiedenen Quellenarten und kurzen Erklärungstexten.

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Lernkontrolle
- Quellenarten anwenden: Erkläre an einem selbst gewählten historischen Thema, welche drei Quellenarten besonders hilfreich wären und warum.
- Perspektiven vergleichen: Vergleiche zwei Quellen zum gleichen Ereignis aus unterschiedlichen Blickwinkeln und zeige, wie sich ihre Aussagen unterscheiden.
- Quellenkritik übertragen: Entwickle für eine unbekannte Quelle fünf Prüfungsfragen, mit denen Du Herkunft, Absicht und Aussagekraft untersuchen kannst.
- Grenzen erkennen: Beschreibe an einem Beispiel, warum eine einzelne Quelle keine vollständige historische Wahrheit liefern kann.
- Darstellung prüfen: Nimm einen kurzen Darstellungstext aus einem Schulbuch und überlege, welche Quellen nötig wären, um seine Aussagen zu belegen.
- Gegenwartsbezug herstellen: Erkläre, warum Quellenkritik auch beim Umgang mit heutigen digitalen Informationen wichtig ist.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe auswendig kennst, sondern Quellen begründet untersuchen und unterscheiden kannst.
- Begriffsverständnis: Du kannst erklären, was eine geschichtliche Quelle ist.
- Quellenarten: Du kannst Textquellen, Bildquellen, Sachquellen, mündliche Quellen, Tonquellen, Filmquellen und digitale Quellen unterscheiden.
- Quelle und Darstellung: Du kannst an Beispielen erklären, worin der Unterschied besteht.
- Quellenkritik: Du kannst Herkunft, Entstehungszeit, Adressaten, Absicht, Perspektive und Aussagekraft einer Quelle untersuchen.
- Historischer Kontext: Du kannst eine Quelle in ihren Zusammenhang einordnen.
- Vergleich: Du kannst mehrere Quellen miteinander vergleichen und Widersprüche erklären.
- Transfer: Du kannst Quellenkritik auf heutige Medien und digitale Informationen übertragen.
OERs zum Thema
- Wikipedia: Der Artikel zur Quelle (Geschichtswissenschaft) bietet einen fachlichen Überblick über Definitionen, Einteilungen und Quellenkritik.
- segu Geschichte: Offene Lernmaterialien zur Quellenarbeit unterstützen das selbstständige Üben im Geschichtsunterricht.
- Wikimedia Commons: Freie Medien wie Handschriften, Inschriften, Münzen, Fotos und Kunstwerke eignen sich als Beispiele für verschiedene Quellenarten.
Links
Zusammenfassung
Geschichtliche Quellen sind die Grundlage historischen Lernens. Sie können Texte, Bilder, Gegenstände, Töne, Filme, mündliche Berichte oder digitale Spuren sein. Ihre Bedeutung hängt immer von der Fragestellung ab. Jede Quellenart hat besondere Stärken und Grenzen. Deshalb müssen Quellen beschrieben, historisch eingeordnet, kritisch beurteilt und mit anderen Quellen verglichen werden. Wer Quellenarten unterscheiden kann, versteht besser, wie Geschichte entsteht: nicht als fertige Wahrheit, sondern als begründete Rekonstruktion der Vergangenheit.
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