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Frottage - Kunst

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Frottage - Kunst




Frottage - Kunst


Einleitung

Bei der Frottage überträgst Du die Oberflächenstruktur eines Gegenstands auf Papier. Dazu legst Du das Papier auf eine fühlbare Struktur und reibst mit einem flach gehaltenen Bleistift, einer Wachsmalkreide oder Zeichenkohle darüber. Erhabene Stellen werden sichtbar, Vertiefungen bleiben heller.

Datei:Frottage 01.jpg

Die Technik ist einfach, schnell und überraschend. Aus Münzen, Holz, Blättern, Gittern oder Stoffen entstehen Spuren, die Du sammeln, vergleichen und zu eigenen Bildern weiterentwickeln kannst.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du:

  1. Frottage erklären und sicher ausführen.
  2. geeignete Materialien und Oberflächen auswählen.
  3. Struktur, Kontrast und Komposition bewusst gestalten.
  4. Zufallsformen deuten und zu Bildern weiterentwickeln.
  5. eigene Ergebnisse beschreiben und begründet beurteilen.


Was ist eine Frottage?

Das französische Wort frotter bedeutet „reiben“. Bei einer Frottage wird ein Relief nicht abgezeichnet, sondern durch Reibung sichtbar gemacht. Das Ergebnis hängt von vier Dingen ab: Oberfläche, Papier, Zeichenmittel und Druck.

Eine Steinoberfläche erzeugt andere Spuren als eine Münze oder Baumrinde. Deshalb ist jede Frottage auch eine Untersuchung von Textur.

Datei:Frottage 03.jpg


Frottage und Abdruck

Bei einem Abdruck berührt Farbe meist direkt den Druckstock. Bei der Frottage liegt Papier zwischen Oberfläche und Zeichenmittel. Die Struktur wird durch Reibung übertragen. Das Verfahren kann dokumentieren, aber auch frei künstlerisch eingesetzt werden.


Geschichte und Kunst

Das Abreiben von reliefartigen Oberflächen ist ein altes Verfahren. Der Künstler Max Ernst entdeckte 1925 sein künstlerisches Potenzial neu und entwickelte es für den Surrealismus weiter. Vorgefundene Maserungen regten seine Fantasie an. Er deutete die Spuren als Wälder, Tiere, Landschaften oder geheimnisvolle Wesen.

Datei:Max Ernst 1968.jpg

In der Mappe Histoire naturelle verband Max Ernst Frottagespuren mit zeichnerischen Ergänzungen. Wichtig war nicht nur die genaue Abbildung einer Oberfläche, sondern das Entdecken unerwarteter Bilder.

Datei:Julius Schramm, Frottage 1960.jpg


Material und Arbeitsplatz

Du brauchst dünnes Papier und ein Zeichenmittel, das seitlich reibt. Besonders geeignet sind weiche Bleistifte, Wachsmalkreiden ohne Papierhülle, Grafitblöcke und Zeichenkohle.

Datei:Closeup of pencil graphite.JPG
Datei:Crayones cera.jpg

Geeignete Oberflächen besitzen ein deutliches, flaches Relief: Münzen, Holz, Blätter, Wellpappe, Netze, Spitzenstoff oder raue Fliesen. Nutze nur saubere, stabile und ungefährliche Gegenstände. Reibe nicht auf fremden Kunstwerken, Denkmälern, Fahrzeugen oder empfindlichen Oberflächen.

Datei:Blattadern-wein-P7089798-PS.jpg
Datei:Tree Bark Texture DTXR-WD-BK-3.jpg


So gelingt die Frottage

  1. Oberfläche: Wähle eine feste, deutlich strukturierte Unterlage.
  2. Papier: Lege ein dünnes Blatt glatt darüber und halte es fest.
  3. Zeichenmittel: Entferne bei Wachsmalkreiden die Papierhülle und nutze die breite Seite.
  4. Reibung: Reibe gleichmäßig mit wenig Druck über die Fläche.
  5. Gestaltung: Verstärke ausgewählte Stellen oder ergänze Linien, Formen und Farbe.

Zu starker Druck kann das Papier zerreißen oder die Struktur verdecken. Beginne leicht und erhöhe den Druck nur langsam.


Gestaltungsmöglichkeiten


Strukturen sammeln

Lege mehrere Frottagen als Struktursammlung an. Beschrifte die Rückseite mit Fundort, Material und Zeichenmittel. So entsteht ein persönliches Oberflächenarchiv.

Datei:Huellas del espacio en la Universidad de las Artes 4.jpg


Formen entdecken

Drehe Deine Frottage. Suche nach Figuren, Tieren, Pflanzen, Gebäuden oder Landschaften. Ergänze nur so viel, dass die ursprüngliche Struktur sichtbar bleibt.


Komposition gestalten

Du kannst Frottagen überlagern, ausschneiden, verschieben oder als Collage anordnen. Helle und dunkle Flächen erzeugen Kontrast. Wiederholungen schaffen Rhythmus. Große und kleine Formen bestimmen die Bildwirkung.


Frottage-Werkstatt für die Schule

Gestalte ein „Strukturwesen“:

  1. Sammle mindestens fünf unterschiedliche Frottagen.
  2. Wähle drei besonders interessante Ausschnitte.
  3. Ordne sie zu Körper, Kopf und Umgebung.
  4. Ergänze wenige Linien mit Fineliner oder Bleistift.
  5. Gib Deinem Wesen einen Namen und beschreibe seine Eigenschaften.


Häufige Probleme und Lösungen

Problem Mögliche Ursache Lösung
Die Struktur bleibt blass. Das Zeichenmittel ist zu hart oder der Druck zu gering. Nutze einen weicheren Stift und reibe etwas kräftiger.
Das Papier verrutscht. Es wird nicht festgehalten. Fixiere es mit einer Hand oder mit ablösbarem Klebeband.
Das Papier reißt. Der Druck ist zu stark oder die Oberfläche zu spitz. Reibe leichter und wähle eine flachere Struktur.
Alles wirkt gleich. Es fehlen Unterschiede. Wechsle Oberfläche, Farbe, Richtung und Druck.
Die Frottage wird verdeckt. Zu viele Linien wurden ergänzt. Lass größere Strukturflächen unverändert.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was wird bei einer Frottage sichtbar gemacht? (Die Oberflächenstruktur) (!Der Geruch eines Gegenstands) (!Das Gewicht des Papiers) (!Die Temperatur des Raumes)




Welche Handlung gehört zur Frottage? (Papier auf eine Struktur legen und darüberreiben) (!Papier in Wasser auflösen) (!Farbe durch ein Sieb sprühen) (!Ton in einer Form brennen)




Welches Zeichenmittel eignet sich besonders gut? (Ein weich geführter Bleistift) (!Ein geschlossener Füller) (!Ein leerer Klebestift) (!Eine stumpfe Schere)




Warum wird eine Wachsmalkreide seitlich gehalten? (Damit eine breite Fläche über das Papier reibt) (!Damit das Papier gefaltet wird) (!Damit die Oberfläche nass wird) (!Damit die Kreide nicht färbt)




Welcher Künstler entwickelte die Frottage ab 1925 künstlerisch weiter? (Max Ernst) (!Albrecht Dürer) (!Claude Monet) (!Piet Mondrian)




Mit welcher Kunstrichtung wird Max Ernst besonders verbunden? (Surrealismus) (!Klassizismus) (!Romanik) (!Pointillismus)




Was ist eine geeignete Frottage-Oberfläche? (Eine deutlich gemaserte Holzfläche) (!Eine bewegte Wasseroberfläche) (!Eine brennende Kerze) (!Eine frisch gestrichene Wand)




Was hilft gegen verrutschendes Papier? (Das Blatt vorsichtig festhalten) (!Das Papier vollständig zerknüllen) (!Die Oberfläche mit Wasser bedecken) (!Nur in die Luft zeichnen)




Wie entsteht in einer Frottage ein stärkerer Kontrast? (Durch bewusst helle und dunkle Bereiche) (!Durch unsichtbare Linien) (!Durch gleichmäßiges Radieren aller Flächen) (!Durch das Entfernen des Papiers)




Wie kann eine Frottage weitergestaltet werden? (Durch Zeichnung oder Collage) (!Nur durch Wegwerfen) (!Nur durch Fotografieren ohne Veränderung) (!Nur durch Falten in der Mitte)





Memory

Frottage Abreibung einer Oberfläche
Relief Erhabene und vertiefte Form
Graphit Zeichenmaterial im Bleistift
Textur Sichtbare und fühlbare Beschaffenheit
Max Ernst Künstler des Surrealismus
Kontrast Unterschied zwischen hell und dunkel
Collage Zusammensetzen verschiedener Bildelemente
Komposition Anordnung im Bild





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Arbeitsschritt
Oberfläche auswählen Eine deutliche Struktur suchen
Papier auflegen Das Blatt glatt positionieren
Zeichenmittel neigen Mit der breiten Seite arbeiten
Struktur abreiben Gleichmäßig über die Fläche führen
Bild weiterentwickeln Spuren deuten und ergänzen






Kreuzworträtsel

Abreiben Welche Bewegung überträgt die Oberfläche auf das Papier?
Struktur Wie nennt man den Aufbau einer Oberfläche?
Graphit Welches Material befindet sich in vielen Bleistiftminen?
Relief Wie heißt eine Oberfläche mit Erhöhungen und Vertiefungen?
Ernst Wie lautet der Nachname des bekannten Frottage-Künstlers?
Surrealismus Zu welcher Kunstrichtung wird Max Ernst gezählt?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Bei einer Frottage wird die

eines Gegenstands sichtbar gemacht. Das Papier liegt direkt auf einem

. Mit einem weichen Zeichenmittel wird über das Blatt

. Ein geeigneter Bleistift enthält

. Wachsmalkreide wird am besten mit der

geführt. Der Künstler Max Ernst entwickelte die Technik für den

weiter. Helle und dunkle Flächen erzeugen einen

. Mehrere Ausschnitte können zu einer

verbunden werden.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Struktur-Fundstücke: Finde vier ungefährliche Oberflächen im Klassenraum und fertige je eine Frottage an.
  2. Materialvergleich: Reibe dieselbe Oberfläche mit Bleistift und Wachsmalkreide ab. Beschreibe zwei Unterschiede.
  3. Frottage-Farbkarte: Gestalte eine Seite mit drei Farben und drei verschiedenen Strukturen.
  4. Struktur-Tier: Entdecke in einer Frottage ein Tier und ergänze Augen, Beine oder Flügel.


Standard

  1. Oberflächenarchiv: Sammle acht Frottagen und ordne sie nach Natur, Alltag und Architektur.
  2. Frottage-Collage: Schneide Strukturflächen aus und gestalte daraus eine Landschaft.
  3. Bildanalyse: Untersuche eine Frottage nach Kontrast, Rhythmus, Fläche und Bildwirkung.
  4. Partnerarbeit: Tauscht Frottagen, entwickelt das fremde Blatt weiter und erklärt Eure Entscheidungen.


Schwer

  1. Surreales Wesen: Verbinde mindestens sechs Strukturen zu einer erfundenen Figur mit Umgebung.
  2. Schulweg-Projekt: Dokumentiere erlaubte Oberflächen entlang des Schulwegs mit Frottage, Notiz und Skizze.
  3. Technik-Experiment: Verändere Papierstärke, Druck und Zeichenmittel systematisch und werte die Ergebnisse aus.
  4. Ausstellungskonzept: Plane eine Klassenausstellung mit Titel, Auswahlkriterien, Beschriftungen und Besucherauftrag.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Materialentscheidung: Begründe, welches Papier und welches Zeichenmittel Du für eine feine Blattader wählen würdest.
  2. Fehleranalyse: Eine Frottage ist dunkel, flach und kaum lesbar. Erkläre mögliche Ursachen und entwickle zwei Verbesserungen.
  3. Bildvergleich: Vergleiche eine Münz- und eine Rindenfrottage hinsichtlich Linie, Fläche, Rhythmus und Wirkung.
  4. Transfer: Entwickle aus drei Alltagsstrukturen eine Bildidee zum Thema „Geheimnisvolle Stadt“.
  5. Kompositionsentscheidung: Begründe, wo Du helle, dunkle, große und kleine Frottageflächen in einem Bild platzierst.
  6. Kunstgeschichtlicher Zusammenhang: Erkläre, warum zufällig entstehende Strukturen gut zu Ideen des Surrealismus passen.




Lernnachweis

Für Deinen Lernnachweis sind wichtig:

  1. eine technisch saubere Sammlung verschiedener Frottagen.
  2. ein eigenständig gestaltetes Abschlussbild.
  3. erkennbare Entscheidungen zu Struktur, Kontrast und Komposition.
  4. eine kurze Dokumentation des Arbeitsprozesses.
  5. eine begründete Reflexion über Wirkung, Probleme und Lösungen.
  6. ein sorgfältiger und respektvoller Umgang mit Materialien und Oberflächen.




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