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Ethikanalyse

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Ethikanalyse




Ethikanalyse

Ethikanalyse bedeutet, eine moralisch bedeutsame Situation, einen Fall, einen Text, eine Entscheidung oder ein gesellschaftliches Problem systematisch zu untersuchen. Dabei geht es nicht nur darum, spontan zu sagen, was Du persönlich gut oder schlecht findest. Eine Ethikanalyse fragt genauer: Welche Werte stehen auf dem Spiel? Welche Normen gelten? Wer ist betroffen? Welche Handlungsoptionen gibt es? Welche Folgen sind absehbar? Welche Pflichten, Rechte und Verantwortlichkeiten müssen berücksichtigt werden? Und wie lässt sich ein begründetes Urteil formulieren?

Eine gute Ethikanalyse hilft Dir, moralische Konflikte fair, nachvollziehbar und kritisch zu beurteilen. Sie eignet sich für den Ethikunterricht, Philosophieunterricht, Politische Bildung, Deutschunterricht, Medienbildung, Berufsbildung und für viele Studienfächer, in denen Entscheidungen begründet werden müssen. Besonders wichtig ist sie bei Dilemmata, weil dort mehrere gute Gründe miteinander in Konflikt geraten können.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, was eine Ethikanalyse ist, zwischen Moral und Ethik unterscheiden, moralisch relevante Werte, Normen, Interessen und Rechte in einem Fall erkennen, verschiedene ethische Theorien zur Beurteilung nutzen und ein begründetes, differenziertes Urteil formulieren. Außerdem lernst Du, Gegenargumente ernst zu nehmen und Deine eigene Position transparent zu begründen.


Grundlagen der Ethikanalyse


Ethik und Moral

Moral bezeichnet die gelebten Regeln, Überzeugungen und Wertvorstellungen, nach denen Menschen, Gruppen oder Gesellschaften handeln. Moral zeigt sich zum Beispiel darin, was Menschen für gerecht, ehrlich, solidarisch, verantwortungsvoll oder respektlos halten.

Ethik ist die reflektierende Auseinandersetzung mit Moral. Sie fragt, ob moralische Regeln gut begründet sind, ob sie gerecht angewendet werden, ob sie miteinander vereinbar sind und wie Menschen in schwierigen Situationen handeln sollen. Ethik ist also nicht bloß ein Regelkatalog, sondern eine Form des begründeten Nachdenkens über gutes, richtiges und verantwortliches Handeln.

Eine Ethikanalyse verbindet diese beiden Ebenen. Sie nimmt moralische Überzeugungen ernst, prüft sie aber mit Gründen. Dadurch werden Urteile nicht beliebig, sondern nachvollziehbar, kritisierbar und verbesserbar.


Warum Ethikanalyse wichtig ist

Im Alltag triffst Du viele Entscheidungen mit moralischer Bedeutung: Soll man eine Freundin decken, obwohl sie gelogen hat? Darf man private Daten nutzen, um Krankheiten besser zu erforschen? Wie viel Freiheit darf eingeschränkt werden, um andere zu schützen? Ist es gerecht, knappe Güter nach Bedürftigkeit, Leistung oder Gleichheit zu verteilen?

Solche Fragen lassen sich selten mit einem einzigen Schlagwort lösen. Eine Ethikanalyse verhindert vorschnelle Urteile. Sie zwingt dazu, Betroffene sichtbar zu machen, Fakten zu prüfen, Werte abzuwägen und die eigene Position mit Argumenten zu stützen. Deshalb ist sie eine wichtige Grundlage für Demokratie, Menschenrechte, Konfliktlösung, Medienkompetenz und Verantwortung.


Gegenstand einer Ethikanalyse

Eine Ethikanalyse kann sich auf unterschiedliche Gegenstände beziehen. Dazu gehören konkrete Fallbeispiele, literarische Figuren, politische Entscheidungen, technische Entwicklungen, medizinische Konflikte, ökologische Fragen, berufliche Situationen oder persönliche Gewissensentscheidungen. In allen Fällen wird nicht nur beschrieben, was passiert, sondern bewertet, was aus moralischer Sicht vertretbar ist.

Typische Anwendungsfelder sind Medizinethik, Umweltethik, Wirtschaftsethik, Medienethik, Technikethik, Tierethik, Berufsethik, Politische Ethik und KI-Ethik.


Schritt-für-Schritt-Methode


Überblick

Eine sorgfältige Ethikanalyse folgt einem nachvollziehbaren Aufbau. Die Reihenfolge kann je nach Aufgabe leicht variieren, aber die folgenden Schritte helfen Dir, nichts Wichtiges zu übersehen.

Schritt Leitfrage Ziel
Problem erfassen Worin besteht der moralische Konflikt? Du bestimmst das eigentliche ethische Problem.
Fakten klären Was ist sicher, unsicher oder strittig? Du trennst überprüfbare Informationen von Vermutungen.
Betroffene erkennen Wer ist direkt oder indirekt betroffen? Du machst Perspektiven, Interessen und Verletzlichkeiten sichtbar.
Werte und Normen bestimmen Welche Werte, Pflichten, Rechte oder Regeln stehen im Konflikt? Du benennst die moralischen Maßstäbe.
Optionen entwickeln Welche Handlungen sind möglich? Du vermeidest Scheinalternativen und suchst realistische Wege.
Ethische Theorien anwenden Wie bewerten verschiedene ethische Ansätze den Fall? Du prüfst den Fall aus mehreren Perspektiven.
Abwägen und urteilen Welche Lösung ist am besten begründet? Du formulierst ein verantwortbares Urteil.
Reflektieren Welche Einwände, Grenzen oder Nebenfolgen bleiben? Du machst Deine Analyse kritisch und lernfähig.


Schritt 1: Problem erfassen

Am Anfang steht eine genaue Beschreibung. Du fragst nicht sofort: „Was ist richtig?“, sondern zunächst: „Was passiert hier?“ und „Warum ist das moralisch bedeutsam?“ Ein Problem ist ethisch relevant, wenn Werte, Normen, Rechte, Pflichten, Interessen, Menschenwürde, Gerechtigkeit, Freiheit, Sicherheit, Wahrheit, Solidarität oder Verantwortung berührt sind.

Ein häufiger Fehler besteht darin, das Problem zu eng zu formulieren. Aus „Soll Person A bestraft werden?“ kann zum Beispiel eine größere Frage werden: „Wie sollen Verantwortung, Wiedergutmachung und Schutz der Gemeinschaft miteinander verbunden werden?“ Eine gute Problemformulierung öffnet den Blick für mehrere Lösungsmöglichkeiten.


Schritt 2: Fakten klären

Moralische Urteile brauchen verlässliche Informationen. Deshalb unterscheidest Du zwischen gesicherten Fakten, Annahmen, offenen Fragen und Bewertungen. Wer eine Ethikanalyse schreibt, sollte deutlich machen, welche Informationen fehlen und wie stark diese Unsicherheit das Urteil beeinflusst.

Beispiel: Ob eine Maßnahme gerechtfertigt ist, kann davon abhängen, ob sie wirklich wirkt, welche Nebenfolgen sie hat und ob mildere Mittel verfügbar sind. Fakten ersetzen kein moralisches Urteil, aber ohne Fakten wird ein Urteil schnell ungerecht oder willkürlich.


Schritt 3: Betroffene und Perspektiven erkennen

Eine Ethikanalyse fragt: Wer ist betroffen? Dazu gehören nicht nur die handelnden Personen, sondern auch indirekt Betroffene, zukünftige Generationen, Minderheiten, Tiere, Umwelt oder Institutionen. Gerade Menschen mit weniger Macht werden leicht übersehen. Deshalb ist Perspektivwechsel ein Kernbestandteil ethischen Denkens.

Eine hilfreiche Frage lautet: „Wer könnte durch meine Entscheidung gewinnen, verlieren, geschützt, benachteiligt, verletzt oder übergangen werden?“ Dadurch wird die Analyse gerechter und realistischer.


Schritt 4: Werte, Normen und Rechte bestimmen

Werte sind Vorstellungen davon, was wichtig und erstrebenswert ist, zum Beispiel Freiheit, Gerechtigkeit, Wahrheit, Sicherheit, Solidarität, Verantwortung, Autonomie, Menschenwürde oder Nachhaltigkeit. Normen sind Regeln oder Erwartungen, die Handeln leiten, zum Beispiel „Du sollst nicht lügen“, „Hilf Menschen in Not“ oder „Behandle gleiche Fälle gleich“.

Oft geraten Werte miteinander in Konflikt. In einer Ethikanalyse genügt es deshalb nicht, nur einen Wert zu nennen. Du musst zeigen, warum ein Wert im konkreten Fall besonders wichtig ist und wie er mit anderen Werten abgewogen werden kann.


Schritt 5: Handlungsoptionen entwickeln

Viele ethische Konflikte wirken zunächst wie eine einfache Entweder-oder-Frage. Eine gute Analyse sucht zusätzliche Möglichkeiten: Kompromisse, Schutzmaßnahmen, Transparenz, Beteiligung, Wiedergutmachung, Aufschub, Beratung oder institutionelle Regeln. Dadurch wird aus einer starren Entscheidung oft ein verantwortlicher Lösungsprozess.

Eine Option ist nur dann brauchbar, wenn sie realistisch, verständlich und moralisch prüfbar ist. Fantasielösungen, die keine Folgen haben oder niemanden belasten, helfen in einer echten Ethikanalyse nicht weiter.


Schritt 6: Ethische Theorien anwenden

Ethische Theorien sind Werkzeuge. Sie liefern keine automatische Lösung, aber sie machen sichtbar, welche Art von Gründen Du verwendest. Besonders wichtig sind Konsequentialismus, Utilitarismus, Deontologische Ethik, Pflichtethik, Tugendethik, Diskursethik, Gerechtigkeitstheorie, Care-Ethik und Verantwortungsethik.


Folgenethik und Utilitarismus

Der Konsequentialismus beurteilt Handlungen vor allem nach ihren Folgen. Eine bekannte Form ist der Utilitarismus, der fragt, welche Handlung insgesamt den größten Nutzen oder das geringste Leid hervorbringt. In einer Ethikanalyse hilft dieser Ansatz, Wirkungen auf viele Betroffene zu betrachten.

Seine Stärke liegt darin, Folgen ernst zu nehmen. Seine Grenze liegt darin, dass einzelne Menschen nicht bloß als Mittel für ein Gesamtergebnis behandelt werden dürfen. Deshalb muss die Folgenabwägung mit Menschenwürde, Rechten und Gerechtigkeit verbunden werden.


Pflichtethik und deontologische Ethik

Die Deontologische Ethik fragt, welche Pflichten, Regeln und Rechte unabhängig vom Ergebnis gelten. In der Pflichtethik steht zum Beispiel die Frage im Mittelpunkt, ob eine Handlung mit Achtung, Wahrhaftigkeit, Verlässlichkeit und Menschenwürde vereinbar ist.

Dieser Ansatz schützt vor einer bloßen Nutzenrechnung. Seine Grenze liegt darin, dass Pflichten miteinander kollidieren können. Dann muss geklärt werden, welche Pflicht im konkreten Fall stärker wiegt und warum.


Tugendethik

Die Tugendethik fragt nicht zuerst „Welche Regel gilt?“ oder „Welche Folge entsteht?“, sondern „Welche Haltung zeigt sich im Handeln?“ Wichtige Tugenden sind zum Beispiel Mut, Gerechtigkeitssinn, Besonnenheit, Ehrlichkeit, Mitgefühl und Verantwortungsbereitschaft.

In einer Ethikanalyse hilft die Tugendethik, Charakter, Haltung und langfristige Persönlichkeitsbildung zu berücksichtigen. Sie erinnert daran, dass gutes Handeln nicht nur aus korrekten Einzelentscheidungen besteht, sondern auch aus eingeübten moralischen Fähigkeiten.


Diskursethik und faire Verständigung

Die Diskursethik betont, dass moralische Normen in einem fairen Gespräch begründet werden sollen. Wichtig sind gleiche Beteiligung, gute Gründe, Respekt und die Bereitschaft, sich von besseren Argumenten überzeugen zu lassen.

Für die Ethikanalyse bedeutet das: Eine Entscheidung ist nicht schon deshalb gerecht, weil eine mächtige Person sie durchsetzt. Sie muss auch gegenüber Betroffenen begründbar sein. Besonders in Demokratie, Schule, Politik und Beruf ist dieser Gedanke wichtig.


Gerechtigkeitstheorie und Fairness

Gerechtigkeit fragt danach, wie Rechte, Chancen, Lasten und Güter verteilt werden sollen. In einer Ethikanalyse kann es um Gleichbehandlung, Bedürftigkeit, Leistung, Schutz der Schwächeren, faire Verfahren oder Ausgleich von Nachteilen gehen.

Eine gerechte Entscheidung berücksichtigt nicht nur das Ergebnis, sondern auch den Weg dorthin. Transparente Regeln, Beteiligung und Schutz vor Diskriminierung sind deshalb zentrale Kriterien.


Care-Ethik und Beziehungsethik

Die Care-Ethik hebt Fürsorge, Abhängigkeit, Verletzlichkeit und Beziehungen hervor. Sie fragt, wer Unterstützung braucht, wer Sorgearbeit leistet und welche Verantwortung aus Nähe, Vertrauen oder Abhängigkeit entsteht.

Dieser Ansatz ist besonders hilfreich bei Themen wie Pflege, Familie, Freundschaft, Schule, Inklusion, Krankheit und sozialer Ungleichheit. Er ergänzt abstrakte Regeln durch Aufmerksamkeit für konkrete Lebenssituationen.


Schritt 7: Abwägen und begründen

Abwägen bedeutet nicht, beliebig einen Lieblingswert auszuwählen. Du musst begründen, warum ein bestimmter Wert, eine Pflicht oder eine Folge im konkreten Fall besonderes Gewicht hat. Dabei helfen Prüffragen: Ist die Entscheidung verallgemeinerbar? Achtet sie die Menschenwürde? Verletzt sie Rechte? Gibt es mildere Mittel? Werden Betroffene beteiligt? Sind Folgen und Nebenfolgen verantwortbar?

Ein starkes Urteil enthält nicht nur die eigene Position, sondern auch Gegenargumente. Wer Gegenargumente fair darstellt, zeigt, dass die Analyse nicht einseitig ist.


Schritt 8: Urteil formulieren und reflektieren

Am Ende steht ein begründetes Urteil. Es sollte klar, differenziert und nachvollziehbar sein. Ein gutes Urteil nennt Bedingungen, Grenzen und mögliche Einwände. Es kann auch sagen, welche Informationen fehlen oder unter welchen Umständen das Urteil anders ausfallen würde.

Beispiel: „Unter der Bedingung, dass die Daten anonymisiert werden, Betroffene informiert sind und unabhängige Kontrolle besteht, ist die Nutzung der Daten vertretbar, weil sie dem Schutz von Gesundheit dient und die Autonomie möglichst wahrt.“ Ein solches Urteil ist stärker als ein bloßes „Ich finde das gut“.


Beispielanalyse: Smartphone-Dilemma in der Schule


Fallbeispiel

Eine Klasse schreibt eine wichtige Prüfung. Eine Schülerin entdeckt, dass ein Mitschüler heimlich mit dem Smartphone nach Antworten sucht. Er sagt ihr später, er habe große Angst vor dem Durchfallen und zu Hause starken Druck. Die Schülerin überlegt, ob sie schweigen, ihn direkt ansprechen oder die Lehrkraft informieren soll.


Kurzanalyse

Das ethische Problem besteht darin, dass mehrere Werte kollidieren: Ehrlichkeit, Fairness, Mitgefühl, Verantwortung, Loyalität und Gerechtigkeit. Betroffen sind der Mitschüler, die beobachtende Schülerin, die Klasse, die Lehrkraft und indirekt auch die Glaubwürdigkeit der Leistungsbewertung.

Eine folgenethische Sicht fragt, welche Handlung langfristig am wenigsten Schaden verursacht. Schweigen könnte dem Mitschüler kurzfristig helfen, aber die Fairness der Prüfung beschädigen. Eine pflichtethische Sicht betont die Regel, dass Täuschung nicht gerecht ist und ehrliche Leistungen geschützt werden müssen. Eine Care-Perspektive erinnert daran, dass der Druck des Mitschülers ernst genommen und Unterstützung organisiert werden sollte.

Ein begründetes Urteil könnte lauten: Die Schülerin sollte den Mitschüler zunächst direkt ansprechen und ihn auffordern, Verantwortung zu übernehmen. Wenn er dies verweigert oder die Täuschung fortsetzt, sollte sie die Lehrkraft informieren. Gleichzeitig sollte die Situation nicht nur als Regelverstoß, sondern auch als Hinweis auf Unterstützungsbedarf verstanden werden. So werden Fairness, Verantwortung und Fürsorge miteinander verbunden.


Werkzeuge für Deine eigene Ethikanalyse


Leitfragenkatalog

  1. Problemfrage: Formuliere den moralischen Konflikt als klare Frage.
  2. Sachanalyse: Notiere gesicherte Fakten, offene Fragen und wichtige Rahmenbedingungen.
  3. Perspektivwechsel: Beschreibe die Sichtweisen aller Betroffenen möglichst fair.
  4. Werteanalyse: Benenne zentrale Werte, Normen, Rechte und Pflichten.
  5. Optionenprüfung: Entwickle mindestens drei realistische Handlungsoptionen.
  6. Theoriebezug: Prüfe den Fall mit mindestens zwei ethischen Ansätzen.
  7. Abwägung: Vergleiche Stärken, Schwächen, Folgen und Grenzen der Optionen.
  8. Urteilsbildung: Formuliere ein klares Urteil mit Begründung.
  9. Gegenargument: Nenne das stärkste Gegenargument und antworte darauf.
  10. Reflexion: Erkläre, was unsicher bleibt und wie man die Entscheidung verbessern könnte.


Qualitätskriterien

Eine gute Ethikanalyse ist sachlich, fair, begründet, differenziert und transparent. Sie unterscheidet zwischen Beschreibung und Bewertung. Sie verwechselt persönliche Vorlieben nicht mit moralischen Gründen. Sie achtet auf Sprache, weil abwertende Begriffe die Analyse verzerren können. Sie berücksichtigt Betroffene, auch wenn diese keine starke Stimme haben. Sie bleibt offen für bessere Argumente.


Häufige Fehler

Häufige Fehler sind vorschnelle Urteile, einseitige Perspektiven, fehlende Faktenprüfung, bloße Gefühlsäußerungen, moralische Schlagwörter ohne Begründung, Scheinabwägungen, unfaire Darstellung von Gegenpositionen und die Verwechslung von Legalität und Moralität. Eine Handlung kann rechtlich erlaubt und trotzdem moralisch problematisch sein. Umgekehrt kann eine moralische Pflicht bestehen, auch wenn sie rechtlich nicht ausdrücklich vorgeschrieben ist.


Medien und OER-Hinweise im Lernraum


Freie Medien

Die oben eingebundene Waage veranschaulicht Abwägung, Gerechtigkeit und das Prüfen konkurrierender Gründe. Das Symbol zu algorithmischer Verzerrung eignet sich besonders für Medienethik, KI-Ethik und Technikethik. Beide Medien stammen aus Wikimedia Commons und können im Unterricht als Gesprächsanlass genutzt werden.

  1. Wikimedia Commons: Scale of justice 2.svg
  2. Wikimedia Commons: Ethics of Open Sharing icon - Algorithmic bias.svg
  3. Wikimedia Commons: Commons-Kategorie Ethics
  4. Wikimedia Commons: Commons-Kategorie Scales of justice


Schulgeeignete Recherchehinweise

Für Videos empfiehlt sich vor dem Einsatz im Unterricht eine Prüfung von Alterseignung, Datenschutz, Werbung, Lizenz und fachlicher Qualität. Geeignete Suchbegriffe sind „Ethik Moral Unterschied“, „Dilemma lösen Ethik“, „Utilitarismus Pflichtethik Tugendethik“ und „ethische Urteilsbildung Unterricht“.

  1. Planet Schule: Ein Dilemma in fünf Schritten lösen
  2. ZUM-Unterrichten: Dilemma
  3. YouTube: Recherche nach schulgeeigneten Erklärvideos zu Ethik, Moral und Dilemma
  4. Wikipedia: Ethik
  5. Wikipedia: Angewandte Ethik


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist das Hauptziel einer Ethikanalyse? (Ein moralisches Problem begründet untersuchen) (!Eine Meinung möglichst schnell bestätigen) (!Nur rechtliche Vorschriften auswendig lernen) (!Gefühle ohne Begründung sammeln)




Worin unterscheidet sich Ethik vor allem von Moral? (Ethik reflektiert und begründet moralische Maßstäbe) (!Ethik verbietet jede persönliche Entscheidung) (!Ethik ist immer dasselbe wie Strafrecht) (!Ethik besteht nur aus Traditionen)




Welche Frage gehört besonders zur Folgenethik? (Welche Folgen hat die Handlung für Betroffene) (!Welche Farbe hat das verwendete Material) (!Welche Person ist am beliebtesten) (!Welche Entscheidung ist am bequemsten)




Welche Frage passt besonders zur Pflichtethik? (Welche Pflicht oder Regel muss geachtet werden) (!Welche Handlung bringt den meisten Applaus) (!Welche Lösung ist am schnellsten vergessen) (!Welche Meinung ist am lautesten)




Was fragt die Tugendethik besonders? (Welche Haltung zeigt sich im Handeln) (!Wie kann man jede Verantwortung vermeiden) (!Wie lässt sich ein Problem ignorieren) (!Wie ersetzt man Argumente durch Vermutungen)




Warum ist Perspektivwechsel in der Ethikanalyse wichtig? (Er macht die Sichtweisen der Betroffenen sichtbar) (!Er ersetzt alle Fakten durch Gefühle) (!Er verhindert jede Entscheidung) (!Er macht Begründungen überflüssig)




Was ist ein Dilemma? (Eine Situation mit schwer vereinbaren Handlungsoptionen) (!Eine Frage ohne moralische Bedeutung) (!Eine Entscheidung ohne Folgen) (!Eine Regel ohne Ausnahme)




Was gehört zu einem gut begründeten ethischen Urteil? (Eine Position mit Gründen und Gegenargumenten) (!Eine Behauptung ohne Erklärung) (!Eine reine Wiederholung der Aufgabenstellung) (!Eine Entscheidung nach Zufall)




Warum müssen Fakten in einer Ethikanalyse geprüft werden? (Weil moralische Urteile verlässliche Informationen brauchen) (!Weil Werte dadurch völlig unwichtig werden) (!Weil man dann keine Abwägung mehr braucht) (!Weil Unsicherheit immer verboten ist)




Welche Aussage beschreibt Abwägung am besten? (Werte und Gründe werden im konkreten Fall gewichtet) (!Alle Argumente werden automatisch gleich wichtig) (!Nur die eigene Lieblingsmeinung zählt) (!Jede moralische Frage wird durch Mehrheitsdruck gelöst)





Memory

Moral Gelebte Wertvorstellungen
Ethik Begründete Reflexion
Dilemma Konflikt schwieriger Optionen
Utilitarismus Folgen und Nutzen
Pflichtethik Regeln und Pflichten
Tugendethik Haltung und Charakter
Diskursethik Faire Verständigung
Gerechtigkeit Faire Verteilung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Problemfrage Moralischer Konflikt
Sachanalyse Geprüfte Informationen
Perspektivwechsel Sichtweisen der Betroffenen
Werteanalyse Normen und Werte
Theoriebezug Ethische Ansätze
Urteilsbildung Begründete Entscheidung




...


Kreuzworträtsel

Moral Wie nennt man gelebte Regeln und Wertvorstellungen?
Ethik Wie heißt die reflektierende Lehre vom moralischen Handeln?
Dilemma Wie heißt eine schwierige Entscheidung zwischen konkurrierenden Optionen?
Werte Was wird in einer Ethikanalyse als wichtig und schützenswert bestimmt?
Normen Wie heißen handlungsleitende Regeln oder Erwartungen?
Fairness Welcher Begriff bezeichnet gerechte und ausgewogene Behandlung?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Eine Ethikanalyse untersucht ein moralisches Problem mit Hilfe von

. Am Anfang steht eine genaue Beschreibung der

. Danach werden betroffene Personen, Gruppen und Interessen durch einen

sichtbar gemacht. Wichtige Maßstäbe heißen

und

. Die Folgenethik fragt besonders nach den

einer Handlung. Die Pflichtethik achtet besonders auf Regeln, Rechte und

. Die Tugendethik fragt nach Haltung und

. Am Ende steht ein begründetes

, das auch Gegenargumente berücksichtigt.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Begriffe klären: Erstelle eine Begriffskarte zu Moral, Ethik, Wert, Norm, Dilemma und Urteil mit je einem eigenen Beispiel.
  2. Alltagsdilemma: Beschreibe ein kleines moralisches Problem aus dem Alltag und formuliere dazu eine klare ethische Problemfrage.
  3. Werte sammeln: Sammle zehn Werte, die in Deiner Klasse wichtig sind, und erkläre drei davon mit einer konkreten Situation.
  4. Perspektivwechsel: Wähle ein Fallbeispiel und schreibe drei kurze Ich-Texte aus der Sicht verschiedener Betroffener.


Standard

  1. Fallanalyse: Analysiere ein selbst gewähltes Dilemma mit den Schritten Problem, Fakten, Betroffene, Werte, Optionen und Urteil.
  2. Theorien vergleichen: Prüfe denselben Fall einmal mit Utilitarismus und einmal mit Pflichtethik und vergleiche die Ergebnisse.
  3. Argumentationskarte: Gestalte eine Übersicht mit Pro-Argumenten, Contra-Argumenten, Gegenargumenten und Deiner begründeten Antwort.
  4. Diskussion moderieren: Führt eine strukturierte Dilemmadiskussion in der Klasse durch und achtet auf faire Gesprächsregeln.


Schwer

  1. Ethikportfolio: Erstelle ein Portfolio mit drei Ethikanalysen aus verschiedenen Bereichen, zum Beispiel Medienethik, Umweltethik und Medizinethik.
  2. Essay schreiben: Verfasse einen philosophischen Essay zur Frage, ob gute Folgen eine problematische Handlung rechtfertigen können.
  3. Interviewprojekt: Befrage mehrere Personen zu einem moralischen Konflikt und werte aus, welche Werte in den Antworten besonders wichtig sind.
  4. Transferprojekt: Entwickle für Deine Schule, Deinen Verein oder Deinen Betrieb einen begründeten Vorschlag zum fairen Umgang mit einem konkreten Konflikt.



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Lernkontrolle

  1. Transferanalyse: Übertrage die Methode der Ethikanalyse auf einen aktuellen Konflikt aus Schule, Beruf, Medien oder Politik und begründe, welche Werte kollidieren.
  2. Theorieprüfung: Zeige an einem Fall, wie Utilitarismus, Pflichtethik und Tugendethik zu unterschiedlichen Schwerpunkten führen.
  3. Urteilsbegründung: Formuliere ein ethisches Urteil, das mindestens ein Gegenargument ernst nimmt und beantwortet.
  4. Perspektivenkritik: Untersuche, welche Betroffenen in einer öffentlichen Debatte leicht übersehen werden und warum das moralisch problematisch ist.
  5. Grenzen der Analyse: Erkläre, welche Informationen für ein sicheres Urteil fehlen und wie diese Unsicherheit verantwortungsvoll berücksichtigt werden kann.
  6. Handlungsentwurf: Entwickle eine Lösung, die nicht nur eine Entscheidung trifft, sondern auch Prävention, Beteiligung und Wiedergutmachung einbezieht.


Lernnachweis

Für den Lernnachweis erstellst Du eine vollständige Ethikanalyse zu einem selbst gewählten Fall. Dein Text soll die Problemfrage, die Sachanalyse, die Betroffenen, zentrale Werte und Normen, mindestens drei Handlungsoptionen, zwei ethische Theoriebezüge, eine Abwägung, ein begründetes Urteil und eine Reflexion offener Fragen enthalten. Der Lernnachweis wird ohne externe Medien, ohne eingebettete Videos und ohne nicht geprüfte Quellen abgegeben. Entscheidend ist nicht, ob alle dieselbe Meinung vertreten, sondern ob Dein Urteil nachvollziehbar, fair und gut begründet ist.




OERs zum Thema

  1. Wikipedia: Ethik
  2. Wikipedia: Angewandte Ethik
  3. ZUM-Unterrichten: Dilemma
  4. Planet Schule: Ein Dilemma in fünf Schritten lösen
  5. Wikimedia Commons: Freie Medien zur Ethik
  6. Wikimedia Commons: Freie Medien zu Gerechtigkeitswaagen



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Schulfach+

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Bundesland Bücher Kurzbeschreibung
Baden-Württemberg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Mittlere Reife

  1. Der Markisenmann - Jan Weiler oder Als die Welt uns gehörte - Liz Kessler
  2. Ein Schatten wie ein Leopard - Myron Levoy oder Pampa Blues - Rolf Lappert

Abitur Dorfrichter-Komödie über Wahrheit/Schuld; Roman über einen Ort und deutsche Geschichte. Mittlere Reife Wahllektüren (Roadtrip-Vater-Sohn / Jugendroman im NS-Kontext / Coming-of-age / Provinzroman).

Bayern

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Lustspiel über Machtmissbrauch und Recht; Roman als Zeitschnitt deutscher Geschichte an einem Haus/Grundstück.

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
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Hessen

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
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Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

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  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
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Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

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  2. Woyzeck - Georg Büchner
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  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
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Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

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