Entscheiden, wann KI sinnvoll ist

Entscheiden, wann KI sinnvoll ist
Einleitung
Entscheiden, wann KI sinnvoll ist bedeutet mehr als zu wissen, was Künstliche Intelligenz (KI) kann. Entscheidend ist, dass Du überlegst, ob KI in einer bestimmten Situation wirklich hilft, ob Du sie benutzen darfst, welche Risiken entstehen und wie Du das Ergebnis kontrollierst. KI ist ein Werkzeug. Sie kann Vorschläge, Texte, Bilder, Erklärungen oder Muster liefern, aber sie übernimmt nicht Deine Verantwortung.
Dieser Lernkurs richtet sich besonders an Klasse 5 und ist für etwa 1–2 Unterrichtsstunden geplant. Du brauchst keine technischen Vorkenntnisse. Du wirst nicht einfach fertige KI-Antworten übernehmen, sondern Situationen untersuchen, Möglichkeiten vergleichen, Entscheidungen treffen und diese begründen. Dabei geht es um Informatik, Deutsch, Mathematik, Naturwissenschaften, Kunst, Ethik und Medienbildung.

Leitfrage: Wann ist KI eine sinnvolle Unterstützung – und wann ist es besser, selbst zu arbeiten, andere Menschen zu fragen oder verlässliche Quellen zu nutzen?
Der Videoimpuls „Der Künstliche Intelligenz-Check“ von Checker Tobi kann zum Einstieg vollständig oder in Ausschnitten genutzt werden. Beobachte dabei nicht nur, was KI kann, sondern auch, wo Menschen entscheiden, prüfen oder Verantwortung übernehmen.
Lernziele
Nach dem Lernkurs kannst Du:
- KI-Einsatz beurteilen: erklären, warum KI in einer Situation sinnvoll, nur mit Vorsicht sinnvoll oder ungeeignet ist.
- Selbstbestimmt handeln: zwischen KI, eigener Arbeit, menschlicher Hilfe und anderen Werkzeugen auswählen.
- Quellenkritik: KI-Aussagen nicht automatisch glauben, sondern mit geeigneten Quellen oder eigenen Rechnungen prüfen.
- Datenschutz: erkennen, welche persönlichen oder vertraulichen Daten nicht in ein KI-System eingegeben werden sollten.
- Transparenz: offenlegen, wenn KI bei einer schulischen Arbeit geholfen hat, sofern dies verlangt oder sinnvoll ist.
- Fairness: prüfen, ob ein KI-Vorschlag Menschen benachteiligen, verletzen oder vorschnell einordnen könnte.
- Verantwortung: bei wichtigen Entscheidungen die Kontrolle behalten und nötigenfalls Erwachsene oder Fachleute einbeziehen.
Ablaufvorschlag für 1–2 Unterrichtsstunden
Der Kurs lässt sich als kompakte Unterrichtsstunde oder als Doppelstunde durchführen. Für 45 Minuten konzentrierst Du Dich auf Aktivierung, KI-Ampel, eine Fallkarte und Reflexion. Für 90 Minuten kommt die Anwendungssituation „Klassenfest“ sowie eine vertiefende Aufgabe hinzu.
- 0–10 Minuten – Aktivierung: Vier-Ecken-Entscheidung mit den sechs Startsituationen. Noch geht es nicht um „richtig“ oder „falsch“, sondern um erste Begründungen.
- 10–20 Minuten – Einführung: Kurzer Input „Was ist KI?“ und ein ausgewählter Videoausschnitt. Sammle anschließend zwei Chancen und zwei Grenzen.
- 20–35 Minuten – Werkzeug lernen: KI-Ampel und Fünf-Fragen-Prüfung an zwei gemeinsamen Beispielen anwenden.
- 35–55 Minuten – Handeln: Fallkarten in Partnerarbeit bearbeiten und Entscheidungen gegenseitig begründen.
- 55–70 Minuten – Anwenden: Szenario „Klassenfest“ bearbeiten und zwischen KI, KI mit Kontrolle und ohne KI wählen.
- 70–80 Minuten – Selbstkontrolle: Quiz oder interaktive Zuordnungsaufgaben bearbeiten.
- 80–90 Minuten – Reflexion und Transfer: Persönliche KI-Regel formulieren und mit einem Lernpartner prüfen.
Kurzer Start: Was würdest Du tun?
Stell Dir vier Ecken im Klassenraum vor: KI nutzen, ohne KI lösen, beides kombinieren und noch unsicher. Die Lehrkraft liest nacheinander Situationen vor. Stelle Dich zu der Antwort, die Du zuerst wählen würdest, und begründe sie in einem Satz.
- Vokabeltraining: Du möchtest fünf schwierige englische Wörter üben.
- Mathematik-Hausaufgabe: Du verstehst eine Rechenaufgabe noch nicht.
- Streit im Klassenchat: Jemand hat Dir eine verletzende Nachricht geschickt.
- Referat: Du suchst Informationen über ein Tier.
- Kunstaufgabe: Du möchtest eine eigene Fantasiefigur entwerfen.
- Gesundheit: Du hast starke Schmerzen und möchtest wissen, was Du tun sollst.
Es gibt dabei nicht immer nur eine einzige gute Antwort. Wichtig ist, welche Gründe Du nennst und ob Du erkennst, wann eine Situation sicher, prüfbar und lernförderlich ist.

Was ist KI – ganz kurz?
KI ist ein Sammelbegriff für Computersysteme, die Aufgaben bearbeiten, für die Menschen häufig Fähigkeiten wie Erkennen, Vorhersagen, Planen, Sprache oder Problemlösen einsetzen. Manche KI-Systeme erkennen beispielsweise Bilder. Andere ordnen Daten, schlagen Inhalte vor oder erzeugen Texte und Bilder.
Generative KI kann neue Inhalte erzeugen, zum Beispiel eine Erklärung, eine Geschichte, ein Bild oder Programmcode. Dabei „weiß“ sie nicht automatisch, ob ihr Ergebnis wahr, sinnvoll, fair oder für Deine Aufgabe erlaubt ist. Ein sprachlich überzeugender Text kann trotzdem Fehler enthalten. Darum gilt: Eine gute Formulierung ist noch kein Beweis für Richtigkeit.
Die Sachgeschichte der Maus zeigt kindgerecht, wie KI mit Beispielen und Mustern arbeitet. Nutze das Video als Anlass für die Frage: Welche Teile eines Ergebnisses stammen aus menschlichen Entscheidungen, Daten und Prüfungen – und welche Teile erzeugt das System?
Die wichtigste Kompetenz: Du entscheidest
Wenn Du KI benutzt, soll die Entscheidung nicht einfach an das System abgegeben werden. Fachleute nennen diese menschliche Entscheidungs- und Handlungsmacht auch Human Agency. Für Dich bedeutet das: Du setzt das Ziel, Du wählst das Werkzeug, Du prüfst das Ergebnis und Du trägst Verantwortung für das, was Du übernimmst oder weitergibst.
KI ist also nicht automatisch „gut“ oder „schlecht“. Die Frage lautet vielmehr: Passt dieses Werkzeug zu dieser Aufgabe?
Die KI-Ampel
Die folgende Ampel hilft Dir, eine Situation schnell einzuschätzen.

GRÜN – KI kann sinnvoll sein: Die Aufgabe ist erlaubt, ungefährlich und gut überprüfbar. Du gibst keine privaten Daten ein, lernst trotzdem selbst und kannst das Ergebnis kontrollieren. Beispiel: Du lässt Dir drei Übungssätze mit einem neuen Rechtschreibwort erstellen und prüfst sie anschließend selbst.
GELB – erst prüfen oder Hilfe holen: Die Aufgabe ist wichtig, die Antwort könnte falsch oder unfair sein, Du bist unsicher bei Regeln oder Quellen, oder persönliche Informationen spielen eine Rolle. Beispiel: Eine KI erklärt Dir eine schwierige Sachaufgabe. Du nutzt die Erklärung nur als Hinweis und rechnest selbst nach oder fragst eine Lehrkraft.
ROT – KI nicht dafür einsetzen: Es geht um akute Gefahr, Gesundheit, vertrauliche Daten, eine Entscheidung über andere Menschen, Betrug oder eine Aufgabe, die ausdrücklich Deine eigene Leistung zeigen soll. Beispiel: Eine KI soll entscheiden, welches Kind „am wenigsten geeignet“ für ein Klassensprecheramt ist. Diese Entscheidung gehört nicht an eine Maschine.
Die Fünf-Fragen-Prüfung
Bevor Du KI nutzt, stelle Dir fünf Fragen:
- Ziel klären: Was will ich erreichen? Möchte ich lernen, Ideen sammeln, prüfen, üben oder nur möglichst schnell fertig werden?
- Regeln prüfen: Darf ich KI hier benutzen? Welche Regeln gelten in der Schule, bei der Aufgabe oder im Team?
- Daten schützen: Welche Informationen müsste ich eingeben? Namen, Fotos, Adressen, Passwörter, Gesundheitsdaten oder private Nachrichten gehören nicht einfach in ein KI-System.
- Ergebnis prüfen: Kann ich die Antwort kontrollieren? Gibt es Schulbuch, Lexikon, seriöse Internetquellen, eigene Rechnungen, Messungen oder Fachpersonen zum Gegencheck?
- Folgen bedenken: Wer trägt die Folgen? Könnte jemand benachteiligt, verletzt, getäuscht oder falsch beurteilt werden?
Wenn Du eine dieser Fragen nicht gut beantworten kannst, ist gelb oft die richtige erste Wahl: nicht blind weiterarbeiten, sondern prüfen, fragen oder ein anderes Werkzeug wählen.

Prüfen statt glauben
KI-Ausgaben können sehr überzeugend klingen. Trotzdem können darin falsche Zahlen, erfundene Quellen, unpassende Erklärungen oder einseitige Aussagen vorkommen. Deshalb brauchst Du eine Prüfspur.

Eine einfache Prüfspur für Klasse 5 lautet: Behauptung – Quelle – Vergleich – Urteil.
- Behauptung: Was genau behauptet die KI?
- Quelle: Wo kann ich dazu eine verlässliche Information finden?
- Vergleich: Stimmen die Angaben überein? Gibt es Unterschiede?
- Urteil: Was übernehme ich, was verbessere ich und was verwerfe ich?
Beispiel Naturwissenschaften: Eine KI behauptet: „Alle Fledermäuse sind blind.“ Das klingt eindeutig, ist aber falsch. Prüfe eine verlässliche Quelle. Fledermäuse können sehen; viele Arten nutzen zusätzlich Echoortung. Dein Urteil lautet also: Aussage nicht übernehmen, sondern korrigieren.
Beispiel Mathematik: Eine KI nennt für 6 · 14 das Ergebnis 96. Du musst dafür keine zweite KI fragen. Rechne selbst nach: 6 · 14 = 84. Bei Mathematik ist die eigene Probe häufig schneller und zuverlässiger.
Beispiel Deutsch: Eine KI schlägt eine Fortsetzung für Deine Geschichte vor. Hier gibt es nicht nur „richtig“ oder „falsch“. Prüfe stattdessen: Passt der Stil zu meiner Idee? Verstehe ich die Wörter? Ist es noch meine Geschichte? Möchte ich den Vorschlag verändern?
Datenschutz und Sicherheit
Persönliche Daten können viel über einen Menschen verraten. Dazu zählen zum Beispiel vollständiger Name, Adresse, Telefonnummer, Zugangsdaten, private Fotos, Gesundheitsinformationen oder persönliche Nachrichten. Auch scheinbar harmlose Einzelangaben können zusammengenommen sehr persönlich werden.

Merksatz: Was Du nicht öffentlich an ein Klassenzimmer-Plakat schreiben würdest, solltest Du auch nicht gedankenlos in ein KI-System eingeben.
Wenn Du für eine Aufgabe einen Beispieltext brauchst, kannst Du persönliche Angaben erfinden oder anonymisieren. Aus „Meine Freundin Lea aus der Klasse 5b schrieb mir gestern …“ kann zum Beispiel „Eine Person aus meiner Klasse schrieb …“ werden.
Bei Gefahr, Gewalt, Mobbing, starken gesundheitlichen Beschwerden oder anderen ernsten Problemen ist ein KI-Chat kein Ersatz für vertrauenswürdige Erwachsene oder Fachpersonen. Wende Dich an Eltern, Lehrkräfte, Schulsozialarbeit, medizinische Fachkräfte oder im Notfall an die zuständigen Hilfsdienste.
Fairness: KI kann Menschen unterschiedlich behandeln
KI lernt oder arbeitet mit Daten und Regeln, die von Menschen ausgewählt, gesammelt oder gestaltet wurden. Daten können Lücken oder Schieflagen enthalten. Deshalb kann ein System bestimmte Gruppen schlechter erkennen oder in seinen Vorschlägen Klischees wiederholen.

Beispiel Kunst: Du lässt Dir Bilder für „eine erfolgreiche Wissenschaftlerin“ und „einen erfolgreichen Wissenschaftler“ erzeugen. Wenn das System immer ähnliche Altersgruppen, Hautfarben oder Rollen zeigt, ist das ein Anlass zum Nachdenken. Eine faire Darstellung sollte Vielfalt nicht künstlich verengen.
Beispiel Schule: Eine KI soll auf Basis von kurzen Beschreibungen entscheiden, wer in eine Fördergruppe kommt. Das wäre problematisch, wenn wichtige Informationen fehlen oder niemand nachvollziehen kann, warum das System so entscheidet. Entscheidungen mit Folgen für Menschen brauchen besondere Sorgfalt, Transparenz und menschliche Verantwortung.
Transparenz: Zeige, wie KI geholfen hat
Wenn KI an einer Aufgabe beteiligt war, kann es wichtig sein, das sichtbar zu machen. Das ist besonders dann der Fall, wenn die Lehrkraft dies verlangt oder wenn sonst der falsche Eindruck entstehen könnte, alles sei allein von Dir erstellt worden.
Eine kindgerechte Formulierung kann lauten: „Ich habe KI genutzt, um drei Ideen zu sammeln. Den Text habe ich danach selbst geschrieben und die Fakten mit zwei Quellen geprüft.“
Transparenz bedeutet nicht, dass KI-Nutzung automatisch falsch ist. Sie macht sichtbar, was Deine eigene Leistung war und wo ein Werkzeug geholfen hat.
Fächerübergreifende Beispiele
Informatik: Werkzeug statt Zauberei
In Informatik untersuchst Du, dass KI-Systeme Eingaben verarbeiten und Ausgaben erzeugen. Du lernst außerdem, dass ein System Grenzen hat. Frage Dich: Welche Daten könnten eine Rolle spielen? Welche Aufgabe löst die KI? Welche Aufgabe bleibt beim Menschen?
Mini-Aktion: Schreibe für eine Situation zwei Spalten: „Das kann das System beitragen“ und „Das muss ein Mensch entscheiden“.
Deutsch: Überarbeiten statt abschreiben
In Deutsch kann KI beim Finden von Beispielen, beim Formulieren von Übungssätzen oder beim Feedback auf einen eigenen Entwurf unterstützen. Sinnvoll wird der Einsatz, wenn Du selbst denkst, formulierst und überarbeitest.
Situation: Du hast eine 120-Wörter-Geschichte geschrieben. Eine KI schlägt zehn „bessere“ Sätze vor. Übernimm nicht alle. Markiere höchstens zwei Vorschläge, erkläre, warum sie wirklich helfen, und formuliere sie in Deinem Stil neu.
Mathematik: Erklären lassen, selbst rechnen
In Mathematik kann eine KI verschiedene Lösungswege erklären. Sie kann sich jedoch verrechnen oder einen ungeeigneten Weg wählen.
Situation: Nutze eine KI-Erklärung nur als Lernhilfe. Rechne die Aufgabe anschließend ohne KI und mache eine Probe. Wenn Du die Probe nicht verstehst, frage eine Person, die Dir den Rechenweg erklären kann.
Naturwissenschaften: Behauptung gegen Beobachtung
In Naturwissenschaften zählen Beobachtungen, Messungen und überprüfbare Quellen. Eine KI-Antwort ersetzt kein Experiment.
Situation: Eine KI sagt voraus, welcher Gegenstand im Wasser schwimmt. Stelle zuerst eine Vermutung auf, führe – wenn sicher und erlaubt – den Versuch durch, notiere das Ergebnis und vergleiche es mit der KI-Antwort.
Kunst: Inspiration mit eigener Entscheidung
In Kunst kann generative KI Ideen oder Bildvarianten liefern. Die kreative Entscheidung bleibt bei Dir: Welche Stimmung willst Du? Welche Formen, Farben oder Materialien wählst Du? Welche Teile gestaltest Du selbst?
Das Maus-Video zur KI-Musik eignet sich als Zusatzimpuls: Untersuche, welche Schritte von Menschen geplant, ausgewählt und bewertet wurden. Gestalte danach eine eigene kleine Idee, bei der Du genau angibst, was von Dir stammt und was ein digitales Werkzeug beigetragen hat.
Ethik: Wer trägt Verantwortung?
In Ethik geht es um Werte und Folgen. Eine Entscheidung kann technisch möglich sein und trotzdem unfair oder unklug. Frage: Wer profitiert? Wer könnte benachteiligt werden? Wer kann widersprechen? Wer muss die Folgen tragen?
Medienbildung: Prüfen, bevor Du teilst
In Medienbildung lernst Du, dass KI Texte, Bilder, Stimmen und Videos erzeugen oder verändern kann. Teile überraschende Inhalte nicht sofort weiter. Prüfe Quelle, Datum, Kontext und weitere vertrauenswürdige Informationen.
Realistische Anwendungssituation: Das Klassenfest
Deine Klasse plant ein kleines Klassenfest. Es gibt mehrere Aufgaben: ein Motto finden, Einladungen formulieren, Allergiehinweise sammeln, die Sitzordnung festlegen und entscheiden, welches Kind welche Aufgabe bekommt. Eine Gruppe schlägt vor: „Wir geben einfach alles an eine KI.“
Arbeite in einem Team und ordne jede Teilaufgabe mit der KI-Ampel ein.
- Motto finden: KI kann als Ideengeber dienen. Grün ist möglich, wenn die Klasse selbst auswählt und weiterentwickelt.
- Einladung verbessern: KI kann auf Verständlichkeit prüfen. Grün oder Gelb, wenn keine privaten Namen oder Kontaktdaten eingegeben werden und die Klasse die endgültige Version selbst prüft.
- Allergiehinweise: Diese Angaben sind sensibel. Sie gehören nicht einfach in einen öffentlichen KI-Dienst. Rot für das Hochladen echter Gesundheitsdaten; stattdessen vertraulich mit zuständigen Erwachsenen planen.
- Sitzordnung: Eine KI könnte Vorschläge machen, aber soziale Beziehungen und Konflikte sind persönlich. Gelb bis Rot, besonders wenn private Informationen eingegeben oder Menschen bewertet werden sollen.
- Aufgaben verteilen: Eine KI sollte nicht entscheiden, wer „zuverlässig“ oder „ungeeignet“ ist. Die Klasse kann Wünsche sammeln und gemeinsam fair verteilen.
- Einkaufsliste berechnen: Bei bekannten Mengen kann ein digitales Werkzeug helfen. Entscheidend ist, dass die Zahlen stimmen und jemand die Rechnung kontrolliert.
Auftrag: Wählt drei Teilaufgaben aus. Entscheidet jeweils zwischen KI nutzen, KI mit Kontrolle nutzen und KI nicht nutzen. Begründet jede Entscheidung mit mindestens zwei der fünf Prüffragen.
Fallkarten: Entscheiden und begründen
Die folgenden Fallkarten eignen sich für Partnerarbeit. Jede Gruppe zieht eine Karte, entscheidet mit der Ampel und stellt ihre Begründung in höchstens 45 Sekunden vor.
- Tier-Referat: Eine KI liefert fünf Fakten über den Axolotl, aber keine Quellen. Was tust Du?
- Geburtstagseinladung: Du möchtest Namen, Adresse und Handynummer aller Gäste eingeben, damit eine KI die Einladung formuliert. Was tust Du?
- Mathe-Erklärung: Du verstehst Brüche nicht und lässt Dir einen Lösungsweg erklären. Wie kontrollierst Du ihn?
- Geschichtenanfang: Du brauchst eine Idee für eine Fantasiegeschichte, sollst den Text aber selbst schreiben. Wie könnte KI sinnvoll helfen?
- Klassenstreit: Du kopierst private Nachrichten in einen Chatbot und fragst, wer schuld ist. Welche Probleme entstehen?
- Pflanzenversuch: Eine KI sagt das Versuchsergebnis voraus. Was musst Du tun, bevor Du daraus eine naturwissenschaftliche Schlussfolgerung ziehst?
- Plakatbild: Du nutzt ein KI-Bild für ein Schulplakat. Welche Fragen stellst Du zu Aussage, Fairness und Kennzeichnung?
- Klassensprecherwahl: Jemand schlägt vor, eine KI solle Profile der Kandidatinnen und Kandidaten bewerten. Warum ist das heikel?
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Du sollst mit KI Ideen für den Titel Deiner selbst geschriebenen Geschichte sammeln. Was ist am sinnvollsten? (KI für mehrere Ideen nutzen und selbst auswählen) (!Den ganzen Text von der KI schreiben lassen und als eigenen abgeben) (!Private Nachrichten als Material hochladen) (!Jeden Vorschlag ungeprüft übernehmen)
Eine KI nennt Dir eine überraschende Tier-Information ohne Quelle. Was tust Du zuerst? (Die Behauptung mit einer verlässlichen Quelle prüfen) (!Die Behauptung sofort ins Referat schreiben) (!Die Behauptung an alle weiterleiten) (!Nur fragen, ob die KI sich sicher ist)
Welche Eingabe gehört am ehesten zur roten Ampel? (Eine private Nachricht mit Namen und persönlichen Details hochladen) (!Drei Fantasienamen für eine Geschichte sammeln) (!Fünf Übungssätze zu einem Rechtschreibwort erzeugen) (!Eine selbst gerechnete Aufgabe mit einer Probe vergleichen)
Was bedeutet Human Agency beim KI-Einsatz? (Der Mensch setzt Ziele, prüft Ergebnisse und entscheidet) (!Die KI trifft immer die letzte Entscheidung) (!Nur Erwachsene dürfen digitale Werkzeuge benutzen) (!Ein Ergebnis ist richtig, sobald es automatisch erzeugt wurde)
Eine KI erklärt eine Matheaufgabe. Was macht daraus eine gute Lernhilfe? (Du rechnest selbst nach und prüfst den Weg) (!Du schreibst nur das Ergebnis ab) (!Du entfernst alle Rechenschritte) (!Du vertraust der Erklärung ohne Kontrolle)
Warum kann eine KI-Antwort unfair sein? (Daten oder Regeln können Lücken und Schieflagen enthalten) (!Computer haben immer persönliche Vorlieben) (!Jede kurze Antwort ist automatisch unfair) (!Fairness spielt nur im Sportunterricht eine Rolle)
Was ist bei einer schulischen Arbeit transparent? (Du erklärst passend zur Aufgabe, wie KI geholfen hat) (!Du behauptest, nie ein Werkzeug genutzt zu haben) (!Du löschst alle eigenen Entwürfe) (!Du übernimmst fremde Texte ohne Hinweis)
Du hast starke Schmerzen und brauchst Hilfe. Welche Entscheidung ist angemessen? (Eine vertrauenswürdige erwachsene Person oder medizinische Fachkraft einbeziehen) (!Nur einen KI-Chat fragen und niemandem etwas sagen) (!Private Gesundheitsdaten öffentlich posten) (!Eine zufällige Antwort aus dem Internet auswählen)
Wann passt Gelb bei der KI-Ampel besonders gut? (Wenn Du unsicher bist und erst Regeln oder Ergebnisse prüfen musst) (!Wenn eine Aufgabe eindeutig sicher und gut überprüfbar ist) (!Wenn vertrauliche Daten veröffentlicht werden sollen) (!Wenn eine akute Gefahr ignoriert werden soll)
Was ist eine gute letzte Frage vor dem Übernehmen einer KI-Antwort? (Kann ich erklären, warum ich diesem Ergebnis vertraue) (!Klingt der Text besonders lang) (!Hat die KI schnell geantwortet) (!Sieht die Antwort selbstbewusst aus)
Memory
| KI-Ampel | Risiko und Eignung einschätzen |
| Human Agency | Mensch behält die Entscheidung |
| Quellenkritik | Behauptungen überprüfen |
| Datenschutz | Persönliche Informationen schützen |
| Transparenz | KI-Unterstützung offenlegen |
| Fairness | Benachteiligung vermeiden |
| Prüfspur | Behauptung mit Belegen vergleichen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Grüne Ampel | Erlaubt, ungefährlich und gut überprüfbar |
| Gelbe Ampel | Unsicherheit verlangt Prüfung oder Rückfrage |
| Rote Ampel | Private Daten, Gefahr oder unfaire Entscheidung vermeiden |
| Menschliche Kontrolle | Ziel setzen, Ergebnis prüfen und selbst entscheiden |
| Quellenprüfung | Aussage mit verlässlichen Informationen vergleichen |
Kreuzworträtsel
| Datenschutz | Wie heißt der Schutz persönlicher Informationen? |
| Fairness | Welcher Begriff steht für gerechte und nicht benachteiligende Behandlung? |
| Transparenz | Wie heißt es, wenn Du offenlegst, wie KI geholfen hat? |
| Quellenkritik | Wie nennt man das sorgfältige Prüfen von Informationsquellen? |
| Verantwortung | Was bleibt beim Menschen, auch wenn ein Werkzeug unterstützt? |
| Entscheidung | Was soll am Ende bewusst beim Menschen bleiben? |
LearningApps
Lückentext
Aufgaben nach Schwierigkeitsgrad
Leicht
- Ampel-Sortierung: Sortiere sechs Alltagssituationen in Grün, Gelb oder Rot und schreibe zu jeder Situation einen kurzen Grund.
- Daten-Detektiv: Markiere in einer erfundenen Nachricht alle Angaben, die Du nicht in einen öffentlichen KI-Dienst eingeben würdest.
- Prüfspur: Nimm eine einfache KI-Behauptung und notiere Behauptung, Quelle, Vergleich und Urteil.
- Eigene Regel: Formuliere eine Klassenregel, die verhindert, dass KI-Antworten ungeprüft übernommen werden.
Standard
- Deutsch-Werkstatt: Schreibe selbst einen kurzen Absatz. Lass Dir anschließend zwei Verbesserungsvorschläge geben und entscheide begründet, welchen Du annimmst, veränderst oder ablehnst.
- Mathe-Kontrolle: Vergleiche zwei mögliche Rechenwege zu derselben Aufgabe. Prüfe beide und erkläre, welcher Weg für Dich verständlicher ist.
- Naturwissenschaftlicher Check: Formuliere eine Vermutung zu einem sicheren Experiment, vergleiche sie mit einer KI-Prognose und werte anschließend die echte Beobachtung aus.
- Fairness-Check: Untersuche einen erfundenen KI-Vorschlag zur Aufgabenverteilung in einer Klasse. Finde mindestens zwei mögliche Benachteiligungen und verbessere das Verfahren.
Schwer
- KI-Nutzungsordnung: Entwerft in einer Gruppe fünf verständliche Regeln für verantwortlichen KI-Einsatz in Klasse 5. Begründet jede Regel mit Ziel, Risiko und Kontrolle.
- Entscheidungsprotokoll: Dokumentiere bei einer realen Lernaufgabe, warum Du KI benutzt oder bewusst nicht benutzt hast. Halte Alternativen, Prüfungen und Deine Schlussentscheidung fest.
- Medienprüfung: Wähle eine auffällige Behauptung aus einem digitalen Medium. Recherchiere mindestens zwei unabhängige Quellen und erkläre, welche Hinweise Deine Bewertung verändert haben.
- Rollenspiel Lernkonferenz: Eine Person möchte KI nutzen, eine ist skeptisch, eine achtet auf Datenschutz und eine auf Fairness. Findet gemeinsam eine begründete Lösung für eine schwierige Schulsituation.
Offene Aufgaben
Leicht
- KI-Ampel-Plakat: Gestalte ein Plakat mit je zwei eigenen Beispielen für Grün, Gelb und Rot.
- Entscheidungssatz: Schreibe zu drei Alltagssituationen jeweils „Ich würde …, weil …“ und nenne dabei mindestens einen Prüfschritt.
- Datenschutz-Comic: Zeichne einen kurzen Comic, in dem eine Figur bemerkt, dass sie zu viele persönliche Daten eingeben wollte, und eine sichere Alternative findet.
- Fehlerjäger: Erfinde eine überzeugend klingende, aber falsche Aussage und zeige, wie man sie mit einer Quelle entlarven kann.
Standard
- Interview über KI: Befrage eine Lehrkraft, ein Familienmitglied oder eine andere erwachsene Person dazu, wann KI im Alltag sinnvoll ist. Vergleiche ihre Regeln mit Deiner KI-Ampel.
- Fächervergleich: Untersuche je eine KI-Situation aus Deutsch, Mathematik und Kunst. Erkläre, warum die passende Kontrolle in jedem Fach anders aussehen kann.
- Erklärvideo: Produziere ein 60- bis 90-sekündiges Video mit dem Titel „Fünf Fragen vor der KI“. Nutze eigene Beispiele und keine privaten Daten.
- Quellen-Duell: Vergleiche eine KI-Antwort mit einem Schulbuch und einer seriösen Website. Markiere Übereinstimmungen, Unterschiede und offene Fragen.
Schwer
- Klassenrat KI: Entwickelt im Klassenrat Regeln für KI-Nutzung bei Hausaufgaben, Projekten und Tests. Legt auch fest, wann KI-Nutzung transparent gemacht werden soll.
- Fairness-Labor: Entwerft vier unterschiedliche Personenbeschreibungen für dieselbe fiktive Aufgabe und untersucht, ob ein KI-System unterschiedlich reagiert. Diskutiert mögliche Ursachen, ohne daraus Aussagen über echte Personen abzuleiten.
- Unterrichtsszenario: Plant eine 15-minütige Lernaktivität, in der KI nicht die Lösung liefert, sondern beim Fragenstellen, Vergleichen oder Prüfen hilft.
- Entscheidungsdebatte: Bearbeitet eine schwierige Situation, etwa „Soll KI Vorschläge für die Wahl von Klassendiensten machen?“. Vertretet verschiedene Positionen und beschließt eine gemeinsame Regel mit Begründung.


Selbstkontrolle und Reflexion
Beantworte am Ende für Dich drei Sätze schriftlich:
- Heute habe ich verstanden, dass KI sinnvoll ist, wenn ...
- Bei dieser Art von Situation würde ich KI nicht allein entscheiden lassen, weil ...
- Bevor ich eine KI-Antwort übernehme, werde ich künftig ...

Für eine Partnerkontrolle tauscht Ihr Eure Antworten aus. Dein Gegenüber darf genau eine Rückfrage stellen: „Woran würdest Du erkennen, dass Deine Entscheidung wirklich sicher oder fair ist?“
Transfer: Deine persönliche KI-Regel
Formuliere eine Regel, die Du in den nächsten zwei Wochen ausprobieren willst. Sie soll konkret sein und eine Handlung enthalten.
Beispiel: „Wenn ich KI für ein Referat nutze, prüfe ich jede wichtige Tatsachenbehauptung zusätzlich in mindestens einer geeigneten Quelle und schreibe auf, wie die KI geholfen hat.“
Nach zwei Wochen kannst Du prüfen: Hat die Regel Dein Lernen verbessert? War sie leicht einzuhalten? Musst Du sie verändern?
Lernkontrolle
- Entscheidung mit Begründung: Eine Mitschülerin möchte eine KI den gesamten Entwurf für ein Referat schreiben lassen. Entwickle zwei sinnvollere Alternativen und begründe, welche Du bevorzugst.
- Konflikt zwischen Nutzen und Risiko: Eine KI könnte Dir schnell helfen, aber dafür müsstest Du private Daten eingeben. Erkläre, wie Du die Aufgabe verändern kannst, damit Du sicherer arbeitest.
- Quellenvergleich: Eine KI-Antwort widerspricht Deinem Schulbuch. Beschreibe Schritt für Schritt, wie Du klärst, welche Aussage besser belegt ist.
- Fairness-Transfer: Eine Schule überlegt, KI zur Auswahl von Kindern für eine besondere Arbeitsgemeinschaft zu nutzen. Nenne mögliche Vorteile und Risiken und formuliere Bedingungen, unter denen der Einsatz verantwortbarer wäre.
- Fächerwechsel: Erkläre, warum „selbst prüfen“ in Mathematik anders aussehen kann als in Kunst. Nutze je ein Beispiel.
- Eigene Grenzziehung: Entwickle eine Situation, in der KI technisch helfen könnte, Du sie aber bewusst nicht einsetzen würdest. Begründe Deine Entscheidung mit mindestens drei Prüffragen.
Lernnachweis
Für einen guten Lernnachweis ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern begründet entscheiden kannst. Zeige deshalb:
- Du kannst eine Situation mit der KI-Ampel einschätzen.
- Du kannst mindestens zwei Handlungsoptionen vergleichen.
- Du schützt persönliche und vertrauliche Daten.
- Du kannst erklären, wie Du eine KI-Aussage geprüft hast.
- Du erkennst, dass Fairness und Folgen für Menschen berücksichtigt werden müssen.
- Du hältst die menschliche Entscheidung und Verantwortung sichtbar fest.
- Du kannst transparent beschreiben, ob und wie KI bei Deiner Arbeit geholfen hat.
- Du kannst begründen, wann ein Mensch, eine Fachperson, ein Schulbuch, ein Experiment oder ein anderes Werkzeug besser geeignet ist als KI.
OERs zum Thema
Für Lehrkräfte und zur Vertiefung eignen sich außerdem frei zugängliche Materialien zu verantwortlichem KI-Einsatz:
- UNESCO: AI competency framework for students
- Europäische Kommission: Ethische Leitlinien zu KI und Daten in Lehren und Lernen
- klicksafe: Künstliche Intelligenz im Unterricht
Verknüpfte Lernbereiche
Die Kernidee dieses Lernkurses lautet: KI-Kompetenz zeigt sich nicht darin, KI möglichst oft zu benutzen, sondern darin, passend zur Situation bewusst zu entscheiden, zu prüfen und Verantwortung zu übernehmen.
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