Elvis Presley – Do the Clam


Elvis Presley – Do the Clam
Elvis Presley – Do the Clam
Einleitung
Elvis Presley – Do the Clam ist ein aiMOOC über den 1965 veröffentlichten Pop- und Rock-’n’-Roll-Song „Do the Clam“ von Elvis Presley. Das Stück entstand für den Musikfilm Girl Happy und wurde am 9. Februar 1965 als Single bei RCA Victor veröffentlicht. Als Autoren werden Sid Wayne, Ben Weisman und Dolores Fuller genannt.
Der Kurs verbindet Musikanalyse, Filmgeschichte, Popkultur, Medienbildung und Urheberrecht. Du untersuchst, wie ein Tanzsong aufgebaut ist, wie Musik und Film gemeinsam vermarktet wurden und welche Vorstellungen von Jugend, Freizeit und Unterhaltung in der Mitte der 1960er Jahre sichtbar werden. Dabei lernst Du auch, zwischen überprüfbaren Fakten, musikalischen Beobachtungen und wertenden Urteilen zu unterscheiden.

Hinweis zum Urheberrecht: Der vollständige Liedtext wird in diesem Kurs nicht wiedergegeben. Für die Analyse genügen kurze eigene Beschreibungen von Inhalt, Sprache, Form und Wirkung.
Lernziele
Nach der Bearbeitung des aiMOOCs kannst Du den Song historisch einordnen, zentrale Begriffe der Tonträgergeschichte erklären und eine begründete Höranalyse durchführen. Du kannst außerdem untersuchen, wie Film, Musikindustrie, Tanz und Jugendkultur zusammenwirken. Fortgeschrittene Lernende bewerten Quellen, vergleichen unterschiedliche Deutungen und entwickeln eigene medienpraktische Projekte.
Lernbereiche
- Musik: Höranalyse, Rhythmus, Form, Instrumentierung und Gesang.
- Geschichte: Populärkultur, Jugendkultur und Medien der 1960er Jahre.
- Englisch: Bedeutungserschließung des Songtitels und Analyse sprachlicher Aufforderungen.
- Medienbildung: Zusammenspiel von Film, Tonträger, Werbung und Starimage.
- Kunst: Gestaltung von Cover, Storyboard und visueller Kampagne.
- Wirtschaft: Vermarktung von Film, Single und Soundtrack als Medienverbund.
Steckbrief
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Interpret | Elvis Presley |
| Titel | „Do the Clam“ |
| Autoren | Sid Wayne, Ben Weisman und Dolores Fuller |
| Aufnahme | Grundaufnahme am 12. Juni 1964, Gesangsergänzungen im Umfeld der Sessions am 15. Juni 1964 |
| Aufnahmeort | Radio Recorders, Hollywood |
| Veröffentlichung | 9. Februar 1965 |
| Label | RCA Victor |
| Katalognummer | RCA Victor 47-8500 |
| B-Seite | „You’ll Be Gone“ |
| Album | Girl Happy |
| Film | Girl Happy |
| Stilistische Einordnung | Popmusik, Rock ’n’ Roll, Tanz- und Filmsong |
Historischer Kontext
Elvis Presley in den 1960er Jahren
Elvis Presley war seit den 1950er Jahren eine zentrale Figur des kommerziellen Rock ’n’ Roll. In den frühen und mittleren 1960er Jahren wurde ein großer Teil seiner Arbeit auf Hollywood-Filme und die dazugehörigen Soundtrack-Alben ausgerichtet. Diese Produktionen verbanden Spielfilm, Musikaufnahmen, Schallplattenverkauf und Starwerbung.
„Do the Clam“ ist ein Beispiel für das Zusammenspiel verschiedener Medien. Ein Film konnte neue Lieder bekannt machen, während Singles und Alben wiederum für den Film warben. Dieses Verfahren wird heute als crossmediale Vermarktung beschrieben.
Jugendkultur, Tanz und Freizeit
Die frühen 1960er Jahre waren von zahlreichen Modetänzen geprägt. Songs wie der Twist verbanden leicht erkennbare Bewegungen mit wiederholbaren musikalischen Mustern. Plattenfirmen, Filmstudios und Fernsehsendungen konnten solche Tänze schnell verbreiten.
„Do the Clam“ greift dieses Prinzip auf. Der Song präsentiert einen benannten Tanz und fordert zur Bewegung auf. Der englische Ausdruck „clam“ bedeutet wörtlich „Muschel“. Im Song ist „Clam“ jedoch vor allem der Name eines erfundenen Tanzes.
Singlekultur und Schallplatte
1965 war die Schallplatte ein wichtiges Verbreitungsmedium für populäre Musik. Eine typische Sieben-Zoll-Single wurde mit 45 Umdrehungen pro Minute abgespielt und besaß eine A- und eine B-Seite. „Do the Clam“ erschien als A-Seite, „You’ll Be Gone“ als B-Seite.

Die Single erreichte in den Vereinigten Staaten Platz 21 der Billboard Hot 100. Chartplatzierungen zeigen Reichweite und Markterfolg, sagen aber nur begrenzt etwas über musikalische Qualität oder langfristige kulturelle Bedeutung aus.
Entstehung und Aufnahme
Aufnahmeort und Produktionsweise
Die Grundaufnahme entstand am 12. Juni 1964 in den Radio Recorders Studios in Hollywood. Eine nachträgliche Ergänzung einer bereits aufgenommenen Tonspur wird als Overdub bezeichnet. Dieses Verfahren ermöglicht es, Instrumente oder Stimmen getrennt aufzunehmen und anschließend zu einer Gesamtaufnahme zu verbinden.
Beteiligte Musikerinnen und Musiker
Neben Elvis Presleys Hauptgesang wirkten mehrere erfahrene Studiomusiker mit. Zu den Instrumenten gehören elektrische und akustische Gitarren, Kontrabass, Schlagzeug, Klavier und Saxophon. Genannt werden unter anderem Scotty Moore, Tommy Tedesco, Bob Moore, D. J. Fontana, Buddy Harman, Floyd Cramer und Boots Randolph. Für den Hintergrundgesang waren The Jordanaires, The Jubilee Four und das Carole Lombard Trio beteiligt.

Musikalische Analyse
Rhythmus und Bewegung
„Do the Clam“ ist deutlich auf körperliche Bewegung ausgerichtet. Ein gleichmäßiger Puls und ein markanter Backbeat erzeugen Tanzbarkeit. Beim Backbeat werden in einem Viervierteltakt besonders die zweite und vierte Zählzeit betont.
Form und Wiederholung
Der Song arbeitet mit kurzen, wiederkehrenden Abschnitten. Besonders auffällig ist ein mehrfach wiederholter Hook, der den Titel und die Tanzidee einprägt. Wiederholung erleichtert das Mitsingen, Wiedererkennen und Tanzen.
Stimme und Hintergrundgesang
Elvis Presleys Gesang steht klar im Vordergrund. Die Hintergrundstimmen verstärken einzelne Aussagen und erzeugen stellenweise einen Call-and-Response-Eindruck. Dieses Prinzip beruht auf einem Wechsel zwischen musikalischem Ruf und Antwort.
Instrumentierung und Klangfarbe
Gitarren, Bass, Schlagzeug und Klavier bilden das rhythmisch-harmonische Gerüst. Das Saxophon setzt eine charakteristische Klangfarbe, die mit Rock ’n’ Roll und Rhythm and Blues der Zeit verbunden ist.
Sprache, Inhalt und Wirkung
Der Song als Tanzanweisung
Der Liedtext stellt keine komplexe Erzählung in den Mittelpunkt. Er organisiert vielmehr eine gemeinschaftliche Tanzsituation. Sprachliche Aufforderungen, Bewegungsverben und Wiederholungen lenken die Aufmerksamkeit auf das Mitmachen.
Humor und Neuheitseffekt
Die Idee eines „Muschel-Tanzes“ besitzt einen spielerischen und leicht absurden Charakter. Dieser Neuheitseffekt ist typisch für viele sogenannte Novelty Songs. Solche Stücke setzen auf eine ungewöhnliche oder humorvolle Idee.
Der Film Girl Happy
Handlung und Genre
Girl Happy ist eine US-amerikanische musikalische Filmkomödie aus dem Jahr 1965 unter der Regie von Boris Sagal. Elvis Presley spielt den Sänger Rusty Wells. Der Film verbindet Elemente von Musikfilm, Liebeskomödie und Beach-Party-Film.
Die Funktion des Songs im Film
„Do the Clam“ ist als musikalische Nummer in die Filmwelt eingebettet. Der Song vermittelt Stimmung, Bewegung und gemeinschaftliche Unterhaltung. Er präsentiert den Star, erzeugt Schauwert und bewirbt einen eigenständig verkäuflichen Musiktitel.
Vergleich mit dem Titelsong
Vergleiche Tempoeindruck, Gesang, Instrumentierung, Form und filmische Funktion von „Girl Happy“ und „Do the Clam“.
Popkultur und Vermarktung
Der Versuch einer Tanzmode
„Do the Clam“ kann als Versuch verstanden werden, einen benannten Modetanz zu etablieren. Eine Tanzmode entsteht nicht allein durch einen Song. Sie benötigt sichtbare Bewegungen, mediale Wiederholung, soziale Nachahmung und geeignete Orte wie Tanzlokale, Partys, Fernsehen oder Film.
Starimage und Filmrolle
Der Film nutzt Elvis Presleys Starimage als Sänger und körperlich präsenten Darsteller. Das Publikum sollte zwischen der realen Person Elvis Presley, der öffentlichen Marke „Elvis“ und der Filmfigur Rusty Wells unterscheiden.
Quellenkritik und Medienkompetenz
- Fakt: Eine überprüfbare Angabe, beispielsweise ein Veröffentlichungsdatum.
- Beobachtung: Eine nachvollziehbare Beschreibung, beispielsweise eine hörbare Wiederholung.
- Werturteil: Eine begründungsbedürftige Einschätzung, beispielsweise ob der Song originell wirkt.
Kommerzielle Musikaufnahmen, Filmsequenzen und Liedtexte sind in der Regel urheberrechtlich geschützt. Freie Bilder von Wikimedia Commons besitzen jeweils eigene Lizenzangaben.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wer singt Do the Clam? (Elvis Presley) (!Roy Orbison) (!Chuck Berry) (!Jerry Lee Lewis)
Für welchen Film wurde Do the Clam aufgenommen? (Girl Happy) (!Jailhouse Rock) (!Viva Las Vegas) (!Blue Hawaii)
In welchem Jahr erschien die Single Do the Clam? (1965) (!1956) (!1969) (!1977)
Wer schrieb Do the Clam? (Sid Wayne, Ben Weisman und Dolores Fuller) (!Doc Pomus, Mort Shuman und Leiber) (!Elvis Presley, Scotty Moore und Bill Black) (!George Stoll, Boris Sagal und Joe Pasternak)
Bei welchem Plattenlabel erschien die Single? (RCA Victor) (!Sun Records) (!Atlantic Records) (!Motown)
Wie heißt die B-Seite der Single? (You'll Be Gone) (!Hound Dog) (!Puppet on a String) (!Heartbreak Hotel)
In welchem Studio wurde die Grundaufnahme produziert? (Radio Recorders) (!Abbey Road Studios) (!Hitsville USA) (!Sun Studio Memphis)
Welches Instrument spielte Boots Randolph? (Saxophon) (!Violine) (!Trompete) (!Akkordeon)
Was bezeichnet der Begriff Overdub? (Eine nachträglich ergänzte Tonspur) (!Eine Tanzbewegung) (!Die Rückseite einer Schallplatte) (!Eine Chartplatzierung)
Welche Funktion hatte Do the Clam besonders? (Der Song sollte einen benannten Tanz bekannt machen) (!Der Song war eine Protesthymne) (!Der Song war eine Opernarie) (!Der Song war nur instrumental geplant)
Memory
| Do the Clam | Tanzsong |
| Girl Happy | Musikfilm |
| RCA Victor | Plattenlabel |
| Radio Recorders | Tonstudio |
| You'll Be Gone | B-Seite |
| Boots Randolph | Saxophon |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Bedeutung |
|---|---|
| Single | Veröffentlichung mit einem hervorgehobenen Haupttitel |
| Soundtrack | Musik in Verbindung mit einem Film |
| Overdub | Nachträglich ergänzte Tonspur |
| Backbeat | Betonung der zweiten und vierten Zählzeit |
| Hook | Besonders einprägsames wiederkehrendes Element |
Kreuzworträtsel
| Presley | Wie lautet der Nachname des Sängers? |
| Hollywood | Wo lag das Aufnahmestudio? |
| Saxophon | Welches Instrument spielte Boots Randolph? |
| Soundtrack | Wie nennt man Musik zu einem Film? |
| Backbeat | Wie heißt die Betonung der zweiten und vierten Zählzeit? |
| Overdub | Wie heißt eine nachträglich ergänzte Tonspur? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Hörprotokoll: Höre den Song zweimal und notiere drei Eindrücke sowie fünf konkrete Beobachtungen.
- Begriffskarte: Verbinde Single, Soundtrack, Backbeat, Hook und Overdub in einer Begriffskarte.
- Coveranalyse: Beschreibe Schrift, Farben, Bildaufbau und Zielgruppe einer historischen Singlehülle.
- Rhythmusübung: Klatsche Grundpuls sowie zweite und vierte Zählzeit und erkläre den Unterschied.
Standard
- Songformanalyse: Entwickle ein Formschema und begründe die Abschnittsgrenzen.
- Traileranalyse: Untersuche den Trailer hinsichtlich Schnitt, Musik, Figuren und Werbesprache.
- Zeitvergleich: Vergleiche den Song mit einem anderen Tanzsong der 1960er Jahre.
- Podcastproduktion: Produziere einen Podcast über die Verbindung von Film, Single und Starimage.
Schwer
- Quellenkritik: Vergleiche drei Quellen zu Veröffentlichung, Aufnahme und Rezeption.
- Musikwirtschaft: Erstelle ein Schaubild zu Filmstudio, Plattenlabel, Kino, Radio, Handel und Publikum.
- Genderanalyse: Analysiere Rollenverteilung und Körperdarstellung im historischen Kontext.
- Medienprojekt: Entwirf eine moderne Kampagne für einen erfundenen Tanzsong.


Lernkontrolle
- Transferanalyse: Erkläre, warum Film, Single und Album unterschiedliche Zielgruppen erreichen können, und übertrage das Prinzip auf eine Streamingserie.
- Wirkungsvergleich: Vergleiche die Wirkung des Songs ohne Bild mit der Wirkung des Filmtrailers.
- Quellenbewertung: Entwickle Kriterien zur Bewertung widersprüchlicher Aufnahmedaten.
- Kulturwandel: Erkläre, welche Bedingungen aus einem Tanz eine breite Mode machen.
- Gestaltungsentscheidung: Wähle drei Medien für eine historische Ausstellung und begründe ihre Funktion.
- Urteilsbildung: Bewerte die Aussage, ein niedriger Chartplatz bedeute geringe kulturelle Bedeutung.
Lernnachweis
- Portfolio: Hörprotokoll, Formschema, Begriffserklärungen und Schlussreflexion.
- Musikanalyse: Rhythmus, Form, Stimmen, Instrumentierung und Wirkung mit Hörbelegen.
- Kontextwissen: Zusammenhang zwischen Elvis Presley, Girl Happy, Singlekultur und Tanzmode.
- Quellenkompetenz: Bewertung von mindestens drei Quellen.
- Medienprodukt: Podcast, Videoessay, Poster, Schaubild oder Storyboard.
- Reflexion: Trennung von Fakten, Beobachtungen und Wertungen.
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