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Einen Text gliedern - Schreiben und Überarbeiten

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Einen Text gliedern - Schreiben und Überarbeiten




Einleitung

Beim Schreiben eines Textes geht es nicht nur darum, Sätze aneinanderzureihen. Ein guter Text hat eine erkennbare Gliederung, einen klaren roten Faden und ist für die Leserinnen und Leser verständlich aufgebaut. Besonders wichtig ist die klassische Dreiteilung in Einleitung, Hauptteil und Schluss. Sie hilft Dir, Deine Gedanken zu ordnen, Informationen sinnvoll zu entfalten und Deinen Text gezielt zu überarbeiten.

In diesem aiMOOC lernst Du, wie Du einen Text planst, in drei sinnvolle Teile gliederst, passende Absätze setzt und Deinen Text nach dem Schreiben verbesserst. Du übst, woran man eine gute Einleitung erkennt, wie ein Hauptteil logisch aufgebaut wird und wie ein Schluss den Text abrundet. Außerdem lernst Du Verfahren kennen, mit denen Du Deine Rohfassung zu einer gelungenen Endfassung überarbeitest.

Der Schreibprozess als wiederholbarer Ablauf
Der Schreibprozess als wiederholbarer Ablauf

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Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, warum ein Text eine klare Struktur braucht. Du kannst Texte in Einleitung, Hauptteil und Schluss gliedern, passende Übergänge formulieren und erkennen, ob ein Text zusammenhängend wirkt. Außerdem kannst Du eine Checkliste zur Textüberarbeitung anwenden, fremde Texte konstruktiv kommentieren und eigene Texte gezielt verbessern.


Grundlagen: Was bedeutet Textgliederung?

Eine Textgliederung ist die innere Ordnung eines Textes. Sie zeigt, welche Informationen an welcher Stelle stehen und wie die Gedanken miteinander verbunden sind. Ohne Gliederung wirkt ein Text sprunghaft, unvollständig oder schwer verständlich. Mit einer klaren Gliederung wissen die Lesenden dagegen, worum es geht, wie sich das Thema entwickelt und zu welchem Ergebnis der Text führt.

Die Dreiteilung in Einleitung, Hauptteil und Schluss ist eine Grundform vieler schulischer Textsorten. Sie begegnet Dir zum Beispiel bei Erzählungen, Berichten, Beschreibungen, Inhaltsangaben, Erörterungen, Sachtextanalysen und vielen Formen des Aufsatzes. Je nach Textsorte unterscheiden sich die genauen Anforderungen, aber die Grundidee bleibt ähnlich: Am Anfang wird das Thema eröffnet, in der Mitte wird es entfaltet und am Ende wird es abgerundet.

Eine gute Gliederung entsteht meistens nicht zufällig. Sie ist Teil des Schreibprozesses. Moderne Schreibdidaktik betrachtet Schreiben als Abfolge mehrerer Teilhandlungen: Planen, Formulieren, Überarbeiten und Beurteilen. Diese Schritte laufen nicht immer streng nacheinander ab. Häufig gehst Du beim Schreiben zurück, veränderst Deine Planung, formulierst neu und prüfst, ob der Text noch zum Ziel passt.


Einleitung, Hauptteil und Schluss als Grundmodell

Die Einleitung führt in das Thema ein. Sie soll Interesse wecken, die Situation klären und den Lesenden zeigen, was sie erwartet. Je nach Textsorte beantwortet sie erste W-Fragen, nennt das Thema, stellt eine Leitfrage oder führt zu einem Problem hin.

Der Hauptteil ist der umfangreichste Teil des Textes. Hier erklärst, erzählst, beschreibst, begründest oder analysierst Du. Der Hauptteil braucht eine sinnvolle Reihenfolge. Diese Reihenfolge kann zeitlich, sachlich, räumlich, argumentativ oder nach Wichtigkeit geordnet sein.

Der Schluss beendet den Text. Er fasst nicht einfach alles wortgleich zusammen, sondern rundet den Text ab. Er kann ein Ergebnis nennen, eine Bewertung geben, einen Ausblick formulieren, eine Pointe setzen oder zur Ausgangsfrage zurückführen. Der Schluss darf keine völlig neuen Hauptinformationen einführen, weil diese im Hauptteil erklärt werden müssten.


Warum Absätze wichtig sind

Absätze machen die Gliederung sichtbar. Ein Absatz fasst mehrere Sätze zusammen, die zu einem gemeinsamen Gedanken gehören. Wenn ein neuer Gedanke beginnt, sollte auch ein neuer Absatz beginnen. Gute Absätze helfen den Lesenden, die Struktur schnell zu erfassen. Sie verhindern, dass ein Text wie ein unübersichtlicher Block wirkt.

Ein sinnvoller Absatz beginnt oft mit einem Themensatz, der den Hauptgedanken ankündigt. Danach folgen Erklärungen, Beispiele, Belege oder genauere Ausführungen. Am Ende kann ein Satz stehen, der zum nächsten Gedanken überleitet.


Die Einleitung schreiben

Die Einleitung ist der Einstieg in Deinen Text. Sie muss nicht besonders lang sein, aber sie muss klar machen, worum es geht. Eine gute Einleitung erfüllt drei Aufgaben: Sie führt zum Thema hin, gibt Orientierung und macht neugierig. Dabei soll sie noch nicht alle Einzelheiten vorwegnehmen.

Bei einer Erzählung kann die Einleitung die Ausgangssituation vorstellen: Wer ist beteiligt? Wo und wann beginnt die Handlung? Welche Stimmung herrscht? Bei einem Bericht nennt die Einleitung meist knapp die wichtigsten W-Fragen. Bei einer Beschreibung stellt sie den Gegenstand, die Person, den Ort oder den Vorgang vor. Bei einer Erörterung führt sie zu einer Streitfrage, einem Problem oder einer These hin. Bei einer Sachtextanalyse nennt sie Basisinformationen zum Ausgangstext, zum Beispiel Autor, Titel, Textsorte, Thema und Erscheinungsort, sofern diese bekannt sind.

Eine Einleitung sollte zum restlichen Text passen. Sie darf nicht zu allgemein bleiben, aber auch nicht schon den ganzen Hauptteil ersetzen. Ein häufiger Fehler ist ein Einstieg, der zwar schön klingt, aber keinen Bezug zum Thema hat. Ein anderer Fehler ist eine Einleitung, die zu viele Details enthält und dadurch unübersichtlich wird.


Möglichkeiten für den Einstieg

Du kannst mit einer kurzen Beobachtung, einer Frage, einem passenden Beispiel, einer Situation, einem Problem, einem Gegensatz oder einer knappen Information beginnen. Wichtig ist, dass der Einstieg sachlich zur Textsorte passt. In einem Bericht ist ein spannender Rätselanfang meistens ungeeignet, weil ein Bericht sachlich informieren soll. In einer Erzählung kann ein spannender Einstieg dagegen sehr wirksam sein.

Ein guter Einstieg führt die Lesenden nicht in die Irre. Wenn Du in der Einleitung eine Frage stellst, sollte Dein Text später darauf eingehen. Wenn Du ein Problem ankündigst, sollte der Hauptteil dieses Problem erklären. Wenn Du eine These nennst, muss der Hauptteil sie begründen.


Beispiel für eine einfache Einleitung

Thema: Sollten Handys in der Schule im Unterricht genutzt werden?

Eine mögliche Einleitung könnte lauten: Immer mehr Schülerinnen und Schüler besitzen ein Smartphone. Auch im Unterricht stellt sich deshalb die Frage, ob Handys nur ablenken oder ob sie beim Lernen helfen können. Im folgenden Text wird untersucht, welche Chancen und Probleme die Nutzung von Handys in der Schule mit sich bringt.

Diese Einleitung nennt das Thema, zeigt die Fragestellung und bereitet den Hauptteil vor. Sie ist sachlich, verständlich und führt gezielt zum Thema.


Den Hauptteil aufbauen

Der Hauptteil ist das Zentrum Deines Textes. Hier entwickelst Du die wichtigsten Inhalte. Damit der Hauptteil verständlich wird, brauchst Du eine passende Ordnung. Diese Ordnung hängt von Deiner Schreibabsicht und von der Textsorte ab.

Bei einer Erzählung ordnest Du den Hauptteil meistens chronologisch. Die Handlung entwickelt sich Schritt für Schritt bis zum Höhepunkt. Bei einem Bericht ordnest Du das Geschehen ebenfalls häufig zeitlich, bleibst aber sachlich und verzichtest auf Spannungseffekte. Bei einer Beschreibung kann die Ordnung räumlich sein, zum Beispiel von außen nach innen oder von oben nach unten. Bei einer Erörterung ordnest Du Argumente, Beispiele und Gegenargumente so, dass Deine Überlegung nachvollziehbar wird. Bei einer Analyse ordnest Du Deine Beobachtungen nach Untersuchungsaspekten, zum Beispiel Inhalt, Sprache, Aufbau und Wirkung.


Der rote Faden

Der rote Faden ist der erkennbare Zusammenhang zwischen den Gedanken. Er entsteht, wenn jeder Absatz mit dem Thema verbunden ist und die Reihenfolge der Informationen sinnvoll wirkt. Du kannst den roten Faden stärken, indem Du Übergänge formulierst, auf vorherige Gedanken Bezug nimmst und Wiederholungen vermeidest, die nichts Neues beitragen.

Ein Text mit rotem Faden wirkt nicht wie eine Sammlung einzelner Ideen, sondern wie ein zusammenhängender Gedankengang. Lesende können Schritt für Schritt folgen. Sie erkennen, warum ein Absatz nach dem anderen kommt und wie die einzelnen Teile zum Textziel beitragen.


Übergänge formulieren

Übergänge verbinden Absätze und Gedanken. Sie zeigen, ob ein neuer Punkt ergänzt, erklärt, begründet, verglichen oder gegenübergestellt wird. Geeignete Formulierungen sind zum Beispiel: außerdem, ein weiterer Grund, im Gegensatz dazu, daraus folgt, besonders wichtig ist, anschließend, deshalb, zum Beispiel, zusammenfassend lässt sich sagen.

Übergänge sollen nicht künstlich wirken. Sie helfen nur dann, wenn sie wirklich zum Zusammenhang passen. Ein Text wird nicht automatisch besser, wenn viele Übergangswörter verwendet werden. Entscheidend ist, dass die Gedanken logisch miteinander verbunden sind.


Beispiel für einen geordneten Hauptteil

Wenn Du über Handys im Unterricht schreibst, könntest Du den Hauptteil so ordnen: Zuerst erklärst Du, welche Lernchancen Smartphones bieten, zum Beispiel schnelle Recherche oder digitale Wörterbücher. Danach erläuterst Du mögliche Probleme wie Ablenkung, Datenschutz und unfaire Nutzung. Anschließend vergleichst Du beide Seiten und erklärst, unter welchen Regeln Handys sinnvoll eingesetzt werden könnten.

Diese Ordnung zeigt, dass der Text nicht einfach eine Meinung behauptet, sondern verschiedene Aspekte prüft. Dadurch wirkt der Hauptteil sachlicher und überzeugender.


Den Schluss schreiben

Der Schluss beendet Deinen Text bewusst. Er sollte zur Einleitung und zum Hauptteil passen. In vielen Textsorten ist es sinnvoll, im Schluss das Ergebnis zu benennen. In einer Erörterung kann der Schluss eine begründete eigene Position enthalten. In einer Erzählung kann der Schluss zeigen, wie sich die Situation nach dem Höhepunkt verändert hat. In einem Bericht kann der Schluss Folgen oder Ergebnisse nennen. In einer Beschreibung kann er einen Gesamteindruck formulieren.

Ein guter Schluss wiederholt nicht einfach alle Einzelheiten. Er greift den wichtigsten Gedanken auf und führt ihn zu Ende. Er kann zur Einleitung zurückkehren, eine Leitfrage beantworten oder einen Ausblick geben. Neue Hauptinformationen gehören nicht in den Schluss, weil sie sonst nicht ausreichend erklärt werden können.


Schlussformen

Ein zusammenfassender Schluss nennt die wichtigste Erkenntnis des Textes. Ein Ausblick zeigt, was sich aus dem Thema ergeben könnte. Eine Bewertung beurteilt eine Entwicklung oder Position. Eine Pointe kann in erzählenden Texten eine überraschende Abrundung geben. Eine Rückbindung greift ein Motiv oder eine Frage aus der Einleitung wieder auf.

Welche Schlussform passend ist, hängt von der Textsorte ab. Bei sachlichen Texten sollte der Schluss klar und nachvollziehbar sein. Bei erzählenden Texten darf er stärker auf Wirkung, Stimmung oder Überraschung setzen.


Beispiel für einen Schluss

Ein möglicher Schluss zum Thema Handys im Unterricht könnte lauten: Insgesamt können Smartphones im Unterricht hilfreich sein, wenn sie gezielt eingesetzt werden. Ohne klare Regeln besteht jedoch die Gefahr, dass sie vom Lernen ablenken. Deshalb sollte nicht das Gerät selbst im Mittelpunkt stehen, sondern die Frage, wie es sinnvoll zum Lernen beitragen kann.

Dieser Schluss beantwortet die Leitfrage, wägt ab und führt den Text zu einem Ergebnis.


Schreiben als Prozess

Ein guter Text entsteht selten in einem einzigen Durchgang. Meistens brauchst Du mehrere Schritte. Zuerst klärst Du das Thema und die Aufgabe. Dann sammelst Du Ideen, ordnest sie und erstellst einen Schreibplan. Danach formulierst Du eine Rohfassung. Anschließend überarbeitest Du Inhalt, Aufbau, Sprache und Rechtschreibung. Am Ende entsteht die Endfassung.

Ein Plan kann helfen, Gedanken vor dem Schreiben zu ordnen
Ein Plan kann helfen, Gedanken vor dem Schreiben zu ordnen

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Vor dem Schreiben planen

Eine gute Schreibplanung spart später Zeit. Du prüfst zuerst die Aufgabe: Welche Textsorte ist verlangt? Was ist das Thema? Wer soll den Text lesen? Welche Absicht hat der Text? Danach sammelst Du Ideen, zum Beispiel in einer Mindmap, einer Tabelle, einer Stichwortliste oder einer Gliederung.

Beim Planen entscheidest Du, welche Informationen in die Einleitung, den Hauptteil und den Schluss gehören. Du legst außerdem fest, welche Reihenfolge sinnvoll ist. Dadurch vermeidest Du, dass wichtige Gedanken fehlen oder dass Du im Hauptteil plötzlich vom Thema abkommst.


Während des Schreibens formulieren

Beim Formulieren solltest Du nicht jeden Satz sofort perfekt machen wollen. Wichtig ist zunächst, dass Deine Gedanken vollständig und geordnet aufgeschrieben werden. Achte trotzdem darauf, dass jeder Absatz eine klare Funktion hat. Wenn Du merkst, dass ein Gedanke nicht passt, kannst Du ihn markieren und später entscheiden, ob er gestrichen, verschoben oder genauer erklärt wird.

Gute Sätze sind verständlich, abwechslungsreich und passend zur Textsorte. Sachliche Texte brauchen klare Formulierungen. Erzählende Texte können anschaulicher und spannender sein. Argumentierende Texte müssen Begründungen und Beispiele deutlich miteinander verbinden.


Nach dem Schreiben überarbeiten

Überarbeiten bedeutet, einen Text gezielt zu verbessern. Dabei geht es nicht nur um Rechtschreibung und Grammatik. Zuerst solltest Du prüfen, ob der Inhalt vollständig ist, ob die Gliederung stimmt und ob der rote Faden erkennbar bleibt. Erst danach lohnt es sich, Satzbau, Wortwahl, Zeichensetzung und äußere Form genauer zu prüfen.

Korrekturzeichen können beim Überarbeiten helfen
Korrekturzeichen können beim Überarbeiten helfen

Beim Überarbeiten hilft es, den Text mit Abstand zu lesen. Du kannst ihn laut vorlesen, eine Checkliste verwenden oder eine andere Person um Feedback bitten. Oft bemerkst Du beim Vorlesen, ob Sätze zu lang sind, ob Übergänge fehlen oder ob ein Absatz nicht zum Thema passt.


Überarbeiten mit System

Eine wirksame Textüberarbeitung erfolgt in mehreren Durchgängen. Wenn Du alles gleichzeitig prüfen willst, übersiehst Du leicht Fehler. Deshalb ist es sinnvoll, zuerst die großen Fragen und danach die kleineren Details zu prüfen.

Im ersten Durchgang prüfst Du Inhalt und Aufbau. Hat der Text eine passende Einleitung? Ist der Hauptteil logisch geordnet? Führt der Schluss zu einem Ergebnis? Sind alle wichtigen Informationen vorhanden? Im zweiten Durchgang prüfst Du die Verständlichkeit. Sind die Sätze klar? Werden Fachbegriffe erklärt? Gibt es passende Übergänge? Im dritten Durchgang prüfst Du Sprache und Richtigkeit. Sind Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung korrekt? Ist der Ausdruck abwechslungsreich? Stimmen Zeitform und Perspektive?


Checkliste für die Textüberarbeitung

  1. Aufgabenverständnis: Prüfe, ob Dein Text wirklich zur Aufgabe und zur geforderten Textsorte passt.
  2. Einleitung: Prüfe, ob der Einstieg das Thema eröffnet und Orientierung gibt.
  3. Hauptteil: Prüfe, ob die wichtigsten Gedanken vollständig, logisch und nachvollziehbar entfaltet werden.
  4. Schluss: Prüfe, ob der Schluss den Text abrundet und zur Einleitung passt.
  5. Absatz: Prüfe, ob jeder neue Gedanke einen eigenen Absatz hat.
  6. Roter Faden: Prüfe, ob alle Absätze sinnvoll miteinander verbunden sind.
  7. Übergang: Prüfe, ob die Verbindungen zwischen den Gedanken verständlich sind.
  8. Wortwahl: Prüfe, ob Deine Wörter genau, treffend und zur Textsorte passend sind.
  9. Satzbau: Prüfe, ob Deine Sätze verständlich und abwechslungsreich sind.
  10. Sprachrichtigkeit: Prüfe Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung.


Schreibkonferenz und Feedback

Eine Schreibkonferenz ist eine Methode, bei der Lernende einander Rückmeldung zu Texten geben. Dabei geht es nicht darum, jemanden schlecht zu bewerten. Ziel ist es, den Text besser zu machen. Gutes Feedback ist konkret, freundlich und hilfreich. Es beschreibt, was gelungen ist, und nennt Vorschläge, was verbessert werden kann.

Hilfreiche Rückmeldungen lauten zum Beispiel: Deine Einleitung macht das Thema deutlich. Im Hauptteil fehlt aber noch ein Beispiel für Dein zweites Argument. Der Schluss passt zur Frage, könnte aber noch klarer Dein Ergebnis nennen. Solche Hinweise helfen mehr als allgemeine Aussagen wie gut oder schlecht.

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Häufige Fehler und wie Du sie vermeidest

Ein häufiger Fehler ist eine Einleitung, die zu allgemein ist. Wenn ein Text über Handys im Unterricht handelt, reicht ein Anfang wie Technik ist heute wichtig nicht aus. Besser ist ein Einstieg, der direkt zum Thema führt. Ein weiterer Fehler ist ein Hauptteil ohne erkennbare Ordnung. Wenn Gedanken zufällig aneinandergereiht werden, verlieren die Lesenden schnell die Orientierung.

Auch ein Schluss kann misslingen. Manchmal endet ein Text plötzlich, ohne Ergebnis oder Abrundung. Manchmal werden im Schluss neue Informationen eingeführt, die eigentlich in den Hauptteil gehören. Ein anderer häufiger Fehler ist fehlende Überarbeitung. Wer den Text nach dem Schreiben nicht prüft, übersieht oft Wiederholungen, unklare Sätze, fehlende Absätze oder Widersprüche.

Du vermeidest diese Fehler, wenn Du vor dem Schreiben planst, beim Schreiben Absätze setzt und nach dem Schreiben systematisch überarbeitest. Besonders hilfreich ist es, den Text aus der Sicht der Lesenden zu betrachten. Frage Dich: Versteht jemand, der mein Thema noch nicht kennt, worum es geht? Erkennt diese Person, warum die Gedanken in dieser Reihenfolge stehen?


Beispiel: Von der Rohfassung zur überarbeiteten Fassung

Rohfassung: Handys in der Schule sind wichtig. Viele haben ein Handy. Man kann damit Sachen nachschauen. Es lenkt aber auch ab. Manche spielen. Die Lehrer sollen entscheiden. Handys können gut sein.

Diese Rohfassung enthält bereits sinnvolle Gedanken, aber sie ist noch ungeordnet. Es fehlen klare Absätze, Übergänge und ein genauer Schluss. Außerdem wird nicht deutlich, was in die Einleitung, den Hauptteil und den Schluss gehört.

Überarbeitete Fassung: Immer mehr Schülerinnen und Schüler besitzen ein Smartphone. Deshalb stellt sich die Frage, ob Handys im Unterricht genutzt werden sollten. Einerseits können sie beim Lernen helfen, zum Beispiel bei der Recherche, beim Nachschlagen von Begriffen oder beim Bearbeiten digitaler Aufgaben. Andererseits besteht die Gefahr, dass Schülerinnen und Schüler sich ablenken lassen, Spiele öffnen oder Nachrichten schreiben. Deshalb sollten Handys im Unterricht nicht grundsätzlich verboten, aber nur mit klaren Regeln eingesetzt werden. Entscheidend ist, dass sie das Lernen unterstützen und nicht stören.

Die überarbeitete Fassung ist klarer gegliedert. Die Einleitung führt zum Thema, der Hauptteil zeigt Chancen und Probleme, und der Schluss formuliert ein abgewogenes Ergebnis.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche drei Teile bilden die klassische Grundgliederung vieler schulischer Texte? (Einleitung Hauptteil Schluss) (!Überschrift Frage Antwort) (!These Beispiel Zitat) (!Absatz Satz Wort)




Welche Aufgabe hat die Einleitung vor allem? (Sie führt in das Thema ein und gibt Orientierung) (!Sie bringt alle Beispiele ausführlich) (!Sie enthält nur die Rechtschreibprüfung) (!Sie beendet den Text mit einer Pointe)




Was gehört hauptsächlich in den Hauptteil? (Die ausführliche Entfaltung der wichtigsten Inhalte) (!Nur die Überschrift des Textes) (!Ausschließlich die persönliche Unterschrift) (!Nur eine Wiederholung der Einleitung)




Welche Aufgabe hat der Schluss? (Er rundet den Text ab und führt zu einem Ergebnis) (!Er beginnt mit allen W Fragen) (!Er ersetzt die Gliederung des Hauptteils) (!Er enthält grundsätzlich viele neue Hauptinformationen)




Wozu dienen Absätze in einem Text? (Sie machen neue Gedanken und Sinnabschnitte sichtbar) (!Sie ersetzen die Zeichensetzung) (!Sie machen jeden Satz automatisch richtig) (!Sie verhindern jede Überarbeitung)




Was bedeutet roter Faden in einem Text? (Ein erkennbarer Zusammenhang zwischen den Gedanken) (!Eine rote Linie unter jedem Satz) (!Ein besonders langer Satz ohne Punkt) (!Ein Schmuckelement am Seitenrand)




Was ist eine Rohfassung? (Eine erste noch überarbeitbare Textfassung) (!Die endgültige fehlerfreie Veröffentlichung) (!Eine Liste ohne vollständige Sätze) (!Ein Text ohne Thema)




Was sollte man beim Überarbeiten zuerst prüfen? (Inhalt Aufbau und Verständlichkeit) (!Nur die Schriftfarbe) (!Nur die Seitenzahl) (!Nur die Länge der Überschrift)




Welche Rückmeldung ist besonders hilfreich? (Dein zweites Argument braucht noch ein Beispiel) (!Der Text ist halt schlecht) (!Schreib einfach alles neu) (!Ich habe nichts gelesen)




Welche Aussage passt zum Schreibprozess? (Schreiben besteht aus Planen Formulieren Überarbeiten und Prüfen) (!Schreiben gelingt immer ohne Vorbereitung) (!Überarbeiten ist nur Abschreiben) (!Eine Einleitung steht immer am Ende)





Memory

Einleitung Einstieg ins Thema
Hauptteil Ausführliche Entfaltung
Schluss Abrundung des Textes
Absatz Neuer Sinnabschnitt
Roter Faden Logischer Zusammenhang
Rohfassung Erste Textversion
Feedback Hilfreiche Rückmeldung
Checkliste Geordnete Prüfhilfe





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Thema klären Vor dem Schreiben
Ideen sammeln Schreibplanung
Einleitung formulieren Einstieg
Argumente ordnen Hauptteil
Ergebnis nennen Schluss
Absätze prüfen Überarbeitung
Endfassung erstellen Nach dem Überarbeiten




...


Kreuzworträtsel

Einleitung Wie heißt der erste Teil eines gegliederten Textes?
Hauptteil Wie heißt der umfangreichste Teil eines Textes?
Schluss Wie heißt der abrundende letzte Teil eines Textes?
Absatz Was zeigt einen neuen Sinnabschnitt sichtbar an?
Rohfassung Wie nennt man eine erste noch nicht fertige Textversion?
Feedback Wie nennt man eine hilfreiche Rückmeldung zu einem Text?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Ein gut gegliederter Text besteht häufig aus

Hauptteil und Schluss.
Die Einleitung führt die Lesenden in das

ein.
Im Hauptteil werden die wichtigsten Gedanken ausführlich

.
Der Schluss rundet den Text ab und nennt oft ein

.
Absätze machen neue

sichtbar.
Der rote Faden sorgt dafür dass die Gedanken logisch

sind.
Vor dem Schreiben hilft ein

bei der Ordnung der Ideen.
Eine erste Textversion nennt man

.
Beim Überarbeiten prüfst Du Inhalt Aufbau Sprache und

.
Eine hilfreiche Rückmeldung zu einem Text heißt

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Einleitung: Schreibe zu einem selbst gewählten Thema drei verschiedene Einleitungen und entscheide anschließend, welche am besten zum Thema passt.
  2. Absatz: Nimm einen ungegliederten kurzen Text und setze sinnvolle Absätze. Begründe, warum Du die Absätze an diesen Stellen gesetzt hast.
  3. Schluss: Schreibe zu einer kurzen Geschichte drei mögliche Schlüsse: einen sachlichen, einen überraschenden und einen nachdenklichen Schluss.
  4. Checkliste: Erstelle eine einfache Checkliste mit fünf Punkten, die Dir beim Überarbeiten Deiner Texte hilft.


Standard

  1. Schreibplan: Plane einen Text zum Thema Lernen mit digitalen Medien und ordne Deine Ideen in Einleitung, Hauptteil und Schluss.
  2. Roter Faden: Überarbeite einen eigenen Text so, dass jeder Absatz klar mit dem Thema verbunden ist und sinnvolle Übergänge enthält.
  3. Feedback: Tausche Deinen Text mit einer anderen Person und gib eine konkrete Rückmeldung zu Einleitung, Hauptteil, Schluss und Verständlichkeit.
  4. Textsorte: Vergleiche den Aufbau einer Erzählung mit dem Aufbau eines Berichts und erkläre, welche Unterschiede es bei Einleitung, Hauptteil und Schluss gibt.


Schwer

  1. Textüberarbeitung: Wähle eine ältere Rohfassung von Dir aus und erstelle daraus eine deutlich verbesserte Endfassung. Markiere alle wichtigen Änderungen.
  2. Argumentation: Schreibe eine kurze Erörterung zu einer aktuellen schulischen Frage und achte darauf, dass Deine Argumente im Hauptteil sinnvoll angeordnet sind.
  3. Schreibkonferenz: Organisiere in einer Kleingruppe eine Schreibkonferenz. Erstellt gemeinsame Feedbackregeln und wendet sie auf mehrere Texte an.
  4. Portfolio: Lege ein Schreibportfolio an, in dem Du Planung, Rohfassung, Feedback, Überarbeitung und Endfassung eines Textes dokumentierst.



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Lernkontrolle

  1. Transfer: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, warum die Reihenfolge der Gedanken im Hauptteil die Wirkung eines Textes verändern kann.
  2. Analyse: Untersuche einen fremden Text und zeige, wie Einleitung, Hauptteil und Schluss zusammenwirken.
  3. Überarbeitung: Erhalte eine ungeordnete Rohfassung und entwickle daraus eine klare Endfassung mit Absätzen, Übergängen und Schluss.
  4. Vergleich: Vergleiche zwei Schlüsse zu demselben Thema und beurteile, welcher Schluss überzeugender ist.
  5. Adressatenbezug: Schreibe denselben Inhalt einmal für jüngere Schülerinnen und Schüler und einmal für Erwachsene. Erkläre, wie sich Aufbau und Sprache verändern.
  6. Problemlösung: Ein Text enthält viele gute Ideen, wirkt aber unübersichtlich. Entwickle einen Überarbeitungsplan und begründe Deine Schritte.
  7. Reflexion: Beschreibe, welche Überarbeitungsstrategie Dir persönlich am meisten hilft und erkläre, warum sie Deine Texte verbessert.




Lernnachweis

Für einen gelungenen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe erklären kannst, sondern das Gelernte in eigenen Texten anwendest. Du solltest zeigen, dass Du eine Schreibaufgabe verstehst, Ideen sinnvoll ordnest, eine passende Einleitung formulierst, einen logisch aufgebauten Hauptteil entwickelst und einen abrundenden Schluss schreibst. Außerdem solltest Du nachweisen, dass Du Deine Rohfassung gezielt überarbeiten kannst.

  1. Schreibplanung: Du legst vor dem Schreiben Thema, Textsorte, Ziel und Aufbau fest.
  2. Textgliederung: Du ordnest Inhalte passend in Einleitung, Hauptteil und Schluss.
  3. Absatzgestaltung: Du setzt Absätze sinnvoll und begründest ihre Funktion.
  4. Kohärenz: Du sorgst für einen erkennbaren roten Faden und passende Übergänge.
  5. Textüberarbeitung: Du verbesserst Inhalt, Aufbau, Sprache und Richtigkeit in mehreren Schritten.
  6. Feedbackkompetenz: Du gibst und nutzt konkrete, faire und hilfreiche Rückmeldungen.
  7. Reflexion: Du erklärst, welche Änderungen Deinen Text verbessert haben.




OERs zum Thema



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