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Eine Schreibkonferenz durchführen - Schreiben und Überarbeiten

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Eine Schreibkonferenz durchführen - Schreiben und Überarbeiten




Einleitung

Eine Schreibkonferenz ist eine kooperative Methode, mit der Du einen eigenen Textentwurf gemeinsam mit anderen Lernenden besprichst und anschließend gezielt überarbeitest. Sie gehört zum prozessorientierten Schreiben: Ein Text entsteht nicht in einem einzigen Schritt, sondern durch Planen, Formulieren, Rückmeldung, Überarbeiten und Reflexion. In einer guten Schreibkonferenz geht es deshalb nicht darum, jemanden zu bewerten oder Fehler zu zählen. Im Mittelpunkt stehen die Fragen: Was wirkt schon gut? Was ist noch unklar? Was kann der Text besser leisten?

Beim Schreiben arbeitest Du immer für bestimmte Adressatinnen und Adressaten, mit einer bestimmten Textabsicht und innerhalb einer bestimmten Textsorte. Eine Erzählung braucht zum Beispiel Spannung, anschauliche Sprache und einen nachvollziehbaren roten Faden. Ein Bericht braucht dagegen Sachlichkeit, Vollständigkeit und eine klare Reihenfolge. Eine Argumentation muss begründete Argumente, passende Belege und eine überzeugende Struktur haben. Genau hier hilft die Schreibkonferenz: Andere lesen oder hören Deinen Text aus der Perspektive von Leserinnen und Lesern und geben Dir Hinweise, die Du allein oft nicht bemerkst.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, was eine Schreibkonferenz ist und warum sie beim Überarbeiten hilft. Du kannst eine Schreibkonferenz vorbereiten, Rollen übernehmen, Feedback wertschätzend formulieren, Hinweise prüfen und einen Text anhand von Kriterien überarbeiten. Außerdem lernst Du, zwischen Korrektur und Revision zu unterscheiden: Eine Korrektur verbessert einzelne Fehler, zum Beispiel in Rechtschreibung, Grammatik oder Interpunktion. Eine Revision verbessert den Text als Ganzes, zum Beispiel Aufbau, Inhalt, Verständlichkeit, Wirkung, Wortwahl und Kohärenz.


Grundlagen: Schreiben ist ein Prozess


Vom ersten Entwurf zur überarbeiteten Fassung

Ein Text ist selten beim ersten Versuch fertig. In der Schreibdidaktik wird Schreiben als Schreibprozess verstanden. Typische Phasen sind das Sammeln von Ideen, das Ordnen der Gedanken, das Formulieren einer Rohfassung, das Überarbeiten und die Endkorrektur. Diese Phasen laufen nicht immer streng nacheinander ab. Häufig springst Du zurück: Beim Überarbeiten merkst Du vielleicht, dass eine Idee fehlt, ein Abschnitt an eine andere Stelle gehört oder ein Satz genauer formuliert werden muss.

Eine Schreibkonferenz setzt meistens nach der ersten Rohfassung ein. Sie ist besonders hilfreich, wenn bereits etwas Vorzeigbares vorhanden ist, der Text aber noch verändert werden darf. Die wichtigste Haltung lautet: Mein Text ist nicht fertig, sondern entwicklungsfähig. Diese Haltung schützt vor Frust, denn Überarbeitung wird nicht als Zeichen von Scheitern verstanden, sondern als normaler Teil des Schreibens.


Überarbeiten ist mehr als Fehler suchen

Viele Lernende verbinden Textüberarbeitung zuerst mit Rechtschreibfehlern. Rechtschreibung ist wichtig, aber sie ist nur ein Teil. Eine gute Überarbeitung prüft mehrere Ebenen:

Ebene Leitfrage Beispiel für eine Überarbeitung
Inhalt Ist alles Wichtige enthalten? Eine fehlende Begründung, Szene oder Information ergänzen.
Aufbau Ist die Reihenfolge logisch? Absätze umstellen, eine Einleitung ergänzen oder Übergänge verbessern.
Adressatenbezug Passt der Text zu den Leserinnen und Lesern? Fachbegriffe erklären oder den Ton sachlicher gestalten.
Sprache Ist die Formulierung treffend und verständlich? Wiederholungen ersetzen, Verben präzisieren oder Sätze kürzen.
Kohärenz Hängen die Gedanken sinnvoll zusammen? Verknüpfungen wie deshalb, anschließend oder dagegen einfügen.
Sprachrichtigkeit Stimmen Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung? Fehler markieren und mithilfe von Wörterbuch oder Regelkarte korrigieren.


Schreibkonferenz und Peer-Feedback

Die Schreibkonferenz ist eine besondere Form von Peer-Feedback. Peers sind Lernende, die ungefähr auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Dieses Feedback hat einen großen Vorteil: Du bekommst Rückmeldungen von echten Leserinnen und Lesern. Gleichzeitig lernst Du, fremde Texte aufmerksam zu lesen und Deine Beobachtungen sprachlich fair auszudrücken.

Gutes Feedback ist konkret, begründet und hilfreich. Ein Satz wie „Der Text ist gut“ ist freundlich, aber wenig nützlich. Besser ist: „Die Einleitung macht neugierig, weil die Hauptfigur sofort in einer schwierigen Situation gezeigt wird.“ Auch Kritik braucht eine gute Form: Statt „Das versteht man nicht“ kannst Du sagen: „An dieser Stelle habe ich nicht verstanden, warum die Figur plötzlich weggeht. Vielleicht könntest Du einen Grund ergänzen.“


Eine Schreibkonferenz vorbereiten


Voraussetzungen

Damit eine Schreibkonferenz gelingt, brauchst Du einen Textentwurf, Zeit, eine ruhige Arbeitsatmosphäre, klare Gesprächsregeln und passende Kriterien. Die Gruppe sollte klein sein. Besonders gut eignen sich Gruppen aus drei oder vier Personen. Bei jüngeren Lernenden oder bei schwierigen Texten kann auch eine Partnerkonferenz sinnvoll sein. Wichtig ist, dass alle wissen: Die Autorin oder der Autor bleibt für den eigenen Text verantwortlich. Die Gruppe darf Vorschläge machen, aber sie entscheidet nicht über den Text.


Rollen in der Schreibkonferenz

Rollen helfen, die Arbeit zu strukturieren. Je nach Alter, Klasse und Textsorte können die Rollen angepasst werden.

Rolle Aufgabe Satzstarter
Autorin oder Autor liest den Text vor, erklärt das Schreibziel und entscheidet später über Änderungen „Ich möchte wissen, ob mein Text verständlich ist.“
Moderatorin oder Moderator achtet auf Ablauf, Gesprächsregeln und Beteiligung „Wir beginnen mit positiven Rückmeldungen.“
Inhalts-Lupe prüft Ideen, Vollständigkeit, Logik und roten Faden „Mir fehlt noch eine Information zu ...“
Sprach-Lupe achtet auf Wortwahl, Satzbau, Verständlichkeit und Stil „Diese Formulierung wirkt besonders treffend, weil ...“
Korrektur-Lupe markiert Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung „Hier bin ich bei der Kommasetzung unsicher.“
Protokollantin oder Protokollant hält wichtige Hinweise auf dem Rückmeldebogen fest „Ich notiere: Ein Übergang fehlt zwischen Abschnitt zwei und drei.“


Material für die Schreibkonferenz

Du kannst die Schreibkonferenz analog oder digital durchführen. Analog brauchst Du den Text auf Papier, Stifte in verschiedenen Farben, einen Rückmeldebogen und eventuell Wörterbuch, Kriterienkarte oder Checkliste. Digital kannst Du ein gemeinsames Dokument, die Kommentarfunktion und den Versionsverlauf nutzen. Achte bei digitalen Schreibkonferenzen auf Datenschutz, faire Sprache und klare Regeln: Kommentare sollen helfen, nicht bloß markieren.


Ablauf einer Schreibkonferenz

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Schritt 1: Schreibziel klären

Die Autorin oder der Autor sagt zuerst, was der Text leisten soll. Beispiele: „Meine Erzählung soll spannend sein“, „Mein Bericht soll sachlich informieren“, „Meine Argumentation soll überzeugen“ oder „Meine Beschreibung soll so genau sein, dass man sich den Gegenstand vorstellen kann.“ Ohne Schreibziel kann die Gruppe kaum sinnvoll beraten, denn jede Textsorte braucht andere Kriterien.


Schritt 2: Text vorlesen oder still lesen

Der Text wird vorgelesen oder still gelesen. Beim Vorlesen hört die Gruppe besonders gut, ob Sätze flüssig klingen und ob der Text verständlich ist. Beim stillen Lesen können die Rückmeldenden genauer markieren. Beide Formen sind sinnvoll. Bei kurzen Texten kann man zuerst vorlesen und dann eine Leseminute zum Markieren geben.


Schritt 3: Erste Wirkung beschreiben

Die Gruppe beginnt mit der Wirkung. Dabei geht es noch nicht um einzelne Fehler, sondern um den Gesamteindruck: Was bleibt hängen? Welche Stelle ist stark? Welche Frage entsteht? Diese Phase ist wichtig, weil sie zeigt, wie der Text bei Leserinnen und Lesern ankommt.

Gute Satzstarter sind:

  1. Feedback geben: „Besonders gelungen finde ich ..., weil ...“
  2. Leseeindruck: „Beim Lesen habe ich mir vorgestellt, dass ...“
  3. Textwirkung: „Der Text wirkt auf mich ..., weil ...“
  4. Verständnisfrage: „Ich habe mich gefragt, warum ...“


Schritt 4: Kriteriengeleitet beraten

Nun wird der Text genauer betrachtet. Die Gruppe nutzt einen Kriterienkatalog, der zur Textsorte passt. Bei einer Erzählung können Spannung, Figuren, Schauplatz, Höhepunkt und Sprache wichtig sein. Bei einem Bericht können W-Fragen, Sachlichkeit, Reihenfolge und Zeitform geprüft werden. Bei einer Argumentation stehen These, Begründung, Beispiele, Gegenargumente und Schluss im Vordergrund.


Schritt 5: Hinweise markieren und notieren

Die Autorin oder der Autor markiert wichtige Stellen im Text. Die Gruppe kann Randnotizen oder Kommentare formulieren. Hilfreich sind klare Zeichen: Pluszeichen für gelungene Stellen, Fragezeichen für Unklarheiten, Pfeile für Umstellungen und ein Kreis für Wörter, die genauer sein könnten. Wichtig ist: Nicht jeder Vorschlag muss übernommen werden. Die schreibende Person entscheidet, welche Hinweise dem Textziel dienen.


Schritt 6: Text überarbeiten

Nach der Konferenz folgt die eigentliche Revision. Jetzt wird aus Rückmeldung eine neue Fassung. Dabei helfen konkrete Operationen:

Operation Bedeutung Beispiel
Ergänzen Etwas Wichtiges hinzufügen Eine Begründung, ein Beispiel oder eine Beschreibung ergänzen.
Streichen Überflüssiges entfernen Eine Wiederholung oder einen unwichtigen Satz löschen.
Umstellen Die Reihenfolge verändern Den spannendsten Satz näher an den Höhepunkt setzen.
Ersetzen Ein Wort oder eine Formulierung verbessern „gehen“ durch „schleichen“, „rennen“ oder „stolpern“ ersetzen.
Verbinden Gedanken verknüpfen Einen Übergang zwischen zwei Absätzen ergänzen.
Korrigieren Fehler beheben Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung prüfen.

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Schritt 7: Überarbeitung reflektieren

Zum Abschluss erklärst Du kurz, was Du geändert hast und warum. Diese Reflexion ist wichtig, weil Du dadurch Deine Schreibstrategien bewusster wahrnimmst. Du kannst zum Beispiel schreiben: „Ich habe den zweiten Absatz nach vorne gesetzt, weil die Leserinnen und Leser dann früher verstehen, worum es geht.“ So wird aus der Schreibkonferenz nicht nur ein besserer Text, sondern auch ein Lernprozess.


Feedbackregeln


Wertschätzend, konkret und textbezogen

Eine Schreibkonferenz braucht Vertrauen. Niemand öffnet gern einen unfertigen Text, wenn er Angst vor Spott hat. Deshalb gelten feste Regeln:

  1. Wertschätzung: Beginne mit einer gelungenen Stelle und begründe sie.
  2. Konkretheit: Sprich über genaue Textstellen, nicht über die Person.
  3. Kriterienorientierung: Beziehe Dich auf das Schreibziel und die Textsorte.
  4. Fragen: Stelle Verständnisfragen, bevor Du urteilst.
  5. Vorschlag: Gib mindestens eine umsetzbare Idee.
  6. Eigenverantwortung: Die Autorin oder der Autor entscheidet über Änderungen.
  7. Vertraulichkeit: Unfertige Texte werden nicht ohne Erlaubnis weitergegeben.


Hilfreiche Satzstarter

Ziel Satzstarter
Stärken benennen „Gelungen ist ..., weil ...“
Wirkung beschreiben „Auf mich wirkt die Stelle ..., weil ...“
Verständnis klären „Ich verstehe noch nicht, warum ...“
Genauigkeit fördern „Vielleicht könntest Du genauer erklären, wie ...“
Aufbau verbessern „Der Abschnitt könnte klarer werden, wenn ...“
Sprache verbessern „Dieses Wort könntest Du durch ... ersetzen, weil ...“
Entscheidung respektieren „Das ist ein Vorschlag. Du entscheidest, ob er zu Deinem Text passt.“


Kriterien für unterschiedliche Textsorten


Erzählung

Bei einer Erzählung prüft die Schreibkonferenz, ob die Geschichte verständlich und spannend ist. Wichtige Fragen sind: Gibt es eine Ausgangssituation? Werden Figuren und Ort anschaulich? Steigert sich die Handlung? Gibt es einen Höhepunkt? Passt der Schluss? Sind Gefühle, Gedanken und Handlungen nachvollziehbar? Die Sprache darf lebendig sein. Wörtliche Rede, treffende Verben und abwechslungsreiche Satzanfänge können die Wirkung verbessern.


Bericht

Ein Bericht soll sachlich und genau informieren. Die Gruppe prüft, ob die W-Fragen beantwortet werden: Wer war beteiligt? Was ist passiert? Wann und wo ist es passiert? Wie ist es passiert? Warum ist es passiert? Außerdem achtet sie auf sachliche Sprache, richtige Reihenfolge und passende Zeitform. Wertende Wörter wie „super“, „schrecklich“ oder „total langweilig“ passen meistens nicht in einen sachlichen Bericht.


Beschreibung

Eine Beschreibung soll so genau sein, dass sich Leserinnen und Leser eine Person, einen Gegenstand, ein Bild, einen Vorgang oder einen Ort vorstellen können. Die Schreibkonferenz achtet auf Ordnung, passende Fachwörter, Genauigkeit und Verständlichkeit. Hilfreich ist eine sinnvolle Reihenfolge, zum Beispiel von außen nach innen, von oben nach unten oder vom Allgemeinen zum Besonderen.


Argumentation

Eine Argumentation soll überzeugen. Die Gruppe prüft, ob eine klare These vorhanden ist, ob die Argumente sinnvoll geordnet sind und ob es Beispiele oder Belege gibt. Außerdem achtet sie darauf, ob Gegenargumente fair aufgenommen werden und ob der Schluss die eigene Position stärkt. Eine Argumentation wird besser, wenn Behauptungen begründet und allgemeine Aussagen durch konkrete Beispiele gestützt werden.


Häufige Probleme und Lösungen

Problem Mögliche Ursache Lösung
Die Rückmeldung bleibt zu allgemein. Die Gruppe hat keine Kriterien. Einen kurzen Kriterienkatalog verwenden und nur zwei Schwerpunkte wählen.
Die Autorin oder der Autor verteidigt jede Stelle. Feedback wird als Angriff erlebt. Zuerst zuhören, Rückfragen stellen und danach selbst entscheiden.
Die Gruppe verbessert nur Rechtschreibung. Überarbeitung wird mit Fehlerkorrektur verwechselt. Zuerst Inhalt, Aufbau und Wirkung prüfen, danach Sprachrichtigkeit.
Eine Person spricht die ganze Zeit. Rollen sind unklar. Moderation einsetzen und Redeanteile bewusst verteilen.
Es gibt zu viele Hinweise. Die Gruppe will alles gleichzeitig verbessern. Drei wichtigste Überarbeitungspunkte auswählen.
Kommentare wirken verletzend. Feedbackregeln fehlen. Satzstarter nutzen und Kritik immer textbezogen formulieren.


Digitale Schreibkonferenz

Eine digitale Schreibkonferenz kann in einem gemeinsamen Dokument, in einem Lernmanagementsystem oder mit Kommentarfunktionen stattfinden. Sie eignet sich besonders, wenn Texte länger sind oder wenn die Gruppe zeitversetzt arbeitet. Digitale Kommentare haben Vorteile: Sie bleiben sichtbar, können beantwortet werden und lassen sich in der Überarbeitung Schritt für Schritt abarbeiten. Gleichzeitig braucht digitale Zusammenarbeit klare Regeln. Nutze keine beleidigenden Kommentare, lösche nicht ungefragt fremde Texte und achte darauf, keine persönlichen Daten zu veröffentlichen.

Digitale Schreibkonferenzen fördern auch Medienkompetenz. Du lernst, konstruktiv online zu kommunizieren, Versionen zu vergleichen und Änderungen nachvollziehbar zu machen. Besonders hilfreich ist ein Versionsverlauf, weil Du sehen kannst, wie sich der Text entwickelt hat. So wird sichtbar: Schreiben ist ein Prozess aus Entscheidungen.


Differenzierung und Unterstützung

Eine Schreibkonferenz kann an unterschiedliche Lernstände angepasst werden. Wenn Du noch unsicher bist, helfen kurze Texte, klare Rollen, Satzstarter und wenige Kriterien. Fortgeschrittene Gruppen können mehrere Textversionen vergleichen, digitale Kommentare nutzen oder gezielt an Stil, Argumentationsqualität und Textwirkung arbeiten. Für Lernende mit Deutsch als Zweitsprache können Wortlisten, Beispielsätze, Vorlesephasen und Visualisierungen hilfreich sein. Auch stille Verfahren wie Textlupe oder schriftliche Randkommentare können entlasten, wenn das mündliche Gespräch noch schwerfällt.


Mini-Leitfaden für die Praxis


Kurzablauf für eine Unterrichtsstunde

  1. Vorbereitung: Textentwurf, Kriterienbogen und Rollenkarte bereitlegen.
  2. Schreibziel: Autorin oder Autor erklärt Textsorte und Ziel.
  3. Lesephase: Text vorlesen oder still lesen.
  4. Erste Rückmeldung: Stärken und Wirkung beschreiben.
  5. Kriterienprüfung: Zwei oder drei Schwerpunkte bearbeiten.
  6. Notizen: Hinweise im Text oder auf dem Rückmeldebogen festhalten.
  7. Überarbeitung: Autorin oder Autor erstellt eine neue Fassung.
  8. Reflexion: Wichtigste Änderung und Grund dafür notieren.


Rückmeldebogen für Lernende

Bereich Das ist gelungen Das könnte verbessert werden Vorschlag
Inhalt
Aufbau
Sprache
Wirkung auf Leserinnen und Leser
Rechtschreibung und Zeichensetzung


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist das Hauptziel einer Schreibkonferenz? (Einen Text durch konstruktive Rückmeldungen verbessern) (!Einen Text möglichst schnell abschreiben) (!Nur die Rechtschreibfehler zählen) (!Die Autorin oder den Autor bewerten)




In welcher Phase des Schreibprozesses ist eine Schreibkonferenz besonders sinnvoll? (Nach einer ersten Rohfassung) (!Vor jeder Ideensammlung) (!Erst nach der endgültigen Abgabe) (!Nur während einer Klassenarbeit)




Welche Aussage beschreibt gutes Feedback am besten? (Es ist konkret, begründet und hilfreich) (!Es ist möglichst kurz und ohne Erklärung) (!Es bewertet die Person statt des Textes) (!Es nennt nur Fehler ohne Vorschläge)




Wer entscheidet am Ende, welche Vorschläge übernommen werden? (Die Autorin oder der Autor) (!Die lauteste Person in der Gruppe) (!Nur die Lehrkraft) (!Die Korrektur-Lupe allein)




Welche Frage passt besonders gut zur Überarbeitung des Aufbaus? (Ist die Reihenfolge der Gedanken logisch?) (!Sind alle Wörter in derselben Farbe geschrieben?) (!Ist der Text möglichst lang?) (!Wurde jede Zeile nummeriert?)




Was bedeutet Revision beim Schreiben? (Gezielte Überarbeitung eines Textes) (!Reines Abschreiben ohne Änderungen) (!Vorlesen ohne Rückmeldung) (!Bewertung durch eine Note)




Welche Rolle achtet besonders auf Ablauf und Gesprächsregeln? (Moderatorin oder Moderator) (!Höhepunkt) (!Wörterbuch) (!Randnotiz)




Warum beginnt eine Schreibkonferenz oft mit positiven Rückmeldungen? (Damit Vertrauen entsteht und Stärken sichtbar werden) (!Damit keine Verbesserungen mehr nötig sind) (!Damit die Gruppe schneller fertig ist) (!Damit die Fehler unwichtig werden)




Welche Rückmeldung ist am hilfreichsten? (Die Einleitung macht neugierig, weil sofort ein Konflikt entsteht) (!Der Text ist irgendwie komisch) (!Das ist falsch) (!Mach alles neu)




Was sollte bei einer digitalen Schreibkonferenz beachtet werden? (Faire Kommentare und Datenschutz) (!Fremde Texte ungefragt löschen) (!Kommentare ohne Begründung schreiben) (!Persönliche Daten veröffentlichen)





Memory

Schreibprozess Planen formulieren überarbeiten
Schreibkonferenz Kooperative Textberatung
Autorin oder Autor Entscheidet über Änderungen
Rückmeldung Konkrete Hinweise zum Text
Kriterienkatalog Gemeinsamer Maßstab
Adressatenbezug Wirkung auf Leserinnen und Leser
Revision Gezielte Überarbeitung
Textlupe Schriftliche Rückmeldeform





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Vorbereitung Textentwurf und Kriterien bereitlegen
Vorlesen Autorin oder Autor präsentiert den Text
Verstehen Gruppe stellt klärende Fragen
Beraten Gruppe gibt konkrete Rückmeldungen
Überarbeiten Autorin oder Autor entscheidet und verbessert




...


Kreuzworträtsel

Feedback Wie heißt eine Rückmeldung, die beim Verbessern eines Textes hilft?
Entwurf Wie heißt eine erste Fassung eines Textes?
Kriterien Wie nennt man Maßstäbe, nach denen ein Text geprüft wird?
Revision Wie heißt die gezielte Überarbeitung eines Textes?
Adressat Wie nennt man die Person, für die ein Text gedacht ist?
Kohärenz Wie heißt der sinnvolle Zusammenhang eines Textes?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Eine Schreibkonferenz ist eine Form der kooperativen

. Sie wird während des

eingesetzt. Im Mittelpunkt steht nicht die Note, sondern die

des Textes. Die Autorin oder der Autor liest den

vor. Die Gruppe hört zuerst auf Verständlichkeit und

. Gute Rückmeldungen sind wertschätzend und

. Ein Kriterienkatalog hilft, Inhalt, Aufbau und

gezielt zu prüfen. Danach entscheidet die schreibende Person selbst über jede

. Am Ende entsteht eine überarbeitete

. Durch die Reflexion wächst die eigene

.
}




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Stärken markieren: Wähle einen eigenen kurzen Text und markiere drei Stellen, die bereits gelungen sind. Schreibe zu jeder Stelle einen Satz, warum sie wirkt.
  2. Feedback-Satzstarter: Formuliere zehn höfliche Satzstarter für Rückmeldungen, die Du in einer Schreibkonferenz verwenden kannst.
  3. Textziel klären: Schreibe zu einem Textentwurf auf, welche Textsorte vorliegt, für wen der Text gedacht ist und welche Wirkung er haben soll.
  4. Mini-Konferenz: Führe mit einer Partnerin oder einem Partner eine fünfminütige Schreibkonferenz zu einem Absatz durch und notiere zwei Verbesserungsvorschläge.


Standard

  1. Kriterienkatalog erstellen: Entwickle für eine Erzählung, einen Bericht oder eine Argumentation einen Kriterienkatalog mit mindestens sechs prüfbaren Punkten.
  2. Rückmeldebogen nutzen: Lies den Text einer Mitschülerin oder eines Mitschülers und fülle einen Rückmeldebogen mit Stärken, Fragen und Vorschlägen aus.
  3. Text überarbeiten: Überarbeite eine Rohfassung anhand von mindestens drei Rückmeldungen und kennzeichne alle Änderungen.
  4. Reflexion schreiben: Verfasse nach der Überarbeitung einen kurzen Reflexionstext: Welche Rückmeldung war am hilfreichsten und warum?


Schwer

  1. Schreibkonferenz moderieren: Plane und moderiere eine Schreibkonferenz in einer Kleingruppe. Achte auf Rollen, Zeit, Gesprächsregeln und Ergebnissicherung.
  2. Vorher-Nachher-Analyse: Vergleiche Rohfassung und überarbeitete Fassung eines Textes. Erkläre, wie sich Inhalt, Aufbau, Sprache und Wirkung verändert haben.
  3. Digitale Schreibkonferenz: Organisiere eine digitale Schreibkonferenz mit Kommentarfunktion und Versionsvergleich. Werte anschließend aus, welche digitalen Rückmeldungen besonders nützlich waren.
  4. Methodenvergleich: Vergleiche Schreibkonferenz, Textlupe und Lehrkraftkorrektur. Beurteile, für welche Lernziele welche Methode besonders geeignet ist.



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Lernkontrolle

  1. Transfer auf Textsorten: Du sollst eine Schreibkonferenz zu einer Argumentation durchführen. Entwickle einen Ablauf, der sich deutlich von einer Schreibkonferenz zu einer Erzählung unterscheidet, und begründe Deine Anpassungen.
  2. Feedback beurteilen: Vergleiche drei fiktive Rückmeldungen: „Gut“, „Der Schluss ist unklar“ und „Der Schluss könnte klarer werden, wenn Du Deine wichtigste Begründung noch einmal aufgreifst“. Erkläre, welche Rückmeldung am lernwirksamsten ist.
  3. Überarbeitung begründen: Du bekommst den Hinweis, dass Dein Text keinen roten Faden hat. Beschreibe drei mögliche Überarbeitungsschritte und erkläre, wie sie den Text verbessern.
  4. Rollen reflektieren: Erkläre, warum Rollen in einer Schreibkonferenz nicht nur Ordnung schaffen, sondern auch die Qualität der Rückmeldungen verbessern können.
  5. Konflikt lösen: In einer Gruppe widersprechen sich zwei Feedbacks. Entwickle eine sinnvolle Entscheidungsstrategie für die Autorin oder den Autor.
  6. Digitale Verantwortung: Entwickle Regeln für eine digitale Schreibkonferenz, die sowohl die Textqualität als auch den respektvollen Umgang schützen.
  7. Lernprozess erklären: Begründe, warum das Geben von Feedback die eigene Schreibkompetenz verbessern kann, obwohl man dabei zunächst einen fremden Text liest.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe erklärst, sondern eine Schreibkonferenz praktisch durchführen und auswerten kannst. Geeignet ist ein Portfolio mit folgenden Bestandteilen:

  1. Textentwurf: Eine eigene Rohfassung mit klarem Schreibziel und benannter Textsorte.
  2. Kriterienkatalog: Ein passender Kriterienbogen, der Inhalt, Aufbau, Sprache, Wirkung und Sprachrichtigkeit berücksichtigt.
  3. Rückmeldungen: Dokumentierte Rückmeldungen aus einer Schreibkonferenz, zum Beispiel als Bogen, Randnotiz oder digitaler Kommentar.
  4. Überarbeitete Fassung: Eine zweite Textfassung, in der wesentliche Änderungen sichtbar oder beschrieben sind.
  5. Reflexion: Eine Begründung, welche Hinweise übernommen, verändert oder verworfen wurden.
  6. Feedbackkompetenz: Ein Beispiel für eine eigene hilfreiche Rückmeldung zu einem fremden Text.
  7. Selbsteinschätzung: Eine kurze Einschätzung, was Du beim nächsten Schreibprozess anders machen möchtest.




OERs zum Thema



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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
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Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

Niedersachsen

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  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

Nordrhein-Westfalen

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
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  1. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
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Sachsen (berufliches Gymnasium)

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Irrungen, Wirrungen - Theodor Fontane
  4. Der gute Mensch von Sezuan - Bertolt Brecht
  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
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  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Themenfelder)

Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

Schleswig-Holstein

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Recht/Gerechtigkeit und historische Tiefenschichten eines Ortes – umgesetzt über Drama und Gegenwartsroman.

Thüringen

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  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool)

Abitur In der Praxis häufig Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool; landesweite Einzeltitel je nach Vorgabe/Handreichung nicht einheitlich ausgewiesen.

Mecklenburg-Vorpommern

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  1. (Quelle aktuell technisch nicht abrufbar; Beteiligung am gemeinsamen Aufgabenpool bekannt)

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Rheinland-Pfalz

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