Eine Melodie mit Variation schreiben 2


Eine Melodie mit Variation schreiben 2
Einleitung
Eine Melodie mit Variation zu schreiben bedeutet: Du entwickelst eine erkennbare musikalische Idee weiter, ohne sie vollständig zu verlieren. Eine Variation ist also keine völlig neue Komposition, sondern eine veränderte Wiederholung eines Themas. Sie kann den Rhythmus, die Tonhöhe, die Tonart, die Harmonie, die Dynamik, die Artikulation, die Begleitung oder die Form verändern. Wichtig ist immer das Verhältnis von Wiedererkennen und Überraschung.
Bei diesem aiMOOC komponierst Du Schritt für Schritt ein kurzes musikalisches Thema und gestaltest daraus mehrere Variationen. Du lernst, wie ein Motiv entsteht, wie aus einem Motiv eine Melodie wird und wie Du Deine Idee durch rhythmische, melodische, harmonische und klangliche Veränderungen weiterentwickeln kannst. Die Beispiele sind so angelegt, dass Du sie lesen, singen, spielen, hören, verändern und in eigene Kompositionen übertragen kannst.

Das bekannte Thema von „Ah! vous dirai-je, maman“, das in vielen Ländern auch mit „Twinkle, Twinkle, Little Star“ verbunden ist, eignet sich gut, um das Prinzip der Variation zu verstehen: Eine einfache, klar gegliederte Melodie wird wiederholt und jeweils verändert.

Wolfgang Amadeus Mozart schrieb über dieses Thema ein bekanntes Variationenwerk. Schon daran sieht man: Eine gute Variation lebt nicht nur von neuen Noten, sondern von einer bewussten kompositorischen Entscheidung.
Datei:KV.265 12 Variations on Ah vous dirai-je, Maman Mozart JMC, Han.ogg
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, was eine Variation in der Musik ist. Du kannst ein kurzes Motiv zu einer Melodie ausbauen, eine Melodie analysieren, mindestens drei Variationstechniken unterscheiden und eigene Variationen notieren, aufführen und reflektieren.
| Kompetenzbereich | Das kannst Du am Ende |
|---|---|
| Musik hören | Du erkennst, welche Teile einer Melodie gleich bleiben und welche verändert werden. |
| Musiktheorie | Du verwendest Fachbegriffe wie Motiv, Phrase, Sequenz, Kadenz, Diminution und Augmentation sinnvoll. |
| Komposition | Du schreibst eine eigene Grundmelodie und entwickelst daraus mehrere Variationen. |
| Musikpraxis | Du singst, spielst oder produzierst Deine Variation und verbesserst sie durch Hören. |
| Reflexion | Du begründest Deine Entscheidungen und gibst anderen hilfreiches Feedback. |
Grundwissen: Was macht eine Melodie aus?
Eine Melodie ist eine gestaltete Folge von Tönen. Sie ist mehr als eine zufällige Aneinanderreihung: Sie hat Richtung, Rhythmus, Spannung, Entspannung und oft einen wiedererkennbaren Kern. Dieser Kern heißt Motiv. Ein Motiv kann aus wenigen Tönen bestehen, zum Beispiel aus einem aufsteigenden Dreiton, einem auffälligen Rhythmus oder einer charakteristischen Tonwiederholung.
Eine Melodie wirkt besonders einprägsam, wenn sie eine klare Kontur besitzt. Die Kontur beschreibt den Verlauf der Tonhöhen: steigt die Melodie, fällt sie, springt sie oder bewegt sie sich schrittweise? Außerdem braucht eine Melodie eine sinnvolle Phrasierung. Eine Phrase ist ein musikalischer Sinnabschnitt, vergleichbar mit einem Satzteil in der Sprache. Viele einfache Melodien bestehen aus einer Fragephrase und einer Antwortphrase.
Bausteine einer schultauglichen Melodie
- Motiv: Eine kurze musikalische Idee, die wiedererkannt werden kann.
- Rhythmus: Die zeitliche Gestalt aus langen und kurzen Tönen.
- Metrum: Der regelmäßige Puls, in dem die Melodie steht.
- Takt: Die Ordnung der Schläge, zum Beispiel Vier-Viertel-Takt oder Drei-Viertel-Takt.
- Tonart: Der tonale Rahmen, zum Beispiel C-Dur oder a-Moll.
- Ambitus: Der Tonumfang zwischen tiefstem und höchstem Ton.
- Kadenz: Eine harmonische Schlusswirkung, die Stabilität erzeugt.
- Phrase: Ein musikalischer Abschnitt mit Anfang, Verlauf und Ziel.
- Wiederholung: Ein Mittel, um Verständlichkeit und Wiedererkennung zu schaffen.
- Kontrast: Ein Mittel, um Spannung, Abwechslung und Ausdruck zu erzeugen.
Notenbeispiel: Ein einfaches Grundthema
Das folgende Thema besteht aus vier Takten in C-Dur. Es bewegt sich überwiegend schrittweise, enthält einen kleinen Sprung und endet ruhig. Es eignet sich als Ausgangspunkt für Variationen, weil es kurz, übersichtlich und klar gegliedert ist.

Diese Melodie kann man als Form A verstehen. Wenn Du sie variierst, entstehen zum Beispiel A' und A . Die Apostrophe zeigen: Die neue Fassung gehört noch zum Thema, ist aber verändert.
Analyse des Grundthemas
| Merkmal | Beobachtung | Wirkung |
|---|---|---|
| Tonart | Die Melodie steht in C-Dur. | Sie wirkt hell, einfach und stabil. |
| Takt | Sie steht im Vier-Viertel-Takt. | Sie lässt sich gut zählen und begleiten. |
| Motiv | Der Anfang steigt von c über d und e nach g. | Der Beginn wirkt zielgerichtet und merkbar. |
| Rhythmus | Meist Viertelnoten, einmal eine Halbe. | Die Melodie wirkt ruhig und klar. |
| Phrasierung | Zwei kurze Sinnabschnitte. | Frage und Antwort sind gut erkennbar. |
| Schlusswirkung | Der Zielton e bleibt offen, kann aber mit C-Dur begleitet werden. | Es entsteht eine leichte Fortsetzungswirkung. |
Grundwissen: Was ist eine Variation?
Eine Variation verändert ein musikalisches Thema. Dabei kann das Thema in seiner Struktur erhalten bleiben oder stärker umgestaltet werden. In vielen Variationsformen bleibt die Länge des Themas gleich, während Oberfläche, Rhythmus, Begleitung oder Ausdruck verändert werden. Eine Variation ist besonders überzeugend, wenn Hörerinnen und Hörer gleichzeitig denken: Das kenne ich wieder und Das klingt neu.

Diese Abbildung zeigt eine einfache Melodie als Ausgangsmaterial. Sie kann durch zusätzliche Durchgangsnoten, Annäherungsnoten oder rhythmische Veränderungen lebendiger gestaltet werden.
In dieser Variante wird die Grundlinie ausgeschmückt. Die wichtigsten Zieltöne bleiben erkennbar, aber der Weg dorthin ist bewegter. Genau dieses Prinzip ist für viele Variationen wichtig: Die tragenden Töne bleiben, die Bewegung dazwischen verändert sich.
Wichtige Variationstechniken
| Technik | Beschreibung | Beispielhafte Wirkung |
|---|---|---|
| Rhythmische Variation | Die Tonhöhen bleiben ähnlich, aber Notenwerte, Pausen oder Betonungen ändern sich. | Die Melodie wirkt bewegter, tänzerischer oder energischer. |
| Melodische Variation | Die Tonhöhen werden verändert, ergänzt, umspielt oder in anderer Richtung geführt. | Die Melodie klingt neu, bleibt aber über Kerntöne erkennbar. |
| Diminution | Lange Noten werden in kleinere Notenwerte aufgeteilt. | Die Musik wirkt schneller, verzierter und fließender. |
| Augmentation | Notenwerte werden verlängert. | Die Musik wirkt ruhiger, breiter oder feierlicher. |
| Sequenz | Ein Motiv wird auf einer anderen Tonhöhe wiederholt. | Die Musik erhält Richtung und Steigerung. |
| Umkehrung | Bewegungsrichtungen werden gespiegelt: aufwärts wird abwärts. | Die Melodie klingt verwandt, aber überraschend. |
| Ornamentik | Verzierungen, Durchgangsnoten oder Nebennoten werden eingefügt. | Die Melodie wirkt geschmückt und virtuoser. |
| Reharmonisierung | Die Melodie erhält andere Akkorde. | Die Stimmung verändert sich, obwohl viele Melodietöne gleich bleiben. |
| Dynamische Variation | Lautstärkeverlauf und Akzente ändern sich. | Die Melodie wirkt dramatischer, zarter oder spannungsvoller. |
| Instrumentation | Die Melodie wird von anderen Instrumenten oder Klangfarben gespielt. | Der Charakter verändert sich durch Klang. |
Noten- und Hörwerkstatt
In dieser Werkstatt siehst Du, wie aus einem Thema mehrere Variationen entstehen. Spiele oder singe die Beispiele, vergleiche sie und beschreibe jeweils, was gleich geblieben ist.
Grundthema A

Gleich bleibt: Tonart, Takt, Länge und Grundbewegung. Dieses Thema ist die Grundlage für alle folgenden Varianten.
Variation A': Rhythmische Veränderung

Hier bleiben viele Zieltöne gleich, aber die Notenwerte werden kleinteiliger. Dadurch wirkt die Melodie aktiver. Diese Technik eignet sich gut für Pop, Tanzmusik, Filmmusik und improvisierte Musik.
Variation A: Melodische Ausschmückung

Hier werden Zwischentöne eingefügt. Die tragenden Töne des Themas sind noch erkennbar, aber die Linie wird flüssiger. So entsteht eine einfache Form der Ornamentik.
Variation A: Wechsel nach Moll

Die Form bleibt ähnlich, aber die Tonart wechselt nach c-Moll. Dadurch verändert sich der Ausdruck deutlich. Diese Technik zeigt, dass Variation nicht nur aus mehr Noten besteht, sondern auch aus einer neuen musikalischen Stimmung.
Variation durch Sequenzierung

Bei einer Sequenz wird ein Motiv auf einer anderen Tonhöhe wiederholt. Dadurch entsteht eine deutliche Steigerung. Sequenzen sind besonders hilfreich, wenn eine Melodie länger werden soll, ohne beliebig zu wirken.
Variation mit Begleitung

Eine Begleitung verändert die Wirkung einer Melodie stark. Schon einfache Basstöne können das Thema stabilisieren, öffnen oder in eine neue Richtung lenken. In der Schule kann eine Bassbegleitung zunächst aus Grundtönen der Akkorde bestehen.
Variation mit Textsilben

Wenn eine Melodie gesungen wird, beeinflussen Silbe, Sprache, Betonung und Atem die Komposition. Eine Variation kann auch dadurch entstehen, dass Du andere Worte, andere Betonungen oder andere Pausen verwendest.
Kompakte Unterrichtsnotation

Dieses kurze Beispiel zeigt dieselbe Grundidee in einer kompakten Schreibweise. Für den Unterricht kann das nützlich sein, wenn eine Klasse schnell musikalische Ideen festhalten, vergleichen und verändern möchte.
Form A, A' und A in einem Ablauf

So kann ein kleines Variationsstück aufgebaut sein. Die Grundform bleibt übersichtlich, aber jede Wiederholung erhält eine neue Aufgabe.
Schritt für Schritt: Eine eigene Melodie mit Variation schreiben
Eine gute Komposition entsteht selten durch Zufall. Du kannst sie planen, ausprobieren, hören und überarbeiten. Die folgenden Schritte helfen Dir dabei.
Schritt 1: Erfinde ein Motiv
Beginne mit drei bis fünf Tönen. Ein Motiv sollte kurz genug sein, um es sofort zu wiederholen, und auffällig genug, um es wiederzuerkennen. Nutze zum Beispiel eine aufsteigende Linie, einen Sprung, eine Tonwiederholung oder einen markanten Rhythmus.

Schritt 2: Baue eine Phrase
Erweitere Dein Motiv zu einer Phrase. Frage Dich: Wo ist der Höhepunkt? Wo endet die Phrase? Braucht sie eine Antwort?

Schritt 3: Lege ein Variationsziel fest
Wähle nicht zufällig viele Veränderungen gleichzeitig. Entscheide zuerst, welche Wirkung Deine Variation haben soll. Soll sie tänzerischer, trauriger, feierlicher, schneller, geheimnisvoller oder dramatischer werden? Danach wählst Du passende Mittel.
| Gewünschte Wirkung | Geeignete Veränderung | Mögliche Technik |
|---|---|---|
| Bewegter | Kürzere Notenwerte | Diminution |
| Ruhiger | Längere Notenwerte | Augmentation |
| Trauriger | Wechsel nach Moll | Tongeschlecht |
| Spannender | Wiederholung auf anderer Tonhöhe | Sequenz |
| Glänzender | Verzierungen und Durchgangsnoten | Ornamentik |
| Moderner | Andere Akkorde | Reharmonisierung |
Schritt 4: Verändere nur einige Merkmale
Eine Variation wirkt oft stärker, wenn nicht alles gleichzeitig verändert wird. Lasse zum Beispiel Takt, Länge und Anfangsmotiv gleich, aber ändere Rhythmus und Begleitung. Oder behalte die Harmonien, aber verändere die Melodieoberfläche.
Schritt 5: Höre, vergleiche und überarbeite
Spiele zuerst das Thema, dann die Variation. Stelle Dir danach drei Fragen: Ist das Thema noch erkennbar? Hat die Variation eine eigene Wirkung? Gibt es Stellen, die unklar, zu voll oder zu leer klingen? Gute Komposition bedeutet auch, Material wegzulassen.
Gestaltungsmittel im Detail
Rhythmische Variation
Bei einer rhythmischen Variation bleiben viele Tonhöhen erhalten, aber ihre zeitliche Gestalt ändert sich. Du kannst Notenwerte verkürzen, verlängern, Pausen einfügen, Synkopen verwenden oder Betonungen verschieben. Rhythmische Variation ist besonders wirksam, weil sie die Energie einer Melodie sofort verändert.
Übungsimpuls: Klatsche zuerst den Rhythmus des Grundthemas. Erfinde dann eine zweite Fassung mit mehr Achtelnoten und eine dritte Fassung mit längeren Noten. Singe anschließend dieselben Tonhöhen mit den drei Rhythmen.
Melodische Variation
Bei einer melodischen Variation veränderst Du die Tonhöhen. Dabei solltest Du zwischen tragenden Tönen und Fülltönen unterscheiden. Tragende Töne sind oft Anfangstöne, Zieltöne, lange Töne oder Töne auf betonten Zählzeiten. Fülltöne verbinden diese tragenden Töne.
Übungsimpuls: Markiere in Deiner Melodie die wichtigsten Zieltöne. Verändere zuerst nur die Töne zwischen diesen Zielpunkten. So bleibt der Zusammenhang hörbar.
Harmonische Variation
Eine harmonische Variation verändert die Akkorde unter einer Melodie. Eine einfache Melodie in C-Dur kann zum Beispiel mit C-Dur, F-Dur und G-Dur begleitet werden. Wenn Du andere passende Akkorde wählst, verändert sich die Stimmung. In Jazz, Popmusik und Filmmusik ist diese Technik sehr wichtig.
Übungsimpuls: Begleite dieselbe Melodie einmal nur mit C-Dur, dann mit C-Dur, a-Moll, F-Dur und G-Dur. Beschreibe, welche Fassung heller, ruhiger oder spannender wirkt.
Klangliche Variation
Die gleiche Melodie klingt anders, wenn sie gesungen, gepfiffen, auf einem Klavier gespielt, mit einer Flöte, einer Gitarre oder einem digitalen Klang erzeugt wird. Auch Instrumentation, Register, Artikulation und Dynamik gehören zur Variation.
Übungsimpuls: Spiele oder produziere Dein Thema mit zwei unterschiedlichen Klangfarben. Schreibe auf, welche Version besser zu welcher Stimmung passt.
Formale Variation
Eine Variation kann auch die Form verändern. Du kannst die Melodie verlängern, einen Zwischenteil einfügen, ein Echo schreiben oder eine Frage-Antwort-Struktur gestalten. Wichtig ist, dass die Form für Hörende nachvollziehbar bleibt.
Übungsimpuls: Schreibe eine Version Deines Themas als Echo: Ein Instrument oder eine Stimme beginnt, ein zweites antwortet leiser oder höher.
Hörbeispiele und Erklärvideos
Die folgenden Videos helfen Dir, Formprinzipien, motivische Arbeit und Variationstechniken hörend zu verstehen. Achte beim Anschauen nicht nur auf die Erklärungen, sondern auch darauf, wie Beispiele wiederholt, verändert und verglichen werden.
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Kompositionsplan für den Unterricht
Ein guter Arbeitsplan hilft Dir, nicht bei einer zufälligen Melodie stehenzubleiben. Nutze die folgende Tabelle als Kompositionsprotokoll.
| Phase | Leitfrage | Ergebnis |
|---|---|---|
| Idee | Welches kurze Motiv ist mein Ausgangspunkt? | Zwei bis vier Töne oder ein auffälliger Rhythmus |
| Thema | Wie wird aus dem Motiv eine vollständige Phrase? | Vier oder acht Takte |
| Analyse | Welche Töne, Rhythmen und Abschnitte sind besonders wichtig? | Markierte Kerntöne und Phrasen |
| Variation 1 | Welche eine Technik verändere ich zuerst? | Zum Beispiel rhythmische Variation |
| Variation 2 | Welche zweite Wirkung möchte ich erreichen? | Zum Beispiel Moll, Sequenz oder Ornamentik |
| Überarbeitung | Was klingt überzeugend und was muss vereinfacht werden? | Verbesserte Endfassung |
| Präsentation | Wie erkläre ich mein Stück? | Vortrag, Aufnahme, Notation und Reflexion |
Kriterien für eine gelungene Variation
Eine Variation ist nicht automatisch besser, wenn sie möglichst kompliziert ist. Für die Schule ist besonders wichtig, dass Deine kompositorischen Entscheidungen hörbar, begründbar und aufführbar sind.
| Kriterium | Erkennbar an |
|---|---|
| Wiedererkennbarkeit | Das Anfangsmotiv, die Phrasenlänge oder wichtige Zieltöne bleiben erhalten. |
| Veränderung | Mindestens ein musikalisches Merkmal wurde bewusst verändert. |
| Zusammenhang | Die Variation klingt nicht zufällig, sondern aus dem Thema entwickelt. |
| Ausdruck | Die Variation hat eine eigene Stimmung oder Funktion. |
| Spielbarkeit | Die Melodie passt zum Instrument, zur Stimme oder zur verfügbaren Technik. |
| Notation | Tonhöhen, Rhythmus, Takt, Pausen und Wiederholungen sind verständlich notiert. |
| Reflexion | Du kannst erklären, was Du verändert hast und warum. |
Häufige Fehler und Lösungen
| Problem | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Die Variation klingt wie ein neues Stück. | Zu viele Merkmale wurden gleichzeitig verändert. | Behalte Anfangsmotiv, Länge oder Kerntöne bei. |
| Die Variation klingt fast gleich. | Nur eine sehr kleine Veränderung wurde vorgenommen. | Verändere zusätzlich Rhythmus, Lage oder Begleitung. |
| Die Melodie ist schwer singbar. | Sprünge sind zu groß oder unlogisch. | Verwende mehr Tonschritte und klare Zielpunkte. |
| Der Rhythmus wirkt unruhig. | Zu viele kurze Noten ohne Pausen. | Setze längere Noten an wichtigen Stellen. |
| Die Begleitung passt nicht. | Akkorde stehen nicht zu den Melodietönen. | Prüfe, ob betonte Melodietöne im Akkord vorkommen. |
| Die Form ist unklar. | Phrasen haben keine nachvollziehbaren Endpunkte. | Arbeite mit Wiederholung, Antwortphrase und Schlusswirkung. |
Mini-Projekt: Dein Variationsstück
Schreibe ein kurzes Stück in der Form Thema – Variation 1 – Variation 2. Das Thema soll vier oder acht Takte lang sein. Variation 1 verändert vor allem den Rhythmus. Variation 2 verändert zusätzlich Tonart, Lage, Begleitung, Dynamik oder Klangfarbe. Am Ende erklärst Du in drei bis fünf Sätzen, welche Entscheidungen Du getroffen hast.
Vorlage für Deine Planung
| Teil | Deine Entscheidung | Notizen |
|---|---|---|
| Thema | Tonart, Takt, Motiv | Welche Töne oder Rhythmen sollen wiedererkennbar bleiben? |
| Variation 1 | Rhythmus | Welche Notenwerte, Pausen oder Betonungen änderst Du? |
| Variation 2 | Ausdruck | Wie soll sich die Stimmung verändern? |
| Begleitung | Akkorde oder Bass | Welche Töne stabilisieren die Melodie? |
| Schluss | Kadenz oder Zielton | Wie merkt man, dass das Stück endet? |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist eine musikalische Variation? (Eine veränderte Wiederholung eines musikalischen Themas) (!Eine Pause zwischen zwei Liedteilen) (!Ein zufälliger Ton ohne Zusammenhang) (!Eine feste Lautstärke in einem Stück)
Was bleibt bei einer guten Variation oft erkennbar? (Das Ausgangsthema) (!Der Name des Komponisten) (!Die Raumgröße des Konzerts) (!Die Farbe des Notenpapiers)
Was beschreibt der Begriff Motiv in der Musik? (Eine kurze wiedererkennbare musikalische Idee) (!Eine vollständige Oper) (!Ein technisches Aufnahmegerät) (!Eine zufällige Geräuschfolge)
Welche Veränderung gehört zur rhythmischen Variation? (Notenwerte und Betonungen werden verändert) (!Das Notenpapier wird gedreht) (!Der Titel wird übersetzt) (!Die Instrumente werden gestimmt)
Was bedeutet Diminution in der Variationstechnik? (Längere Noten werden in kürzere Werte aufgeteilt) (!Eine Melodie wird vollständig gelöscht) (!Alle Töne werden gleich laut gespielt) (!Ein Stück wird ohne Takt notiert)
Was bedeutet Augmentation in der Variationstechnik? (Notenwerte werden verlängert) (!Ein Thema wird rückwärts geschrieben) (!Ein Akkord wird verboten) (!Ein Instrument wird ausgetauscht)
Was geschieht bei einer Sequenz? (Ein Motiv wird auf anderer Tonhöhe wiederholt) (!Ein Stück endet ohne Schluss) (!Eine Melodie verliert jeden Rhythmus) (!Ein Taktstrich wird unsichtbar)
Welche Wirkung kann ein Wechsel von Dur nach Moll haben? (Die Stimmung kann dunkler oder ernster wirken) (!Die Melodie wird automatisch schneller) (!Der Takt verschwindet vollständig) (!Alle Pausen werden zu Akkorden)
Was ist eine Reharmonisierung? (Die Begleitakkorde einer Melodie werden verändert) (!Die Melodie wird ohne Tonhöhe gesprochen) (!Der Notenschlüssel wird ausradiert) (!Das Stück wird nur lauter gespielt)
Warum ist Überarbeitung beim Komponieren wichtig? (Weil man durch Hören unklare Stellen verbessern kann) (!Weil jede erste Idee verboten ist) (!Weil Variationen immer länger sein müssen) (!Weil Noten ohne Kontrolle verschwinden)
Memory
| Thema | Ausgangsmelodie |
| Motiv | Kurze musikalische Idee |
| Diminution | Kürzere Notenwerte |
| Augmentation | Längere Notenwerte |
| Sequenz | Wiederholung auf anderer Tonhöhe |
| Reharmonisierung | Neue Begleitakkorde |
| Ornamentik | Verzierung einer Melodie |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Gestaltung |
|---|---|
| Rhythmische Variation | Notenwerte verändern |
| Melodische Variation | Tonhöhen verändern |
| Harmonische Variation | Akkorde verändern |
| Klangliche Variation | Instrumente verändern |
| Dynamische Variation | Lautstärke verändern |
| Formale Variation | Abschnittsaufbau verändern |
Kreuzworträtsel
| Thema | Wie heißt die musikalische Ausgangsidee einer Variation? |
| Motiv | Wie heißt ein kurzer wiedererkennbarer Baustein einer Melodie? |
| Rhythmus | Wie heißt die zeitliche Ordnung aus langen und kurzen Tönen? |
| Kadenz | Wie heißt eine typische harmonische Schlusswendung? |
| Sequenz | Wie heißt die Wiederholung eines Motivs auf anderer Tonhöhe? |
| Ornamentik | Wie nennt man das Ausschmücken einer Melodie mit Verzierungen? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Motiv erfinden: Erfinde ein Motiv aus drei bis fünf Tönen und singe oder spiele es dreimal hintereinander.
- Rhythmus verändern: Behalte die Tonhöhen Deines Motivs bei, aber schreibe eine zweite Fassung mit anderen Notenwerten.
- Melodie zeichnen: Zeichne die Kontur einer bekannten Melodie als Linie und beschreibe, wo sie steigt, fällt oder springt.
- Hörvergleich: Höre ein Thema und eine Variation und notiere drei Dinge, die gleich bleiben, und drei Dinge, die sich verändern.
Standard
- Vier-Takt-Thema schreiben: Schreibe eine Melodie aus vier Takten in einer Dur- oder Molltonart und markiere die wichtigsten Zieltöne.
- Variation entwickeln: Erstelle zu Deinem Thema eine rhythmische Variation und eine melodische Variation.
- Begleitung gestalten: Ergänze zu Deiner Melodie eine einfache Basslinie oder Akkordbegleitung mit Grundtönen.
- Partnerfeedback: Tausche Deine Variation mit einer anderen Person und gib Rückmeldung zu Wiedererkennbarkeit, Veränderung und Spielbarkeit.
Schwer
- Akkorde neu deuten: Schreibe zwei unterschiedliche Begleitungen zu derselben Melodie und beschreibe, wie sich der Ausdruck verändert.
- Diminution und Augmentation kombinieren: Gestalte eine Variation, in der ein Teil schneller und ein anderer Teil breiter wirkt.
- Klangfarbenprojekt: Produziere Dein Thema mit mindestens drei unterschiedlichen Klangfarben und erkläre die Wirkung.
- Variationsstück aufführen: Präsentiere Dein Stück in der Form Thema, Variation 1 und Variation 2 und erläutere Deine kompositorischen Entscheidungen.


Lernkontrolle
- Analyse einer Variation: Vergleiche ein Thema mit einer Variation und erkläre, welche musikalischen Merkmale erhalten bleiben und welche verändert wurden.
- Variation auf ein neues Material übertragen: Wende zwei Variationstechniken auf ein selbst gewähltes Liedmotiv an und begründe Deine Auswahl.
- Entscheidung begründen: Erkläre, warum Du bei Deiner eigenen Variation bestimmte Töne, Rhythmen oder Akkorde verändert hast.
- Hörurteil formulieren: Höre zwei Variationen derselben Melodie und bewerte, welche Variation das Thema besser erkennbar hält.
- Alternative entwerfen: Entwickle zu einer vorgegebenen Melodie eine Variation, die entweder feierlich, tänzerisch oder geheimnisvoll wirkt.
- Überarbeitung planen: Beschreibe an Deiner Komposition zwei Stellen, die Du verbessern würdest, und nenne konkrete musikalische Maßnahmen.
- Form erklären: Zeige, wie die Form Thema, Variation 1 und Variation 2 einen nachvollziehbaren musikalischen Ablauf bildet.
Lernnachweis
Für Deinen Lernnachweis reichst Du eine eigene Melodie mit mindestens zwei Variationen ein. Wichtig ist nicht nur das fertige Notenbild, sondern auch Deine Begründung.
- Grundthema: Eine eigene Melodie von vier bis acht Takten ist vollständig notiert oder aufgenommen.
- Variation 1: Eine erste Variation verändert vor allem Rhythmus, Notenwerte oder Pausen.
- Variation 2: Eine zweite Variation verändert zusätzlich Tonart, Begleitung, Lage, Dynamik, Klangfarbe oder Melodieoberfläche.
- Notation: Takt, Tonhöhen, Rhythmus, Pausen und Wiederholungen sind verständlich dargestellt.
- Aufführung: Das Stück wird gesungen, gespielt, digital produziert oder als Aufnahme präsentiert.
- Reflexion: Du erklärst, was gleich geblieben ist, was sich verändert hat und welche Wirkung Du erreichen wolltest.
- Feedback: Du nutzt Rückmeldungen aus der Lerngruppe und beschreibst mindestens eine Verbesserung.
OERs zum Thema
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