Eine Fantasiegeschichte schreiben - Schreibformen


Eine Fantasiegeschichte schreiben - Schreibformen
Einleitung
Eine Fantasiegeschichte ist eine frei erfundene Erzählung, in der Dinge geschehen dürfen, die in der alltäglichen Wirklichkeit nicht möglich sind. In einer solchen Geschichte können Magie, sprechende Tiere, verborgene Welten, Zeitreisen, geheimnisvolle Gegenstände oder unglaubliche Verwandlungen vorkommen. Trotzdem braucht auch eine Fantasiegeschichte eine klare Handlung, nachvollziehbare Figuren, einen spannenden Konflikt und einen passenden Schluss. Du lernst in diesem aiMOOC, wie Du aus einer Idee eine vollständige Geschichte entwickelst, welche Schreibformen Dir dabei helfen und wie Du Deinen Text überarbeitest.

Beim Schreiben einer Fantasiegeschichte verbindest Du Kreativität mit Textplanung. Eine gute Fantasiegeschichte entsteht nicht nur durch ungewöhnliche Einfälle, sondern auch durch eine verständliche Struktur, passende Sprache und eine bewusste Erzählperspektive. Besonders wichtig ist, dass Deine Leserinnen und Leser in die erfundene Welt eintauchen können. Dafür brauchst Du anschauliche Beschreibungen, lebendige Dialoge und eine Spannungskurve, die auf einen Höhepunkt zuläuft.
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Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, was eine Fantasiegeschichte auszeichnet. Du kannst aus Bildern, Reizwörtern, Fragen oder eigenen Ideen einen Schreibplan entwickeln. Du kannst eine Geschichte mit Einleitung, Hauptteil und Schluss schreiben, eine passende Erzählperspektive wählen und Deine Geschichte mithilfe von Kriterien überarbeiten. Außerdem erkennst Du verschiedene Schreibformen im Deutschunterricht und kannst sie für eigene Texte nutzen.
Was ist eine Fantasiegeschichte?
Eine Fantasiegeschichte gehört zu den erzählenden Schreibformen. Sie erzählt ein erfundenes Geschehen. Anders als bei einem Bericht oder einer Beschreibung steht nicht die sachliche Information im Vordergrund, sondern ein spannendes Erlebnis in einer erfundenen Welt. Anders als bei einer reinen Nacherzählung erfindest Du Figuren, Orte und Ereignisse selbst oder gestaltest sie frei weiter.
Wichtige Merkmale
- Fiktion: Die Geschichte ist erfunden und muss nicht real passiert sein.
- Fantastik: Mindestens ein wichtiges Element überschreitet die Grenzen der normalen Wirklichkeit.
- Figur: Eine Hauptfigur erlebt ein Problem, eine Aufgabe, eine Begegnung oder eine Veränderung.
- Handlung: Die Ereignisse folgen einer erkennbaren Reihenfolge und treiben die Geschichte voran.
- Spannung: Die Leserinnen und Leser möchten wissen, wie es weitergeht.
- Sprache: Treffende Verben, Adjektive, Sinneseindrücke und Dialoge machen die Geschichte lebendig.
- Schluss: Das Ende löst den wichtigsten Konflikt oder lässt bewusst eine geheimnisvolle Frage offen.
Fantasie und Logik gehören zusammen
Auch wenn in einer Fantasiegeschichte fast alles möglich ist, sollte die Geschichte innerhalb ihrer eigenen Welt logisch bleiben. Wenn ein Drache nur bei Mondlicht fliegen kann, sollte er nicht plötzlich am Mittag davonfliegen, ohne dass Du eine Erklärung gibst. Wenn eine Figur Angst vor Wasser hat, sollte diese Angst in wichtigen Momenten eine Rolle spielen. Die Fantasie darf groß sein, aber die Zusammenhänge müssen für die Lesenden verständlich bleiben.
Schreibformen im Überblick
Im Deutschunterricht begegnen Dir verschiedene Schreibformen. Viele davon können als Ausgangspunkt für eine Fantasiegeschichte dienen. Der Begriff Schreibform meint hier eine typische Art, einen Text zu planen und zu gestalten.
| Schreibform | Ausgangspunkt | So kann daraus eine Fantasiegeschichte entstehen |
|---|---|---|
| Bildgeschichte | Ein Bild oder mehrere Bilder | Du entdeckst in einem Bild ein magisches Detail und erzählst, was davor, währenddessen und danach geschieht. |
| Reizwortgeschichte | Vorgegebene Wörter | Du verbindest alle Reizwörter zu einer Handlung mit fantastischem Problem und überraschender Lösung. |
| Fortsetzungsgeschichte | Ein Anfang oder Textausschnitt | Du führst eine begonnene Geschichte weiter und entwickelst die Handlung in eine fantastische Richtung. |
| Erlebniserzählung | Ein besonderes Erlebnis | Du erzählst ein scheinbar echtes Erlebnis, das plötzlich ins Fantastische kippt. |
| Traumgeschichte | Ein Traum oder eine traumartige Situation | Du nutzt unlogische, rätselhafte oder verwandelte Orte als erzählerische Möglichkeit. |
| Perspektivisches Schreiben | Sicht einer Figur oder eines Gegenstands | Du erzählst zum Beispiel aus der Sicht eines Zauberstabs, einer Katze, eines Portals oder eines vergessenen Buches. |
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Ideen finden
Am Anfang steht nicht der perfekte Satz, sondern eine brauchbare Idee. Du kannst Deine Fantasie mit Schreibimpulsen anregen. Hilfreich sind Mindmaps, Cluster, Fragen, Bilder, Geräusche, Gegenstände oder Reizwörter. Wichtig ist, dass Du zunächst viele Ideen sammelst und erst danach auswählst.
Gute Ideengeber
- Was-wäre-wenn-Frage: Was wäre, wenn Dein Schulranzen nachts ein Portal öffnet?
- Magischer Gegenstand: Ein Schlüssel, ein Spiegel, ein Stift oder ein Buch besitzt besondere Kräfte.
- Geheimer Ort: Hinter einer Tür, im Wald, unter der Schule oder im Dachboden liegt eine verborgene Welt.
- Ungewöhnliche Figur: Ein Tier, ein Schatten, ein Roboter oder eine Pflanze spricht mit der Hauptfigur.
- Auftrag: Die Hauptfigur muss etwas retten, finden, reparieren oder verstehen.
- Verbot: Eine Regel darf eigentlich nicht gebrochen werden, aber die Geschichte zwingt die Figur dazu.

Vom Einfall zur Geschichte
Ein einzelner Einfall ist noch keine vollständige Geschichte. Aus dem Satz Ein Mädchen findet einen leuchtenden Stein entsteht erst dann eine Handlung, wenn ein Ziel, ein Problem und eine Veränderung dazukommen. Zum Beispiel: Das Mädchen findet einen leuchtenden Stein, der nur dann heller wird, wenn jemand die Wahrheit sagt. Dadurch entdeckt sie ein Geheimnis in ihrer Klasse, muss aber entscheiden, ob sie den Stein benutzt oder ihren Freundinnen vertraut.
Der Aufbau einer Fantasiegeschichte
Eine Fantasiegeschichte kann klassisch in Einleitung, Hauptteil und Schluss aufgebaut werden. Dieser Aufbau hilft Dir, Deine Gedanken zu ordnen und die Spannung sinnvoll zu steigern.
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Einleitung
Die Einleitung führt in die Geschichte ein. Sie zeigt, wer die Hauptfigur ist, wo die Geschichte beginnt und welche Stimmung herrscht. Ein guter Anfang muss nicht alles erklären. Oft ist es spannender, direkt mit einer ungewöhnlichen Beobachtung zu starten.
Beispiel: Als Lina die Schultür öffnete, roch der Flur plötzlich nach Meer, obwohl draußen Schnee lag.
Dieser Einstieg macht neugierig, weil zwei Dinge nicht zusammenpassen: Schule und Meer, Schnee und salziger Geruch. Genau solche Widersprüche eignen sich gut für Fantasiegeschichten.
Hauptteil
Im Hauptteil entwickelt sich das eigentliche Abenteuer. Die Hauptfigur begegnet Hindernissen, trifft Entscheidungen und kommt dem Geheimnis näher. Der Hauptteil braucht eine Spannungskurve: Zuerst beginnt das Problem, dann wird es größer, schließlich erreicht die Handlung den Höhepunkt.
- Auslöser: Etwas Ungewöhnliches passiert.
- Problem: Die Hauptfigur muss reagieren.
- Steigerung: Die Gefahr, das Rätsel oder der innere Konflikt nimmt zu.
- Höhepunkt: Die wichtigste Entscheidung oder gefährlichste Situation tritt ein.
Schluss
Der Schluss zeigt, wie die Geschichte endet. Er kann beruhigend, überraschend, lustig, geheimnisvoll oder nachdenklich sein. Wichtig ist, dass der Schluss zur Handlung passt. Ein guter Schluss beantwortet die wichtigste Frage der Geschichte, lässt aber manchmal einen kleinen Rest von Staunen zurück.
Beispiel: Seit diesem Tag roch der Flur nie wieder nach Meer. Nur in Linas Federmäppchen lag morgens manchmal ein einzelnes Sandkorn.
Figuren gestalten
Die Hauptfigur ist das Herz Deiner Fantasiegeschichte. Leserinnen und Leser interessieren sich besonders dafür, was die Figur will, wovor sie Angst hat und wie sie sich verändert. Eine Figur wirkt lebendig, wenn sie nicht nur Eigenschaften besitzt, sondern Entscheidungen treffen muss.
Hauptfigur, Nebenfigur und Gegenspieler
- Hauptfigur: Sie erlebt das wichtigste Abenteuer und verändert sich im Verlauf der Geschichte.
- Nebenfigur: Sie hilft, warnt, begleitet oder bringt neue Informationen in die Handlung.
- Gegenspieler: Er oder sie erschwert das Ziel der Hauptfigur; das kann auch ein Fluch, eine Regel, ein Rätsel oder die eigene Angst sein.
Figurenbogen
Ein Figurenbogen beschreibt, wie sich eine Figur verändert. Am Anfang ist sie vielleicht unsicher, am Ende mutiger. Am Anfang glaubt sie, alles allein schaffen zu müssen, am Ende lernt sie Vertrauen. Solche Veränderungen machen die Fantasiegeschichte bedeutsam, weil das Abenteuer nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich wirkt.
Fantastische Welten entwickeln
Eine Fantasiewelt muss nicht riesig sein. Manchmal reicht ein geheimnisvoller Raum, eine verzauberte Bushaltestelle oder ein Waldstück, das nur bei Nebel erscheint. Wichtig ist, dass die Welt eigene Regeln hat.
Weltenregeln
- Magie: Wer kann zaubern, wann funktioniert Magie und welche Grenzen gibt es?
- Ort: Welche besonderen Räume, Landschaften oder Wege gibt es?
- Zeit: Vergeht die Zeit normal, schneller, langsamer oder rückwärts?
- Wesen: Welche Figuren leben in dieser Welt?
- Gefahr: Was steht auf dem Spiel?
- Rückkehr: Kann die Hauptfigur in ihre normale Welt zurückkehren?

Erzählperspektive und Zeitform
Eine Fantasiegeschichte kann aus verschiedenen Erzählperspektiven erzählt werden. Die Perspektive beeinflusst, was die Lesenden wissen und wie nah sie der Hauptfigur kommen.
| Erzählperspektive | Wirkung | Beispielsatz |
|---|---|---|
| Ich-Erzähler | Du bist sehr nah an den Gedanken und Gefühlen der Figur. | Ich hielt den Atem an, als der Spiegel meinen Namen flüsterte. |
| Personaler Erzähler | Die Geschichte wird in der dritten Person erzählt, bleibt aber bei einer Figur. | Mira hielt den Atem an, als der Spiegel ihren Namen flüsterte. |
| Auktorialer Erzähler | Der Erzähler weiß mehr als die Figuren und kann kommentieren. | Mira ahnte nicht, dass der Spiegel schon seit hundert Jahren auf sie wartete. |
Die häufigste Zeitform für Erzählungen ist das Präteritum. Eine Geschichte kann aber auch im Präsens stehen, wenn sie besonders unmittelbar wirken soll. Wichtig ist, dass Du die Zeitform nicht ständig unbeabsichtigt wechselst.
Sprache: Anschaulich, genau und spannend
Gute Fantasiegeschichten leben von einer Sprache, die Bilder im Kopf entstehen lässt. Schreibe nicht nur, dass etwas schön, gruselig oder seltsam ist. Zeige durch Einzelheiten, warum es so wirkt.

Sinneseindrücke
Nutze verschiedene Sinneseindrücke. Was sieht die Figur? Was hört sie? Was riecht sie? Was fühlt sie auf der Haut? Was schmeckt sie vielleicht? Sinneseindrücke machen Fantasiewelten glaubwürdig.
Wenig anschaulich: Der Raum war unheimlich.
Anschaulicher: Aus den Wänden tropfte kaltes, blaues Licht, und unter dem Boden kratzte etwas im Takt meines Herzschlags.
Treffende Verben und Adjektive
Verben treiben die Handlung an. Statt gehen kannst Du je nach Situation schleichen, stolpern, hasten, torkeln oder trippeln schreiben. Adjektive helfen, wenn sie genau sind. Zu viele Adjektive machen einen Satz jedoch schwerfällig. Wähle lieber wenige starke Wörter.
Dialoge
Dialoge zeigen, wie Figuren sprechen, was sie wissen und was sie verbergen. Ein guter Dialog klingt nicht wie ein Lexikon, sondern wie ein Gespräch. Gleichzeitig sollte er die Handlung voranbringen.
Beispiel: „Warum leuchtet Dein Schatten?“, flüsterte Tom. „Weil er nicht mehr mir gehört“, sagte Juna.
Spannung aufbauen
Spannung entsteht, wenn Lesende Fragen haben. Was steckt hinter der Tür? Wird die Figur rechtzeitig ankommen? Sagt die Freundin die Wahrheit? Was passiert, wenn die Regel gebrochen wird?
Mittel der Spannung
- Andeutung: Du gibst einen Hinweis, erklärst ihn aber noch nicht vollständig.
- Zeitdruck: Die Figur muss handeln, bevor etwas Bestimmtes geschieht.
- Geheimnis: Ein Gegenstand, Ort oder Satz hat eine verborgene Bedeutung.
- Gefahr: Die Figur kann etwas Wichtiges verlieren.
- Wendepunkt: Die Handlung nimmt eine unerwartete Richtung.
- Innere Spannung: Die Figur muss sich zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden.
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Schreibplan: Schritt für Schritt
Ein Schreibplan schützt Dich davor, Dich in Ideen zu verlieren. Er ist kein Käfig, sondern eine Orientierung. Du kannst ihn beim Schreiben verändern, aber er hilft Dir, Anfang, Höhepunkt und Schluss im Blick zu behalten.
| Schritt | Leitfrage | Beispiel |
|---|---|---|
| Idee | Was ist das fantastische Element? | Ein Fahrstuhl fährt nicht nach oben, sondern in Erinnerungen. |
| Hauptfigur | Wer erlebt die Geschichte? | Ein Junge, der sich vor Veränderungen fürchtet. |
| Ziel | Was will die Figur erreichen? | Er möchte eine verlorene Erinnerung seiner Großmutter finden. |
| Problem | Was macht es schwierig? | Der Fahrstuhl hält nur, wenn jemand ehrlich antwortet. |
| Höhepunkt | Welche Entscheidung ist am wichtigsten? | Er muss eine eigene peinliche Erinnerung preisgeben. |
| Schluss | Was hat sich verändert? | Er versteht, dass Erinnerungen geteilt werden können. |
Schreibformen genauer nutzen
Bildgeschichte als Fantasiegeschichte
Bei einer Bildgeschichte beobachtest Du zuerst genau. Achte auf Vordergrund, Hintergrund, Blickrichtung, Farben, Gegenstände und Stimmung. Frage Dich dann, welches Detail ein Geheimnis enthalten könnte. Vielleicht ist ein Schatten falsch herum, ein Fenster zeigt eine andere Jahreszeit oder eine Figur sieht etwas, das andere nicht bemerken.
Reizwortgeschichte als Fantasiegeschichte
Bei einer Reizwortgeschichte müssen vorgegebene Wörter sinnvoll in die Handlung eingebaut werden. Die Wörter sollten nicht nur zufällig auftauchen, sondern eine Funktion haben. Wenn die Reizwörter Schlüssel, Nebel, Katze und Uhr lauten, könnte die Katze die Hüterin einer Uhr sein, die im Nebel die Zeit anhält.
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Fortsetzungsgeschichte als Fantasiegeschichte
Bei einer Fortsetzungsgeschichte musst Du den vorgegebenen Anfang ernst nehmen. Achte auf Figuren, Stimmung, Zeitform und Erzählperspektive. Deine Fortsetzung soll nicht wie eine völlig neue Geschichte wirken, sondern aus dem Anfang heraus entstehen. Wenn der Anfang realistisch ist, kann der Übergang ins Fantastische besonders spannend sein.
Traumgeschichte als Fantasiegeschichte
Eine Traumgeschichte darf rätselhaft sein, sollte aber trotzdem eine erkennbare innere Ordnung haben. Träume können Orte vermischen, Figuren verwandeln oder Zeit sprunghaft verändern. Damit die Geschichte nicht beliebig wirkt, braucht die Hauptfigur auch im Traum ein Ziel oder eine Frage.
Überarbeiten wie eine Autorin oder ein Autor
Der erste Entwurf ist selten die beste Fassung. Gute Texte entstehen durch Überarbeitung. Lies Deine Geschichte mehrmals mit unterschiedlichen Fragen.

Überarbeitungsschritte
- Inhalt: Ist die Handlung verständlich? Gibt es ein klares Problem und einen Höhepunkt?
- Aufbau: Passen Einleitung, Hauptteil und Schluss zusammen?
- Figur: Hat die Hauptfigur ein Ziel, Gefühle und eine Veränderung?
- Sprache: Gibt es anschauliche Verben, Sinneseindrücke und passende Dialoge?
- Spannung: Werden Fragen aufgebaut und später beantwortet?
- Rechtschreibung: Sind Satzanfänge, Satzzeichen, Großschreibung und Zeitform kontrolliert?
Beispiel: Aus einem Schreibimpuls wird eine Geschichte
Schreibimpuls: Ein verrosteter Schlüssel liegt morgens auf Deinem Schreibtisch. Daneben steht ein Satz: „Benutze ihn nicht vor Sonnenuntergang.“
Planung: Die Hauptfigur ist neugierig, aber vorsichtig. Der Schlüssel öffnet keine Tür, sondern jedes Geräusch, das je in einem Raum gesprochen wurde. Das Problem entsteht, weil die Figur ein vergessenes Versprechen hört. Der Höhepunkt liegt in der Entscheidung, ob sie das Geheimnis öffentlich macht oder zuerst die betroffene Person schützt.
Möglicher Anfang: Der Schlüssel war so kalt, dass sich eine dünne Eisschicht auf meiner Handfläche bildete. Dabei war es Juni, und die Sonne brannte bereits auf mein Fensterbrett. Ich wollte ihn gerade in die Schublade werfen, als aus dem Metall eine Stimme wisperte: „Nicht vor Sonnenuntergang.“
Dieser Anfang zeigt ein ungewöhnliches Element, erzeugt Fragen und führt direkt in eine Fantasiegeschichte.
Häufige Fehler und bessere Lösungen
| Häufiger Fehler | Wirkung | Bessere Lösung |
|---|---|---|
| Die Geschichte beginnt mit zu vielen Erklärungen. | Der Anfang wirkt langsam. | Beginne mit einer ungewöhnlichen Beobachtung oder einer kleinen Handlung. |
| Die Fantasiewelt hat keine Regeln. | Die Handlung wirkt beliebig. | Lege Grenzen fest: Was kann Magie und was kann sie nicht? |
| Der Höhepunkt fehlt. | Die Geschichte bleibt flach. | Baue auf eine wichtige Entscheidung oder Gefahr zu. |
| Die Figuren fühlen nichts. | Die Lesenden bleiben auf Abstand. | Zeige Gedanken, Körperreaktionen und Entscheidungen. |
| Der Schluss löst nichts auf. | Die Geschichte wirkt abgebrochen. | Beantworte die wichtigste Frage oder setze ein bewusstes offenes Ende. |
Checkliste für Deine Fantasiegeschichte
- Idee: Gibt es ein fantasievolles Kernelement?
- Hauptfigur: Hat Deine Figur ein Ziel oder Problem?
- Handlung: Gibt es eine klare Reihenfolge der Ereignisse?
- Spannung: Steigert sich die Geschichte bis zu einem Höhepunkt?
- Welt: Hat die Fantasiewelt erkennbare Regeln?
- Sprache: Nutzt Du Sinneseindrücke, treffende Verben und lebendige Details?
- Dialog: Sprechen Figuren so, dass man etwas über sie erfährt?
- Schluss: Passt das Ende zur Geschichte?
- Überarbeitung: Hast Du Inhalt, Aufbau, Sprache und Rechtschreibung geprüft?
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist ein zentrales Merkmal einer Fantasiegeschichte? (Sie enthält frei erfundene oder fantastische Elemente) (!Sie muss immer wahre Ereignisse wiedergeben) (!Sie darf keine Figuren enthalten) (!Sie besteht nur aus Stichpunkten)
Welche drei Teile bilden häufig den Grundaufbau einer Fantasiegeschichte? (Einleitung Hauptteil Schluss) (!Überschrift Tabelle Quellen) (!Frage Antwort Ergebnis) (!These Beweis Kommentar)
Wofür ist der Hauptteil einer Fantasiegeschichte besonders wichtig? (Für die Entwicklung des Konflikts und den Höhepunkt) (!Für die reine Aufzählung aller Figuren) (!Für die Quellenangabe am Ende) (!Für die Erklärung aller Rechtschreibregeln)
Was macht eine Hauptfigur besonders interessant? (Sie hat ein Ziel ein Problem und entwickelt sich) (!Sie bleibt ohne Gefühle und Entscheidungen) (!Sie kommt nur im ersten Satz vor) (!Sie erklärt ausschließlich Sachinformationen)
Welche Frage hilft beim Erfinden einer Fantasiewelt? (Welche Regeln gelten in dieser Welt) (!Welche Seitenzahl hat das Wörterbuch) (!Welche Farbe hat der Stundenplan) (!Welche Note steht schon vorher fest)
Was ist bei einer Reizwortgeschichte wichtig? (Die vorgegebenen Wörter werden sinnvoll in die Handlung eingebaut) (!Die Reizwörter werden ignoriert) (!Die Reizwörter stehen nur in der Überschrift) (!Die Geschichte besteht nur aus den Reizwörtern)
Welche Erzählperspektive benutzt die Form Ich hielt den Atem an? (Ich-Erzähler) (!Auktorialer Erzähler) (!Sachlicher Bericht) (!Unpersönliche Anleitung)
Wie entsteht Spannung in einer Fantasiegeschichte besonders gut? (Durch Fragen Geheimnisse Hindernisse und Entscheidungen) (!Durch eine vollständige Lösung im ersten Satz) (!Durch eine reine Wortliste ohne Handlung) (!Durch möglichst viele Wiederholungen ohne Grund)
Was sollte beim Überarbeiten zuerst geprüft werden? (Ob Handlung Aufbau und Konflikt verständlich sind) (!Ob jede Seite gleich viele Wörter hat) (!Ob alle Figuren denselben Namen tragen) (!Ob der Text nur aus einem Satz besteht)
Was bedeutet ein passender Schluss? (Er löst den wichtigsten Konflikt oder beendet ihn bewusst offen) (!Er bricht mitten im wichtigsten Satz ab) (!Er widerspricht der ganzen Handlung ohne Erklärung) (!Er enthält nur eine neue Figurenliste)
Memory
| Einstieg | weckt Neugier |
| Hauptfigur | erlebt das Abenteuer |
| Konflikt | treibt die Handlung an |
| Höhepunkt | wichtigste Entscheidung |
| Weltenregel | macht Magie glaubwürdig |
| Dialog | zeigt Beziehungen |
| Überarbeitung | verbessert den Entwurf |
| Schluss | beendet die Handlung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Phase |
|---|---|
| Ideen sammeln | Vorbereitung |
| Schreibplan erstellen | Planung |
| Einleitung formulieren | Anfang |
| Konflikt steigern | Hauptteil |
| Höhepunkt gestalten | Spannungszentrum |
| Schluss überarbeiten | Abschluss |
...
Kreuzworträtsel
| Magie | Welches fantastische Element kann Naturgesetze überschreiten? |
| Konflikt | Was treibt eine spannende Handlung besonders an? |
| Hauptfigur | Welche Figur erlebt meist das wichtigste Abenteuer? |
| Spannung | Was entsteht durch Geheimnisse und offene Fragen? |
| Wendepunkt | Wie nennt man eine Stelle an der die Handlung überraschend die Richtung ändert? |
| Schluss | Welcher Teil beendet die Geschichte? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Ideenstern: Sammle zehn mögliche fantastische Elemente für eine Geschichte und ordne sie nach Orten Figuren Gegenständen und Problemen.
- Magischer Gegenstand: Erfinde einen Gegenstand mit einer besonderen Kraft und beschreibe in fünf Sätzen seine Wirkung und seine Grenze.
- Sinneseindrücke: Beschreibe einen geheimen Raum so, dass mindestens drei Sinne angesprochen werden.
- Geschichtenanfang: Schreibe drei verschiedene Anfänge zu dem Satz Plötzlich bewegte sich mein Schatten nicht mehr.
Standard
- Bildgeschichte: Suche ein frei nutzbares Bild oder zeichne selbst ein Bild und schreibe daraus eine Fantasiegeschichte mit Einleitung Hauptteil und Schluss.
- Reizwortgeschichte: Schreibe eine Geschichte mit den Reizwörtern Schlüssel Nebel Katze Uhr und Versprechen.
- Figurenbogen: Entwickle eine Hauptfigur, die am Anfang Angst hat und am Ende eine mutige Entscheidung trifft.
- Dialogszene: Schreibe ein Gespräch zwischen einer Hauptfigur und einem fantastischen Wesen, in dem ein Geheimnis nur angedeutet wird.
Schwer
- Weltenbau: Entwirf eine Fantasiewelt mit mindestens fünf Regeln und schreibe eine Szene, in der eine dieser Regeln zum Problem wird.
- Perspektivwechsel: Schreibe dieselbe Schlüsselszene einmal aus der Sicht der Hauptfigur und einmal aus der Sicht des magischen Gegenstands.
- Spannungskurve: Plane eine Geschichte mit Auslöser Steigerung Höhepunkt Wendepunkt und Schluss und markiere diese Stellen im fertigen Text.
- Schreibwerkstatt: Tausche Deine Geschichte mit einer Partnerin oder einem Partner, gib kriterienorientiertes Feedback und überarbeite danach mindestens zwei Abschnitte.

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Lernkontrolle
- Transfer: Bild zu Text: Erkläre, wie aus einem einzelnen Bild eine vollständige Fantasiegeschichte entstehen kann, und nenne dabei mindestens drei Planungsschritte.
- Analyse: Spannung: Untersuche einen selbst gewählten Geschichtenanfang und erkläre, welche offenen Fragen Spannung erzeugen.
- Vergleich: Schreibformen: Vergleiche Reizwortgeschichte und Fortsetzungsgeschichte. Erkläre, welche Freiheiten und Grenzen beide Formen beim Schreiben einer Fantasiegeschichte haben.
- Überarbeitung: Textqualität: Überarbeite einen kurzen Entwurf so, dass die Hauptfigur ein klareres Ziel, mehr Sinneseindrücke und einen stärkeren Höhepunkt erhält.
- Bewertung: Weltenlogik: Prüfe eine Fantasiewelt auf innere Logik. Erkläre, welche Regeln funktionieren und wo Widersprüche entstehen.
- Gestaltung: Perspektive: Schreibe eine Szene in einer anderen Erzählperspektive um und erkläre anschließend, wie sich die Wirkung verändert.
Lernnachweis
Für Deinen Lernnachweis zu Eine Fantasiegeschichte schreiben - Schreibformen ist wichtig, dass Du nicht nur eine fertige Geschichte abgibst, sondern auch Deinen Schreibprozess sichtbar machst.
- Ideensammlung: Du legst eine Mindmap, ein Cluster oder eine Liste mit mehreren möglichen Fantasieideen vor.
- Schreibplan: Du zeigst, wie Einleitung, Hauptteil, Höhepunkt und Schluss geplant wurden.
- Fantasieelement: Du erklärst, welches fantastische Element Deine Geschichte prägt und welche Regeln dafür gelten.
- Figurengestaltung: Du beschreibst Hauptfigur, Ziel, Problem und Entwicklung.
- Erzählgestaltung: Du nutzt eine passende Erzählperspektive, eine sichere Zeitform, Sinneseindrücke und Dialoge.
- Überarbeitung: Du dokumentierst, welche Stellen Du nach Feedback oder eigener Kontrolle verbessert hast.
- Reflexion: Du erklärst kurz, was Dir beim Schreiben gelungen ist und woran Du weiterarbeiten möchtest.
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