Eine Erzählung schreiben - Deutschunterricht Klasse 5 und 6


Eine Erzählung schreiben - Deutschunterricht Klasse 5 und 6
Eine Erzählung schreiben / Deutschunterricht Klasse 5 & 6
Eine Erzählung schreiben bedeutet: Du gestaltest eine Handlung, die Leserinnen und Leser gern weiterlesen möchten. In diesem aiMOOC lernst Du, wie Du aus einer Idee eine spannende, verständliche und sprachlich lebendige Geschichte entwickelst. Der Kurs passt besonders zum Deutschunterricht in Klasse 5 und 6 und unterstützt Dich beim Planen, Schreiben, Überarbeiten und Präsentieren eigener Texte.
{{#ev:youtube| https://www.youtube.com/watch?v=U1tNg84QjuM |500|center}}

Einleitung
Eine gute Erzählung ist mehr als eine Reihe von Ereignissen. Sie nimmt die Leserinnen und Leser mit in eine erfundene oder selbst erlebte Situation. Dabei entstehen Bilder im Kopf: Man sieht die Figuren, hört Geräusche, spürt Stimmungen und fragt sich, wie es weitergeht. Genau das ist das Ziel beim Erzählen: Du sollst nicht nur berichten, was passiert, sondern so schreiben, dass andere die Situation miterleben.
Im Deutschunterricht der Klassen 5 und 6 geht es beim Schreiben einer Erzählung meist um kurze erzählende Texte, zum Beispiel Erlebniserzählungen, Fantasiegeschichten, Bildergeschichten, Reizwortgeschichten, Fortsetzungsgeschichten oder Nacherzählungen. Diese Textformen unterscheiden sich in ihren Schreibanlässen, haben aber wichtige Gemeinsamkeiten: Sie brauchen eine klare Handlung, passende Figuren, einen erkennbaren Erzählort, eine sinnvolle Zeitgestaltung, einen Spannungsbogen und eine sprachliche Gestaltung, die zum Inhalt passt.
Eine Erzählung wird häufig im Präteritum geschrieben. Du kannst jedoch auch andere Zeitformen verwenden, wenn der Schreibauftrag das verlangt. Wichtig ist vor allem, dass Du innerhalb des Textes nicht ungeplant zwischen Zeiten springst. Außerdem brauchst Du eine passende Erzählperspektive. Schreibst Du als Ich-Erzählerin oder Ich-Erzähler, wirkt die Geschichte oft besonders persönlich. Schreibst Du in der Er- oder Sie-Form, kannst Du die Figur von außen zeigen und trotzdem Gefühle, Gedanken und Wahrnehmungen darstellen.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, was eine Erzählung ausmacht. Du kannst eine eigene Erzählidee entwickeln, einen Erzählplan erstellen, einen spannenden Hauptteil schreiben und Deinen Text mithilfe einer Checkliste überarbeiten. Außerdem lernst Du, wie wörtliche Rede, Adjektive, Verben, Sinneseindrücke und passende Satzanfänge Deinen Text lebendig machen.
- Textplanung: Du entwickelst aus einem Schreibanlass eine erzählbare Idee.
- Aufbau einer Erzählung: Du unterscheidest Einleitung, Hauptteil und Schluss.
- Spannungsbogen: Du steigerst die Spannung bis zu einem Höhepunkt.
- Erzählperspektive: Du wählst eine passende Sichtweise.
- Sprachgestaltung: Du nutzt treffende Wörter, wörtliche Rede und Sinneseindrücke.
- Textüberarbeitung: Du verbesserst Inhalt, Aufbau, Sprache und Rechtschreibung.
Was ist eine Erzählung?
Eine Erzählung ist ein Text, in dem eine Handlung gestaltet wird. Sie erzählt von Figuren, die etwas erleben, ein Ziel verfolgen, ein Problem lösen oder eine Veränderung durchmachen. In der Literatur gehört die Erzählung zur Epik, also zu den erzählenden Texten. Im schulischen Schreiben ist der Begriff oft weiter gefasst: Gemeint ist ein zusammenhängender erzählender Text, der für Leserinnen und Leser nachvollziehbar und interessant ist.
Eine Erzählung antwortet auf wichtige Fragen: Wer handelt? Wo und wann geschieht etwas? Was ist der Anlass? Welche Schwierigkeit entsteht? Wie spitzt sich die Situation zu? Wie wird das Problem gelöst? Was hat sich am Ende verändert? Wenn Du diese Fragen beantworten kannst, hast Du bereits das Grundgerüst Deiner Geschichte.
Besonders wichtig ist, dass Deine Erzählung nicht wie ein trockener Bericht klingt. Ein Bericht informiert sachlich und knapp. Eine Erzählung dagegen gestaltet eine Situation anschaulich. Vergleiche:
Berichtend: Wir gingen in den Wald. Dann fanden wir einen Hund. Danach brachten wir ihn nach Hause.
Erzählend: Vorsichtig schoben wir die feuchten Zweige zur Seite. Plötzlich raschelte es hinter dem Baumstamm. Ein leises Winseln drang aus dem Laub. Da sahen wir ihn: einen zitternden Hund mit schlammverkrustetem Fell.
Der zweite Text ist erzählender, weil er Spannung erzeugt, Wahrnehmungen zeigt und die Szene Schritt für Schritt entfaltet. Genau diese Art des Schreibens übst Du in diesem Kurs.
Der Aufbau einer Erzählung
Eine schulische Erzählung hat meist drei große Teile: Einleitung, Hauptteil und Schluss. Diese Einteilung hilft Dir beim Planen und beim Schreiben. Sie bedeutet aber nicht, dass alle Erzählungen gleich klingen sollen. Die Teile geben Dir Orientierung, damit Deine Geschichte verständlich bleibt.
Einleitung
Die Einleitung führt in die Geschichte ein. Sie beantwortet knapp, aber anschaulich die wichtigsten Ausgangsfragen: Wer kommt vor? Wo spielt die Geschichte? Wann geschieht sie? Welche Stimmung herrscht? Was ist die Ausgangssituation? Die Einleitung soll neugierig machen, aber noch nicht alles verraten.
Eine schwache Einleitung klingt oft zu allgemein: Eines Tages passierte mir etwas Spannendes. Besser ist es, sofort eine konkrete Situation zu zeigen: Der Regen trommelte gegen die Fensterscheibe, als ich die geheimnisvolle Nachricht unter meinem Schulheft entdeckte.
Hauptteil
Der Hauptteil ist der längste Teil der Erzählung. Hier entwickelt sich die Handlung. Eine Schwierigkeit, ein Rätsel, ein Missverständnis, eine Gefahr oder ein Wunsch treibt die Geschichte voran. Der Hauptteil soll nicht zu schnell erzählt werden. Statt sofort zur Lösung zu springen, baust Du Schritt für Schritt Spannung auf.
Im Hauptteil helfen Dir Fragen wie: Was will die Hauptfigur erreichen? Was steht ihr im Weg? Was fühlt sie? Welche Entscheidung muss sie treffen? Was macht die Situation schwieriger? Welche Hinweise bekommt sie? Welche Überraschung verändert die Lage?
Höhepunkt
Der Höhepunkt ist der spannendste Moment der Erzählung. Hier entscheidet sich, wie das zentrale Problem ausgeht. Die Figur steht vor einer wichtigen Handlung, Entdeckung oder Entscheidung. Der Höhepunkt sollte nicht zufällig wirken, sondern aus dem bisherigen Verlauf entstehen.
Beispiel: Wenn Deine Geschichte von einer verschwundenen Katze handelt, könnte der Höhepunkt der Moment sein, in dem die Hauptfigur nachts ein Miauen aus dem verschlossenen Geräteschuppen hört. Wenn Deine Geschichte von einem Streit handelt, könnte der Höhepunkt der Moment sein, in dem die Figur sich entschuldigen oder weiter lügen muss.

Das Schaubild zeigt ein mögliches Modell für einen Spannungsbogen. Für Deine Schulerzählung heißt das: Die Spannung sollte nicht sofort am Anfang am größten sein, sondern sich entwickeln.
Schluss
Der Schluss löst die Erzählung auf. Er zeigt, was nach dem Höhepunkt passiert und wie die Geschichte endet. Ein guter Schluss ist nicht zu lang, aber auch nicht abrupt. Er beantwortet die wichtigste Frage: Was hat sich verändert? Manchmal steht am Ende eine Erkenntnis, eine Überraschung, ein Gefühl, eine Versöhnung oder ein neuer Anfang.
Ein schwacher Schluss lautet oft: Dann war alles wieder gut. Besser ist ein Schluss, der das Ergebnis zeigt: Als ich am Abend die zerknitterte Nachricht noch einmal las, musste ich lächeln. Jetzt wusste ich, dass aus einem Missverständnis manchmal sogar eine Freundschaft entstehen konnte.
Der Schreibprozess
Schreiben ist ein Prozess. Gute Erzählungen entstehen selten sofort in der ersten Fassung. Du planst, schreibst, liest, verbesserst und überarbeitest. Diese Schritte helfen Dir, aus einer ersten Idee einen gelungenen Text zu machen.
Schritt 1: Ideen sammeln
Am Anfang brauchst Du eine Schreibidee. Sie kann aus einem Bild, einem Erlebnis, drei Reizwörtern, einer Überschrift, einem Gegenstand, einer Musik, einem Geräusch oder einer Frage entstehen. Wichtig ist, dass die Idee eine Handlung ermöglicht. Eine reine Beschreibung reicht noch nicht. Aus der Idee ein alter Schlüssel wird erst dann eine Erzählung, wenn etwas geschieht: Eine Figur findet den Schlüssel, sucht das passende Schloss und entdeckt etwas Unerwartetes.
Hilfreiche Ideenfragen sind: Was wäre, wenn plötzlich etwas Ungewöhnliches geschieht? Welche Figur gerät in eine schwierige Lage? Welches Geheimnis muss gelöst werden? Welche Entscheidung ist schwer? Welche Sache darf auf keinen Fall passieren, passiert aber doch?
Schritt 2: Figuren entwickeln
Eine Figur ist mehr als ein Name. Sie braucht Eigenschaften, Wünsche, Ängste und ein Verhalten. Für Klasse 5 und 6 reicht oft eine klare Hauptfigur mit wenigen, aber passenden Merkmalen. Du musst nicht alles erklären. Oft ist es spannender, eine Figur durch ihr Handeln zu zeigen.
Statt zu schreiben: Lina war mutig, kannst Du zeigen: Lina schluckte. Dann zog sie die Kapuze tiefer ins Gesicht und trat als Erste in den dunklen Flur. So merken die Leserinnen und Leser selbst, dass Lina mutig handelt.
Schritt 3: Erzählplan erstellen
Ein Erzählplan hilft Dir, den Überblick zu behalten. Du kannst ihn als Tabelle, Stichwortliste, Mindmap oder Spannungskurve gestalten. Plane nicht jeden Satz, aber die wichtigsten Stationen: Ausgangssituation, Auslöser, steigende Schwierigkeiten, Höhepunkt und Schluss. So vermeidest Du, dass Deine Erzählung plötzlich abbricht oder unlogisch wird.
Ein kurzer Erzählplan könnte so aussehen: Hauptfigur findet eine fremde Sporttasche in der Umkleide. In der Tasche liegt ein Pokal mit einer unbekannten Gravur. Die Figur will die Tasche zurückbringen, wird aber verdächtigt, sie gestohlen zu haben. Beim Schulfest entdeckt sie den wahren Besitzer. Am Ende klärt sie das Missverständnis und lernt, nicht vorschnell zu urteilen.
Schritt 4: Ersten Entwurf schreiben
Beim ersten Entwurf geht es darum, die Geschichte vollständig aufzuschreiben. Achte auf den Aufbau, aber blockiere Dich nicht bei jedem einzelnen Wort. Wenn Du eine Stelle noch nicht perfekt findest, kannst Du sie später überarbeiten. Wichtig ist: Die Handlung soll verständlich bleiben, die Figuren sollen handeln und die Spannung soll sich entwickeln.
Nutze Absätze. Ein neuer Absatz passt, wenn ein neuer Gedanke beginnt, der Ort wechselt, eine neue Figur spricht oder ein wichtiger Handlungsschritt startet. Absätze helfen den Leserinnen und Lesern, Deiner Erzählung zu folgen.
Schritt 5: Überarbeiten
Die Textüberarbeitung ist ein wichtiger Teil des Schreibens. Du prüfst, ob Deine Erzählung vollständig, spannend, sprachlich genau und fehlerarm ist. Überarbeiten bedeutet nicht nur, Rechtschreibfehler zu suchen. Es bedeutet auch, die Handlung zu verbessern, unklare Stellen zu ergänzen, Wiederholungen zu streichen und passende Wörter zu finden.
Du kannst Deinen Text in mehreren Durchgängen prüfen: zuerst den Inhalt, dann den Aufbau, dann die Sprache und am Schluss Rechtschreibung und Zeichensetzung. Besonders hilfreich ist es, den Text laut zu lesen. So hörst Du, ob Sätze zu lang, holprig oder unklar sind.
Sprachliche Gestaltung
Eine Erzählung lebt von Sprache. Gute Sprache bedeutet nicht, möglichst schwierige Wörter zu verwenden. Gute Sprache bedeutet, passende Wörter zu wählen. Deine Leserinnen und Leser sollen sich die Situation vorstellen können.
Treffende Verben
Verben zeigen, was geschieht. Je genauer das Verb, desto lebendiger die Szene. Statt gehen kannst Du je nach Situation schreiben: schleichen, stolpern, rennen, humpeln, stapfen, schlendern oder taumeln. Statt sagen kannst Du schreiben: flüstern, rufen, murmeln, stammeln, fragen, antworten oder schreien. Aber übertreibe nicht: Nicht jedes sagte muss ersetzt werden. Wichtig ist, dass das Verb zur Szene passt.
Adjektive sinnvoll verwenden
Adjektive können Texte anschaulich machen, wenn sie genau sind. Zu viele Adjektive machen einen Text jedoch schwerfällig. Schreibe nicht: Der sehr große, sehr dunkle, sehr alte, sehr unheimliche Wald war sehr gruselig. Besser ist: Die Tannen standen dicht beieinander. Zwischen ihren schwarzen Stämmen verschwand der Weg. Hier entsteht die Stimmung durch konkrete Bilder.
Sinneseindrücke einbauen
Sinneseindrücke helfen beim Erzählen. Du kannst zeigen, was eine Figur sieht, hört, riecht, schmeckt oder fühlt. So wird eine Szene lebendig. Beispiel: Der Boden klebte unter meinen Schuhen. Aus der Küche roch es nach angebranntem Teig. Irgendwo tropfte Wasser in ein Metallbecken. Diese Details erzeugen Atmosphäre.
Wörtliche Rede nutzen
Wörtliche Rede macht Erzählungen lebendiger. Figuren können streiten, fragen, lügen, trösten, warnen oder scherzen. Achte dabei auf passende Redezeichen und Begleitsätze. Beispiel: „Hast Du das auch gehört?“, flüsterte Ben. Die wörtliche Rede sollte die Handlung voranbringen oder etwas über die Figuren zeigen. Zu viele belanglose Gespräche bremsen die Geschichte.
Satzanfänge variieren
Wenn viele Sätze mit Dann beginnen, klingt der Text eintönig. Verwende unterschiedliche Satzanfänge: Plötzlich, Kurz darauf, Ohne zu zögern, Vor der Tür, In diesem Moment, Leise, Am nächsten Morgen, Mit klopfendem Herzen. Achte aber darauf, dass die Satzanfänge nicht künstlich wirken. Sie sollen den Verlauf der Handlung unterstützen.
Erzählperspektive
Die Erzählperspektive bestimmt, aus welcher Sicht die Geschichte erzählt wird. In Klasse 5 und 6 sind besonders zwei Formen wichtig: die Ich-Erzählung und die Erzählung in der Er-Form oder Sie-Form.
Bei der Ich-Erzählung ist die erzählende Figur selbst Teil der Handlung. Das wirkt nah und persönlich: Ich hörte Schritte hinter mir. Der Vorteil ist, dass Gefühle und Gedanken direkt gezeigt werden können. Der Nachteil ist, dass die Figur nur wissen kann, was sie selbst erlebt, sieht oder erfährt.
Bei der Er-Erzählung oder Sie-Erzählung erzählst Du über eine Figur: Mila hörte Schritte hinter sich. Diese Perspektive kann ebenfalls nah an der Figur sein. Du kannst beschreiben, was Mila sieht, denkt und fühlt. Wichtig ist, dass Du die Perspektive nicht ständig wechselst. Wenn Du plötzlich die Gedanken aller Figuren erzählst, kann der Text unübersichtlich werden.
Zeitform und Zeitgestaltung
Viele Schulerzählungen werden im Präteritum geschrieben: ging, sah, rief, dachte, öffnete. Das Präteritum passt gut zu erzählenden Texten. Wenn etwas vor der Haupthandlung passiert ist, kannst Du das Plusquamperfekt verwenden: Sie hatte den Schlüssel am Morgen gefunden. Danach kehrst Du wieder ins Präteritum zurück.
Die Zeitgestaltung betrifft auch das Erzähltempo. Unwichtige Wege oder Wiederholungen kannst Du kurz zusammenfassen. Wichtige Momente erzählst Du ausführlicher. Den Höhepunkt solltest Du nicht in einem einzigen Satz erledigen. Dort lohnt es sich, genauer zu erzählen: Was sieht die Figur? Was hört sie? Was denkt sie? Was tut sie zuerst? Was geschieht dann?
Häufige Fehler und bessere Lösungen
Beim Schreiben von Erzählungen treten bestimmte Fehler häufig auf. Wenn Du sie kennst, kannst Du sie vermeiden.
- Unklarer Anfang: Wenn Leserinnen und Leser nicht wissen, wer handelt oder wo die Geschichte spielt, verlieren sie die Orientierung. Stelle am Anfang die wichtigste Situation vor.
- Zu schneller Hauptteil: Wenn Du das Problem sofort löst, entsteht keine Spannung. Baue Hindernisse und Verzögerungen ein.
- Fehlender Höhepunkt: Wenn alle Ereignisse gleich wichtig wirken, bleibt die Geschichte flach. Plane einen besonders spannenden Moment.
- Sprunghafte Handlung: Wenn Ereignisse ohne Zusammenhang aufeinander folgen, wirkt die Geschichte unlogisch. Verbinde die Schritte mit Ursachen und Folgen.
- Wiederholungen: Wenn ständig dieselben Wörter vorkommen, klingt der Text eintönig. Suche treffende Verben und passende Satzanfänge.
- Unpassender Schluss: Wenn der Schluss zu plötzlich kommt, fühlt sich die Geschichte unfertig an. Zeige kurz, wie die Situation endet.
Checkliste für Deine Erzählung
Mit einer Checkliste kannst Du Deine Erzählung selbst prüfen oder einem Lernpartner Feedback geben.
- Idee: Hat die Geschichte eine klare Grundidee?
- Einleitung: Werden Figuren, Ort, Zeit und Ausgangssituation verständlich?
- Hauptteil: Entwickelt sich die Handlung Schritt für Schritt?
- Spannung: Gibt es ein Problem, Hindernisse und einen Höhepunkt?
- Schluss: Wird die Geschichte sinnvoll beendet?
- Erzählperspektive: Bleibt die gewählte Perspektive durchgehend erkennbar?
- Zeitform: Wird die Zeitform sicher verwendet?
- Wörtliche Rede: Sind Gespräche sinnvoll eingesetzt und richtig gezeichnet?
- Sprache: Gibt es treffende Verben, abwechslungsreiche Satzanfänge und Sinneseindrücke?
- Überarbeitung: Wurden Rechtschreibung, Zeichensetzung und Absätze geprüft?
Beispiel: Aus Stichworten eine Erzählung entwickeln
Angenommen, die Reizwörter lauten: Schlüssel, Gewitter, Dachboden. Daraus kann eine Erzählung entstehen, wenn Du eine Figur, ein Problem und einen Höhepunkt entwickelst.
Eine einfache Idee wäre: Eine Schülerin findet während eines Gewitters einen alten Schlüssel und entdeckt auf dem Dachboden eine verschlossene Truhe. Das ist noch kein fertiger Text, aber ein guter Anfang. Nun brauchst Du Spannung: Warum ist der Dachboden verboten? Wem gehörte der Schlüssel? Was hört die Figur oben? Was befindet sich in der Truhe? Welche Entscheidung muss sie treffen?
Ein möglicher Erzählplan:
- Einleitung: Die Hauptfigur ist allein zu Hause, draußen zieht ein Gewitter auf.
- Auslöser: Im Flur fällt ein alter Schlüssel aus einem Bilderrahmen.
- Steigerung: Vom Dachboden kommt ein Kratzen, obwohl die Tür abgeschlossen ist.
- Höhepunkt: Die Figur öffnet die Tür und entdeckt eine Truhe, die sich mit dem Schlüssel öffnen lässt.
- Schluss: In der Truhe liegt ein altes Familienfoto mit einer Nachricht, die ein Geheimnis erklärt.
Aus diesem Plan kannst Du nun eine Erzählung schreiben. Wichtig ist, dass Du nicht nur die Stichpunkte abarbeitest, sondern Szenen gestaltest. Lass die Figur zögern, horchen, nachdenken und handeln. So entsteht Spannung.
Mini-Schreibwerkstatt
Nutze diese Schreibwerkstatt, um sofort mit dem Erzählen zu beginnen.
Schreibimpuls 1: Der geheimnisvolle Gegenstand
Wähle einen Gegenstand: eine alte Eintrittskarte, ein zerknickter Brief, ein fremder Schlüssel, ein zerkratztes Handy oder ein einzelner Handschuh. Schreibe eine Erzählung, in der dieser Gegenstand eine wichtige Rolle spielt. Plane zuerst, wem der Gegenstand gehört und warum er für die Handlung wichtig ist.
Schreibimpuls 2: Eine Entscheidung
Schreibe eine Erzählung, in der die Hauptfigur vor einer schwierigen Entscheidung steht. Sie kann die Wahrheit sagen oder schweigen, jemandem helfen oder weglaufen, etwas behalten oder zurückgeben. Zeige, warum die Entscheidung schwer ist.
Schreibimpuls 3: Ein Ort verändert sich
Wähle einen vertrauten Ort: Schulhof, Bushaltestelle, Zimmer, Sporthalle oder Garten. In Deiner Geschichte geschieht dort plötzlich etwas Ungewöhnliches. Achte darauf, den Ort mit Sinneseindrücken zu beschreiben.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist das wichtigste Ziel einer Erzählung? (Eine Handlung anschaulich und spannend gestalten) (!Nur eine Liste von Fakten nennen) (!Ausschließlich Regeln erklären) (!Möglichst viele Fremdwörter verwenden)
Aus welchen drei Hauptteilen besteht eine schulische Erzählung meistens? (Einleitung Hauptteil Schluss) (!Überschrift Inhaltsangabe Quellen) (!These Beweis Urteil) (!Frage Antwort Ergebnis)
Was ist der Höhepunkt einer Erzählung? (Der spannendste Moment der Handlung) (!Die erste Zeile des Textes) (!Eine Liste aller Figuren) (!Die Rechtschreibkontrolle am Ende)
Was gehört besonders in die Einleitung einer Erzählung? (Figuren Ort Zeit und Ausgangssituation) (!Nur die Lösung des Problems) (!Eine ausführliche Bewertung) (!Alle Dialoge der Geschichte)
Wozu dient wörtliche Rede in einer Erzählung? (Sie macht Figuren und Situationen lebendiger) (!Sie ersetzt den ganzen Hauptteil) (!Sie verhindert Spannung) (!Sie darf nie in Geschichten vorkommen)
Welche Zeitform wird in vielen Schulerzählungen verwendet? (Präteritum) (!Futur Zwei) (!Imperativ) (!Konjunktiv Eins)
Was bedeutet zeigen statt nur behaupten beim Erzählen? (Gefühle und Eigenschaften durch Handlung sichtbar machen) (!Jede Figur mit einer Note bewerten) (!Den Text ohne Verben schreiben) (!Nur sehr kurze Stichworte verwenden)
Was beschreibt die Erzählperspektive? (Aus welcher Sicht die Geschichte erzählt wird) (!Wie viele Seiten ein Heft hat) (!Welche Farbe die Überschrift hat) (!Wie schnell jemand schreibt)
Was hilft besonders beim Überarbeiten einer Erzählung? (Eine Checkliste für Inhalt Aufbau Sprache und Fehler) (!Den Text ungelesen abgeben) (!Alle Absätze entfernen) (!Nur die Überschrift verändern)
Was macht ein guter Schluss? (Er löst die wichtigste Situation sinnvoll auf) (!Er beginnt eine völlig neue Geschichte) (!Er verrät schon am Anfang alles) (!Er besteht nur aus einem Ausrufezeichen)
Memory
| Einleitung | Ausgangssituation |
| Hauptteil | Spannungsaufbau |
| Höhepunkt | Entscheidungsmoment |
| Schluss | Auflösung |
| Ich-Erzählung | persönliche Sicht |
| Präteritum | Vergangenheitsform |
| wörtliche Rede | Figurensprache |
| Überarbeitung | Textverbesserung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Einleitung | Figuren Ort Zeit und Ausgangssituation vorstellen |
| Hauptteil | Handlung entwickeln und Spannung steigern |
| Höhepunkt | spannendsten Moment der Geschichte gestalten |
| Schluss | Problem lösen und Ende abrunden |
| Überarbeitung | Inhalt Sprache Rechtschreibung und Zeichensetzung prüfen |
Kreuzworträtsel
| Einleitung | Welcher Teil stellt meist Ort Zeit Figuren und Ausgangssituation vor? |
| Hauptteil | In welchem Teil entwickelt sich die Handlung am ausführlichsten? |
| Spannung | Was soll vor dem Höhepunkt immer stärker werden? |
| Dialog | Wie nennt man ein Gespräch zwischen Figuren? |
| Präteritum | Welche Vergangenheitsform wird in vielen Schulerzählungen verwendet? |
| Höhepunkt | Wie nennt man den spannendsten Moment einer Erzählung? |
| Erzähler | Wer vermittelt die Geschichte an die Leserinnen und Leser? |
| Überarbeitung | Wie nennt man den Schritt in dem ein Text gezielt verbessert wird? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Erzählanfang: Schreibe drei verschiedene Anfänge zu derselben Überschrift und entscheide, welcher am neugierigsten macht.
- Figurensteckbrief: Erstelle einen Steckbrief für eine Hauptfigur mit Name, Wunsch, Angst, Stärke und Schwäche.
- Sinneseindrücke: Beschreibe einen Schulflur so, dass man mindestens drei Sinne erkennt.
- Satzanfänge: Überarbeite einen kurzen Text, in dem jeder Satz mit dann beginnt, und ersetze die Wiederholungen durch abwechslungsreiche Satzanfänge.
Standard
- Reizwortgeschichte: Schreibe eine Erzählung mit den Reizwörtern Taschenlampe, Gewitter, Nachricht und Keller.
- Bildergeschichte: Wähle ein Bild aus und entwickle daraus eine Geschichte mit Einleitung, Hauptteil, Höhepunkt und Schluss.
- Dialogszene: Schreibe eine Szene, in der zwei Figuren streiten, ohne das Wort Streit zu verwenden.
- Spannungskurve: Zeichne zu Deiner eigenen Geschichte eine Spannungskurve und markiere Einleitung, Steigerung, Höhepunkt und Schluss.
Schwer
- Perspektivwechsel: Schreibe dieselbe Szene einmal aus der Ich-Perspektive und einmal aus der Er- oder Sie-Perspektive und vergleiche die Wirkung.
- Textüberarbeitung: Überarbeite eine alte Erzählung von Dir in drei Durchgängen: Inhalt, Sprache, Rechtschreibung.
- Schreibkonferenz: Organisiere mit zwei Mitschülerinnen oder Mitschülern eine Schreibkonferenz und gebt Euch gegenseitig konkrete Rückmeldungen mit Belegen aus dem Text.
- Erzählprojekt: Produziere aus Deiner Erzählung ein kurzes Hörspiel oder Vorlesevideo und achte besonders auf Stimme, Pausen, Geräusche und Spannung.

| <inputbox>
type=create break=no preload=CHAT GPT TEXT HIER EINFÜGEN default= width=30 placeholder= Dein MOOC Titel buttonlabel=MOOC erstellen </inputbox> |

Lernkontrolle
- Spannung erklären: Erkläre an einer eigenen oder fremden Erzählung, wie die Spannung aufgebaut wird und an welcher Stelle sie am größten ist.
- Erzählperspektive beurteilen: Vergleiche zwei Versionen derselben Szene aus unterschiedlichen Perspektiven und beschreibe, welche Wirkung sie jeweils haben.
- Figurenentwicklung untersuchen: Zeige, wie sich eine Figur im Verlauf einer Erzählung verändert, und belege Deine Beobachtungen mit passenden Textstellen.
- Textüberarbeitung begründen: Überarbeite einen kurzen Erzählabschnitt und begründe anschließend, warum Deine Änderungen den Text verbessern.
- Schreibentscheidung reflektieren: Erkläre, welche Entscheidungen Du beim Schreiben Deiner eigenen Erzählung getroffen hast und wie sie die Wirkung des Textes beeinflussen.
- Transferaufgabe: Entwickle aus einer sachlichen Nachricht eine erzählende Szene und beschreibe danach, welche sprachlichen Mittel den Unterschied ausmachen.
Lernnachweis
Für den Lernnachweis erstellst Du eine eigene vollständige Erzählung und reichst zusätzlich eine kurze Reflexion ein. Deine Erzählung soll eine klare Ausgangssituation, einen entwickelten Hauptteil, einen erkennbaren Höhepunkt und einen passenden Schluss haben. Die Reflexion zeigt, dass Du Deine Schreibentscheidungen bewusst getroffen hast.
- Erzähltext: Schreibe eine eigene Erzählung zu einem Bild, einem Erlebnis, einer Überschrift oder drei Reizwörtern.
- Planung: Füge Deinen Erzählplan oder Deine Spannungskurve hinzu.
- Überarbeitung: Markiere mindestens fünf Stellen, die Du nach der ersten Fassung verbessert hast.
- Reflexion: Erkläre, welche Stelle Dir besonders gelungen ist und welche Stelle Du beim nächsten Mal noch verbessern möchtest.
- Feedback: Nutze Rückmeldung von mindestens einer anderen Person und notiere, welche Anregung Du übernommen hast.
Bewertungskriterien
| Bereich | Woran man eine gelungene Leistung erkennt |
|---|---|
| Aufbau | Die Erzählung hat Einleitung Hauptteil Höhepunkt und Schluss. |
| Spannung | Die Handlung entwickelt sich nachvollziehbar und steigert sich zu einem besonderen Moment. |
| Anschaulichkeit | Figuren Orte Gefühle und Handlungen werden lebendig dargestellt. |
| Sprache | Verben Adjektive Satzanfänge und wörtliche Rede werden passend eingesetzt. |
| Richtigkeit | Rechtschreibung Zeichensetzung Absätze und Zeitform sind sorgfältig überarbeitet. |
OERs zum Thema
Links
aiMOOC-Projekte
Schulfach+


aiMOOCs



aiMOOC Projekte


THE MONKEY DANCE





{{#ev:youtube | https://youtu.be/rFhZlg38Zf8?si=9KdMNZYRkRD81YTo%7C 500 | center}}
|
{{#ev:youtube | https://youtu.be/Ob7etf9QuBo?si=t_NBA71bWg3Rq3LI%7C 500 | center}}
| <inputbox>
type=create break=no preload=MOOCit Vorlage default= width=30 placeholder= Dein MOOC Titel buttonlabel=MOOC erstellen </inputbox> |