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Eine Erörterung schreiben - aiMOOC

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Eine Erörterung schreiben - aiMOOC



Einleitung

Eine Erörterung zu schreiben bedeutet, eine strittige Fragestellung gründlich zu durchdenken, verschiedene Argumente zu prüfen und daraus eine begründete Position zu entwickeln. Im Deutschunterricht ist die Erörterung eine zentrale Aufsatzart, weil Du dabei lernst, sachlich zu denken, überzeugend zu schreiben und eigene Urteile nachvollziehbar zu begründen. Ein „perfekter Aufsatz“ entsteht nicht durch auswendig gelernte Formulierungen, sondern durch einen klaren Schreibprozess: Du verstehst die Aufgabe, sammelst Material, ordnest Deine Gedanken, formulierst eine klare These, belegst sie sinnvoll und überarbeitest Deinen Text.

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In diesem aiMOOC lernst Du Schritt für Schritt, wie Du eine freie, lineare, dialektische oder textgebundene Erörterung planst, aufbaust, formulierst und überarbeitest. Du trainierst außerdem, wie Du in einer Klassenarbeit oder einem Lernnachweis souverän vorgehst: vom Markieren der Aufgabenstellung über die Stoffsammlung bis zum überzeugenden Schluss.


Kompetenzziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du eine Erörterung als argumentative Textform erklären, geeignete Argumente entwickeln, einen Aufsatz sinnvoll gliedern und Deine eigene Position sprachlich überzeugend darstellen. Du erkennst außerdem typische Fehler beim Schreiben und kannst Deinen Text mit einer Checkliste überarbeiten. Besonders wichtig ist: Du lernst nicht nur Fakten über Aufsätze, sondern übst die Fähigkeit, selbstständig zu urteilen, Begründungen zu prüfen und Deine Gedanken in einem zusammenhängenden Text auszudrücken.


Was ist eine Erörterung?

Eine Erörterung ist eine argumentative Textform, in der eine Frage, ein Problem oder ein strittiges Thema untersucht wird. Ziel ist es, Leserinnen und Leser so zu informieren und zu überzeugen, dass sie Deine Gedanken nachvollziehen können. Eine gute Erörterung zeigt nicht nur, was Du meinst, sondern auch, warum Deine Meinung tragfähig ist.


Merkmale einer Erörterung

Eine Erörterung ist sachlich, geordnet und begründet. Sie behandelt eine klare Fragestellung, verwendet nachvollziehbare Argumentationsketten und führt am Ende zu einem begründeten Urteil. Dabei reicht es nicht, eine Meinung aufzuschreiben. Du musst zeigen, auf welchen Gründen, Beispielen, Belegen oder Erfahrungen Deine Position beruht. Eine starke Erörterung verbindet daher Sachlichkeit, Logik, Textstruktur und sprachliche Genauigkeit.


Warum ist die Erörterung wichtig?

Die Erörterung ist nicht nur eine Schulaufgabe. Sie trainiert Fähigkeiten, die Du in vielen Lebensbereichen brauchst: Du lernst, Informationen zu prüfen, Meinungen zu unterscheiden, Entscheidungen zu begründen und fair mit Gegenpositionen umzugehen. Wer gut erörtern kann, kann in Diskussionen, Präsentationen, Bewerbungen, politischen Debatten und wissenschaftlichen Arbeiten überzeugender argumentieren.


Aufsatzarten im Deutschunterricht

Im Deutschunterricht gibt es verschiedene Aufsatzarten, zum Beispiel Erzählung, Bericht, Inhaltsangabe, Beschreibung, Interpretation, Analyse und Erörterung. Die Erörterung gehört zu den anspruchsvollen Aufsatzformen, weil sie mehrere Kompetenzen verbindet: Du musst ein Thema verstehen, Material ordnen, argumentieren, sprachlich präzise schreiben und Deinen Text reflektiert überarbeiten.


Unterschied zu anderen Aufsatzarten

Eine Inhaltsangabe fasst einen Text knapp und sachlich zusammen. Eine Interpretation deutet einen literarischen Text. Eine Beschreibung stellt Merkmale möglichst genau dar. Eine Erörterung dagegen beantwortet eine strittige Frage mit Argumenten. Sie ist deshalb besonders eng mit Argumentation, Urteilsbildung und Stellungnahme verbunden.


Erörterungsarten

Nicht jede Erörterung ist gleich aufgebaut. Welche Form Du wählst, hängt von der Aufgabenstellung ab. Deshalb ist das genaue Lesen der Aufgabenstellung der erste wichtige Schritt.


Lineare Erörterung

Bei der linearen Erörterung beantwortest Du eine offene Frage, bei der nicht zwei Gegenseiten im Mittelpunkt stehen. Du entwickelst mehrere Argumente in einer steigernden Reihenfolge. Das schwächere Argument steht eher am Anfang, das stärkste Argument eher am Ende des Hauptteils. Eine mögliche Fragestellung lautet: „Warum ist regelmäßiges Lesen wichtig?“


Dialektische Erörterung

Bei der dialektischen Erörterung geht es um eine Streitfrage mit mindestens zwei Seiten. Du behandelst Pro-Argumente und Contra-Argumente und kommst am Ende zu einem begründeten Urteil. Eine mögliche Fragestellung lautet: „Sollten Smartphones im Unterricht erlaubt sein?“ Wichtig ist, dass Du beide Seiten fair darstellst und Deine eigene Position am Ende klar begründest.


Textgebundene Erörterung

Bei der textgebundenen Erörterung gehst Du von einem vorgegebenen Sachtext, Kommentar, Leserbrief oder Artikel aus. Du erfasst zunächst Thema, Position und Argumentation des Ausgangstextes. Danach setzt Du Dich mit den Aussagen des Textes auseinander und entwickelst Deine eigene begründete Stellungnahme. Diese Form verbindet Textanalyse und Argumentation.


Der Schreibprozess

Ein guter Aufsatz entsteht in mehreren Phasen. Viele schwache Erörterungen scheitern nicht daran, dass die Schreibenden zu wenig wissen, sondern daran, dass sie zu früh mit dem Ausformulieren beginnen. Erfolgreiches Schreiben beginnt vor dem ersten Satz.


Phase 1: Aufgabe verstehen

Lies die Aufgabenstellung genau. Markiere Operatoren wie „erörtere“, „nimm Stellung“, „begründe“, „prüfe“ oder „diskutiere“. Kläre, ob eine lineare, dialektische oder textgebundene Erörterung verlangt wird. Formuliere die Streitfrage in eigenen Worten, damit Du weißt, worauf Dein Aufsatz hinauslaufen muss.


Phase 2: Material sammeln

Bei der Stoffsammlung sammelst Du Ideen, Beispiele, Erfahrungen, Fakten, Gegenpositionen und mögliche Schlussfolgerungen. Hilfreich sind eine Mindmap, eine Tabelle, eine Pro-Contra-Liste oder W-Fragen. In dieser Phase geht es noch nicht um perfekte Formulierungen, sondern um Denkstoff.


Phase 3: Gedanken ordnen

Ordne Deine Argumente nach Bedeutung. Prüfe, welche Argumente wirklich zur Fragestellung passen. Streiche Wiederholungen, unklare Gedanken und bloße Behauptungen. Entscheide, welches Argument am stärksten ist und an welcher Stelle es stehen sollte.


Phase 4: Text schreiben

Erst jetzt formulierst Du Deinen Aufsatz aus. Achte auf klare Absätze, passende Überleitungen und vollständige Argumentationsketten. Eine Erörterung soll nicht wie eine Stichwortsammlung wirken, sondern wie ein zusammenhängender Gedankengang.


Phase 5: Überarbeiten

Überarbeiten ist kein Zusatz, sondern Teil des Schreibens. Prüfe Inhalt, Aufbau, Sprache, Rechtschreibung und Zeichensetzung. Frage Dich: Ist meine Position klar? Sind meine Argumente begründet? Habe ich Beispiele verwendet? Passt der Schluss zur Fragestellung?


Aufbau einer Erörterung

Eine Erörterung besteht klassisch aus Einleitung, Hauptteil und Schluss. Diese Grundstruktur hilft Dir, Deine Gedanken leserfreundlich zu ordnen.


Einleitung

Die Einleitung führt zum Thema hin, weckt Interesse und nennt die zentrale Fragestellung. Sie sollte nicht zu lang sein, aber deutlich machen, warum das Thema relevant ist. Geeignete Einstiege sind ein aktueller Anlass, eine Beobachtung, eine kurze Problemskizze, eine Begriffsdefinition oder eine zugespitzte Frage. Am Ende der Einleitung steht meist die Leitfrage, die im Hauptteil beantwortet wird.


Hauptteil

Der Hauptteil ist das argumentative Zentrum Deines Aufsatzes. Hier entfaltest Du Deine Argumente. Jedes Argument sollte als vollständige Argumentationskette aufgebaut sein: These, Begründung, Beispiel oder Beleg, Folgerung und Rückbezug zur Fragestellung. Wichtig ist, dass Deine Argumente nicht nebeneinander stehen bleiben, sondern logisch miteinander verbunden werden.


Schluss

Der Schluss fasst die wichtigsten Überlegungen zusammen, beantwortet die Fragestellung und formuliert ein begründetes Urteil. Er kann außerdem einen Ausblick, eine Empfehlung oder eine Bedingung enthalten. Ein guter Schluss wiederholt nicht einfach den Hauptteil, sondern zeigt, welches Ergebnis Deine Erörterung hat.


Die Argumentationskette

Eine Argumentationskette ist das Herzstück einer Erörterung. Sie macht aus einer Meinung ein nachvollziehbares Argument.

Schritt Funktion Beispiel zum Thema Smartphones im Unterricht
These Eine klare Behauptung wird formuliert. Smartphones können den Unterricht sinnvoll unterstützen.
Begründung Die Behauptung wird erklärt. Sie ermöglichen schnelle Recherche, digitale Übungen und kollaboratives Arbeiten.
Beispiel Die Begründung wird anschaulich gemacht. Eine Klasse kann während einer Debatte Fakten prüfen und Ergebnisse in einem gemeinsamen Dokument sammeln.
Beleg Die Aussage wird gestützt. Geeignet sind etwa Studien, Statistiken, Fachtexte, Erfahrungsberichte oder konkrete Unterrichtsergebnisse.
Folgerung Die Bedeutung des Arguments wird deutlich. Deshalb können Smartphones lernförderlich sein, wenn klare Regeln gelten.


These

Eine These ist eine klare Aussage, die begründet werden muss. Sie darf nicht zu allgemein sein. „Medien sind wichtig“ ist zu ungenau. Besser ist: „Digitale Medien können den Unterricht bereichern, wenn sie zielgerichtet eingesetzt werden.“


Begründung

Die Begründung erklärt, warum die These gilt. Sie sollte logisch nachvollziehbar sein. Vermeide Scheinbegründungen wie „weil es eben so ist“. Eine starke Begründung zeigt einen Zusammenhang zwischen Ursache, Wirkung und Bedeutung.


Beispiel und Beleg

Ein Beispiel macht ein Argument anschaulich. Ein Beleg stützt es zusätzlich, zum Beispiel durch Fakten, Statistiken, Expertinnen und Experten, Quellen oder konkrete Beobachtungen. Ein Beispiel allein beweist noch nicht alles, hilft aber, Deine Gedanken verständlich zu machen.


Folgerung

Die Folgerung verbindet das Argument mit der Fragestellung. Sie zeigt, was aus dem Argument folgt. Dadurch wirkt Dein Aufsatz geschlossen und zielgerichtet.


Argumenttypen

In einer Erörterung kannst Du verschiedene Argumenttypen verwenden. Je nach Thema sind unterschiedliche Argumente überzeugend.

Argumenttyp Erklärung Beispiel
Faktenargument Stützt sich auf überprüfbare Tatsachen. Bewegungsmangel kann gesundheitliche Folgen haben.
Wertargument Bezieht sich auf anerkannte Werte. Gerechtigkeit ist wichtig, wenn Regeln für alle gelten sollen.
Autoritätsargument Beruft sich auf fachkundige Personen oder Institutionen. Eine Expertin für Medienpädagogik bewertet digitale Lernformen.
Beispielargument Veranschaulicht eine Aussage durch einen konkreten Fall. Eine Klasse verbessert ihre Projektarbeit durch digitale Zusammenarbeit.
Folgenargument Zeigt mögliche Konsequenzen. Fehlende Regeln können zu Ablenkung und Konflikten führen.
Analogieargument Vergleicht ähnliche Situationen. Wie beim Taschenrechner kommt es nicht nur auf das Gerät an, sondern auf die sinnvolle Nutzung.


Dialektische Erörterung Schritt für Schritt

Bei der dialektischen Erörterung musst Du unterschiedliche Positionen abwägen. Besonders wichtig ist eine faire Darstellung der Gegenseite. Deine eigene Meinung wird stärker, wenn Du zeigst, dass Du Gegenargumente verstanden hast.


Sanduhrprinzip

Beim Sanduhrprinzip beginnst Du mit der Seite, die Du am Ende nicht vertreten möchtest. Dort startest Du mit dem stärksten Gegenargument und arbeitest Dich zu schwächeren Gegenargumenten vor. Danach folgt die Seite, die Deiner eigenen Position entspricht: Dort beginnst Du mit einem schwächeren Argument und endest mit dem stärksten Argument. So steuert der Text überzeugend auf Dein Urteil zu.


Pingpong-Prinzip

Beim Pingpong-Prinzip stellst Du jeweils ein Pro- und ein Contra-Argument direkt gegenüber. Diese Struktur eignet sich, wenn sich die Argumente thematisch gut paaren lassen. Sie verlangt jedoch eine sehr klare Gliederung, damit der Text nicht sprunghaft wirkt.


Eigene Position entwickeln

Deine Position sollte nicht schon in der Einleitung ungeprüft feststehen. Besser ist es, im Hauptteil sichtbar abzuwägen und im Schluss ein begründetes Urteil zu formulieren. Ein überzeugendes Urteil kann eindeutig sein, aber auch Bedingungen enthalten: „Smartphones sollten erlaubt sein, wenn klare Regeln, Lernziele und Kontrollmöglichkeiten bestehen.“


Lineare Erörterung Schritt für Schritt

Bei der linearen Erörterung sammelst Du mehrere Argumente zu einer Frage und ordnest sie steigernd. Du brauchst keine Pro-Contra-Gegenüberstellung, sondern einen klaren Fortschritt im Denken. Eine gute lineare Erörterung wirkt wie eine Treppe: Jedes Argument führt eine Stufe weiter.


Steigernde Reihenfolge

Beginne mit einem weniger wichtigen, aber passenden Argument. Danach folgen stärkere Argumente. Das stärkste Argument steht am Ende des Hauptteils, weil es den größten Eindruck hinterlässt. Vermeide eine zufällige Reihenfolge, denn sie schwächt die Überzeugungskraft Deines Aufsatzes.


Beispiel für eine lineare Fragestellung

Die Frage „Warum ist Lesen für Jugendliche wichtig?“ kann linear erörtert werden. Du könntest erst auf Wortschatz und Konzentration eingehen, danach auf Fantasie und Empathie, schließlich auf Bildungschancen und gesellschaftliche Teilhabe. So entsteht eine klare Steigerung.


Textgebundene Erörterung Schritt für Schritt

Bei der textgebundenen Erörterung darfst Du den Ausgangstext nicht ignorieren. Er ist die Grundlage Deiner Auseinandersetzung. Du musst zeigen, dass Du den Text verstanden hast, bevor Du ihn bewertest.


Ausgangstext erschließen

Markiere Thema, Hauptthese, Argumente, Beispiele, sprachliche Auffälligkeiten und mögliche Absicht des Autors oder der Autorin. Notiere, welche Aussagen besonders überzeugend sind und welche Fragen offen bleiben.


Analyse und Stellungnahme verbinden

Eine textgebundene Erörterung besteht nicht nur aus Deiner Meinung. Zuerst erklärst Du, wie der Text argumentiert. Danach nimmst Du begründet Stellung. Du kannst zustimmen, widersprechen, einschränken oder die Position erweitern. Wichtig ist, dass Du Dich immer wieder auf den Ausgangstext beziehst.


Richtig zitieren und paraphrasieren

Wenn Du aus einem Text übernimmst, musst Du sauber zwischen Zitat und Paraphrase unterscheiden. Ein Zitat übernimmt den Wortlaut genau. Eine Paraphrase gibt den Gedanken in eigenen Worten wieder. In beiden Fällen muss deutlich sein, auf welche Textstelle Du Dich beziehst.


Einen perfekten Aufsatz planen

Ein sehr guter Aufsatz entsteht aus Planung, Klarheit und Überarbeitung. Vor allem in einer Klassenarbeit hilft Dir ein fester Ablauf.


Zeitplanung in der Klassenarbeit

Plane Deine Arbeitszeit bewusst. Eine sinnvolle Verteilung kann so aussehen: zuerst Aufgabenstellung lesen und markieren, dann Material sammeln, anschließend gliedern, danach schreiben und am Ende überarbeiten. Nimm Dir für die Überarbeitung wirklich Zeit, denn viele Punkte gehen durch vermeidbare Fehler verloren.


Gliederung erstellen

Eine Gliederung ist der Bauplan Deines Aufsatzes. Sie enthält Einleitungsidee, Leitfrage, Reihenfolge der Argumente und Schlussgedanken. Wenn die Gliederung klar ist, fällt das Ausformulieren deutlich leichter. Außerdem erkennst Du früh, ob ein Argument fehlt oder nicht zum Thema passt.


Roter Faden

Der rote Faden verbindet alle Teile Deines Textes. Jeder Absatz soll zur Fragestellung beitragen. Übergänge helfen dabei: „Ein weiterer wichtiger Aspekt ist ...“, „Demgegenüber steht ...“, „Besonders überzeugend ist ...“, „Daraus folgt ...“. Ohne roten Faden wirkt ein Aufsatz wie eine Sammlung einzelner Gedanken.


Sprache und Stil

Eine Erörterung soll sachlich, klar und überzeugend formuliert sein. Umgangssprache, Übertreibungen und unbelegte Behauptungen schwächen Deinen Text. Verwende treffende Verben, genaue Begriffe und sinnvolle Satzverknüpfungen.


Formulierungshilfen

Funktion Geeignete Formulierungen
Ein Argument einleiten Ein wichtiger Grund ist, dass ... / Dafür spricht, dass ... / Besonders bedeutsam ist ...
Ein Beispiel nennen Dies zeigt sich zum Beispiel daran, dass ... / Ein Beispiel dafür ist ... / Anschaulich wird dies bei ...
Ein Gegenargument einleiten Dagegen lässt sich einwenden, dass ... / Kritisch zu sehen ist ... / Auf der anderen Seite ...
Abwägen Zwar ... jedoch ... / Einerseits ... andererseits ... / Entscheidend ist dabei ...
Folgern Deshalb lässt sich festhalten, dass ... / Daraus ergibt sich ... / Somit wird deutlich ...
Schluss formulieren Insgesamt überwiegen ... / Aus den genannten Gründen ... / Unter diesen Bedingungen ...


Sachlichkeit

Sachlichkeit bedeutet nicht, dass Du keine Meinung haben darfst. Es bedeutet, dass Du Deine Meinung begründest und fair formulierst. Statt „Das ist totaler Unsinn“ schreibst Du besser: „Dieses Argument überzeugt nur teilweise, weil eine wichtige Voraussetzung fehlt.“


Präzision

Präzise Sprache vermeidet unklare Wörter wie „Dinge“, „Sachen“, „irgendwie“ oder „voll“. Besser sind genaue Begriffe wie Lernmotivation, Medienkompetenz, Konzentration, Gerechtigkeit, Verantwortung oder Teilhabe.


Häufige Fehler und bessere Lösungen

Häufiger Fehler Warum er problematisch ist Bessere Lösung
Nur Meinung ohne Begründung Die Aussage bleibt unbelegt. Jede These mit Begründung und Beispiel stützen.
Unklare Fragestellung Der Text verliert den Fokus. Die Leitfrage am Ende der Einleitung deutlich formulieren.
Zufällige Reihenfolge Die Argumentation wirkt ungeordnet. Argumente nach Stärke und Zusammenhang sortieren.
Fehlende Gegenposition Eine dialektische Erörterung bleibt einseitig. Pro und Contra fair darstellen.
Schwacher Schluss Das Ergebnis bleibt unklar. Fragestellung beantworten und Urteil begründen.
Keine Überarbeitung Sprachliche und logische Fehler bleiben stehen. Am Ende mit Checkliste prüfen.


Checkliste für die Überarbeitung

  1. Aufgabenstellung: Habe ich die geforderte Erörterungsart eingehalten?
  2. Einleitung: Führt mein Einstieg sinnvoll zur Fragestellung?
  3. Hauptteil: Sind meine Argumente vollständig und logisch geordnet?
  4. Argumentationskette: Enthält jedes wichtige Argument These, Begründung, Beispiel oder Beleg und Folgerung?
  5. Schluss: Beantwortet mein Urteil die Leitfrage?
  6. Sprache: Schreibe ich sachlich, präzise und abwechslungsreich?
  7. Absatz: Hat jeder Sinnabschnitt einen eigenen Absatz?
  8. Rechtschreibung: Habe ich Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik überprüft?


Beispiel einer Gliederung

Thema: „Sollten Hausaufgaben abgeschafft werden?“

Teil Inhalt
Einleitung Aktuelle Diskussion über Belastung, Freizeit und Lernen; Leitfrage formulieren.
Contra zur eigenen Position Hausaufgaben können Übung ermöglichen; sie fördern Selbstständigkeit; sie geben Rückmeldung über Lernstand.
Pro zur eigenen Position Hausaufgaben verstärken soziale Unterschiede; sie belasten Familien; gut gestaltete Lernzeit in der Schule kann wirksamer sein.
Schluss Abwägendes Urteil: Hausaufgaben nicht vollständig abschaffen, aber deutlich begrenzen und durch betreute Lernzeiten ergänzen.


Musterabsatz für ein Argument

Ein wichtiges Argument für betreute Lernzeiten statt umfangreicher Hausaufgaben ist die größere Bildungsgerechtigkeit. Nicht alle Schülerinnen und Schüler haben zu Hause dieselben Arbeitsbedingungen, dieselbe Ruhe oder dieselbe Unterstützung. Wenn Aufgaben in der Schule bearbeitet werden, können Lehrkräfte Fragen direkt klären und Schwierigkeiten schneller erkennen. So wird Lernen weniger abhängig vom Elternhaus. Daraus folgt, dass betreute Lernzeiten eine faire Alternative zu umfangreichen Hausaufgaben sein können.


Lernvideo zur Vertiefung

Das folgende Lernvideo erklärt zusätzlich, wie eine Erörterung Schritt für Schritt verfasst werden kann. Nutze es, um die Arbeitsschritte aus diesem aiMOOC zu wiederholen und eigene Notizen zu ergänzen.

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Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist das Hauptziel einer Erörterung? (Eine strittige Frage begründet zu untersuchen) (!Eine Geschichte spannend zu erzählen) (!Einen literarischen Text nur zusammenzufassen) (!Eine Person möglichst genau zu beschreiben)




Welche drei Grundteile hat eine Erörterung? (Einleitung Hauptteil Schluss) (!Überschrift Figurenrede Pointe) (!These Reim Strophe) (!Quelle Bildunterschrift Glossar)




Was gehört zu einer vollständigen Argumentationskette? (These Begründung Beispiel Folgerung) (!Titel Autor Erscheinungsjahr Verlag) (!Reim Vers Strophe Kadenz) (!Ort Zeit Figuren Erzähler)




Wann ist eine dialektische Erörterung besonders passend? (Wenn eine Streitfrage mit Pro und Contra untersucht wird) (!Wenn ein Gedicht formal analysiert wird) (!Wenn ein Unfallbericht geschrieben wird) (!Wenn eine Fantasiegeschichte erfunden wird)




Was bedeutet Stoffsammlung beim Schreiben einer Erörterung? (Ideen Argumente Beispiele und Belege sammeln) (!Den fertigen Text sauber abschreiben) (!Nur die Rechtschreibung kontrollieren) (!Die Überschrift farbig gestalten)




Welche Funktion hat der Schluss einer Erörterung? (Er beantwortet die Leitfrage mit einem begründeten Urteil) (!Er führt neue Hauptargumente ausführlich ein) (!Er ersetzt die Einleitung vollständig) (!Er enthält ausschließlich Zitate)




Was ist ein Beleg in einer Erörterung? (Eine Stütze für ein Argument durch Fakten Quellen oder Beobachtungen) (!Eine beliebige persönliche Vorliebe) (!Ein Schmuckelement am Seitenrand) (!Ein anderes Wort für Überschrift)




Was ist bei einer textgebundenen Erörterung besonders wichtig? (Der Ausgangstext wird verstanden analysiert und bewertet) (!Der Ausgangstext wird vollständig abgeschrieben) (!Die eigene Meinung ersetzt jede Textarbeit) (!Die Einleitung besteht nur aus einem Zitat)




Welche Reihenfolge passt zur Vorbereitung eines Aufsatzes? (Aufgabe verstehen Material sammeln gliedern schreiben überarbeiten) (!Schreiben abgeben planen lesen verbessern) (!Schluss schreiben Thema vergessen Einleitung suchen) (!Zitate zählen Rand bemalen Heft schließen)




Was macht einen Aufsatz überzeugend? (Klare Struktur gute Argumente passende Beispiele und sachliche Sprache) (!Viele Ausrufezeichen und Umgangssprache) (!Möglichst lange Sätze ohne Absätze) (!Nur eine Meinung ohne Begründung)





Memory

These Klare Behauptung
Begründung Erklärung des Warum
Beispiel Anschaulicher Einzelfall
Beleg Stützende Quelle
Folgerung Konsequenz des Arguments
Einleitung Hinführung zur Leitfrage
Hauptteil Entfaltung der Argumente
Schluss Begründetes Urteil





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Aufgabenstellung verstehen Vorbereitung
Material sammeln Stoffsammlung
Argumente ordnen Gliederung
Aufsatz ausformulieren Schreibphase
Text prüfen Überarbeitung






Kreuzworträtsel

These Wie nennt man eine klare Behauptung die begründet werden muss?
Beleg Wie nennt man eine Stütze für ein Argument durch Fakten oder Quellen?
Einleitung Welcher Teil führt zum Thema und zur Leitfrage hin?
Hauptteil Welcher Teil enthält die Argumente?
Schluss Welcher Teil formuliert das abschließende Urteil?
Argument Wie nennt man eine begründete Aussage in einer Erörterung?
Gliederung Wie nennt man den Bauplan eines Aufsatzes?
Sachlichkeit Welche Schreibhaltung vermeidet unsachliche Angriffe?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Eine gute

untersucht eine strittige Frage mit nachvollziehbaren Gründen. Am Anfang steht eine

die zum Thema hinführt. Im

werden die Argumente geordnet entfaltet. Eine vollständige Argumentationskette enthält eine

die begründet werden muss. Ein passendes

macht das Argument anschaulich. Ein

kann eine Aussage zusätzlich stützen. Bei der

Erörterung werden Pro und Contra abgewogen. Am Ende formuliert der

ein begründetes Urteil. Vor der Abgabe solltest Du Deinen Text

und auf roten Faden Sprache und Rechtschreibung prüfen.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Themenfrage finden: Formuliere zu Deinem Alltag fünf Streitfragen die sich für eine Erörterung eignen und wähle die beste Frage aus.
  2. Pro-Contra-Liste: Erstelle zu der Frage „Sollten Smartphones im Unterricht erlaubt sein?“ je fünf Pro- und Contra-Argumente.
  3. Argumentationskette: Schreibe zu einem selbst gewählten Thema eine vollständige Argumentationskette aus These Begründung Beispiel und Folgerung.
  4. Einleitung schreiben: Verfasse drei unterschiedliche Einleitungen zu derselben Streitfrage und vergleiche welche am besten zum Thema führt.


Standard

  1. Lineare Erörterung: Schreibe eine lineare Erörterung zur Frage „Warum ist Lesen für Jugendliche wichtig?“ und ordne die Argumente steigernd.
  2. Dialektische Erörterung: Erstelle eine Gliederung nach dem Sanduhrprinzip zur Frage „Sollten Hausaufgaben begrenzt werden?“.
  3. Textgebundene Stellungnahme: Suche einen kurzen Kommentar aus einer Zeitung oder einem Jugendmagazin und schreibe eine begründete Stellungnahme dazu.
  4. Überarbeitungskonferenz: Tausche Deinen Aufsatz mit einer Mitschülerin oder einem Mitschüler und gebt Euch Rückmeldung zu Aufbau Argumenten und Sprache.


Schwer

  1. Debatte vorbereiten: Plane eine Klassendebatte zu einer aktuellen Streitfrage und entwickle für beide Seiten starke Argumente mit Belegen.
  2. Erörterung mit Quellen: Schreibe eine Erörterung zu einem gesellschaftlichen Thema und nutze mindestens drei seriöse Quellen als Belege.
  3. Argumente bewerten: Untersuche einen Kommentar darauf ob die Argumente logisch belegt und fair formuliert sind und schreibe eine kritische Analyse.
  4. Aufsatzportfolio: Erstelle ein Portfolio mit Planung Gliederung Erstfassung Feedback Überarbeitung und Reflexion zu einer eigenen Erörterung.



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Lernkontrolle

  1. Transferaufgabe Argumentation: Erkläre an einem neuen Thema warum eine bloße Meinung noch kein Argument ist und entwickle zwei vollständige Argumentationsketten.
  2. Strukturvergleich: Vergleiche lineare und dialektische Erörterung anhand zweier Beispielthemen und begründe welche Erörterungsart jeweils besser passt.
  3. Textüberarbeitung: Überarbeite einen fehlerhaften Erörterungsabschnitt so dass These Begründung Beispiel und Folgerung klar erkennbar werden.
  4. Urteilsbildung: Beurteile eine Streitfrage aus Deinem Schulalltag und zeige wie Gegenargumente Deine eigene Position verändern oder präzisieren können.
  5. Quellenkritik: Prüfe drei mögliche Belege zu einem Thema und entscheide welche davon überzeugend seriös und passend sind.
  6. Schreibreflexion: Beschreibe Deinen eigenen Schreibprozess und erkläre welche Phase Dir am meisten hilft einen überzeugenden Aufsatz zu verfassen.


Lernnachweis

Für einen vollständigen Lernnachweis erstellst Du eine eigene Erörterung zu einer strittigen Frage aus Schule Alltag Medien oder Gesellschaft. Dein Lernnachweis besteht aus einer Stoffsammlung, einer Gliederung, einer ausgearbeiteten Erörterung und einer kurzen Reflexion. Bewertet werden nicht nur richtige Fachbegriffe, sondern vor allem gedankliche Klarheit, Aufbau, Argumentqualität, Belege, sprachliche Präzision und Überarbeitung.

Kriterium Anforderungen
Thema und Leitfrage Die Fragestellung ist klar erkennbar und wird durchgehend beachtet.
Aufbau Einleitung Hauptteil und Schluss sind sinnvoll gestaltet und miteinander verbunden.
Argumentation Die Argumente sind logisch geordnet vollständig begründet und durch Beispiele oder Belege gestützt.
Abwägung Gegenpositionen werden fair dargestellt und in das eigene Urteil einbezogen.
Sprache Der Text ist sachlich präzise abwechslungsreich und verständlich formuliert.
Überarbeitung Rechtschreibung Zeichensetzung Absätze und roter Faden wurden sorgfältig geprüft.


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Baden-Württemberg

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  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Mittlere Reife

  1. Der Markisenmann - Jan Weiler oder Als die Welt uns gehörte - Liz Kessler
  2. Ein Schatten wie ein Leopard - Myron Levoy oder Pampa Blues - Rolf Lappert

Abitur Dorfrichter-Komödie über Wahrheit/Schuld; Roman über einen Ort und deutsche Geschichte. Mittlere Reife Wahllektüren (Roadtrip-Vater-Sohn / Jugendroman im NS-Kontext / Coming-of-age / Provinzroman).

Bayern

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
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Berlin/Brandenburg

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Hamburg

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
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Hessen

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
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Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

Niedersachsen

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  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

Nordrhein-Westfalen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Komödie über Wahrheit und Autorität; Roman als literarische „Geschichtsschichtung“ an einem Ort.

Saarland

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  1. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
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Sachsen (berufliches Gymnasium)

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Irrungen, Wirrungen - Theodor Fontane
  4. Der gute Mensch von Sezuan - Bertolt Brecht
  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
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Abitur Mischung aus Klassiker-Drama, sozialem Drama, realistischem Roman, epischem Theater und Gegenwarts-/Erinnerungsroman; zusätzlich Coming-of-age im historischen Kontext.

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  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Themenfelder)

Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

Schleswig-Holstein

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

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Thüringen

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool)

Abitur In der Praxis häufig Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool; landesweite Einzeltitel je nach Vorgabe/Handreichung nicht einheitlich ausgewiesen.

Mecklenburg-Vorpommern

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