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Direkte Instruktion - Pädagogik

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Direkte Instruktion - Pädagogik



Direkte Instruktion - Pädagogik

Studienfach: Pädagogik

Die Direkte Instruktion ist ein systematisches, lehrkraftgesteuertes und zugleich lernstandsorientiertes Modell der Unterrichtsgestaltung. Es verbindet transparente Lernziele, klar strukturierte Erklärungen, Modellierung, häufige Verständnisprüfungen, angeleitetes Üben, präzises Feedback und zunehmend selbstständige Anwendung. Im Mittelpunkt steht nicht eine möglichst lange Rede der Lehrperson, sondern ein überprüfbarer Lernprozess, bei dem die Unterstützung schrittweise an den Kompetenzzuwachs der Lernenden angepasst wird.


Einleitung

Direkte Instruktion wird häufig vorschnell mit Frontalunterricht gleichgesetzt. Diese Gleichsetzung greift zu kurz. Ein Lehrvortrag kann zwar Bestandteil der Direkten Instruktion sein, doch das Modell verlangt zusätzlich die aktive Beteiligung der Lernenden, zahlreiche Gelegenheiten zum Antworten und Üben, fortlaufende Diagnose sowie eine schrittweise Übergabe der Verantwortung. Eine schlecht umgesetzte Direkte Instruktion kann passiv und starr wirken; eine fachlich gute Umsetzung ist dagegen interaktiv, adaptiv und auf Selbstständigkeit ausgerichtet.

Für das Studium der Pädagogik ist eine begriffliche Unterscheidung wichtig: Der Ausdruck direkte Instruktion kann ein allgemeines, forschungsbasiertes Unterrichtsmodell bezeichnen. Direct Instruction mit Großschreibung bezeichnet häufig die stärker programmatisch ausgearbeiteten, teilweise skriptbasierten Curricula, die auf Siegfried Engelmann zurückgehen. Beide Traditionen überschneiden sich, sind aber nicht vollständig identisch.

Der Kurs führt Dich von den theoretischen Grundlagen über die Planung und Durchführung bis zur kritischen Analyse. Du lernst, für welche Ziele Direkte Instruktion geeignet ist, wie sie mit Scaffolding, formativer Diagnostik, kognitiver Belastung und Transfer zusammenhängt und wie sie mit offenen oder kooperativen Lernformen kombiniert werden kann.


Lernziele

Nach der Bearbeitung kannst Du

  1. Direkte Instruktion begrifflich von Frontalunterricht, Entdeckendes Lernen und skriptbasierten Direct-Instruction-Programmen unterscheiden.
  2. zentrale Phasen einer direkt-instruktiven Lernsequenz fachlich begründen und für verschiedene Zielgruppen planen.
  3. Lernziele, Erfolgskriterien, Beispiele, Gegenbeispiele, Fragen, Hilfen und Feedback lernwirksam formulieren.
  4. die Rolle von Arbeitsgedächtnis, Vorwissen, Automatisierung und kognitiver Belastung erklären.
  5. empirische Befunde zu Wirksamkeit und Grenzen kritisch einordnen.
  6. Direkte Instruktion adaptiv, inklusiv und ethisch verantwortlich einsetzen.
  7. eine Unterrichtssequenz beobachten, analysieren und anhand transparenter Kriterien verbessern.


Voraussetzungen und Zielgruppe

Der aiMOOC richtet sich an Studierende der Pädagogik, Erziehungswissenschaft, Lehramtsstudiengänge, Sonderpädagogik, Sozialpädagogik und Berufspädagogik sowie an Lehrkräfte in Aus- und Fortbildung. Grundkenntnisse in Didaktik, Lernpsychologie und Unterrichtsplanung sind hilfreich, aber nicht zwingend.


Begriff und theoretische Einordnung


Arbeitsdefinition

Direkte Instruktion ist eine Unterrichtsform, bei der die Lehrperson den Aufbau neuen Wissens oder neuer Fertigkeiten zunächst deutlich strukturiert, erklärt und modelliert. Sie beobachtet die Reaktionen der Lernenden, prüft fortlaufend deren Verständnis, gibt unmittelbare Rückmeldung und reduziert die Unterstützung erst, wenn ausreichende Sicherheit erkennbar ist. Kennzeichnend sind kleine Lernschritte, hohe aktive Beteiligung, eine günstige Erfolgsquote, systematische Übung und geplante Wiederholung.[1]

Direkte Instruktion ist damit weder bloßes Erklären noch eine bestimmte Sozialform. Sie kann Phasen im Plenum, in Partnerarbeit, in kleinen Gruppen oder in individueller Übung enthalten. Entscheidend ist die Funktion der Phasen: Lernprozesse werden sichtbar gemacht, angeleitet, diagnostiziert und schrittweise verselbstständigt.


Begriffliche Abgrenzungen

Konzept Zentrale Steuerung Typische Aktivität der Lernenden Verhältnis zur Direkten Instruktion
Direkte Instruktion Lernziele, Lernschritte und Rückmeldungen werden zunächst stark strukturiert. Antworten, erklären, nachahmen, üben, Fehler korrigieren und selbstständig anwenden. Das Gesamtmodell verbindet Erklärung, Interaktion, Diagnose und Übung.
Frontalunterricht Kommunikation und Organisation sind überwiegend auf die Lehrperson ausgerichtet. Zuhören und Beteiligung am Unterrichtsgespräch. Kann eine Phase sein, umfasst aber nicht zwingend Modellierung, adaptive Übung und systematische Verständnisprüfung.
Entdeckendes Lernen Die Lernumgebung eröffnet Probleme und Materialien; Lernwege sind weniger direkt vorgegeben. Hypothesen bilden, erkunden, vergleichen und Lösungen entwickeln. Kann nach dem Aufbau tragfähigen Vorwissens folgen oder durch Leitfragen stärker geführt werden.
Direct Instruction nach Engelmann Inhalte, Beispiele, Reaktionen und Korrekturen sind häufig detailliert sequenziert. Sehr häufige, teils chorische Antworten und systematisch aufgebaute Übungen. Spezifische Programmtradition innerhalb des weiteren Feldes expliziter und direkter Instruktion.
Selbstreguliertes Lernen Lernende planen, überwachen und bewerten zunehmend den eigenen Lernprozess. Ziele setzen, Strategien wählen, Fortschritt prüfen und reflektieren. Ist kein Gegensatz: Gute Direkte Instruktion bereitet Selbstregulation vor und gibt Verantwortung schrittweise ab.


Historische Entwicklung

Wichtige Linien führen zur Verhaltenspsychologie, zur empirischen Unterrichtsforschung und zur Kognitionspsychologie. Siegfried Engelmann und Kolleginnen und Kollegen entwickelten seit den 1960er-Jahren stark sequenzierte Programme. Barak Rosenshine und Robert Stevens fassten Forschung zu erfolgreichen Lehrfunktionen zusammen. Rosenshines spätere Prinzipien verbinden Befunde aus der Kognitionsforschung, der Beobachtung besonders erfolgreicher Lehrkräfte und der Forschung zu kognitiven Unterstützungen.[2]

Im US-amerikanischen Project Follow Through wurden seit Ende der 1960er-Jahre verschiedene Fördermodelle verglichen. Das Direct-Instruction-Modell erzielte auf den eingesetzten Tests in mehreren Bereichen starke Ergebnisse. Die Studie war wegen ihrer Größe einflussreich, ihre Interpretation verlangt jedoch Vorsicht: Die Zuweisung war nicht durchgehend randomisiert, die Umsetzung unterschied sich zwischen Standorten, und die verwendeten Zielmaße bildeten nicht alle denkbaren Bildungsziele ab.[3]


Lernpsychologische Grundlagen


Arbeitsgedächtnis, Langzeitgedächtnis und Vorwissen

Beim Lernen neuer Inhalte ist die Verarbeitungskapazität des Arbeitsgedächtnisses begrenzt. Umfangreiches, gut vernetztes Wissen im Langzeitgedächtnis erleichtert dagegen das Verstehen, weil vertraute Muster als größere Einheiten verarbeitet werden können. Direkte Instruktion reagiert darauf, indem sie Vorwissen aktiviert, neue Informationen dosiert, Ablenkungen reduziert und zwischen den Schritten Übung ermöglicht.

Die Aussage, Unterricht müsse in kleinen Schritten erfolgen, bedeutet nicht, dass Inhalte dauerhaft vereinfacht werden. Kleine Schritte sind eine vorübergehende Strukturierung für den Aufbau komplexer Schemata. Sobald Lernende zentrale Beziehungen sicher beherrschen, können Aufgaben offener, umfangreicher und transferorientierter werden.


Kognitive Belastung

Die Theorie der kognitiven Belastung unterscheidet Belastungen, die aus der Komplexität des Inhalts entstehen, von vermeidbaren Belastungen durch eine ungünstige Darstellung. Eine gute Erklärung koordiniert Sprache, Beispiele, Visualisierung und Handlungen so, dass die Aufmerksamkeit auf die entscheidenden Beziehungen gelenkt wird. Überflüssige Informationen, unklare Arbeitsaufträge und ein zu schneller Wechsel zwischen Darstellungen können den Lernprozess erschweren.

Besonders Lernende mit geringem Vorwissen profitieren häufig von deutlicher Führung. Mit wachsender Expertise kann dieselbe Unterstützung unnötig oder sogar hinderlich werden. Dieses als Expertise-Umkehr-Effekt diskutierte Phänomen begründet, warum Unterstützung diagnostisch angepasst und allmählich ausgeblendet werden muss.


Modellierung und lautes Denken

Bei der Modellierung zeigt die Lehrperson nicht nur ein Ergebnis, sondern macht den Lösungsweg beobachtbar. Durch Lautes Denken werden Entscheidungen, Prüfungen und Korrekturen sprachlich expliziert. Ein gutes Modell enthält

  1. eine klare Problemrepräsentation und ein benanntes Ziel.
  2. eine begründete Auswahl von Strategien.
  3. sichtbare Zwischenschritte und Kontrollfragen.
  4. einen konstruktiven Umgang mit typischen Fehlern.
  5. eine abschließende Prüfung des Ergebnisses anhand der Erfolgskriterien.

Modellierung ist besonders wichtig, wenn Lernende sonst nur das fertige Produkt sehen würden, etwa beim Schreiben, Interpretieren, Diagnostizieren oder mathematischen Problemlösen.


Scaffolding und schrittweise Verantwortungsübergabe

Scaffolding bezeichnet eine vorübergehende Lernunterstützung, die anspruchsvolle Handlungen ermöglicht und später reduziert wird. Mögliche Hilfen sind Satzanfänge, Ablaufpläne, teilweise gelöste Beispiele, Leitfragen, Merkkarten, visuelle Markierungen oder Rückmeldeschleifen.

Die bekannte Kurzform Ich mache es vor – wir machen es gemeinsam – Du machst es selbst beschreibt die Richtung der Verantwortungsübergabe, darf aber nicht als starres Dreierschema missverstanden werden. Je nach Diagnose können Phasen wiederholt, verkürzt oder neu kombiniert werden.


Übung, Abruf und Automatisierung

Übung ist mehr als Wiederholung derselben Aufgabe. Lernwirksame Übung variiert Beispiele, ruft Wissen aktiv ab, verteilt Wiederholungen über die Zeit und verbindet Sicherheit mit Transfer. Abrufübung, Verteiltes Lernen und gemischte Aufgabenformate helfen, Wissen langfristig verfügbar zu machen. Automatisierung entlastet das Arbeitsgedächtnis, darf aber nicht auf bedeutungsloses Auswendiglernen reduziert werden: Basale Routinen sollen komplexeres Denken ermöglichen.


Phasen einer direkt-instruktiven Lernsequenz

Die folgenden Phasen bilden ein Planungsmodell. In realen Lehrsituationen können sie ineinandergreifen oder mehrfach durchlaufen werden.


Phase 1: Lernstand klären und Vorwissen aktivieren

Die Lehrperson erhebt, welche Begriffe, Verfahren und Fehlvorstellungen bereits vorhanden sind. Kurze Diagnoseaufgaben, Abstimmungen, Beispielsortierungen oder Abrufimpulse machen Lernvoraussetzungen sichtbar. Die Diagnose dient nicht primär der Benotung, sondern der Entscheidung über Einstieg, Tempo und Unterstützungsbedarf.

Leitfragen für die Planung:

  1. Welches Vorwissen ist für die neue Aufgabe unverzichtbar?
  2. Welche typische Fehlvorstellung könnte das Verständnis blockieren?
  3. Wie kann jede Person in kurzer Zeit eine beobachtbare Antwort geben?
  4. Welche Reaktion folgt auf unterschiedliche Diagnoseergebnisse?


Phase 2: Lernziel und Erfolgskriterien transparent machen

Ein Lernziel beschreibt, was Lernende nach der Sequenz verstehen, erklären oder ausführen können. Erfolgskriterien konkretisieren, woran eine gelungene Leistung erkannt wird. Die Formulierung Heute behandeln wir Bruchrechnung benennt nur ein Thema. Präziser wäre: Du kannst zwei Brüche mit unterschiedlichen Nennern addieren, Deinen Rechenweg begründen und das Ergebnis kürzen.

Transparenz bedeutet nicht, jedes Detail vorwegzunehmen. Sie schafft Orientierung und ermöglicht Selbsteinschätzung, Peer-Feedback und zielbezogene Rückmeldung.


Phase 3: Erklären und modellieren

Neue Inhalte werden in logisch verbundenen Schritten präsentiert. Beispiele und Gegenbeispiele verdeutlichen die Grenzen eines Begriffs. Bei Verfahren modelliert die Lehrperson den Denk- und Handlungsprozess. Visuelle Darstellungen werden sprachlich erläutert, zentrale Merkmale hervorgehoben und unnötige Komplexität vermieden.

Eine Erklärung ist erst dann didaktisch erfolgreich, wenn Lernende die entscheidende Beziehung nachvollziehen können. Verständliche Sprache allein genügt nicht; entscheidend sind die fachliche Struktur, die Auswahl der Beispiele und die Prüfung des Verständnisses.


Phase 4: Aktive Verständnisprüfung

Verständnisprüfung darf nicht auf die Frage Habt Ihr alles verstanden? reduziert werden. Geeignet sind kurze Antworten aller Lernenden, Mini-Whiteboards, Entscheidungskarten, Begründungssätze, Fehlersuche, Sortieraufgaben oder digitale Abstimmungen. Die Lehrperson sammelt Evidenz darüber, wie gedacht wurde.

Gute Fragen decken unterschiedliche Tiefen ab:

  1. Reproduktion: Welcher Begriff passt?
  2. Erklärung: Warum gilt die Regel?
  3. Vergleich: Worin unterscheiden sich zwei Beispiele?
  4. Fehleranalyse: An welcher Stelle wird der Gedankengang unzulässig?
  5. Transfer: Wie verändert sich die Lösung in einer neuen Situation?


Phase 5: Angeleitetes Üben

Beim angeleiteten Üben bearbeiten Lernende Aufgaben mit unmittelbarer Unterstützung. Die Lehrperson beobachtet Lösungswege, fragt nach Begründungen, gibt Hinweise und entscheidet, ob ein weiterer gemeinsamer Durchgang nötig ist. Die Aufgabenfolge sollte vom typischen Beispiel zu variierenden und zunehmend anspruchsvollen Fällen führen.

Eine hohe Erfolgsquote ist kein Selbstzweck und bedeutet nicht, Fehler zu vermeiden. Sie zeigt, dass die Aufgabe herausfordernd, aber mit der verfügbaren Unterstützung bewältigbar ist. Fehler werden als diagnostische Information genutzt.


Phase 6: Feedback und Korrektur

Feedback ist lernwirksam, wenn es sich auf Ziel, gegenwärtigen Stand und nächsten Schritt bezieht. Es soll spezifisch, zeitnah und handlungsorientiert sein. Reines Lob wie Gut gemacht informiert kaum darüber, was gelungen ist. Hilfreicher ist: Deine Begründung nennt die Regel korrekt. Prüfe nun, ob sie auch auf das Gegenbeispiel zutrifft.

Bei fehlerhaften Antworten kann eine Korrekturfolge so aussehen:

  1. Antwort aufmerksam aufnehmen und die zugrunde liegende Idee identifizieren.
  2. den Fehler präzise benennen, ohne die Person abzuwerten.
  3. einen Hinweis oder ein kürzeres Beispiel geben.
  4. die korrekte Antwort erneut erzeugen lassen.
  5. nach kurzer Zeit mit einem ähnlichen Fall prüfen, ob die Korrektur trägt.


Phase 7: Selbstständige Übung und Transfer

Selbstständiges Üben beginnt, wenn Lernende die grundlegenden Schritte mit ausreichender Sicherheit ausführen können. Die Lehrperson beobachtet zunächst weiter, reduziert aber direkte Hilfen. Aufgaben variieren Oberflächenmerkmale, verlangen Begründungen und führen schrittweise zu neuen Kontexten.

Transfer entsteht nicht automatisch. Er muss durch Vergleiche, Kontrastfälle, Fragen nach Gemeinsamkeiten und bewusste Anwendung in veränderten Situationen vorbereitet werden.


Phase 8: Wiederholung und kumulativer Aufbau

Kurze tägliche Rückblicke sowie wöchentliche und längerfristige Wiederholungen stabilisieren Wissen. Kumulative Aufgaben verbinden neue Inhalte mit älteren. Dabei sollte nicht nur wiedererkannt, sondern aktiv abgerufen, erklärt und angewendet werden. Der Lernfortschritt wird dokumentiert, damit weitere Unterstützung gezielt geplant werden kann.


Rosenshines Prinzipien als Planungsrahmen

Barak Rosenshine formulierte zehn forschungsbasierte Prinzipien: Vorwissen wiederholen, neues Material in kleinen Schritten anbieten, viele Fragen stellen, Modelle bereitstellen, Übung anleiten, Verständnis prüfen, eine hohe Erfolgsquote ermöglichen, schwierige Aufgaben durch Gerüste unterstützen, selbstständige Übung verlangen und überwachen sowie wöchentlich und monatlich wiederholen.[4]

Diese Prinzipien sind keine mechanische Checkliste. Sie müssen in Fachlogik, Lernziel, Alter, Vorwissen und institutionellen Kontext übersetzt werden. Im Studium solltest Du deshalb nicht nur fragen, ob ein Prinzip sichtbar ist, sondern welche Funktion es in der konkreten Lernsituation erfüllt.

Prinzip Beobachtbares Merkmal Pädagogische Begründung
Vorwissen wiederholen Lernende rufen relevante Begriffe oder Verfahren aktiv ab. Verfügbares Vorwissen erleichtert das Verstehen neuer Beziehungen.
Kleine Schritte Nach einem begrenzten Input folgt Verarbeitung oder Übung. Das Arbeitsgedächtnis wird nicht unnötig überlastet.
Viele Fragen Alle Lernenden erzeugen häufig Antworten und Begründungen. Lernaktivität und Diagnose werden miteinander verbunden.
Modelle geben Denk- und Handlungsschritte werden sichtbar gemacht. Unsichtbare Expertenstrategien werden für Novizinnen und Novizen zugänglich.
Angeleitet üben Unterstützung ist während der ersten Anwendungen verfügbar. Fehlwege werden früh erkannt und tragfähige Routinen aufgebaut.
Verständnis prüfen Entscheidungen beruhen auf Lernprodukten statt auf Vermutungen. Unterricht kann adaptiv fortgesetzt oder korrigiert werden.
Hohe Erfolgsquote Die meisten Aufgaben werden mit angemessener Anstrengung bewältigt. Schwierigkeit und Unterstützung sind produktiv aufeinander abgestimmt.
Gerüste bereitstellen Hilfen strukturieren anspruchsvolle Teilhandlungen. Komplexe Leistungen werden möglich, bevor alle Teilprozesse automatisiert sind.
Selbstständig üben Lernende wenden Wissen ohne unmittelbare Vormachhilfe an. Verantwortung und Abrufstärke nehmen zu.
Langfristig wiederholen Ältere Inhalte kehren verteilt und kumulativ wieder. Vergessen wird begrenzt und Wissen besser vernetzt.


Planung einer Unterrichtseinheit


Rückwärts planen

Beginne nicht mit einer Aktivität, sondern mit der angestrebten Kompetenz. Eine robuste Planung folgt der Rückwärtsplanung:

  1. Formuliere ein fachlich präzises Lernziel.
  2. bestimme beobachtbare Erfolgskriterien.
  3. entwickle eine kurze Abschlussaufgabe als Nachweis.
  4. analysiere notwendiges Vorwissen und wahrscheinliche Fehlvorstellungen.
  5. zerlege die Kompetenz in sinnvolle Lernschritte.
  6. wähle Modelle, Beispiele und Gegenbeispiele.
  7. plane Fragen und Antwortformate für alle Lernenden.
  8. entwirf angeleitete und selbstständige Übung.
  9. lege Reaktionen auf typische Fehler fest.
  10. plane Wiederholung und Transfer.


Beispiel aus der Hochschullehre

Thema: Korrelation und Kausalität in der empirischen Bildungsforschung

Planungsbaustein Konkretisierung
Lernziel Studierende können aus einer Korrelation keine Kausalität ableiten, mögliche Drittvariablen benennen und ein geeigneteres Untersuchungsdesign vorschlagen.
Vorwissen Variablen, Streudiagramm, Korrelation, Experiment und Beobachtungsstudie.
Modellierung Die Lehrperson analysiert laut denkend eine Schlagzeile, markiert unzulässige Schlussfolgerungen und formuliert Alternativerklärungen.
Verständnisprüfung Alle Studierenden klassifizieren drei Aussagen und begründen eine Entscheidung schriftlich.
Angeleitetes Üben Zwei Studienkurztexte werden gemeinsam anhand eines Prüfschemas analysiert.
Feedback Rückmeldung fokussiert auf Schlussregel, Drittvariablen und Passung des Designs.
Selbstständige Anwendung Studierende prüfen einen neuen Medienbericht und erstellen eine korrigierte, wissenschaftlich angemessene Überschrift.
Transfer Die Methode wird auf eine Frage aus Gesundheits-, Sozial- oder Medienpädagogik übertragen.


Beispiel aus der Schulpädagogik

Thema: Argumentative Absätze schreiben

Die Lehrperson zeigt zunächst einen gelungenen Absatz und macht dessen Struktur aus Behauptung, Begründung, Beleg und Rückbindung sichtbar. Anschließend modelliert sie laut denkend die Überarbeitung eines schwachen Beispiels. Lernende markieren in mehreren Absätzen die Funktionen, ergänzen gemeinsam fehlende Begründungen und verfassen danach einen eigenen Absatz. Die Unterstützung wird von einer vollständigen Vorlage über Satzanfänge bis zur freien Formulierung reduziert.


Beispiel aus der naturwissenschaftlichen Bildung

Bei einem Experiment reicht es nicht, nur die Durchführung vorzugeben. Direkte Instruktion kann Sicherheitsregeln, Messverfahren und die Kontrolle von Variablen modellieren. Sobald diese Grundlagen verfügbar sind, können Lernende eigene Hypothesen prüfen und Untersuchungsvarianten entwickeln. So ergänzen sich explizite Einführung und forschendes Lernen.


Diagnostik, Differenzierung und Inklusion


Adaptive Steuerung

Direkte Instruktion ist nur dann lernstandsorientiert, wenn Antworten Konsequenzen haben. Zeigen viele Lernende dieselbe Fehlvorstellung, wird erneut erklärt oder ein kontrastierendes Beispiel eingesetzt. Benötigt nur eine Teilgruppe Unterstützung, kann sie zusätzliche angeleitete Übung erhalten, während andere an Transferaufgaben arbeiten.

Binnendifferenzierung kann über Tempo, Umfang, Darstellungsform, Hilfen, Komplexität und Produkt erfolgen. Das Lernziel muss dabei nicht für alle identisch operationalisiert sein. In inklusiven Gruppen können gemeinsame Gegenstände mit unterschiedlichen Zugängen und Unterstützungsniveaus verbunden werden.


Sprachsensibler Unterricht

Fachsprache ist zugleich Lerngegenstand und Lernmedium. Direkte Instruktion kann sprachliche Anforderungen sichtbar machen, Begriffe mit Beispielen und Gegenbeispielen klären, Satzmuster modellieren und mündliche Vorübungen anbieten. Sprachliche Hilfen sollen fachliches Denken ermöglichen und später reduziert werden.

Wichtig ist, Mehrsprachigkeit nicht als Defizit zu behandeln. Vorwissen darf in unterschiedlichen Sprachen aktiviert, Begriffe dürfen kontrastiert und vielfältige Ausdruckswege genutzt werden.


Barrierearme Gestaltung

Eine barrierearme Sequenz

  1. kündigt Ziele, Ablauf und Übergänge verlässlich an.
  2. kombiniert verständliche Sprache mit geeigneten visuellen oder handelnden Darstellungen.
  3. bietet ausreichend Verarbeitungszeit.
  4. ermöglicht verschiedene Formen der Antwort, sofern sie zum Lernziel passen.
  5. vermeidet unnötige Reize und unklare Mehrfachanforderungen.
  6. nutzt Diagnose, ohne Lernende öffentlich zu beschämen.
  7. plant Hilfen als regulären Bestandteil statt als nachträgliche Sonderlösung.


Empirische Befunde und kritische Diskussion


Forschungsbefunde

In John Hatties Synthese aus dem Jahr 2009 wurde Direkte Instruktion mit einer mittleren Effektstärke von etwa d = 0,59 berichtet. Dieser Wert stammt aus einer Zusammenführung älterer Metaanalysen und darf nicht als universelle Garantie verstanden werden. Effektstärken hängen von Vergleichsgruppe, Ziel, Messinstrument, Population und Umsetzungsqualität ab.[5]

Eine Metaanalyse von Jean Stockard und Kolleginnen und Kollegen untersuchte Forschung zu Direct-Instruction-Curricula aus fünf Jahrzehnten. Sie umfasste 328 Studien, 413 Untersuchungsdesigns und annähernd 4.000 Effekte und berichtete im Durchschnitt positive Ergebnisse über verschiedene Fachbereiche und Zielgruppen hinweg.[6]

Aus solchen Befunden folgt nicht, dass jede Form lehrkraftgesteuerten Unterrichts wirksam ist. Die untersuchten Ansätze enthalten spezifische Merkmale wie Sequenzierung, aktive Antworten, Fehlerkorrektur, Übungsdichte und Umsetzungstreue. Ebenso folgt nicht, dass Direkte Instruktion für jedes Bildungsziel oder in jeder Phase überlegen sein muss.


Stärken

  1. Klarheit: Ziele, Schritte und Erfolgskriterien werden sichtbar.
  2. Lernzeit: Übungsgelegenheiten können gezielt und dicht organisiert werden.
  3. Diagnostik: Häufige Antworten liefern Informationen über den Lernstand.
  4. Fehlerkorrektur: Missverständnisse werden früh bearbeitet.
  5. Chancengerechtigkeit: Notwendiges Vorwissen wird nicht stillschweigend vorausgesetzt.
  6. Entlastung: Struktur und Modellierung unterstützen besonders beim Einstieg in neue oder komplexe Inhalte.
  7. Kompetenzaufbau: Basale Fertigkeiten können so gefestigt werden, dass anspruchsvollere Anwendungen möglich werden.


Grenzen und Risiken

  1. Passivität: Werden Antworten und Übungen nicht aktiv gestaltet, kann Unterricht zum Vortrag verarmen.
  2. Übersteuerung: Zu lange oder nicht reduzierte Hilfen können Selbstständigkeit begrenzen.
  3. Zielverengung: Leicht messbare Leistungen dürfen kreative, soziale, ethische und emanzipatorische Bildungsziele nicht verdrängen.
  4. Skriptgläubigkeit: Ein Skript ersetzt keine fachliche Diagnose und keine pädagogische Beziehung.
  5. Kontextblindheit: Beispiele, Sprache und Interaktion müssen kulturell und biografisch anschlussfähig sein.
  6. Umsetzungsqualität: Tempo, Fragen, Feedback und Aufgabenfolge erfordern hohe professionelle Kompetenz.
  7. Motivation: Kontrolle ohne Autonomieunterstützung kann Interesse und Eigenverantwortung schwächen.


Kein Methodenmonismus

Die pädagogisch relevante Frage lautet nicht Direkte Instruktion oder offenes Lernen?, sondern Welche Form der Führung benötigen diese Lernenden für dieses Ziel zu diesem Zeitpunkt? Grundlagen können zunächst explizit aufgebaut werden. Danach können Kooperatives Lernen, Projektunterricht, Problembasiertes Lernen, Diskussion, Erkundung oder Gestaltung folgen. Umgekehrt können offene Lernphasen durch kurze direkte Impulse unterstützt werden, wenn ein gemeinsames Werkzeug oder eine neue Strategie benötigt wird.


Professionelles Handeln der Lehrperson


Beobachtbare Qualitätsmerkmale

Eine professionell umgesetzte Direkte Instruktion zeigt folgende Merkmale:

  1. Das Lernziel ist fachlich bedeutsam und für die Lerngruppe erreichbar.
  2. Die Erklärung konzentriert sich auf entscheidende Strukturen.
  3. Modelle machen Denken und Handeln sichtbar.
  4. Alle Lernenden antworten regelmäßig; nicht nur Freiwillige kommen zu Wort.
  5. Die Lehrperson hört diagnostisch zu und reagiert auf Fehlvorstellungen.
  6. Übungen sind sinnvoll sequenziert und enthalten Variation.
  7. Feedback ermöglicht eine konkrete Verbesserung.
  8. Hilfen werden angepasst und schrittweise reduziert.
  9. Selbstständige Anwendung und Transfer sind eingeplant.
  10. Wiederholung ist verteilt und mit früheren Inhalten verknüpft.
  11. Lernende werden respektvoll behandelt und Fehler nicht beschämend thematisiert.


Beobachtungsbogen für Hospitationen

Dimension Beobachtungsfrage Mögliche Evidenz
Zielklarheit Wissen die Lernenden, was sie können sollen und woran Qualität erkennbar ist? Zielaussagen, Kriterien, Bezugnahmen im Feedback.
Struktur Sind die Lernschritte fachlich logisch und kognitiv bewältigbar? Übergänge, Segmentierung, Beispiele und Zusammenfassungen.
Aktivierung Erzeugen möglichst alle Lernenden häufig beobachtbare Antworten? Schreibimpulse, Abstimmungen, Erklärungen, Übungsprodukte.
Diagnose Nutzt die Lehrperson Antworten für weitere Entscheidungen? Wiederholung, zusätzliche Beispiele, Gruppenbildung, Tempoanpassung.
Modellierung Werden unsichtbare Denkprozesse und Qualitätsentscheidungen sichtbar? Lautes Denken, Markierungen, Selbstkorrektur, Kriterienbezug.
Feedback Erhalten Lernende konkrete Hinweise für den nächsten Schritt? Fehlerkorrekturen, Überarbeitungsaufträge, erneute Prüfung.
Verantwortungsübergabe Nimmt die Selbstständigkeit im Verlauf zu? Reduzierte Hilfen, freie Anwendung, Selbsteinschätzung.
Transfer Werden neue Kontexte und begründete Anwendungen verlangt? Kontrastfälle, komplexe Aufgaben, Fallanalysen.


Ethische und pädagogische Reflexion

Unterricht ist nicht nur Technik. Auch eine wirksame Methode muss an Bildung, Mündigkeit, Partizipation, Anerkennung und Gerechtigkeit gemessen werden. Direkte Instruktion ist ethisch problematisch, wenn sie Manipulation, bloße Anpassung oder entwürdigende Kontrolle unterstützt. Sie ist pädagogisch begründbar, wenn sie Lernenden Zugänge zu Wissen und Können eröffnet, Anforderungen transparent macht, vermeidbare Überforderung reduziert und Selbstständigkeit vorbereitet.

Studierende sollten deshalb drei Ebenen unterscheiden:

  1. Instrumentelle Ebene: Erreichen Lernende das definierte Ziel?
  2. Didaktische Ebene: Ist das Ziel fachlich und entwicklungsbezogen sinnvoll?
  3. Normative Ebene: Welche Vorstellungen von Bildung, Teilhabe und Autorität werden verwirklicht?


Zusammenfassung

Direkte Instruktion ist ein strukturiertes und interaktives Modell des Lehrens. Sie beginnt mit Diagnose und Zielklarheit, führt über Erklärung, Modellierung, Verständnisprüfung, angeleitete Übung und Feedback zur selbstständigen Anwendung. Ihre lernpsychologische Plausibilität liegt unter anderem in der begrenzten Kapazität des Arbeitsgedächtnisses, der Bedeutung von Vorwissen, der schrittweisen Schemabildung und der Notwendigkeit verteilter Übung. Forschung weist auf deutliche Lernwirkungen hin, besonders bei klar bestimmbaren Kenntnissen und Fertigkeiten. Die Methode ist jedoch weder ein Allheilmittel noch mit bloßem Frontalvortrag gleichzusetzen. Entscheidend sind Zielpassung, adaptive Umsetzung, fachliche Qualität, respektvolle Interaktion und der geplante Übergang zu Selbstständigkeit und Transfer.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welches Merkmal gehört wesentlich zur Direkten Instruktion? (Fortlaufende Verständnisprüfung) (!Möglichst langer Lehrvortrag) (!Vollständiger Verzicht auf Lernziele) (!Ausschließliche Einzelarbeit)




Wodurch unterscheidet sich Direkte Instruktion von bloßem Frontalvortrag? (Sie verbindet Erklärung mit aktiven Antworten, Diagnose und Übung) (!Sie vermeidet jede Steuerung durch die Lehrperson) (!Sie verwendet grundsätzlich keine Beispiele) (!Sie schließt selbstständige Arbeit aus)




Welche Funktion hat die Modellierung? (Sie macht Denk- und Handlungsschritte sichtbar) (!Sie ersetzt jede Übungsphase) (!Sie dient ausschließlich der Benotung) (!Sie verbirgt Expertenstrategien)




Warum werden neue Inhalte häufig in kleinen Schritten präsentiert? (Um das Arbeitsgedächtnis nicht unnötig zu überlasten) (!Um fachliche Zusammenhänge dauerhaft zu vermeiden) (!Um Lernziele geheim zu halten) (!Um jede anspruchsvolle Aufgabe auszuschließen)




Was kennzeichnet angeleitetes Üben? (Lernende bearbeiten Aufgaben mit verfügbarer Unterstützung und Rückmeldung) (!Lernende erhalten sofort eine Abschlussnote) (!Die Lehrperson spricht ohne Reaktion der Lernenden) (!Fehler werden grundsätzlich ignoriert)




Welche Rückmeldung ist am lernwirksamsten? (Ein spezifischer Hinweis zum nächsten Verbesserungsschritt) (!Ein allgemeines Lob ohne Bezug zur Leistung) (!Eine öffentliche Abwertung der Person) (!Eine Rückmeldung lange nach Abschluss des Lernprozesses)




Wann sollte Unterstützung reduziert werden? (Wenn Diagnose zeigt, dass Lernende zunehmend sicher handeln) (!Immer nach exakt zwei Minuten) (!Bevor Lernende den ersten Schritt verstanden haben) (!Nur am Ende eines Schuljahres)




Welche Aussage zur Wirksamkeitsforschung ist angemessen? (Effekte hängen von Ziel, Vergleich, Zielgruppe und Umsetzungsqualität ab) (!Eine Effektstärke garantiert Erfolg in jeder Situation) (!Eine Metaanalyse ersetzt jede pädagogische Begründung) (!Wirksamkeit ist unabhängig vom Lernziel)




Welche Aussage zum Verhältnis von Direkter Instruktion und offenem Lernen trifft zu? (Beide können in einer begründeten Lernsequenz kombiniert werden) (!Beide schließen sich in jeder Situation aus) (!Offenes Lernen darf nur ohne Vorwissen stattfinden) (!Direkte Instruktion verbietet Transferaufgaben)




Was ist ein wichtiges Ziel selbstständiger Übung? (Wissen und Fertigkeiten ohne unmittelbare Vormachhilfe anwenden) (!Die Diagnose des Vorwissens vollständig ersetzen) (!Jede Rückmeldung dauerhaft verhindern) (!Nur bereits gelöste Aufgaben abschreiben)





Memory

Lernziel Zieltransparenz
Modellierung Lautes Denken
Angeleitetes Üben Verfügbare Unterstützung
Verständnisprüfung Lernstandsdiagnose
Feedback Nächster Lernschritt
Selbstständige Übung Eigenständige Anwendung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Funktion im Lernprozess
Vorwissen aktivieren Relevante Lernvoraussetzungen verfügbar machen
Modellieren Unsichtbare Denk- und Handlungsschritte zeigen
Angeleitet üben Erste Anwendungen mit Unterstützung ermöglichen
Feedback geben Abweichungen klären und Verbesserung anstoßen
Selbstständig anwenden Verantwortung übertragen und Transfer vorbereiten






Kreuzworträtsel

Lernziel Welche Orientierung beschreibt, was nach dem Unterricht gekonnt werden soll?
Modellierung Wie heißt das Sichtbarmachen eines Lösungswegs durch die Lehrperson?
Feedback Wie heißt die zielbezogene Rückmeldung zum Lernstand?
Scaffolding Welcher englische Begriff bezeichnet vorübergehende Lerngerüste?
Automatisierung Wie heißt die zunehmende mühelose Ausführung einer häufig geübten Fertigkeit?
Transfer Wie heißt die Anwendung des Gelernten auf einen neuen Kontext?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Direkte Instruktion ist ein strukturiertes, aber zugleich

Unterrichtsmodell.
Zu Beginn wird relevantes

aktiviert.
Ein präzises

beschreibt die angestrebte Kompetenz.
Beim lauten Denken macht die Lehrperson ihren

sichtbar.
Neue Inhalte werden häufig in kleinen

präsentiert.
Durch Fragen und kurze Aufgaben wird das

aller Lernenden geprüft.
Die erste Anwendung erfolgt beim

Üben mit verfügbarer Unterstützung.
Zielbezogene

informiert über den nächsten Verbesserungsschritt.
Vorübergehende Lerngerüste werden als

bezeichnet.
Mit wachsender Sicherheit wird die Unterstützung schrittweise

.
Verteilte Wiederholung fördert langfristiges

.
Die Anwendung in einem neuen Kontext wird als

bezeichnet.
Direkte Instruktion ist nicht mit einem bloßen

gleichzusetzen.
Ihre Qualität hängt von Zielpassung, Diagnose und professioneller

ab.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Begriffsnetz: Erstelle eine Concept-Map mit den Begriffen Direkte Instruktion, Lernziel, Modellierung, Übung, Feedback, Scaffolding und Transfer. Formuliere an jeder Verbindung eine Beziehungsaussage.
  2. Beispielanalyse: Suche in einer eigenen Lernerfahrung eine Phase, in der eine Person etwas vorgemacht hat. Beschreibe, was an der Modellierung hilfreich oder unklar war.
  3. Lernziel formulieren: Überarbeite drei unpräzise Themenangaben zu beobachtbaren Lernzielen mit passenden Erfolgskriterien.
  4. Erklärvideo: Produziere ein höchstens zweiminütiges Video, das den Unterschied zwischen Direkter Instruktion und bloßem Frontalvortrag an einem Beispiel erklärt.


Standard

  1. Unterrichtsplanung: Entwirf eine 20-minütige direkt-instruktive Sequenz zu einem Thema Deines Studienfachs und begründe die Reihenfolge der Phasen.
  2. Modellierungsskript: Schreibe ein Skript für lautes Denken bei einer anspruchsvollen Aufgabe. Markiere Entscheidungen, Kontrollfragen und eine geplante Selbstkorrektur.
  3. Fehlerdiagnose: Entwickle vier typische Fehlvorstellungen zu einem Lerngegenstand und plane jeweils eine Frage, ein Gegenbeispiel und eine Korrekturreaktion.
  4. Hospitation: Beobachte eine reale oder aufgezeichnete Lehrsequenz mit dem Beobachtungsbogen dieses Kurses. Trenne Beschreibung, Interpretation und Verbesserungsvorschlag.


Schwer

  1. Forschungsanalyse: Vergleiche Hatties zusammengefassten Befund mit der Metaanalyse von Stockard und Kolleginnen und Kollegen. Untersuche Fragestellung, eingeschlossene Studien, Zielgrößen und Grenzen der Schlussfolgerungen.
  2. Methodenkombination: Entwickle eine 90-minütige Sequenz, in der Direkte Instruktion sinnvoll in kooperatives, problemorientiertes oder forschendes Lernen übergeht. Begründe jeden Methodenwechsel.
  3. Inklusive Didaktik: Plane eine direkt-instruktive Lernsequenz für eine heterogene Gruppe mit unterschiedlichen sprachlichen, kognitiven oder sensorischen Voraussetzungen. Lege universelle und individuelle Hilfen fest.
  4. Lehrforschungsprojekt: Entwirf eine kleine Untersuchung zur Qualität einer direkt-instruktiven Sequenz. Formuliere Forschungsfrage, Beobachtungskriterien, Datenerhebung, Datenschutz, Auswertung und Grenzen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Fallanalyse Unterrichtsabbruch: In einer Lehrveranstaltung können nach einer klaren Erklärung nur wenige Studierende eine neue Statistikaufgabe lösen. Analysiere mindestens drei mögliche Ursachen und entwirf eine diagnostisch begründete Reaktion.
  2. Vergleich didaktischer Modelle: Beurteile für den Aufbau einer komplexen Recherchekompetenz, welche Bestandteile direkt instruiert und welche offen erkundet werden sollten. Begründe die Abfolge lernpsychologisch und bildungstheoretisch.
  3. Feedbackdesign: Eine lernende Person liefert eine fachlich teilweise richtige, aber unvollständig begründete Antwort. Formuliere zwei unterschiedliche Rückmeldungen und erkläre, welche Denkprozesse sie wahrscheinlich auslösen.
  4. Transferproblem: Lernende bearbeiten vertraute Übungsaufgaben sicher, scheitern aber an neuen Kontexten. Entwickle eine Aufgabenfolge, die Oberflächenmerkmale variiert und die zugrunde liegende Struktur sichtbar macht.
  5. Evidenzbewertung: Eine Hochschule möchte Direkte Instruktion flächendeckend einführen und verweist auf eine hohe Effektstärke. Prüfe diese Argumentation hinsichtlich Vergleichsbedingungen, Zielgrößen, Population, Umsetzung und normativer Bildungsziele.
  6. Ethisches Dilemma: Eine stark skriptbasierte Unterrichtsvorgabe verbessert Testergebnisse, schränkt aber professionelle Entscheidungen und studentische Mitbestimmung ein. Entwickle eine begründete Position und einen praktikablen Ausgleich.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sind folgende Leistungen wichtig:

  1. eine fachlich korrekte Definition und begründete Abgrenzung der Direkten Instruktion.
  2. die Planung einer vollständigen Lernsequenz mit Diagnose, Lernziel, Modellierung, Verständnisprüfung, angeleiteter Übung, Feedback, selbstständiger Anwendung und Wiederholung.
  3. die didaktische Begründung der Lernschritte durch Arbeitsgedächtnis, Vorwissen, Scaffolding, Übung und Transfer.
  4. die Entwicklung hochwertiger Beispiele, Gegenbeispiele, Fragen und Fehlerkorrekturen.
  5. die Analyse einer Lehrsequenz anhand beobachtbarer Kriterien.
  6. die kritische Einordnung empirischer Befunde ohne unzulässige Verallgemeinerung.
  7. die Reflexion von Differenzierung, Barrierearmut, Beziehung, Macht und Mündigkeit.
  8. ein überarbeitetes Produkt, das zeigt, wie Feedback zur Qualitätsentwicklung genutzt wurde.




OERs zum Thema


Freie und wissenschaftliche Vertiefung

  1. Direkte Instruktion: Überblick, Geschichte, Umsetzung und Forschung.
  2. Didaktik: Einordnung von Zielen, Inhalten, Methoden und Lernvoraussetzungen.
  3. Lernpsychologie: Grundlagen von Gedächtnis, Übung, Motivation und Transfer.
  4. Formative Evaluation: Nutzung von Lernstandsangaben zur Steuerung des weiteren Lernens.
  5. Scaffolding: Temporäre Unterstützung bei anspruchsvollen Lernhandlungen.
  6. Cognitive Load Theory: Erklärung begrenzter Verarbeitungskapazität beim Lernen.
  7. Project Follow Through: Historischer Großversuch mit verschiedenen Unterrichtsmodellen.


Literatur und Forschung

  1. Rosenshine, Barak: Principles of Instruction. Research-Based Strategies That All Teachers Should Know. American Educator, 36, 1, 2012, S. 12–39.
  2. Rosenshine, Barak; Stevens, Robert: Teaching Functions. In: Wittrock, Merlin C. Hrsg.: Handbook of Research on Teaching. 3. Auflage. Macmillan, 1986, S. 376–391.
  3. Stockard, Jean; Wood, Timothy W.; Coughlin, Cristy; Rasplica Khoury, Caitlin: The Effectiveness of Direct Instruction Curricula. A Meta-Analysis of a Half Century of Research. Review of Educational Research, 88, 4, 2018, S. 479–507.
  4. Hattie, John A. C.: Visible Learning. Routledge, 2009.
  5. Helmke, Andreas: Unterrichtsqualität und Lehrerprofessionalität. Klett Kallmeyer.
  6. Wellenreuther, Martin: Lehren und Lernen – aber wie? Schneider Verlag Hohengehren.
  7. Brüning, Ludger; Saum, Tobias: Direkte Instruktion – Kompetenzen wirksam vermitteln. Neue Deutsche Schule Verlagsgesellschaft, 2019.
  1. Rosenshine, Barak: Principles of Instruction. Research-Based Strategies That All Teachers Should Know. In: American Educator, 36, 1, 2012, S. 12–39.
  2. Rosenshine, Barak; Stevens, Robert: Teaching Functions. In: Wittrock, Merlin C. Hrsg.: Handbook of Research on Teaching. 3. Auflage. Macmillan, New York 1986, S. 376–391.
  3. Bock, R. Darrell; Stebbins, Linda B.; Proper, Elizabeth C.: Education as Experimentation. A Planned Variation Model. Abt Associates, Cambridge 1977.
  4. Rosenshine, Barak: Principles of Instruction. Research-Based Strategies That All Teachers Should Know. American Educator, 2012.
  5. Hattie, John A. C.: Visible Learning. A Synthesis of Over 800 Meta-Analyses Relating to Achievement. Routledge, London 2009.
  6. Stockard, Jean; Wood, Timothy W.; Coughlin, Cristy; Rasplica Khoury, Caitlin: The Effectiveness of Direct Instruction Curricula. A Meta-Analysis of a Half Century of Research. Review of Educational Research, 88, 4, 2018, S. 479–507. DOI: 10.3102/0034654317751919.


Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte





Schulfach+

Prüfungsliteratur 2026
Bundesland Bücher Kurzbeschreibung
Baden-Württemberg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Mittlere Reife

  1. Der Markisenmann - Jan Weiler oder Als die Welt uns gehörte - Liz Kessler
  2. Ein Schatten wie ein Leopard - Myron Levoy oder Pampa Blues - Rolf Lappert

Abitur Dorfrichter-Komödie über Wahrheit/Schuld; Roman über einen Ort und deutsche Geschichte. Mittlere Reife Wahllektüren (Roadtrip-Vater-Sohn / Jugendroman im NS-Kontext / Coming-of-age / Provinzroman).

Bayern

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Lustspiel über Machtmissbrauch und Recht; Roman als Zeitschnitt deutscher Geschichte an einem Haus/Grundstück.

Berlin/Brandenburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Der Biberpelz - Gerhart Hauptmann
  4. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Gerichtskomödie; soziales Drama um Ausbeutung/Armut; Komödie/Satire um Diebstahl und Obrigkeit; Roman über Erinnerungsräume und Umbrüche.

Bremen

Abitur

  1. Nach Mitternacht - Irmgard Keun
  2. Mario und der Zauberer - Thomas Mann
  3. Emilia Galotti - Gotthold Ephraim Lessing oder Miss Sara Sampson - Gotthold Ephraim Lessing

Abitur Roman in der NS-Zeit (Alltag, Anpassung, Angst); Novelle über Verführung/Massenpsychologie; bürgerliche Trauerspiele (Moral, Macht, Stand).

Hamburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun

Abitur Justiz-/Machtkritik als Komödie; Großstadtroman der Weimarer Zeit (Rollenbilder, Aufstiegsträume, soziale Realität).

Hessen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  4. Der Prozess - Franz Kafka

Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

Niedersachsen

Abitur

  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

Nordrhein-Westfalen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Komödie über Wahrheit und Autorität; Roman als literarische „Geschichtsschichtung“ an einem Ort.

Saarland

Abitur

  1. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  2. Furor - Lutz Hübner und Sarah Nemitz
  3. Bahnwärter Thiel - Gerhart Hauptmann

Abitur Erinnerungsroman an einem Ort; zeitgenössisches Drama über Eskalation/Populismus; naturalistische Novelle (Pflicht/Überforderung/Abgrund).

Sachsen (berufliches Gymnasium)

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Irrungen, Wirrungen - Theodor Fontane
  4. Der gute Mensch von Sezuan - Bertolt Brecht
  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  6. Der Trafikant - Robert Seethaler

Abitur Mischung aus Klassiker-Drama, sozialem Drama, realistischem Roman, epischem Theater und Gegenwarts-/Erinnerungsroman; zusätzlich Coming-of-age im historischen Kontext.

Sachsen-Anhalt

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Themenfelder)

Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

Schleswig-Holstein

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Recht/Gerechtigkeit und historische Tiefenschichten eines Ortes – umgesetzt über Drama und Gegenwartsroman.

Thüringen

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool)

Abitur In der Praxis häufig Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool; landesweite Einzeltitel je nach Vorgabe/Handreichung nicht einheitlich ausgewiesen.

Mecklenburg-Vorpommern

Abitur

  1. (Quelle aktuell technisch nicht abrufbar; Beteiligung am gemeinsamen Aufgabenpool bekannt)

Abitur Land beteiligt sich am länderübergreifenden Aufgabenpool; konkrete, veröffentlichte Einzeltitel konnten hier nicht ausgelesen werden.

Rheinland-Pfalz

Abitur

  1. (keine landesweit einheitliche Pflichtlektüre; schulische Auswahl)

Abitur Keine landesweite Einheitsliste; Auswahl kann schul-/kursbezogen erfolgen.




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THE MONKEY DANCE




The Monkey DanceaiMOOCs

  1. Trust Me It's True: #Verschwörungstheorie #FakeNews
  2. Gregor Samsa Is You: #Kafka #Verwandlung
  3. Who Owns Who: #Musk #Geld
  4. Lump: #Trump #Manipulation
  5. Filth Like You: #Konsum #Heuchelei
  6. Your Poverty Pisses Me Off: #SozialeUngerechtigkeit #Musk
  7. Hello I'm Pump: #Trump #Kapitalismus
  8. Monkey Dance Party: #Lebensfreude
  9. God Hates You Too: #Religionsfanatiker
  10. You You You: #Klimawandel #Klimaleugner
  11. Monkey Free: #Konformität #Macht #Kontrolle
  12. Pure Blood: #Rassismus
  13. Monkey World: #Chaos #Illusion #Manipulation
  14. Uh Uh Uh Poor You: #Kafka #BerichtAkademie #Doppelmoral
  15. The Monkey Dance Song: #Gesellschaftskritik
  16. Will You Be Mine: #Love
  17. Arbeitsheft
  18. And Thanks for Your Meat: #AntiFactoryFarming #AnimalRights #MeatIndustry


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