Digitale Bildbearbeitung - Kunst


Digitale Bildbearbeitung - Kunst
Digitale Bildbearbeitung - Kunst
Einleitung
Bei der digitalen Bildbearbeitung veränderst und gestaltest Du Bilder am Computer oder Tablet. Du kannst Fotos verbessern, Bildteile kombinieren, Farben verändern, Texte einfügen oder eine eigene Fotomontage entwickeln.
Im Kunstunterricht geht es nicht nur um Technik. Entscheidend sind auch Bildkomposition, Farbe, Kontrast, Bildwirkung, Aussage und ein verantwortungsvoller Umgang mit Bildern.
Zielgruppe: Schule, besonders Klassen 5 bis 10

Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du:
- Rasterbilder und Vektorbilder unterscheiden.
- wichtige Werkzeuge einer Bildbearbeitung erklären und anwenden.
- mit Ebenen, Auswahlen und Masken arbeiten.
- Farbe, Helligkeit und Kontrast gezielt gestalten.
- eine digitale Collage oder Fotomontage planen.
- passende Dateiformate auswählen.
- Bildquellen, Urheberrecht und Creative Commons beachten.
- Bearbeitungen beschreiben und ihre Wirkung beurteilen.
Grundlagen digitaler Bilder
Pixel und Rastergrafik
Ein digitales Foto besteht meist aus vielen kleinen Bildpunkten, den Pixeln. Zusammen bilden sie ein Raster. Beim starken Vergrößern werden die einzelnen Pixel sichtbar.

Rasterbilder eignen sich besonders für Fotos. Häufige Formate sind JPEG und PNG.
Vektorgrafik
Eine Vektorgrafik besteht aus mathematisch beschriebenen Linien, Flächen und Kurven. Sie kann meist ohne sichtbaren Qualitätsverlust vergrößert werden. Das Format SVG eignet sich besonders für Logos, Symbole und klare Formen.
Auflösung und Bildgröße
Die Bildgröße wird häufig in Pixeln angegeben, zum Beispiel 1920 × 1080 Pixel. Viele Pixel ermöglichen mehr Details, benötigen aber meist mehr Speicherplatz.
Beim Verkleinern gehen Bildinformationen verloren. Deshalb solltest Du immer eine unveränderte Originaldatei aufbewahren.
Farbe und Tonwert
RGB-Farbmodell
Bildschirme arbeiten meist mit dem RGB-Farbraum. Dabei werden rotes, grünes und blaues Licht gemischt.

- Farbton bezeichnet die wahrgenommene Farbart.
- Sättigung beschreibt die Stärke einer Farbe.
- Helligkeit beschreibt, wie hell oder dunkel eine Farbe wirkt.
- Kontrast bezeichnet den Unterschied zwischen Bildbereichen.
Histogramm
Ein Histogramm zeigt, wie häufig dunkle, mittlere und helle Tonwerte in einem Bild vorkommen. Es hilft Dir, sehr dunkle oder sehr helle Bildbereiche zu erkennen.

Ein Histogramm bewertet nicht, ob ein Bild künstlerisch gelungen ist. Es liefert nur technische Informationen über die Tonwerte.
Werkzeuge der Bildbearbeitung
Auswahl und Freistellen
Mit Auswahlwerkzeugen markierst Du einen Bildbereich. Beim Freistellen trennst Du ein Motiv vom Hintergrund.
Typische Auswahlwerkzeuge sind Rechteckauswahl, freie Auswahl, Farbauswahl und Pfadwerkzeug.
Transparenz
Transparente Flächen werden in vielen Programmen durch ein Schachbrettmuster angezeigt. Transparenz ist zum Beispiel wichtig, wenn ein freigestelltes Motiv vor einen neuen Hintergrund gesetzt wird.

Das Format PNG kann Transparenz speichern. JPEG kann dies nicht.
Zuschneiden, Skalieren und Drehen
- Zuschneiden verändert den sichtbaren Bildausschnitt.
- Skalieren verändert die Bildgröße.
- Drehen verändert die Ausrichtung.
- Spiegeln kehrt ein Bild horizontal oder vertikal um.
Achte darauf, ein Bild nicht unkontrolliert zu verzerren.
Retusche
Bei einer Retusche werden Bildstellen korrigiert oder verändert. Dazu gehören das Entfernen kleiner Flecken, das Ausbessern beschädigter Stellen oder das Abschwächen störender Elemente.
Retusche kann verbessern, aber auch täuschen. Deshalb ist der Zusammenhang wichtig, in dem ein bearbeitetes Bild gezeigt wird.
Arbeiten mit Ebenen und Masken
Ebenen
Ebenen funktionieren wie durchsichtige Folien, die übereinanderliegen. Jede Ebene kann einzeln verschoben, verändert oder ausgeblendet werden.


Eine sinnvolle Ebenenstruktur erleichtert die Arbeit. Benenne Ebenen zum Beispiel als Hintergrund, Figur, Schatten und Text.
Ebenenmasken
Eine Ebenenmaske blendet Teile einer Ebene aus, ohne sie sofort zu löschen. Dadurch kannst Du Änderungen später leichter korrigieren.
Merksatz: Schwarz verdeckt, Weiß zeigt, Grau erzeugt teilweise Transparenz.
Bildgestaltung im Kunstunterricht
Komposition
Die Bildkomposition bestimmt, wie Bildelemente angeordnet sind. Sie lenkt den Blick und beeinflusst die Wirkung.
Wichtige Gestaltungsmittel sind:
- Blickführung: Linien, Formen und Kontraste führen den Blick.
- Vordergrund und Hintergrund: Räumliche Ebenen erzeugen Tiefe.
- Symmetrie und Asymmetrie: Ordnung oder Spannung entstehen.
- Goldener Schnitt und Drittelregel: Motive werden bewusst platziert.
- Negativraum: Leere Flächen erhalten eine gestalterische Funktion.

Farbe und Wirkung
Farben können Stimmungen erzeugen und Bedeutungen tragen. Warme Farben wirken häufig aktiv oder nah, kalte Farben eher ruhig oder fern. Die Wirkung hängt jedoch immer vom Zusammenhang ab.
Du kannst gezielt mit Farbkontrasten arbeiten:
- Hell-Dunkel-Kontrast
- Warm-Kalt-Kontrast
- Komplementärkontrast
- Qualitätskontrast
- Quantitätskontrast
Collage und Fotomontage
Eine Collage verbindet unterschiedliche Bildelemente zu einem neuen Ganzen. Eine Fotomontage kombiniert fotografische Bestandteile so, dass eine neue Szene oder Aussage entsteht.

Eine starke Montage besitzt eine erkennbare Idee. Technik allein macht noch kein Kunstwerk.
Dateiformate und Speichern
Geeignete Formate
| Format | Geeignet für | Besonderheit |
|---|---|---|
| JPEG | Fotos | kleine Dateien, verlustbehaftete Kompression |
| PNG | Grafiken, Freisteller | verlustfreie Speicherung, Transparenz möglich |
| SVG | Logos, Symbole, Zeichnungen | skalierbare Vektorgrafik |
| XCF | GIMP-Projekte | Ebenen und Masken bleiben bearbeitbar |

Arbeitsregel: Speichere zuerst die bearbeitbare Projektdatei. Exportiere danach eine Kopie für Präsentation, Druck oder Internet.
Bildrechte und Verantwortung
Nicht jedes Bild aus dem Internet darf frei verwendet oder verändert werden. Nutze bevorzugt:
- eigene Fotos und Zeichnungen.
- Bilder mit klarer Erlaubnis.
- gemeinfreie Werke.
- Medien mit einer passenden Creative-Commons-Lizenz.

Bei einer freien Lizenz musst Du die Bedingungen beachten. Häufig gehören dazu Name der urhebenden Person, Titel, Quelle, Lizenz und Hinweis auf Veränderungen.
Veröffentliche Fotos erkennbarer Personen nur mit der erforderlichen Zustimmung. Bei Minderjährigen gelten besondere Schutzregeln. Beachte außerdem die Vorgaben Deiner Schule.
Manipulation und Bildkritik
Bearbeitete Bilder können informieren, verschönern, übertreiben, verfremden oder täuschen. Frage bei einem Bild:
- Wer hat es erstellt?
- Was wurde verändert?
- Welche Wirkung soll entstehen?
- In welchem Zusammenhang wird es gezeigt?
- Ist die Bearbeitung erkennbar oder erklärt?
- Welche Interessen könnten dahinterstehen?
Auch bei KI-generierten Bildern solltest Du Quelle, Entstehung, mögliche Fehler und Kennzeichnung prüfen.
Kreativer Arbeitsprozess
Ein übersichtlicher Ablauf hilft Dir bei einem eigenen Projekt:
- Idee entwickeln: Thema, Aussage und Zielgruppe festlegen.
- Material sammeln: eigene oder rechtlich nutzbare Bilder auswählen.
- Skizze anfertigen: Bildaufbau grob planen.
- Projektdatei erstellen: Größe und Format festlegen.
- Ebenen anlegen: Bildteile sinnvoll ordnen und benennen.
- Gestalten: auswählen, freistellen, verschieben und farblich anpassen.
- Prüfen: Bildwirkung, Übergänge, Lesbarkeit und Bildrechte kontrollieren.
- Exportieren: geeignetes Ausgabeformat wählen.
- Reflektieren: Entscheidungen und Wirkung beschreiben.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Woraus besteht ein Rasterbild? (Aus Pixeln) (!Aus Tönen) (!Aus Seiten) (!Aus Messwerten)
Welchen Vorteil bieten Ebenen? (Bildteile können getrennt bearbeitet werden) (!Alle Bildteile werden automatisch gelöscht) (!Die Auflösung wird immer verdoppelt) (!Das Bild wird sofort gedruckt)
Welches Farbmodell wird meist für Bildschirme verwendet? (RGB) (!CMYK) (!DIN) (!MP3)
Was bedeutet Freistellen? (Ein Motiv vom Hintergrund trennen) (!Ein Bild ausdrucken) (!Eine Datei umbenennen) (!Ein Bild spiegeln)
Welches Format kann Transparenz speichern? (PNG) (!JPEG) (!TXT) (!MP3)
Was beschreibt der Kontrast? (Den Unterschied zwischen Bildbereichen) (!Die Anzahl der Ebenen) (!Den Namen einer Datei) (!Die Dauer einer Aufnahme)
Wozu dient eine Ebenenmaske? (Sie blendet Bildteile veränderbar aus) (!Sie erhöht immer die Auflösung) (!Sie löscht jede Ebene) (!Sie ersetzt das Dateiformat)
Was gehört zur Bildkomposition? (Die Anordnung der Bildelemente) (!Die Lautstärke eines Videos) (!Die Geschwindigkeit des Computers) (!Die Länge des Dateinamens)
Was musst Du bei Creative-Commons-Medien beachten? (Die Bedingungen der Lizenz) (!Nur die Dateigröße) (!Nur die Bildschirmhelligkeit) (!Nur den Namen des Programms)
Welche Eigenschaft besitzt JPEG? (Es komprimiert Fotos meist verlustbehaftet) (!Es speichert immer alle Ebenen) (!Es ist ein Tonformat) (!Es ist immer transparent)
Memory
| Pixel | kleinster Bildpunkt eines Rasterbildes |
| Ebene | unabhängig bearbeitbare Bildschicht |
| Maske | veränderbares Ausblenden von Bildteilen |
| Histogramm | Verteilung der Tonwerte |
| Kontrast | Unterschied zwischen Bildbereichen |
| Komposition | Anordnung der Bildelemente |
| Transparenz | durchsichtiger Bildbereich |
| Lizenz | Regelung der erlaubten Nutzung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Tätigkeit |
|---|---|
| Zuschneiden | Bildausschnitt verändern |
| Freistellen | Motiv vom Hintergrund trennen |
| Skalieren | Bildgröße verändern |
| Retuschieren | störende Bildstellen korrigieren |
| Sättigung | Intensität von Farben steuern |
| Exportieren | Ergebnis in einem Ausgabeformat speichern |
Kreuzworträtsel
| Pixel | Wie heißt der kleinste Bildpunkt eines Rasterbildes? |
| Ebenen | Wie heißen getrennt bearbeitbare Bildschichten? |
| Maske | Womit werden Teile einer Bildschicht veränderbar ausgeblendet? |
| Kontrast | Wie heißt der Unterschied zwischen hellen, dunklen oder farbigen Bereichen? |
| Histogramm | Welche Grafik zeigt die Verteilung der Tonwerte? |
| Collage | Wie heißt ein Bild aus kombinierten Bildelementen? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Werkzeugkarte: Gestalte eine Karte zu einem Werkzeug mit Symbol, Name, Funktion und Beispiel.
- Farbvarianten: Erzeuge drei Farbversionen desselben Bildes und beschreibe ihre unterschiedliche Wirkung.
- Bildausschnitt: Schneide ein Foto auf drei verschiedene Arten zu und entscheide, welcher Ausschnitt am stärksten wirkt.
- Pixelbeobachtung: Vergrößere ein Rasterbild stark und zeichne einen kleinen Ausschnitt als Pixelraster ab.
Standard
- Digitale Collage: Verbinde mindestens fünf selbst erstellte oder frei nutzbare Bildelemente zu einer Collage.
- Freisteller: Stelle ein Objekt sauber frei und setze es vor zwei unterschiedliche Hintergründe.
- Plakatgestaltung: Entwickle ein digitales Plakat zu einem Schulthema mit klarer Blickführung und gut lesbarer Schrift.
- Bildrechteprüfung: Suche drei frei nutzbare Bilder und dokumentiere Titel, Urheber, Quelle und Lizenz.
Schwer
- Fotomontage mit Aussage: Gestalte eine Fotomontage zu Umwelt, Konsum, Identität oder Zukunft und begründe Deine Entscheidungen.
- Stilübertragung ohne KI: Bearbeite ein eigenes Foto so, dass es an eine historische Kunstrichtung erinnert, und nenne die verwendeten Gestaltungsmittel.
- Manipulationsanalyse: Vergleiche Original und Bearbeitung eines Bildes und untersuche, wie sich Aussage und Glaubwürdigkeit verändern.
- Ausstellungskonzept: Plane eine digitale Klassenausstellung mit Thema, Auswahlkriterien, Bildbeschriftungen und Regeln für Bildrechte.


Lernkontrolle
- Gestaltungsentscheidung: Ein Porträt soll ruhig und nachdenklich wirken. Entwickle einen geeigneten Bildausschnitt, eine Farbgestaltung und eine Lichtwirkung. Begründe jede Entscheidung.
- Dateiformat wählen: Entscheide für Fotoabgabe, transparentes Schullogo und bearbeitbare Projektdatei jeweils ein geeignetes Format. Begründe die Auswahl.
- Ebenenplanung: Entwirf eine Ebenenstruktur für ein Veranstaltungsplakat mit Hintergrund, Foto, Titel, Datum und Logo. Erkläre die Reihenfolge.
- Bildkritik: Untersuche eine Werbeanzeige auf Retusche, Farbe, Komposition und beabsichtigte Wirkung. Beurteile, ob die Gestaltung transparent oder irreführend ist.
- Fehlerdiagnose: Ein freigestelltes Motiv besitzt helle Ränder und passt farblich nicht zum Hintergrund. Beschreibe mehrere sinnvolle Korrekturschritte.
- Transferaufgabe: Übertrage ein gemaltes Bildmotiv in eine digitale Collage. Erkläre, welche analogen Eigenschaften erhalten bleiben und welche sich verändern.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis sind besonders wichtig:
- eine nachvollziehbare Idee und klare Bildaussage.
- ein geplanter Bildaufbau.
- ein sicherer Umgang mit Auswahl, Ebenen und Masken.
- gezielte Entscheidungen zu Farbe, Helligkeit und Kontrast.
- ein passendes Dateiformat.
- eine geordnete Projektdatei.
- korrekte Angaben zu Bildquellen und Lizenzen.
- eine kurze Reflexion über Arbeitsprozess und Bildwirkung.
Als Lernnachweis eignet sich eine eigene digitale Collage, Fotomontage oder Plakatgestaltung mit Prozessdokumentation.
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