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Die bedingungslose Kapitulation 1945 - Geschichte

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Die bedingungslose Kapitulation 1945 - Geschichte




Die bedingungslose Kapitulation 1945 - Geschichte

Studienfach: Geschichte Thematischer Schwerpunkt: Zweiter Weltkrieg, Nationalsozialismus, Kriegsende 1945, Erinnerungskultur Niveau: gymnasiale Oberstufe, Ausbildung und Studium Leitfrage: Wie beendete die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht den Krieg in Europa, und warum wird der 8. Mai 1945 bis heute unterschiedlich erinnert?


Einleitung

Die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht im Mai 1945 beendete den Zweiten Weltkrieg in Europa. Sie war das Ergebnis der vollständigen militärischen Niederlage des nationalsozialistischen Deutschlands. Die Kapitulation wurde zunächst am 7. Mai 1945 im französischen Reims unterzeichnet. In der Nacht vom 8. auf den 9. Mai folgte in Berlin-Karlshorst eine zweite Unterzeichnung durch die Oberkommandierenden der deutschen Teilstreitkräfte.

Der Begriff bedingungslos bedeutete, dass die deutsche Seite keine politischen oder militärischen Gegenleistungen aushandeln konnte. Die deutschen Streitkräfte mussten ihre Kampfhandlungen einstellen, in ihren Stellungen verbleiben, sich entwaffnen und den weiteren Befehlen der alliierten Oberkommandos folgen. Die Kapitulation war eine militärische Kapitulation, kein Friedensvertrag. Sie beendete den organisierten Krieg in Europa, regelte aber noch nicht dauerhaft die politische und völkerrechtliche Zukunft Deutschlands.

Für die historische Forschung ist der 8. Mai 1945 mehr als ein Datum. Er markiert zugleich Niederlage, Befreiung, Zusammenbruch, Kriegsende und Beginn einer neuen Ordnung. Welche Bedeutung im Vordergrund steht, hängt von der Perspektive ab: Für Verfolgte und Gefangene bedeutete das Ende der nationalsozialistischen Herrschaft Befreiung. Für viele Deutsche war es zugleich eine militärische Niederlage, der Verlust staatlicher Handlungsfähigkeit und der Beginn von Besatzung, Gefangenschaft, Flucht, Vertreibung, Hunger und Unsicherheit.

Dieser aiMOOC vermittelt nicht nur Ereigniswissen. Du untersuchst auch Kapitulationsurkunden, Fotografien, Karten, Filmaufnahmen und spätere Deutungen. Dabei lernst Du, zwischen Ereignis, Quelle und Erinnerung zu unterscheiden.


Lernziele

Nach der Bearbeitung dieses aiMOOCs kannst Du:

  1. Kriegsende 1945: die militärische und politische Lage im Frühjahr 1945 erklären.
  2. Bedingungslose Kapitulation: den Begriff historisch und rechtlich einordnen.
  3. Reims: Ablauf, Beteiligte und Bedeutung der Unterzeichnung vom 7. Mai 1945 darstellen.
  4. Berlin-Karlshorst: die Ratifizierung vom 8./9. Mai 1945 erklären.
  5. Kapitulationsurkunde: zentrale Bestimmungen der Urkunde quellenkritisch untersuchen.
  6. Perspektivität: unterschiedliche Erfahrungen des Kriegsendes vergleichen.
  7. Erinnerungskultur: die Deutungen von Niederlage und Befreiung kritisch beurteilen.
  8. Quellenkritik: Dokumente, Bilder, Karten, Filme und Erinnerungsberichte methodisch auswerten.


Historischer Kontext


Der Zusammenbruch des NS-Staates

Im Frühjahr 1945 war die militärische Niederlage des Deutschen Reiches nicht mehr abzuwenden. Im Westen hatten amerikanische, britische, kanadische und französische Truppen den Rhein überschritten. Im Osten rückte die Rote Armee nach den großen sowjetischen Offensiven bis an die Oder und nach Berlin vor. Die deutschen Streitkräfte litten unter einem Mangel an Soldaten, Treibstoff, Waffen und Transportmitteln.

Trotz der aussichtslosen Lage setzte die nationalsozialistische Führung den Krieg fort. Der sogenannte Volkssturm mobilisierte Jugendliche und ältere Männer. Standgerichte und militärische Strafgerichte gingen bis zuletzt gegen angebliche Deserteure und sogenannte Defätisten vor. Der verlängerte Krieg kostete in den letzten Wochen noch sehr viele Menschen das Leben.

Am 30. April 1945 beging Adolf Hitler im Berliner Führerbunker Suizid. Zuvor hatte er Großadmiral Karl Dönitz zu seinem Nachfolger als Reichspräsident bestimmt. Dönitz bildete in Flensburg-Mürwik eine geschäftsführende Regierung. Ihr Ziel war nicht sofort die vollständige Kapitulation. Sie versuchte zunächst, möglichst viele deutsche Soldaten und Zivilisten aus dem Osten in westalliierte Gebiete gelangen zu lassen und Teilkapitulationen gegenüber den Westmächten zu erreichen.

Arbeitsimpuls zum Video: Notiere, welche militärischen, politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen das Kriegsende beschleunigten. Unterscheide dabei zwischen Ursachen der deutschen Niederlage und Folgen des Zusammenbruchs.


Der Vernichtungskrieg als notwendiger Kontext

Die Kapitulation darf nicht als isolierter militärischer Vorgang betrachtet werden. Das nationalsozialistische Deutschland hatte 1939 mit dem Überfall auf Polen den Krieg in Europa entfesselt. Der Krieg gegen die Sowjetunion wurde seit 1941 als rassistisch begründeter Vernichtungskrieg geführt. Besatzungspolitik, Massenerschießungen, Hungerpolitik, Zwangsarbeit und die systematische Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden waren Bestandteile nationalsozialistischer Herrschaft.

Mit der deutschen Niederlage endeten die Voraussetzungen für die Fortsetzung dieser Gewaltpolitik. Befreite Häftlinge, Überlebende des Holocaust, ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sowie politisch, religiös oder rassistisch Verfolgte verbanden das Kriegsende deshalb mit Rettung und Befreiung. Zugleich blieb das erlittene Leid bestehen, und für viele Überlebende begann eine lange Suche nach Angehörigen, Heimat, Anerkennung und Gerechtigkeit.


Teilkapitulationen vor dem 7. Mai

Die Gesamtkapitulation wurde durch mehrere regionale Kapitulationen vorbereitet. Deutsche Truppen in Italien kapitulierten Ende April 1945. Am 4. Mai unterzeichnete Generaladmiral Hans-Georg von Friedeburg auf dem Timeloberg bei Lüneburg die Kapitulation der deutschen Streitkräfte in Nordwestdeutschland, den Niederlanden und Dänemark gegenüber dem britischen Feldmarschall Bernard Montgomery.

Diese Teilkapitulationen entsprachen der Strategie der Regierung Dönitz. Der alliierte Oberbefehlshaber Dwight D. Eisenhower lehnte jedoch eine getrennte Kapitulation nur gegenüber den Westmächten ab. Er bestand auf einer gleichzeitigen Gesamtkapitulation gegenüber den westlichen Alliierten und der Sowjetunion. Damit sollte verhindert werden, dass die deutsche Führung das Bündnis der Anti-Hitler-Koalition spaltete oder den Krieg im Osten fortsetzte.


Was bedeutet bedingungslose Kapitulation?

Eine Kapitulation ist eine Vereinbarung, durch die militärische Verbände oder ganze Streitkräfte den Kampf einstellen und sich der gegnerischen Befehlsgewalt unterwerfen. Bei einer bedingungslosen Kapitulation kann die unterlegene Seite keine eigenen Bedingungen für die Beendigung der Kampfhandlungen durchsetzen.

Die Forderung nach einer bedingungslosen Kapitulation der Achsenmächte war von den westlichen Alliierten 1943 auf der Konferenz von Casablanca öffentlich formuliert worden. Sie sollte deutlich machen, dass es keinen ausgehandelten Verständigungsfrieden mit den nationalsozialistischen Machthabern geben würde. Zugleich wollten die Alliierten verhindern, dass nach dem Krieg erneut eine Legende entstehen konnte, das deutsche Militär sei im Feld unbesiegt geblieben.

Wichtig ist die begriffliche Unterscheidung:

  1. Militärische Kapitulation: Sie beendet oder regelt die Kampfhandlungen und verpflichtet Streitkräfte zur Unterwerfung.
  2. Waffenstillstand: Er unterbricht Kampfhandlungen, ohne notwendigerweise den Krieg endgültig zu beenden.
  3. Friedensvertrag: Er ordnet die Beziehungen zwischen den beteiligten Staaten dauerhaft neu.
  4. Besatzungsrecht: Es regelt die Ausübung von Herrschaft durch Besatzungsmächte in einem besetzten Gebiet.
  5. Staatsrecht: Es betrifft die staatliche Ordnung, Verfassungsorgane und die Frage politischer Souveränität.

Die Kapitulationsurkunde vom Mai 1945 war daher kein Friedensvertrag und keine neue deutsche Verfassung. Sie war ein militärisches Dokument mit weitreichenden politischen Folgen.


Die erste Unterzeichnung in Reims


Ort und Beteiligte

In den frühen Morgenstunden des 7. Mai 1945 unterzeichnete Generaloberst Alfred Jodl im Hauptquartier der alliierten Expeditionsstreitkräfte in Reims die bedingungslose Kapitulation aller unter deutschem Befehl stehenden Streitkräfte. Jodl handelte im Auftrag von Karl Dönitz und des Oberkommandos der Wehrmacht.

Für den westalliierten Oberbefehlshaber unterzeichnete General Walter Bedell Smith. Der sowjetische Verbindungsoffizier General Iwan Alexejewitsch Susloparow unterzeichnete für das sowjetische Oberkommando. Der französische General François Sevez zeichnete als Zeuge.

Die Unterzeichnung erfolgte am 7. Mai um 2:41 Uhr. Die Kampfhandlungen sollten am 8. Mai 1945 um 23:01 Uhr mitteleuropäischer Zeit eingestellt werden. Die Verzögerung zwischen Unterzeichnung und Inkrafttreten sollte ermöglichen, den Befehl an die weit verstreuten deutschen Verbände zu übermitteln.


Die Reimser Urkunde als Quelle

Die Reimser Urkunde erklärte die bedingungslose Kapitulation der deutschen Land-, See- und Luftstreitkräfte gegenüber dem Obersten Befehlshaber der alliierten Expeditionsstreitkräfte und dem sowjetischen Oberkommando. Sie war keine bloße Vorstufe ohne Rechtswirkung. Die Kapitulation war bereits in Reims vereinbart und wirksam.

Gleichzeitig unterzeichnete die deutsche Delegation eine zusätzliche Erklärung. Darin wurde zugesagt, die Kapitulation durch höherrangige deutsche Militärs und die Oberbefehlshaber der Teilstreitkräfte nochmals bestätigen zu lassen. Diese Vereinbarung bildete die Grundlage für den zweiten Akt in Berlin-Karlshorst.

Quellenkritischer Hinweis: Historische Filmaufnahmen zeigen nur ausgewählte Ausschnitte. Prüfe, wer die Kamera führte, welche Szenen fehlen, ob nachträglich geschnitten wurde und welche Bildunterschrift die Wahrnehmung beeinflusst.


Die zweite Unterzeichnung in Berlin-Karlshorst


Warum wurde erneut unterzeichnet?

Die zweite Unterzeichnung war keine Kapitulation nur gegenüber der Sowjetunion. Sowohl in Reims als auch in Berlin waren Vertreter der westlichen Alliierten und der Sowjetunion beteiligt. Die Wiederholung hatte mehrere Gründe:

  1. Kommandogewalt: In Reims hatte Jodl unterschrieben, obwohl er nicht Oberbefehlshaber aller Teilstreitkräfte war.
  2. Ratifizierung: Die Oberkommandierenden von Heer, Kriegsmarine und Luftwaffe sollten die Verpflichtung ausdrücklich bestätigen.
  3. Alliierte Einheit: Der Beitrag der Sowjetunion zum Sieg sollte durch eine Zeremonie im eroberten Berlin sichtbar werden.
  4. Politische Symbolik: Berlin war das Zentrum der nationalsozialistischen Herrschaft und ein zentraler Ort der deutschen Niederlage.
  5. Mehrsprachigkeit: Für den zweiten Akt wurden englische, russische und deutsche Fassungen vorbereitet.

Die zweite Unterzeichnung war damit eine formelle Bekräftigung der bereits in Reims vereinbarten Gesamtkapitulation.


Der historische Ort

Die Zeremonie fand im sowjetischen Hauptquartier in Berlin-Karlshorst statt. Das Gebäude war ursprünglich ein Offizierskasino der Pionierschule der Wehrmacht. Heute befindet sich dort das Museum Berlin-Karlshorst.

Die Vorbereitungen verzögerten sich. Eine russische Fassung musste abgestimmt werden, und auch protokollarische Fragen waren zu klären. Die Zeremonie begann deshalb erst um Mitternacht. Die Urkunde wurde auf den 8. Mai datiert, obwohl die Unterschriften nach mitteleuropäischer Sommerzeit erst am frühen 9. Mai geleistet wurden.


Die Unterzeichnenden

Für die deutsche Wehrmacht unterschrieben:

  1. Wilhelm Keitel: Chef des Oberkommandos der Wehrmacht und Vertreter des Heeres.
  2. Hans-Georg von Friedeburg: Oberbefehlshaber der Kriegsmarine.
  3. Hans-Jürgen Stumpff: Vertreter der Luftwaffe.

Für die alliierten Oberkommandos unterschrieben:

  1. Georgi Konstantinowitsch Schukow: Vertreter des sowjetischen Oberkommandos.
  2. Arthur Tedder: Vertreter des westalliierten Oberkommandos.

Als Zeugen unterzeichneten:

  1. Carl Andrew Spaatz: General der United States Army Air Forces.
  2. Jean de Lattre de Tassigny: Oberbefehlshaber der französischen Armee.

Beobachtungsauftrag: Analysiere Körperhaltung, Sitzordnung, Uniformen, Kamerapositionen und den Umgang mit den Dokumenten. Welche Machtverhältnisse werden sichtbar? Welche Deutungen lassen sich aus den Bildern nicht sicher ableiten?


Die Kapitulationsurkunde

Die Kapitulationsurkunde vom 8. Mai 1945 ist eine zentrale Quelle der europäischen Zeitgeschichte. Ihr Inhalt lässt sich in mehrere Kernbestimmungen gliedern:

  1. Gesamtkapitulation: Alle unter deutschem Befehl stehenden Streitkräfte zu Land, zu Wasser und in der Luft kapitulierten gleichzeitig.
  2. Einstellung der Kampfhandlungen: Alle militärischen Operationen mussten am 8. Mai um 23:01 Uhr eingestellt werden.
  3. Verbleib in den Stellungen: Die Truppen sollten dort bleiben, wo sie sich beim Inkrafttreten befanden.
  4. Entwaffnung: Waffen und militärische Ausrüstung mussten an die zuständigen alliierten Stellen übergeben werden.
  5. Sabotageverbot: Schiffe, Flugzeuge, Anlagen, Maschinen und Geräte durften nicht zerstört oder beschädigt werden.
  6. Befehlsweitergabe: Das Oberkommando der Wehrmacht musste zusätzliche alliierte Befehle unverzüglich übermitteln und ihre Ausführung sicherstellen.
  7. Sanktionsdrohung: Verstöße konnten durch Straf- und Zwangsmaßnahmen beantwortet werden.
  8. Sprachfassungen: Maßgeblich waren die englische und die russische Fassung.


Historische Quellenkritik der Urkunde

Eine Kapitulationsurkunde ist eine normative Quelle. Sie beschreibt nicht einfach, was bereits überall geschehen war, sondern legt fest, was geschehen sollte. Deshalb musst Du zwischen Regelung und Umsetzung unterscheiden.

Leitfragen für die Analyse:

  1. Urheberschaft: Wer formulierte den Text, und wer besaß Verhandlungsmacht?
  2. Adressat: An welche militärischen Stellen richtete sich die Erklärung?
  3. Intention: Welche Handlungen sollten sofort erzwungen werden?
  4. Begrifflichkeit: Was bedeutet die Formulierung bedingungslos konkret?
  5. Geltungsbereich: Welche Streitkräfte und Gebiete wurden erfasst?
  6. Überlieferung: Welche Sprachfassung ist maßgeblich, und welche Übersetzungsprobleme können entstehen?
  7. Wirkung: Wurde der Befehl überall gleichzeitig empfangen und umgesetzt?
  8. Grenzen der Quelle: Welche Aussagen über Alltagserfahrungen, Opfer, Befreiung oder Besatzung enthält das Dokument nicht?


Warum gelten der 8. und der 9. Mai als Kriegsende?

Die Kapitulation trat am 8. Mai 1945 um 23:01 Uhr mitteleuropäischer Zeit in Kraft. In Westeuropa und Nordamerika wurde der Sieg über Deutschland deshalb am 8. Mai als Victory in Europe Day bekannt gegeben und gefeiert.

Die Unterzeichnung in Berlin-Karlshorst zog sich jedoch bis nach Mitternacht hin. Nach Moskauer Zeit war es bereits der 9. Mai. Außerdem wurde die Nachricht in Moskau erst nach Abschluss der Berliner Zeremonie veröffentlicht. Deshalb entwickelte sich in der Sowjetunion der 9. Mai zum Tag des Sieges.

Die unterschiedlichen Daten widersprechen sich nicht zwingend. Sie ergeben sich aus Inkrafttreten, tatsächlichem Zeitpunkt der Unterschriften, Zeitzonen, Bekanntgabe und nationaler Erinnerungspolitik.


Unmittelbare Folgen


Militärische Folgen

Mit dem Inkrafttreten der Kapitulation endeten die organisierten Kampfhandlungen der Wehrmacht in Europa. Millionen Soldaten mussten die Waffen niederlegen und gerieten in alliierte Kriegsgefangenschaft. Wegen zerstörter Kommunikationswege, unklarer Befehlslagen und lokaler Konflikte hörte die Gewalt jedoch nicht überall in derselben Minute auf. In einzelnen Regionen dauerten Kämpfe noch einige Tage an.

Die Kapitulation Deutschlands beendete nur den Krieg in Europa. Der Zweite Weltkrieg als globaler Krieg endete erst mit der Kapitulation Japans am 2. September 1945.


Politische Folgen

Die geschäftsführende Regierung Dönitz bestand noch kurze Zeit in Flensburg. Am 23. Mai 1945 wurden ihre Mitglieder von britischen Soldaten verhaftet. Am 5. Juni 1945 übernahmen die vier Siegermächte Vereinigte Staaten, Sowjetunion, Vereinigtes Königreich und Frankreich die oberste Regierungsgewalt in Deutschland.

Deutschland wurde in Besatzungszonen aufgeteilt. Auch Berlin wurde in vier Sektoren gegliedert. Auf der Potsdamer Konferenz berieten die Alliierten über die Grundlinien ihrer Besatzungspolitik. Zu den zentralen Zielen gehörten Entmilitarisierung, Entnazifizierung, Demokratisierung und eine Neuordnung staatlicher Strukturen.

Die alliierten Entscheidungen legten noch nicht automatisch die spätere Teilung Deutschlands fest. Die zunehmenden Konflikte zwischen den westlichen Alliierten und der Sowjetunion führten jedoch in den folgenden Jahren zur deutschen und europäischen Teilung im Kalten Krieg.


Gesellschaftliche und humanitäre Folgen

Das Kriegsende bedeutete nicht sofort Frieden im Alltag. Städte und Verkehrswege waren zerstört. Millionen Menschen waren auf der Flucht, aus ihrer Heimat vertrieben oder als Displaced Persons außerhalb ihrer Herkunftsländer gestrandet. Ehemalige KZ-Häftlinge, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter benötigten Versorgung und suchten nach Angehörigen.

Viele Familien wussten nicht, ob Verwandte lebten, gefallen waren oder sich in Gefangenschaft befanden. Lebensmittel, Wohnraum, medizinische Versorgung und Brennstoff waren knapp. Zugleich entstanden neue politische Handlungsmöglichkeiten. Parteien, Gewerkschaften, Verwaltungen, Schulen und Medien wurden unter alliierter Aufsicht neu aufgebaut.


Niederlage, Zusammenbruch oder Befreiung?

Historische Begriffe setzen Schwerpunkte. Sie sind nicht neutral.

  1. Niederlage: Der Begriff bezeichnet die vollständige militärische Niederlage des Deutschen Reiches und der Wehrmacht.
  2. Zusammenbruch: Er hebt den Zerfall von Herrschaft, Verwaltung, Infrastruktur und staatlicher Handlungsfähigkeit hervor.
  3. Befreiung: Er betont das Ende der nationalsozialistischen Diktatur, der Verfolgung und des Vernichtungskrieges.
  4. Kriegsende: Der Begriff bezeichnet das Ende der Kampfhandlungen, ohne bereits eine Bewertung vorzugeben.
  5. Stunde Null: Diese Formel beschreibt einen radikalen Neubeginn, kann aber problematisch sein, weil personelle, gesellschaftliche und mentale Kontinuitäten über 1945 hinaus bestanden.

Eine wissenschaftliche Analyse muss mehrere Perspektiven berücksichtigen, ohne die Verantwortung für Krieg und nationalsozialistische Verbrechen zu relativieren. Deutschland war 1945 zugleich militärisch besiegt und vom Nationalsozialismus befreit. Die Erfahrung einzelner Menschen konnte dennoch sehr unterschiedlich sein.


Perspektiven auf den 8. Mai

Verfolgte des NS-Regimes erlebten das Ende der Diktatur als Rettung und Befreiung. Für viele kam die Befreiung zu spät, weil Angehörige ermordet worden waren oder sie selbst dauerhaft gesundheitlich geschädigt blieben.

Zwangsarbeiterinnen, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene wurden aus deutscher Gewalt entlassen, mussten aber häufig lange auf Rücktransport, Versorgung oder politische Anerkennung warten.

Alliierte Soldaten und Gesellschaften feierten den Sieg über das nationalsozialistische Deutschland. Die Freude stand neben Trauer über gefallene Angehörige und die Erfahrung jahrelanger Kriegführung.

Deutsche Zivilistinnen und Zivilisten erlebten je nach Ort Besetzung, Bombenschäden, Hunger, Gewalt, Erleichterung, Scham, Verdrängung, Hoffnung oder Angst. Diese Erfahrungen dürfen nicht von der deutschen Verantwortung für Krieg und Völkermord getrennt werden.

Deutsche Soldaten mussten kapitulieren und gerieten häufig in Gefangenschaft. Ihre individuelle Lage war verschieden. Eine historische Untersuchung muss zugleich nach ihrer Beteiligung an Besatzungskrieg, Gewaltverbrechen und nationalsozialistischer Herrschaft fragen.


Erinnerungskultur und Geschichtspolitik


Bundesrepublik Deutschland

In der frühen Bundesrepublik standen häufig Niederlage, Zusammenbruch, Flucht, Vertreibung und eigenes Leid im Mittelpunkt. Die Verbrechen des Nationalsozialismus und die gesellschaftliche Mitverantwortung wurden lange nur unzureichend thematisiert.

Mit politischen, gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Debatten veränderte sich die Erinnerung. Eine wichtige Zäsur war die Rede von Bundespräsident Richard von Weizsäcker am 8. Mai 1985. Er deutete den 8. Mai als Tag der Befreiung von der menschenverachtenden nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Diese Formulierung prägte die Erinnerungskultur nachhaltig.


Deutsche Demokratische Republik

Die DDR bezeichnete den 8. Mai früh als Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus. Der staatliche Antifaschismus wurde zu einem zentralen Gründungsmythos. Besonders betont wurden der kommunistische Widerstand und die Rolle der Sowjetunion.

Diese Erinnerung würdigte wichtige Aspekte des Kampfes gegen den Nationalsozialismus, war aber zugleich selektiv. Andere Widerstandsgruppen und Opfererfahrungen erhielten weniger Aufmerksamkeit. Außerdem konnte der staatliche Antifaschismus dazu dienen, die Frage nach individueller und gesellschaftlicher Verantwortung in der DDR-Bevölkerung zu verkürzen.


Sowjetunion und internationale Erinnerung

In der Sowjetunion entwickelte sich der 9. Mai zum zentralen Gedenktag des Sieges im sogenannten Großen Vaterländischen Krieg. Angesichts der enormen sowjetischen Verluste besaß der Sieg eine herausragende gesellschaftliche Bedeutung.

In westlichen Staaten wurde der 8. Mai als VE-Day gefeiert. In vielen besetzten europäischen Ländern verband sich das Datum mit Befreiung, Wiederherstellung staatlicher Unabhängigkeit und Erinnerung an Widerstand und Kollaboration.

Erinnerungskultur ist nicht unveränderlich. Sie wird durch Jahrestage, Reden, Museen, Denkmäler, Schulbücher, Familienerzählungen, Medien und politische Konflikte geprägt.


Historische Methodenwerkstatt


Dokumente untersuchen

Bei schriftlichen Quellen solltest Du zwischen äußerer und innerer Quellenkritik unterscheiden.

  1. Äußere Quellenkritik: Entstehungszeit, Ort, Autorenschaft, Überlieferung, Sprache und Echtheit werden geprüft.
  2. Innere Quellenkritik: Begriffe, Aussagen, Intentionen, Adressaten und argumentative Strukturen werden untersucht.
  3. Kontextualisierung: Die Quelle wird in die militärische und politische Lage eingeordnet.
  4. Vergleich: Mehrere Fassungen oder unterschiedliche Quellen werden gegenübergestellt.
  5. Reichweite: Du prüfst, welche Fragen die Quelle beantworten kann und welche nicht.


Fotografien untersuchen

Fotografien wirken unmittelbar, sind aber keine neutralen Abbilder der Vergangenheit. Bildausschnitt, Perspektive, Inszenierung, Auswahl und spätere Beschriftung beeinflussen ihre Wirkung.

Untersuche bei den Bildern der Kapitulation:

  1. Wer befindet sich im Zentrum?
  2. Wer sitzt, wer steht und wer unterschreibt?
  3. Welche Symbole der Macht sind sichtbar?
  4. Welche Personen fehlen?
  5. Wurde die Aufnahme während einer Zeremonie oder für die Kamera arrangiert?
  6. Wie verändert die Bildunterschrift Deine Interpretation?


Filmaufnahmen untersuchen

Historische Filmaufnahmen verbinden Bild, Montage, Ton und Kommentar. Originalaufnahmen können später neu geschnitten und mit einer neuen Erzählung versehen worden sein.

Prüfe:

  1. Aus welchem Archiv stammt das Material?
  2. Wann wurde der Kommentar produziert?
  3. Welche Szenen wurden ausgewählt?
  4. Welche Reihenfolge erzeugt der Schnitt?
  5. Welche Gefühle sollen Musik und Sprache auslösen?
  6. Werden Reims und Karlshorst sachlich voneinander unterschieden?


Erinnerungsberichte untersuchen

Tagebücher, Memoiren und Zeitzeugeninterviews erschließen persönliche Erfahrungen. Sie sind besonders wertvoll, müssen aber ebenfalls kritisch gelesen werden. Erinnerungen können durch spätere Ereignisse, gesellschaftliche Deutungen und das Wissen um den weiteren Verlauf verändert werden.

Frage deshalb:

  1. Entstand der Bericht unmittelbar oder Jahrzehnte später?
  2. Welche Rolle hatte die Person im Ereignis?
  3. Welche Interessen oder Rechtfertigungen sind erkennbar?
  4. Welche Gefühle und Wahrnehmungen werden beschrieben?
  5. Welche Informationen konnte die Person damals überhaupt besitzen?
  6. Wie lässt sich der Bericht mit anderen Quellen überprüfen?


Chronologie

Datum Ereignis Historische Bedeutung
30. April 1945 Hitler begeht in Berlin Suizid. Der Diktator stirbt, doch der Krieg wird unter der Regierung Dönitz zunächst fortgesetzt.
2. Mai 1945 Die deutschen Truppen in Berlin kapitulieren. Die Reichshauptstadt befindet sich unter sowjetischer Kontrolle.
4. Mai 1945 Teilkapitulation auf dem Timeloberg bei Lüneburg. Deutsche Streitkräfte in Nordwestdeutschland, Dänemark und den Niederlanden legen die Waffen nieder.
7. Mai 1945 Jodl unterzeichnet in Reims die Gesamtkapitulation. Die bedingungslose Kapitulation aller deutschen Streitkräfte ist vereinbart.
8. Mai 1945, 23:01 Uhr Die Kapitulation tritt in Kraft. Die organisierten Kampfhandlungen der Wehrmacht in Europa müssen enden.
Nacht vom 8. auf den 9. Mai 1945 Ratifizierung in Berlin-Karlshorst. Die Oberkommandierenden der deutschen Teilstreitkräfte bestätigen die Kapitulation.
23. Mai 1945 Die Regierung Dönitz wird verhaftet. Die letzte geschäftsführende Reichsregierung hört auf zu bestehen.
5. Juni 1945 Die vier Siegermächte übernehmen die oberste Regierungsgewalt. Die alliierte Besatzungsherrschaft wird politisch und rechtlich konkretisiert.
2. September 1945 Japan unterzeichnet die Kapitulation. Der Zweite Weltkrieg endet global.


Zentrale Fachbegriffe

Fachbegriff Erklärung
Bedingungslose Kapitulation Unterwerfung ohne ausgehandelte Gegenbedingungen der unterlegenen Seite.
Gesamtkapitulation Kapitulation aller unter einer Führung stehenden Streitkräfte und nicht nur einzelner Verbände.
Ratifizierung Formelle Bestätigung eines bereits vereinbarten Aktes durch dazu befugte Vertreter.
Oberkommando der Wehrmacht Zentrale militärische Führungsbehörde der Wehrmacht.
Anti-Hitler-Koalition Bündnis der Staaten, die gegen das nationalsozialistische Deutschland und seine Verbündeten kämpften.
VE-Day Victory in Europe Day, westliche Bezeichnung für den Sieg in Europa am 8. Mai 1945.
Tag des Sieges Bezeichnung des am 9. Mai begangenen sowjetischen Gedenktages.
Besatzungszone Von einer Siegermacht kontrollierter Teil des besetzten Deutschlands.
Displaced Person Person, die sich infolge von Krieg, Verfolgung oder Zwangsarbeit außerhalb ihrer Heimat befand.
Erinnerungskultur Gesellschaftlicher Umgang mit Vergangenheit durch Gedenken, Medien, Bildung, Politik und öffentliche Symbole.
Geschichtspolitik Politische Nutzung, Deutung und Vermittlung von Geschichte.
Quellenkritik Methodische Prüfung der Entstehung, Aussageabsicht, Perspektive und Aussagekraft historischer Quellen.


Zusammenfassung

Die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht wurde am 7. Mai 1945 in Reims unterzeichnet und in der Nacht vom 8. auf den 9. Mai in Berlin-Karlshorst durch die Oberkommandierenden der deutschen Teilstreitkräfte ratifiziert. Sie trat am 8. Mai um 23:01 Uhr in Kraft und beendete den Zweiten Weltkrieg in Europa.

Der zweite Unterzeichnungsakt war keine Kapitulation nur gegenüber der Sowjetunion. Beide Zeremonien fanden unter Beteiligung westlicher und sowjetischer Vertreter statt. Die Wiederholung in Berlin stärkte die formelle Autorität der Urkunde, bestätigte die Einheit der Alliierten und würdigte die zentrale Rolle der Roten Armee bei der Niederwerfung des NS-Regimes.

Die Kapitulation war ein militärisches Dokument, kein Friedensvertrag. Ihre Folgen reichten dennoch weit über das Militärische hinaus. Sie leitete Besatzung, politische Neuordnung, juristische Aufarbeitung und den schwierigen Wiederaufbau ein. Historisch lässt sich der 8. Mai sowohl als Tag der militärischen Niederlage Deutschlands als auch als Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus verstehen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was kapitulierte mit der Urkunde vom Mai 1945 unmittelbar? (Die unter deutschem Befehl stehenden Streitkräfte) (!Die Vereinten Nationen) (!Der Alliierte Kontrollrat) (!Die Bundesrepublik Deutschland)




Wo wurde die Gesamtkapitulation am 7. Mai 1945 zuerst unterzeichnet? (In Reims) (!In Potsdam) (!In Nürnberg) (!In Jalta)




Wer unterschrieb in Reims für das deutsche Oberkommando? (Alfred Jodl) (!Wilhelm Keitel) (!Karl Dönitz) (!Hans-Jürgen Stumpff)




Wann trat die Gesamtkapitulation in Kraft? (Am 8. Mai 1945 um 23:01 Uhr) (!Am 30. April 1945 um 12:00 Uhr) (!Am 7. Mai 1945 um 2:41 Uhr) (!Am 23. Mai 1945 um 8:00 Uhr)




Warum wurde die Kapitulation in Berlin-Karlshorst erneut unterzeichnet? (Sie sollte durch die deutschen Oberkommandierenden formell ratifiziert werden) (!Sie sollte nur für die Kriegsmarine gelten) (!Sie sollte die Reimser Kapitulation widerrufen) (!Sie sollte einen Friedensvertrag ersetzen)




Wer unterschrieb in Berlin-Karlshorst für das Oberkommando der Wehrmacht und das Heer? (Wilhelm Keitel) (!Walter Bedell Smith) (!Arthur Tedder) (!Carl Spaatz)




Welche beiden Vertreter unterschrieben für die alliierten Oberkommandos in Berlin-Karlshorst? (Georgi Schukow und Arthur Tedder) (!Alfred Jodl und Wilhelm Keitel) (!Karl Dönitz und Bernard Montgomery) (!Franklin Roosevelt und Winston Churchill)




Warum wird in der sowjetischen Erinnerung besonders der 9. Mai hervorgehoben? (Die Berliner Unterzeichnung und Bekanntgabe fielen nach Moskauer Zeit auf den 9. Mai) (!Der Krieg begann am 9. Mai 1939) (!Die Reimser Urkunde trat erst 1946 in Kraft) (!Japan kapitulierte am 9. Mai 1945)




Welche Aussage zur Kapitulationsurkunde ist richtig? (Sie war eine militärische Kapitulation und kein Friedensvertrag) (!Sie gründete die Bundesrepublik Deutschland) (!Sie löste die Vereinten Nationen auf) (!Sie legte bereits die deutsche Wiedervereinigung fest)




Wann endete der Zweite Weltkrieg global? (Mit der Kapitulation Japans am 2. September 1945) (!Mit Hitlers Suizid am 30. April 1945) (!Mit der Unterzeichnung in Reims am 7. Mai 1945) (!Mit der Verhaftung der Regierung Dönitz am 23. Mai 1945)





Memory

Reims Erste Unterzeichnung der Gesamtkapitulation
Karlshorst Ratifizierung durch die Oberkommandierenden
Jodl Deutscher Unterzeichner in Frankreich
Keitel Vertreter von Oberkommando und Heer
Schukow Vertreter des sowjetischen Oberkommandos
Tedder Vertreter des westalliierten Oberkommandos
VE-Day Westlicher Gedenktag
Quellenkritik Prüfung historischer Überlieferung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Erste Gesamtkapitulation Reims
Formelle Ratifizierung Berlin-Karlshorst
Militärische Unterwerfung Bedingungslose Kapitulation
Westliche Siegeserinnerung VE-Day
Sowjetische Siegeserinnerung Tag des Sieges
Dauerhafte zwischenstaatliche Regelung Friedensvertrag
Methodische Quellenprüfung Quellenkritik






Kreuzworträtsel

Reims In welcher französischen Stadt wurde am 7. Mai die Gesamtkapitulation unterzeichnet?
Jodl Welcher Generaloberst unterschrieb für das deutsche Oberkommando in Reims?
Karlshorst In welchem Berliner Ortsteil fand die zweite Unterzeichnung statt?
Keitel Welcher Generalfeldmarschall unterschrieb für Oberkommando und Heer?
Schukow Welcher sowjetische Marschall unterzeichnete in Berlin?
Kapitulation Wie heißt die militärische Unterwerfung einer Streitmacht?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Im Frühjahr 1945 war die militärische Niederlage des nationalsozialistischen Deutschlands

.
Am 7. Mai wurde die Gesamtkapitulation im französischen

unterzeichnet.
Für das deutsche Oberkommando setzte Generaloberst Alfred

seine Unterschrift unter die Urkunde.
Die Kapitulation trat am 8. Mai um

Uhr mitteleuropäischer Zeit in Kraft.
Der zweite Unterzeichnungsakt fand in Berlin-

statt.
Für das Oberkommando der Wehrmacht und das Heer unterschrieb Wilhelm

.
Das sowjetische Oberkommando wurde durch Marschall Georgi

vertreten.
Für das westalliierte Oberkommando unterzeichnete Arthur

.
Die Kapitulationsurkunde war kein

.
In westlichen Staaten wurde der 8. Mai als

bekannt.
Die unterschiedliche Datierung des Gedenkens hängt auch mit den

zusammen.
Der Zweite Weltkrieg endete global erst mit der Kapitulation

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Zeitleiste: Gestalte eine illustrierte Zeitleiste vom 30. April bis zum 23. Mai 1945. Kennzeichne militärische, politische und gesellschaftliche Ereignisse unterschiedlich.
  2. Begriffsnetz: Erstelle ein Begriffsnetz zu Kapitulation, Waffenstillstand, Friedensvertrag, Besatzung und Befreiung. Formuliere zu jeder Verbindung einen erklärenden Satz.
  3. Bildanalyse: Wähle ein Bild der Unterzeichnung aus und beschreibe zunächst nur Sichtbares. Trenne Beobachtung und Deutung deutlich voneinander.
  4. Nachrichtensendung: Verfasse eine sachliche Radiomeldung, die am Abend des 8. Mai 1945 hätte gesendet werden können. Berücksichtige Ort, Beteiligte und Inkrafttreten.


Standard

  1. Quellenvergleich: Vergleiche die erste Seite der Reimser Urkunde mit der Berliner Fassung. Untersuche Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Sprachen und Unterschriften.
  2. Perspektivwechsel: Verfasse drei kurze Tagebucheinträge aus der Sicht einer befreiten KZ-Überlebenden, eines alliierten Soldaten und einer deutschen Zivilistin. Kennzeichne, welche Aussagen belegt und welche historisch plausible Rekonstruktionen sind.
  3. Erinnerungskultur: Untersuche, wie der 8. oder 9. Mai in zwei verschiedenen Staaten erinnert wird. Vergleiche Symbole, Reden, Rituale und politische Botschaften.
  4. Museumskonzept: Plane eine kleine Ausstellung mit fünf Objekten zur Kapitulation. Begründe Auswahl, Reihenfolge und Beschriftung jedes Objekts.


Schwer

  1. Forschungsessay: Erörtere die These, der 8. Mai 1945 sei zugleich Tag der Niederlage und Tag der Befreiung. Entwickle Kriterien, nach denen beide Begriffe historisch sinnvoll verwendet werden können.
  2. Quellenkritische Filmanalyse: Vergleiche zwei Videos zur Kapitulation. Untersuche Archivmaterial, Kommentar, Montage, Musik, Auslassungen und mögliche Gegenwartsbezüge.
  3. Mikrogeschichte: Recherchiere das Kriegsende in Deiner Region. Nutze Stadtarchive, Zeitungen, Denkmäler oder Interviews und ordne die lokalen Ereignisse in den europäischen Zusammenhang ein.
  4. Historiografische Kontroverse: Analysiere die Begriffe Zusammenbruch, Stunde Null und Befreiung. Zeige, welche historischen Annahmen jeder Begriff enthält und welche Kontinuitäten dadurch sichtbar oder unsichtbar werden.




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Lernkontrolle

  1. Kausalität: Erkläre, warum die Strategie der Teilkapitulationen scheiterte. Beziehe die Interessen der Regierung Dönitz, Eisenhowers und der Sowjetunion ein.
  2. Reims und Karlshorst: Beurteile die Aussage: „Deutschland kapitulierte im Westen am 7. Mai und im Osten am 8. Mai.“ Korrigiere die Aussage mit mindestens drei Argumenten.
  3. Rechtsgeschichte: Entwickle ein Schaubild, das militärische Kapitulation, alliierte Regierungsübernahme, Besatzung und spätere Staatsgründungen voneinander unterscheidet.
  4. Quellenkritik: Erkläre, warum eine Fotografie der Unterzeichnung nicht beweisen kann, wie die Bevölkerung das Kriegsende erlebte. Nenne geeignete ergänzende Quellen.
  5. Perspektivität: Vergleiche die Bedeutung des Kriegsendes für eine Verfolgte des NS-Regimes, einen deutschen Soldaten und einen sowjetischen Soldaten. Vermeide dabei eine Gleichsetzung unterschiedlicher Verantwortung.
  6. Erinnerungspolitik: Analysiere, wie die Wahl des Datums 8. oder 9. Mai eine politische Botschaft transportieren kann. Unterscheide historische Ursache und spätere Deutung.
  7. Transfer: Formuliere Kriterien für eine verantwortungsvolle öffentliche Gedenkveranstaltung zum 8. Mai. Berücksichtige Opfergruppen, deutsche Verantwortung, alliierten Sieg und europäische Perspektiven.




Lernnachweis

Für einen qualifizierten Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:

  1. die militärische Lage im Frühjahr 1945 in ihren Grundzügen erklären kannst.
  2. Reims und Berlin-Karlshorst chronologisch und funktional unterscheidest.
  3. die wichtigsten deutschen und alliierten Unterzeichnenden korrekt zuordnest.
  4. das Inkrafttreten am 8. Mai um 23:01 Uhr einordnen kannst.
  5. die Kapitulationsurkunde als militärisches Dokument und nicht als Friedensvertrag verstehst.
  6. zentrale Bestimmungen der Urkunde quellenkritisch analysierst.
  7. die Begriffe Niederlage, Zusammenbruch, Befreiung und Stunde Null reflektiert verwendest.
  8. unterschiedliche historische Erfahrungen vergleichst, ohne Verantwortung zu relativieren.
  9. Bild-, Film- und Erinnerungsquellen methodisch prüfst.
  10. die Folgen für Besatzung, politische Neuordnung und Erinnerungskultur erklären kannst.
  11. eigenständig historische Urteile formulierst und mit Quellen belegst.




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  1. Zweiter Weltkrieg: Überblick über Ursachen, Verlauf und globale Folgen.
  2. Kriegsende 1945: Militärische und gesellschaftliche Endphase des Krieges.
  3. Museum Berlin-Karlshorst: Historischer Ort der Unterzeichnung.
  4. VE-Day: Internationale Erinnerung an das Kriegsende in Europa.
  5. Tag des Sieges: Sowjetische und postsowjetische Erinnerungsperspektiven.
  6. Richard von Weizsäcker: Rede zum 8. Mai 1985 und ihre erinnerungspolitische Wirkung.
  7. Alliierter Kontrollrat: Gemeinsame Besatzungsverwaltung der vier Mächte.
  8. Potsdamer Konferenz: Grundlinien der alliierten Deutschlandpolitik.
  9. Nürnberger Prozesse: Juristische Aufarbeitung nationalsozialistischer Hauptverbrechen.
  10. Erinnerungskultur: Gesellschaftliche Formen des Umgangs mit Vergangenheit.


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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  4. Der Prozess - Franz Kafka

Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

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  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Komödie über Wahrheit und Autorität; Roman als literarische „Geschichtsschichtung“ an einem Ort.

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  4. Der gute Mensch von Sezuan - Bertolt Brecht
  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
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Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
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