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Die Zukunft der Pädagogik - Pädagogik

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Die Zukunft der Pädagogik - Pädagogik




Die Zukunft der Pädagogik - Pädagogik


Einleitung

Die Zukunft der Pädagogik ist keine feststehende Entwicklung, die allein durch neue Technologie bestimmt wird. Sie entsteht durch Entscheidungen darüber, was Bildung leisten soll, wie Menschen lernen, wer über Bildungsziele entscheidet und welche Formen des Zusammenlebens gefördert werden. Für das Studienfach Pädagogik bedeutet Zukunftsorientierung deshalb mehr als die Beschäftigung mit digitalen Werkzeugen. Sie umfasst die kritische Analyse von Menschenbild, Bildungstheorie, Didaktik, Erziehung, Sozialisation, Ungleichheit, Inklusion, Nachhaltigkeit, Demokratie, Künstliche Intelligenz und institutionellem Wandel.

In diesem aiMOOC untersuchst Du Entwicklungen, die pädagogisches Denken und Handeln verändern können. Du lernst, zwischen einem beobachtbaren Trend, einer begründeten Prognose, einem gestaltbaren Szenario und einer normativen Vision zu unterscheiden. Dadurch kannst Du Zukunftsaussagen prüfen, statt sie unkritisch zu übernehmen. Der Kurs richtet sich besonders an Studierende der Pädagogik, Erziehungswissenschaft, Sozialpädagogik, Medienpädagogik, Lehramtsstudiengänge und angrenzender Bildungswissenschaften.

Leitfrage: Wie kann Pädagogik in einer von Unsicherheit, Digitalisierung, ökologischen Krisen, gesellschaftlicher Vielfalt und Künstlicher Intelligenz geprägten Welt Bildung so gestalten, dass Menschen urteilsfähig, handlungsfähig, solidarisch und selbstbestimmt werden?


Lernziele

Nach der Bearbeitung kannst Du zentrale Entwicklungslinien zukünftiger Pädagogik erklären, Chancen und Risiken neuer Technologien abwägen, pädagogische Szenarien entwickeln und begründen, zukunftsfähige Lernarrangements entwerfen sowie Kriterien für eine menschenwürdige, inklusive und nachhaltige Bildung formulieren. Du kannst außerdem die veränderten Rollen von Lernenden, Lehrenden, Bildungsinstitutionen und technischen Systemen analysieren.


Zukunft pädagogisch denken


Zukunft ist offen, aber nicht beliebig

Zukunftsforschung arbeitet nicht mit Gewissheiten, sondern mit begründeten Annahmen. Ein Trend beschreibt eine längerfristig beobachtbare Veränderungsrichtung. Eine Prognose formuliert eine erwartete Entwicklung unter bestimmten Voraussetzungen. Ein Szenario entwirft ein in sich stimmiges mögliches Zukunftsbild. Eine Vision beschreibt eine gewünschte Zukunft. Für die Pädagogik ist diese Unterscheidung wesentlich, weil aus einer technischen Möglichkeit noch keine pädagogische Notwendigkeit folgt.

Beispielsweise kann ein adaptives Lernsystem Aufgaben an Leistungsdaten anpassen. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass es gerechter, motivierender oder bildungswirksamer ist. Erst eine pädagogische Prüfung fragt nach Lernzielen, Selbstbestimmung, Beziehung, Transparenz, Datenschutz, Barrierefreiheit und möglichen Nebenfolgen. Diese Haltung schützt vor Technikdeterminismus, also der Annahme, Technik bestimme gesellschaftliche Entwicklung zwangsläufig.


Normative Fragen der Pädagogik

Pädagogik ist immer mit Wertentscheidungen verbunden. Wer über die Zukunft der Bildung spricht, muss daher offenlegen, welche Vorstellungen von einem guten Leben, einer gerechten Gesellschaft und einem gebildeten Menschen zugrunde liegen. Zentrale Fragen lauten:

  1. Bildung: Welche Fähigkeiten, Kenntnisse, Haltungen und Urteilskräfte sollen Menschen entwickeln?
  2. Gerechtigkeit: Wer erhält Zugang zu Ressourcen, Unterstützung, Anerkennung und Mitbestimmung?
  3. Mündigkeit: Wie werden Lernende dazu befähigt, selbst zu denken und verantwortlich zu handeln?
  4. Gemeinwohl: Wie trägt Bildung zu Demokratie, Frieden, Nachhaltigkeit und sozialem Zusammenhalt bei?
  5. Menschenwürde: Welche Entscheidungen dürfen nicht an automatisierte Systeme delegiert werden?

Die Zukunft der Pädagogik wird deshalb nicht nur in Laboren oder Unternehmen entschieden. Sie entsteht in Hochschulen, Schulen, Kindertageseinrichtungen, Einrichtungen der Erwachsenenbildung, Jugendhilfe, Weiterbildung, Politik und Zivilgesellschaft.


Gesellschaftliche Treiber des Wandels


Digitalisierung und Künstliche Intelligenz

Digitalisierung verändert Kommunikation, Wissenszugang, Arbeitswelt, Öffentlichkeit und Lernkultur. Mit generativer Künstlicher Intelligenz können Texte, Bilder, Audio, Videos, Simulationen und Rückmeldungen erzeugt werden. Pädagogisch relevant ist nicht allein, was ein System technisch kann, sondern wie seine Nutzung Lernprozesse, Rollen, Machtverhältnisse und Beurteilungsformen verändert.

Künstliche Intelligenz kann Lernmaterialien differenzieren, Barrieren reduzieren, Übersetzungen unterstützen, Übungsgelegenheiten erzeugen und Lehrende bei Routinetätigkeiten entlasten. Gleichzeitig bestehen Risiken durch fehlerhafte Ausgaben, Bias, Überwachung, Abhängigkeit, Intransparenz, Datenschutzverletzungen, standardisierte Vorstellungen von Leistung und den Verlust eigenständiger Denkprozesse. Zukunftsfähige Pädagogik braucht daher KI-Kompetenz, Medienkompetenz, fachliche Urteilskraft und institutionelle Regeln.

Die Grafik verdeutlicht die begriffliche Einordnung von Maschinellem Lernen und Deep Learning innerhalb der Künstlichen Intelligenz. Für pädagogische Entscheidungen ist diese Unterscheidung wichtig, weil nicht jedes digitale System lernfähig ist und nicht jede Form automatisierter Auswertung als intelligent bezeichnet werden sollte.


Demografischer Wandel, Migration und Vielfalt

Bildungseinrichtungen arbeiten mit zunehmend vielfältigen Lebenslagen, Sprachen, Lernbiografien, Familienformen und Unterstützungsbedarfen. Inklusion bedeutet dabei nicht, einzelne Personen nachträglich in unveränderte Strukturen einzupassen. Sie fordert die Gestaltung von Lernumgebungen, in denen Verschiedenheit von Beginn an berücksichtigt wird.

Das Konzept des Universal Design for Learning schlägt vor, Lernziele, Materialien, Ausdrucksformen und Motivationswege so flexibel zu gestalten, dass unterschiedliche Lernende teilnehmen können. Digitale Assistenz kann hierbei hilfreich sein, ersetzt aber weder barrierefreie Strukturen noch pädagogische Beziehung und individuelle Unterstützung.


Klimakrise und Bildung für nachhaltige Entwicklung

Die Klimakrise, der Verlust biologischer Vielfalt und globale Ressourcenkonflikte verändern die Aufgaben von Bildung. Bildung für nachhaltige Entwicklung verbindet Wissen mit Reflexion, Beteiligung und Handlung. Lernende sollen Zielkonflikte erkennen, Unsicherheit aushalten, Perspektiven abwägen und an gesellschaftlicher Transformation mitwirken können.

Zukunftsfähige Pädagogik erweitert Lernorte über den Seminarraum hinaus. Reallabore, Quartiersprojekte, Exkursionen, Werkstätten und digitale Kooperationen ermöglichen die Arbeit an authentischen Problemen. Entscheidend ist, dass Aktivität nicht zum Selbstzweck wird, sondern mit fachlicher Analyse und kritischer Reflexion verbunden bleibt.


Wandel von Arbeit und Lebenslauf

Automatisierung, berufliche Mobilität und gesellschaftliche Umbrüche erhöhen die Bedeutung von lebenslangem Lernen. Pädagogik muss deshalb Übergänge zwischen Schule, Ausbildung, Hochschule, Beruf und nachberuflicher Bildung stärker zusammendenken. Neben Fachwissen gewinnen Metakognition, Kooperation, Kreativität, Problemlösen, Urteilskompetenz und die Fähigkeit an Bedeutung, neue Wissensgebiete selbstständig zu erschließen.

Der Begriff der Employability darf Bildung jedoch nicht auf kurzfristige Verwertbarkeit reduzieren. Hochschulische Pädagogik hat auch die Aufgabe, Kritikfähigkeit, historische Orientierung, ethische Reflexion, demokratische Teilhabe und persönliche Entwicklung zu fördern.


Leitbilder zukünftiger Pädagogik


Menschenzentrierte Bildung

Eine menschenzentrierte Pädagogik behandelt Lernende nicht als Datenpunkte, Kundschaft oder zu optimierende Systeme. Sie versteht sie als Personen mit Rechten, Erfahrungen, Beziehungen und eigener Stimme. Technik wird danach beurteilt, ob sie menschliche Entwicklung unterstützt. Pädagogische Verantwortung bleibt bei Menschen, insbesondere wenn Entscheidungen über Förderung, Bewertung, Ausschluss oder Bildungswege getroffen werden.

Die UNESCO-Initiative Futures of Education verbindet die Zukunft von Bildung mit einem neuen gesellschaftlichen Vertrag. Im Mittelpunkt stehen Kooperation, Solidarität, Bildung als öffentliches Gut und die gemeinsame Verantwortung für gerechte und nachhaltige Zukünfte.


Lernendenautonomie und Agency

Agency bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft von Menschen, ihr Leben und ihre Umwelt aktiv mitzugestalten. Lernendenautonomie bedeutet nicht, Lernende ohne Struktur allein zu lassen. Sie entsteht durch verständliche Ziele, Wahlmöglichkeiten, verlässliche Unterstützung, Rückmeldung und echte Mitentscheidung.

Der OECD Learning Compass 2030 betont Wissen, Fähigkeiten, Haltungen und Werte sowie individuelles und kollektives Wohlergehen. Für die Pädagogik folgt daraus, Lernende nicht nur auf die Lösung vorgegebener Aufgaben vorzubereiten, sondern auf die begründete Formulierung eigener Fragen und Ziele.


Beziehung, Resonanz und Anerkennung

Auch in digital erweiterten Lernwelten bleibt pädagogische Beziehung zentral. Lernen ist nicht nur Informationsverarbeitung. Es umfasst Vertrauen, Zugehörigkeit, Anerkennung, Motivation und die Erfahrung, mit dem eigenen Denken etwas bewirken zu können. Resonanz beschreibt eine antwortende Beziehung zur Welt, in der Menschen berührt werden und selbst wirksam antworten.

Künstliche Systeme können dialogähnliche Kommunikation simulieren, besitzen aber keine pädagogische Verantwortung im menschlichen Sinn. Sie können Beziehung unterstützen, jedoch nicht die moralische und institutionelle Verantwortung einer Lehrperson übernehmen.


Kompetenzorientierung und Bildung

Kompetenzorientierung richtet den Blick auf die Fähigkeit, Wissen in komplexen Situationen verantwortungsvoll anzuwenden. Sie ist hilfreich, wenn Kompetenzen nicht als isolierte Checkliste missverstanden werden. Ein zukunftsfähiger Ansatz verbindet fachliches Wissen, methodisches Können, soziale Verantwortung, Werteorientierung und Bildung als reflexive Selbst- und Weltbeziehung.

Die Herausforderung besteht darin, messbare Lernergebnisse und nicht vollständig messbare Bildungsprozesse in ein sinnvolles Verhältnis zu bringen. Nicht alles pädagogisch Bedeutsame lässt sich automatisiert erfassen.


Zukünftige Lernformen


Personalisiertes und adaptives Lernen

Personalisiertes Lernen berücksichtigt Interessen, Vorkenntnisse, Lernwege und Unterstützungsbedarfe. Adaptives Lernen nutzt häufig Daten, um Schwierigkeit, Reihenfolge oder Form von Aufgaben anzupassen. Pädagogisch sinnvoll wird Anpassung erst dann, wenn Lernende verstehen, wie Entscheidungen zustande kommen, ihre Ziele mitbestimmen können und nicht dauerhaft auf ein vermeintliches Leistungsprofil festgelegt werden.

Ein zentrales Risiko adaptiver Systeme ist die stille Selektion. Wer aufgrund früher Daten immer einfachere Aufgaben erhält, kann von anspruchsvollen Lerngelegenheiten ausgeschlossen werden. Deshalb brauchen datenbasierte Empfehlungen regelmäßige menschliche Prüfung, Widerspruchsmöglichkeiten und die bewusste Öffnung neuer Lernwege.


Kooperatives und projektbasiertes Lernen

Kooperatives Lernen und Projektunterricht fördern Perspektivwechsel, Kommunikation und gemeinsame Verantwortung. In Zukunft werden Lernende häufiger an offenen Problemen arbeiten, für die es keine einzige richtige Lösung gibt. Dazu gehören Fragen der Nachhaltigkeit, Stadtentwicklung, Gesundheit, Medienordnung oder sozialen Teilhabe.

Lernwirksame Projekte benötigen fachliche Tiefe, klare Rollen, Zwischenziele, Feedback, Dokumentation und Reflexion. Ohne diese Elemente kann Projektarbeit zu bloßer Beschäftigung werden. Gute Pädagogik verbindet Selbstorganisation mit fachlicher Anleitung.


Hybrides Lernen und Flipped Classroom

Hybrides Lernen verbindet Präsenzphasen, synchrone Online-Kommunikation und asynchrone Lernzeiten. Im Flipped Classroom werden grundlegende Inhalte häufig vor einer gemeinsamen Sitzung erschlossen, damit die gemeinsame Zeit für Anwendung, Diskussion, Diagnose und Beratung genutzt werden kann.

Die Qualität hybrider Lehre hängt nicht von der Menge digitaler Medien ab. Entscheidend sind eine nachvollziehbare Lernarchitektur, soziale Einbindung, erreichbare Unterstützung, barrierearme Materialien und eine sinnvolle Verzahnung der Phasen.


Immersives und simulationsbasiertes Lernen

Virtual Reality, Augmented Reality und Simulationen können komplexe Räume, historische Situationen, technische Abläufe oder soziale Entscheidungssituationen erfahrbar machen. Sie eignen sich besonders, wenn reale Übungen gefährlich, teuer, selten oder schwer zugänglich sind.

Immersion garantiert jedoch kein Lernen. Notwendig sind ein klares Lernziel, vorbereitende Aufgaben, angeleitete Beobachtung und eine Nachbesprechung. Zudem müssen körperliche Belastung, Barrierefreiheit, Kosten und Datenschutz berücksichtigt werden.


Offenes und vernetztes Lernen

Open Educational Resources ermöglichen die freie Nutzung, Bearbeitung und Weitergabe von Lernmaterialien. Offene Bildung kann Teilhabe stärken, wenn Materialien zugänglich, fachlich geprüft und technisch nutzbar sind. Wikis, offene Kurse, Citizen-Science-Projekte und digitale Fachgemeinschaften verbinden individuelles Lernen mit gemeinsamer Wissensproduktion.

Datei:Knowledge belongs to all of us - 2030.wikimedia.org.webm

Zukünftige Pädagogik vermittelt deshalb nicht nur die Nutzung von Informationen, sondern auch Quellenkritik, Lizenzwissen, gemeinschaftliches Schreiben und die Verantwortung für öffentlich geteiltes Wissen.


Künstliche Intelligenz als pädagogische Herausforderung


Potenziale von KI

Im Studium der Pädagogik kann Künstliche Intelligenz beispielsweise beim Generieren von Fallvarianten, bei sprachlicher Überarbeitung, Übersetzung, Ideensammlung, Simulation von Beratungsgesprächen, Erstellung differenzierter Übungsaufgaben und Analyse großer Textmengen unterstützen. Auch automatisiertes Feedback kann zusätzliche Übungsgelegenheiten schaffen.

Dabei gilt: KI-Ausgaben sind Vorschläge, keine gesicherten Wahrheiten. Sie müssen fachlich, methodisch und ethisch geprüft werden. Gute Nutzung erweitert menschliche Urteilskraft, statt sie zu ersetzen.


Grenzen und Risiken

Zu den zentralen Risiken gehören:

  1. Fehlerhafte oder erfundene Inhalte: Sprachmodelle können plausible, aber falsche Aussagen und Quellen erzeugen.
  2. Algorithmische Verzerrung: Trainingsdaten können gesellschaftliche Vorurteile reproduzieren.
  3. Datenschutz: Personenbezogene oder vertrauliche Informationen dürfen nicht unkontrolliert verarbeitet werden.
  4. Überwachung: Learning Analytics kann Unterstützung ermöglichen, aber auch Verhalten umfassend kontrollieren.
  5. Abhängigkeit: Dauerhafte Auslagerung kann Schreibfähigkeit, Gedächtnis, Problemlösen und Selbstvertrauen schwächen.
  6. Ungleichheit: Kostenpflichtige Systeme, Sprachbarrieren und unterschiedliche technische Ausstattung können Bildungsungleichheit verstärken.
  7. Ökologische Nachhaltigkeit: Rechenleistung, Energie- und Wasserverbrauch müssen in die Bewertung digitaler Systeme einbezogen werden.
  8. Machtkonzentration: Bildungsinfrastrukturen können von wenigen privaten Plattformen abhängig werden.


Verantwortliche KI-Nutzung

Eine verantwortliche Nutzung orientiert sich an Zweck, Verhältnismäßigkeit, Transparenz und Kontrolle. Vor dem Einsatz solltest Du prüfen, ob sensible Daten betroffen sind, ob eine weniger eingriffsintensive Alternative existiert, wie Fehler erkannt werden, wer verantwortlich bleibt und wie Lernende der Nutzung widersprechen können.

Für Lehrende sind DigCompEdu, KI-Kompetenz, Informationskompetenz und Kenntnis einschlägiger rechtlicher Rahmenbedingungen wichtige Bezugspunkte. Institutionen benötigen abgestimmte Regeln für Datenschutz, Prüfungen, Barrierefreiheit, Beschaffung, Dokumentation und Qualitätskontrolle.


KI und akademische Integrität

Die Zukunft von Prüfungen liegt nicht allein in besserer Kontrolle. Aufgaben müssen so gestaltet sein, dass Denkwege, Begründungen, Quellenwahl, Überarbeitung und Transfer sichtbar werden. Sinnvoll sind Kombinationen aus schriftlichem Produkt, Prozessdokumentation, mündlicher Verteidigung, praktischer Anwendung und Reflexion der verwendeten Werkzeuge.

KI-Nutzung sollte transparent gemacht werden. Eine Dokumentation kann festhalten, welches System für welchen Zweck eingesetzt wurde, welche Eingaben verwendet wurden, welche Ausgaben übernommen oder verworfen wurden und wie die fachliche Prüfung erfolgte. Dadurch wird Akademische Integrität als verantwortliche Praxis statt als reine Verbotslogik verstanden.


Wandel professioneller Rollen


Lehrende als Lernarchitektinnen und Lernarchitekten

Die Rolle von Lehrenden verschiebt sich von der alleinigen Wissensvermittlung zur Gestaltung komplexer Lernumgebungen. Dazu gehören Zielklärung, Auswahl geeigneter Inhalte, Diagnostik, Beziehungsarbeit, Moderation, Feedback, ethische Abwägung und die Sicherung fachlicher Qualität. Je mehr Routineaufgaben automatisiert werden, desto wichtiger werden professionelle Urteilskraft und pädagogische Verantwortung.

Lehrende brauchen Zeit für Fortbildung, kollegiale Beratung und Forschung. Technische Innovation ohne Organisationsentwicklung führt häufig zu Überlastung oder oberflächlicher Nutzung.


Lernende als Mitgestaltende

Lernende werden stärker an Zielen, Themen, Lernwegen und Bewertungskriterien beteiligt. Partizipation bedeutet dabei mehr als Auswahl zwischen vorgegebenen Optionen. Sie umfasst echte Mitsprache, begründete Aushandlung und Verantwortung für gemeinsame Prozesse.

Ein zukunftsfähiges Studium fördert die Fähigkeit, Fragen zu entwickeln, Forschungsergebnisse zu prüfen, Unsicherheit zu benennen, Feedback zu nutzen und das eigene Lernen zu steuern. Diese Fähigkeiten werden besonders wichtig, wenn Wissen schnell verfügbar, aber seine Qualität schwerer einzuschätzen ist.


Bildungsinstitutionen als lernende Organisationen

Schulen, Hochschulen und Weiterbildungseinrichtungen müssen selbst lernfähig sein. Eine Lernende Organisation sammelt nicht nur Daten, sondern schafft Räume für gemeinsame Auswertung, Erprobung, Fehlerkultur und Beteiligung. Innovation sollte klein beginnen, wissenschaftlich begleitet und bei positiven Ergebnissen verantwortungsvoll ausgeweitet werden.

Technische Infrastruktur, pädagogische Konzepte und Personalentwicklung müssen gemeinsam geplant werden. Ein neues Gerät ohne Zeit, Support, Datenschutzkonzept und didaktisches Ziel verbessert Bildung nicht automatisch.


Prüfungen, Feedback und Anerkennung


Formatives Assessment

Formatives Assessment begleitet den Lernprozess und liefert Informationen für nächste Schritte. In Zukunft können digitale Werkzeuge häufigere Rückmeldungen ermöglichen. Entscheidend bleibt, dass Feedback verständlich, handlungsorientiert und lernzielbezogen ist. Automatisches Feedback sollte als vorläufige Rückmeldung gekennzeichnet und bei wichtigen Entscheidungen durch menschliche Einschätzung ergänzt werden.


Authentische Leistungsnachweise

Authentische Leistungsnachweise orientieren sich an realen oder realitätsnahen Handlungssituationen. Beispiele sind Fallanalysen, Forschungsdesigns, Beratungskonzepte, Unterrichtsentwürfe, Portfolios, Podcasts, Ausstellungen oder Evaluationen. Sie prüfen nicht nur Reproduktion, sondern Anwendung, Begründung und Reflexion.

Portfolio und E-Portfolio können Entwicklungen über längere Zeit sichtbar machen. Damit sie nicht zu bloßen Sammelmappen werden, benötigen sie Auswahlkriterien, Reflexionsfragen und regelmäßiges Feedback.


Mikroqualifikationen und lebenslanges Lernen

Mikroqualifikationen können kleinere, klar beschriebene Lernergebnisse dokumentieren. Sie können Weiterbildung flexibilisieren, bergen aber die Gefahr einer Zersplitterung von Bildung in isolierte Einheiten. Pädagogisch sinnvoll sind sie, wenn sie in größere Kompetenzprofile eingebettet, qualitätsgesichert und sozial anerkannt werden.


Lernräume und Bildungsökosysteme


Vom Klassenraum zum Bildungsökosystem

Ein Bildungsökosystem verbindet formale, non-formale und informelle Lernorte. Hochschulen kooperieren beispielsweise mit Schulen, Museen, Bibliotheken, Betrieben, sozialen Einrichtungen, Kommunen und zivilgesellschaftlichen Initiativen. Lernen findet in Präsenz, online, im öffentlichen Raum und in Praxisfeldern statt.

Zukünftige Lernräume sollten Konzentration, Austausch, Rückzug, Bewegung, Experiment und digitale Teilnahme ermöglichen. Raumgestaltung ist damit Teil der Didaktik.


Globale Vernetzung und lokale Verantwortung

Digitale Vernetzung ermöglicht internationale Zusammenarbeit. Studierende können gemeinsam Daten analysieren, Fallstudien vergleichen oder Lernmaterialien entwickeln. Gleichzeitig muss Bildung lokale Sprachen, Erfahrungen und Wissensformen achten. Globale Plattformen dürfen nicht zu kultureller Vereinheitlichung führen.

Pädagogik der Zukunft verbindet deshalb Globales Lernen mit lokaler Verantwortung, Mehrsprachigkeit und kritischer Reflexion von Machtverhältnissen.


Forschung und evidenzorientierte Innovation


Evidenz statt Innovationshype

Neue Methoden sollten nicht allein wegen ihrer Neuheit eingesetzt werden. Evidenzbasierte Pädagogik verbindet Forschungsergebnisse, professionelle Erfahrung, Kontextwissen und die Perspektiven der Lernenden. Dabei ist zu prüfen, für wen eine Maßnahme unter welchen Bedingungen wirkt und welche unbeabsichtigten Folgen entstehen.

Der EDUCAUSE Horizon Report nutzt Horizon Scanning und Szenarien, um mögliche Veränderungen in Hochschullehre sichtbar zu machen. Solche Berichte sind keine Vorhersagen, sondern Ausgangspunkte für Diskussion und strategische Planung.


Design-Based Research und Reallabore

Design-Based Research entwickelt und untersucht pädagogische Lösungen in realen Kontexten. Forschende und Praktikerinnen beziehungsweise Praktiker arbeiten iterativ: Sie analysieren ein Problem, entwerfen eine Intervention, erproben sie, werten Daten aus und verbessern den Entwurf.

Reallabore übertragen dieses Prinzip auf komplexe gesellschaftliche Herausforderungen. Für Studierende der Pädagogik bieten sie die Möglichkeit, Theorie, Forschung, Praxis und gesellschaftliche Verantwortung zu verbinden.


Datenschutz und Forschungsethik

Daten über Lernverhalten sind sensibel. Forschung und Learning Analytics benötigen klare Zwecke, Datenminimierung, informierte Einwilligung, sichere Speicherung, verständliche Information und Möglichkeiten zum Widerspruch. Besonders schutzbedürftig sind Kinder, Jugendliche und Personen in Abhängigkeitsverhältnissen.

Forschungsethik verlangt außerdem, dass Beteiligte nicht nur Daten liefern, sondern nach Möglichkeit an Fragestellung, Interpretation und Nutzung der Ergebnisse beteiligt werden.


Vier Szenarien für die Pädagogik im Jahr 2040

Die folgenden Szenarien sind keine Vorhersagen. Sie dienen dazu, Annahmen, Chancen, Risiken und Handlungsoptionen sichtbar zu machen.

Szenario Kennzeichen Pädagogische Chance Pädagogisches Risiko
Humanistische Digitalität Technik unterstützt Beziehung, Inklusion, Kreativität und demokratische Teilhabe. Individuelle Förderung wird mit gemeinschaftlichem Lernen verbunden. Hoher Ressourcenbedarf und mögliche Lücke zwischen Anspruch und Praxis.
Algorithmische Bildungssteuerung Lernwege, Zulassung und Bewertung werden stark datenbasiert organisiert. Frühzeitige Unterstützung und flexible Lernangebote. Überwachung, Standardisierung, Bias und Verlust menschlicher Entscheidungsspielräume.
Bildungscommons Offene Ressourcen, öffentliche Infrastrukturen und gemeinschaftliche Wissensproduktion prägen Bildung. Breiter Zugang, Kooperation und gesellschaftliche Mitgestaltung. Qualitätssicherung und nachhaltige Finanzierung bleiben anspruchsvoll.
Fragmentierte Bildungslandschaft Kommerzielle Plattformen, soziale Ungleichheit und unterschiedliche Zugänge teilen Lernwelten. Nischenangebote können besondere Interessen bedienen. Verstärkte Segregation, Abhängigkeit und Verlust gemeinsamer Bildungsräume.


Szenarien analysieren

Ein Szenario sollte nach mindestens sechs Dimensionen geprüft werden: Menschenbild, Lernziele, Rolle der Lehrenden, Rolle der Lernenden, technische Infrastruktur, Macht und Kontrolle. Zusätzlich sind ökologische Folgen, Finanzierung, Barrierefreiheit und demokratische Legitimation zu berücksichtigen.


Gestaltungsprinzipien für eine zukunftsfähige Pädagogik

  1. Menschenwürde: Pädagogische Entscheidungen achten Autonomie, Rechte und Verletzlichkeit.
  2. Bildungsgerechtigkeit: Ressourcen und Lerngelegenheiten werden so verteilt, dass Benachteiligungen abgebaut werden.
  3. Partizipation: Lernende und Beschäftigte wirken an Regeln, Zielen und Evaluation mit.
  4. Transparenz: Kriterien, Datenverwendung und technische Entscheidungswege werden verständlich gemacht.
  5. Pädagogische Beziehung: Technik ergänzt, aber verdrängt nicht Anerkennung, Fürsorge und Verantwortung.
  6. Wissenschaftsorientierung: Innovationen werden mit Forschung, Evaluation und professioneller Reflexion verbunden.
  7. Nachhaltigkeit: Soziale, ökologische und ökonomische Folgen werden gemeinsam betrachtet.
  8. Offenheit: Offene Standards, OER und übertragbare Kompetenzen reduzieren Abhängigkeiten.
  9. Fehlerkultur: Unsicherheit und Irrtum werden als Ausgangspunkte für Lernen genutzt.
  10. Zukunftskompetenz: Lernende entwickeln die Fähigkeit, mögliche Zukünfte zu erkunden und gewünschte Zukünfte mitzugestalten.


Analysemodell für das Pädagogikstudium

Mit dem folgenden Modell kannst Du pädagogische Innovationen systematisch untersuchen:

Prüfdimension Leitfrage
Problem Welches pädagogische Problem soll gelöst werden, und wer definiert es?
Ziel Welche fachlichen, sozialen und persönlichen Lernziele werden verfolgt?
Evidenz Welche Forschungsergebnisse und Praxiserfahrungen stützen den Ansatz?
Teilhabe Wer profitiert, wer könnte ausgeschlossen oder benachteiligt werden?
Beziehung Wie verändert der Ansatz Kommunikation, Anerkennung und Verantwortung?
Daten Welche Daten werden erhoben, wofür genutzt und wie geschützt?
Macht Wer kontrolliert Infrastruktur, Regeln, Bewertung und Zugang?
Nachhaltigkeit Welche langfristigen sozialen, ökologischen und finanziellen Folgen entstehen?
Evaluation Woran wird Erfolg erkannt, und wie werden Nebenfolgen erfasst?


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was unterscheidet ein Szenario von einer Prognose? (Ein Szenario beschreibt eine mögliche in sich stimmige Zukunft) (!Ein Szenario sagt die Zukunft mit Sicherheit voraus) (!Ein Szenario ist nur eine technische Produktbeschreibung) (!Ein Szenario bewertet ausschließlich vergangene Ereignisse)




Welches Prinzip ist für menschenzentrierte Pädagogik grundlegend? (Technik wird an menschlichen Rechten und Bildungszielen gemessen) (!Technik ersetzt alle pädagogischen Entscheidungen) (!Lernende werden ausschließlich anhand von Daten bewertet) (!Effizienz ist immer wichtiger als Teilhabe)




Was bedeutet Agency im pädagogischen Zusammenhang? (Die Fähigkeit das eigene Leben und die Umwelt mitzugestalten) (!Die automatische Anpassung von Aufgaben durch Software) (!Die Kontrolle von Lernenden durch Prüfungen) (!Die vollständige Abwesenheit pädagogischer Unterstützung)




Welche Gefahr kann bei adaptiven Lernsystemen entstehen? (Frühe Daten können Lernende dauerhaft auf begrenzte Lernwege festlegen) (!Alle Lernenden erhalten automatisch dieselben Aufgaben) (!Digitale Systeme benötigen grundsätzlich keine Daten) (!Adaptive Systeme verhindern jede Form von Rückmeldung)




Wodurch wird projektbasiertes Lernen fachlich anspruchsvoll? (Durch klare Ziele fachliche Vertiefung Feedback und Reflexion) (!Durch möglichst viele digitale Geräte) (!Durch den vollständigen Verzicht auf Anleitung) (!Durch ausschließlich spielerische Aktivitäten ohne Auswertung)




Welche Aussage zu Künstlicher Intelligenz in der Bildung ist zutreffend? (KI-Ausgaben müssen fachlich methodisch und ethisch geprüft werden) (!KI-Ausgaben sind grundsätzlich fehlerfrei) (!KI kann pädagogische Verantwortung vollständig übernehmen) (!KI beseitigt automatisch Bildungsungleichheit)




Was kennzeichnet formatives Assessment? (Es unterstützt den Lernprozess durch Rückmeldung für nächste Schritte) (!Es findet nur am Ende eines Studiums statt) (!Es dient ausschließlich der Rangbildung) (!Es verzichtet vollständig auf Lernziele)




Was ist ein Ziel von Bildung für nachhaltige Entwicklung? (Lernende sollen komplexe Zielkonflikte beurteilen und verantwortlich handeln) (!Lernende sollen nur naturwissenschaftliche Fakten auswendig lernen) (!Lernende sollen politische Entscheidungen vermeiden) (!Lernende sollen Nachhaltigkeit als rein private Aufgabe betrachten)




Welche Funktion haben Zukunftsszenarien in der Pädagogik? (Sie machen Annahmen Risiken Chancen und Handlungsoptionen sichtbar) (!Sie ersetzen empirische Forschung vollständig) (!Sie liefern unumstößliche Lehrpläne) (!Sie beweisen dass Technik gesellschaftliche Entwicklung bestimmt)




Was gehört zu einer verantwortlichen KI-Nutzung? (Zweck Daten Risiken Transparenz und menschliche Kontrolle prüfen) (!Vertrauliche Daten ungeprüft in Systeme eingeben) (!Automatische Ergebnisse ohne Kennzeichnung übernehmen) (!Widerspruchsmöglichkeiten grundsätzlich ausschließen)





Memory

Agency Mitgestaltung des eigenen Lebens und der Umwelt
Inklusion Teilhabe in von Beginn an zugänglichen Strukturen
Szenario Stimmiges Bild einer möglichen Zukunft
Formatives Assessment Lernbegleitende Rückmeldung
Bildungscommons Gemeinschaftlich zugängliche Wissensressourcen
Learning Analytics Auswertung von Daten über Lernprozesse
Resonanz Antwortende Beziehung zur Welt
Technikdeterminismus Vorstellung einer zwangsläufig technisch bestimmten Entwicklung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Zukunftsfähige Pädagogik
Lernendenautonomie Wahlmöglichkeiten mit verlässlicher Unterstützung
Universal Design for Learning Flexible Zugänge Ausdrucksformen und Motivationswege
Authentische Prüfung Anwendung in realitätsnahen Handlungssituationen
Design-Based Research Iterative Entwicklung und Untersuchung in der Praxis
Open Educational Resources Frei nutzbare und bearbeitbare Lernmaterialien
Bildung für nachhaltige Entwicklung Reflexion und Handeln in ökologischen und sozialen Zielkonflikten
KI-Kompetenz Kritische sachkundige und verantwortliche Nutzung intelligenter Systeme
Lernende Organisation Gemeinsame Auswertung Erprobung und Weiterentwicklung




...


Kreuzworträtsel

Agency Wie heißt die Fähigkeit zur aktiven Mitgestaltung des eigenen Lebens?
Inklusion Welcher Begriff bezeichnet gleichberechtigte Teilhabe in Bildung?
Feedback Wie heißt eine lernbezogene Rückmeldung?
Portfolio Welche Sammlung dokumentiert ausgewählte Lernprodukte und Reflexionen?
Ethik Welches Fachgebiet untersucht begründete Maßstäbe richtigen Handelns?
Resonanz Wie heißt eine antwortende Beziehung zwischen Mensch und Welt?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Ein begründetes Bild einer möglichen Zukunft heißt

.
Die Vorstellung einer zwangsläufig technisch bestimmten Entwicklung heißt

.
Die Fähigkeit zur aktiven Mitgestaltung wird als

bezeichnet.
Eine Pädagogik der gleichberechtigten Teilhabe verfolgt das Ziel der

.
Lernbegleitende Rückmeldung ist ein Kern des

.
Frei nutzbare und bearbeitbare Lernmaterialien heißen

.
Die systematische Auswertung von Lernprozessdaten wird

genannt.
Ein längerfristig angelegter Nachweis ausgewählter Lernprodukte heißt

.
Die iterative Entwicklung pädagogischer Lösungen in realen Kontexten nennt man

.
Bildung für ökologische und soziale Zukunftsfragen heißt

.
Die fachkundige und verantwortliche Nutzung intelligenter Systeme erfordert

.
Eine Institution mit gemeinsamer Reflexion und Weiterentwicklung ist eine

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Zukunftsbarometer: Sammle zehn Entwicklungen, die Bildung in den nächsten zehn Jahren beeinflussen könnten. Ordne sie den Bereichen Gesellschaft, Technik, Umwelt und Institution zu und begründe zwei Zuordnungen.
  2. Medienanalyse: Wähle eine Darstellung über die Zukunft des Lernens aus einem Video, Artikel oder Werbebeitrag. Markiere, welche Aussagen Trend, Prognose, Szenario oder Vision sind.
  3. Begriffsnetz: Erstelle ein Begriffsnetz mit den Begriffen Bildung, Agency, Inklusion, KI-Kompetenz, Nachhaltigkeit und pädagogische Beziehung. Formuliere zu jeder Verbindung einen erklärenden Satz.
  4. KI-Tagebuch: Dokumentiere an drei Tagen, wann Du ein KI-System zum Lernen nutzt oder bewusst nicht nutzt. Reflektiere Nutzen, Unsicherheit, eigene Denkleistung und Datenschutz.


Standard

  1. Fallanalyse Adaptives Lernen: Analysiere den Fall einer Hochschule, die adaptive Lernpfade einführen möchte. Prüfe Ziele, Daten, Teilhabe, mögliche Verzerrungen und Widerspruchsmöglichkeiten.
  2. Lernarrangement der Zukunft: Entwirf eine 90-minütige Lehrveranstaltung im Studienfach Pädagogik, die Präsenz, digitale Werkzeuge, Kooperation und Reflexion sinnvoll verbindet.
  3. Prüfungsdesign: Überarbeite eine klassische Hausarbeit zu einem KI-resilienten Leistungsnachweis mit Prozessdokumentation, Quellenprüfung, mündlicher Verteidigung und Reflexion.
  4. Interview zur Zukunft der Lehre: Führe ein Interview mit einer Lehrperson, einer pädagogischen Fachkraft oder einer studierenden Person. Frage nach Chancen, Belastungen und notwendigen Regeln digitaler Bildung und werte die Antworten thematisch aus.


Schwer

  1. Szenariowerkstatt 2040: Entwickle zwei gegensätzliche Szenarien für eine pädagogische Hochschule im Jahr 2040. Beschreibe Menschenbild, Lernziele, Rollen, Räume, Datenpraktiken, Finanzierung und Machtverhältnisse.
  2. Forschungsdesign: Plane eine kleine Studie zur Frage, wie KI-gestütztes Feedback die Selbstständigkeit von Studierenden beeinflusst. Formuliere Forschungsfrage, Methode, Stichprobe, Ethik und Auswertungsstrategie.
  3. Policy-Brief: Verfasse einen wissenschaftlich begründeten Policy-Brief für eine Hochschulleitung. Entwickle sechs Regeln für verantwortliche KI-Nutzung und begründe mögliche Zielkonflikte.
  4. Reallabor Bildungsgerechtigkeit: Konzipiere gemeinsam mit einer lokalen Bildungseinrichtung ein Reallabor, das eine konkrete Zugangsbarriere abbaut. Plane Beteiligung, Intervention, Evaluation und nachhaltige Verstetigung.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Szenarienvergleich: Vergleiche die Szenarien Humanistische Digitalität und Algorithmische Bildungssteuerung. Erkläre, wie dasselbe adaptive System in beiden Szenarien unterschiedlich gestaltet und legitimiert wäre.
  2. Dilemma der Personalisierung: Eine Hochschule kann Lernangebote stark personalisieren, benötigt dafür aber umfangreiche Daten. Entwickle eine begründete Lösung, die Förderung, Datenschutz und Selbstbestimmung miteinander abwägt.
  3. Transfer auf die Prüfungspraxis: Entwirf für ein Seminar zur Bildungstheorie einen Leistungsnachweis, bei dem KI erlaubt ist, aber eigenständiges Denken sichtbar bleibt. Begründe jedes Element.
  4. Inklusionsprüfung: Untersuche ein digitales Lernangebot anhand von Zugänglichkeit, Sprache, technischen Voraussetzungen, Darstellungsmöglichkeiten und Unterstützung. Entwickle drei konkrete Verbesserungen.
  5. Professionelle Verantwortung: Erörtere, welche pädagogischen Entscheidungen Lehrende niemals vollständig an ein automatisiertes System delegieren sollten. Begründe Deine Grenze anhand eines Fallbeispiels.
  6. Innovationsbewertung: Eine Einrichtung plant Virtual Reality für alle Grundlagenveranstaltungen. Entwickle ein Evaluationskonzept, das Lernerfolg, Motivation, Barrierefreiheit, Kosten, Belastung und ökologische Folgen erfasst.
  7. Zukunftsethik: Formuliere ein Leitbild für Pädagogik im Jahr 2040. Zeige anschließend an zwei Konflikten, wie Dein Leitbild konkrete Entscheidungen verändert.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Zukunftstrends benennst, sondern ihre Voraussetzungen und Folgen analysierst. Ein überzeugender Lernnachweis enthält:

  1. Begriffsverständnis: sichere Unterscheidung von Trend, Prognose, Szenario und Vision
  2. Theoriebezug: Einordnung in Bildungstheorie, Didaktik, Professionstheorie und pädagogische Ethik
  3. Evidenzorientierung: begründete Nutzung wissenschaftlicher und institutioneller Quellen
  4. Kritische Analyse: Abwägung von Chancen, Risiken, Macht, Daten und unbeabsichtigten Folgen
  5. Transfer: Anwendung auf ein konkretes pädagogisches Feld
  6. Gestaltungsleistung: Entwicklung eines nachvollziehbaren Lernarrangements, Szenarios oder Regelwerks
  7. Reflexivität: Offenlegung eigener Annahmen, Werte und Unsicherheiten
  8. Partizipation und Inklusion: Berücksichtigung unterschiedlicher Perspektiven und Zugangsbedingungen
  9. Transparenz der KI-Nutzung: Dokumentation eingesetzter Systeme, Zwecke, Eingaben, Prüfungen und Überarbeitungen
  10. Wissenschaftliche Kommunikation: klare Argumentation, korrekte Quellenarbeit und adressatengerechte Darstellung




OERs zum Thema

  1. UNESCO Futures of Education: Internationale Perspektiven auf einen neuen gesellschaftlichen Vertrag für Bildung.
  2. OECD Future of Education and Skills 2030/2040: Rahmen zu Wissen, Fähigkeiten, Haltungen, Werten, Agency und Wohlbefinden.
  3. DigCompEdu: Europäischer Referenzrahmen für digitale Kompetenzen von Lehrenden.
  4. DigComp 3.0: Europäischer Rahmen zu digitaler Kompetenz mit Bezügen zu KI, Sicherheit, Wohlbefinden, Rechten und Nachhaltigkeit.
  5. EDUCAUSE Horizon Report 2026: Horizon Scanning zu Trends und Signalen für Hochschullehre und Lernen.
  6. Wikimedia Commons: Freie Bilder, Grafiken, Audio- und Videodateien für offene Bildungsangebote.
  7. Open Educational Resources: Einführung in offene Bildungsmaterialien und freie Lizenzen.



Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte





Schulfach+

Prüfungsliteratur 2026
Bundesland Bücher Kurzbeschreibung
Baden-Württemberg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Mittlere Reife

  1. Der Markisenmann - Jan Weiler oder Als die Welt uns gehörte - Liz Kessler
  2. Ein Schatten wie ein Leopard - Myron Levoy oder Pampa Blues - Rolf Lappert

Abitur Dorfrichter-Komödie über Wahrheit/Schuld; Roman über einen Ort und deutsche Geschichte. Mittlere Reife Wahllektüren (Roadtrip-Vater-Sohn / Jugendroman im NS-Kontext / Coming-of-age / Provinzroman).

Bayern

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Lustspiel über Machtmissbrauch und Recht; Roman als Zeitschnitt deutscher Geschichte an einem Haus/Grundstück.

Berlin/Brandenburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Der Biberpelz - Gerhart Hauptmann
  4. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Gerichtskomödie; soziales Drama um Ausbeutung/Armut; Komödie/Satire um Diebstahl und Obrigkeit; Roman über Erinnerungsräume und Umbrüche.

Bremen

Abitur

  1. Nach Mitternacht - Irmgard Keun
  2. Mario und der Zauberer - Thomas Mann
  3. Emilia Galotti - Gotthold Ephraim Lessing oder Miss Sara Sampson - Gotthold Ephraim Lessing

Abitur Roman in der NS-Zeit (Alltag, Anpassung, Angst); Novelle über Verführung/Massenpsychologie; bürgerliche Trauerspiele (Moral, Macht, Stand).

Hamburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun

Abitur Justiz-/Machtkritik als Komödie; Großstadtroman der Weimarer Zeit (Rollenbilder, Aufstiegsträume, soziale Realität).

Hessen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  4. Der Prozess - Franz Kafka

Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

Niedersachsen

Abitur

  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

Nordrhein-Westfalen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Komödie über Wahrheit und Autorität; Roman als literarische „Geschichtsschichtung“ an einem Ort.

Saarland

Abitur

  1. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  2. Furor - Lutz Hübner und Sarah Nemitz
  3. Bahnwärter Thiel - Gerhart Hauptmann

Abitur Erinnerungsroman an einem Ort; zeitgenössisches Drama über Eskalation/Populismus; naturalistische Novelle (Pflicht/Überforderung/Abgrund).

Sachsen (berufliches Gymnasium)

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Irrungen, Wirrungen - Theodor Fontane
  4. Der gute Mensch von Sezuan - Bertolt Brecht
  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  6. Der Trafikant - Robert Seethaler

Abitur Mischung aus Klassiker-Drama, sozialem Drama, realistischem Roman, epischem Theater und Gegenwarts-/Erinnerungsroman; zusätzlich Coming-of-age im historischen Kontext.

Sachsen-Anhalt

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Themenfelder)

Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

Schleswig-Holstein

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Recht/Gerechtigkeit und historische Tiefenschichten eines Ortes – umgesetzt über Drama und Gegenwartsroman.

Thüringen

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool)

Abitur In der Praxis häufig Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool; landesweite Einzeltitel je nach Vorgabe/Handreichung nicht einheitlich ausgewiesen.

Mecklenburg-Vorpommern

Abitur

  1. (Quelle aktuell technisch nicht abrufbar; Beteiligung am gemeinsamen Aufgabenpool bekannt)

Abitur Land beteiligt sich am länderübergreifenden Aufgabenpool; konkrete, veröffentlichte Einzeltitel konnten hier nicht ausgelesen werden.

Rheinland-Pfalz

Abitur

  1. (keine landesweit einheitliche Pflichtlektüre; schulische Auswahl)

Abitur Keine landesweite Einheitsliste; Auswahl kann schul-/kursbezogen erfolgen.




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The Monkey DanceaiMOOCs

  1. Trust Me It's True: #Verschwörungstheorie #FakeNews
  2. Gregor Samsa Is You: #Kafka #Verwandlung
  3. Who Owns Who: #Musk #Geld
  4. Lump: #Trump #Manipulation
  5. Filth Like You: #Konsum #Heuchelei
  6. Your Poverty Pisses Me Off: #SozialeUngerechtigkeit #Musk
  7. Hello I'm Pump: #Trump #Kapitalismus
  8. Monkey Dance Party: #Lebensfreude
  9. God Hates You Too: #Religionsfanatiker
  10. You You You: #Klimawandel #Klimaleugner
  11. Monkey Free: #Konformität #Macht #Kontrolle
  12. Pure Blood: #Rassismus
  13. Monkey World: #Chaos #Illusion #Manipulation
  14. Uh Uh Uh Poor You: #Kafka #BerichtAkademie #Doppelmoral
  15. The Monkey Dance Song: #Gesellschaftskritik
  16. Will You Be Mine: #Love
  17. Arbeitsheft
  18. And Thanks for Your Meat: #AntiFactoryFarming #AnimalRights #MeatIndustry


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