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Die Verfassung der Vereinigten Staaten - Geschichte

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Die Verfassung der Vereinigten Staaten - Geschichte



Die Verfassung der Vereinigten Staaten - Geschichte


Einleitung

Die am 17. September 1787 in Philadelphia unterzeichnete Verfassung der Vereinigten Staaten ist zugleich ein historisches Dokument, eine politische Ordnung und ein bis heute umkämpfter Deutungsrahmen. Sie entstand nicht als plötzlicher genialer Entwurf, sondern aus den Erfahrungen der Amerikanischen Revolution, den Problemen der Konföderationsartikel, den Interessengegensätzen der Einzelstaaten, den politischen Ideen der Aufklärung und den Konflikten einer Gesellschaft, die Freiheit verkündete, aber Sklaverei schützte und große Teile der Bevölkerung von politischer Teilhabe ausschloss.

Dieser aiMOOC untersucht die Verfassung deshalb als Gegenstand der Geschichtswissenschaft. Du analysierst ihre Vorgeschichte, den Verfassungskonvent von 1787, die zentralen Kompromisse, den Kampf um die Ratifizierung, die Entstehung der Bill of Rights, spätere Verfassungszusätze und unterschiedliche historische Deutungen. Dabei lernst Du, zwischen dem normativen Anspruch des Textes, seiner politischen Praxis und seiner gesellschaftlichen Wirkung zu unterscheiden.

Das Video des National Constitution Center bietet einen englischsprachigen Überblick vom Entwurf bis zur Ratifizierung. Achte beim Sehen darauf, welche Konflikte als zentral dargestellt werden und welche Gruppen kaum vorkommen.


= Studienfach und Niveau

Der Kurs ist dem Studienfach Geschichte zugeordnet. Er eignet sich für die gymnasiale Oberstufe, die universitäre Grundausbildung in Neuerer Geschichte, Nordamerikanischer Geschichte, Politische Ideengeschichte, Rechtsgeschichte und Verfassungsgeschichte sowie für die historisch-politische Bildung. Die Aufgaben verbinden Sachkompetenz, Methodenkompetenz, Urteilskompetenz und Handlungskompetenz.


= Lernziele

Nach der Bearbeitung kannst Du:

  1. Historischen Kontext: die Krise der Konföderationsordnung und die Entstehungsbedingungen des Verfassungskonvents erklären.
  2. Quellenanalyse: Verfassungstexte, politische Essays, Bildquellen und spätere Erinnerungsdarstellungen kritisch untersuchen.
  3. Verfassungskonvent: zentrale Akteure, Pläne, Konflikte und Kompromisse einordnen.
  4. Verfassungsprinzipien: Föderalismus, Gewaltenteilung, Repräsentation und Checks and Balances historisch erläutern.
  5. Ratifizierungsdebatte: Argumente der Federalists und Anti-Federalists vergleichen.
  6. Macht und Ausschluss: die Bedeutung von Sklaverei, Geschlecht, Eigentum und indigener Souveränität für die Verfassungsgeschichte beurteilen.
  7. Verfassungswandel: erklären, wie Zusatzartikel, politische Konflikte und Rechtsprechung die Ordnung veränderten.
  8. Historisches Urteil: Reichweite, Grenzen und Nachwirkungen der Verfassung begründet bewerten.


Historischer Hintergrund


= Revolution, Unabhängigkeit und republikanische Ordnung

Die Unabhängigkeitserklärung von 1776 begründete die Loslösung der dreizehn Kolonien von Großbritannien mit Naturrecht, unveräußerlichen Rechten und der Zustimmung der Regierten. Diese Sprache schuf einen weitreichenden politischen Anspruch. In der gesellschaftlichen Wirklichkeit blieben jedoch versklavte Menschen, Frauen, viele Besitzlose und große Teile der indigenen Bevölkerung von der politischen Gemeinschaft ausgeschlossen.

Während des Unabhängigkeitskriegs mussten die Einzelstaaten militärisch kooperieren, wollten aber zugleich ihre neu gewonnene Souveränität bewahren. Daraus entstand eine lockere Konföderation. Die politische Kultur der Revolution war von Misstrauen gegenüber konzentrierter Macht geprägt. Viele Zeitgenossen sahen eine starke Exekutive als mögliche Vorstufe zur Tyrannei.


= Die Konföderationsartikel

Die 1777 beschlossenen und 1781 vollständig ratifizierten Konföderationsartikel bildeten die erste gesamtstaatliche Ordnung der Vereinigten Staaten. Sie beschrieben die Verbindung der Staaten als Bund, ließen die zentrale Gewalt aber schwach. Der Konföderationskongress besaß keine eigenständige Exekutive und kein nationales Gerichtssystem. Er konnte von den Staaten Geld und Truppen anfordern, aber nicht wirksam eigene Steuern erheben. Für wichtige Entscheidungen waren große Mehrheiten nötig, für Änderungen sogar die Zustimmung aller Staaten.

Diese Ordnung hatte auch Leistungen vorzuweisen. Sie koordinierte den Krieg, regelte diplomatische Beziehungen und schuf mit der Northwest Ordinance von 1787 einen Rahmen für die territoriale Expansion. Dennoch führten Kriegsschulden, Handelskonflikte, unterschiedliche Währungen und die geringe Durchsetzungskraft des Kongresses zu wachsender Kritik.


= Shays’ Rebellion und Reformdruck

Die Shays’ Rebellion von 1786 bis 1787 entstand in Massachusetts aus wirtschaftlicher Not, hohen Steuern, Schulden und Zwangsvollstreckungen. Bewaffnete Protestierende, unter ihnen der frühere Offizier Daniel Shays, versuchten Gerichtsverfahren zu verhindern und griffen das Bundesarsenal in Springfield an. Die Rebellion wurde von staatlichen Kräften niedergeschlagen.

Historisch war sie nicht die einzige Ursache der Verfassungsreform. Sie wirkte jedoch als Warnsignal für Eliten, die soziale Unruhe, wirtschaftliche Instabilität und die Schwäche der bestehenden Ordnung fürchteten. Für die Quellenkritik ist wichtig: Zeitgenössische Federalists nutzten die Rebellion politisch, um die Notwendigkeit einer stärkeren Zentralregierung zu begründen.


= Von Annapolis nach Philadelphia

Eine Handelskonferenz in Annapolis im September 1786 war nur schwach besucht. Ihre Teilnehmer forderten dennoch eine umfassendere Versammlung zur Reform der Bundesordnung. Der Konföderationskongress stimmte schließlich einem Konvent zu, der die Konföderationsartikel überarbeiten sollte. Die Delegierten gingen 1787 in Philadelphia jedoch weit über diesen Auftrag hinaus und entwarfen eine völlig neue Verfassung.


Der Verfassungskonvent von 1787


= Ort, Teilnehmer und Arbeitsweise

Der Konvent trat ab dem 25. Mai 1787 in der Independence Hall in Philadelphia zusammen. Zwölf Staaten entsandten Delegierte; Rhode Island blieb fern. Insgesamt nahmen im Verlauf der Beratungen 55 Delegierte teil, 39 unterzeichneten am Ende das Dokument. George Washington wurde zum Präsidenten des Konvents gewählt. Seine militärische Reputation verlieh der Versammlung politische Autorität.

Die Sitzungen fanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Fenster wurden trotz der Sommerhitze geschlossen, und die Delegierten verpflichteten sich zur Geheimhaltung. Diese Verfahrensweise sollte offene Debatten und Kompromisse ermöglichen, entzog den Beratungen aber zugleich unmittelbare öffentliche Kontrolle.

James Madison führte umfangreiche Notizen und wurde später häufig als „Vater der Verfassung“ bezeichnet. Seine Aufzeichnungen sind eine zentrale Quelle, aber kein neutrales Wortprotokoll. Sie entstanden aus seiner Perspektive, wurden überarbeitet und erst nach seinem Tod veröffentlicht. Historikerinnen und Historiker müssen sie deshalb mit anderen Quellen vergleichen.


= Virginia-Plan und New-Jersey-Plan

Der von Edmund Randolph eingebrachte, stark von Madison geprägte Virginia-Plan sah eine leistungsfähige nationale Regierung mit drei Gewalten und einem Zweikammerparlament vor. Die Repräsentation sollte sich an Bevölkerung oder finanzieller Leistung orientieren. Große Staaten hätten dadurch mehr Einfluss erhalten.

Der von William Paterson vorgelegte New-Jersey-Plan hielt stärker an der föderalen Logik der Konföderation fest. Jeder Staat sollte im zentralen Parlament grundsätzlich gleiches Gewicht behalten. Kleine Staaten fürchteten, in einer rein proportionalen Ordnung politisch dominiert zu werden.

Der Streit war daher mehr als eine technische Frage. Er betraf das Wesen der Union: War sie vor allem ein Bund souveräner Staaten oder eine politische Ordnung, die sich unmittelbar auf das Volk stützte?


= Der Große Kompromiss

Der Connecticut-Kompromiss, auch Großer Kompromiss genannt, verband beide Repräsentationsprinzipien. Im Repräsentantenhaus richtet sich die Sitzverteilung nach der Bevölkerungszahl. Im Senat erhält jeder Staat die gleiche Zahl an Sitzen. Damit entstand ein bikamerales System, das Volk und Staaten unterschiedlich repräsentiert.

Der Kompromiss löste den Konflikt nicht philosophisch, sondern institutionell. Bis heute führt er zu einer starken Überrepräsentation bevölkerungsarmer Staaten im Senat. Seine historische Bewertung hängt deshalb davon ab, ob man den Schutz föderaler Einheiten oder die politische Gleichheit einzelner Bürgerinnen und Bürger stärker gewichtet.


= Exekutive, Präsidentschaft und Wahlmännerkollegium

Die Delegierten entschieden sich für eine eigenständige Präsidentschaft mit begrenzter Amtszeit, Vetorecht und militärischem Oberbefehl. Gleichzeitig sollte der Präsident durch Wahl, Amtsenthebung und andere Kontrollmechanismen gebunden sein. Die konkrete Wahlform war lange umstritten.

Das Wahlmännerkollegium verband Elemente indirekter Volkswahl, föderaler Repräsentation und staatlicher Mitwirkung. Die Zahl der Wahlleute eines Staates entspricht seiner Gesamtzahl an Mitgliedern in Repräsentantenhaus und Senat. Dadurch wirkte die durch die Sklavereiklauseln erhöhte Repräsentation der Sklavenstaaten auch auf Präsidentschaftswahlen.


= Sklaverei als Verfassungskonflikt

Die ursprüngliche Verfassung vermied die Wörter „Sklave“ und „Sklaverei“, schuf aber mehrere Regelungen, die das System schützten und die Macht der Sklavenhalterstaaten stärkten. Dieser Widerspruch ist für die historische Analyse zentral.

  1. Drei-Fünftel-Klausel: Für Repräsentation und direkte Steuern wurden versklavte Menschen als drei Fünftel der betreffenden Bevölkerungszahl gezählt. Die Klausel erklärte nicht, ein Mensch sei moralisch nur drei Fünftel wert. Politisch vergrößerte sie jedoch die Vertretungsmacht der Sklavenhalterstaaten, obwohl die versklavten Menschen keine politischen Rechte besaßen.
  2. Sklavenhandelsklausel: Der Kongress durfte die Einfuhr versklavter Menschen vor 1808 nicht verbieten. Damit erhielt der transatlantische Sklavenhandel für zwanzig Jahre verfassungsrechtlichen Schutz vor einem Bundesverbot.
  3. Klausel über entkommene Versklavte: Menschen, die der Sklaverei entkamen, sollten nicht allein durch die Flucht in einen anderen Staat frei werden, sondern ausgeliefert werden.
  4. Aufstandsbekämpfung: Bundesmacht konnte zur Unterdrückung innerer Unruhen eingesetzt werden, was in einer Sklavengesellschaft auch für die Sicherung bestehender Herrschaftsverhältnisse bedeutsam war.

Diese Bestimmungen waren keine Randfragen. Sie gehörten zu den Bedingungen, unter denen Delegationen aus Sklavenhalterstaaten der neuen Ordnung zustimmten. Zugleich gab es bereits 1787 Kritik an der Sklaverei. Die Delegierten verschoben den Grundkonflikt jedoch, statt ihn zu lösen.


= Politische Teilhabe und ausgeschlossene Gruppen

Die Verfassung definierte das Wahlrecht zunächst nicht einheitlich, sondern knüpfte für Wahlen zum Repräsentantenhaus an die Regeln der Einzelstaaten an. Dadurch blieben Frauen, die meisten versklavten und viele freie Schwarze, zahlreiche indigene Menschen und je nach Staat auch besitzlose weiße Männer von Wahlen ausgeschlossen.

Für indigene Nationen war die neue Bundesordnung ambivalent. Die Verfassung behandelte sie nicht einfach als Teil der amerikanischen Bürgerschaft, sondern auch als politische Gemeinschaften, mit denen Handel und Beziehungen geregelt wurden. In der folgenden Geschichte verband sich die wachsende Bundesmacht jedoch mit Landnahme, Vertragsbruch, Vertreibung und Siedlerkolonialismus.

Der Satz „We the People“ war deshalb von Anfang an zugleich universal formuliert und historisch begrenzt angewandt. Eine zentrale Frage der Verfassungsgeschichte lautet, wie soziale Bewegungen diesen Anspruch später erweiterten.


= Unterzeichnung und Inszenierung

Am 17. September 1787 unterzeichneten 39 Delegierte die Verfassung. Drei anwesende Delegierte, darunter George Mason, Edmund Randolph und Elbridge Gerry, verweigerten ihre Unterschrift. Zu ihren Gründen gehörten die fehlende Grundrechtserklärung und Bedenken gegenüber der Macht der neuen Zentralregierung.

Das bekannte Gemälde „Scene at the Signing of the Constitution of the United States“ von Howard Chandler Christy entstand erst 1940. Es ist daher keine Augenzeugenquelle für 1787, sondern eine Quelle der Erinnerungskultur des 20. Jahrhunderts. Seine feierliche Komposition, die Hervorhebung Washingtons und die Auswahl sichtbarer Personen prägen ein heroisches Bild der Gründung.


Aufbau und Prinzipien der Verfassung


= Präambel und Volkssouveränität

Die Präambel beginnt mit „We the People“. Sie nennt Ziele wie eine vollkommenere Union, Gerechtigkeit, innere Ruhe, gemeinsame Verteidigung, allgemeines Wohlergehen und die Sicherung der Freiheit. Historisch markiert die Formel einen wichtigen Schritt: Die Legitimation sollte nicht nur von den Staaten, sondern vom Volk ausgehen.

Die Präambel verleiht jedoch keine einzelnen Regierungsbefugnisse. Sie formuliert politische Zwecke und dient als Interpretationsrahmen. Die Spannung zwischen ihrem allgemeinen Anspruch und der begrenzten politischen Teilhabe von 1787 wurde zu einem Motor späterer Kämpfe um Gleichheit und Bürgerrechte.


= Die sieben Artikel

Artikel Historischer Inhalt Leitfrage
Artikel I Regelt den Kongress, seine beiden Kammern und aufgezählte Bundeskompetenzen. Wie wird gesetzgebende Macht verteilt und begrenzt?
Artikel II Regelt Präsident, Wahlverfahren, Amtsbefugnisse und Amtsenthebung. Wie kann eine handlungsfähige Exekutive entstehen, ohne monarchisch zu werden?
Artikel III Schafft eine Bundesgerichtsbarkeit mit einem Supreme Court. Welche Rolle spielen Gerichte in der neuen Ordnung?
Artikel IV Ordnet Beziehungen zwischen Staaten, Anerkennung von Rechtsakten und Aufnahme neuer Staaten. Wie wird aus Einzelstaaten eine dauerhafte Union?
Artikel V Bestimmt Verfahren für Verfassungsänderungen. Wie kann die Ordnung zugleich stabil und veränderbar sein?
Artikel VI Enthält Bundessuprematie, Bindung an die Verfassung und das Verbot religiöser Amtstests auf Bundesebene. Welche Norm hat im Konfliktfall Vorrang?
Artikel VII Legt fest, dass neun staatliche Konvente für das Inkrafttreten genügen. Wie wird die neue Ordnung legitimiert?


= Gewaltenteilung und Checks and Balances

Die Verfassung verteilt Macht auf Legislative, Exekutive und Judikative. Diese Gewalten sind nicht vollständig voneinander isoliert. Vielmehr kontrollieren sie sich durch institutionelle Verschränkungen. Dieses System wird als Checks and Balances bezeichnet.

Beispiele sind das präsidentielle Veto gegen Gesetze, die Möglichkeit des Kongresses, ein Veto mit qualifizierter Mehrheit zu überstimmen, die Zustimmung des Senats zu wichtigen Ernennungen und Verträgen, das Impeachment sowie die gerichtliche Prüfung staatlichen Handelns. Das Ziel ist nicht maximale Effizienz, sondern die Erschwerung von Machtmissbrauch.


= Föderalismus

Der amerikanische Föderalismus verteilt Befugnisse zwischen Bund und Einzelstaaten. Der Bund erhielt ausdrücklich genannte Kompetenzen, etwa für Außenpolitik, Krieg, Währung und zwischenstaatlichen Handel. Die Einzelstaaten behielten zahlreiche Zuständigkeiten, unter anderem in Bereichen des Privat-, Bildungs- und lokalen Verwaltungsrechts.

Die Necessary and Proper Clause erlaubt dem Kongress Maßnahmen, die zur Ausübung seiner Kompetenzen erforderlich und angemessen sind. Die Supremacy Clause erklärt Verfassung, Bundesgesetze und Verträge zum vorrangigen Recht. Beide Klauseln wurden zu zentralen Bezugspunkten für Konflikte über die Reichweite der Bundesmacht.


= Republik und Repräsentation

Die Verfassung schuf keine direkte Demokratie. Sie entwarf eine Republik, in der politische Entscheidungen überwiegend durch gewählte Repräsentanten getroffen werden. Unterschiedliche Amtszeiten, Wahlverfahren und Wahlkörper sollten kurzfristige Mehrheiten bremsen und verschiedene Interessen filtern.

Der ursprüngliche Senat wurde von den Parlamenten der Einzelstaaten gewählt. Erst der 17. Zusatzartikel von 1913 führte die direkte Wahl der Senatoren ein. Die Entwicklung zeigt, dass die demokratische Gestalt der Verfassung nicht allein 1787 festgelegt war, sondern historisch verändert wurde.


= Verfassungsänderung nach Artikel V

Zusatzartikel können durch Zweidrittelmehrheiten in beiden Häusern des Kongresses oder durch einen von zwei Dritteln der Staaten verlangten Konvent vorgeschlagen werden. Für die Ratifizierung sind drei Viertel der Staaten erforderlich. Das Verfahren ist bewusst anspruchsvoll.

Diese Hürde schützt die Verfassung vor kurzfristigen Änderungen, erschwert aber zugleich Reformen. Bis heute wurden 27 Zusatzartikel ratifiziert. Die geringe Zahl darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Verfassungsordnung zusätzlich durch Rechtsprechung, Gesetzgebung, Parteienbildung und politische Praxis wandelte.


Ratifizierung: Der öffentliche Verfassungskampf


= Artikel VII und staatliche Konvente

Die Verfassung sollte wirksam werden, sobald neun Staaten sie in besonderen Konventen ratifiziert hatten. Damit umgingen die Befürworter die in den Konföderationsartikeln verlangte Einstimmigkeit. Dieses Vorgehen war politisch kühn und aus Sicht mancher Gegner rechtlich problematisch.

Delaware ratifizierte als erster Staat am 7. Dezember 1787. New Hampshire wurde am 21. Juni 1788 der neunte Staat. Besonders umkämpft waren die Entscheidungen in Massachusetts, Virginia und New York. North Carolina folgte 1789, Rhode Island 1790. Die neue Bundesregierung nahm am 4. März 1789 ihre Arbeit auf.


= Federalists

Die Federalists im Ratifizierungskampf waren keine spätere Partei im engeren Sinn, sondern Befürworter der neuen Verfassung. Sie argumentierten, nur eine stärkere Union könne Sicherheit, Handel, Kreditwürdigkeit und politische Stabilität gewährleisten. Zugleich behaupteten sie, die neue Zentralmacht werde durch Repräsentation, Föderalismus und Gewaltenteilung begrenzt.

Alexander Hamilton, James Madison und John Jay veröffentlichten unter dem Pseudonym „Publius“ insgesamt 85 Essays, die später als Federalist Papers bekannt wurden. Sie erschienen als politische Überzeugungstexte und müssen als solche gelesen werden. Sie sind für die Interpretation der Verfassung bedeutsam, aber keine neutralen Protokolle des Konvents.


= Anti-Federalists

Die Anti-Federalists bildeten keine einheitliche Organisation. Sie fürchteten eine zu mächtige Zentralregierung, eine entfernte politische Elite, eine stehende Armee, eine schwache Stellung der Einzelstaaten und das Fehlen eines ausdrücklichen Grundrechtekatalogs. Viele bevorzugten kleinere politische Einheiten, weil sie dort republikanische Selbstregierung eher für möglich hielten.

Ihre Kritik war nicht bloß rückwärtsgewandt. Sie erzwang öffentliche Debatten und trug entscheidend zum Versprechen einer Bill of Rights bei. Zugleich waren auch Anti-Federalists in die sozialen Hierarchien und Ausschlüsse ihrer Zeit eingebunden. Eine historische Bewertung muss daher Argumente und gesellschaftliche Positionen getrennt untersuchen.


= Öffentlichkeit, Druckmedien und politische Mobilisierung

Die Ratifizierung war ein früher nationaler Medienkampf. Zeitungen druckten Reden, Briefe, Essays, Gedichte und satirische Texte. Autorinnen und Autoren verwendeten häufig Pseudonyme aus der antiken Geschichte. Öffentliche Feiern, Prozessionen und Symbole machten abstrakte Verfassungsfragen sichtbar.

Die Debatte zeigt, dass die Verfassung nicht nur von 55 Delegierten geschaffen wurde. Drucker, Leser, lokale Aktivisten, Konventsdelegierte und gesellschaftliche Gruppen beteiligten sich an ihrer politischen Bedeutung. Dennoch war die Öffentlichkeit ungleich: Zugang zu Druck, Bildung und Wahlentscheidungen war sozial, rassistisch und geschlechtlich begrenzt.


Die Bill of Rights


= Entstehung

Viele Ratifikationskonvente empfahlen Änderungen. James Madison brachte im ersten Kongress einen Katalog von Schutzrechten ein. Der Kongress schlug am 25. September 1789 zwölf Zusatzartikel vor. Zehn von ihnen wurden bis zum 15. Dezember 1791 von der erforderlichen Zahl der Staaten ratifiziert und bilden die Bill of Rights.

Der ursprünglich erste Vorschlag zur Größe des Repräsentantenhauses wurde nicht ratifiziert. Der ursprünglich zweite Vorschlag zur Abgeordnetenentschädigung wurde erst 1992 als 27. Zusatzartikel Teil der Verfassung.


= Inhalt und historische Reichweite

Die Bill of Rights schützt unter anderem Religions-, Rede-, Presse-, Versammlungs- und Petitionsfreiheit, Rechte von Beschuldigten, Schutz vor unangemessenen Durchsuchungen und Beschlagnahmen sowie Regeln für Strafverfahren. Der 10. Zusatzartikel betont, dass nicht übertragene Befugnisse bei den Staaten oder beim Volk verbleiben.

Ursprünglich begrenzten diese Zusatzartikel vor allem die Bundesregierung. Erst durch die Auslegung des 14. Zusatzartikels wurden viele Rechte im 20. Jahrhundert schrittweise auch gegenüber den Einzelstaaten durchgesetzt. Rechte besitzen daher eine Entstehungs-, Auslegungs- und Anwendungsgeschichte.


Verfassungswandel im 19. und 20. Jahrhundert


= Frühe politische Praxis

Die Verfassung sagte wenig über politische Parteien. Dennoch entstanden in den 1790er-Jahren konkurrierende Lager um Alexander Hamilton und Thomas Jefferson. Kabinett, Parteien, Ausschüsse und viele Regeln des Regierungsalltags entwickelten sich durch Praxis.

Im Fall Marbury v. Madison von 1803 formulierte der Supreme Court unter John Marshall die Befugnis, Bundesgesetze am Maßstab der Verfassung zu prüfen. Diese Judicial Review ist im Verfassungstext nicht ausdrücklich als allgemeine Kompetenz beschrieben, wurde aber zu einem Grundpfeiler des amerikanischen Systems.


= Bürgerkrieg und Reconstruction Amendments

Der Konflikt um Sklaverei, Expansion und Staatenrechte führte im 19. Jahrhundert in den Sezessionskrieg. Der Krieg zerstörte die Vorstellung, die Union könne ohne grundlegende Klärung der Sklavereifrage bestehen.

  1. 13. Zusatzartikel: schaffte 1865 Sklaverei und unfreiwillige Knechtschaft ab, ausgenommen als Strafe für ein Verbrechen nach Verurteilung.
  2. 14. Zusatzartikel: definierte 1868 nationale Staatsbürgerschaft und verpflichtete die Staaten auf Due Process und gleichen Rechtsschutz.
  3. 15. Zusatzartikel: verbot 1870 die Verweigerung des Wahlrechts aufgrund von Rasse, Hautfarbe oder früherer Knechtschaft.

Diese Reconstruction Amendments werden manchmal als „zweite Gründung“ bezeichnet. Ihre Versprechen wurden jedoch durch Gewalt, Segregation, diskriminierende Wahlregeln und restriktive Gerichtsentscheidungen lange unterlaufen.


= Demokratisierung durch Zusatzartikel

Spätere Verfassungszusätze veränderten die politische Teilhabe und die Funktionsweise des Staates. Der 17. Zusatzartikel führte die Direktwahl des Senats ein. Der 19. Zusatzartikel untersagte 1920 Wahlrechtsbeschränkungen aufgrund des Geschlechts, beseitigte aber nicht alle rassistischen und administrativen Barrieren. Der 24. Zusatzartikel verbot Kopfsteuern bei Bundeswahlen. Der 26. Zusatzartikel senkte das Wahlalter auf 18 Jahre.

Die Geschichte dieser Änderungen zeigt, dass Verfassungswandel meist aus langen sozialen Kämpfen hervorgeht. Abolitionismus, Frauenbewegung, Bürgerrechtsbewegung, Arbeiterorganisationen und weitere Bewegungen machten Ansprüche sichtbar, die der Text allein nicht automatisch verwirklichte.


= Die 27 Zusatzartikel im Überblick

Das Video führt durch alle 27 Zusatzartikel. Erstelle beim Sehen eine Zeitleiste und ordne jeden Zusatzartikel einem historischen Problem zu. Prüfe, welche Änderungen Institutionen betreffen und welche individuelle Rechte erweitern.


Historische Deutungen


= Verfassung als Ideengeschichte

Eine ideengeschichtliche Perspektive untersucht Einflüsse von John Locke, Montesquieu, republikanischer Tradition, britischem Verfassungsdenken und kolonialer Selbstverwaltung. Sie fragt, wie Begriffe wie Freiheit, Eigentum, Tugend, Repräsentation und Volkssouveränität verwendet wurden.

Dabei darf Ideengeschichte nicht so erzählt werden, als seien abstrakte Ideen unabhängig von Interessen und Macht entstanden. Begriffe erhielten ihre Bedeutung in konkreten Konflikten über Steuern, Handel, Land, Sklaverei und politische Teilhabe.


= Verfassung als Interessenausgleich

Der Historiker Charles A. Beard argumentierte 1913, wirtschaftliche Interessen der Verfassungsväter hätten den Entwurf wesentlich geprägt. Seine These stellte heroische Gründungserzählungen infrage und beeinflusste die progressive Geschichtsschreibung.

Spätere Forschungen kritisierten eine zu direkte Ableitung politischer Positionen aus Vermögensinteressen. Heute werden materielle Interessen, politische Ideen, regionale Konflikte, persönliche Netzwerke und institutionelle Erfahrungen meist zusammen betrachtet. Die Debatte zeigt, wie historische Forschung ältere Meistererzählungen überprüft.


= Verfassung, Sklaverei und Rassismus

Neuere Forschung rückt stärker ins Zentrum, dass Sklaverei kein äußerer Hintergrund, sondern ein strukturierender Bestandteil der Verfassungsentstehung war. Sie untersucht, wie Repräsentation, Präsidentschaft, Föderalismus und territoriale Expansion mit der Macht der Sklavenhalter verbunden waren.

Gleichzeitig gab es seit dem 18. Jahrhundert konkurrierende antisklavereiliche Auslegungen. Im 19. Jahrhundert stritten Abolitionisten darüber, ob die Verfassung ein Vertrag mit der Sklaverei oder ein gegen Sklaverei nutzbares Freiheitsdokument sei. Diese Kontroverse macht sichtbar, dass Verfassungstexte in politischen Kämpfen unterschiedliche Bedeutungen erhalten.


= Geschlecht und politische Bürgerschaft

Frauen waren nicht als Delegierte beteiligt und in fast allen Staaten vom Wahlrecht ausgeschlossen. Dennoch wirkten sie als Leserinnen, Autorinnen, Organisatorinnen, Haushaltsvorstände und Teilnehmerinnen politischer Öffentlichkeit. Spätere Frauenrechtsbewegungen griffen die Sprache von Gleichheit und Zustimmung auf, um den Ausschluss zu kritisieren.

Eine geschlechtergeschichtliche Perspektive fragt auch, wie Vorstellungen von abhängiger und unabhängiger Bürgerschaft mit Ehe, Eigentum, Arbeit und Familie verbunden waren.


= Indigene Geschichte und Siedlerkolonialismus

Die Verfassung entstand in einem Raum konkurrierender Souveränitäten. Indigene Nationen waren keine bloßen Randgruppen, sondern politische Akteure mit eigenen Territorien, Bündnissen und diplomatischen Beziehungen. Die neue Bundesregierung beanspruchte Zuständigkeit für Handel und Verträge mit ihnen.

In der Praxis verband sich die Konsolidierung des Bundesstaates mit westlicher Expansion, militärischer Gewalt, Landenteignung und Vertreibung. Eine indigene Perspektive verschiebt daher die Frage: Nicht nur „Wie entstand die Union?“, sondern auch „Auf wessen Land und gegen welche Souveränitätsansprüche wurde sie ausgedehnt?“


= Erinnerungskultur und Gründungsmythen

Gemälde, Schulbücher, Denkmäler, Gedenktage, Museen und Filme inszenieren die Verfassung oft als abgeschlossene Geburtsstunde der Demokratie. Solche Darstellungen können politische Einheit stiften, verdecken aber häufig Konflikte, Ausschlüsse und spätere Veränderungen.

Historisches Lernen trennt deshalb Ereignis und Erinnerung. Das Jahr 1787 ist der Entstehungsmoment des Textes, aber die Bedeutung der Verfassung wurde in jeder Generation neu ausgehandelt.


Methoden der historischen Quellenarbeit


= Primärquellen und Perspektivität

Zu den wichtigen Quellen gehören der Verfassungstext, Konventsnotizen, Briefe, Zeitungen, Ratifikationsreden, Federalist Papers, Anti-Federalist-Schriften, Petitionen und staatliche Verfassungen. Jede Quelle entstand in einer konkreten Situation und mit einer bestimmten Absicht.

Bei der Analyse solltest Du fragen:

  1. Urheberschaft: Wer hat die Quelle verfasst oder gestaltet?
  2. Kontext: Wann, wo und in welchem Konflikt entstand sie?
  3. Adressat: Für wen war sie bestimmt?
  4. Intention: Sollte sie informieren, überzeugen, rechtfertigen oder mobilisieren?
  5. Überlieferung: Ist sie vollständig, später bearbeitet oder nur in Abschriften erhalten?
  6. Repräsentativität: Welche Stimmen werden sichtbar und welche fehlen?
  7. Vergleich: Welche anderen Quellen bestätigen, ergänzen oder widersprechen ihr?


= Bildquellen lesen

Das Gemälde entstand 1935 und nicht 1787. Untersuche Blickachsen, Körperhaltungen, Licht, räumliche Ordnung und die Stellung Washingtons. Vergleiche die Darstellung mit dem Verfassungstext und mit Teilnehmerlisten. Frage, ob Konflikt, Sklaverei, abwesende Gruppen und Nichtunterzeichner sichtbar werden.

Eine Bildquelle zeigt nicht einfach „wie es war“. Sie zeigt, wie ein späterer Künstler und seine Zeit die Gründung darstellen wollten.


= Verfassungstext als historische Quelle

Beim Lesen einer Verfassung musst Du zwischen Wortlaut, zeitgenössischer Bedeutung, institutioneller Umsetzung und späterer Auslegung unterscheiden. Ein Begriff kann über Jahrhunderte stabil aussehen und dennoch seine praktische Reichweite verändern.

Arbeite deshalb in vier Schritten:

  1. Wortlaut: Markiere Akteure, Befugnisse, Verbote und Verfahren.
  2. Entstehungskontext: Rekonstruiere das Problem, auf das die Regel reagierte.
  3. Wirkung: Prüfe, wie die Bestimmung angewandt wurde.
  4. Urteil: Bewerte Ergebnisse mit transparenten Maßstäben, ohne Gegenwartsvorstellungen unreflektiert zurückzuprojizieren.


Zeitleiste

Jahr Ereignis Historische Bedeutung
1776 Unabhängigkeitserklärung Formuliert Naturrechte und Zustimmung der Regierten, während gesellschaftliche Ausschlüsse fortbestehen.
1777 Beschluss der Konföderationsartikel Entwurf einer lockeren Union souveräner Staaten.
1781 Vollständige Ratifizierung der Konföderationsartikel Erste gesamtstaatliche Verfassungsordnung tritt in Kraft.
1786 Annapolis Convention und Beginn von Shays’ Rebellion Reformdruck auf die Konföderationsordnung wächst.
1787 Verfassungskonvent und Unterzeichnung am 17. September Neue Bundesordnung mit sieben Artikeln wird entworfen.
1788 Neunter Staat ratifiziert Verfassung erreicht die Schwelle des Artikels VII.
1789 Neue Bundesregierung beginnt; zwölf Zusatzartikel werden vorgeschlagen Institutionelle Praxis setzt ein und Grundrechtsdebatte wird aufgenommen.
1791 Ratifizierung der Bill of Rights Zehn Zusatzartikel ergänzen Schutzrechte und föderale Begrenzungen.
1803 Marbury v. Madison Judicial Review wird als zentrale Bundeskompetenz formuliert.
1865–1870 Reconstruction Amendments Sklaverei, Staatsbürgerschaft, Gleichheit und Wahlrecht werden neu geordnet.
1920 19. Zusatzartikel Wahlrechtsausschluss aufgrund des Geschlechts wird verboten.
1992 27. Zusatzartikel Ein 1789 vorgeschlagener Artikel zur Abgeordnetenentschädigung wird ratifiziert.


Zusammenfassung

Die Verfassung der Vereinigten Staaten entstand aus einer Krise der Konföderationsordnung, aus revolutionären Ideen und aus konkreten Konflikten zwischen Staaten, sozialen Gruppen und Wirtschaftsinteressen. Der Konvent schuf eine stärkere Bundesregierung, verband proportionale und föderale Repräsentation und entwickelte ein System geteilter, sich kontrollierender Gewalten.

Ihre Stabilität beruhte auf Kompromissen, doch einige dieser Kompromisse schützten Sklaverei und verstärkten politische Ungleichheit. Die Ratifizierungsdebatte machte die Verfassung zu einem öffentlichen Streitgegenstand und führte zur Bill of Rights. Seit 1789 veränderten Zusatzartikel, Bürgerkrieg, soziale Bewegungen, Gesetzgebung, Rechtsprechung und politische Praxis die Ordnung tiefgreifend.

Historisch betrachtet ist die Verfassung daher weder nur ein unveränderliches Dokument noch lediglich ein Symbol. Sie ist ein Text mit Entstehungsgeschichte, ein System mit Wirkungsgeschichte und ein politischer Deutungsraum, in dem immer wieder neu über Freiheit, Macht, Gleichheit und Zugehörigkeit gestritten wurde.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Ordnung galt vor der heutigen US-Verfassung auf Bundesebene? (Die Konföderationsartikel) (!Die Bill of Rights) (!Die Monroe-Doktrin) (!Die Unabhängigkeitserklärung)




In welcher Stadt tagte der Verfassungskonvent von 1787? (Philadelphia) (!Boston) (!New York) (!Washington)




Welcher Staat entsandte keine Delegierten zum Verfassungskonvent? (Rhode Island) (!Virginia) (!Pennsylvania) (!Delaware)




Was regelte der Große Kompromiss vor allem? (Die Repräsentation im Kongress) (!Die Abschaffung der Sklaverei) (!Die Aufnahme Kanadas) (!Die Amtszeit der Richter)




Welche Kammer repräsentiert die Staaten mit gleicher Sitzzahl? (Der Senat) (!Das Repräsentantenhaus) (!Das Kabinett) (!Der Supreme Court)




Wie viele Staaten mussten die Verfassung nach Artikel VII zunächst ratifizieren? (Neun) (!Drei) (!Sieben) (!Dreizehn)




Unter welchem gemeinsamen Pseudonym erschienen die Federalist Papers? (Publius) (!Cincinnatus) (!Brutus) (!Spartacus)




Was war eine zentrale Forderung vieler Anti-Federalists? (Eine ausdrückliche Grundrechtserklärung) (!Eine erbliche Monarchie) (!Die Abschaffung aller Einzelstaaten) (!Ein Verbot politischer Zeitungen)




Wann wurden die ersten zehn Zusatzartikel ratifiziert? (1791) (!1776) (!1783) (!1803)




Welche Aussage beschreibt die historische Bedeutung der Drei-Fünftel-Klausel korrekt? (Sie erhöhte die Repräsentationsmacht der Sklavenhalterstaaten) (!Sie gewährte versklavten Menschen drei Fünftel des Wahlrechts) (!Sie schaffte den Sklavenhandel sofort ab) (!Sie führte gleiche Bürgerrechte ein)





Memory

Konföderationsartikel Schwache erste Bundesordnung
Virginia-Plan Proportionale Repräsentation
New-Jersey-Plan Gleiches Gewicht der Staaten
Großer Kompromiss Zweikammerparlament
Publius Pseudonym der Federalist-Autoren
Artikel V Änderungsverfahren
Bill of Rights Erste zehn Zusatzartikel
Judicial Review Gerichtliche Normenkontrolle





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Historische Bedeutung
Konföderationskongress Zentrale Institution der alten Bundesordnung
George Washington Präsident des Verfassungskonvents
James Madison Führender Entwerfer und Protokollant
Anti-Federalists Kritiker einer starken Zentralregierung
New Hampshire Neunter ratifizierender Staat
Supremacy Clause Vorrang von Verfassung und Bundesrecht
Reconstruction Amendments Verfassungswandel nach dem Bürgerkrieg






Kreuzworträtsel

Philadelphia In welcher Stadt tagte der Verfassungskonvent?
Madison Wer führte die ausführlichsten Konventsnotizen?
Senat Welche Kammer vertritt jeden Staat gleich?
Publius Unter welchem Pseudonym erschienen die Federalist Papers?
Föderalismus Wie heißt die Machtteilung zwischen Bund und Einzelstaaten?
Ratifizierung Wie heißt die verbindliche Zustimmung zu einer Verfassung?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Vor der Verfassung bildeten die

die Bundesordnung der Vereinigten Staaten.
Der Verfassungskonvent trat 1787 in

zusammen.
Der Konvent wurde von George

geleitet.
Der Virginia-Plan bevorzugte eine nach Bevölkerung gewichtete

.
Der Große Kompromiss verband das Repräsentantenhaus mit dem

.
Die Drei-Fünftel-Klausel stärkte politisch die

.
Die ersten Unterstützer der Verfassung wurden als

bezeichnet.
Viele Gegner forderten eine ausdrückliche

.
Der neunte ratifizierende Staat war

.
Die ersten zehn Zusatzartikel heißen

.
Die Machtteilung zwischen Bund und Einzelstaaten heißt

.
Die gerichtliche Prüfung von Gesetzen wird als

bezeichnet.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Zeitleiste: Gestalte eine visuelle Zeitleiste von 1776 bis 1791 mit mindestens acht Ereignissen und erkläre zu jedem Ereignis in einem Satz, warum es für die Verfassungsgeschichte wichtig ist.
  2. Bildanalyse: Beschreibe Christys Gemälde der Unterzeichnung und markiere drei Gestaltungsmittel, die Washington und den Verfassungstext besonders bedeutend erscheinen lassen.
  3. Begriffsnetz: Erstelle ein Begriffsnetz mit Konföderationsartikel, Föderalismus, Gewaltenteilung, Ratifizierung, Bill of Rights und Zusatzartikel.
  4. Quellenvergleich: Vergleiche die Präambel der Verfassung mit einem Abschnitt der Unabhängigkeitserklärung und notiere zwei Gemeinsamkeiten sowie zwei Unterschiede.


Standard

  1. Debatte: Führe mit einer Lerngruppe eine Ratifikationsdebatte durch. Eine Hälfte argumentiert als Federalists, die andere als Anti-Federalists. Belegt jede Position mit mindestens drei historischen Argumenten.
  2. Podcast: Produziere eine fünf- bis achtminütige Podcastfolge über den Großen Kompromiss und erkläre, warum seine Bewertung bis heute umstritten ist.
  3. Quellenkritik: Analysiere einen Federalist-Essay und einen Anti-Federalist-Text nach Urheberschaft, Adressat, Intention, Argumentation und historischem Kontext.
  4. Ausstellung: Entwirf eine kleine digitale Ausstellung mit fünf Exponaten zur Frage „Wer gehörte 1787 zu We the People?“ und verfasse kritische Objekttexte.


Schwer

  1. Forschungsessay: Untersuche auf 1500 bis 2000 Wörtern, inwiefern die Verfassung von 1787 als Kompromiss mit der Sklaverei bezeichnet werden kann. Beziehe Verfassungsklauseln, Konventsdebatten und mindestens zwei Forschungspositionen ein.
  2. Historiografie: Vergleiche eine heroische Gründungserzählung mit einer sozial- oder kulturgeschichtlichen Darstellung. Zeige, wie Fragestellung, Quellenauswahl und Wertung das Ergebnis verändern.
  3. Verfassungslabor: Entwickle für 1787 einen alternativen Verfassungsentwurf zu Repräsentation, Exekutive und Sklaverei. Begründe, welche damaligen Interessen ihn unterstützt oder bekämpft hätten.
  4. Oral History: Führe ein Interview zur heutigen Bedeutung der US-Verfassung, transkribiere zentrale Passagen und reflektiere kritisch, warum Gegenwartserinnerungen keine direkten Quellen für 1787 sind.




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Lernkontrolle

  1. Kausalität: Erkläre in einem strukturierten Text, warum die Schwächen der Konföderationsartikel allein nicht ausreichen, um die neue Verfassung zu erklären. Beziehe wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Faktoren ein.
  2. Vergleich: Vergleiche Virginia-Plan, New-Jersey-Plan und Großen Kompromiss. Beurteile, welche Vorstellung politischer Repräsentation jeweils zugrunde lag und wer davon profitierte.
  3. Multiperspektivität: Rekonstruiere die Verfassung von 1787 aus den Perspektiven eines Federalist, eines Anti-Federalist, eines versklavten Menschen, einer politisch interessierten Frau und eines Angehörigen einer indigenen Nation. Kennzeichne, wo Quellen fehlen und wo Du vorsichtig erschließt.
  4. Wirkungsgeschichte: Zeige an einem Zusatzartikel, wie ein historischer Konflikt in Verfassungsrecht übersetzt wurde und welche Probleme trotz der Änderung fortbestanden.
  5. Historisches Urteil: Beurteile die These „Die US-Verfassung war 1787 zugleich demokratischer Fortschritt und Instrument sozialer Begrenzung“. Lege Kriterien offen und nutze mindestens vier konkrete Belege.
  6. Medienkritik: Vergleiche ein späteres Gründungsgemälde mit einer schriftlichen Primärquelle des Konvents. Erkläre, welche unterschiedlichen Aussagen über Vergangenheit beide Quellengattungen ermöglichen.
  7. Transfer: Entwickle Kriterien, mit denen sich die Änderbarkeit einer Verfassung bewerten lässt, und wende sie auf Artikel V an, ohne ein bloßes Pro-und-Contra-Schema zu verwenden.




Lernnachweis

Für einen qualifizierten Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du nicht nur Daten erinnerst, sondern historische Zusammenhänge analysieren kannst.

  1. Sachkompetenz: Du ordnest Konföderationsartikel, Verfassungskonvent, Ratifizierung, Bill of Rights und spätere Zusatzartikel chronologisch und kausal ein.
  2. Methodenkompetenz: Du unterscheidest Primärquelle, spätere Darstellung und Erinnerungskultur und wendest Quellenkritik nachvollziehbar an.
  3. Urteilskompetenz: Du bewertest Kompromisse, Machtverteilung und Ausschlüsse anhand offengelegter Kriterien.
  4. Multiperspektivität: Du berücksichtigst Federalists, Anti-Federalists, versklavte Menschen, Frauen, Besitzlose und indigene Nationen, ohne ihnen unbelegte Aussagen zuzuschreiben.
  5. Belegführung: Du stützt Thesen auf konkrete Textstellen, historische Daten und fachwissenschaftliche Forschung.
  6. Begriffskompetenz: Du verwendest Föderalismus, Gewaltenteilung, Repräsentation, Ratifizierung, Volkssouveränität und Verfassungszusatz präzise.
  7. Transferleistung: Du erklärst, wie Verfassungstexte durch politische Praxis, Rechtsprechung und soziale Bewegungen verändert werden.
  8. Reflexion: Du trennst historische Erklärung, moralische Bewertung und gegenwärtige politische Position.

Als Lernprodukt eignen sich ein quellenbasierter Essay, eine kommentierte digitale Ausstellung, ein Podcast mit Quellenapparat, eine mündliche Prüfung oder ein Forschungsportfolio. Der Lernnachweis sollte eine klare Fragestellung, eine begründete Auswahl von Quellen, transparente Arbeitsschritte und ein differenziertes Schlussurteil enthalten.




OERs zum Thema

  1. National Archives: The Constitution of the United States: Digitalisat, Transkription und Materialien zur Entstehung.
  2. National Archives: The Bill of Rights: Originaldokument, Transkription und historische Einführung.
  3. United States Senate: Constitution: Verfassungstext und institutionelle Informationen.
  4. National Constitution Center: Interactive Constitution: Artikel, Zusatzartikel, Kommentare und Bildungsmedien.
  5. Library of Congress: Continental Congress and Constitutional Convention: Digitalisierte Primärquellen zur Gründungszeit.
  6. Verfassung der Vereinigten Staaten
  7. Verfassungskonvent der Vereinigten Staaten
  8. Federalist Papers
  9. Bill of Rights
  10. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten
  11. Geschichte der Vereinigten Staaten



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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
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Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

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  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

Nordrhein-Westfalen

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Komödie über Wahrheit und Autorität; Roman als literarische „Geschichtsschichtung“ an einem Ort.

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Sachsen (berufliches Gymnasium)

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
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  4. Der gute Mensch von Sezuan - Bertolt Brecht
  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

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  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool)

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