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Die Staufer – Reichspolitik, Burgen und europäische Verbindungen

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Die Staufer – Reichspolitik, Burgen und europäische Verbindungen




Einleitung

Die Staufer gehören zu den bekanntesten Herrscherfamilien des Hochmittelalters. Zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert stellten sie mehrere römisch-deutsche Könige und Kaiser. Besonders bekannt sind Friedrich I. Barbarossa, Heinrich VI. und Friedrich II..

Wenn wir im Zusammenhang mit den Staufern von Deutschland sprechen, müssen wir vorsichtig sein: Einen deutschen Nationalstaat wie heute gab es damals noch nicht. Die staufischen Herrscher regierten im römisch-deutschen Reich, dessen politische Ordnung aus Königen, Herzögen, Grafen, Bischöfen, Äbten, Städten und vielen weiteren Herrschaftsträgern bestand. Auch Teile Italiens und Burgunds gehörten zum Reich. Gleichzeitig waren die Staufer eng mit Sizilien, dem Papsttum, Frankreich, England und dem östlichen Mittelmeerraum verbunden.

Die Karte macht deutlich, wie weit die politischen Räume der Staufer auseinanderlagen. Sie darf aber nicht wie eine moderne politische Landkarte gelesen werden: Herrschaft beruhte im Mittelalter weniger auf klar gezogenen Staatsgrenzen als auf Rechten, Besitz, persönlichen Bindungen und wechselnden Bündnissen.

In diesem aiMOOC untersuchst Du drei Schwerpunkte: Reichspolitik, Burgen als Herrschaftsorte und europäische Verbindungen. Dabei lernst Du nicht nur Namen und Daten, sondern auch, wie mittelalterliche Herrschaft funktionierte und warum die Staufergeschichte weit über das Gebiet des heutigen Deutschlands hinausführt.


Wer waren die Staufer?

Die Staufer waren ein schwäbisches Adelsgeschlecht. Ihr heute gebräuchlicher Name leitet sich von der Burg Hohenstaufen auf dem Berg Hohenstaufen bei Göppingen ab. Die Burg entstand im 11. Jahrhundert und wurde zum wichtigen Bezugspunkt der Familie. Der Name Staufer ist jedoch eine spätere Bezeichnung; die mittelalterlichen Angehörigen der Familie verwendeten ihn nicht in der Form, wie wir es heute tun.

Der politische Aufstieg begann, als Friedrich I. von Schwaben 1079 Herzog von Schwaben wurde. 1138 wurde mit Konrad III. erstmals ein Staufer zum römisch-deutschen König gewählt. Eine Kaiserkrönung erreichte Konrad III. jedoch nicht. Unter seinem Neffen Friedrich I. Barbarossa gewann die Dynastie anschließend große Bedeutung.

Herrscher Stellung Bedeutung
Konrad III. römisch-deutscher König 1138–1152 erster staufischer König
Friedrich I. Barbarossa König 1152–1190, Kaiser ab 1155 Reichspolitik, Italienzüge, Konflikte und Ausgleich mit Fürsten, Städten und Papsttum
Heinrich VI. König ab 1169, Kaiser 1191–1197 Verbindung der staufischen Herrschaft mit dem Königreich Sizilien
Philipp von Schwaben römisch-deutscher König 1198–1208 Thronstreit mit dem Welfen Otto IV.
Friedrich II. König ab 1212, Kaiser 1220–1250 Herrschaft zwischen Reich, Sizilien, Papsttum und Mittelmeerraum
Konrad IV. römisch-deutscher König 1237–1254 letzter staufischer König im Reich


Herrschaft ohne Hauptstadt: Das Reich im Hochmittelalter

Ein staufischer König konnte nicht einfach von einer Hauptstadt aus Befehle an ein geschlossenes Staatsgebiet senden. Eine feste Hauptstadt gab es nicht. Der Herrscher reiste mit seinem Hof durch das Reich. Diese Form nennt man Reisekönigtum. Königspfalzen, Bischofsstädte, Klöster und Burgen dienten als Aufenthalts- und Herrschaftsorte.

Die Macht des Königs hing davon ab, ob er andere Mächtige für seine Politik gewinnen konnte. Dazu gehörten weltliche Fürsten wie Herzöge und Grafen ebenso wie geistliche Fürsten, also Bischöfe und Äbte. Auch Ministeriale spielten eine große Rolle. Sie waren rechtlich häufig unfreie, aber militärisch und administrativ wichtige Dienstleute, die Burgen verwalteten, Urkunden bezeugten oder Aufgaben im königlichen Dienst übernahmen.

Die Königswahl war ebenfalls keine moderne Wahl. Ein Kreis besonders einflussreicher Fürsten entschied über den neuen König. Das später genau festgelegte Kollegium der sieben Kurfürsten entstand erst nach der Stauferzeit und wurde 1356 in der Goldenen Bulle rechtlich festgeschrieben.

Reichspolitik bedeutete deshalb vor allem, Beziehungen zu gestalten: Der König musste Rechte bestätigen, Konflikte schlichten, Bündnisse schließen, Gericht halten, Besitz sichern und seine Herrschaft persönlich sichtbar machen.

Eine Urkunde war ein wichtiges Herrschaftsinstrument. Sie konnte Besitz bestätigen, Rechte verleihen oder Entscheidungen rechtlich festhalten. Für Historikerinnen und Historiker sind solche Dokumente zentrale Quellen.


Friedrich Barbarossa: Macht durch Bündnisse, Recht und Präsenz

Friedrich I. Barbarossa wurde 1152 zum römisch-deutschen König gewählt und 1155 in Rom zum Kaiser gekrönt. Sein Beiname Barbarossa bedeutet auf Italienisch „Rotbart“.

Barbarossa versuchte, die königlichen Rechte im Reich und besonders in Reichsitalien stärker zur Geltung zu bringen. Dabei stützte er sich auf Fürsten, Bischöfe, Ministeriale und Städte. Seine Politik bestand nicht nur aus Kriegen. Sie beruhte ebenso auf Verhandlungen, Hoftagen, Urkunden, Heiraten und rechtlichen Entscheidungen.

Ein wichtiges Beispiel ist sein Verhältnis zu Heinrich dem Löwen. Der Welfe war Herzog von Sachsen und Bayern und zunächst ein bedeutender Unterstützer Barbarossas. Später gerieten ihre Interessen auseinander. Nach mehreren Verfahren gegen Heinrich und Konflikten mit anderen Fürsten verlor Heinrich 1180 seine Herzogtümer. Die ältere Vorstellung, Barbarossa habe ihn allein aus persönlicher Rache für verweigerte Militärhilfe gestürzt, greift zu kurz. Entscheidend waren auch Beschwerden anderer Fürsten und die Frage, wie viel Macht ein einzelner Herzog im Reich besitzen durfte.


Barbarossa und Italien

Für die staufischen Kaiser war Italien kein fernes Ausland. Das Königreich Italien gehörte zum politischen Raum des Reiches, und die Kaiserkrönung fand in Rom statt. Gleichzeitig entwickelten besonders die wohlhabenden Städte Norditaliens eigene politische Interessen.

Barbarossa wollte kaiserliche Rechte in Norditalien stärker durchsetzen. Mehrere Städte schlossen sich dagegen im Lombardenbund zusammen. 1176 erlitt Barbarossas Heer in der Schlacht von Legnano eine schwere Niederlage. Danach folgten Verhandlungen. 1177 kam es zum Frieden mit Papst Alexander III., und 1183 regelte der Friede von Konstanz das Verhältnis zu den lombardischen Städten. Die Städte erhielten weitgehende Möglichkeiten zur Selbstverwaltung, erkannten aber grundsätzlich die kaiserliche Oberhoheit an.

Dieses Beispiel zeigt: Mittelalterliche Politik bestand nicht einfach aus Sieg oder Niederlage. Herrschaft musste immer wieder neu ausgehandelt werden.


Papst und Kaiser: Zwei universale Ansprüche

Kaiser und Papst beanspruchten beide eine besondere Stellung innerhalb der christlichen Welt. Daraus entstanden Konflikte, aber auch Phasen der Zusammenarbeit. Der Kaiser wollte seine Herrschaft in Italien sichern. Der Papst wiederum wollte verhindern, politisch von einer übermächtigen kaiserlichen Herrschaft in Nord- und Süditalien eingeschlossen zu werden.

Bei Barbarossa spielte der Streit um Papst Alexander III. eine große Rolle. Unter Friedrich II. verschärfte sich der Konflikt erneut. Friedrich wurde sogar mehrfach exkommuniziert. Trotzdem darf man die Beziehung zwischen Papst und Kaiser nicht als dauernden persönlichen Hass verstehen. Beide Seiten verhandelten, schlossen Verträge und versuchten, ihre politische Stellung zu sichern.


Heinrich VI. und der Weg nach Sizilien

Barbarossas Sohn Heinrich VI. heiratete Konstanze von Sizilien, die Erbin des normannischen Königshauses von Sizilien. Dadurch entstand ein dynastischer Anspruch auf das Königreich. 1194 konnte Heinrich die Herrschaft über Sizilien durchsetzen.

Damit waren das römisch-deutsche Kaisertum und das Königreich Sizilien in einer Familie verbunden. Für das Papsttum war dies problematisch: Der päpstliche Herrschaftsbereich lag nun zwischen staufisch beeinflussten Gebieten im Norden und dem Königreich Sizilien im Süden.

Heinrich VI. versuchte außerdem, die Nachfolge seines Hauses im Reich stärker abzusichern. Sein sogenannter Erbreichsplan scheiterte jedoch am Widerstand wichtiger Fürsten. Das zeigt, dass auch ein mächtiger Kaiser die politische Ordnung des Reiches nicht einfach nach eigenen Vorstellungen verändern konnte.

Eine besondere europäische Verbindung entstand durch Richard Löwenherz. Der englische König wurde auf der Rückreise vom Dritten Kreuzzug gefangen genommen und schließlich an Heinrich VI. übergeben. Für seine Freilassung musste England ein sehr hohes Lösegeld aufbringen. Richard war zeitweise auf der Reichsburg Trifels in Gefangenschaft.


Burgen als Herrschaftsorte

Burgen waren im Hochmittelalter weit mehr als militärische Festungen. Sie konnten Wohnort, Verwaltungszentrum, Gerichtsort, Schatzkammer, Gefängnis, Symbol von Rang und Ausgangspunkt zur Kontrolle eines Gebietes sein. Ihre Bedeutung hing von Lage, Besitzer und Funktion ab.

Dabei solltest Du zwischen verschiedenen Burgen unterscheiden. Die Burg Hohenstaufen war zunächst die Stammburg der Familie und kein königlicher Reichsbesitz. Eine Reichsburg wie Trifels war dagegen eng mit dem Königtum und dem Reich verbunden.


Burg Hohenstaufen: Herkunft und Erinnerung

Die Burg Hohenstaufen wurde im 11. Jahrhundert ausgebaut und gab der später so genannten Dynastie ihren Namen. Heute sind nur Ruinen erhalten. Gerade deshalb ist die Burg ein gutes Beispiel für historische Erinnerung: Was wir heute sehen, ist nicht dieselbe Anlage wie im 12. Jahrhundert.

Die Burg war für die Familie ein sichtbares Zeichen von Herkunft und Besitz. Im Umfeld des Hohenstaufen entstanden außerdem Burgen staufischer Dienstleute. Dadurch bildete sich ein regionales Netz von Herrschafts- und Stützpunkten.


Reichsburg Trifels: Krone, Gefangenschaft und Herrschaft

Die Reichsburg Trifels bei Annweiler gehörte zu den bedeutenden Reichsburgen der Stauferzeit. Dort wurden zeitweise die Reichskleinodien aufbewahrt, also besonders wichtige Herrschaftszeichen wie die Reichskrone. 1193 war auch der englische König Richard Löwenherz dort in Gefangenschaft.

Trifels zeigt besonders deutlich, wie eine Burg politische Funktionen vereinte: Sie schützte wichtige Gegenstände, demonstrierte königliche Präsenz und konnte als sicherer Haftort dienen.

Ein wichtiger Hinweis zur Quellenkritik: Große Teile des heutigen Erscheinungsbildes des Trifels gehen auf Wiederaufbauten des 20. Jahrhunderts zurück. Ein Besuch zeigt deshalb nicht einfach „die echte Stauferburg“, sondern eine Mischung aus mittelalterlichen Resten, moderner Rekonstruktion und späteren Vorstellungen vom Mittelalter.


Friedrich II.: Ein Kaiser zwischen Deutschland, Sizilien und Mittelmeer

Friedrich II. wurde 1194 in Jesi in Mittelitalien geboren und wuchs vor allem in Sizilien auf. 1212 konnte er sich im römisch-deutschen Reich als König durchsetzen, 1220 wurde er in Rom zum Kaiser gekrönt. Sein politischer Schwerpunkt lag jedoch häufig südlich der Alpen.

Das Bild zeigt Friedrich II. mit einem Falken in einer mittelalterlichen Handschrift seines Werkes De arte venandi cum avibus. Friedrich interessierte sich für Falknerei und Naturbeobachtung. Solche Darstellungen machten ihn später zum berühmten „Staunen der Welt“. Historisch solltest Du solche Zuschreibungen jedoch kritisch prüfen: Friedrich war kein moderner Wissenschaftler, sondern ein mittelalterlicher Herrscher mit politischen, religiösen und dynastischen Interessen.

In Sizilien versuchte Friedrich II., königliche Herrschaft stärker zu ordnen und zu zentralisieren. Im deutschen Reich dagegen war er stärker auf die Zusammenarbeit mit Fürsten angewiesen. 1220 und 1232 bestätigte er geistlichen und weltlichen Fürsten weitreichende Rechte. Das stärkte ihre Herrschaft in den eigenen Territorien.

1235 erließ Friedrich auf einem Reichstag in Mainz den Mainzer Landfrieden. Er sollte Fehden begrenzen und gerichtliche Verfahren stärken. Bemerkenswert ist, dass der Text nicht nur auf Latein, sondern auch auf Mittelhochdeutsch überliefert wurde.


Friedrich II. und der Kreuzzug

Friedrich II. hatte dem Papst einen Kreuzzug versprochen, verschob den Aufbruch aber mehrfach. Nachdem er 1227 erneut nicht wie vereinbart aufgebrochen war, exkommunizierte ihn Papst Gregor IX. Trotzdem zog Friedrich 1228 in den östlichen Mittelmeerraum.

Statt eine große Schlacht zu suchen, verhandelte er mit Sultan al-Kamil. Im Vertrag von Jaffa 1229 erhielt die christliche Seite zeitweise Zugang und politische Kontrolle über Jerusalem, Bethlehem und Nazareth, während wichtige muslimische Heiligtümer in muslimischer Hand blieben. Der Erfolg beruhte also wesentlich auf Diplomatie.

Dieses Ereignis zeigt, dass die Beziehungen zwischen christlichen und muslimischen Herrschern im Mittelalter nicht nur aus Krieg bestanden. Es gab auch Verhandlungen, Verträge, Handel und Wissensaustausch.


Sizilien als europäischer Knotenpunkt

Sizilien lag zwischen Europa, Nordafrika und dem östlichen Mittelmeer. Schon vor den Staufern hatten dort griechische, lateinische und arabische Traditionen aufeinandergewirkt. Die Staufer übernahmen damit einen politisch und kulturell vielfältigen Herrschaftsraum.

Die Cappella Palatina in Palermo entstand bereits unter dem normannischen König Roger II., also vor der staufischen Herrschaft. Ihre Mosaiken und ihre Architektur zeigen aber sehr gut die kulturelle Umgebung, die Heinrich VI. und Friedrich II. in Sizilien vorfanden: lateinisch-westliche, byzantinische und arabisch-islamisch geprägte Formen standen nebeneinander und beeinflussten sich.

Dabei darf Sizilien nicht romantisch als vollkommen friedliche „Multikulti-Welt“ dargestellt werden. Neben kulturellem Austausch gab es Machtkämpfe, religiöse Spannungen und Zwang. Friedrich II. ließ beispielsweise aufständische Muslime aus Sizilien nach Lucera in Apulien umsiedeln. Historische Verflechtung bedeutet also zugleich Austausch und Konflikt.


Castel del Monte: Eine Burg als Herrschaftszeichen?

Das Castel del Monte in Apulien gehört zu den bekanntesten Bauwerken, die mit Friedrich II. verbunden werden. Der Bau besitzt einen auffälligen achteckigen Grundriss mit acht ebenfalls achteckigen Türmen. Seine genaue Funktion ist bis heute nicht vollständig geklärt.

Deshalb ist Vorsicht bei einfachen Aussagen wie „Festung“, „Jagdschloss“ oder „Geheimbau“ nötig. Das Gebäude besitzt repräsentative Elemente und eine außergewöhnlich strenge Geometrie. Es zeigt, dass staufische Herrschaft auch durch Architektur sichtbar gemacht wurde.


Münzen und Herrschaftsbilder

Auch Münzen dienten politischer Kommunikation. Auf dem sogenannten Augustalen Friedrichs II. erscheint der Herrscher mit einer an antike römische Kaiser erinnernden Darstellung. Die Rückseite zeigt einen Adler.

Damit verband Friedrich seine mittelalterliche Herrschaft mit der Vorstellung des römischen Kaisertums. Münzen waren deshalb nicht nur Zahlungsmittel, sondern auch Medien: Sie verbreiteten Bilder von Macht über große Räume.


Europäische Verbindungen der Staufer

Die Geschichte der Staufer lässt sich nicht nur als deutsche Geschichte verstehen. Ihre Herrschaft war in ein europäisches Beziehungsnetz eingebunden.

Barbarossa heiratete Beatrix von Burgund und stärkte damit seine Stellung im Königreich Burgund. Heinrich VI. verband sich durch die Ehe mit Konstanze mit Sizilien. Richard Löwenherz aus England geriet in die Gewalt Heinrichs VI. Friedrich II. heiratete unter anderem Konstanze von Aragón und Isabella von Brienne, die Erbin des Königreichs Jerusalem. Im Kreuzzug verhandelte er direkt mit Sultan al-Kamil.

Solche Verbindungen entstanden durch Heirat, Krieg, Diplomatie, Handel, Reisen, Gefangenschaft und religiöse Unternehmungen. Sie zeigen, dass politische Räume des Mittelalters stark miteinander verflochten waren.


Das Ende der staufischen Herrschaft

Nach Friedrichs Tod 1250 konnte sein Sohn Konrad IV. die staufische Macht nur noch wenige Jahre behaupten. Konrad starb 1254. In Italien kämpften weitere Angehörige der Familie um das Königreich Sizilien. Friedrichs Sohn Manfred fiel 1266 in der Schlacht bei Benevent. Konradin, ein Enkel Friedrichs II., wurde nach seiner Niederlage 1268 in Neapel hingerichtet.

Im römisch-deutschen Reich folgte eine Phase schwacher und umstrittener Königsherrschaft, die häufig als Interregnum bezeichnet wird. 1273 wurde Rudolf von Habsburg zum König gewählt.

Die politische Ordnung des Reiches verschwand mit den Staufern jedoch nicht. Fürsten, Städte, Bischöfe und regionale Herrschaften entwickelten ihre Macht weiter. Gerade deshalb ist das Ende der Staufer kein plötzliches „Ende Deutschlands“, sondern ein Wandel innerhalb einer langfristigen mittelalterlichen Entwicklung.


Was bleibt von den Staufern?

Bis heute erinnern Burgen, Ruinen, Münzen, Handschriften, Denkmäler und Sagen an die Staufer. Besonders Barbarossa wurde in späteren Jahrhunderten stark zum Mythos. Die Kyffhäusersage machte aus ihm einen schlafenden Kaiser, der eines Tages zurückkehren werde. Im 19. Jahrhundert wurde diese Sage nationalpolitisch umgedeutet.

Für historischen Unterricht ist deshalb die Unterscheidung wichtig: Was stammt tatsächlich aus der Stauferzeit, und was wurde später über die Staufer erzählt? Genau diese Frage macht Geschichte spannend.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wovon leitet sich der heute gebräuchliche Name Staufer ab? (Von der Burg Hohenstaufen) (!Vom Fluss Rhein) (!Von der Stadt Rom) (!Vom Königreich England)




Wie war das Gebiet des heutigen Deutschlands zur Stauferzeit politisch organisiert? (Es war Teil des römisch-deutschen Reiches mit vielen Herrschaftsträgern) (!Es war bereits ein deutscher Nationalstaat mit Berlin als Hauptstadt) (!Es war eine einzige französische Provinz) (!Es bestand nur aus freien Städten ohne König)




Welcher Staufer wurde 1152 römisch-deutscher König? (Friedrich I. Barbarossa) (!Friedrich II.) (!Konradin) (!Manfred von Sizilien)




Mit wem geriet Barbarossa in Norditalien besonders in Konflikt? (Mit dem Lombardenbund) (!Mit der Hanse) (!Mit den Wikingern) (!Mit dem Deutschen Orden in Preußen)




Welche Verbindung stärkte Heinrich VI. durch seine Ehe mit Konstanze? (Die Verbindung zum Königreich Sizilien) (!Die Verbindung zum Mongolenreich) (!Die Verbindung zu Norwegen) (!Die Verbindung zum Aztekenreich)




Welche Funktion hatte die Reichsburg Trifels in der Stauferzeit? (Sie diente unter anderem der Verwahrung der Reichskleinodien) (!Sie war die Hauptstadt eines modernen deutschen Staates) (!Sie war ausschließlich ein Bauernhof) (!Sie war der Sitz des Papstes)




Wo lag ein wichtiger Herrschaftsschwerpunkt Friedrichs II.? (Im Königreich Sizilien) (!In Island) (!In Schottland) (!In Polen-Litauen)




Was sollte der Mainzer Landfriede von 1235 fördern? (Geregelte Rechtsverfahren und die Begrenzung von Fehden) (!Die Abschaffung aller Gerichte) (!Die Einführung allgemeiner Parlamentswahlen) (!Die Auflösung aller Städte)




Was ist am Kreuzzug Friedrichs II. von 1228 und 1229 besonders bemerkenswert? (Ein wichtiger Erfolg wurde durch Verhandlungen mit Sultan al-Kamil erreicht) (!Friedrich eroberte Konstantinopel) (!Der Kreuzzug fand ausschließlich in Spanien statt) (!Friedrich verzichtete vollständig auf Diplomatie)




Warum ist Castel del Monte für Historiker besonders interessant? (Seine genaue Funktion ist umstritten und seine Architektur zeigt starke Repräsentation) (!Es wurde eindeutig als moderne Fabrik gebaut) (!Es war die Stammburg Karls des Großen) (!Es lag im mittelalterlichen England)





Memory

Staufer schwäbisches Adelsgeschlecht
Barbarossa Friedrich der Erste
Trifels Reichskleinodien
Ministeriale Herrschaftsdienst
Sizilien Mittelmeerherrschaft
Landfriede Fehdenbegrenzung
Castel del Monte Apulien
Lombardenbund Städtebündnis





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Friedrich I. Barbarossa
Heinrich VI. Sizilien
Friedrich II. Mainzer Landfriede
Burg Hohenstaufen Stammburg
Reichsburg Trifels Reichskleinodien
Castel del Monte Apulien






Kreuzworträtsel

Barbarossa Wie lautet der bekannte Beiname Friedrichs I.?
Trifels Welche Reichsburg war zeitweise Aufbewahrungsort der Reichskleinodien?
Sizilien Welches Königreich wurde für Heinrich VI. und Friedrich II. besonders wichtig?
Palermo Welche Stadt war ein wichtiges Zentrum der Herrschaft in Sizilien?
Augustale Wie heißt eine bekannte Goldmünze Friedrichs II.?
Staufer Wie heißt das Herrschergeschlecht dieses aiMOOCs?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Die Staufer waren ein schwäbisches

des Hochmittelalters.
Ihr heutiger Name leitet sich von der

ab.
Friedrich I. trug den Beinamen

.
Die Herrscher des Reiches übten ihre Herrschaft häufig als

aus.
In Norditalien stand Barbarossa einem Bündnis namens

gegenüber.
Heinrich VI. gewann durch seine Ehe einen Anspruch auf das Königreich

.
Auf der Reichsburg Trifels wurden zeitweise die

verwahrt.
Friedrich II. erließ 1235 den Mainzer

.
Während seines Kreuzzugs verhandelte Friedrich II. mit Sultan

.
Das berühmte achteckige Bauwerk Friedrichs II. heißt

.
Der Augustale zeigt auf der Rückseite einen

.
Nach dem Ende der staufischen Königsherrschaft begann im Reich eine Phase, die oft als

bezeichnet wird.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Staufer-Zeitleiste: Gestalte eine Zeitleiste mit sechs Ereignissen von Konrad III. bis Konradin. Ergänze zu jedem Ereignis einen kurzen Satz, warum es wichtig ist.
  2. Burg-Steckbrief: Wähle Burg Hohenstaufen oder Reichsburg Trifels und erstelle einen Steckbrief zu Lage, Funktion, heutiger Erhaltung und staufischem Bezug.
  3. Bildanalyse Staufer: Untersuche eine der Abbildungen aus diesem aiMOOC. Beschreibe zuerst nur, was Du siehst, und deute anschließend, welche Botschaft über Herrschaft vermittelt wird.
  4. Begriffslexikon Hochmittelalter: Erkläre die Begriffe Reisekönigtum, Ministeriale, Reichsburg, Reichskleinodien und Landfriede in eigenen Worten.


Standard

  1. Herrschaft auf Reisen: Plane für einen fiktiven staufischen König eine Reise durch fünf Orte des Reiches. Begründe, warum er dort jeweils Fürsten, Bischöfe, Städte oder Burgen besuchen müsste.
  2. Burgenvergleich: Vergleiche Burg Hohenstaufen, Reichsburg Trifels und Castel del Monte. Untersuche Unterschiede zwischen Stammburg, Reichsburg und repräsentativem Herrschaftsbau.
  3. Reichstag-Rollenspiel: Spiele mit Deiner Lerngruppe einen Hoftag nach. Rollen sind König, Herzog, Bischof, Stadtvertreter und Ministeriale. Verhandelt über einen Streit um Rechte und Abgaben.
  4. Video-Faktencheck: Wähle ein Video aus dem aiMOOC und überprüfe fünf Aussagen mithilfe eines Schulbuchs, einer Enzyklopädie oder eines geeigneten Wikipedia-Artikels. Kennzeichne Vereinfachungen.


Schwer

  1. Quellenkritik Mainzer Landfriede: Suche einen kurzen Ausschnitt aus dem Mainzer Landfrieden von 1235. Erkläre, welches Problem geregelt werden sollte und welche Vorstellung von Recht darin sichtbar wird.
  2. Streitfrage Zentralmacht: Diskutiere die Aussage: „Die Staufer wollten einen zentralistischen Staat wie moderne Staaten schaffen.“ Entwickle Argumente dafür und dagegen und formuliere ein begründetes Urteil.
  3. Europäisches Netzwerk der Staufer: Erstelle eine digitale Karte mit Orten in Deutschland, Burgund, Italien, Sizilien und dem östlichen Mittelmeer. Verbinde die Orte durch Heiraten, Reisen, Konflikte und Verträge.
  4. Burg vor Ort oder virtuell: Besuche eine mittelalterliche Burg oder erkunde sie virtuell. Produziere anschließend einen kurzen Podcast oder ein Video darüber, welche Teile wirklich mittelalterlich sind und welche später rekonstruiert wurden.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Reichspolitik erklären: Erkläre anhand eines selbst gewählten Beispiels, warum ein staufischer König auf die Zusammenarbeit mit Fürsten angewiesen war. Übertrage das Beispiel auf die Frage, warum mittelalterliche Herrschaft nicht mit einem modernen Zentralstaat gleichgesetzt werden kann.
  2. Burg als Machtinstrument: Du bist Beraterin oder Berater eines Königs im 12. Jahrhundert. Begründe, welche drei Funktionen eine neue Burg erfüllen sollte und warum ihre Lage politisch wichtig wäre.
  3. Barbarossa und Heinrich der Löwe: Beurteile, ob der Konflikt besser als persönlicher Streit oder als Machtkonflikt im Reich verstanden werden sollte. Verwende mindestens zwei politische Argumente.
  4. Friedrich II. im Vergleich: Vergleiche Friedrichs Herrschaft in Sizilien mit seiner Herrschaft im römisch-deutschen Reich. Erkläre, warum derselbe Herrscher in beiden Räumen unterschiedliche politische Strategien benötigte.
  5. Diplomatie und Kreuzzug: Bewerte den Vertrag Friedrichs II. mit al-Kamil als Beispiel mittelalterlicher Außenpolitik. Zeige, warum das Ereignis ein einfaches Bild von ständigem Religionskrieg infrage stellt.
  6. Mythos und Geschichte: Erkläre am Beispiel Barbarossas, wie aus einer historischen Person später eine politische oder nationale Symbolfigur werden kann. Nenne Kriterien, mit denen Du Mythos und historische Quelle unterscheiden würdest.




Lernnachweis

Für einen erfolgreichen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen, dass Du nicht nur Daten wiedergeben, sondern historische Zusammenhänge erklären kannst.

  1. Zeitliche Orientierung: Du kannst die wichtigsten staufischen Herrscher und zentralen Ereignisse in eine sinnvolle zeitliche Reihenfolge bringen.
  2. Politische Ordnung: Du kannst erklären, warum das römisch-deutsche Reich kein moderner Nationalstaat war.
  3. Reichspolitik: Du kannst das Zusammenspiel von König, Fürsten, Kirche, Städten und Ministerialen beschreiben.
  4. Burgen: Du kannst unterschiedliche Funktionen von Stammburg, Reichsburg und repräsentativem Herrschaftsbau vergleichen.
  5. Europäische Verflechtung: Du kannst Verbindungen der Staufer zu Burgund, Italien, Sizilien, England und dem östlichen Mittelmeer erläutern.
  6. Quellenkritik: Du kannst zwischen mittelalterlichen Quellen, späteren Rekonstruktionen und modernen Mythen unterscheiden.
  7. Historisches Urteil: Du kannst eine begründete Bewertung zu einer Streitfrage formulieren und dabei mehrere Perspektiven berücksichtigen.




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Verknüpfte Lernbereiche

Die Staufergeschichte verbindet politische, soziale, kulturelle und räumliche Themen des Mittelalters. Besonders wichtig sind folgende Lernbereiche:


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