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Die Krise des Gesprächs - Jürgen Habermas

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Die Krise des Gesprächs - Jürgen Habermas




Die Krise des Gesprächs / Jürgen Habermas

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Einleitung

Dieser aiMOOC beschäftigt sich mit Die Krise des Gesprächs / Jürgen Habermas. Im Mittelpunkt steht die Frage, warum Gespräche in modernen Gesellschaften oft nicht mehr auf Verständigung, sondern auf Macht, Aufmerksamkeit, Manipulation, Selbstdarstellung oder schnelle Zustimmung ausgerichtet sind. Das eingebettete Video führt in zentrale Gedanken von Jürgen Habermas ein: kommunikatives Handeln, strategisches Handeln, Öffentlichkeit, Diskurs und die Bedingungen gelingender Verständigung.

Jürgen Habermas (1929–2026) war ein deutscher Philosoph, Soziologe und öffentlicher Intellektueller. Er gilt als wichtiger Vertreter der zweiten Generation der Frankfurter Schule und der Kritischen Theorie. Besonders einflussreich sind seine Werke Strukturwandel der Öffentlichkeit (1962), Theorie des kommunikativen Handelns (1981) und Ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit und die deliberative Politik (2022). Für diesen Kurs ist entscheidend: Habermas fragt, wie Menschen durch Sprache ihr gemeinsames Leben koordinieren können, ohne sich nur gegenseitig zu steuern, zu überreden oder zu beherrschen.

Die Formulierung Krise des Gesprächs wird in diesem aiMOOC als didaktischer Leitbegriff verwendet. Sie beschreibt eine Situation, in der die Voraussetzungen gelingender Kommunikation beschädigt sind: Menschen hören einander nicht zu, Argumente werden durch Parolen ersetzt, Wahrheit wird relativiert, moralische Normen werden strategisch benutzt, und öffentliche Debatten zerfallen in Lager. Mit Habermas kannst Du untersuchen, was ein Gespräch braucht, damit es mehr ist als ein Kampf um Wirkung.


Lernziele

  1. Kommunikatives Handeln: Du kannst erklären, was Habermas unter verständigungsorientierter Kommunikation versteht.
  2. Strategisches Handeln: Du kannst kommunikatives und strategisches Handeln unterscheiden.
  3. Geltungsansprüche: Du kannst die Ansprüche auf Verständlichkeit, Wahrheit, Richtigkeit und Wahrhaftigkeit anwenden.
  4. Öffentlichkeit: Du kannst erläutern, warum öffentliche Kommunikation für Demokratie wichtig ist.
  5. Medienkritik: Du kannst digitale Gesprächskulturen mit Habermas analysieren.
  6. Urteilskompetenz: Du kannst eigene Kriterien für faire, rationale und inklusive Gespräche entwickeln.


Jürgen Habermas: Leben und Werk im Überblick

Habermas wurde 1929 in Düsseldorf geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte er unter anderem Philosophie, Geschichte, Psychologie und Ökonomie. Er arbeitete zeitweise am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main und wurde später Professor in Heidelberg und Frankfurt. Sein Denken ist eng mit der Frankfurter Schule verbunden, aber Habermas entwickelte gegenüber Horkheimer und Adorno einen stärker auf Sprache, Vernunft und demokratische Deliberation gerichteten Ansatz.

Während die ältere Kritische Theorie häufig die Herrschaftsseiten moderner Rationalisierung betonte, sucht Habermas nach einer Form von Rationalität, die nicht auf Kontrolle reduziert ist. Seine zentrale Idee lautet: In Sprache steckt ein Potential zur Verständigung. Wer etwas sagt, erhebt Ansprüche, die andere prüfen, zurückweisen oder begründen lassen können. Gerade diese Prüfbarkeit macht Kommunikation zu einem möglichen Ort von Mündigkeit.


Wichtige Werke für das Thema

  1. Strukturwandel der Öffentlichkeit: Habermas untersucht die Entstehung, Bedeutung und Veränderung bürgerlicher Öffentlichkeit.
  2. Theorie des kommunikativen Handelns: Habermas entwickelt eine umfassende Gesellschaftstheorie, in der Sprache, Lebenswelt, System und Verständigung zentral sind.
  3. Faktizität und Geltung: Habermas verbindet Recht, Demokratie und Diskurstheorie.
  4. Ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit und die deliberative Politik: Habermas greift die Frage auf, wie digitale Medien die politische Öffentlichkeit verändern.


Was bedeutet Krise des Gesprächs?

Eine Krise des Gesprächs entsteht nicht einfach dadurch, dass Menschen streiten. Streit kann produktiv sein, wenn er begründet, offen und fair geführt wird. Problematisch wird es, wenn ein Gespräch seine verständigungsorientierte Struktur verliert. Dann wird Sprache nicht genutzt, um gemeinsam zu klären, was wahr, gerecht oder sinnvoll ist, sondern als Werkzeug, um andere zu lenken, zu überreden, bloßzustellen oder mundtot zu machen.

In einer solchen Krise verschieben sich die Maßstäbe: Nicht das bessere Argument zählt, sondern Lautstärke, Reichweite, Gruppenzugehörigkeit oder taktischer Vorteil. Eine Person fragt dann nicht: Was spricht für diese Behauptung?, sondern: Wie kann ich gewinnen? Genau hier wird Habermas' Unterscheidung zwischen kommunikativem Handeln und strategischem Handeln wichtig.


Symptome einer Gesprächskrise

  1. Polarisierung: Gruppen sprechen nicht mehr miteinander, sondern übereinander.
  2. Desinformation: Falsche oder irreführende Informationen verdrängen prüfbare Begründungen.
  3. Empörung: Schnelle emotionale Reaktionen ersetzen sorgfältiges Verstehen.
  4. Instrumentalisierung: Sprache dient als Mittel zur Durchsetzung verdeckter Interessen.
  5. Exklusion: Bestimmte Stimmen werden systematisch überhört oder ausgeschlossen.
  6. Zynismus: Menschen glauben nicht mehr, dass rationale Verständigung möglich ist.


Kommunikatives Handeln

Kommunikatives Handeln bedeutet bei Habermas, dass Menschen ihre Handlungen durch Verständigung koordinieren. Sie beziehen sich nicht nur auf eigene Ziele, sondern auf gemeinsam prüfbare Gründe. Kommunikation ist dann nicht bloß Informationsübertragung, sondern ein sozialer Prozess, in dem Sprecherinnen und Sprecher einander als urteilsfähige Personen anerkennen.

Ein Beispiel: In einer Klasse entsteht Streit über die Nutzung von Smartphones. Eine strategische Lösung wäre, möglichst laut die eigene Position durchzusetzen oder andere mit Tricks zu beeinflussen. Eine kommunikative Lösung wäre, Gründe auszutauschen: Welche Regeln sind fair? Welche Lernziele sind betroffen? Welche Bedürfnisse haben die Beteiligten? Welche Folgen hat eine Regel für alle? Erst wenn die Gründe geprüft werden können, entsteht eine Chance auf Verständigung.


Vier Geltungsansprüche

Habermas zeigt, dass Äußerungen im Gespräch bestimmte Geltungsansprüche mitführen. Wer etwas sagt, setzt voraus, dass die Aussage verstanden werden kann, dass sie sachlich stimmt, dass sie normativ vertretbar ist und dass die sprechende Person aufrichtig ist.

  1. Verständlichkeit: Die Aussage muss so formuliert sein, dass andere sie verstehen können.
  2. Wahrheit: Der behauptete Sachverhalt muss begründbar und überprüfbar sein.
  3. Richtigkeit: Die Aussage muss zu anerkennbaren Normen und Regeln passen.
  4. Wahrhaftigkeit: Die sprechende Person muss ehrlich ausdrücken, was sie meint.

Diese vier Ansprüche sind kein starres Schema für jedes Alltagsgespräch, aber sie helfen, Gesprächsstörungen zu erkennen. Wenn jemand unklar spricht, wird Verständlichkeit problematisch. Wenn Fakten falsch sind, wird Wahrheit problematisch. Wenn Regeln unfair sind, wird Richtigkeit problematisch. Wenn jemand täuscht, wird Wahrhaftigkeit problematisch.


Strategisches Handeln

Strategisches Handeln ist bei Habermas erfolgsorientiert. Es fragt vor allem danach, wie ein Ziel erreicht werden kann. Das ist nicht immer schlecht: Auch Planung, Organisation und Verhandlung brauchen strategische Elemente. Problematisch wird strategisches Handeln dort, wo es sich als Verständigung ausgibt, aber in Wahrheit Manipulation betreibt.

Ein Beispiel ist eine Debatte, in der jemand nur scheinbar nach Wahrheit fragt, tatsächlich aber eine Person diskreditieren will. Auch Werbung, Propaganda oder populistische Kommunikation können Gesprächsformen nutzen, ohne echte Verständigung anzustreben. Die Sprache wird dann nicht als gemeinsamer Raum von Gründen verstanden, sondern als Instrument zur Steuerung von Verhalten.


Vergleich: kommunikativ und strategisch

  1. Kommunikatives Handeln: Ziel ist Verständigung auf der Grundlage prüfbarer Gründe.
  2. Strategisches Handeln: Ziel ist Erfolg, Wirkung oder Durchsetzung eigener Interessen.
  3. Diskurs: Streit wird durch Begründungen bearbeitet.
  4. Manipulation: Streit wird durch Täuschung, Druck oder gezielte Verzerrung beeinflusst.
  5. Anerkennung: Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner werden als urteilsfähige Personen ernst genommen.


Öffentlichkeit und Demokratie

Für Habermas ist Öffentlichkeit kein bloßer Ort, sondern ein Netzwerk von Kommunikation. Menschen bilden Meinungen, prüfen Argumente und bringen gesellschaftliche Probleme zur Sprache. Eine demokratische Gesellschaft braucht solche öffentlichen Räume, weil politische Entscheidungen nicht nur durch Macht, Geld oder Verwaltung legitimiert werden sollen, sondern durch öffentlich nachvollziehbare Gründe.

In Strukturwandel der Öffentlichkeit untersucht Habermas, wie bürgerliche Öffentlichkeit historisch entstand und wie sie durch Massenmedien, Konsum, Ökonomie und politische Inszenierung verändert wurde. In späteren Arbeiten fragt er, wie sich Öffentlichkeit unter digitalen Bedingungen erneut wandelt. Für eine deliberative Demokratie ist entscheidend, dass Bürgerinnen und Bürger nicht nur Empfänger politischer Botschaften sind, sondern aktiv an der öffentlichen Meinungs- und Willensbildung teilnehmen können.


Deliberative Demokratie

Deliberative Demokratie bedeutet, dass demokratische Legitimität nicht allein aus Abstimmungen entsteht. Abstimmungen sind wichtig, aber sie sollten durch öffentliche Beratung, faire Verfahren und nachvollziehbare Begründungen vorbereitet werden. Gute demokratische Kommunikation fragt: Wer ist betroffen? Welche Gründe zählen? Welche Stimmen fehlen? Welche Informationen sind belastbar? Welche Entscheidung könnte gegenüber allen begründet werden?

Hier wird die Krise des Gesprächs politisch bedeutsam. Wenn Öffentlichkeit zerfällt, wenn Menschen nur noch in abgeschlossenen Echokammern kommunizieren oder wenn gezielte Desinformation Debatten verzerrt, leidet auch die demokratische Entscheidungsfähigkeit. Habermas' Theorie liefert daher nicht nur Gesprächsregeln für den Alltag, sondern Kriterien zur Kritik moderner Öffentlichkeit.


Lebenswelt, System und Kolonialisierung

Ein weiterer Schlüsselbegriff ist die Lebenswelt. Damit meint Habermas den Hintergrund gemeinsamer Bedeutungen, Erfahrungen, Normen und Selbstverständlichkeiten, aus dem Menschen handeln und sprechen. In der Lebenswelt lernen wir Sprache, Vertrauen, Rollen, Werte und kulturelle Deutungen. Ohne Lebenswelt wäre Verständigung kaum möglich.

Demgegenüber stehen gesellschaftliche Systeme wie Wirtschaft und Verwaltung, die häufig über Geld, Macht, Regeln und Effizienz funktionieren. Habermas kritisiert nicht, dass solche Systeme existieren. Moderne Gesellschaften brauchen Organisation. Problematisch wird es, wenn systemische Logiken in Bereiche eindringen, die eigentlich auf Verständigung angewiesen sind. Dies nennt Habermas die Kolonialisierung der Lebenswelt.

Ein Beispiel: Wenn Bildung nur noch nach messbarer Verwertbarkeit beurteilt wird, geraten dialogische, kulturelle und demokratische Bildungsziele unter Druck. Wenn politische Kommunikation vor allem nach Klickzahlen, Umfrageeffekten oder Werbewirkung organisiert wird, verliert sie ihre Orientierung an öffentlicher Vernunft. Die Krise des Gesprächs ist dann auch eine Krise der Lebenswelt.


Die digitale Gesprächskrise

Digitale Medien eröffnen neue Möglichkeiten: Mehr Menschen können publizieren, sich informieren, protestieren, lernen und Netzwerke bilden. Zugleich entstehen neue Risiken: Algorithmen belohnen oft Aufmerksamkeit, Zuspitzung und emotionale Reaktionen. Gespräche können beschleunigt, fragmentiert oder durch Desinformation verzerrt werden. Mit Habermas kannst Du diese Entwicklungen nicht einfach als Technikproblem betrachten, sondern als Problem der Öffentlichkeit und der Kommunikationskultur.

Die zentrale Frage lautet: Fördert ein Medium verständigungsorientierte Kommunikation oder begünstigt es strategische Wirkung? Unterstützt es begründete Diskussionen oder verstärkt es Polarisierung? Macht es unterschiedliche Stimmen sichtbar oder erzeugt es Ausschlüsse? Diese Fragen helfen, digitale Öffentlichkeit kritisch zu untersuchen.


Kriterien für gelingende Gespräche

  1. Zuhören: Andere Positionen werden nicht vorschnell karikiert.
  2. Begründung: Behauptungen werden mit nachvollziehbaren Gründen gestützt.
  3. Fairness: Regeln gelten für alle Beteiligten.
  4. Kritikfähigkeit: Eigene Ansichten können überprüft und verändert werden.
  5. Inklusion: Betroffene Stimmen werden einbezogen.
  6. Transparenz: Interessen, Quellen und Unsicherheiten werden offengelegt.


Anwendung: Ein Gespräch mit Habermas analysieren

Um ein Gespräch im Sinne von Habermas zu untersuchen, kannst Du vier Leitfragen verwenden: Ist die Aussage verständlich? Ist sie wahr oder zumindest gut begründet? Ist sie normativ richtig und fair? Ist die sprechende Person wahrhaftig? Diese Fragen helfen bei Klassengesprächen, politischen Talkshows, Social-Media-Kommentaren, Familienkonflikten und wissenschaftlichen Diskussionen.

Dabei geht es nicht darum, jedes Gespräch künstlich zu verlangsamen oder alle Gefühle auszublenden. Gefühle können wichtige Hinweise auf Erfahrungen, Verletzungen und Werte geben. Aber in einem demokratischen Diskurs müssen Gefühle in eine Form gebracht werden, die andere prüfen und beantworten können. Habermas' Theorie verlangt daher nicht Gefühlskälte, sondern eine Kultur des Begründens.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was versteht Habermas unter kommunikativem Handeln? (Eine Form des Handelns, die auf Verständigung durch prüfbare Gründe ausgerichtet ist) (!Eine Technik, mit der man andere möglichst schnell überzeugt) (!Eine Methode, um Diskussionen durch Macht zu beenden) (!Eine rein schriftliche Form der Kommunikation)




Welcher Begriff bezeichnet bei Habermas den öffentlichen Raum der Meinungsbildung? (Öffentlichkeit) (!Privatsphäre) (!Bürokratie) (!Marktpreis)




Welche Aussage beschreibt strategisches Handeln am besten? (Es ist auf Erfolg und Durchsetzung eigener Ziele ausgerichtet) (!Es verzichtet vollständig auf eigene Interessen) (!Es ist immer demokratischer als kommunikatives Handeln) (!Es meint ausschließlich nonverbale Kommunikation)




Welcher Geltungsanspruch fragt danach, ob eine Aussage sachlich stimmt? (Wahrheit) (!Wahrhaftigkeit) (!Höflichkeit) (!Geschwindigkeit)




Welcher Geltungsanspruch fragt danach, ob eine Person ehrlich spricht? (Wahrhaftigkeit) (!Wirtschaftlichkeit) (!Popularität) (!Lautstärke)




Was meint Lebenswelt bei Habermas? (Den gemeinsamen Hintergrund von Bedeutungen, Normen und Erfahrungen) (!Ein naturwissenschaftliches Ökosystem ohne Sprache) (!Eine einzelne private Meinung ohne soziale Bezüge) (!Eine technische Datenbank für Verwaltung)




Was bedeutet Kolonialisierung der Lebenswelt? (Systemische Logiken wie Geld oder Macht dringen in verständigungsorientierte Lebensbereiche ein) (!Menschen lernen eine neue Fremdsprache) (!Ein Staat gründet eine Überseeprovinz) (!Gespräche werden grundsätzlich kürzer)




Warum ist Öffentlichkeit für Demokratie wichtig? (Weil dort Probleme, Meinungen und Gründe sichtbar und diskutierbar werden) (!Weil sie Wahlen vollständig ersetzt) (!Weil sie private Gespräche verbietet) (!Weil sie nur aus staatlichen Pressemitteilungen besteht)




Welche Bedingung unterstützt einen fairen Diskurs besonders? (Gleiche Chancen zur Beteiligung und Begründung) (!Ausschluss unbequemer Positionen) (!Geheime Manipulation von Informationen) (!Vorrang der lautesten Stimme)




Wie lässt sich die Krise des Gesprächs im Sinne dieses aiMOOCs beschreiben? (Gespräche verlieren ihre Orientierung an Verständigung und werden durch Macht, Wirkung oder Polarisierung bestimmt) (!Menschen sprechen überhaupt nicht mehr in ganzen Sätzen) (!Jedes Gespräch enthält automatisch eine philosophische Theorie) (!Alle Konflikte verschwinden aus der Öffentlichkeit)





Memory

Kommunikatives Handeln Verständigung
Strategisches Handeln Erfolg
Wahrheit Sachlicher Anspruch
Richtigkeit Normativer Anspruch
Wahrhaftigkeit Ehrlichkeit
Öffentlichkeit Meinungsbildung
Lebenswelt Gemeinsamer Hintergrund
Deliberation Beratung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Verständlichkeit Aussage kann verstanden werden
Wahrheit Sachverhalt ist begründbar
Richtigkeit Norm ist fair vertretbar
Wahrhaftigkeit Sprecherin oder Sprecher ist ehrlich
Öffentlichkeit Raum gesellschaftlicher Meinungsbildung
Lebenswelt Hintergrund gemeinsamer Bedeutungen




...


Kreuzworträtsel

Diskurs Wie heißt eine geordnete Auseinandersetzung, in der Gründe geprüft werden?
Öffentlichkeit Wie heißt der Raum gesellschaftlicher Meinungsbildung?
Lebenswelt Wie nennt Habermas den gemeinsamen Hintergrund von Normen, Sprache und Erfahrungen?
Wahrheit Welcher Anspruch fragt danach, ob ein Sachverhalt stimmt?
Richtigkeit Welcher Anspruch fragt danach, ob eine Norm vertretbar ist?
Verständigung Worauf zielt kommunikatives Handeln?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Jürgen Habermas versteht Sprache nicht nur als Mittel zur Informationsübertragung, sondern als Grundlage sozialer

. Kommunikatives Handeln unterscheidet sich vom strategischen Handeln dadurch, dass es auf gemeinsam prüfbare

ausgerichtet ist. Wer etwas behauptet, erhebt unter anderem den Anspruch auf

. Wer eine Norm verteidigt, muss zeigen, dass sie gegenüber anderen als

begründet werden kann. Die Aufrichtigkeit einer Sprecherin oder eines Sprechers betrifft den Anspruch der

. Öffentlichkeit ist für Demokratie wichtig, weil dort gesellschaftliche Probleme sichtbar und diskutierbar werden und politische Entscheidungen an öffentliche

gebunden werden können. Eine Krise des Gesprächs entsteht, wenn Sprache vor allem als Mittel der

benutzt wird.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Gesprächsbeobachtung: Beobachte ein kurzes Alltagsgespräch und notiere, woran Du erkennst, ob es eher verständigungsorientiert oder strategisch geführt wird.
  2. Begriffskarte: Erstelle eine Begriffskarte mit den Begriffen kommunikatives Handeln, strategisches Handeln, Diskurs und Öffentlichkeit.
  3. Geltungsansprüche: Formuliere zu jedem der vier Geltungsansprüche ein eigenes Beispiel aus Schule, Familie oder Social Media.
  4. Zuhören: Schreibe fünf Regeln für ein Gespräch, in dem alle Beteiligten ernst genommen werden.


Standard

  1. Videoanalyse: Analysiere das eingebettete Video und arbeite heraus, wie dort Habermas' Theorie des kommunikativen Handelns erklärt wird.
  2. Debattenanalyse: Untersuche einen Ausschnitt aus einer politischen Debatte und markiere Stellen, an denen Geltungsansprüche verletzt oder erfüllt werden.
  3. Öffentlichkeit: Vergleiche eine Diskussion im Klassenraum mit einer Diskussion in sozialen Medien. Erkläre, welche Bedingungen Verständigung jeweils fördern oder erschweren.
  4. Argumentationsplan: Entwickle eine Pro-und-Kontra-Struktur zu der Frage, ob digitale Plattformen öffentliche Gespräche eher verbessern oder verschlechtern.


Schwer

  1. Diskursexperiment: Plane und moderiere ein Gespräch zu einem kontroversen Thema. Dokumentiere, wie Du Verständlichkeit, Wahrheit, Richtigkeit und Wahrhaftigkeit sicherst.
  2. Habermas und Demokratie: Schreibe einen Essay darüber, warum eine demokratische Gesellschaft mehr braucht als Abstimmungen und Mehrheiten.
  3. Kolonialisierung der Lebenswelt: Entwickle eine Fallstudie, in der Geld, Macht oder Effizienzlogik einen verständigungsorientierten Lebensbereich verdrängen.
  4. Medienethik: Entwirf einen Kriterienkatalog für eine digitale Plattform, die öffentliche Verständigung statt Polarisierung fördern soll.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transfer Gesprächsanalyse: Wähle einen realistischen Konflikt aus Schule, Politik oder Alltag und erkläre, wie er sich durch kommunikatives Handeln anders bearbeiten ließe als durch strategisches Handeln.
  2. Geltungsansprüche anwenden: Analysiere eine strittige Aussage anhand der Ansprüche Verständlichkeit, Wahrheit, Richtigkeit und Wahrhaftigkeit.
  3. Öffentlichkeit beurteilen: Begründe, ob eine Kommentarspalte, ein Klassenrat oder eine Bürgerversammlung eher die Bedingungen einer demokratischen Öffentlichkeit erfüllt.
  4. Lebenswelt und System: Erkläre an einem Beispiel, wie systemische Logiken in die Lebenswelt eindringen können, und bewerte die Folgen.
  5. Digitale Demokratie: Entwickle Vorschläge, wie digitale Kommunikation so gestaltet werden kann, dass sie demokratische Deliberation unterstützt.
  6. Kritische Reflexion: Beurteile, ob Habermas' Ideal verständigungsorientierter Kommunikation realistisch, notwendig oder beides ist.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu Die Krise des Gesprächs / Jürgen Habermas ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe wiedergeben kannst, sondern sie auf konkrete Gesprächssituationen anwendest.

  1. Begriffsverständnis: Du erklärst zentrale Begriffe wie kommunikatives Handeln, strategisches Handeln, Geltungsanspruch, Lebenswelt und Öffentlichkeit präzise.
  2. Anwendungskompetenz: Du analysierst konkrete Gespräche, Debatten oder Medienbeiträge mit Habermas' Kategorien.
  3. Urteilskompetenz: Du bewertest, ob eine Gesprächssituation Verständigung ermöglicht oder verhindert.
  4. Argumentationskompetenz: Du begründest eigene Positionen nachvollziehbar und gehst fair auf Gegenargumente ein.
  5. Medienkompetenz: Du reflektierst, wie digitale Medien öffentliche Kommunikation verändern.
  6. Produkt: Du erstellst ein eigenes Lernprodukt, zum Beispiel eine Gesprächsanalyse, ein Erklärvideo, eine Moderationsregel, ein Schaubild oder einen Essay.




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