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Die Heimspielstätten des FC Bayern

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Die Heimspielstätten des FC Bayern



Einleitung

Die Heimspielstätten des FC Bayern erzählen weit mehr als eine Geschichte von Fußballplätzen. An ihnen lässt sich verfolgen, wie sich der FC Bayern München von einer kleinen Mannschaft ohne feste Heimat zu einem international bedeutenden Fußballverein entwickelte. Die Reise führt durch verschiedene Teile Münchens: von einfachen Spielflächen nahe der Isar und in Schwabing über ein enges Traditionsstadion in Giesing und das weltberühmte Zeltdach des Olympiaparks bis zur modernen Allianz Arena in Fröttmaning.

Dabei veränderten sich nicht nur Größe und Architektur der Spielstätten. Auch Fankultur, Verkehrserschließung, Vermarktung, Medienpräsenz und die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Vereins wandelten sich. Eine Heimspielstätte ist deshalb zugleich ein Sportort, ein sozialer Treffpunkt, ein Teil der Stadtgeschichte und ein Symbol der jeweiligen Epoche.

Dieser aiMOOC folgt den wichtigsten Spielstätten der ersten Herrenmannschaft chronologisch. Die offizielle Vereinsgeschichte hebt vier eigentliche Stadionepochen besonders hervor: die Leopoldstraße, das Grünwalder Stadion, das Olympiastadion und die Allianz Arena. Davor gab es mehrere frühe Spielplätze; während des Zweiten Weltkriegs waren zudem Ausweichstätten nötig.

Die Wittelsbacherbrücke liegt nahe dem Gebiet der frühen Schyrenwiese. Die heutige Aufnahme zeigt nicht den damaligen Fußballplatz, hilft Dir aber, die erste Station geografisch einzuordnen.


Eine Reise durch die Münchner Fußballgeschichte


Überblick: Von der Wiese zur Arena

Zeitraum Spielstätte Historische Bedeutung
1900 Städtischer Spielplatz an der Schyrenstraße und weitere frühe Flächen Beginn des Spielbetriebs nach der Vereinsgründung
1901 bis 1905 Platz an der Clemensstraße Erste länger genutzte eigene Spielfläche in Schwabing
1906 bis 1907 Platz an der Karl-Theodor-Straße Kurze Übergangsphase vor der ersten Stadionheimat
ab 1907 Stadion an der Äußeren Leopoldstraße Erste echte Stadionheimat mit Tribüne und Einzäunung
frühe 1920er Jahre Marbachstraße und Lerchenauer Straße Übergangsplätze wegen wachsender Zuschauerzahlen
1925 bis 1972 Grünwalder Stadion Langjährige Traditionsheimat und Bühne des sportlichen Aufstiegs
1943 bis 1945 Dantestadion und weitere Ausweichplätze Kriegsbedingte Unterbrechung der Grünwalder Ära
1972 bis 2005 Olympiastadion Großstadion, wirtschaftlicher Sprung und internationale Spitzenzeit
seit 2005 Allianz Arena Reine Fußballarena und heutige Heimat der ersten Mannschaft

Die Zeitangaben der frühen Jahre sind als Übergangsphasen zu verstehen. So nennt die zusammenfassende Vereinschronik die Leopoldstraße als regelmäßige Heimstätte bis 1922, während das FC Bayern Museum noch einzelne Spiele der ersten Mannschaft dort bis Mai 1924 dokumentiert. Solche Unterschiede zeigen, dass ein Stadionwechsel historisch nicht immer an einem einzigen Tag stattfindet.


Station 1: 1900 – Fußball ohne feste Heimat

Der FC Bayern wurde am 27. Februar 1900 gegründet. Zu Beginn besaß der junge Verein kein eigenes Stadion. Der städtische Spielplatz an der Schyrenstraße nahe der Isar diente als Trainings- und Spielort. Im März 1900 gewann Bayern dort sein erstes Spiel gegen den 1. Münchner FC mit 5:2.

Auch auf der Theresienwiese wurde 1900 Fußball gespielt. Das zeigt, wie anders der organisierte Fußball damals aussah: Wo heute ein Verein mit festen Tribünen, Sicherheitskonzept und Ticketkontrolle verbunden wird, genügten um 1900 zunächst freie oder einfach hergerichtete Flächen.

Die heutige Theresienwiese ist vor allem durch das Oktoberfest bekannt. Um 1900 gehörte sie jedoch auch zu den Orten, an denen der junge FC Bayern Fußball spielte.


Station 2: Clemensstraße und Karl-Theodor-Straße

Von 1901 bis 1905 nutzte Bayern einen Platz an der Clemensstraße in Schwabing. Er war für den jungen Verein bereits ein Fortschritt, weil eine längerfristig nutzbare Spielfläche mehr Regelmäßigkeit für Training und Spiele ermöglichte. Als das Gelände der Bebauung weichen musste, spielte Bayern 1906 und 1907 kurzzeitig an der Karl-Theodor-Straße.

Diese Phase macht deutlich, wie stark Stadtentwicklung und Sport miteinander verbunden sind. Fußballplätze benötigen große freie Flächen. Wächst eine Stadt, konkurrieren Sport, Wohnen, Straßenbau und Gewerbe um denselben Raum.

Das heutige Straßenbild der Clemensstraße sieht völlig anders aus als die Umgebung des frühen Bayern-Platzes. Gerade dieser Kontrast eignet sich für historische Spurensuche.

Auch an der Karl-Theodor-Straße ist vom damaligen Spielfeld nichts als Stadion erhalten. Die Station zeigt, wie flüchtig frühe Sportorte sein konnten.


Station 3: Die Leopoldstraße – die erste Stadionheimat

1907 begann eine neue Phase. Bayern zog in die Sportanlage an der Äußeren Leopoldstraße auf Höhe des heutigen Parzivalplatzes. Für damalige Verhältnisse war diese Anlage hochmodern. Sie besaß eine überdachte Holztribüne, die im Volksmund als „Schuhschachtel“ bezeichnet wurde. Die Spielfläche war eingezäunt. Dadurch konnte der Verein Eintritt verlangen und die Spiele besser organisieren.

Das Eröffnungsspiel im September 1907 gewann Bayern mit 8:1 gegen den FC Wacker München. Die anfänglich kleine Tribüne reichte bald nicht mehr aus. Durch zusätzliche Stehbereiche wuchs die mögliche Zuschauermenge. Beim Spiel um die Süddeutsche Meisterschaft gegen den Karlsruher FV kamen 1911 bereits mehr als 5.000 Menschen. Für ein Derby gegen den TSV 1860 München im Jahr 1920 nennen historische Quellen etwa 6.000 bis 8.000 Zuschauer.

Die Leopoldstraße war damit mehr als ein neuer Platz. Sie zeigt den Übergang vom gelegentlich organisierten Spielbetrieb zum Fußball als öffentlicher Veranstaltung mit Eintritt, Zuschauerbereichen und wachsender wirtschaftlicher Bedeutung.


Ein Zwischenstopp: Marbachstraße und Lerchenauer Straße

Zu Beginn der 1920er Jahre wurde die Situation erneut unübersichtlich. Die Zuschauerzahlen stiegen, und Bayern trug Heimspiele zunehmend auf anderen Plätzen aus. Für 1922 bis 1923 nennt die Vereinsgeschichte den Platz des MTV 1879 München an der Marbachstraße, für 1923 bis 1925 den Platz des FC Teutonia an der Lerchenauer Straße.

Diese Übergänge zeigen, dass die Entwicklung des Vereins schneller verlief als seine Infrastruktur. Ein erfolgreicher Fußballverein brauchte nun nicht nur irgendeine Spielfläche, sondern mehr Platz für Zuschauer, bessere Zugänge und eine belastbare Sportanlage.


Station 4: Das Grünwalder Stadion – die große Traditionsära

1925 begann die lange Verbindung des FC Bayern mit dem heutigen Städtischen Stadion an der Grünwalder Straße. Das Stadion war 1911 vom TSV 1860 München errichtet worden und in den 1920er Jahren deutlich ausgebaut worden. Beim Einzug der Bayern fasste es ungefähr 24.000 Zuschauer.

Das Stadion in Giesing wurde zur wichtigsten Bayern-Heimat der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Schon im April 1926 sollen rund 30.000 Zuschauer den 4:3-Sieg gegen die SpVgg Fürth verfolgt haben. Für ein Oberliga-Spiel gegen den 1. FC Nürnberg im Oktober 1961 sind sogar etwa 52.000 Zuschauer überliefert – der Bayern-Zuschauerrekord an der Grünwalder Straße.

In diese Stadionära fallen entscheidende Schritte der Vereinsgeschichte: die erste Deutsche Meisterschaft 1932, der Bundesliga-Aufstieg 1965, die Meisterschaft 1969, mehrere frühe DFB-Pokal-Erfolge und der Gewinn des Europapokals der Pokalsieger 1967. Spieler wie Franz Beckenbauer, Gerd Müller und Sepp Maier erlebten hier ihren Aufstieg zu internationalen Stars.

Die Nähe der Tribünen zum Spielfeld und die Einbindung in das dicht bebaute Giesing prägten eine besondere Atmosphäre. Anders als bei späteren Großstadien war das Stadion eng mit dem Stadtviertel verbunden.

Beobachtungsauftrag zum Video: Achte darauf, wie nah die Zuschauerränge am Spielfeld liegen und wie sich die Architektur des Grünwalder Stadions von einer modernen Großarena unterscheidet.


Kriegsjahre: Dantestadion und weitere Ausweichplätze

1943 wurde das Stadion an der Grünwalder Straße bei Luftangriffen schwer getroffen. Der reguläre Spielbetrieb dort war zeitweise nicht möglich. Bayern wich in der Saison 1943/44 in das Dantestadion aus. Für die folgende Kriegsphase nennt die Vereinschronik außerdem den Sportplatz an der Schlierseestraße sowie einen Platz der Hypobank an der Grünwalder Straße.

Diese Episode verdeutlicht, dass Sportgeschichte nicht unabhängig von allgemeiner Geschichte betrachtet werden kann. Der Zweite Weltkrieg zerstörte Infrastruktur, veränderte den Alltag und machte einen normalen Ligabetrieb zunehmend unmöglich. Nach dem Krieg wurde das Grünwalder Stadion wieder aufgebaut und erneut zur wichtigsten Heimstätte.


Vom Grünwalder zur olympischen Dimension

Mit dem Aufstieg in die Bundesliga 1965 stieg das Zuschauerinteresse weiter. Das Grünwalder Stadion war emotional bedeutend, aber für einen Verein mit immer größerem nationalen und internationalen Publikum begrenzt. Die Vergabe der Olympischen Sommerspiele 1972 an München eröffnete eine neue Möglichkeit: Im Olympiapark entstand ein Großstadion, das nach den Spielen dauerhaft genutzt werden sollte.

Der Wechsel bedeutete damit nicht nur mehr Plätze. Er war Teil eines umfassenden Modernisierungsschubs der Stadt München mit neuen Sportanlagen, Verkehrsinfrastruktur und international sichtbarer Architektur.


Station 5: Das Olympiastadion – unter dem Zeltdach

Am 28. Juni 1972 bestritt der FC Bayern sein erstes Heimspiel im neuen Olympiastadion. Das Spiel gegen den FC Schalke 04 endete 5:1. Mit diesem Sieg wurde zugleich die Deutsche Meisterschaft gesichert. Der Einzug in die neue Arena begann also mit einem sportlichen Höhepunkt.

Das Stadion war für die Olympischen Spiele errichtet worden. Seine transparente Zeltdachkonstruktion wurde zum Wahrzeichen des gesamten Olympiaparks. Die Sportstätten waren in eine offene Parklandschaft eingebettet. Das Stadion verfügte über moderne Einrichtungen, darunter eine Rasenheizung und einen VIP-Bereich. Für Bayern eröffnete das Großstadion dadurch neue sportliche und wirtschaftliche Möglichkeiten.

Die Architektur hatte jedoch einen grundsätzlichen Unterschied zu einem reinen Fußballstadion: Zwischen Spielfeld und Tribünen lag eine Leichtathletikbahn. Das war für eine Mehrzweckarena sinnvoll, vergrößerte aber die Entfernung der Zuschauer zum Spiel. In den 1990er Jahren wurde genau dieser Punkt immer stärker kritisiert. Auch die nur teilweise Überdachung entsprach zunehmend weniger den Erwartungen an moderne Fußballarenen.

Beobachtungsauftrag zum Video: Vergleiche die Sichtbeziehungen im Olympiastadion mit dem Grünwalder Stadion. Welche Vor- und Nachteile hat die große Distanz zwischen Tribüne und Spielfeld?


Die sportliche Bedeutung der Olympiastadion-Ära

Von 1972 bis 2005 war das Olympiastadion 33 Jahre lang die wichtigste Heimstätte der ersten Bayern-Mannschaft. Diese Phase fällt mit dem dauerhaften Aufstieg des Vereins in die europäische Spitzenklasse zusammen. In den 1970er Jahren gewann Bayern dreimal in Folge den Europapokal der Landesmeister. Später folgten zahlreiche weitere Meisterschaften, Pokalsiege und große Europapokalabende.

Das Olympiastadion war gleichzeitig nie nur Bayern-Stadion. Es war städtische Mehrzweckarena, Austragungsort der Olympischen Spiele, Spielstätte der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 und der Europameisterschaft 1988 sowie Schauplatz von Konzerten und anderen Großveranstaltungen. Dadurch stand Bayern in einem internationalen Stadtraum, musste die Arena aber mit anderen Nutzungen teilen.

Am 14. Mai 2005 endete die Bayern-Ära im Olympiastadion mit einem 6:3 gegen den 1. FC Nürnberg. Wie beim ersten Bayern-Spiel im Stadion wurde anschließend eine Meisterschaft gefeiert. Anfang und Ende der 33 Jahre waren damit symbolisch von Meisterschalen eingerahmt.


Warum ein neues Stadion?

Seit den 1990er Jahren wurde intensiv über die Zukunft der Münchner Fußballstadien diskutiert. Ein Umbau des Olympiastadions stand ebenso zur Debatte wie ein Neubau. Für den FC Bayern und den TSV 1860 München wurden ein engerer Kontakt zwischen Tribünen und Spielfeld, bessere Sicht, moderne Hospitality-Bereiche und eine vollständig auf Fußball ausgerichtete Infrastruktur immer wichtiger.

2001 gründeten FC Bayern und TSV 1860 ein gemeinsames Stadionprojekt. Beim Münchner Bürgerentscheid am 21. Oktober 2001 stimmten 65,8 Prozent für einen Neubau in Fröttmaning. Im Architekturwettbewerb setzte sich der Entwurf von Herzog & de Meuron durch. Am 21. Oktober 2002 wurde der Grundstein gelegt.

Das Luftbild von Januar 2005 zeigt die Arena kurz vor ihrer Fertigstellung. Der Standort in Fröttmaning erforderte nicht nur ein Stadion, sondern auch Verkehrs- und Parkinfrastruktur.


Station 6: Die Allianz Arena – Fußball als Mittelpunkt

Die Allianz Arena wurde 2005 eröffnet. Am 31. Mai spielte der FC Bayern bei seiner offiziellen Eröffnungsfeier gegen die deutsche Nationalmannschaft und gewann 4:2. Das erste Pflichtspiel der Bayern in der neuen Arena fand am 5. August 2005 statt: Gegen Borussia Mönchengladbach gewann der FCB mit 3:0.

Die Arena wurde als reine Fußballspielstätte geplant. Die Tribünen umschließen das Spielfeld deutlich enger als im Olympiastadion. Ihre charakteristische Außenhaut besteht aus luftgefüllten Folienkissen. Durch Beleuchtung kann die Fassade unterschiedlich inszeniert werden und wurde zu einem weithin sichtbaren Wahrzeichen im Münchner Norden.

Heute sind bei Heimspielen des FC Bayern 75.024 Plätze zugelassen. Bei internationalen Wettbewerben gelten je nach UEFA-Regelung unterschiedliche Sitz- und Stehplatzkonfigurationen. Die Arena verbindet Zuschauerbereiche, Gastronomie, Business-Plätze, Logen, Parkhäuser, U-Bahn-Anbindung, Fanshops und das FC Bayern Museum zu einer komplexen Veranstaltungsinfrastruktur.

Die offizielle FC-Bayern-Dokumentation zum 20-jährigen Arena-Jubiläum behandelt die Entstehung des Stadions, die Eröffnung und die Rolle der Architektur. Achte besonders darauf, wie aus der Diskussion um einen Umbau des Olympiastadions schließlich ein Neubauprojekt wurde.


Von zwei Hausherren zur alleinigen Bayern-Heimat

Die Allianz Arena wurde zunächst gemeinsam von FC Bayern und TSV 1860 München geplant. Beide Vereine waren zu gleichen Teilen an der Stadiongesellschaft beteiligt. 2006 übernahm Bayern die Anteile des TSV 1860. Der TSV blieb zunächst Mieter, beendete dieses Mietverhältnis jedoch 2017. Seitdem ist die Arena ausschließlich Heimspielstadion des FC Bayern.

2018 wurde der Innenraum noch stärker in den Vereinsfarben gestaltet. Rote Sitze, Bayern-Schriftzüge und das Vereinswappen machten sichtbar, dass aus einem gemeinsam geplanten Münchner Stadion endgültig eine Bayern-Heimat geworden war.

Seit dem 1. Mai 2025 lautet die offizielle Arena-Adresse Franz-Beckenbauer-Platz 5. Damit erhielt die heutige Heimstätte zusätzlich eine symbolische Verbindung zu einem Spieler und Vereinsvertreter, dessen Karriere bereits im Grünwalder Stadion begonnen hatte und der anschließend die Olympiastadion-Ära entscheidend prägte.


Museum und Erinnerungskultur

Der FC Bayern bewahrt seine Stadiongeschichte nicht nur in Bildern und Texten. Im FC Bayern Museum werden Modelle der vier besonders prägenden Stadionepochen gezeigt: Leopoldstraße, Grünwalder Stadion, Olympiastadion und Allianz Arena. Dadurch lässt sich der Wandel der Dimensionen unmittelbar vergleichen.

Die Erinnerung an frühere Stadien erfüllt mehrere Funktionen. Sie schafft Vereinsidentität, verbindet Generationen von Fans und macht sichtbar, dass sportlicher Erfolg immer in konkreten räumlichen und gesellschaftlichen Bedingungen stattfindet.


Was sich mit jeder Heimspielstätte veränderte


Architektur und Nähe zum Spielfeld

Die frühen Plätze waren einfache Spielflächen ohne große bauliche Infrastruktur. An der Leopoldstraße entstanden Tribüne und Einzäunung. Das Grünwalder Stadion entwickelte eine enge, städtische Fußballatmosphäre. Das Olympiastadion setzte auf monumentale Offenheit, Mehrfachnutzung und eine Laufbahn. Die Allianz Arena kehrte architektonisch zur konsequenten Fußballorientierung zurück, allerdings auf dem Maßstab eines modernen Großstadions.


Zuschauer und Wirtschaft

Mit jeder größeren Spielstätte wuchs das mögliche Publikum. Gleichzeitig entstanden neue Einnahmequellen. Schon die Einzäunung der Leopoldstraße machte kontrollierten Eintritt möglich. Das Olympiastadion brachte größere Zuschauerkapazitäten und erstmals moderne VIP-Infrastruktur. Die Allianz Arena verbindet heute Ticketverkauf mit Gastronomie, Hospitality, Museum, Merchandising und Sponsoring.

Damit zeigt die Stadiongeschichte zugleich die Professionalisierung des Fußballs.


Stadt und Verkehr

Die Standorte wanderten im Lauf der Geschichte durch München. Die frühen Plätze lagen nahe der inneren Stadt und in Schwabing. Das Grünwalder Stadion ist bis heute eng in Giesing eingebettet. Das Olympiastadion wurde Teil eines großen Landschafts- und Verkehrskonzepts für Olympia 1972. Die Allianz Arena liegt am nördlichen Stadtrand in Fröttmaning und ist über Autobahnen sowie die U-Bahn-Linie U6 erschlossen.

Die Reise der Stadien ist deshalb auch eine Reise durch Münchens Stadtentwicklung.


Heimstätte als Identität

Ein Stadion wird durch Architektur allein noch nicht zur Heimat. Erinnerungen an Spiele, Fanrituale, bestimmte Wege zum Stadion, Gesänge und sportliche Erfolge prägen die emotionale Bedeutung. Deshalb können verschiedene Generationen unterschiedliche Orte als „ihr“ Bayern-Stadion empfinden.

Für ältere Fans kann das Grünwalder Stadion der wichtigste Erinnerungsort sein, für andere das Olympiastadion und für jüngere Generationen die Allianz Arena. Die Geschichte des FC Bayern besteht somit nicht aus einer einzigen Heimat, sondern aus mehreren Schichten von Erinnerungsräumen.


Quellen und Vertiefung

Stand der Recherche: September 2026. Die historischen Eckdaten wurden bevorzugt mit offiziellen Vereins-, Stadion- und Stadtquellen abgeglichen.

  1. FC Bayern: Groundhopping in den Anfangsjahren
  2. FC Bayern: Das Grünwalder Stadion
  3. FC Bayern: Das Olympiastadion
  4. Allianz Arena: Historie
  5. Allianz Arena: Zahlen und Fakten
  6. Landeshauptstadt München: Grünwalder Stadion
  7. Olympiapark München: Sportstätten


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wo bestritt der FC Bayern im März 1900 sein erstes Spiel? (Am städtischen Spielplatz an der Schyrenstraße) (!Im Olympiastadion) (!In der Allianz Arena) (!Im Grünwalder Stadion)




Welche Spielstätte wurde ab 1907 zur ersten echten Stadionheimat des FC Bayern? (Das Stadion an der Äußeren Leopoldstraße) (!Das Dantestadion) (!Die Allianz Arena) (!Das Olympiastadion)




Warum war die Einzäunung des Platzes an der Leopoldstraße wirtschaftlich wichtig? (Der Verein konnte kontrolliert Eintritt verlangen) (!Der Verein konnte dort Flugzeuge landen lassen) (!Der Verein konnte eine Laufbahn entfernen) (!Der Verein konnte den Platz überdachen)




In welches traditionsreiche Münchner Stadion zog der FC Bayern 1925 ein? (In das Grünwalder Stadion) (!In das Olympiastadion) (!In die Allianz Arena) (!In das Dantestadion)




Welche Spielstätte nutzte der FC Bayern während der kriegsbedingten Unterbrechung der Grünwalder Ära? (Das Dantestadion) (!Das Berliner Olympiastadion) (!Das Westfalenstadion) (!Das Neckarstadion)




Gegen welchen Verein gewann Bayern sein erstes Heimspiel im Olympiastadion mit 5 zu 1? (Gegen Schalke 04) (!Gegen Borussia Dortmund) (!Gegen Werder Bremen) (!Gegen den Hamburger SV)




Welches architektonische Merkmal prägt das Münchner Olympiastadion besonders? (Das transparente Zeltdach) (!Eine geschlossene Glaskuppel) (!Ein Holzdach ohne Stützen) (!Eine vollständig unterirdische Tribüne)




Welche Spielstätte ist seit 2005 die Heimstätte der ersten Mannschaft des FC Bayern? (Die Allianz Arena) (!Das Grünwalder Stadion) (!Das Olympiastadion) (!Das Dantestadion)




Welches Architekturbüro entwarf die Allianz Arena? (Herzog und de Meuron) (!Bauhaus Dessau) (!Behnisch und Partner) (!Foster und Partners)




Was unterscheidet die Allianz Arena grundlegend vom Olympiastadion als Fußballspielstätte? (Sie wurde als reine Fußballarena geplant) (!Sie besitzt eine olympische Laufbahn) (!Sie wurde für Sommerspiele errichtet) (!Sie liegt im Olympiapark)





Memory

Schyrenstraße erstes Bayern-Spiel im Gründungsjahr
Clemensstraße frühe länger genutzte Spielfläche
Leopoldstraße erste feste Stadionheimat
Grünwalder Stadion traditionsreiche Giesinger Hauptspielstätte
Dantestadion kriegsbedingte Ausweichstätte
Olympiastadion Ära unter dem Zeltdach
Allianz Arena heutige Fußballheimat in Fröttmaning





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Historische Phase
Schyrenstraße Gründungsphase
Leopoldstraße erste Stadionheimat
Grünwalder Stadion Giesinger Traditionsära
Olympiastadion Ära unter dem Zeltdach
Allianz Arena heutige Fußballarena






Kreuzworträtsel

Schyrenwiese Wie heißt die frühe Spielfläche nahe der Isar?
Leopoldstrasse An welcher Straße lag die erste feste Stadionheimat der Bayern?
Gruenwalder Welcher Namensbestandteil bezeichnet das traditionsreiche Stadion in Giesing?
Dantestadion Wie heißt die kriegsbedingte Ausweichspielstätte in Neuhausen?
Zeltdach Welches Bauelement ist das Wahrzeichen des Olympiastadions?
Froettmaning In welchem Münchner Stadtgebiet steht die Allianz Arena?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Der FC Bayern bestritt sein erstes Spiel im Jahr 1900 auf einem städtischen Spielplatz an der

.
Die erste eigentliche Stadionheimat entstand an der

.
Die Einzäunung dieser Anlage machte den geregelten Verkauf von

möglich.
Ab 1925 wurde das

zur langjährigen Hauptspielstätte.
Nach schweren Kriegsschäden wich Bayern unter anderem in das

aus.
Der Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse gelang in der Grünwalder Ära in die

.
Im Sommer 1972 zog die erste Mannschaft in das

um.
Das auffälligste architektonische Merkmal dieser Arena ist das

.
Die Leichtathletikbahn vergrößerte im Olympiastadion die

zwischen Zuschauern und Spielfeld.
Vor dem Bau der neuen Arena entschieden die Münchner in einem

über das Projekt.
Seit 2005 spielt die erste Mannschaft in der

.
Der Siegerentwurf für die neue Arena stammt von

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Zeitleiste: Gestalte eine übersichtliche Zeitleiste mit den wichtigsten Bayern-Spielstätten von der Schyrenstraße bis zur Allianz Arena und ergänze zu jeder Station ein Symbol.
  2. Stadtplan München: Markiere die wichtigsten Spielstätten auf einem Stadtplan und beschreibe, wie sich die geografische Lage der Bayern-Heimat im Lauf der Zeit verändert hat.
  3. Bildvergleich: Vergleiche Fotos von Grünwalder Stadion, Olympiastadion und Allianz Arena. Notiere jeweils drei architektonische Unterschiede.
  4. Fankultur: Formuliere fünf Fragen, die Du einer älteren Bayern-Anhängerin oder einem älteren Bayern-Anhänger zu Erinnerungen an ein früheres Stadion stellen würdest.


Standard

  1. Stadionarchitektur: Erstelle eine Vergleichstabelle zu Grünwalder Stadion, Olympiastadion und Allianz Arena. Untersuche Nähe zum Spielfeld, Überdachung, Mehrfachnutzung, Verkehrserschließung und Atmosphäre.
  2. Historische Quelle: Vergleiche zwei unterschiedliche Quellen zur Leopoldstraße. Erkläre, warum die Angaben zum Ende der regelmäßigen Nutzung nicht völlig identisch sein müssen.
  3. Audioprojekt: Produziere einen kurzen Audioguide mit drei Stationen einer imaginären Stadionreise durch München. Verbinde Sportgeschichte und Stadtgeschichte.
  4. Exkursion: Plane eine öffentliche Verkehrsmittel nutzende Stadtroute vom Grünwalder Stadion über den Olympiapark zur Allianz Arena. Begründe, was Lernende an jedem Ort untersuchen sollen.


Schwer

  1. Stadtentwicklung: Schreibe einen Essay darüber, wie die Verlagerung der Bayern-Spielstätten Veränderungen Münchens im 20. und 21. Jahrhundert widerspiegelt.
  2. Sportökonomie: Untersuche, wie sich mit Leopoldstraße, Olympiastadion und Allianz Arena die Möglichkeiten veränderten, Einnahmen rund um ein Heimspiel zu erzielen.
  3. Oral History: Führe ein Interview mit einer Person, die Spiele in mindestens zwei verschiedenen Bayern-Stadien erlebt hat. Werte anschließend aus, wie persönliche Erinnerung und überprüfbare historische Fakten zusammenwirken.
  4. Zukunftsstadion: Entwickle ein eigenes Konzept für eine zukünftige Bayern-Heimspielstätte. Berücksichtige Atmosphäre, Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit, Verkehr, Fankultur und wirtschaftlichen Betrieb und begründe jede Entscheidung.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Raumwirkung: Erkläre anhand von Grünwalder Stadion und Olympiastadion, wie die räumliche Entfernung zwischen Tribüne und Spielfeld das Erleben eines Fußballspiels beeinflussen kann.
  2. Professionalisierung: Zeige an mindestens drei Stadionwechseln, wie die Geschichte der Bayern-Spielstätten mit der Professionalisierung des Fußballs zusammenhängt.
  3. Mehrzweckstadion: Beurteile, welche Vorteile und Nachteile eine Mehrzweckarena gegenüber einer reinen Fußballarena für Verein, Stadt und Publikum haben kann.
  4. Stadtgeschichte: Leite aus der Standortfolge Schyrenstraße, Schwabing, Giesing, Olympiapark und Fröttmaning Aussagen über die Entwicklung Münchens als Sportstadt ab.
  5. Alternative Geschichte: Entwickle ein begründetes Szenario dafür, wie sich die Heimspielerfahrung des FC Bayern verändert hätte, wenn das Olympiastadion umfassend umgebaut und keine Allianz Arena errichtet worden wäre.
  6. Quellenkritik: Historische Quellen nennen teilweise unterschiedliche Zuschauerzahlen oder Übergangszeiträume. Erkläre, wie Du solche Angaben prüfen würdest, ohne vorschnell eine Quelle als falsch zu verwerfen.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Stadionnamen und Jahreszahlen kennst, sondern historische Zusammenhänge erklären kannst.

  1. Chronologie: Du kannst die wichtigsten Spielstätten in die richtige historische Reihenfolge einordnen.
  2. Historische Einordnung: Du kannst frühe Spielplätze, dauerhafte Stadionheimaten und kriegsbedingte Ausweichstätten unterscheiden.
  3. Ursache und Wirkung: Du kannst erklären, warum steigende Zuschauerzahlen, Professionalisierung und neue Anforderungen wiederholt Stadionwechsel auslösten.
  4. Architekturvergleich: Du kannst Grünwalder Stadion, Olympiastadion und Allianz Arena hinsichtlich Bauform, Nähe zum Spielfeld und Nutzung vergleichen.
  5. Stadtentwicklung: Du kannst die Spielstätten mit der räumlichen und infrastrukturellen Entwicklung Münchens verbinden.
  6. Quellenkompetenz: Du kannst unterschiedliche historische Angaben kritisch vergleichen und ihre Aussagekraft bewerten.
  7. Transfer: Du kannst aus der Stadiongeschichte Kriterien für zukünftige Sportstätten ableiten.




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