Die 5 Phasen der Trauer - Den Tod verstehen


Die 5 Phasen der Trauer - Den Tod verstehen
Einleitung
Der Tod gehört zu den grundlegendsten Erfahrungen des menschlichen Lebens. Trotzdem fällt es vielen Menschen schwer, über Sterben, Trauer, Abschied, Erinnerung und Verlust zu sprechen. Dieser aiMOOC hilft Dir, das Thema Die 5 Phasen der Trauer / Den Tod verstehen sachlich, einfühlsam und kritisch zu erschließen. Du lernst das bekannte Fünf-Phasen-Modell nach Elisabeth Kübler-Ross kennen, verstehst seine Möglichkeiten und Grenzen und untersuchst, wie Wissenschaft, Kultur, Religion, Gesellschaft und persönliche Biografie unser Verhältnis zum Tod prägen.
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Wichtig: Trauer ist keine Prüfung, die man bestehen muss. Menschen trauern verschieden. Das Fünf-Phasen-Modell kann Orientierung geben, aber es ist kein fester Fahrplan. Nicht alle Menschen erleben alle Phasen, und die Reihenfolge kann sich verändern. Wenn Dich das Thema belastet, sprich mit einer vertrauten Person, einer Lehrkraft, einer Schulsozialarbeit, einer Beratungsstelle oder medizinischem Fachpersonal.

Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, was mit Tod, Sterben und Trauer gemeint ist. Du kannst die fünf häufig genannten Phasen nach Elisabeth Kübler-Ross beschreiben und an Beispielen erläutern. Du kannst beurteilen, warum das Modell hilfreich sein kann, aber nicht als starres Naturgesetz verstanden werden darf. Du kannst kulturelle, gesellschaftliche und persönliche Formen von Erinnerungskultur vergleichen. Außerdem entwickelst Du eigene Ideen, wie Menschen in Trauersituationen respektvoll unterstützt werden können.
Grundwissen: Tod, Sterben und Trauer
Der Tod bezeichnet das Ende des Lebens eines Organismus. Beim Menschen wird der Tod nicht nur biologisch verstanden, sondern auch medizinisch, rechtlich, religiös, philosophisch und kulturell gedeutet. Sterben meint den Übergang vom Leben zum Tod. Dieser Übergang kann plötzlich eintreten, etwa durch einen Unfall, oder sich über längere Zeit entwickeln, etwa bei einer schweren Krankheit.
Trauer ist eine natürliche Reaktion auf einen bedeutsamen Verlust. Sie kann nach dem Tod eines nahestehenden Menschen entstehen, aber auch nach anderen Verlusten, zum Beispiel nach einer Trennung, dem Verlust der Heimat, einer schweren Diagnose oder dem Ende eines Lebensabschnitts. Trauer zeigt sich in Gefühlen, Gedanken, körperlichen Reaktionen und Verhalten. Manche Menschen weinen viel, andere werden still, wieder andere wirken zunächst gefasst. Keine dieser Reaktionen ist automatisch richtig oder falsch.
Trauer als persönliche und soziale Erfahrung
Trauer ist persönlich, weil jeder Mensch eine eigene Beziehung zur verstorbenen Person, eigene Erinnerungen und eigene Bewältigungsstrategien hat. Trauer ist zugleich sozial, weil Familie, Freundschaften, Schule, Arbeitsplatz, Nachbarschaft, Religionsgemeinschaften und öffentliche Rituale beeinflussen, wie Menschen Abschied nehmen. Ein Begräbnis, eine Trauerfeier, ein Grab, ein Fotoalbum, ein digitales Erinnerungsprofil oder ein stilles Gespräch können helfen, dem Verlust Ausdruck zu geben.
Warum Menschen Modelle der Trauer entwickeln
Modelle helfen, komplexe Erfahrungen zu ordnen. Sie können Begriffe anbieten, wenn Gefühle unübersichtlich werden. Gleichzeitig vereinfachen Modelle immer. Deshalb ist es wichtig, zwischen Orientierung und Vorschrift zu unterscheiden. Ein gutes Trauermodell soll nicht sagen: „So musst Du trauern“, sondern eher: „Solche Erfahrungen können vorkommen, und Du bist damit nicht allein.“
Das Fünf-Phasen-Modell nach Elisabeth Kübler-Ross
Das Fünf-Phasen-Modell wurde durch die schweizerisch-US-amerikanische Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross bekannt. Sie veröffentlichte 1969 das Buch On Death and Dying, auf Deutsch bekannt als Interviews mit Sterbenden. Ursprünglich beschrieb sie darin, wie schwerkranke Menschen mit der Aussicht auf den eigenen Tod umgehen können. Später wurde das Modell auch auf Trauer nach dem Tod anderer Menschen übertragen.

Die fünf Phasen werden häufig mit den Begriffen Leugnen, Zorn, Verhandeln, Depression und Akzeptanz beschrieben. Im Englischen werden sie oft mit DABDA abgekürzt: Denial, Anger, Bargaining, Depression, Acceptance. Diese Begriffe sind keine Schubladen, sondern Beschreibungen möglicher innerer Zustände.
Phase 1: Leugnen oder Nicht-Wahrhaben-Wollen
In der Phase des Leugnens kann die Wirklichkeit des Todes oder einer schweren Diagnose kaum begreifbar erscheinen. Gedanken wie „Das kann nicht sein“ oder „Es muss ein Irrtum sein“ sind typisch. Diese Reaktion kann wie ein seelischer Schutz wirken, weil die ganze Wahrheit zunächst zu überwältigend wäre. Leugnen bedeutet nicht, dass ein Mensch absichtlich unehrlich ist. Es zeigt oft, dass die Seele Zeit braucht, um eine erschütternde Nachricht aufzunehmen.
Phase 2: Zorn und Protest
Wenn die Wirklichkeit stärker ins Bewusstsein dringt, können Zorn, Wut, Ärger oder Protest entstehen. Betroffene fragen vielleicht: „Warum gerade ich?“, „Warum diese Person?“ oder „Warum konnte niemand helfen?“ Zorn kann sich gegen Ärztinnen und Ärzte, Angehörige, Gott, das Schicksal, die verstorbene Person oder gegen sich selbst richten. Wichtig ist, diese Gefühle nicht vorschnell zu verurteilen. Wut kann Ausdruck von Liebe, Ohnmacht und verletztem Gerechtigkeitsempfinden sein.
Phase 3: Verhandeln oder Feilschen
Beim Verhandeln suchen Menschen nach Möglichkeiten, die Situation innerlich doch noch zu verändern. Gedanken wie „Wenn ich nur früher angerufen hätte“ oder „Wenn ich ein besserer Mensch werde, wird vielleicht alles gut“ können auftreten. In dieser Phase zeigt sich der Wunsch nach Kontrolle in einer Situation, die sich nicht kontrollieren lässt. Auch religiöse oder spirituelle Vorstellungen können hier eine Rolle spielen, zum Beispiel Bitten, Gelübde oder Hoffnungen.
Phase 4: Depression, Traurigkeit und Rückzug
Der Begriff Depression im Fünf-Phasen-Modell meint nicht automatisch eine medizinisch diagnostizierte Erkrankung. Gemeint sind häufig tiefe Traurigkeit, Erschöpfung, Leere, Rückzug und das Bewusstsein, dass der Verlust wirklich ist. Menschen können das Interesse an Alltagstätigkeiten verlieren oder sich innerlich schwer fühlen. Wenn Verzweiflung sehr lange anhält, der Alltag kaum noch möglich ist oder Selbstgefährdung droht, braucht ein Mensch professionelle Hilfe. Trauer darf ernst genommen werden, ohne sie vorschnell zu pathologisieren.

Phase 5: Akzeptanz
Akzeptanz bedeutet nicht, dass der Tod gut gefunden wird oder dass Trauer einfach endet. Akzeptanz meint eher, dass die Wirklichkeit des Verlusts anerkannt wird und ein Mensch allmählich lernt, mit dieser veränderten Wirklichkeit zu leben. Viele Trauernde entwickeln eine neue innere Beziehung zur verstorbenen Person. Erinnerung, Dankbarkeit, Schmerz und Liebe können nebeneinander bestehen. Akzeptanz ist daher kein Vergessen, sondern eine Form von Weiterleben mit dem Verlust.
Trauer verläuft nicht linear
Ein häufiger Irrtum besteht darin, die fünf Phasen als feste Treppe zu verstehen: erst Leugnen, dann Zorn, dann Verhandeln, dann Depression, dann Akzeptanz. In Wirklichkeit kann Trauer wellenförmig verlaufen. Menschen können zwischen Gefühlen wechseln, scheinbar „zurückfallen“ oder mehrere Erfahrungen gleichzeitig machen. Ein Geruch, ein Lied, ein Jahrestag oder ein Ort kann Erinnerungen plötzlich stark auslösen.
Die moderne Trauerforschung betont, dass Trauer individuell, dynamisch und beziehungsbezogen ist. Manche Modelle beschreiben Trauer als Wechsel zwischen Verlustorientierung und Wiederherstellung. Verlustorientierung bedeutet, dass ein Mensch sich dem Schmerz, der Erinnerung und dem Abschied zuwendet. Wiederherstellung bedeutet, dass er den Alltag neu ordnet, Aufgaben bewältigt, Beziehungen pflegt und neue Lebensmöglichkeiten entdeckt. Beides gehört zur Trauer.
Den Tod verstehen: Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft
Der Tod ist nicht nur ein biologisches Ereignis. Menschen deuten ihn mit Sprache, Symbolen, Ritualen und Geschichten. Deshalb unterscheiden sich Vorstellungen vom Tod je nach Kultur, Religion, Weltanschauung, Epoche und persönlicher Erfahrung.
Wissenschaftliche Perspektive
Aus biologischer Sicht endet mit dem Tod die Fähigkeit eines Organismus, lebenswichtige Funktionen aufrechtzuerhalten. Medizinisch werden Todeszeichen und je nach Kontext auch der irreversible Ausfall zentraler Körper- oder Gehirnfunktionen betrachtet. Die Medizin fragt unter anderem, wie Sterben gelindert, Schmerzen behandelt und Menschen in der letzten Lebensphase begleitet werden können. Die Palliativmedizin will nicht den Tod beschleunigen, sondern Lebensqualität, Würde und Symptomlinderung ermöglichen.
Psychologische Perspektive
Die Psychologie untersucht, wie Menschen Verlust erleben, verarbeiten und in ihr Selbstbild integrieren. Dazu gehören Gefühle, Gedanken, Bindungen, Körperreaktionen und Bewältigungsstrategien. Resilienz bedeutet nicht, unverwundbar zu sein. Resilienz beschreibt eher die Fähigkeit, mit Krisen umzugehen, Unterstützung anzunehmen und nach Erschütterungen neue Stabilität zu finden.
Kulturelle und religiöse Perspektive
Viele Religionen und Weltanschauungen haben Vorstellungen davon, was nach dem Tod geschieht. Manche sprechen von Auferstehung, Wiedergeburt, einem Jenseits, der Nähe zu Gott, einem Weiterleben in der Erinnerung oder einem natürlichen Kreislauf. Rituale wie Waschen, Aufbahrung, Gebet, Beerdigung, Trauerkleidung, Grabpflege, Kerzen, Gedenktage oder gemeinsames Essen geben der Trauer eine Form. Auch nichtreligiöse Menschen entwickeln Rituale, etwa Gedenkseiten, Spendenaktionen, Erinnerungsbücher oder persönliche Abschiedsorte.
Gesellschaftliche Perspektive
Gesellschaften entscheiden, wie offen über Tod gesprochen wird. In manchen Zusammenhängen wird der Tod verdrängt, in anderen gehört er stärker zum Alltag. Krankenhäuser, Pflegeheime, Hospize, Friedhöfe, Bestattungsunternehmen, Schulen, Medien und digitale Plattformen prägen, wie Menschen Sterben und Trauer erleben. Eine humane Gesellschaft erkennt an, dass Trauer Zeit braucht und dass trauernde Menschen nicht nur funktionieren müssen.
Erinnerung und Bedeutung
Erinnerung ist ein zentraler Teil der Trauer. Wer trauert, verliert nicht nur einen Menschen, sondern oft auch gemeinsame Zukunftspläne, Gewohnheiten und Rollen. Erinnerungen können schmerzen, aber auch Halt geben. Manche Menschen erzählen Geschichten, kochen ein Lieblingsgericht der verstorbenen Person, besuchen einen Ort, hören Musik, gestalten eine Kerze oder schreiben Briefe. Dadurch bleibt die Beziehung in veränderter Form lebendig.
Erinnerungskultur beschreibt, wie Gruppen und Gesellschaften Vergangenes bewahren und deuten. Das kann in Familien, Gemeinden, Städten oder Staaten geschehen. Denkmäler, Gedenktage, Stolpersteine, Friedhöfe, Archive und digitale Erinnerungsräume zeigen, dass Tod und Erinnerung auch politische und gesellschaftliche Fragen berühren: Wer wird erinnert? Wie wird erinnert? Wessen Leid wird sichtbar?
Hilfreicher Umgang mit Trauer
Trauernde brauchen selten perfekte Ratschläge. Häufig helfen Präsenz, Geduld und ehrliche Anteilnahme. Sätze wie „Ich bin da“, „Ich höre Dir zu“ oder „Du musst jetzt nichts leisten“ können hilfreicher sein als vorschnelle Erklärungen. Unpassend sind Sätze, die Trauer verkleinern, etwa „Du musst loslassen“ oder „Jetzt ist aber genug“. Menschen trauern in unterschiedlichem Tempo.
- Zuhören: Lass die trauernde Person erzählen, schweigen oder weinen, ohne sie zu drängen.
- Empathie: Versuche nicht, den Schmerz zu bewerten, sondern nimm ihn ernst.
- Alltagshilfe: Konkrete Hilfe wie Einkaufen, Kochen oder Begleitung kann entlasten.
- Ritual: Gemeinsame Erinnerungsformen können Halt geben.
- Grenzen: Achte auch auf Deine eigene Belastung und suche Unterstützung, wenn Du sie brauchst.
Kritischer Blick auf das Fünf-Phasen-Modell
Das Fünf-Phasen-Modell ist bekannt, weil es leicht verständliche Begriffe anbietet. Es kann helfen, Gefühle zu benennen und Trauer nicht als völliges Chaos zu erleben. Kritisch ist jedoch, dass es häufig zu schematisch verwendet wird. Wer erwartet, dass Trauer immer genau in fünf Schritten verläuft, kann Menschen unter Druck setzen. Dann entsteht der falsche Eindruck, man müsse „richtig“ trauern oder am Ende „fertig“ sein. Deshalb solltest Du das Modell als Gesprächsanlass nutzen, nicht als Diagnoseinstrument.
Begriffe und Zusammenhänge
- Tod: Ende des Lebens eines Organismus und zugleich ein biologisch, medizinisch, kulturell und philosophisch gedeutetes Ereignis.
- Sterben: Prozess oder Übergang vom Leben zum Tod.
- Trauer: Reaktion auf einen bedeutsamen Verlust mit emotionalen, körperlichen, sozialen und gedanklichen Anteilen.
- Leugnung: Mögliche Schutzreaktion, bei der die Wirklichkeit zunächst nicht vollständig angenommen werden kann.
- Zorn: Gefühl von Protest, Ohnmacht oder Ungerechtigkeit.
- Verhandeln: Versuch, innerlich Kontrolle über eine unwiderrufliche Situation zurückzugewinnen.
- Depression: Im Modell eine Phase tiefer Traurigkeit und Erschöpfung, nicht automatisch eine klinische Diagnose.
- Akzeptanz: Anerkennen der Wirklichkeit des Verlusts und schrittweises Weiterleben mit veränderter Beziehung.
- Ritual: Wiederholbare Handlung mit symbolischer Bedeutung, die Orientierung und Gemeinschaft geben kann.
- Trauerbegleitung: Unterstützende Begleitung durch Dasein, Zuhören, Mitschweigen und hilfreiche Angebote.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Worauf geht das bekannte Fünf-Phasen-Modell der Trauer zurück? (Auf Elisabeth Kübler-Ross und ihre Arbeit mit sterbenden Menschen) (!Auf eine mittelalterliche Bestattungsordnung) (!Auf eine gesetzliche Pflicht zur Trauerberatung) (!Auf ein medizinisches Messgerät für Gefühle)
Welche Aussage beschreibt das Fünf-Phasen-Modell heute am besten? (Es kann Orientierung geben, ist aber kein starrer Ablaufplan) (!Es beweist, dass alle Menschen gleich trauern) (!Es ersetzt jede Form von Trauerbegleitung) (!Es legt fest, wie lange Trauer dauern darf)
Welche Phase beschreibt häufig das Nicht-Wahrhaben-Wollen einer schmerzhaften Wirklichkeit? (Leugnen) (!Akzeptanz) (!Ritual) (!Erinnerung)
Was kann Zorn in der Trauer ausdrücken? (Ohnmacht, Protest und verletztes Gerechtigkeitsempfinden) (!Eine sichere Heilung der Trauer) (!Das Ende aller Gefühle) (!Eine fehlende Beziehung zur verstorbenen Person)
Was bedeutet Verhandeln im Fünf-Phasen-Modell am ehesten? (Der Versuch, innerlich Kontrolle zurückzugewinnen) (!Das juristische Verhandeln vor Gericht) (!Das Organisieren einer Beerdigung) (!Das vollständige Vergessen des Verlusts)
Warum ist der Begriff Depression im Modell vorsichtig zu verwenden? (Er meint im Modell oft tiefe Traurigkeit und nicht automatisch eine klinische Diagnose) (!Er bedeutet immer gute Laune) (!Er beschreibt ausschließlich körperliche Stärke) (!Er kommt in Trauer niemals vor)
Was bedeutet Akzeptanz in der Trauer? (Die Wirklichkeit des Verlusts schrittweise anerkennen) (!Den verstorbenen Menschen vergessen) (!Nie wieder traurig sein) (!Alle Erinnerungen vermeiden)
Welche Aussage passt zur modernen Sicht auf Trauer? (Trauer kann wellenförmig und individuell verlaufen) (!Trauer verläuft immer in derselben Reihenfolge) (!Trauer ist nach einem Tag abgeschlossen) (!Trauer betrifft nur Erwachsene)
Was ist ein hilfreicher Umgang mit trauernden Menschen? (Zuhören, Dasein und konkrete Unterstützung anbieten) (!Die Person zum schnellen Vergessen drängen) (!Den Schmerz bewerten und vergleichen) (!Alle Gespräche über die verstorbene Person verbieten)
Welche Rolle können Rituale in der Trauer spielen? (Sie können Halt geben und Erinnerung ausdrücken) (!Sie verhindern jede Traurigkeit sofort) (!Sie sind nur in der Medizin erlaubt) (!Sie machen Gespräche grundsätzlich unnötig)
Memory
| Leugnen | Schutz vor überwältigender Wirklichkeit |
| Zorn | Protest gegen Ohnmacht und Ungerechtigkeit |
| Verhandeln | Suche nach Kontrolle |
| Traurigkeit | Schmerz über die Endgültigkeit |
| Akzeptanz | Weiterleben mit veränderter Wirklichkeit |
| Ritual | Symbolische Form des Abschieds |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Leugnen | Wirklichkeit zunächst nicht wahrhaben wollen |
| Zorn | Protest und Gefühl von Ungerechtigkeit |
| Verhandeln | Suche nach Einfluss und Kontrolle |
| Traurigkeit | Schmerz, Rückzug und Erschöpfung |
| Akzeptanz | Anerkennen der veränderten Wirklichkeit |
Kreuzworträtsel
| Akzeptanz | Wie heißt die Phase, in der die Wirklichkeit des Verlusts anerkannt wird? |
| Ritual | Wie nennt man eine symbolische Handlung, die beim Abschied Halt geben kann? |
| Empathie | Welche Fähigkeit hilft, den Schmerz anderer Menschen ernst zu nehmen? |
| Erinnerung | Was bewahrt eine innere Verbindung zu verstorbenen Menschen? |
| Sterben | Wie heißt der Übergang vom Leben zum Tod? |
| Leugnung | Wie heißt eine Schutzreaktion, bei der eine Wirklichkeit zunächst abgewehrt wird? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Gefühlswörter: Sammle zehn Wörter, mit denen Menschen Trauer beschreiben können, und ordne sie nach leisen, starken, körperlichen und sozialen Erfahrungen.
- Erinnerungsstück: Beschreibe ein erfundenes oder reales Erinnerungsstück und erkläre, warum Gegenstände in Trauerprozessen Bedeutung haben können.
- Ritual: Entwirf ein einfaches, respektvolles Abschiedsritual für eine Schulklasse, die gemeinsam an einen verstorbenen Menschen erinnern möchte.
- Zuhören: Schreibe drei hilfreiche und drei weniger hilfreiche Sätze auf, die man einer trauernden Person sagen könnte, und begründe Deine Auswahl.
Standard
- Trauermodell: Erstelle ein Schaubild, das die fünf Phasen erklärt, aber deutlich macht, dass Trauer nicht linear verlaufen muss.
- Interview: Führe ein behutsames Interview mit einer erwachsenen Person über Abschiedskultur, ohne nach belastenden Details zu fragen, und werte aus, welche Rituale Halt geben.
- Medienanalyse: Analysiere das Erklärvideo zu den fünf Phasen der Trauer und prüfe, wo es das Modell erklärt, vereinfacht oder kritisch einordnet.
- Vergleich: Vergleiche zwei kulturelle oder religiöse Formen des Gedenkens und untersuche Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Umgang mit Erinnerung.
Schwer
- Kritik: Verfasse einen argumentierenden Text zur Frage, ob das Fünf-Phasen-Modell im Unterricht verwendet werden sollte, und berücksichtige Nutzen und Grenzen.
- Projekt: Entwickle ein Konzept für eine schulische Gedenkseite oder Ausstellung, die respektvoll informiert, persönliche Grenzen schützt und unterschiedliche Weltanschauungen berücksichtigt.
- Palliativmedizin: Recherchiere die Ziele der Palliativmedizin und erkläre, wie Würde, Schmerzbehandlung und Selbstbestimmung zusammenhängen.
- Erinnerungskultur: Untersuche ein Denkmal, einen Friedhof oder einen digitalen Gedenkort und analysiere, welche Werte, Personen und Geschichten sichtbar werden.

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Lernkontrolle
- Transfer: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, warum Trauer gleichzeitig individuell und gesellschaftlich geprägt ist.
- Urteil: Beurteile die Aussage „Wer die Phase der Akzeptanz erreicht hat, ist nicht mehr traurig“ und begründe Dein Urteil mit dem Verständnis von Trauer als Prozess.
- Anwendung: Entwickle einen respektvollen Unterstützungsplan für eine fiktive Person, die um einen nahestehenden Menschen trauert, und beachte dabei Nähe, Grenzen und konkrete Hilfe.
- Analyse: Vergleiche das Fünf-Phasen-Modell mit der Vorstellung von Trauerwellen und erkläre, welches Bild Dir für die Praxis hilfreicher erscheint.
- Reflexion: Erörtere, wie Sprache über Tod und Trauer wirken kann, und formuliere Regeln für eine achtsame Gesprächskultur in der Klasse.
Lernnachweis
Für den Lernnachweis erstellst Du ein kleines Portfolio. Es enthält eine Begriffskarte zu den fünf Phasen, eine kritische Einordnung des Modells, eine Analyse eines Rituals oder Erinnerungsortes und eine persönliche Reflexion darüber, wie Menschen respektvoll über Tod und Trauer sprechen können. Dein Portfolio soll zeigen, dass Du nicht nur Fakten wiedergeben kannst, sondern Zusammenhänge verstehst, Perspektiven vergleichst und achtsam urteilst.
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