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Deutsche Einheit 1990 - Deutschland

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Deutsche Einheit 1990 - Deutschland




Deutsche Einheit 1990 - Deutschland


Einleitung

Die Deutsche Einheit von 1990 beendete die staatliche Teilung Deutschlands, die nach dem Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg entstanden war. Am 3. Oktober 1990 trat die DDR der Bundesrepublik Deutschland bei. Damit entstand kein völlig neuer Staat: Die Bundesrepublik bestand fort und wurde um die wiedererrichteten Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie das vereinigte Berlin erweitert.

Die Einheit war jedoch nicht einfach die Folge eines einzigen politischen Beschlusses. Sie entstand aus dem Zusammenwirken der Friedlichen Revolution in der DDR, demokratischer Wahlen, deutsch-deutscher Verhandlungen und internationaler Diplomatie. Besonders wichtig waren die erste freie Volkskammerwahl vom 18. März 1990, die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion vom 1. Juli 1990, der Beschluss zum Beitritt nach dem damaligen Artikel 23 des Grundgesetzes, der Einigungsvertrag und der Zwei-plus-Vier-Vertrag.

Das Foto zeigt Menschen auf der Berliner Mauer nahe dem Brandenburger Tor am 9. November 1989. Der Mauerfall war noch nicht die staatliche Einheit, veränderte aber die politischen Möglichkeiten innerhalb weniger Stunden grundlegend.


Vom Protest zur Frage der Einheit

Im Herbst 1989 geriet die DDR-Führung immer stärker unter Druck. Viele Menschen verließen das Land über andere Staaten des Ostblocks. Gleichzeitig wuchsen die Proteste in Städten wie Leipzig. Demonstrierende verlangten zunächst vor allem freie Wahlen, Reisefreiheit, Meinungsfreiheit und politische Reformen. Die Parole „Wir sind das Volk“ stellte den Anspruch der herrschenden SED infrage, für die Bevölkerung zu sprechen.

Nach dem Mauerfall am 9. November 1989 verschob sich die öffentliche Debatte. Neben Forderungen nach einer demokratisch erneuerten DDR wurde der Wunsch nach staatlicher Einheit stärker sichtbar. Auf Demonstrationen erschien zunehmend die Losung „Deutschland einig Vaterland“. Gleichzeitig gab es auch Menschen, die für eine eigenständige, demokratisch reformierte DDR eintraten oder vor einer zu schnellen Vereinigung warnten.

Bundeskanzler Helmut Kohl stellte am 28. November 1989 einen Zehn-Punkte-Plan vor. Er sah schrittweise Formen der Zusammenarbeit bis hin zu einer föderativen Ordnung vor. Die Ereignisse entwickelten sich jedoch schneller als zunächst erwartet. Eine entscheidende Rolle spielte außerdem die Politik des sowjetischen Staatschefs Michail Gorbatschow, der mit Perestroika und Glasnost Reformen ermöglicht hatte und 1989 nicht militärisch gegen die Veränderungen in Osteuropa eingriff.


Die freie Volkskammerwahl vom 18. März 1990

Die Wahl zur Volkskammer am 18. März 1990 war die erste freie Parlamentswahl der DDR. Sie gab den weiteren Entscheidungen eine demokratische Grundlage. Stärkste Kraft wurde die CDU, die zum Wahlbündnis Allianz für Deutschland gehörte. Dieses Bündnis setzte sich für einen vergleichsweise schnellen Weg zur deutschen Einheit ein.

Am 12. April 1990 wurde Lothar de Maizière Ministerpräsident der DDR. Seine Regierung verhandelte nun mit der Bundesregierung über die Bedingungen der Einheit. Damit führten auf deutscher Seite zwei demokratisch legitimierte Regierungen die entscheidenden Gespräche.

Die Wahl bedeutete nicht, dass jede Einzelfrage entschieden war. Umstritten blieben unter anderem die Geschwindigkeit der Vereinigung, die Wirtschaftsordnung, Eigentumsfragen, der Umgang mit den Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit, die soziale Absicherung und die Frage, auf welchem verfassungsrechtlichen Weg die Einheit hergestellt werden sollte.


Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion

Ein besonders weitreichender Schritt war die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion. Der entsprechende Staatsvertrag wurde am 18. Mai 1990 unterzeichnet und trat am 1. Juli 1990 in Kraft. Die Deutsche Mark wurde damit auch in der DDR gesetzliches Zahlungsmittel. Zugleich wurde die soziale Marktwirtschaft auf die DDR übertragen.

Löhne, Gehälter, Renten und bestimmte laufende Zahlungen wurden grundsätzlich im Verhältnis 1:1 umgestellt. Für Sparguthaben galten abhängig von Alter und Höhe unterschiedliche Regeln; größere Beträge wurden teilweise im Verhältnis 2:1 umgetauscht. Die Entscheidung sollte Vertrauen schaffen und die Abwanderung bremsen. Gleichzeitig setzte sie DDR-Betriebe sehr schnell dem Wettbewerb der westdeutschen und internationalen Marktwirtschaft aus.

Die wirtschaftliche Umstellung brachte deshalb sowohl neue Chancen als auch schwere Belastungen. Viele Produkte wurden leichter verfügbar, Einkommen konnten in einer stabilen Währung ausgezahlt werden und Investitionen wurden möglich. Gleichzeitig verloren zahlreiche DDR-Betriebe ihre bisherigen Absatzmärkte oder waren unter den neuen Bedingungen nicht konkurrenzfähig. Arbeitslosigkeit und Betriebsschließungen prägten die Erfahrungen vieler Menschen in Ostdeutschland.


Artikel 23 oder neue Verfassung?

Für die staatliche Einheit gab es 1990 zwei besonders diskutierte verfassungsrechtliche Wege.

  1. Artikel 23 GG alte Fassung: Die DDR beziehungsweise ihre neu gebildeten Länder konnten dem Geltungsbereich des Grundgesetzes beitreten. Dieser Weg war schneller und knüpfte an die bestehenden Institutionen der Bundesrepublik an.
  2. Artikel 146 GG: Eine neue gesamtdeutsche Verfassung hätte ausgearbeitet und vom deutschen Volk beschlossen werden können. Befürworter sahen darin die Möglichkeit eines umfassenderen verfassungspolitischen Neuanfangs.

Die frei gewählte Volkskammer entschied sich für den Beitrittsweg. In einer Sondersitzung beschloss sie am 23. August 1990 mit großer Mehrheit den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik mit Wirkung zum 3. Oktober 1990.

Für die Bewertung dieses Beschlusses ist wichtig, zwischen zwei Ebenen zu unterscheiden: Einerseits beruhte er auf einer demokratisch gewählten Volkskammer. Andererseits wurde schon damals darüber diskutiert, ob die außergewöhnliche Geschwindigkeit genügend Zeit für eine breitere gesellschaftliche Verfassungsdebatte ließ.


Der Einigungsvertrag

Der Einigungsvertrag regelte die inneren rechtlichen und politischen Folgen der Einheit. Er wurde am 31. August 1990 von Wolfgang Schäuble für die Bundesrepublik und Günther Krause für die DDR unterzeichnet. Am 20. September stimmten sowohl der Deutsche Bundestag als auch die Volkskammer zu.

Zu den zentralen Regelungen gehörten die Übernahme des Grundgesetzes und großer Teile des Bundesrechts in den neuen Ländern, die Wiedererrichtung der fünf ostdeutschen Länder und die Vereinigung Ost- und West-Berlins zu einem Land. Der Vertrag bestimmte außerdem: Berlin ist Hauptstadt Deutschlands und der 3. Oktober ist Tag der Deutschen Einheit.

Viele schwierige Fragen mussten in Anlagen und Zusatzvereinbarungen geregelt werden, darunter Eigentumsfragen, öffentliche Verwaltung, Bildung, soziale Sicherung und der Umgang mit DDR-Recht. Der Einigungsvertrag zeigt deshalb besonders deutlich, dass staatliche Einheit nicht nur ein symbolischer Akt, sondern ein umfangreicher rechtlicher Umbau war.


Die internationale Dimension: Zwei-plus-Vier

Deutschland konnte 1990 nicht allein über alle außenpolitischen Bedingungen seiner Einheit entscheiden. Die vier Siegermächte des Zweiten Weltkriegs – USA, Sowjetunion, Frankreich und Großbritannien – besaßen weiterhin besondere Rechte und Verantwortlichkeiten in Bezug auf Berlin und Deutschland als Ganzes.

Deshalb verhandelten die beiden deutschen Staaten mit diesen vier Mächten im sogenannten Zwei-plus-Vier-Prozess.

Zu den schwierigsten Themen gehörten die endgültigen Grenzen Deutschlands, die Mitgliedschaft des vereinten Deutschlands in der NATO, die Stärke der deutschen Streitkräfte, der Abzug sowjetischer Truppen und die Beendigung der besonderen Rechte der Vier Mächte.

Eine zentrale Entscheidung war, dass das vereinte Deutschland Mitglied der NATO bleiben konnte. Im Gegenzug wurden unter anderem besondere militärische Regelungen für das Gebiet der früheren DDR vereinbart. Deutschland verpflichtete sich zudem, die Stärke seiner Streitkräfte auf höchstens 370.000 Soldaten zu begrenzen und auf atomare, biologische und chemische Waffen zu verzichten.


Der Zwei-plus-Vier-Vertrag

Am 12. September 1990 unterzeichneten die Außenminister der Bundesrepublik, der DDR, der USA, der Sowjetunion, Frankreichs und Großbritanniens in Moskau den Zwei-plus-Vier-Vertrag. Sein offizieller Name lautet „Vertrag über die abschließende Regelung in bezug auf Deutschland“.

Datei:Zwei-Plus-Vier-Vertrag.pdf

Der Vertrag bestätigte die endgültigen Grenzen des vereinten Deutschlands. Besonders wichtig war die Anerkennung der Grenze zu Polen entlang von Oder und Neiße. Deutschland erklärte, keine Gebietsansprüche gegen andere Staaten zu erheben. Außerdem wurden der Abzug der sowjetischen Truppen bis 1994 und das Ende der alliierten Sonderrechte geregelt.

Die Vier Mächte setzten ihre entsprechenden Rechte mit der Herstellung der Einheit am 3. Oktober 1990 aus. Nach der letzten Ratifikation trat der Zwei-plus-Vier-Vertrag am 15. März 1991 vollständig in Kraft. Damit erhielt das vereinte Deutschland die volle Souveränität über seine inneren und äußeren Angelegenheiten.


Der 3. Oktober 1990

In der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1990 wurde der Beitritt der DDR zur Bundesrepublik wirksam. Die DDR hörte als Staat auf zu bestehen. Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wurden Länder der Bundesrepublik; Ost- und West-Berlin wurden zum Land Berlin vereinigt.

Der 3. Oktober ist seitdem der gesetzliche Tag der Deutschen Einheit. Am 2. Dezember 1990 fand die erste gesamtdeutsche Bundestagswahl seit 1932 statt. Der Bundestag entschied 1991 nach intensiver Debatte, Parlament und Regierung von Bonn nach Berlin zu verlegen; dieser sogenannte Hauptstadtbeschluss wurde in den folgenden Jahren umgesetzt.


Einheit als Ergebnis politischer Entscheidungen

Die Deutsche Einheit lässt sich als Kette miteinander verbundener Entscheidungen verstehen:

  1. Friedliche Revolution: Bürgerinnen und Bürger der DDR erzwangen politische Öffnung und demokratische Veränderungen.
  2. Volkskammerwahl 1990: Die Bevölkerung schuf eine demokratisch legitimierte Grundlage für die Verhandlungen über die Einheit.
  3. Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion: Beide Regierungen entschieden sich für eine schnelle wirtschaftliche Integration.
  4. Beitritt nach Artikel 23: Die Volkskammer wählte den Weg des Beitritts zur bestehenden Bundesrepublik statt der unmittelbaren Ausarbeitung einer völlig neuen Verfassung.
  5. Einigungsvertrag: Bundesrepublik und DDR regelten die inneren rechtlichen Bedingungen der Vereinigung.
  6. Zwei-plus-Vier-Vertrag: Die außenpolitischen und sicherheitspolitischen Fragen wurden gemeinsam mit den vier ehemaligen Siegermächten geklärt.

Diese Entscheidungen beeinflussten sich gegenseitig. Ohne den politischen Druck der Friedlichen Revolution hätte es keine freie Volkskammerwahl gegeben. Ohne demokratische Legitimation wären die deutsch-deutschen Verhandlungen kaum auf derselben Grundlage möglich gewesen. Ohne die Zustimmung der Vier Mächte hätte die internationale Seite der Einheit nicht abschließend geregelt werden können.


Streitfragen und unterschiedliche Erfahrungen

Die Einheit wird bis heute unterschiedlich erinnert und bewertet. Viele Menschen verbinden sie mit dem Ende der SED-Diktatur, mit Freiheit, offenen Grenzen und demokratischen Rechten. Andere betonen die sozialen Kosten der schnellen wirtschaftlichen Transformation, den Verlust von Arbeitsplätzen, die Abwertung von Berufsbiografien oder das Gefühl, dass westdeutsche Institutionen und Eliten den Vereinigungsprozess dominierten.

Besonders kontrovers war und ist die Arbeit der Treuhandanstalt. Sie sollte volkseigene Betriebe privatisieren, sanieren oder stilllegen. Befürworter verweisen auf den tiefen wirtschaftlichen Strukturbruch und die Notwendigkeit schneller Entscheidungen. Kritiker bemängeln unter anderem Betriebsschließungen, soziale Folgen, geringe Transparenz einzelner Verfahren und die Geschwindigkeit der Privatisierung.

Für den Geschichtsunterricht ist deshalb wichtig, zwischen politischer Einheit, wirtschaftlicher Transformation und gesellschaftlichem Zusammenwachsen zu unterscheiden. Die staatliche Einheit wurde am 3. Oktober 1990 vollzogen. Gesellschaftliche und wirtschaftliche Unterschiede verschwanden dadurch jedoch nicht automatisch.


Perspektiven für die Oberstufe

In den Klassen 11 bis 13 kannst Du die Entscheidungen von 1990 genauer untersuchen. Dabei helfen Fragen nach demokratischer Legitimation, Handlungsspielräumen und Alternativen: War die schnelle Vereinigung nach Artikel 23 angesichts der Lage die sinnvollste Lösung? Welche Chancen und Risiken hätte ein längerer Verfassungsprozess nach Artikel 146 gehabt? Welche Interessen verfolgten die USA, die Sowjetunion, Frankreich, Großbritannien und Polen? Welche Folgen hatte die frühe Einführung der D-Mark?

Bei solchen Fragen gibt es nicht immer nur eine einzige begründbare Bewertung. Entscheidend ist, historische Quellen zu prüfen, Interessen zu unterscheiden und Urteile mit überprüfbaren Argumenten zu begründen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

An welchem Tag wurde die staatliche Einheit Deutschlands 1990 wirksam? (3. Oktober 1990) (!9. November 1989) (!18. März 1990) (!12. September 1990)




Welche Wahl gab der letzten DDR-Regierung eine freie demokratische Legitimation? (Die Volkskammerwahl vom 18. März 1990) (!Die Bundestagswahl von 1987) (!Die Kommunalwahl der DDR von 1989) (!Die Reichstagswahl von 1932)




Welcher verfassungsrechtliche Weg wurde für die Einheit gewählt? (Der Beitritt nach Artikel 23 des damaligen Grundgesetzes) (!Die Abschaffung des Grundgesetzes ohne Ersatz) (!Die Rückkehr zur Weimarer Reichsverfassung) (!Die Bildung eines Staatenbundes ohne gemeinsame Regierung)




Was trat am 1. Juli 1990 in Kraft? (Die Währungs Wirtschafts und Sozialunion) (!Der Zwei plus Vier Vertrag) (!Der Warschauer Pakt) (!Die erste gesamtdeutsche Bundestagswahl)




Wer gehörte zum Zwei-plus-Vier-Prozess? (Die beiden deutschen Staaten und die vier Siegermächte) (!Nur die beiden deutschen Staaten) (!Die beiden deutschen Staaten und alle Mitglieder der Vereinten Nationen) (!Nur die USA und die Sowjetunion)




Welche Grenzfrage wurde 1990 endgültig bestätigt? (Die deutsch polnische Grenze an Oder und Neiße) (!Die Grenze zwischen Bayern und Österreich) (!Die Grenze zwischen Frankreich und Spanien) (!Die Grenze zwischen Italien und der Schweiz)




Was regelte vor allem der Einigungsvertrag? (Die inneren rechtlichen Bedingungen der deutschen Einheit) (!Die Gründung der NATO) (!Die Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen) (!Den Bau der Berliner Mauer)




Welche Bedeutung hatte der Zwei-plus-Vier-Vertrag für Deutschland? (Er regelte die außenpolitischen Voraussetzungen und die volle Souveränität) (!Er führte die DDR Mark wieder ein) (!Er gründete die Europäische Union) (!Er schaffte den Bundestag ab)




Welche Stadt bestimmte der Einigungsvertrag zur Hauptstadt Deutschlands? (Berlin) (!Bonn) (!Frankfurt am Main) (!Leipzig)




Welche Aussage beschreibt den Weg zur Einheit am besten? (Gesellschaftlicher Protest demokratische Entscheidungen und internationale Verhandlungen wirkten zusammen) (!Die Einheit wurde ausschließlich von einer einzigen Regierung beschlossen) (!Die Einheit entstand ohne Wahlen und Verträge) (!Die Einheit war bereits am Tag des Mauerfalls rechtlich vollendet)





Memory

Friedliche Revolution Demokratischer Druck auf die SED-Herrschaft
Volkskammerwahl Freie politische Legitimation im März 1990
Artikel 23 Verfassungsrechtlicher Beitrittsweg
Währungsunion Einführung der Deutschen Mark in der DDR
Einigungsvertrag Innere rechtliche Ordnung der Einheit
Zwei-plus-Vier-Vertrag Internationale Regelung der deutschen Frage
Tag der Deutschen Einheit Staatliche Einheit am 3. Oktober





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Friedliche Revolution Gesellschaftlicher Ausgangspunkt der Veränderungen
Volkskammerwahl Demokratische Legitimation für die letzte DDR-Regierung
Währungsunion Schnelle wirtschaftliche Integration
Einigungsvertrag Innere rechtliche Regelung der Vereinigung
Zwei-plus-Vier-Vertrag Außenpolitische Regelung und Souveränität






Kreuzworträtsel

Volkskammer Welches Parlament der DDR beschloss im August 1990 den Beitritt?
Moskau In welcher Stadt wurde der Zwei-plus-Vier-Vertrag unterzeichnet?
Einigungsvertrag Wie heißt der Vertrag über die inneren Bedingungen der deutschen Einheit?
Gorbatschow Welcher sowjetische Staatschef spielte 1989 und 1990 eine Schlüsselrolle?
Grundgesetz Welche Verfassungsordnung galt nach dem Beitritt auch in den neuen Ländern?
Währungsunion Wie heißt der Zusammenschluss, durch den die D-Mark in der DDR eingeführt wurde?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Die Friedliche Revolution von 1989 schwächte die Herrschaft der

entscheidend.
Der Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 beschleunigte die Diskussion über die deutsche

.
Am 18. März 1990 fand die erste freie Wahl zur

statt.
Ministerpräsident der letzten frei gewählten DDR-Regierung wurde Lothar de

.
Am 1. Juli 1990 trat die Währungs-, Wirtschafts- und

in Kraft.
Die Volkskammer entschied sich für den Beitritt nach dem damaligen Artikel

des Grundgesetzes.
Der Einigungsvertrag wurde am 31. August 1990 von Vertretern beider deutscher

unterzeichnet.
Die außenpolitischen Fragen wurden im Zwei-plus-Vier-Prozess mit den vier

verhandelt.
Der Zwei-plus-Vier-Vertrag wurde am 12. September 1990 in

unterzeichnet.
Die endgültige Grenze zu Polen wurde entlang von Oder und

bestätigt.
Die staatliche Einheit Deutschlands wurde am 3. Oktober

wirksam.
Der Einigungsvertrag bestimmte

zur Hauptstadt Deutschlands.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Zeitleiste: Gestalte eine Zeitleiste von September 1989 bis Oktober 1990 mit mindestens acht Ereignissen und kennzeichne, welche davon gesellschaftliche Proteste, demokratische Entscheidungen oder internationale Verhandlungen waren.
  2. Bildquelle: Wähle eines der Bilder aus diesem aiMOOC und beschreibe zuerst nur, was Du siehst. Formuliere danach drei historische Fragen, die das Bild aufwirft.
  3. Begriffskarte: Erstelle eine Begriffskarte mit Friedlicher Revolution, Volkskammerwahl, Währungsunion, Einigungsvertrag und Zwei-plus-Vier-Vertrag.
  4. Interviewfragen: Entwickle acht respektvolle Fragen für ein Interview mit einer Person, die 1989 oder 1990 in Ost- oder Westdeutschland gelebt hat.


Standard

  1. Verfassungswege vergleichen: Erstelle eine Tabelle zu Artikel 23 und Artikel 146 mit Chancen, Risiken und möglichen Folgen. Formuliere anschließend ein begründetes Urteil aus der Perspektive des Jahres 1990.
  2. Wahlanalyse: Untersuche das Ergebnis der Volkskammerwahl und erkläre, warum es für den weiteren Einigungsprozess politisch so bedeutsam war.
  3. Wirtschaftliche Entscheidung: Entwickle ein Schaubild, das kurzfristige Vorteile und mögliche Probleme der schnellen Einführung der D-Mark gegenüberstellt.
  4. Rollenkarten: Erstelle Rollenkarten für Bundesrepublik, DDR, USA, Sowjetunion, Frankreich, Großbritannien und Polen. Notiere für jede Seite wichtige Interessen und mögliche Sorgen.


Schwer

  1. Urteilsfrage: Verfasse einen argumentativen Text zur Frage, ob die Geschwindigkeit des Vereinigungsprozesses 1990 eher eine notwendige Reaktion auf ein historisches Zeitfenster oder eine Ursache späterer Probleme war.
  2. Vertrag untersuchen: Wähle drei Regelungsbereiche des Einigungsvertrags aus und erkläre anhand des Vertragstextes, welche konkreten Probleme gelöst werden mussten.
  3. Diplomatiesimulation: Simuliere in einer Gruppe eine Zwei-plus-Vier-Verhandlungsrunde. Entwickelt vorab Interessen, rote Linien und Kompromissangebote der beteiligten Staaten.
  4. Ausstellungsprojekt: Konzipiere eine kleine Ausstellung mit dem Titel „1990 – Einheit, Entscheidung, Erfahrung“. Nutze mindestens zwei gegensätzliche Zeitzeugenperspektiven, drei Quellen und einen eigenen erklärenden Kommentar.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Ursache und Wirkung: Erkläre an drei Beispielen, wie gesellschaftlicher Druck aus der DDR politische Entscheidungen der Regierungen beeinflusste.
  2. Handlungsspielräume: Beurteile, welche Akteure 1990 besonders große Handlungsspielräume hatten und welche stärker von Entscheidungen anderer abhängig waren.
  3. Verfassungsentscheidung: Vergleiche den Beitritt nach Artikel 23 mit der Möglichkeit einer neuen Verfassung nach Artikel 146 und entwickle ein begründetes historisches Urteil.
  4. Transfer: Erkläre, warum eine politisch gewünschte schnelle Währungsunion gleichzeitig soziale Sicherheit schaffen und wirtschaftliche Probleme verschärfen konnte.
  5. Sicherheitsinteressen: Zeige, warum die NATO-Frage für die Sowjetunion, die Bundesrepublik und die USA unterschiedliche Bedeutung hatte und wie der Zwei-plus-Vier-Prozess einen Kompromiss ermöglichte.
  6. Perspektiven vergleichen: Analysiere, warum zwei Menschen die deutsche Einheit gleichzeitig als Befreiung und als biografischen Bruch erleben konnten, ohne dass eine der beiden Perspektiven automatisch falsch sein muss.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du nicht nur Daten kennst, sondern historische Zusammenhänge erklären und beurteilen kannst.

  1. Chronologie: Du kannst zentrale Ereignisse von der Friedlichen Revolution bis zum 3. Oktober 1990 zeitlich einordnen.
  2. Akteure: Du kennst die Rollen von Bürgerbewegungen, Volkskammer, Bundesregierung, DDR-Regierung und den vier Siegermächten.
  3. Entscheidungen: Du kannst Volkskammerwahl, Währungsunion, Beitrittsbeschluss, Einigungsvertrag und Zwei-plus-Vier-Vertrag in ihrer Funktion unterscheiden.
  4. Verfassungsfragen: Du kannst erklären, welche Alternativen diskutiert wurden und warum der Beitrittsweg gewählt wurde.
  5. Internationale Dimension: Du kannst Grenz-, Bündnis- und Souveränitätsfragen in den europäischen Zusammenhang einordnen.
  6. Folgen: Du kannst Chancen und Belastungen der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Transformation differenziert darstellen.
  7. Urteilskompetenz: Du kannst unterschiedliche Perspektiven prüfen und ein eigenes Urteil mit Quellen und Argumenten begründen.




OERs zum Thema

  1. Bundeszentrale für politische Bildung: Zwei-plus-Vier-Vertrag
  2. Deutscher Bundestag: Volkskammer beschließt den Beitritt
  3. Einigungsvertrag im Bundesrecht
  4. Wikimedia Commons: Medien zur deutschen Wiedervereinigung



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