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Depression verstehen - Depression und Stigma

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Depression verstehen - Depression und Stigma



Einleitung

Depression ist eine ernst zu nehmende psychische Erkrankung, die Denken, Fühlen, Körpererleben, Verhalten und Beziehungen beeinflussen kann. Sie ist nicht dasselbe wie ein schlechter Tag, normale Traurigkeit oder mangelnde Willenskraft. Eine Depression kann sehr unterschiedlich aussehen: Manche Menschen wirken nach außen weiterhin leistungsfähig, während sie innerlich kaum Kraft haben; andere ziehen sich sichtbar zurück, schlafen schlecht, verlieren Interessen oder fühlen sich hoffnungslos. Dieser aiMOOC hilft Dir, Depression zu verstehen, Stigma abzubauen und sachlich über Symptome, Ursachen, Behandlung und gesellschaftliche Zusammenhänge zu sprechen.

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Der Kurs ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Beratung. Wenn Du selbst betroffen bist oder Dir um eine Person Sorgen machst, wende Dich an eine Ärztin, einen Arzt, eine psychotherapeutische Praxis, eine Beratungsstelle oder den schulischen beziehungsweise betrieblichen Unterstützungsdienst. Bei akuter Gefahr, zum Beispiel bei konkreten Suizidgedanken oder Selbstgefährdung, gilt: Rufe sofort den Notruf 112, gehe in die nächste Notaufnahme oder hole eine erwachsene Vertrauensperson dazu. In Deutschland erreichst Du außerdem die Telefonseelsorge rund um die Uhr anonym und kostenlos über 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123. Das Info-Telefon Depression der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention bietet unter 0800 3344533 Informationen für Betroffene und Angehörige.


Depression verstehen


Was ist eine Depression?

Eine Depression gehört zu den affektiven Störungen. Das bedeutet: Die Erkrankung betrifft vor allem Stimmung, Antrieb und Gefühlsleben, wirkt sich aber auch auf Denken, Körper und soziales Verhalten aus. Typisch sind über längere Zeit eine gedrückte Stimmung, Interessenverlust, Freudlosigkeit und verminderter Antrieb. Häufig kommen körperliche Beschwerden hinzu, etwa Schlafstörungen, Appetitveränderungen, Erschöpfung, Schmerzen oder innere Unruhe. Auch Konzentration, Selbstwertgefühl und Entscheidungsfähigkeit können beeinträchtigt sein.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einer normalen Reaktion auf Belastung und einer klinischen Depression. Traurigkeit nach einem Verlust, Stress vor Prüfungen oder Erschöpfung nach Konflikten können zum Leben gehören. Bei einer Depression sind die Beschwerden jedoch stärker, halten länger an und beeinflussen Alltag, Lernen, Arbeit, Beziehungen und Selbstbild deutlich. Viele Betroffene berichten, dass sie Dinge, die früher Freude gemacht haben, kaum noch spüren können. Andere erleben Schuldgefühle, Hoffnungslosigkeit oder das Gefühl, anderen zur Last zu fallen.


Häufige Symptome

Symptome einer Depression können psychisch, körperlich und sozial sichtbar werden. Nicht alle Menschen erleben alle Symptome. Manche beschreiben eher Traurigkeit und Leere, andere eher Reizbarkeit, Angst, Rückzug, körperliche Erschöpfung oder das Gefühl, innerlich wie ausgeschaltet zu sein.

  1. Gedrückte Stimmung: Betroffene fühlen sich über längere Zeit niedergeschlagen, leer, verzweifelt oder gefühllos.
  2. Interessenverlust: Hobbys, Freundschaften, Lernen, Arbeit oder Alltagstätigkeiten verlieren an Bedeutung oder wirken unüberwindbar.
  3. Antriebslosigkeit: Schon kleine Aufgaben können sehr viel Kraft kosten.
  4. Schlafstörung: Manche schlafen schlecht ein oder wachen früh auf, andere schlafen sehr viel und fühlen sich trotzdem nicht erholt.
  5. Konzentration: Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Entscheidungsfähigkeit können eingeschränkt sein.
  6. Selbstwertgefühl: Schuldgefühle, Selbstabwertung und Grübeln können den Blick auf sich selbst stark verzerren.
  7. Körperliche Beschwerden: Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Schmerzen, Appetitveränderungen oder bleierne Müdigkeit können auftreten.
  8. Sozialer Rückzug: Betroffene sagen Verabredungen ab, antworten nicht mehr oder wirken emotional schwer erreichbar.
  9. Hoffnungslosigkeit: In schweren Phasen können Gedanken entstehen, nicht mehr leben zu wollen.

Wenn solche Beschwerden über längere Zeit anhalten, den Alltag deutlich beeinträchtigen oder Gedanken an Selbstverletzung auftreten, ist professionelle Hilfe wichtig. Du musst nicht erst „am Ende“ sein, um Unterstützung zu suchen.


Ursachen und Risikofaktoren

Eine Depression hat selten nur eine einzige Ursache. Meist entsteht sie aus einem Zusammenspiel von Biologie, Psychologie und sozialen Faktoren. Diese Perspektive nennt man biopsychosoziales Modell. Sie hilft, Schuldzuweisungen zu vermeiden: Eine Depression ist keine Charakterschwäche und kein moralisches Versagen.

  1. Biologische Faktoren: Veranlagung, körperliche Erkrankungen, hormonelle Veränderungen, Schlafmangel oder neurobiologische Prozesse können eine Rolle spielen.
  2. Psychologische Faktoren: Denkgewohnheiten, Stressverarbeitung, Perfektionismus, Selbstabwertung, belastende Lernerfahrungen oder Traumatisierungen können die Anfälligkeit erhöhen.
  3. Soziale Faktoren: Einsamkeit, Mobbing, Armut, Diskriminierung, Arbeitslosigkeit, Leistungsdruck, Verluste oder familiäre Konflikte können Depressionen begünstigen.
  4. Belastende Lebensereignisse: Trennung, Tod nahestehender Personen, Krankheit, Flucht, Gewalterfahrung oder chronischer Stress können depressive Episoden auslösen.
  5. Schutzfaktoren: Verlässliche Beziehungen, Bewegung, ausreichender Schlaf, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung und rechtzeitige Hilfe können stabilisieren.

Das Zusammenspiel dieser Faktoren bedeutet auch: Behandlung und Unterstützung können an mehreren Stellen ansetzen. Gespräche, Psychotherapie, medizinische Abklärung, soziale Entlastung, Tagesstruktur, Bewegung und Unterstützung im Umfeld können sich gegenseitig ergänzen.


Depression und Stigma

Stigma bedeutet, dass Menschen wegen eines Merkmals abgewertet, ausgegrenzt oder auf Vorurteile reduziert werden. Bei Depression kann Stigma besonders belastend sein, weil die Erkrankung oft nicht sichtbar ist. Sätze wie „Reiß Dich zusammen“, „Anderen geht es schlechter“ oder „Du bist nur faul“ verkennen die Erkrankung und können Betroffene zusätzlich beschämen. Stigma kann dazu führen, dass Menschen ihre Beschwerden verstecken, Hilfe zu spät suchen oder Angst vor Nachteilen in Schule, Ausbildung, Studium, Beruf oder Familie haben.


Formen von Stigma

  1. Öffentliches Stigma: In einer Gruppe oder Gesellschaft bestehen Vorurteile gegenüber Menschen mit Depressionen.
  2. Selbststigma: Betroffene übernehmen negative Vorurteile und denken zum Beispiel, sie seien schwach oder schuld.
  3. Strukturelles Stigma: Regeln, Abläufe oder Einrichtungen erschweren Betroffenen den Zugang zu Hilfe, Teilhabe oder fairer Behandlung.
  4. Sprachliches Stigma: Abwertende Begriffe, Witze oder ungenaue Aussagen machen psychische Erkrankungen lächerlich oder unsichtbar.
  5. Mediales Stigma: Einseitige Darstellungen können falsche Bilder verbreiten, zum Beispiel dass psychisch erkrankte Menschen grundsätzlich gefährlich oder unberechenbar seien.

Stigma lässt sich abbauen, wenn Menschen sachlich informiert sind, Betroffenen zuhören, diskriminierende Sprache vermeiden und Hilfe als Zeichen von Verantwortung verstehen. Besonders wirksam ist eine Kultur, in der psychische Gesundheit genauso ernst genommen wird wie körperliche Gesundheit.


Behandlung und Unterstützung

Depressionen sind behandelbar. Welche Hilfe passend ist, hängt von Schweregrad, Dauer, Begleiterkrankungen, persönlichen Wünschen und verfügbaren Angeboten ab. Häufig werden mehrere Bausteine kombiniert.

  1. Psychotherapie: In der Psychotherapie lernst Du, Gedanken, Gefühle, Verhaltensmuster und Beziehungen zu verstehen und neue Bewältigungsstrategien aufzubauen. Häufig eingesetzt werden zum Beispiel kognitive Verhaltenstherapie, interpersonelle Therapie oder weitere anerkannte Verfahren.
  2. Medikamentöse Behandlung: Antidepressiva können bei mittelgradigen oder schweren Depressionen helfen. Sie sollten ärztlich verordnet, begleitet und nicht eigenmächtig abgesetzt werden.
  3. Psychoedukation: Betroffene und Angehörige lernen, wie Depression funktioniert, welche Warnzeichen wichtig sind und welche Unterstützung sinnvoll ist.
  4. Alltagsstruktur: Regelmäßige Schlafenszeiten, kleine planbare Schritte, Pausen und realistische Ziele können Stabilität geben.
  5. Bewegung: Körperliche Aktivität kann die Behandlung unterstützen, ersetzt bei schweren Beschwerden aber keine professionelle Hilfe.
  6. Soziale Unterstützung: Zuhören, Begleitung zu Terminen, Entlastung im Alltag und verlässlicher Kontakt können sehr hilfreich sein.
  7. Krisenplan: Bei schweren Verläufen ist ein Plan wichtig: Wer wird informiert, welche Telefonnummern helfen, welche Orte sind sicher, welche Warnzeichen zeigen eine Krise an?

Für Angehörige und Freundinnen oder Freunde gilt: Du musst keine Therapeutin und kein Therapeut sein. Hilfreich sind ernst nehmen, nachfragen, nicht abwerten, konkrete Unterstützung anbieten und bei Gefahr sofort Hilfe holen. Sätze wie „Ich sehe, dass es Dir schlecht geht“, „Du bist nicht allein“ oder „Ich begleite Dich zu einer Beratungsstelle“ sind oft hilfreicher als schnelle Ratschläge.


Gesellschaftliche Zusammenhänge

Depression ist nicht nur ein individuelles Thema. Leistungsdruck, Arbeitsbedingungen, soziale Ungleichheit, Diskriminierung, Einsamkeit, Krisenerfahrungen, digitale Dauerverfügbarkeit und fehlende Versorgungsangebote beeinflussen psychische Gesundheit. Gleichzeitig können offene Gespräche, gute Präventionsangebote, Schulsozialarbeit, betriebliche Gesundheitsförderung, barrierearme Therapieangebote und eine faire Sprache Schutzräume schaffen.

In Schule, Ausbildung und Studium ist besonders wichtig, dass psychische Gesundheit nicht tabuisiert wird. Lernende brauchen Wissen über Warnzeichen, Anlaufstellen, Selbstfürsorge und solidarisches Verhalten. Dabei geht es nicht darum, sich gegenseitig zu diagnostizieren. Es geht darum, aufmerksam zu sein, Grenzen zu respektieren und rechtzeitig Unterstützung zu ermöglichen.

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Sprache, die entlastet

Sprache kann verletzen oder helfen. Stigmatisierende Sprache macht Menschen klein, reduziert sie auf eine Diagnose oder stellt Depression als Willensproblem dar. Hilfreiche Sprache trennt Person und Erkrankung, beschreibt beobachtbares Verhalten und lädt zu Unterstützung ein.

  1. Statt „Du bist depressiv und schwierig“: „Ich merke, dass es Dir gerade sehr schwerfällt, und ich möchte Dich unterstützen.“
  2. Statt „Reiß Dich zusammen“: „Welche kleine Sache wäre jetzt machbar, und wen können wir dazuholen?“
  3. Statt „Das ist doch nur im Kopf“: „Psychische Erkrankungen sind real und können behandelt werden.“
  4. Statt „Du willst ja gar nicht“: „Vielleicht fehlt gerade die Kraft. Lass uns einen ersten Schritt gemeinsam überlegen.“
  5. Statt „Darüber spricht man nicht“: „Es ist in Ordnung, Hilfe zu suchen.“


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was beschreibt eine Depression am treffendsten? (Eine ernst zu nehmende psychische Erkrankung, die Denken, Fühlen, Körper und Alltag beeinflussen kann) (!Eine kurze schlechte Laune, die immer nach wenigen Stunden verschwindet) (!Eine Charakterschwäche, die durch Strenge behoben wird) (!Eine reine Einbildung ohne Auswirkungen auf das Leben)




Welche Aussage zu Stigma bei Depression ist richtig? (Stigma kann dazu führen, dass Betroffene aus Scham oder Angst später Hilfe suchen) (!Stigma hilft Betroffenen, schneller gesund zu werden) (!Stigma betrifft nur berühmte Personen) (!Stigma ist dasselbe wie eine medizinische Diagnose)




Welche Beschwerden gehören häufig zu einer Depression? (Antriebslosigkeit, Interessenverlust und gedrückte Stimmung) (!Plötzlich dauerhaft überhöhte Muskelkraft) (!Ausschließlich Fieber und Husten) (!Immer nur gute Laune und Schlaflosigkeit)




Was meint das biopsychosoziale Modell? (Depression kann durch biologische, psychologische und soziale Faktoren beeinflusst werden) (!Depression hat immer nur eine einzige biologische Ursache) (!Depression entsteht nur durch schlechtes Wetter) (!Depression ist ausschließlich eine Frage der Disziplin)




Was ist bei konkreter akuter Selbstgefährdung wichtig? (Sofort Hilfe holen, zum Beispiel über den Notruf 112 oder eine Notaufnahme) (!Die betroffene Person allein lassen, damit sie nachdenken kann) (!Das Thema ignorieren, damit es nicht schlimmer wird) (!Nur in sozialen Medien nach Tipps suchen)




Welche Aussage zur Behandlung ist sachlich richtig? (Psychotherapie und bei Bedarf Medikamente können wichtige Behandlungsbausteine sein) (!Antidepressiva dürfen immer ohne ärztliche Begleitung genommen werden) (!Psychotherapie besteht nur aus Ratschlägen von Freunden) (!Behandlung ist bei Depression grundsätzlich unmöglich)




Welche Formulierung wirkt eher entstigmatisierend? (Psychische Erkrankungen sind real und Hilfe zu suchen ist verantwortungsvoll) (!Du bist einfach zu schwach) (!Stell Dich nicht so an) (!Darüber darf man nicht sprechen)




Warum ist soziale Unterstützung bei Depression wichtig? (Sie kann entlasten, Mut machen und den Zugang zu professioneller Hilfe erleichtern) (!Sie ersetzt bei jeder schweren Depression automatisch jede Behandlung) (!Sie bedeutet, Betroffene zu kontrollieren und zu beschämen) (!Sie hilft nur, wenn man die Diagnose geheim hält)




Was ist Selbststigma? (Wenn Betroffene negative Vorurteile über Depression gegen sich selbst richten) (!Eine ärztliche Untersuchung des Blutdrucks) (!Eine Form von Sporttherapie) (!Ein anderes Wort für Schlafrhythmus)




Welche Aussage zum Alltag mit Depression ist richtig? (Kleine Aufgaben können sehr viel Kraft kosten, obwohl sie von außen leicht wirken) (!Betroffene sind immer absichtlich unfreundlich) (!Betroffene können niemals Freude empfinden) (!Eine Depression ist immer nach einem Tag vorbei)





Memory

Depression behandelbare psychische Erkrankung
Stigma abwertendes Vorurteil
Psychotherapie professionelle Gesprächsbehandlung
Antrieb Kraft für Handlungen
Selbstfürsorge achtsamer Umgang mit eigenen Grenzen
Krisenplan vorbereitete Hilfe im Notfall





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Gedrückte Stimmung emotionales Warnzeichen
Interessenverlust Verlust von Freude
Antriebslosigkeit erschwerte Alltagsaktivität
Psychotherapie professioneller Behandlungsbaustein
Entstigmatisierung Abbau von Vorurteilen
Krisenplan vorbereitete Hilfe bei Gefahr




...


Kreuzworträtsel

Stigma Wie nennt man ein abwertendes Vorurteil gegenüber einer Gruppe?
Antrieb Welcher Begriff beschreibt die Kraft, mit einer Handlung zu beginnen?
Empathie Welche Fähigkeit bedeutet, sich in andere einzufühlen?
Therapie Wie nennt man eine fachlich begleitete Behandlung?
Rezidiv Wie heißt das Wiederauftreten einer Erkrankung nach Besserung?
Hoffnung Welcher Begriff beschreibt eine positive Erwartung trotz Schwierigkeit?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Eine Depression ist eine ernst zu nehmende

und keine Charakterschwäche. Ein häufiges Symptom ist der Verlust von

an Aktivitäten, die früher wichtig waren. Die Entstehung lässt sich mit dem

Modell besser verstehen. Stigma bedeutet, dass Menschen wegen einer Erkrankung

oder ausgegrenzt werden. Eine hilfreiche Behandlung kann

und bei Bedarf Medikamente umfassen. Bei akuter Selbstgefährdung ist sofortige

notwendig.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Begriffsplakat: Gestalte ein Plakat mit fünf wichtigen Begriffen zum Thema Depression und erkläre jeden Begriff in eigenen Worten.
  2. Hilfreiche Sprache: Formuliere fünf stigmatisierende Aussagen in hilfreiche, respektvolle Sätze um.
  3. Warnzeichen erkennen: Erstelle eine Tabelle mit psychischen, körperlichen und sozialen Warnzeichen einer Depression.
  4. Anlaufstellen recherchieren: Recherchiere seriöse Hilfsangebote in Deiner Region oder online und notiere, für wen sie geeignet sind.


Standard

  1. Interviewleitfaden: Entwickle Fragen für ein respektvolles Interview mit einer Fachperson aus Beratung, Schulsozialarbeit, Medizin oder Psychotherapie.
  2. Medienanalyse: Untersuche einen Film, Artikel, Podcast oder Social-Media-Beitrag darauf, ob Depression sachlich oder stigmatisierend dargestellt wird.
  3. Krisenkarte: Entwirf eine allgemeine Krisenkarte mit Notruf, Vertrauenspersonen, Beratungsangeboten und ersten sicheren Schritten.
  4. Schulprojekt: Plane eine kleine Aktion zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen an Deiner Schule oder Ausbildungsstätte.


Schwer

  1. Fallanalyse: Beschreibe eine fiktive Person mit depressiven Warnzeichen und entwickle ein unterstützendes Handlungskonzept ohne Ferndiagnose.
  2. Gesellschaftskritik: Analysiere, wie Leistungsdruck, Einsamkeit, Armut oder Diskriminierung psychische Gesundheit beeinflussen können.
  3. Podcastfolge: Produziere eine kurze Audiofolge, in der Du Depression erklärst, Mythen korrigierst und Hilfsangebote nennst.
  4. Präventionskonzept: Entwickle ein Konzept für eine Klasse, einen Verein oder Betrieb, das psychische Gesundheit stärkt und Stigma abbaut.



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Lernkontrolle

  1. Transferaufgabe Stigma: Erkläre anhand eines selbst gewählten Beispiels, wie öffentliches Stigma zu Selbststigma werden kann und welche Folgen das für Hilfesuche hat.
  2. Analyse eines Gesprächs: Vergleiche zwei Gesprächssituationen: eine abwertende und eine unterstützende Reaktion auf depressive Symptome. Begründe, welche Wirkung beide haben können.
  3. Biopsychosoziales Modell anwenden: Entwickle für eine fiktive Person drei mögliche Belastungsfaktoren und drei Schutzfaktoren aus unterschiedlichen Bereichen.
  4. Behandlung abwägen: Erkläre, warum eine Kombination aus Psychotherapie, medizinischer Begleitung, sozialer Unterstützung und Alltagsstruktur sinnvoll sein kann.
  5. Schulischer Handlungsplan: Entwirf einen verantwortlichen Ablauf, wie eine Lerngruppe reagieren sollte, wenn eine Mitschülerin oder ein Mitschüler über Hoffnungslosigkeit spricht.
  6. Medienkompetenz: Beurteile, ob ein Medienbeitrag über Depression sachlich, dramatisierend oder stigmatisierend ist, und schlage Verbesserungen vor.


Lernnachweis

Der Lernnachweis prüft nicht nur Faktenwissen, sondern ob Du Zusammenhänge verstehst, verantwortungsvoll kommunizieren und Wissen auf neue Situationen übertragen kannst. Nutze keine echten Namen und keine privaten Krankheitsgeschichten anderer Personen ohne ausdrückliche Zustimmung.

  1. Reflexionsnachweis: Schreibe einen kurzen Reflexionstext darüber, warum Depression keine Charakterschwäche ist und wie Stigma den Zugang zu Hilfe erschweren kann.
  2. Anwendungsnachweis: Entwickle für eine fiktive schulische oder berufliche Situation einen respektvollen Unterstützungsplan mit Grenzen, Anlaufstellen und Krisenschritten.
  3. Kommunikationsnachweis: Formuliere ein Gesprächsbeispiel, in dem eine betroffene Person ernst genommen wird, ohne sie zu drängen oder zu diagnostizieren.
  4. Mediennachweis: Analysiere einen Medienbeitrag zu Depression und beurteile, ob Sprache, Bilder und Botschaften entstigmatisierend wirken.
  5. Transfernachweis: Übertrage das biopsychosoziale Modell auf eine neue Belastungssituation und erkläre, welche Schutzfaktoren gestärkt werden könnten.




OERs zum Thema


Verlässliche Informationen und Hilfen

  1. Weltgesundheitsorganisation: WHO Fact Sheet Depression
  2. Gesundheitsinformation: Gesundheitsinformation.de: Depression
  3. Gesundheitsportal: gesund.bund.de: Depression
  4. Leitlinie: AWMF/NVL Unipolare Depression
  5. Deutsche Depressionshilfe: Info-Telefon Depression
  6. Telefonseelsorge: Telefonseelsorge Deutschland



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Einordnung in Lernbereiche


aiMOOC-Projekte





Schulfach+

Prüfungsliteratur 2026
Bundesland Bücher Kurzbeschreibung
Baden-Württemberg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Mittlere Reife

  1. Der Markisenmann - Jan Weiler oder Als die Welt uns gehörte - Liz Kessler
  2. Ein Schatten wie ein Leopard - Myron Levoy oder Pampa Blues - Rolf Lappert

Abitur Dorfrichter-Komödie über Wahrheit/Schuld; Roman über einen Ort und deutsche Geschichte. Mittlere Reife Wahllektüren (Roadtrip-Vater-Sohn / Jugendroman im NS-Kontext / Coming-of-age / Provinzroman).

Bayern

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Lustspiel über Machtmissbrauch und Recht; Roman als Zeitschnitt deutscher Geschichte an einem Haus/Grundstück.

Berlin/Brandenburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Der Biberpelz - Gerhart Hauptmann
  4. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Gerichtskomödie; soziales Drama um Ausbeutung/Armut; Komödie/Satire um Diebstahl und Obrigkeit; Roman über Erinnerungsräume und Umbrüche.

Bremen

Abitur

  1. Nach Mitternacht - Irmgard Keun
  2. Mario und der Zauberer - Thomas Mann
  3. Emilia Galotti - Gotthold Ephraim Lessing oder Miss Sara Sampson - Gotthold Ephraim Lessing

Abitur Roman in der NS-Zeit (Alltag, Anpassung, Angst); Novelle über Verführung/Massenpsychologie; bürgerliche Trauerspiele (Moral, Macht, Stand).

Hamburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun

Abitur Justiz-/Machtkritik als Komödie; Großstadtroman der Weimarer Zeit (Rollenbilder, Aufstiegsträume, soziale Realität).

Hessen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  4. Der Prozess - Franz Kafka

Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

Niedersachsen

Abitur

  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

Nordrhein-Westfalen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Komödie über Wahrheit und Autorität; Roman als literarische „Geschichtsschichtung“ an einem Ort.

Saarland

Abitur

  1. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  2. Furor - Lutz Hübner und Sarah Nemitz
  3. Bahnwärter Thiel - Gerhart Hauptmann

Abitur Erinnerungsroman an einem Ort; zeitgenössisches Drama über Eskalation/Populismus; naturalistische Novelle (Pflicht/Überforderung/Abgrund).

Sachsen (berufliches Gymnasium)

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Irrungen, Wirrungen - Theodor Fontane
  4. Der gute Mensch von Sezuan - Bertolt Brecht
  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  6. Der Trafikant - Robert Seethaler

Abitur Mischung aus Klassiker-Drama, sozialem Drama, realistischem Roman, epischem Theater und Gegenwarts-/Erinnerungsroman; zusätzlich Coming-of-age im historischen Kontext.

Sachsen-Anhalt

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Themenfelder)

Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

Schleswig-Holstein

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Recht/Gerechtigkeit und historische Tiefenschichten eines Ortes – umgesetzt über Drama und Gegenwartsroman.

Thüringen

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool)

Abitur In der Praxis häufig Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool; landesweite Einzeltitel je nach Vorgabe/Handreichung nicht einheitlich ausgewiesen.

Mecklenburg-Vorpommern

Abitur

  1. (Quelle aktuell technisch nicht abrufbar; Beteiligung am gemeinsamen Aufgabenpool bekannt)

Abitur Land beteiligt sich am länderübergreifenden Aufgabenpool; konkrete, veröffentlichte Einzeltitel konnten hier nicht ausgelesen werden.

Rheinland-Pfalz

Abitur

  1. (keine landesweit einheitliche Pflichtlektüre; schulische Auswahl)

Abitur Keine landesweite Einheitsliste; Auswahl kann schul-/kursbezogen erfolgen.




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