Denkmalpflege am Ulmer Münster


Denkmalpflege am Ulmer Münster
Einleitung
Denkmalpflege am Ulmer Münster bedeutet: Ein außergewöhnlich großes, jahrhundertealtes Bauwerk wird nicht einfach „repariert“, sondern fachgerecht untersucht, gesichert, gepflegt, dokumentiert und für kommende Generationen bewahrt. Das Ulmer Münster ist ein besonders gutes Beispiel, weil seine Geschichte seit der Grundsteinlegung im Jahr 1377 zeigt, dass ein Denkmal nie „fertig“ ist. Es wurde in mehreren Bauphasen errichtet, 1543 für rund drei Jahrhunderte nicht weitergebaut, im 19. Jahrhundert wieder aufgenommen und 1890 mit dem Hauptturm vollendet. Mit einer Höhe von 161,53 Metern prägt der Turm bis heute die Silhouette der Stadt Ulm.

In diesem aiMOOC lernst Du, warum Denkmalpflege mehr ist als handwerkliche Reparatur. Du untersuchst, wie Steinmetzhandwerk, Bauforschung, Restaurierung, Materialkunde, Statik, Dokumentation, Finanzierung und gesellschaftliche Verantwortung zusammenwirken. Am Beispiel des Ulmer Münsters kannst Du erkennen, wie historische Bausubstanz geschützt wird, ohne ihre Geschichte zu verfälschen.
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Was bedeutet Denkmalpflege?
Denkmalpflege ist die fachliche, rechtliche und gesellschaftliche Aufgabe, Kulturdenkmale zu erhalten. Sie fragt nicht nur: „Wie sieht etwas wieder schön aus?“, sondern vor allem: Was ist historisch wertvoll? Was muss gesichert werden? Was darf verändert werden? Was muss dokumentiert werden? Beim Ulmer Münster betrifft das sehr unterschiedliche Bereiche: den hohen Turm, die Fassade, die Gewölbe, die Chorbereiche, den Glockenstuhl, die Fenster, die Wandmalereien, die Steinfiguren, die Fugen, die Dachkonstruktionen und die Spuren der Baugeschichte.
Grundprinzipien der Denkmalpflege
- Substanzerhalt: Möglichst viel originale Bausubstanz soll erhalten bleiben, weil sie historische Informationen trägt.
- Minimaler Eingriff: Es wird nur so viel verändert, wie für Sicherheit, Erhalt und Nutzung notwendig ist.
- Dokumentation: Befunde, Schäden, Entscheidungen und Maßnahmen müssen nachvollziehbar festgehalten werden.
- Reversibilität: Eingriffe sollen möglichst so geplant werden, dass spätere Generationen sie erkennen, prüfen oder zurücknehmen können.
- Authentizität: Ein Denkmal soll nicht künstlich „neu“ wirken, sondern seine gewachsene Geschichte zeigen.
- Nachhaltigkeit: Erhaltung spart Ressourcen, weil vorhandene Materialien, Handwerkstechniken und Baukultur weitergenutzt werden.
Denkmalpflege als Verantwortung
Das Ulmer Münster ist nicht nur ein religiöser Ort, sondern auch ein stadtbildprägendes Bauwerk, ein Zeugnis mittelalterlicher Bürgergesellschaft, ein Ort der Musik, ein touristisches Ziel und ein Lernort für Architekturgeschichte. Deshalb betrifft seine Pflege viele Menschen: Kirchengemeinde, Münsterbauhütte, Denkmalbehörde, Restauratorinnen und Restauratoren, Steinmetzinnen und Steinmetze, Bauforschende, Ingenieurinnen und Ingenieure, Besucherinnen und Besucher sowie Bürgerinnen und Bürger, die den Erhalt unterstützen.
Das Ulmer Münster als Denkmal
Baugeschichte in Etappen
Die Baugeschichte des Ulmer Münsters ist ein Lehrbeispiel für langfristiges Bauen. Der Grundstein wurde 1377 gelegt. Im Mittelalter arbeiteten verschiedene Baumeister und Bauhütten am Chor, am Langhaus und am Turm. Nach dem Baustopp im Jahr 1543 blieb der Hauptturm unvollendet. Erst im 19. Jahrhundert wurde die Bautätigkeit wieder aufgenommen. 1890 wurde das Münster durch die Vollendung des Hauptturms abgeschlossen. Diese lange Geschichte macht das Münster zu einem Bauwerk, in dem Mittelalter, Reformation, Historismus, Neugotik und moderne Denkmalpflege sichtbar werden.

Bürgerkirche statt Kathedrale
Obwohl das Ulmer Münster oft wegen seiner Größe mit einem Dom verglichen wird, ist es keine Kathedrale, denn es war nie Sitz eines Bischofs. Es ist eine große Pfarrkirche, die aus der Initiative der Ulmer Bürgerschaft entstand. Gerade das ist denkmalpflegerisch wichtig: Das Bauwerk erzählt nicht nur von Religion, sondern auch von städtischem Selbstbewusstsein, gemeinschaftlicher Finanzierung, handwerklichem Können und sozialer Organisation.
Bauhütte als lebendiges Wissen
Die Ulmer Münsterbauhütte steht für ein besonderes Modell der Denkmalpflege. Eine Bauhütte ist eine dauerhafte Werkstatt, in der handwerkliches Wissen, technische Planung und Restaurierungspraxis zusammenkommen. Am Ulmer Münster bedeutet das: Schäden werden nicht nur punktuell behoben, sondern in einem langfristigen Erhaltungskonzept bearbeitet. Das Bauhüttenwesen wurde 2020 als gutes Praxisbeispiel in das UNESCO-Register des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Damit wird anerkannt, dass traditionelle Techniken und modernes Fachwissen gemeinsam zum Erhalt großer historischer Bauwerke beitragen.
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Materialien und Schäden
Stein, Backstein, Mörtel und Metall
Das Ulmer Münster besteht aus unterschiedlichen Materialien. Am Außenbau spielen Sandstein, Werkstein, Backstein, Mörtel, Metall und Glas eine wichtige Rolle. Jeder Werkstoff altert anders. Sandstein kann durch Wasser, Frost, Salze und Luftschadstoffe mürbe werden. Mörtel kann auswaschen oder Risse bekommen. Metall kann korrodieren und dadurch angrenzenden Stein sprengen. Glasfenster reagieren empfindlich auf Erschütterungen, Spannung und Witterung. Für die Denkmalpflege ist deshalb genaue Materialkunde notwendig.
Typische Schadensursachen
- Witterung: Regen, Wind, Frost und Temperaturwechsel greifen die Oberfläche an.
- Feuchtigkeit: Wasser transportiert Salze, kann in Poren eindringen und bei Frost Druck erzeugen.
- Luftverschmutzung: Schadstoffe können dunkle Krusten und chemische Umwandlungen an Steinoberflächen verursachen.
- Biologischer Bewuchs: Algen, Moose und Pflanzen können Feuchtigkeit halten und Fugen beschädigen.
- Statik: Lasten, Schubkräfte, Setzungen und alte Konstruktionsprobleme müssen beobachtet werden.
- Korrosion: Rostende Metallteile können das umgebende Material aufsprengen.
- Frühere Reparatur: Ungeeignete Materialien aus früheren Eingriffen können neue Schäden verursachen.
- Nutzung: Besucherströme, Raumklima und Sicherheitsanforderungen müssen mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden.
Patina oder Schaden?
Eine wichtige Frage der Restaurierungsethik lautet: Wann ist eine Spur des Alters wertvoll und wann ist sie gefährlich? Eine dunkle Oberfläche kann historische Patina sein, aber auch eine schädliche Kruste. Eine kleine Fehlstelle kann Teil der Geschichte sein, während ein tiefer Riss die Stabilität gefährdet. Denkmalpflege muss deshalb unterscheiden: Was darf bleiben? Was muss gesichert werden? Was muss ersetzt werden? Diese Entscheidungen brauchen Fachwissen und müssen begründet werden.
Arbeitsweisen der Denkmalpflege am Ulmer Münster
Untersuchung vor dem Eingriff
Bevor am Ulmer Münster ein Stein gereinigt, gefestigt oder ersetzt wird, muss sein Zustand untersucht werden. Dazu gehören Schadenskartierung, Baualterskartierung, Fotografie, Photogrammetrie, 3D-Laserscanning, Materialanalyse, Feuchtemessung, Monitoring und historische Quellenarbeit. Die Denkmalpflege arbeitet dabei wie eine Spurensicherung: Jeder Stein, jede Fuge, jedes Steinmetzzeichen und jede Veränderung kann etwas über die Baugeschichte erzählen.
Schadenskartierung
Eine Schadenskartierung ist ein Plan, in dem Schäden genau eingetragen werden. Dabei werden zum Beispiel Risse, Abplatzungen, Krusten, Hohlstellen, Verfärbungen, Auswaschungen und ältere Reparaturen markiert. Am Ulmer Münster ist das besonders anspruchsvoll, weil das Bauwerk sehr hoch, sehr reich gegliedert und aus vielen einzelnen Werkstücken zusammengesetzt ist. Ohne genaue Kartierung könnte man nicht entscheiden, welche Bereiche nur beobachtet, welche konserviert und welche ausgetauscht werden müssen.
Bauforschung am Objekt
Bauforschung untersucht ein Bauwerk selbst als historische Quelle. Am Ulmer Münster können Steinmetzzeichen, Gerüstholzlöcher, Bearbeitungsspuren, Versetztechniken und Materialwechsel Hinweise auf Bauphasen geben. Solche Befunde helfen zu verstehen, welche Teile mittelalterlich sind, welche im 19. Jahrhundert ergänzt wurden und welche später restauriert worden sind. Diese Erkenntnisse sind wichtig, weil jede Restaurierung Rücksicht auf den historischen Aussagewert der Bauteile nehmen muss.

Reinigung und Konservierung
Bei der Steinrestaurierung wird nicht einfach „sauber gemacht“. Zu starke Reinigung kann historische Oberflächen zerstören. Deshalb werden behutsame Verfahren eingesetzt, zum Beispiel kontrollierte Reinigung mit feinen Partikeln, Bürsten, Kompressen oder anderen materialschonenden Methoden. Danach zeigt sich oft erst, wie stark ein Stein wirklich geschädigt ist. Wo möglich, wird Stein gefestigt und konserviert. Nur wenn ein Werkstück seine Funktion nicht mehr erfüllen kann, wird es teilweise oder vollständig ersetzt.
Austausch von Werkstücken
Der Austausch eines Werkstücks ist denkmalpflegerisch ein schwerer Eingriff. Er wird nur vorgenommen, wenn Sicherung und Konservierung nicht ausreichen. Ein neuer Stein muss in Material, Bearbeitung, Form und Funktion zum historischen Bau passen. Gleichzeitig soll er nicht so tun, als sei er mittelalterlich, wenn er neu ist. Genau hier liegt eine zentrale Aufgabe der Restaurierungsethik: Erhaltung soll ehrlich, fachgerecht und nachvollziehbar sein.
Gerüst, Sicherheit und Zugänglichkeit
Viele Bereiche des Ulmer Münsters sind nur mit Gerüsten erreichbar. Ein Gerüst an einem Denkmal muss sicher sein und zugleich die historische Substanz schonen. Moderne Planung nutzt dafür digitale Modelle, Vermessung, Lastberechnung und genaue Abstimmung zwischen Bauhütte, Gerüstbau, Ingenieurwesen und Denkmalpflege. Manchmal wirkt ein Gerüst für Besucher störend. Aus denkmalpflegerischer Sicht ist es aber oft ein Zeichen dafür, dass ein Bauwerk gepflegt und nicht vernachlässigt wird.
Fallbeispiele der Denkmalpflege
Hauptturm
Der Hauptturm des Ulmer Münsters ist wegen seiner Höhe, seiner feinen Maßwerkformen und seiner vielen Werksteine besonders anspruchsvoll. Wind, Regen, Frost und Luftschadstoffe treffen den Turm stark. Die Restaurierung muss deshalb kleinteilig vorgehen: prüfen, kartieren, reinigen, festigen, ergänzen, ersetzen, dokumentieren. Der Turm zeigt besonders deutlich, dass ein berühmtes Wahrzeichen nur durch kontinuierliche Pflege erhalten bleibt.
Chor und Chortürme
Der Chor ist einer der ältesten Bereiche des Münsters. Seine Fassaden, Strebepfeiler und Figuren besitzen hohen bauhistorischen Wert. Bei einer Restaurierung müssen deshalb nicht nur sichtbare Schäden behoben werden. Wichtig ist auch, möglichst viel originale Substanz zu bewahren, die historische Konstruktion zu verstehen und spätere Ergänzungen richtig einzuordnen. Gerade an einem mittelalterlichen Chor ist jede Veränderung ein Eingriff in eine sehr dichte historische Informationsschicht.
Wandmalerei und Innenraum
Auch der Innenraum ist Teil der Denkmalpflege. Wandmalereien, Gewölbe, Chorgestühl, Fenster und Ausstattung reagieren empfindlich auf Klima, Staub, Erschütterung und Nutzung. Wenn sich Putzteile lösen oder Farben gefährdet sind, muss zunächst untersucht werden, warum der Schaden entsteht. Erst danach kann eine passende Sicherung oder Restaurierung geplant werden. Denkmalpflege im Innenraum verbindet Kunstgeschichte, Naturwissenschaft, Handwerk und Nutzungskonzepte.

Spuren des Handwerks
Am Ulmer Münster sind viele Details zu entdecken: Steinmetzzeichen, Blattmasken, Wasserspeier, Maßwerk, Fialen, Krabben und figürliche Skulpturen. Solche Details sind nicht nur Schmuck. Sie zeigen handwerkliche Techniken, religiöse Bildwelten, Bauphasen und den Anspruch der mittelalterlichen Baukunst. Denkmalpflege achtet deshalb auch auf kleine Formen, die auf den ersten Blick nebensächlich wirken.

Denkmalpflege als Zusammenspiel von Alt und Neu
Traditionelles Handwerk
Steinmetzinnen und Steinmetze arbeiten mit Werkzeugen, die teilweise seit Jahrhunderten ähnlich funktionieren: Spitzeisen, Zahneisen, Schlageisen, Klüpfel und Schablonen. Sie müssen historische Formen lesen und neue Werkstücke so herstellen, dass sie konstruktiv passen. Am Ulmer Münster bedeutet das nicht, alte Kunst mechanisch zu kopieren, sondern die Logik der gotischen Form zu verstehen.
Moderne Technik
Gleichzeitig nutzt die Denkmalpflege moderne Technik: digitale Vermessung, 3D-Modelle, Drohnenaufnahmen, Materialanalysen, Datenbanken und digitale Pläne. Moderne Technik ersetzt nicht das Handwerk, sondern ergänzt es. Sie hilft, Schäden genauer zu erfassen, Gerüste zu planen, gefährdete Bereiche zu überwachen und Entscheidungen transparent zu machen.
Forschung und Bildung
Das Ulmer Münster ist auch ein Lernort. Studierende, Auszubildende und Fachleute können dort erfahren, wie Theorie und Praxis zusammenkommen. Bauforschung, Restaurierungswissenschaft, Kunstgeschichte, Architektur, Theologie, Geschichte, Chemie, Physik und Handwerk treffen sich an einem Objekt. Genau deshalb eignet sich das Thema für Schule, Ausbildung und Studium.
Konflikte und Entscheidungen
Original erhalten oder erneuern?
Eine der schwierigsten Fragen lautet: Soll ein beschädigtes Teil erhalten, ergänzt oder ersetzt werden? Ein alter Stein kann historisch besonders wertvoll sein, auch wenn er nicht mehr perfekt aussieht. Wenn er jedoch die Stabilität gefährdet, muss gehandelt werden. Denkmalpflege bedeutet deshalb Abwägung. Sie sucht nicht die schnellste Lösung, sondern die fachlich und ethisch beste Lösung.
Sichtbarkeit neuer Eingriffe
Neue Ergänzungen sollen zum Denkmal passen, aber sie dürfen die Geschichte nicht verfälschen. Manchmal werden neue Werkstücke bewusst leicht erkennbar gemacht, manchmal fügen sie sich unauffällig ein. Entscheidend ist, dass die Maßnahme dokumentiert wird. So können spätere Generationen nachvollziehen, was original, ergänzt, restauriert oder erneuert ist.
Nutzung und Schutz
Das Ulmer Münster ist Gottesdienstraum, Kulturort, Sehenswürdigkeit und Denkmal zugleich. Diese Nutzungen können miteinander in Spannung stehen. Besucherinnen und Besucher möchten Zugang, gute Sicht und Sicherheit. Die Denkmalpflege braucht manchmal Sperrungen, Gerüste oder Einschränkungen. Ein verantwortungsvoller Umgang erklärt diese Maßnahmen transparent und macht deutlich: Schutz ist eine Voraussetzung für dauerhafte Nutzung.
Berufsorientierung
Denkmalpflege am Ulmer Münster zeigt viele Berufsfelder. Dazu gehören Steinmetzinnen und Steinmetze, Restauratorinnen und Restauratoren, Architektinnen und Architekten, Bauingenieurinnen und Bauingenieure, Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker, Denkmalpflegerinnen und Denkmalpfleger, Vermessungstechnikerinnen und Vermessungstechniker, Gerüstbauerinnen und Gerüstbauer, Metallbauerinnen und Metallbauer, Glaserinnen und Glaser, Schreinerinnen und Schreiner und Fachleute für Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising. Wer sich für Geschichte, Technik, Gestaltung und Verantwortung interessiert, findet in der Denkmalpflege ein besonders vielfältiges Arbeitsfeld.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was beschreibt Denkmalpflege am Ulmer Münster am treffendsten? (Fachgerechter Erhalt eines historischen Bauwerks) (!Schnelles Ersetzen aller alten Bauteile) (!Ausschließliche Verschönerung der Fassade) (!Vollständiger Neubau im alten Stil)
Welche Einrichtung arbeitet dauerhaft am Erhalt des Ulmer Münsters? (Münsterbauhütte) (!Ritterorden) (!Bischofshof) (!Stadtmauerwache)
Warum ist Dokumentation in der Restaurierung wichtig? (Sie macht Befunde und Eingriffe nachvollziehbar) (!Sie ersetzt alle handwerklichen Arbeiten) (!Sie verhindert jede spätere Nutzung) (!Sie dient nur der Werbung)
Welche Höhe hat der Hauptturm des Ulmer Münsters ungefähr? (Etwa 161 Meter) (!Etwa 61 Meter) (!Etwa 261 Meter) (!Etwa 16 Meter)
Wann begann der Bau des Ulmer Münsters? (Im Jahr 1377) (!Im Jahr 1177) (!Im Jahr 1677) (!Im Jahr 1977)
Welche Methode hilft bei der genauen Erfassung von Schäden am Bauwerk? (Schadenskartierung) (!Zufallsauswahl) (!Übermalung) (!Abrissprobe)
Welche Schadensursache greift Stein im Außenbereich besonders an? (Witterung) (!Buchdruck) (!Kerzenmusik) (!Münzprägung)
Was bedeutet das Prinzip der minimalen Intervention? (Nur so viel eingreifen wie nötig) (!Immer alles vollständig erneuern) (!Schäden grundsätzlich überdecken) (!Jede Spur des Alters entfernen)
Warum werden manchmal neue Werksteine eingesetzt? (Weil stark geschädigte Steine die Stabilität gefährden) (!Weil alte Steine grundsätzlich wertlos sind) (!Weil neue Steine immer historischer wirken) (!Weil Dokumentation dadurch unnötig wird)
Welche moderne Technik kann beim Planen von Gerüsten und Bauaufnahmen helfen? (3D Laserscan) (!Wachstafel) (!Handglocke) (!Federkiel)
Memory
| Bauhütte | dauerhafte Werkstatt |
| Schadenskartierung | Plan der Schäden |
| Photogrammetrie | Vermessung mit Fotos |
| Konservierung | Substanz sichern |
| Restaurierung | behutsame Wiederherstellung |
| Patina | Altersspuren am Material |
| Steinmetzzeichen | Spuren der Handwerker |
| Ringanker | Zugkräfte aufnehmen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Bestandsaufnahme | Zustand erkennen |
| Schadenskartierung | Schäden verorten |
| Materialanalyse | Stein und Mörtel prüfen |
| Konzeptentwicklung | Maßnahmen begründen |
| Ausführung | Restaurierung umsetzen |
| Dokumentation | Eingriffe festhalten |
| Monitoring | Entwicklung beobachten |
Kreuzworträtsel
| Sandstein | Welcher Naturstein ist am Turm des Ulmer Münsters besonders wichtig? |
| Bauhuette | Wie heißt die dauerhafte Werkstatt für Bau und Erhalt ohne Umlaut? |
| Gotik | Welcher Baustil prägt das Ulmer Münster besonders? |
| Geruest | Was macht hohe Bauteile für Restaurierungsarbeiten erreichbar ohne Umlaut? |
| Denkmalpflege | Wie nennt man die fachgerechte Erhaltung von Kulturdenkmalen? |
| Dokumentation | Was hält Befunde und Maßnahmen nachvollziehbar fest? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Beobachtungsprotokoll: Betrachte ein Foto des Ulmer Münsters und notiere fünf Bauteile, die für die Denkmalpflege besonders wichtig sein könnten.
- Materialsteckbrief: Erstelle einen Steckbrief zu Sandstein mit Eigenschaften, möglichen Schäden und denkmalpflegerischen Schutzmaßnahmen.
- Denkmalpflege-Wortschatz: Erkläre zehn Fachbegriffe wie Restaurierung, Konservierung, Patina, Fuge, Maßwerk und Bauhütte in eigenen Worten.
- Fotovergleich: Vergleiche ein historisches und ein aktuelles Bild des Ulmer Münsters und beschreibe, welche Veränderungen Du erkennst.
Standard
- Schadenskartierung: Zeichne eine vereinfachte Fassade und markiere beispielhaft Risse, Krusten, fehlende Stücke, Bewuchs und alte Reparaturen.
- Interview: Entwickle zehn Fragen für ein Gespräch mit einer Person aus Denkmalpflege, Restaurierung, Steinmetzhandwerk oder Bauforschung.
- Restaurierungsethik: Schreibe eine Erörterung zur Frage, ob Altersspuren sichtbar bleiben sollen oder ob ein Denkmal möglichst neu aussehen sollte.
- Gerüstplanung: Erkläre an einer Skizze, warum ein Gerüst an einem historischen Bauwerk sicher stehen muss, ohne die Bausubstanz unnötig zu belasten.
Schwer
- Restaurierungskonzept: Entwickle ein Konzept für ein beschädigtes Maßwerkfeld mit Untersuchung, Ziel, Methode, Materialwahl, Dokumentation und Begründung.
- Bauforschung: Entwirf eine Forschungsfrage zu Steinmetzzeichen oder Bauphasen und beschreibe, welche Befunde Du am Bauwerk suchen würdest.
- Kosten-Nutzen-Analyse: Diskutiere, warum die Erhaltung eines großen Denkmals teuer ist und welche kulturellen, sozialen und ökologischen Gründe trotzdem dafür sprechen.
- Öffentlichkeitsarbeit: Gestalte eine Kampagne, mit der Jugendliche für den Erhalt des Ulmer Münsters sensibilisiert und zum Mitmachen motiviert werden.

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Lernkontrolle
- Fallanalyse: Ein Sandsteinwerkstück zeigt Risse, Verfärbungen und Abplatzungen. Entscheide, welche Untersuchungen zuerst nötig sind, und begründe die Reihenfolge.
- Abwägung: Vergleiche die Ziele „möglichst viel Original erhalten“ und „Sicherheit gewährleisten“. Erkläre, wann ein Austausch gerechtfertigt sein kann.
- Transfer: Übertrage die Denkmalpflege-Prinzipien vom Ulmer Münster auf ein historisches Gebäude in Deiner Umgebung.
- Methodenkritik: Beurteile, welche Vorteile und Grenzen digitale Verfahren wie 3D-Laserscanning in der Denkmalpflege haben.
- Nutzungskonflikt: Entwickle einen Vorschlag, wie Gottesdienste, Tourismus, Baustellenbetrieb und Denkmalschutz miteinander vereinbart werden können.
- Ethik der Restaurierung: Nimm Stellung zu der Aussage: „Ein Denkmal muss seine Schäden zeigen dürfen, solange sie seine Zukunft nicht gefährden.“
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis zum Thema Denkmalpflege am Ulmer Münster solltest Du zeigen, dass Du Fachwissen, Methodenverständnis und eigene Urteilsfähigkeit verbinden kannst.
- Fachwissen: Du erklärst Baugeschichte, Materialien, Schadensursachen und zentrale Begriffe der Denkmalpflege korrekt.
- Methodenkompetenz: Du beschreibst Untersuchungsmethoden wie Schadenskartierung, Photogrammetrie, Materialanalyse und Dokumentation nachvollziehbar.
- Urteilskompetenz: Du begründest Entscheidungen zwischen Erhalten, Ergänzen, Reinigen, Konservieren und Austauschen.
- Transferleistung: Du wendest die Prinzipien der Denkmalpflege auf ein anderes historisches Gebäude oder ein eigenes Fallbeispiel an.
- Medienprodukt: Du erstellst wahlweise ein Portfolio, eine Präsentation, ein Erklärvideo, ein Plakat, eine Fotodokumentation oder ein digitales Lernmodul.
- Quellenarbeit: Du nutzt verlässliche Quellen, unterscheidest Fakten von Meinungen und kennzeichnest fremde Informationen.
- Reflexion: Du erläuterst, warum Denkmale für Gegenwart und Zukunft wichtig sind.
OERs zum Thema
Quellen und weiterführende Informationen
- Geschichte der Ulmer Münsterbauhütte
- Ulmer Münsterbauhütte
- Stadt Ulm: Das Ulmer Münster
- Deutsche Stiftung Denkmalschutz: Restaurierung des Hauptturms
- Universität Bamberg: Bauforschung am Hauptturm des Ulmer Münsters
- Wikimedia Commons: Ulm Minster
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