Zum Inhalt springen

Demokratie in der Weimarer Republik - Deutschland

Aus MOOCsWiki Staging
aiMOOC-Siegel

Demokratie in der Weimarer Republik - Deutschland




Demokratie in der Weimarer Republik - Deutschland

Die Weimarer Republik war von 1919 bis 1933 der erste Versuch, in Deutschland dauerhaft eine parlamentarische Demokratie auf gesamtstaatlicher Ebene zu verwirklichen. Dieser aiMOOC richtet sich an Lernende der Klassen 9 bis 13 und untersucht besonders drei Bereiche: Parteien, Wahlen und politische Kultur. Du lernst nicht nur Daten und Namen kennen, sondern untersuchst auch, warum demokratische Institutionen zeitweise funktionierten, weshalb Kompromisse schwieriger wurden und wie antidemokratische Kräfte schließlich die Republik zerstören konnten.

Das Titelblatt von Januar 1919 ruft Männer und Frauen zur Wahl auf. Es macht sichtbar, wie grundlegend sich politische Teilhabe nach dem Ende des Kaiserreichs verändert hatte.


Einleitung

Nach dem Ersten Weltkrieg und der Novemberrevolution 1918 endete die Monarchie. Am 19. Januar 1919 wurde eine verfassunggebende Nationalversammlung gewählt. Zum ersten Mal konnten Frauen bei einer reichsweiten Wahl in Deutschland wählen und gewählt werden. 37 Frauen erhielten ein Mandat. Die Wahlbeteiligung war sehr hoch. SPD, Zentrum und DDP verfügten gemeinsam über eine deutliche Mehrheit und bildeten die sogenannte Weimarer Koalition.

Die Republik startete also keineswegs ohne demokratische Unterstützung. Gleichzeitig wirkten die Folgen des Weltkriegs, soziale Gegensätze, revolutionäre Konflikte, der Versailler Vertrag, politische Gewalt und später schwere Wirtschaftskrisen auf das neue System ein. Entscheidend ist deshalb eine differenzierte Frage: Wie stabil ist eine Demokratie, wenn demokratische Regeln bestehen, aber wichtige politische Gruppen, gesellschaftliche Milieus und Machtträger diese Regeln nur teilweise akzeptieren oder aktiv bekämpfen?


Demokratischer Neubeginn 1918/19

Die neue Ordnung beruhte auf einem für die Zeit weitreichenden Wahlrecht: Wahlen sollten allgemein, gleich, unmittelbar und geheim sein. Das Wahlalter wurde auf 20 Jahre gesenkt. Das aktive und passive Frauenwahlrecht war ein großer Schritt zur politischen Gleichberechtigung. Die ersten Parlamentarierinnen blieben zwar deutlich in der Minderheit, aber ihre Anwesenheit veränderte die politische Öffentlichkeit sichtbar.

Die Nationalversammlung tagte zunächst in Weimar, weil die Lage in Berlin nach Revolution und politischen Kämpfen als zu unsicher galt. Sie erarbeitete die Weimarer Verfassung, die am 11. August 1919 ausgefertigt wurde. Deutschland war nun eine Republik mit gewähltem Parlament, Grundrechten und einer föderalen Ordnung.


Die Weimarer Verfassung: demokratisch und spannungsreich

Die Verfassung verband parlamentarische und plebiszitäre Elemente mit einem starken Reichspräsidenten. Der Reichstag wurde durch die Bevölkerung gewählt und beschloss Gesetze. Die Reichsregierung brauchte politische Unterstützung im Parlament. Zugleich erhielt der Reichspräsident weitreichende Kompetenzen. Er konnte den Reichskanzler ernennen und entlassen, den Reichstag auflösen und nach Artikel 48 in einer schweren Krise Notverordnungen erlassen. Der Reichstag konnte solche Maßnahmen grundsätzlich aufheben.

Institution Demokratische Funktion Mögliches Spannungsfeld
Reichstag Vom Volk gewähltes Parlament; Gesetzgebung und politische Kontrolle Zersplitterte Mehrheiten konnten Koalitionsbildung erschweren
Reichsregierung Führte die Politik und war auf parlamentarische Unterstützung angewiesen Häufige Regierungswechsel schwächten Vertrauen in stabile Mehrheiten
Reichspräsident Direkt gewähltes Staatsoberhaupt mit langer Amtszeit; Friedrich Ebert wurde zunächst noch von der Nationalversammlung gewählt Auflösung des Reichstags und Notverordnungsrecht konnten das Parlament zurückdrängen
Reichsrat Vertretung der Länder im Gesetzgebungsverfahren Schwächer als der frühere Bundesrat des Kaiserreichs
Volksbegehren und Volksentscheid Direkte Beteiligungsmöglichkeiten Konnten von politischen Lagern auch zur Mobilisierung gegen parlamentarische Kompromisse genutzt werden

Die Verfassung allein erklärt weder die Erfolge noch das Scheitern der Republik. In mehreren Phasen arbeitete der Reichstag produktiv. Besonders problematisch wurde die Lage ab 1930, als Präsidialkabinette immer stärker mit Notverordnungen regierten und parlamentarische Mehrheiten an Bedeutung verloren.


Parteien: Interessenvertretung und Haltung zur Republik

Das Parteiensystem war stark von gesellschaftlichen Milieus geprägt. Arbeiterbewegung, katholisches Milieu, liberales Bürgertum, konservative Eliten und nationalistische Bewegungen hatten eigene Organisationen, Zeitungen und politische Traditionen. Dadurch konnten viele Interessen im Parlament vertreten werden. Gleichzeitig erschwerte die starke Lagerbildung manchmal Kompromisse.

Partei Politische Grundrichtung Verhältnis zur Republik
SPD Sozialdemokratisch; stark in der organisierten Arbeiterschaft Eine der wichtigsten Stützen der parlamentarischen Demokratie
Zentrum Katholische, sozial breit zusammengesetzte Partei der politischen Mitte Meist republiktragend und an vielen Reichsregierungen beteiligt
DDP Linksliberal, bürgerlich und republikanisch; ab 1930 Teil der Deutschen Staatspartei Deutlich demokratisch und an der Verfassungsgestaltung beteiligt
DVP Nationalliberal und wirtschaftsbürgerlich Anfangs skeptisch; unter Gustav Stresemann zunehmend pragmatisch in die Republik integriert, später wieder stärker nach rechts
DNVP Nationalkonservativ, monarchistisch und völkisch beeinflusst Grundsätzlich republikfeindlich, trotz zeitweiliger Regierungsbeteiligung; ab 1928 deutlich radikalisiert
KPD Kommunistisch und revolutionär Lehnte die parlamentarische Republik als Endziel ab und strebte eine sozialistische Räteordnung an
NSDAP Völkisch, rassistisch, antisemitisch und nationalsozialistisch Bekämpfte die Demokratie und nutzte Wahlen zur Gewinnung von Macht, nicht zur dauerhaften Anerkennung parlamentarischer Regeln

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Opposition in einer Demokratie und Opposition gegen die Demokratie. Demokratische Opposition akzeptiert, dass politische Gegner ebenfalls legitime Rechte besitzen und dass Macht nach Wahlen wechseln kann. Antidemokratische Parteien konnten dagegen Parlamente nutzen, obwohl sie die parlamentarische Ordnung selbst beseitigen wollten.


Wahlen und Wahlrecht

Der Reichstag wurde nach einem weitgehend proportionalen Verhältniswahlrecht gewählt. Für etwa 60.000 Stimmen konnte eine Partei ein Mandat erhalten; eine Fünf-Prozent-Hürde wie in der heutigen Bundesrepublik gab es nicht. Dadurch wurden politische Strömungen sehr genau im Parlament abgebildet. Gleichzeitig konnten viele kleine Parteien einziehen. Das erschwerte teilweise die Bildung stabiler Mehrheiten. Das Wahlrecht war jedoch nicht allein für die Krise verantwortlich: Auch soziale Spaltungen, politische Entscheidungen, Wirtschaftskrisen und die wachsende Ablehnung demokratischer Kompromisse waren entscheidend.

Wahl Ausgewählte Ergebnisse Politische Bedeutung
Nationalversammlung 1919 SPD 37,9 %; Zentrum 19,7 %; DDP 18,6 % Die demokratische Weimarer Koalition verfügte über eine klare Mehrheit
Reichstag 1928 SPD 29,8 %; KPD 10,6 %; NSDAP 2,6 % Die NSDAP war noch eine kleine Partei; eine parlamentarische Große Koalition wurde möglich
Reichstag 1930 SPD 24,5 %; NSDAP 18,3 %; KPD 13,1 % Deutlicher Durchbruch der NSDAP in der Weltwirtschaftskrise
Reichstag Juli 1932 NSDAP 37,3 %; SPD 21,6 %; KPD 14,3 % Die NSDAP wurde stärkste Partei, erreichte aber keine absolute Mehrheit
Reichstag November 1932 NSDAP 33,1 %; SPD 20,4 %; KPD 16,9 % Die NSDAP verlor Stimmen, blieb aber stärkste Partei; eine stabile parlamentarische Mehrheit fehlte weiterhin

Die Entwicklung zeigt, dass Wählerverhalten veränderbar war. 1928 erreichte die NSDAP nur 2,6 Prozent, 1930 bereits 18,3 Prozent und im Juli 1932 37,3 Prozent. Die Weltwirtschaftskrise ab 1929 mit Massenarbeitslosigkeit, Existenzangst und politischer Verunsicherung trug stark zur Radikalisierung bei. Trotzdem war ein Wahlerfolg der NSDAP nicht automatisch gleichbedeutend mit einer absoluten Mehrheit oder einer demokratischen Wahl Hitlers zum Reichskanzler.


Politische Kultur: Öffentlichkeit, Kompromiss und Konflikt

Politische Kultur meint Einstellungen, Erwartungen und Verhaltensweisen, mit denen Menschen Politik wahrnehmen und gestalten. In der Weimarer Republik gab es eine lebendige Öffentlichkeit: Parteien organisierten Versammlungen, Wahlkämpfe, Zeitungen, Kundgebungen und politische Vereine. Moderne Propaganda, Plakate, Fotografie, Film und zunehmend der Rundfunk veränderten politische Kommunikation.

Gleichzeitig war die Öffentlichkeit stark polarisiert. Viele Zeitungen waren politischen Lagern verbunden. Gegner wurden häufig nicht als legitime Konkurrenz, sondern als Gefahr oder Feind dargestellt. Nationalistische Hetze, Antisemitismus, antikommunistische Feindbilder und revolutionäre Rhetorik verschärften die Gegensätze. Kompromiss galt in Teilen der Gesellschaft weniger als demokratische Leistung denn als Schwäche oder Verrat.


Demokratische Verteidigung und politische Gewalt

Die Republik hatte engagierte Verteidiger. Das 1924 gegründete Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold war ein überparteilich gedachtes, in der Praxis stark sozialdemokratisch geprägtes Bündnis zum Schutz der Republik. Auch Verfassungsfeiern, demokratische Jugend- und Bildungsarbeit sowie zivilgesellschaftliche Organisationen zeigten, dass die Demokratie gesellschaftliche Anhänger hatte.

Daneben prägten bewaffnete oder uniformierte Verbände die politische Kultur. Zur extremen Rechten gehörten unter anderem SA und Stahlhelm, zur kommunistischen Bewegung der Rotfrontkämpferbund. Das Reichsbanner stand dagegen auf republikanischer Seite. Die zunehmende Militarisierung politischer Auseinandersetzungen, Straßenschlachten, politische Morde und Einschüchterungen belasteten demokratische Regeln.

Das SPD-Plakat von 1932 mit den drei Pfeilen zeigt demokratische Abwehrpropaganda gegen autoritäre Rechte, Nationalsozialismus und Kommunismus. Solche Quellen solltest Du nicht nur nach ihrem Text, sondern auch nach Bildsprache, Zielgruppe, Feindbildern und historischer Situation untersuchen.


Von der parlamentarischen Krise zur Zerstörung der Demokratie

Ab 1930 verschob sich die politische Praxis. Die Regierungen Brüning, Papen und Schleicher verfügten nicht über stabile parlamentarische Mehrheiten und stützten sich zunehmend auf Reichspräsident Paul von Hindenburg, Reichstagsauflösungen und Notverordnungen. Dadurch wurde das Parlament geschwächt, obwohl die Verfassung formal weiterbestand.

Am 30. Januar 1933 ernannte Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler. Hitler wurde also nicht direkt vom Volk zum Regierungschef gewählt. Konservative Eliten um Hindenburg und Franz von Papen glaubten, eine Regierung unter Hitler kontrollieren zu können. Nach der Ernennung beseitigten die Nationalsozialisten in kurzer Zeit demokratische Freiheitsrechte, verfolgten politische Gegner und schalteten staatliche und gesellschaftliche Institutionen gleich. Die Reichstagswahl vom 5. März 1933 fand bereits unter massiver Repression und Gewalt statt und ist deshalb nicht mit den freien Wahlen der Republik gleichzusetzen.


Historische Deutung: Warum scheiterte die Demokratie?

Das Ende der Weimarer Republik lässt sich nicht mit einer einzigen Ursache erklären. Auch die Vorstellung einer „Demokratie ohne Demokraten“ ist zu pauschal, weil es Millionen demokratisch engagierter Menschen, republiktreue Parteien und funktionierende parlamentarische Phasen gab. Für eine gute historische Erklärung musst Du mehrere Ebenen verbinden.

Ebene Beispiele
Institutionen Starker Reichspräsident, Artikel 48, häufige Reichstagsauflösungen, schwierige Mehrheitsbildung
Parteien Zersplitterung, Polarisierung, sinkende Kompromissbereitschaft, starke republikfeindliche Parteien
Gesellschaft Soziale Milieus, Kriegsfolgen, politische Feindbilder, Antisemitismus, teilweise geringe Akzeptanz pluralistischer Konflikte
Wirtschaft Inflation 1923 und besonders Weltwirtschaftskrise ab 1929 mit Massenarbeitslosigkeit
Politische Entscheidungen Präsidialregierungen, Entmachtung des Parlaments, konservative Machtstrategien und Ernennung Hitlers
Gewalt und Propaganda Straßenkämpfe, paramilitärische Verbände, Einschüchterung und moderne Massenmobilisierung

Die zentrale historische Erkenntnis lautet deshalb: Demokratie ist mehr als eine Verfassung und mehr als Wahlen. Sie braucht Institutionen, die funktionieren, Parteien, die Regeln akzeptieren, Bürgerinnen und Bürger, die politische Gegner als legitim anerkennen, Schutz vor Gewalt sowie eine politische Kultur, in der Kompromisse möglich bleiben.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Neuerung kennzeichnete die Wahl zur Nationalversammlung 1919 besonders? (Frauen konnten reichsweit wählen und gewählt werden) (!Nur ehemalige Soldaten durften wählen) (!Das Wahlalter wurde auf 30 Jahre erhöht) (!Parteien waren bei der Wahl nicht zugelassen)




Nach welchem Grundprinzip wurde der Reichstag gewählt? (Verhältniswahl) (!Erbfolge) (!Losverfahren) (!Reines Mehrheitswahlrecht in Einzelwahlkreisen)




Welche Befugnis verband sich besonders mit Artikel 48 der Weimarer Verfassung? (Notverordnungen des Reichspräsidenten in Krisen) (!Abschaffung aller Parteien durch den Reichstag) (!Ernennung der Abgeordneten durch Gerichte) (!Automatische Verlängerung jeder Regierung)




Welche Parteien bildeten 1919 die Weimarer Koalition? (SPD Zentrum und DDP) (!KPD DNVP und NSDAP) (!DVP KPD und NSDAP) (!DNVP DVP und KPD)




Welche Aussage beschreibt die DVP in der Weimarer Republik am besten? (Sie war anfangs republikskeptisch und wurde unter Stresemann zeitweise stärker in die Republik integriert) (!Sie war durchgehend eine kommunistische Partei) (!Sie lehnte jede Regierungsbeteiligung grundsätzlich ab) (!Sie war identisch mit der NSDAP)




Wie hoch war der Stimmenanteil der NSDAP bei der Reichstagswahl 1928 ungefähr? (2,6 Prozent) (!18,3 Prozent) (!37,3 Prozent) (!43,9 Prozent)




Was geschah bei der Reichstagswahl 1930? (Die NSDAP stieg mit 18,3 Prozent stark auf) (!Die NSDAP verschwand aus dem Reichstag) (!Die SPD erhielt eine absolute Mehrheit) (!Es durften nur zwei Parteien antreten)




Welche Partei wurde im Juli 1932 stärkste Reichstagspartei? (NSDAP) (!DDP) (!DVP) (!BVP)




Welche Funktion hatte das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold vor allem? (Es sollte die Republik gegen ihre Gegner verteidigen) (!Es sollte die Monarchie wieder einführen) (!Es war der bewaffnete Verband der KPD) (!Es war die Jugendorganisation der NSDAP)




Warum ist die Formel Demokratie ohne Demokraten als Erklärung zu einfach? (Weil es viele aktive Verteidiger der Republik und funktionierende demokratische Phasen gab) (!Weil in Weimar überhaupt keine Wahlen stattfanden) (!Weil alle Parteien die Republik gleichermaßen unterstützten) (!Weil wirtschaftliche Krisen keine politische Wirkung hatten)





Memory

Weimarer Koalition SPD Zentrum DDP
Artikel 48 Notverordnungen
Verhältniswahl proportionale Sitzverteilung
Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold republikanischer Schutzverband
NSDAP antidemokratische völkische Partei
Frauenwahlrecht politische Gleichberechtigung
Präsidialkabinette Regieren ohne stabile Parlamentsmehrheit
Weltwirtschaftskrise politische Radikalisierung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
SPD Republikstütze
NSDAP Demokratiefeind
Reichsbanner Demokratieschutz
SA Straßenkampf
Verhältniswahl Proportionalität




...


Kreuzworträtsel

Weimar In welcher Stadt trat 1919 die verfassunggebende Nationalversammlung zusammen?
Reichstag Wie hieß das zentrale gewählte Parlament der Republik?
Ebert Wie hieß der erste Reichspräsident mit Nachnamen?
Zentrum Welche katholisch geprägte Partei gehörte zur Weimarer Koalition?
Stresemann Welcher DVP-Politiker steht besonders für die politische Stabilisierung der mittleren 1920er-Jahre?
Reichsbanner Wie hieß der republikanische Schutzverband Schwarz-Rot-Gold mit einem Wort?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Die Verfassung von 1919 machte Deutschland zu einer parlamentarischen

.
Der Reichstag wurde nach dem Prinzip der

gewählt.
Bei der Wahl von 1919 konnten erstmals reichsweit auch

wählen und gewählt werden.
Die demokratische Mehrheit aus SPD, Zentrum und DDP wird als Weimarer

bezeichnet.
Der Reichspräsident konnte in Krisen nach Artikel 48 sogenannte

erlassen.
Die SPD gehörte zu den wichtigsten parlamentarischen Stützen der

.
Die NSDAP lehnte die parlamentarische Ordnung grundsätzlich

.
Bei der Reichstagswahl 1928 war die NSDAP noch eine kleine

.
Die Weltwirtschaftskrise verstärkte ab 1929 soziale Not und politische

.
Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold verstand sich als Schutzorganisation der

.
Ab 1930 regierten mehrere Kabinette ohne stabile parlamentarische

.
Adolf Hitler wurde 1933 von Reichspräsident Hindenburg zum

ernannt.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Wahlplakat untersuchen: Wähle eines der eingebundenen Wahlplakate aus und beschreibe Motiv, Text, Farben, Zielgruppe und vermutete Wirkung in einer kurzen Quellenanalyse.
  2. Parteien-Steckbrief: Gestalte einen übersichtlichen Steckbrief zu SPD, Zentrum, DDP, DVP, DNVP, KPD oder NSDAP und kennzeichne besonders die Haltung zur Republik.
  3. Demokratischer Fortschritt: Erstelle eine Infografik, die erklärt, was sich 1918/19 durch das Frauenwahlrecht veränderte und welche Grenzen politischer Gleichberechtigung trotzdem blieben.
  4. Wahlrecht erklären: Erkläre in einem eigenen Schaubild, wie Verhältniswahl funktioniert und warum sie sowohl Repräsentation fördern als auch Mehrheitsbildung erschweren kann.


Standard

  1. Wahlvergleich: Vergleiche die Wahlergebnisse von 1919, 1928, 1930 und 1932 und formuliere drei begründete Aussagen über Veränderungen im Parteiensystem.
  2. Podcast zur politischen Kultur: Produziere einen fünf- bis achtminütigen Audio-Beitrag darüber, wie Zeitungen, Plakate, Kundgebungen und politische Gewalt die Demokratie beeinflussten.
  3. Demokratie verteidigen: Recherchiere zum Reichsbanner und erstelle ein digitales Ausstellungsplakat über Ziele, Anhängerschaft und Formen republikanischer Selbstverteidigung.
  4. Lokale Spurensuche: Untersuche in einem Stadtarchiv, Museum oder seriösen Online-Archiv, wie Parteien und Wahlen der Weimarer Zeit in Deiner Region sichtbar wurden, und dokumentiere mindestens zwei Quellen.


Schwer

  1. Verfassungsurteil: Verfasse ein historisches Gutachten dazu, ob Artikel 48 eher notwendiges Kriseninstrument oder Gefahr für den Parlamentarismus war, und belege beide Seiten.
  2. Verfassungsvergleich: Vergleiche Weimarer Verfassung und Grundgesetz in den Bereichen Staatsoberhaupt, Regierungsstabilität, Grundrechte und Parteienordnung und begründe, welche Lehren erkennbar sind.
  3. Propaganda-Analyse: Vergleiche ein demokratisches und ein antidemokratisches Wahlplakat aus der Weimarer Republik hinsichtlich Bildsprache, Feindbildern, Emotionen und politischem Ziel.
  4. Mehrfaktor-Erklärung: Entwickle ein Erklärvideo oder eine digitale Concept-Map, in der mindestens fünf Ursachenebenen miteinander verbunden werden, ohne das Scheitern als zwangsläufig darzustellen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Stabilität erklären: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, warum demokratische Institutionen allein nicht ausreichen, wenn politische Akteure die Grundregeln des Systems nicht akzeptieren.
  2. Wahlrecht beurteilen: Beurteile die Aussage „Das Verhältniswahlrecht war schuld am Scheitern der Weimarer Republik“ und entwickle eine differenzierte Gegen- oder Zustimmungsthese.
  3. Krisendynamik übertragen: Zeige anhand der Jahre 1928 bis 1932, wie wirtschaftliche, soziale und politische Krisen sich gegenseitig verstärken konnten.
  4. Opposition unterscheiden: Entwickle Kriterien, mit denen sich demokratische Opposition von Opposition gegen die Demokratie unterscheiden lässt, und wende sie auf zwei Weimarer Parteien an.
  5. Quellenkritik anwenden: Analysiere ein unbekanntes Wahlplakat aus der Weimarer Zeit und erkläre, welche Informationen die Quelle über politische Kultur liefert und welche nicht.
  6. Historisches Urteil: Nimm begründet Stellung zur These, die Zerstörung der Weimarer Demokratie sei weder unvermeidlich noch nur das Ergebnis von Wahlerfolgen der NSDAP gewesen.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du Zusammenhänge erklären und historische Quellen kritisch nutzen kannst.

  1. Verfassungsverständnis: Du kannst die Rollen von Reichstag, Reichsregierung und Reichspräsident erklären und Spannungsfelder benennen.
  2. Parteienkompetenz: Du kannst wichtige Parteien politisch einordnen und zwischen republiktragenden, schwankenden und republikfeindlichen Kräften unterscheiden.
  3. Wahlanalyse: Du kannst zentrale Wahlergebnisse von 1919 bis 1932 vergleichen und Veränderungen begründet deuten.
  4. Kultur und Öffentlichkeit: Du kannst erklären, wie politische Milieus, Medien, Propaganda, Gewalt und demokratisches Engagement die Republik prägten.
  5. Partizipation: Du kannst die Erweiterung demokratischer Teilhabe 1918/19 beschreiben und zugleich verbleibende Ungleichheiten berücksichtigen.
  6. Mehrperspektivität: Du kannst das Ende der Republik mit mehreren Ursachen erklären und vereinfachende Ein-Ursachen-Deutungen kritisch prüfen.




OERs zum Thema



Verknüpfte Lernbereiche

Die Demokratiegeschichte der Weimarer Republik verbindet Verfassungs-, Parteien-, Wahl-, Sozial- und Kulturgeschichte. Besonders wichtig ist das Zusammenspiel von Institutionen, politischem Verhalten und gesellschaftlichen Krisen.


aiMOOC-Projekte