Zum Inhalt springen

Das limbische System - Psychologie

Aus MOOCsWiki Staging

Das limbische System - Psychologie




Das limbische System - Psychologie


Einleitung

Das limbische System ist kein einzelnes Organ und kein isoliertes „Gefühlszentrum“. Der Begriff bezeichnet ein eng vernetztes Ensemble kortikaler und subkortikaler Hirnregionen. Diese Netzwerke beteiligen sich an Emotion, Motivation, Lernen, Gedächtnis, Stressreaktion, Belohnungslernen und der Regulation körperlicher Zustände.

Für die moderne Psychologie ist entscheidend: Gefühle, Gedanken und Handlungen entstehen nicht in voneinander getrennten Gehirnteilen. Limbische Strukturen arbeiten unter anderem mit dem präfrontalen Cortex, sensorischen Arealen, dem Hirnstamm und dem vegetativen Nervensystem zusammen.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du zentrale Strukturen des limbischen Systems räumlich und funktional einordnen, psychologische Prozesse mit neuronalen Netzwerken verbinden, vereinfachende Mythen kritisch prüfen und Befunde aus Fallbeispielen begründet interpretieren.


Grundidee und Begriff

Der Ausdruck „limbisch“ geht auf das lateinische Wort limbus für „Saum“ oder „Rand“ zurück. Paul Broca beschrieb 1878 einen limbischen Lappen. James Papez formulierte 1937 einen Schaltkreis zur Erklärung emotionaler Prozesse. Paul D. MacLean erweiterte das Modell später zum „limbischen System“.

Heute ist die Vorstellung eines klar abgegrenzten Emotionssystems umstritten. Je nach Lehrbuch werden unterschiedliche Strukturen einbezogen. Wissenschaftlich sinnvoll ist deshalb eine Netzwerkperspektive: Einzelne Regionen erfüllen mehrere Aufgaben, und dieselbe psychische Funktion verteilt sich auf mehrere Netzwerke.


Merksatz

Das limbische System ist ein historisch gewachsener Sammelbegriff für miteinander verbundene Hirnregionen, nicht ein abgeschlossener „Sitz der Gefühle“.


Zentrale Strukturen

Struktur Psychologisch wichtige Beiträge
Amygdala Bewertung biologisch und sozial bedeutsamer Reize, emotionale Lernprozesse, Aufmerksamkeitslenkung
Hippocampus Bildung und Konsolidierung deklarativer und episodischer Erinnerungen, räumliche Orientierung, Kontextlernen
Cingulärer Cortex Verknüpfung von Bewertung, Aufmerksamkeit, Motivation, Konfliktverarbeitung und Handlungssteuerung
Hypothalamus Homöostase, autonome und hormonelle Reaktionen, Hunger, Durst, Temperatur, Schlaf-Wach-Regulation
Vordere Thalamuskerne Weiterleitung und Integration von Informationen in Gedächtnis- und Emotionsnetzwerken
Fornix Faserbahn zwischen Hippocampus, Mammillarkörpern und weiteren Regionen
Mammillarkörper Bestandteil hippocampal-dienzephaler Gedächtnisnetzwerke
Parahippocampaler und entorhinaler Cortex Schnittstelle zwischen Neocortex und Hippocampus; Kontext, Raum und Gedächtnis
Nucleus accumbens Motivation, Verstärkungslernen, Annäherungsverhalten und Belohnungsverarbeitung


Amygdala: Bedeutung statt „Angstknopf“

Die paarige Amygdala liegt im medialen Temporallappen. Sie verarbeitet nicht nur Furcht. Sie hilft dem Organismus, die Bedeutsamkeit von Reizen schnell einzuschätzen, emotionale Assoziationen zu lernen und Aufmerksamkeit auf relevante Signale zu lenken. Ihre Wirkung hängt vom Kontext und von der Zusammenarbeit mit Hippocampus und präfrontalem Cortex ab.


Hippocampus: Gedächtnis und Kontext

Der Hippocampus ist besonders wichtig für neue episodische und deklarative Erinnerungen. Er verbindet Informationen zu räumlichen, zeitlichen und situativen Kontexten. Eine beidseitige schwere Schädigung kann zu einer anterograden Amnesie führen: Neue bewusste Erinnerungen lassen sich dann nur eingeschränkt bilden.


Hypothalamus: Körperliche Regulation

Der Hypothalamus verbindet psychische Bewertung mit körperlicher Anpassung. Über das vegetative Nervensystem und die Hypophyse beeinflusst er unter anderem Herz-Kreislauf-Reaktionen, Hormonfreisetzung, Hunger, Durst, Temperatur und Schlaf. Dadurch können emotional bedeutsame Situationen unmittelbar körperlich spürbar werden.


Netzwerke und Informationsfluss


Papez-Kreis

Der historische Papez-Kreis verbindet Hippocampusformation, Fornix, Mammillarkörper, vordere Thalamuskerne und Gyrus cinguli. Er war ein wichtiger Schritt zur Netzwerkidee. Moderne Forschung zeigt jedoch, dass Emotionen und Gedächtnis durch wesentlich umfangreichere und teilweise überlappende Netzwerke entstehen.


Präfrontale Regulation

Der präfrontale Cortex unterstützt Planung, Neubewertung, Impulskontrolle und zielgerichtetes Verhalten. Er steht in wechselseitiger Verbindung mit Amygdala, Hippocampus, cingulärem Cortex und Belohnungsnetzwerken. Emotionsregulation ist deshalb kein einfaches „Ausschalten“ von Gefühlen, sondern eine verteilte Anpassung von Aufmerksamkeit, Bewertung, Erinnerung und Handlung.


Belohnung und Motivation

Das mesolimbische System umfasst dopaminerge Projektionen aus dem ventralen Tegmentum zum Nucleus accumbens und zu weiteren Regionen. Dopamin signalisiert nicht einfach „Glück“. Es trägt wesentlich zu Lernen, Motivation, Erwartung und Vorhersagefehlern bei. Ein unerwartetes Ergebnis kann künftiges Verhalten stärker verändern als ein vollständig erwartetes.


Psychologische Prozesse


Emotion und Bewertung

Emotionen koordinieren Wahrnehmung, Körperreaktion, Gedächtnis und Handlungstendenz. Limbische Strukturen helfen bei der schnellen Bewertung, während kortikale Netzwerke Situation, Ziele, Regeln und Erfahrungen einbeziehen. Die bewusste Gefühlserfahrung entsteht aus diesem Zusammenspiel.


Furchtkonditionierung und Sicherheitslernen

Bei der Furchtkonditionierung erhält ein zunächst neutraler Reiz durch Kopplung mit einem aversiven Ereignis Bedeutung. Die Amygdala ist an Erwerb und Ausdruck gelernter Furcht beteiligt. Der Hippocampus liefert Kontextinformationen. Präfrontale Netzwerke unterstützen Extinktion und Sicherheitslernen. Extinktion löscht die alte Erinnerung meist nicht, sondern bildet eine neue, konkurrierende Lernerfahrung.


Emotion und Gedächtnis

Emotional bedeutsame Ereignisse werden häufig besonders lebhaft erinnert. Starke Erregung garantiert jedoch keine objektive Genauigkeit. Emotion kann Aufmerksamkeit auf zentrale Reize bündeln und Randinformationen schwächen. Gedächtnis bleibt rekonstruktiv und kann durch Erwartungen, spätere Informationen und wiederholtes Erzählen verändert werden.


Stress

Akuter Stress mobilisiert Energie und Aufmerksamkeit. Bei anhaltender oder sehr starker Belastung können flexible Regulation, Schlaf, Konzentration und Gedächtnis beeinträchtigt werden. Beteiligt sind unter anderem Amygdala, Hippocampus, präfrontaler Cortex, Hypothalamus und die HPA-Achse.


Geruch und autobiografische Erinnerung

Gerüche besitzen enge Verbindungen zu Amygdala, Hippocampus und orbitofrontalem Cortex. Deshalb können Gerüche schnell Gefühle und autobiografische Erinnerungen aktivieren. Auch hier handelt es sich nicht um eine direkte „Abkürzung zur Erinnerung“, sondern um vernetzte sensorische, emotionale und kognitive Verarbeitung.


Forschung und Methoden

Methode Aussage Grenze
fMRT Zeigt Veränderungen der Durchblutung als indirektes Aktivitätsmaß Keine direkte Messung einzelner Gedanken oder Gefühle
EEG Erfasst elektrische Aktivität mit hoher zeitlicher Auflösung Tiefe Strukturen sind nur begrenzt lokalisierbar
Läsionsstudie Zeigt, welche Funktionen nach einer Schädigung beeinträchtigt sind Schädigungen sind selten exakt begrenzt; Netzwerke passen sich an
Tiermodell Ermöglicht kontrollierte Untersuchung von Schaltkreisen Ergebnisse sind nicht vollständig auf Menschen übertragbar
Psychophysiologie Verbindet Erleben und Verhalten mit Herzrate, Hautleitfähigkeit oder Hormonen Körpermaße sind nicht eindeutig einer einzelnen Emotion zuzuordnen


Häufige Fehlvorstellungen

Vereinfachung Fachlich angemessenere Sicht
„Die Amygdala ist das Angstzentrum.“ Die Amygdala verarbeitet Bedeutsamkeit und beteiligt sich an mehreren emotionalen Lernprozessen.
„Der Hippocampus speichert Erinnerungen wie eine Festplatte.“ Er unterstützt Bildung, Verknüpfung und Konsolidierung; Gedächtnisinhalte sind verteilt repräsentiert.
„Dopamin ist das Glückshormon.“ Dopamin wirkt unter anderem bei Motivation, Lernen, Erwartung und Handlungswahl.
„Gefühl und Vernunft sitzen in getrennten Gehirnen.“ Emotionale und kognitive Prozesse sind eng verschränkt.
„Das limbische System ist anatomisch eindeutig.“ Seine Abgrenzung hängt vom Modell ab und ist wissenschaftlich umstritten.
„Das dreieinige Gehirn erklärt die Evolution.“ Das Modell ist anschaulich, aber neuroanatomisch und evolutionsbiologisch stark vereinfachend.


Klinische Bezüge

Veränderungen limbischer Netzwerke werden bei verschiedenen psychischen und neurologischen Störungen untersucht, etwa bei PTBS, Depression, Angststörung, Suchterkrankung, Epilepsie und Alzheimer-Krankheit. Ein Hirnbild allein stellt jedoch keine psychologische Diagnose. Störungen entstehen aus komplexen Wechselwirkungen biologischer, psychischer und sozialer Faktoren.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Aussage beschreibt das limbische System fachlich am besten? (Ein Netzwerkbegriff für mehrere verbundene Hirnregionen) (!Ein einzelner Kern ausschließlich für Gefühle) (!Ein Teil des Rückenmarks) (!Ein ausschließlich hormonelles Organ)




Welche Struktur ist besonders an der Bildung neuer episodischer Erinnerungen beteiligt? (Hippocampus) (!Kleinhirn) (!Medulla oblongata) (!Primärer motorischer Cortex)




Welche Aussage zur Amygdala ist am treffendsten? (Sie bewertet bedeutsame Reize und unterstützt emotionales Lernen) (!Sie verarbeitet ausschließlich Angst) (!Sie speichert alle Langzeiterinnerungen) (!Sie steuert nur willkürliche Bewegungen)




Welche Hauptaufgabe hat der Hypothalamus? (Regulation innerer Körperzustände und vegetativer Reaktionen) (!Erkennung geschriebener Wörter) (!Steuerung feinmotorischer Fingerbewegungen) (!Analyse von Tonhöhen im Hörkortex)




Was beschreibt Extinktion bei gelernter Furcht am besten? (Neues Sicherheitslernen konkurriert mit der früheren Furchterinnerung) (!Die ursprüngliche Erinnerung wird immer vollständig gelöscht) (!Der Reiz wird aus dem sensorischen Gedächtnis entfernt) (!Die Amygdala stellt jede Aktivität dauerhaft ein)




Welche Struktur verbindet Hippocampus und Mammillarkörper als Faserbahn? (Fornix) (!Pons) (!Insula) (!Corpus striatum)




Welche Aussage über Dopamin ist richtig? (Es beteiligt sich an Motivation Lernen und Erwartung) (!Es ist ausschließlich ein Glückssignal) (!Es wird nur im Hippocampus gebildet) (!Es verhindert jede Form von Gewohnheitslernen)




Warum gilt die Trennung von Gefühl und Vernunft als zu einfach? (Emotionale und kognitive Netzwerke arbeiten eng zusammen) (!Gefühle entstehen außerhalb des Gehirns) (!Vernunft benötigt keine Erinnerungen) (!Der präfrontale Cortex hat keine Verbindungen zur Amygdala)




Was misst die funktionelle Magnetresonanztomographie überwiegend indirekt? (Veränderungen der lokalen Durchblutung) (!Einzelne Gedanken in Worten) (!Die exakte Menge jeder Erinnerung) (!Direkte Aktionspotenziale jedes Neurons)




Welche Aussage zu emotionalen Erinnerungen ist richtig? (Sie können lebhaft sein ohne vollständig genau zu sein) (!Sie sind immer objektiv korrekt) (!Sie entstehen ohne Aufmerksamkeit) (!Sie können durch spätere Informationen nicht verändert werden)





Memory

Amygdala Bedeutsamkeitsbewertung
Hippocampus Kontextgedächtnis
Hypothalamus Homöostase
Fornix Faserbahn
Nucleus accumbens Verstärkungslernen
Cingulärer Cortex Konfliktverarbeitung
Präfrontaler Cortex Neubewertung
Extinktion Sicherheitslernen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Amygdala Bewertung bedeutsamer Reize
Hippocampus Bildung neuer episodischer Erinnerungen
Hypothalamus Regulation innerer Körperzustände
Fornix Verbindung innerhalb hippocampaler Netzwerke
Nucleus accumbens Motivation und Verstärkungslernen






Kreuzworträtsel

Amygdala Welche mandelförmige Struktur beteiligt sich an emotionaler Bewertung?
Hippocampus Welche Struktur ist zentral für neue episodische Erinnerungen?
Fornix Wie heißt die Faserbahn zwischen Hippocampus und Mammillarkörpern?
Thalamus Welche Zwischenhirnstruktur enthält vordere Kerne des Papez-Kreises?
Cingulum Wie heißt das Faserbündel im Bereich des Gyrus cinguli?
Homöostase Wie heißt die Aufrechterhaltung eines stabilen inneren Milieus?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Das limbische System wird heute am besten als

verstanden. Die

beteiligt sich an der Bewertung bedeutsamer Reize. Der

unterstützt die Bildung neuer episodischer Erinnerungen. Der

reguliert innere Körperzustände. Der

ist eine wichtige Faserbahn hippocampaler Netzwerke. Der historische Schaltkreis von Papez enthält den Gyrus

. Beim Sicherheitslernen spielt die

eine wichtige Rolle. Der präfrontale Cortex unterstützt die kognitive

. Der Nucleus accumbens beteiligt sich am

. Dopamin signalisiert unter anderem Erwartung und

. Emotionales Gedächtnis kann lebhaft sein, bleibt aber

. Die klare Trennung von Gefühl und

gilt als überholt.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Strukturen markieren: Beschrifte in einer selbst gezeichneten Gehirnskizze Amygdala, Hippocampus, Hypothalamus, Gyrus cinguli und präfrontalen Cortex.
  2. Mythencheck: Wähle eine Fehlvorstellung aus dem Kurs und formuliere eine fachlich bessere Erklärung in höchstens fünf Sätzen.
  3. Begriffsnetz: Erstelle eine Concept-Map mit mindestens acht Fachbegriffen und beschrifte jede Verbindung mit einem passenden Verb.
  4. Alltagsbeobachtung: Beschreibe eine Situation, in der Erinnerung, Körperreaktion und Bewertung zusammenwirken, ohne daraus eine Diagnose abzuleiten.


Standard

  1. Furchtkonditionierung analysieren: Entwickle ein ethisch unbedenkliches Beispiel und ordne neutralen Reiz, unkonditionierten Reiz, konditionierte Reaktion und Extinktion zu.
  2. Medienkritik: Prüfe einen populären Beitrag zum „Emotionsgehirn“ auf Vereinfachungen und belege mindestens drei Korrekturen mit Fachquellen.
  3. Fallanalyse Gedächtnis: Erkläre anhand eines fiktiven Falls, wie eine Hippocampusschädigung neue Erinnerungen beeinträchtigen kann, während ältere Erinnerungen teilweise erhalten bleiben.
  4. Erklärvideo: Produziere ein zweiminütiges Video, das Amygdala, Hippocampus und präfrontalen Cortex als Netzwerk erklärt.


Schwer

  1. Studienentwurf: Plane eine Untersuchung zur Wirkung emotionaler Erregung auf zentrale und periphere Gedächtnisinhalte. Formuliere Hypothese, Variablen, Kontrolle und ethische Grenzen.
  2. Modellvergleich: Vergleiche Papez-Kreis, klassisches limbisches System und moderne Netzwerkperspektive in einer argumentativen Tabelle.
  3. Klinischer Transfer: Analysiere ein fiktives PTBS-Fallbeispiel biopsychosozial und erkläre, warum ein einzelner Hirnbereich keine vollständige Diagnose liefert.
  4. Wissenschaftsdebatte: Verfasse ein Positionspapier zur Frage, ob der Begriff „limbisches System“ weiterhin verwendet werden sollte. Berücksichtige Nutzen, Grenzen und Alternativen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Netzwerkanalyse: Erkläre, wie Amygdala, Hippocampus, Hypothalamus und präfrontaler Cortex gemeinsam auf einen plötzlich bedrohlich wirkenden Reiz reagieren könnten.
  2. Transfer auf Prüfungssituationen: Leite aus den Kursinhalten ab, warum moderate Aktivierung das Lernen unterstützen, sehr starke und anhaltende Belastung es aber beeinträchtigen kann.
  3. Fehlerdiagnose: Bewerte die Aussage „Die Amygdala erzeugt Angst und der präfrontale Cortex schaltet sie aus“ und formuliere eine differenzierte Alternative.
  4. Methodenkritik: Eine fMRT-Studie zeigt erhöhte Amygdalaaktivität. Nenne mindestens drei Gründe, warum daraus nicht direkt auf ein bestimmtes subjektives Gefühl geschlossen werden kann.
  5. Gedächtnistransfer: Erkläre, warum ein emotionales Erlebnis sehr lebhaft erinnert werden kann und dennoch sachliche Fehler enthalten kann.
  6. Belohnungslernen: Entwickle ein Beispiel, in dem ein unerwartetes Ergebnis einen Vorhersagefehler erzeugt und zukünftiges Verhalten verändert.
  7. Begriffsentscheidung: Begründe, ob Du in einem Schulreferat vom „limbischen System“ sprechen würdest und welche Einschränkung Du dabei nennen müsstest.




Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis solltest Du:

  1. zentrale limbische Strukturen korrekt benennen und räumlich grob einordnen,
  2. Funktionen nicht starr einzelnen Regionen zuweisen, sondern als Netzwerkleistungen erklären,
  3. Amygdala, Hippocampus, Hypothalamus, cingulären und präfrontalen Cortex fachlich unterscheiden,
  4. Emotion, Gedächtnis, Motivation, Stress und Körperregulation miteinander verknüpfen,
  5. den Papez-Kreis historisch einordnen und seine Grenzen erläutern,
  6. mindestens eine Forschungsmethode mit Aussagekraft und Grenze bewerten,
  7. populäre Mythen anhand wissenschaftlicher Argumente korrigieren,
  8. einen unbekannten Fall nachvollziehbar und ohne vorschnelle Diagnose analysieren.




OERs zum Thema

Freie Medien zum limbischen System auf Wikimedia Commons



Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte





Schulfach+

Prüfungsliteratur 2026
Bundesland Bücher Kurzbeschreibung
Baden-Württemberg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Mittlere Reife

  1. Der Markisenmann - Jan Weiler oder Als die Welt uns gehörte - Liz Kessler
  2. Ein Schatten wie ein Leopard - Myron Levoy oder Pampa Blues - Rolf Lappert

Abitur Dorfrichter-Komödie über Wahrheit/Schuld; Roman über einen Ort und deutsche Geschichte. Mittlere Reife Wahllektüren (Roadtrip-Vater-Sohn / Jugendroman im NS-Kontext / Coming-of-age / Provinzroman).

Bayern

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Lustspiel über Machtmissbrauch und Recht; Roman als Zeitschnitt deutscher Geschichte an einem Haus/Grundstück.

Berlin/Brandenburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Der Biberpelz - Gerhart Hauptmann
  4. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Gerichtskomödie; soziales Drama um Ausbeutung/Armut; Komödie/Satire um Diebstahl und Obrigkeit; Roman über Erinnerungsräume und Umbrüche.

Bremen

Abitur

  1. Nach Mitternacht - Irmgard Keun
  2. Mario und der Zauberer - Thomas Mann
  3. Emilia Galotti - Gotthold Ephraim Lessing oder Miss Sara Sampson - Gotthold Ephraim Lessing

Abitur Roman in der NS-Zeit (Alltag, Anpassung, Angst); Novelle über Verführung/Massenpsychologie; bürgerliche Trauerspiele (Moral, Macht, Stand).

Hamburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun

Abitur Justiz-/Machtkritik als Komödie; Großstadtroman der Weimarer Zeit (Rollenbilder, Aufstiegsträume, soziale Realität).

Hessen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  4. Der Prozess - Franz Kafka

Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

Niedersachsen

Abitur

  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

Nordrhein-Westfalen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Komödie über Wahrheit und Autorität; Roman als literarische „Geschichtsschichtung“ an einem Ort.

Saarland

Abitur

  1. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  2. Furor - Lutz Hübner und Sarah Nemitz
  3. Bahnwärter Thiel - Gerhart Hauptmann

Abitur Erinnerungsroman an einem Ort; zeitgenössisches Drama über Eskalation/Populismus; naturalistische Novelle (Pflicht/Überforderung/Abgrund).

Sachsen (berufliches Gymnasium)

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Irrungen, Wirrungen - Theodor Fontane
  4. Der gute Mensch von Sezuan - Bertolt Brecht
  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  6. Der Trafikant - Robert Seethaler

Abitur Mischung aus Klassiker-Drama, sozialem Drama, realistischem Roman, epischem Theater und Gegenwarts-/Erinnerungsroman; zusätzlich Coming-of-age im historischen Kontext.

Sachsen-Anhalt

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Themenfelder)

Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

Schleswig-Holstein

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Recht/Gerechtigkeit und historische Tiefenschichten eines Ortes – umgesetzt über Drama und Gegenwartsroman.

Thüringen

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool)

Abitur In der Praxis häufig Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool; landesweite Einzeltitel je nach Vorgabe/Handreichung nicht einheitlich ausgewiesen.

Mecklenburg-Vorpommern

Abitur

  1. (Quelle aktuell technisch nicht abrufbar; Beteiligung am gemeinsamen Aufgabenpool bekannt)

Abitur Land beteiligt sich am länderübergreifenden Aufgabenpool; konkrete, veröffentlichte Einzeltitel konnten hier nicht ausgelesen werden.

Rheinland-Pfalz

Abitur

  1. (keine landesweit einheitliche Pflichtlektüre; schulische Auswahl)

Abitur Keine landesweite Einheitsliste; Auswahl kann schul-/kursbezogen erfolgen.




aiMOOCs



aiMOOC Projekte












THE MONKEY DANCE




The Monkey DanceaiMOOCs

  1. Trust Me It's True: #Verschwörungstheorie #FakeNews
  2. Gregor Samsa Is You: #Kafka #Verwandlung
  3. Who Owns Who: #Musk #Geld
  4. Lump: #Trump #Manipulation
  5. Filth Like You: #Konsum #Heuchelei
  6. Your Poverty Pisses Me Off: #SozialeUngerechtigkeit #Musk
  7. Hello I'm Pump: #Trump #Kapitalismus
  8. Monkey Dance Party: #Lebensfreude
  9. God Hates You Too: #Religionsfanatiker
  10. You You You: #Klimawandel #Klimaleugner
  11. Monkey Free: #Konformität #Macht #Kontrolle
  12. Pure Blood: #Rassismus
  13. Monkey World: #Chaos #Illusion #Manipulation
  14. Uh Uh Uh Poor You: #Kafka #BerichtAkademie #Doppelmoral
  15. The Monkey Dance Song: #Gesellschaftskritik
  16. Will You Be Mine: #Love
  17. Arbeitsheft
  18. And Thanks for Your Meat: #AntiFactoryFarming #AnimalRights #MeatIndustry


© The Monkey Dance on Spotify, YouTube, Amazon, MOOCit, Deezer, ...



Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen