Das Ulmer Münster als gemeinsames Erbe der Stadtgesellschaft


Das Ulmer Münster als gemeinsames Erbe der Stadtgesellschaft
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Einleitung
Das Ulmer Münster ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt Ulm. In diesem aiMOOC untersuchst Du es nicht nur als beeindruckendes Bauwerk der Gotik, sondern als gemeinsames Erbe der Stadtgesellschaft. Damit ist gemeint: Das Münster ist ein Ort, an dem sich Glaube, Kunst, Handwerk, Stadtgeschichte, Bürgerschaft, Denkmalpflege und heutige Fragen des Zusammenlebens miteinander verbinden.
Das Ulmer Münster wurde seit dem Mittelalter von der Stadtgesellschaft getragen. Bürgerinnen und Bürger finanzierten den Bau über Jahrhunderte mit, Handwerker gestalteten ihn, Generationen nutzten ihn als religiösen, kulturellen und städtischen Raum. Heute gehört das Münster zur evangelischen Kirche, bleibt aber zugleich ein öffentlich wahrgenommenes Kulturdenkmal, ein Erinnerungsort und ein Symbol der ganzen Stadt.
In diesem Kurs lernst Du, warum das Ulmer Münster als Bürgerkirche verstanden werden kann, wie sich seine Bedeutung im Lauf der Zeit verändert hat und welche Verantwortung mit einem gemeinsamen Kulturerbe verbunden ist. Du arbeitest historisch, ästhetisch, politisch und ethisch: Wer gehört zur Stadtgesellschaft? Wer entscheidet über Erbe? Wer erhält es? Und wie kann ein historisches Bauwerk für Menschen mit unterschiedlichen religiösen, kulturellen und sozialen Hintergründen bedeutsam sein?
Das Ulmer Münster als gemeinsames Erbe
Was bedeutet gemeinsames Erbe?
Ein Erbe ist mehr als ein Gegenstand aus der Vergangenheit. Es ist etwas, das Menschen übernehmen, deuten, bewahren, verändern und an kommende Generationen weitergeben. Beim Ulmer Münster geht es deshalb nicht nur um Stein, Turm, Fenster oder Chorgestühl, sondern auch um Erinnerungen, Konflikte, Zugehörigkeit und Verantwortung.
Gemeinsames Erbe bedeutet:
- Kulturelles Erbe: Das Münster ist ein bedeutendes Bauwerk, das Kunst, Architektur und Geschichte sichtbar macht.
- Soziales Erbe: Viele Gruppen der Stadtgesellschaft haben zu seiner Entstehung, Nutzung und Erhaltung beigetragen.
- Religiöses Erbe: Das Münster wurde als katholische Kirche begonnen und ist seit der Reformation evangelisch geprägt.
- Politisches Erbe: Das Münster erzählt von der Reichsstadt Ulm, von Bürgerentscheidungen, Machtverhältnissen und städtischer Selbstbehauptung.
- Zukünftiges Erbe: Jede Generation muss entscheiden, wie sie das Münster schützt, erklärt und für unterschiedliche Menschen zugänglich macht.
Das gemeinsame Erbe ist nicht automatisch konfliktfrei. Im Mittelalter hatten nicht alle Menschen dieselben Rechte. Auch heute erleben Menschen ein Bauwerk unterschiedlich: religiös, touristisch, historisch, künstlerisch, kritisch oder alltäglich. Gerade deshalb ist das Münster ein gutes Beispiel dafür, dass Stadtgesellschaft immer neu ausgehandelt wird.
Historischer Ursprung: Eine Bürgerkirche im Herzen der Stadt
Der Grundstein des Ulmer Münsters wurde am 30. Juni 1377 gelegt. Ulm war damals eine Freie Reichsstadt und verfügte über wirtschaftliche Kraft, städtisches Selbstbewusstsein und eine aktive Bürgerschaft. Der Bau einer großen Kirche im Zentrum der Stadt war ein außergewöhnliches Gemeinschaftsprojekt. Er sollte nicht nur religiöse Bedürfnisse erfüllen, sondern auch zeigen, was die Stadtgemeinschaft leisten konnte.

Das Münster wird häufig als Bürgerkirche bezeichnet. Dieser Begriff macht deutlich, dass nicht ein einzelner Fürst oder Bischof das Bauwerk als Repräsentationsprojekt bestimmte. Vielmehr trugen Bürgerinnen und Bürger der Stadt den Bau finanziell und organisatorisch mit. Gleichzeitig darf man die damalige Stadtgesellschaft nicht mit einer modernen Demokratie verwechseln. Einfluss hatten vor allem wohlhabende Bürger, Ratsfamilien, Patrizier, Zünfte und wirtschaftlich bedeutende Gruppen. Arme Menschen, Knechte, Mägde, viele Frauen und Personen ohne Bürgerrecht hatten deutlich weniger politische Mitsprache.
Gerade diese Spannung macht das Münster als Lerngegenstand interessant: Es steht für gemeinschaftliche Leistung, aber auch für historische Ungleichheit. Wenn Du heute vom gemeinsamen Erbe sprichst, kannst Du fragen, wie ein Bauwerk, das in einer ungleichen Gesellschaft entstand, heute möglichst offen und inklusiv vermittelt werden kann.
Bauzeit, Bauhütte und Generationenprojekt
Die Baugeschichte des Ulmer Münsters umfasst mehr als fünf Jahrhunderte. Der Bau begann 1377, wurde im 16. Jahrhundert unterbrochen und im 19. Jahrhundert wieder intensiv aufgenommen. Der Hauptturm wurde am 31. Mai 1890 vollendet. Damit wurde das Münster zu einem sichtbaren Zeichen dafür, dass ein Projekt über viele Generationen hinweg weitergetragen werden kann.
Eine wichtige Rolle spielte die Bauhütte. Eine Bauhütte ist eine Arbeits- und Organisationsform, in der Steinmetze, Baumeister, Handwerker und andere Fachkräfte zusammenarbeiten. Sie bewahrt Wissen über Materialien, Werkzeuge, Baupläne und Restaurierungstechniken. Beim Münster zeigt sich: Handwerk ist nicht nur praktische Arbeit, sondern auch kulturelles Wissen.
Das Münster ist deshalb ein Beispiel für Nachhaltigkeit im kulturellen Sinn. Jede Generation übernimmt etwas Unfertiges oder Gefährdetes, pflegt es weiter und gibt es verändert weiter. Steine verwittern, Fenster müssen geschützt, Figuren gesichert und Dächer gepflegt werden. Gemeinsames Erbe bedeutet also nicht Stillstand, sondern dauernde Arbeit.

Religion und Reformation: Wandel der Bedeutung
Das Ulmer Münster wurde in einer vorreformatorischen Zeit als römisch-katholische Kirche begonnen. Im Jahr 1530 entschied sich die Ulmer Bürgerschaft in einer Abstimmung für die Einführung der Reformation. Seitdem ist das Münster evangelisch geprägt. Dadurch zeigt das Bauwerk, wie eng Religion, Politik und Stadtgeschichte miteinander verbunden sein können.
Das Münster ist kein Dom im engeren Sinn, weil es keine Bischofskirche mit einem Bischofssitz ist. Der Name Münster bezeichnet eine große und bedeutende Kirche. In Ulm verweist der Begriff auf Größe, Geschichte und städtische Bedeutung.
Für das Thema gemeinsames Erbe ist dieser Wandel besonders wichtig. Das Bauwerk enthält Spuren katholischer Entstehung, evangelischer Nutzung, städtischer Erinnerung und heutiger touristischer Bedeutung. Es gehört nicht nur einer einzigen Deutung. Wer das Münster betrachtet, kann unterschiedliche Schichten der Geschichte erkennen.
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Baukunst der Gotik und Symbol der Stadt
Das Ulmer Münster ist ein bedeutendes Beispiel der Gotik. Typisch für gotische Architektur sind hohe Räume, Spitzbögen, Maßwerk, große Fensterflächen, Strebewerk und eine starke Ausrichtung nach oben. Die Höhe des Turms prägt die Silhouette von Ulm und macht das Münster aus großer Entfernung erkennbar.
Der Hauptturm ist 161,53 Meter hoch. Von 1890 bis 2025 galt das Ulmer Münster als Kirche mit dem höchsten Kirchturm der Welt. Seit die Sagrada Família in Barcelona diesen Höhenrekord übertroffen hat, bleibt das Münster der höchste Kirchturm Deutschlands und ein historisch einzigartiges Bauwerk.

Die Baukunst des Münsters ist nicht nur technisch beeindruckend. Sie hat auch eine symbolische Wirkung. Der Blick nach oben kann religiös gedeutet werden, aber auch als Ausdruck menschlicher Vorstellungskraft, gemeinschaftlicher Arbeit und städtischen Selbstbewusstseins. Das Münster zeigt, dass Architektur Werte sichtbar machen kann.
Kunstschätze, Erinnerungsräume und Stadtidentität
Im Inneren des Münsters befinden sich Kunstwerke aus verschiedenen Epochen. Dazu gehören das geschnitzte Chorgestühl, Glasfenster, Altäre, Figuren, Wasserspeier, Orgeln und zahlreiche Details aus Stein und Holz. Diese Ausstattung macht das Münster zu einem Raum, in dem Kunstgeschichte erfahrbar wird.

Das Münster ist auch ein Erinnerungsort. Es überstand die schweren Luftangriffe auf Ulm im Zweiten Weltkrieg weitgehend unzerstört, während große Teile der Altstadt stark beschädigt wurden. Dadurch wurde es nach 1945 noch stärker zu einem Zeichen von Kontinuität, Verletzlichkeit und Neubeginn.
Für die Stadtidentität ist das Münster deshalb mehr als ein Bauwerk. Es erscheint auf Bildern, in Stadtführungen, auf Erinnerungsstücken, in Erzählungen, im Tourismus und im Alltag der Menschen. Es ist ein Orientierungspunkt im Stadtraum und ein Symbol, an dem sich Fragen nach Heimat, Zugehörigkeit und Verantwortung festmachen lassen.
Finanzierung, Eigentum und Verantwortung
Das Münster befand sich jahrhundertelang im Besitz der Stadt Ulm. Erst 1894 ging es in den Besitz der evangelischen Kirchengemeinde über. Diese Geschichte zeigt, wie eng Stadt, Kirche und Bürgerschaft miteinander verbunden waren und sind.

Finanzierung und Erhalt sind bis heute wichtige Themen. Historisch trugen Stiftungen, Spenden, Handwerksarbeit und städtische Entscheidungen zum Bau bei. Heute geht es um Denkmalpflege, Restaurierung, Sicherheitsfragen, Besucherbetrieb, kirchliche Nutzung und die Vermittlung an Lernende und Gäste.
Das gemeinsame Erbe wird dadurch konkret: Wer das Münster nutzt, bewundert oder als Stadtzeichen versteht, muss auch überlegen, wie es erhalten werden kann. Verantwortung bedeutet, nicht nur stolz auf ein Denkmal zu sein, sondern sich um seine Pflege, Zugänglichkeit und faire Vermittlung zu kümmern.
Das Münster als öffentlicher Raum heute
Das Ulmer Münster ist bis heute ein lebendiger Ort. Es ist Kirche, Konzertort, Ziel von Stadtführungen, touristischer Anziehungspunkt, Lernort und Treffpunkt. Der Münsterplatz verbindet das Bauwerk mit dem Alltag der Stadt: Menschen gehen zur Arbeit, besuchen Märkte, fotografieren den Turm, nehmen an Veranstaltungen teil oder setzen sich mit der Geschichte des Ortes auseinander.
Als gemeinsames Erbe muss das Münster für unterschiedliche Perspektiven offen sein. Religiöse Menschen erleben es anders als nichtreligiöse Besucherinnen und Besucher. Alteingesessene Ulmerinnen und Ulmer verbinden damit andere Geschichten als neu zugezogene Menschen. Kinder sehen andere Dinge als Architektinnen, Steinmetze oder Historiker. Ein zeitgemäßer Umgang mit dem Münster fragt deshalb: Wie kann ein historisches Bauwerk Menschen verbinden, ohne Unterschiede zu überdecken?
Kritische Perspektiven auf Stadtgesellschaft und Erbe
Der Ausdruck Stadtgesellschaft klingt zunächst harmonisch. Historisch war die Gesellschaft aber von Unterschieden geprägt: Vermögen, Geschlecht, Herkunft, Religion, Beruf und Bürgerrecht bestimmten, wer mitentscheiden durfte. Wer das Münster als gemeinsames Erbe bezeichnet, sollte deshalb auch fragen, wessen Stimmen in der Geschichte sichtbar sind und wessen Stimmen fehlen.
Kritische Fragen können sein:
- Teilhabe: Wer konnte früher am Bau und an Entscheidungen mitwirken, wer nicht?
- Erinnerungskultur: Welche Geschichten werden bei Führungen erzählt, welche bleiben unsichtbar?
- Zugang: Können alle Menschen das Münster erleben, auch Menschen mit Behinderung oder wenig Geld?
- Religion und Öffentlichkeit: Wie kann ein evangelischer Kirchenraum zugleich ein offener Lern- und Kulturort sein?
- Tourismus: Wie lässt sich Besucherinteresse mit Respekt vor Gottesdienst, Stille und Denkmalpflege verbinden?
- Zukunft: Wie verändert sich das Erbe, wenn die Stadtgesellschaft vielfältiger wird?
Diese Fragen zeigen: Gemeinsames Erbe ist kein fertiger Besitz. Es ist eine Aufgabe.
Kompetenzen in diesem aiMOOC
Nach der Bearbeitung dieses Kurses kannst Du:
- Geschichte: zentrale Stationen der Bau- und Nutzungsgeschichte des Ulmer Münsters erklären.
- Politische Bildung: den Begriff Stadtgesellschaft kritisch auf historische und heutige Teilhabe beziehen.
- Kunst: Merkmale gotischer Architektur und ausgewählte Kunstwerke des Münsters beschreiben.
- Religion: die Bedeutung von Reformation und evangelischer Nutzung im historischen Zusammenhang erklären.
- Ethik: Verantwortung für gemeinsames Kulturerbe begründen.
- Medienbildung: Bilder, Videos und Quellen zum Münster auswerten und eigene Lernprodukte erstellen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Warum wird das Ulmer Münster häufig als Bürgerkirche bezeichnet? (Weil Bürgerinnen und Bürger der Stadt den Bau wesentlich mittrugen) (!Weil es ausschließlich als Rathaus genutzt wurde) (!Weil es von einem König als Privatkapelle gebaut wurde) (!Weil es nie eine religiöse Bedeutung hatte)
Wann begann der Bau des Ulmer Münsters? (1377) (!1530) (!1844) (!1890)
Welche Aussage beschreibt die religiöse Entwicklung des Ulmer Münsters richtig? (Es wurde katholisch begonnen und ist seit der Reformation evangelisch geprägt) (!Es war immer ausschließlich jüdisch geprägt) (!Es wurde erst im 20. Jahrhundert als Kirche gebaut) (!Es war nie ein religiöser Raum)
Was bedeutet gemeinsames Erbe im Zusammenhang mit dem Ulmer Münster besonders? (Es wird von vielen Menschen erinnert, genutzt, gedeutet und bewahrt) (!Es gehört gedanklich nur einer einzigen Person) (!Es darf historisch nicht erklärt werden) (!Es ist nur ein technisches Bauwerk ohne soziale Bedeutung)
Welcher Baustil prägt das Ulmer Münster besonders? (Gotik) (!Barock) (!Bauhaus) (!Romanik der Moderne)
Welche Rolle hat eine Bauhütte? (Sie organisiert und bewahrt handwerkliches Wissen für Bau und Erhalt) (!Sie verkauft ausschließlich Lebensmittel auf dem Münsterplatz) (!Sie ist eine mittelalterliche Schule für Musiktheorie) (!Sie bezeichnet den höchsten Punkt eines Kirchturms)
Welche Aussage zum Turm des Ulmer Münsters ist heute korrekt? (Er ist der höchste Kirchturm Deutschlands) (!Er ist seit 2026 wieder der höchste Kirchturm der Welt) (!Er ist niedriger als alle Kirchen in Ulm) (!Er wurde bereits im Jahr 1377 vollendet)
Was zeigte die Entscheidung der Ulmer Bürgerschaft im Jahr 1530? (Die Stadt führte die Reformation ein) (!Die Stadt riss das Münster vollständig ab) (!Die Stadt verlegte das Münster nach Barcelona) (!Die Stadt beendete jede Form kirchlicher Nutzung)
Warum ist Denkmalpflege für das Ulmer Münster wichtig? (Weil das Bauwerk dauerhaft geschützt, repariert und vermittelt werden muss) (!Weil historische Bauwerke ohne Pflege automatisch stabil bleiben) (!Weil Denkmalpflege nur neue Gebäude betrifft) (!Weil sie jede Nutzung des Münsters verbietet)
Welche kritische Frage passt besonders zum Thema Stadtgesellschaft? (Wer konnte früher und wer kann heute am gemeinsamen Erbe teilhaben) (!Wie kann man alle historischen Quellen vernichten) (!Warum sollte niemand ein Denkmal besuchen) (!Wie lässt sich Geschichte vollständig aus dem Stadtraum entfernen)
Memory
| Bürgerkirche | Von der Stadtgesellschaft getragenes Gotteshaus |
| Bauhütte | Organisation von Bauarbeit und Erhaltung |
| Reformation | Wandel zur evangelischen Prägung |
| Chorgestühl | Bedeutendes Kunstwerk aus Eichenholz |
| Turm | Prägendes Wahrzeichen der Stadt |
| Denkmalpflege | Verantwortung für kommende Generationen |
| Münsterplatz | Öffentlicher Stadtraum am Bauwerk |
| Gemeinsames Erbe | Geteilte Erinnerung und Verantwortung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Mittelalterliche Grundsteinlegung | Beginn des gemeinschaftlich getragenen Bauprojekts |
| Einführung der Reformation | Wandel zur evangelischen Stadtkirche |
| Baustopp im sechzehnten Jahrhundert | Sicherung statt weiterer Ausbau |
| Wiederbelebung der Bauhütte | Fortsetzung und Restaurierung im neunzehnten Jahrhundert |
| Vollendung des Hauptturms | Sichtbares Stadtzeichen der Moderne |
| Übergang an die Kirchengemeinde | Neue Eigentumsform bei bleibender öffentlicher Bedeutung |
| Denkmalpflege heute | Gemeinsame Verantwortung für Erhalt und Vermittlung |
Kreuzworträtsel
| Bürgerkirche | Wie nennt man eine Kirche, die besonders stark durch die Bürgerschaft getragen wurde? |
| Gotik | Welcher Baustil prägt das Ulmer Münster besonders? |
| Reformation | Welche Bewegung veränderte die religiöse Prägung des Münsters dauerhaft? |
| Bauhütte | Welche Organisation verbindet Handwerk, Bauwissen und Erhaltung? |
| Denkmal | Wie nennt man ein geschütztes Bauwerk mit besonderer kultureller Bedeutung? |
| Teilhabe | Welcher Begriff beschreibt die Möglichkeit, an Entscheidungen und Nutzung mitzuwirken? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Bildbeschreibung: Wähle ein Foto des Ulmer Münsters aus und beschreibe, welche Wirkung Turm, Platz, Licht und Menschen auf Dich haben.
- Stadtzeichen: Erstelle eine kleine Skizze, in der Du zeigst, warum das Münster als Wahrzeichen Ulms erkennbar ist.
- Begriffsnetz: Sammle zehn Begriffe zu Kulturerbe, Stadtgesellschaft, Gotik und Denkmalpflege und verbinde sie in einer Mindmap.
- Perspektivwechsel: Schreibe einen kurzen Tagebucheintrag aus der Sicht einer Person, die im Mittelalter am Bau beteiligt war.
Standard
- Stadtführung: Entwickle eine fünfminütige Mini-Führung zum Thema Das Münster als Bürgerkirche und erkläre dabei mindestens drei historische Stationen.
- Interview: Befrage eine Person aus Ulm oder aus Deiner Umgebung, was ein gemeinsames Wahrzeichen für eine Stadt bedeuten kann.
- Quellenvergleich: Vergleiche zwei Darstellungen des Ulmer Münsters, zum Beispiel eine touristische Beschreibung und einen historischen Sachtext, und arbeite Unterschiede heraus.
- Fotoprojekt: Gestalte eine Bildreihe mit dem Titel Erbe im Alltag und zeige, wie Menschen heute mit historischen Orten umgehen.
Schwer
- Debatte: Führe eine Pro-und-Kontra-Diskussion zur Frage, ob öffentliche Gelder für die Pflege historischer Kirchen eingesetzt werden sollten.
- Forschungsfrage: Untersuche, welche Gruppen im Mittelalter als Stadtgesellschaft galten und welche Menschen wenig Mitsprache hatten.
- Ausstellung: Plane eine digitale Ausstellung zum Thema Das Ulmer Münster als gemeinsames Erbe mit Objekten, Bildern, kurzen Texten und einer kritischen Fragestellung.
- Zukunftswerkstatt: Entwickle ein Konzept, wie das Münster für junge Menschen, Zugewanderte, religiöse und nichtreligiöse Menschen ein offener Lernort sein kann.

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Lernkontrolle
- Transferaufgabe: Erkläre an einem anderen Bauwerk Deiner Region, ob es ebenfalls als gemeinsames Erbe der Stadtgesellschaft verstanden werden kann.
- Urteilsaufgabe: Beurteile, ob der Begriff Bürgerkirche eher Gemeinschaft oder eher historische Ungleichheit betont, und begründe Deine Einschätzung.
- Perspektivenanalyse: Beschreibe, wie eine Steinmetzin, ein Tourist, eine Pfarrerin, ein nichtreligiöser Jugendlicher und eine Denkmalpflegerin das Münster unterschiedlich wahrnehmen könnten.
- Konfliktanalyse: Entwickle einen Lösungsvorschlag für einen Konflikt zwischen Gottesdienst, Tourismus, Barrierefreiheit und Denkmalschutz.
- Gegenwartsbezug: Erkläre, warum der Verlust des weltweiten Höhenrekords die Bedeutung des Münsters für Ulm nicht grundsätzlich mindert.
- Wertebegründung: Begründe, warum der Erhalt eines historischen Bauwerks auch für Menschen wichtig sein kann, die nicht religiös sind.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis zum Thema Das Ulmer Münster als gemeinsames Erbe der Stadtgesellschaft solltest Du zeigen, dass Du historische Informationen, Deutungen und eigene Urteile miteinander verbinden kannst.
- Sachwissen: Du erklärst zentrale Stationen der Baugeschichte, der Reformation, der Vollendung und der heutigen Bedeutung.
- Begriffsverständnis: Du verwendest Begriffe wie Bürgerkirche, Stadtgesellschaft, Kulturerbe, Denkmalpflege und Teilhabe korrekt.
- Quellenarbeit: Du nutzt Bilder, Texte oder Videos kritisch und unterscheidest Beschreibung, Deutung und Bewertung.
- Perspektivenvielfalt: Du berücksichtigst unterschiedliche Gruppen der Stadtgesellschaft und reflektierst historische Ungleichheiten.
- Transferleistung: Du überträgst die Frage nach gemeinsamem Erbe auf ein anderes Bauwerk, einen Platz oder ein Denkmal.
- Gestaltung: Du präsentierst Deine Ergebnisse verständlich, anschaulich und respektvoll gegenüber religiösen, kulturellen und nichtreligiösen Perspektiven.
- Urteil: Du formulierst eine begründete eigene Position dazu, warum und wie das Münster als gemeinsames Erbe erhalten und vermittelt werden sollte.
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