Das Bauhaus - Kunst


Das Bauhaus - Kunst
Das Bauhaus - Kunst

Zielgruppe: Sekundarstufe I und Sekundarstufe II Fächer: Kunst, Geschichte, Werken, Architektur und Medienbildung
Einleitung
Das Bauhaus war eine deutsche Kunstschule, die von 1919 bis 1933 bestand. Hier sollten Kunst, Handwerk, Design, Architektur und Technik zusammenarbeiten. Ziel war eine Gestaltung, die schön, verständlich, funktional und für das moderne Leben geeignet ist.
In diesem aiMOOC lernst Du typische Ideen, Werke und Personen des Bauhauses kennen. Du untersuchst Gebäude, Möbel, Plakate, Farben und Formen und gestaltest eigene Arbeiten.
Lernziele
Nach diesem Kurs kannst Du:
- das Bauhaus zeitlich und räumlich einordnen.
- wichtige Gestaltungsmerkmale beschreiben.
- die Verbindung von Kunst und Handwerk erklären.
- Werke und Entwürfe untersuchen.
- wichtige Bauhaus-Künstlerinnen und Bauhaus-Künstler nennen.
- eine eigene Gestaltung nach Bauhaus-Ideen entwickeln.
- Chancen und Widersprüche des Bauhauses beurteilen.
Was war das Bauhaus?
Das Bauhaus wurde 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründet. Es war keine einzelne Kunstrichtung, sondern eine Schule und ein Experimentierort. Lehrende und Lernende arbeiteten in Werkstätten an Bildern, Möbeln, Stoffen, Bühnenstücken, Gebäuden und Alltagsgegenständen.
1925 zog die Schule nach Dessau. Dort entstand das berühmte Bauhausgebäude. 1932 folgte der Umzug nach Berlin. 1933 wurde das Bauhaus unter dem Druck der Nationalsozialisten geschlossen.

Das Haus am Horn in Weimar war ein Versuchshaus der Bauhaus-Ausstellung von 1923.

Das Bauhausgebäude in Dessau wurde von Walter Gropius entworfen. Große Fensterflächen machen die innere Gliederung sichtbar.
Die drei Orte
- Weimar: Gründung des Bauhauses im Jahr 1919.
- Dessau: wichtigste Wirkungsphase und neues Schulgebäude ab 1925.
- Berlin: letzte, kurze Phase bis zur Schließung 1933.
Zentrale Ideen
Kunst und Handwerk verbinden
Am Bauhaus sollten Kunstschaffende nicht nur Bilder entwerfen. Sie sollten Materialien kennenlernen, Modelle bauen und praktische Gegenstände entwickeln. Deshalb wurde in Werkstätten gearbeitet.
Gestaltung für den Alltag
Ein Stuhl, eine Lampe oder ein Haus sollte seinen Zweck gut erfüllen. Formen wurden häufig vereinfacht. Materialien wie Glas, Stahl, Holz, Stoff und Beton wurden sichtbar eingesetzt.
Lernen durch Ausprobieren
Im Vorkurs untersuchten die Lernenden Farben, Formen, Oberflächen und Materialien. Übungen mit Papier, Holz, Metall oder Stoff halfen dabei, Gestaltung bewusst wahrzunehmen.
Kunst und Technik
Das Bauhaus suchte nach Entwürfen, die sich auch mit modernen Produktionsmethoden herstellen ließen. Einzelstück, Handwerk und industrielle Fertigung sollten miteinander verbunden werden.

Die Glasfassade des Werkstättenflügels zeigt den offenen und technischen Charakter des Gebäudes.
Form, Farbe und Komposition
In der Bauhaus-Lehre spielten geometrische Formen eine wichtige Rolle. Kreis, Quadrat und Dreieck wurden untersucht, kombiniert und verändert. Lehrende wie Wassily Kandinsky, Paul Klee und Johannes Itten beschäftigten sich intensiv mit Farbe und Bildaufbau.
Typisch sind häufig:
- klare Linien und einfache Grundformen.
- deutliche Farbkontraste.
- ausgewogene oder bewusst spannungsreiche Anordnungen.
- Wiederholung, Rhythmus und Bewegung.
- sichtbare Materialien und Funktionen.
Diese Merkmale sind keine starre Regel. Am Bauhaus entstanden sehr unterschiedliche Werke.
Im Meisterhaus von Kandinsky und Klee verbanden sich Architektur, Farbe und Alltag.
Plakat und Typografie
Bauhaus-Gestaltung veränderte auch Plakat, Buch, Fotografie und Typografie. Texte sollten schnell lesbar sein. Häufig wurden klare Schriften, starke Größenunterschiede, freie Flächen und geometrische Formen verwendet.

Das Plakat von Joost Schmidt zur Bauhaus-Ausstellung 1923 verbindet Schrift, Kreisformen, Linien und starke Richtungen.
Werkstätten und Gestaltung
Weberei
Die Weberei war eine besonders erfolgreiche Werkstatt. Hier wurden Farben, Muster, Materialeigenschaften und industrielle Herstellung miteinander verbunden. Gunta Stölzl, Anni Albers und Otti Berger entwickelten moderne Textilien.

Die Webereiklasse zeigt, dass viele Frauen das Bauhaus entscheidend mitprägten.
Metallwerkstatt
In der Metallwerkstatt entstanden Lampen, Gefäße und Gebrauchsgegenstände. Marianne Brandt entwickelte klare Formen aus Metall und Glas.
Die Teekanne von Marianne Brandt verbindet geometrische Formen mit einer praktischen Funktion.
Möbelwerkstatt
Marcel Breuer experimentierte mit Stahlrohr. Seine Möbel wirken leicht, weil tragende Teile sichtbar und auf wenige Linien reduziert sind.

Stahlrohrstühle zeigen die Verbindung von Material, Technik und klarer Konstruktion.
Spiel und Produkt
Auch Spielzeug und Spiele wurden neu gestaltet. Beim Bauhaus-Schachspiel von Josef Hartwig zeigt die Form einer Figur, wie sie sich bewegt.

Bühne, Tanz und Bewegung
Die Bauhausbühne verband Raum, Farbe, Musik, Körper und Kostüm. Oskar Schlemmer untersuchte, wie sich der menschliche Körper in geometrischen Kostümen bewegt. Das Triadische Ballett wurde zu einem bekannten Beispiel für experimentelles Theater.
Auch Innenräume wurden als Zusammenspiel von Farbe, Möbeln, Licht und Architektur gestaltet.
Menschen am Bauhaus
- Walter Gropius: Gründer und erster Direktor.
- Hannes Meyer: Direktor mit starkem Interesse an sozialen Bedürfnissen.
- Ludwig Mies van der Rohe: letzter Direktor des Bauhauses.
- Paul Klee: Lehrer für Form, Farbe und bildnerisches Denken.
- Wassily Kandinsky: Lehrer für abstrakte Kunst und Komposition.
- Gunta Stölzl: Textildesignerin und Leiterin der Weberei.
- Marianne Brandt: Gestalterin in der Metallwerkstatt.
- Oskar Schlemmer: Künstler und Leiter der Bauhausbühne.
- Marcel Breuer: Möbelgestalter und Architekt.
- László Moholy-Nagy: Künstler mit Schwerpunkt Fotografie, Licht und Technik.
Frauen durften am Bauhaus studieren und leisteten wichtige Beiträge. In der Praxis waren ihre Möglichkeiten jedoch nicht immer gleich. Viele Studentinnen wurden in die Weberei gelenkt, obwohl sie auch in Fotografie, Metallgestaltung, Architektur und anderen Bereichen arbeiteten.

Bauhaus erkennen
Untersuche ein Bild, Möbelstück oder Gebäude mit diesen Fragen:
- Welche Formen erkennst Du?
- Welche Farben und Kontraste werden verwendet?
- Welche Materialien sind sichtbar?
- Welche Funktion hat der Gegenstand?
- Ist die Konstruktion erkennbar?
- Wie sind Schrift, Fläche und Bild angeordnet?
- Wirkt die Gestaltung eher ruhig, dynamisch, streng oder verspielt?
- Für wen wurde das Werk vermutlich gestaltet?
Wirkung und Kritik
Das Bauhaus beeinflusste Architektur, Grafik, Möbel, Fotografie, Kunstunterricht und Produktdesign weltweit. Nach 1933 gingen viele Bauhaus-Angehörige ins Ausland und verbreiteten ihre Ideen weiter.
Das Bauhaus wollte modernes und teilweise auch bezahlbares Gestalten fördern. Dennoch waren manche Produkte teuer oder nur für kleine Gruppen erreichbar. Auch die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern blieb unvollständig. Deshalb solltest Du das Bauhaus sowohl als wichtige Schule der Moderne als auch kritisch betrachten.
Bauhaus und Schule heute
Viele Methoden des modernen Kunstunterrichts erinnern an das Bauhaus: Materialien erkunden, Formen vereinfachen, Modelle bauen, gemeinsam arbeiten und Ergebnisse präsentieren. Eine gute Bauhaus-Aufgabe verlangt nicht nur Nachahmung. Du sollst eine eigene Lösung für ein heutiges Problem entwickeln.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wer gründete das Bauhaus 1919? (Walter Gropius) (!Paul Klee) (!Oskar Schlemmer) (!Marcel Breuer)
In welcher Stadt wurde das Bauhaus gegründet? (Weimar) (!Dessau) (!Berlin) (!München)
Was sollte das Bauhaus besonders miteinander verbinden? (Kunst und Handwerk) (!Sport und Medizin) (!Landwirtschaft und Handel) (!Literatur und Geografie)
Welche Aufgabe hatte der Vorkurs? (Grundlagen von Form Farbe und Material erproben) (!Nur Kunstgeschichte auswendig lernen) (!Ausschließlich Gebäude berechnen) (!Nur fertige Produkte kopieren)
In welche Stadt zog das Bauhaus 1925? (Dessau) (!Hamburg) (!Köln) (!Dresden)
Welches Merkmal passt häufig zur Bauhaus-Gestaltung? (Klare geometrische Formen) (!Üppige historische Ornamente) (!Verborgene Konstruktionen) (!Zufällige Materialwahl ohne Funktion)
Welche Werkstatt leitete Gunta Stölzl? (Weberei) (!Bühne) (!Architektur) (!Druckerei)
Wofür ist Marianne Brandt besonders bekannt? (Metallgestaltung) (!Landschaftsmalerei) (!Operngesang) (!Steinbildhauerei)
Welcher Künstler prägte die Bauhausbühne? (Oskar Schlemmer) (!Josef Hartwig) (!Hannes Meyer) (!Georg Muche)
Warum endete das Bauhaus 1933? (Es wurde unter nationalsozialistischem Druck geschlossen) (!Das Schulgebäude war vollständig abgebrannt) (!Alle Werkstätten zogen freiwillig nach Paris) (!Es gab keine Lernenden mehr)
Memory
| Vorkurs | Grundlagen von Form Farbe und Material |
| Weimar | Gründungsort |
| Dessau | berühmtes Schulgebäude |
| Gunta Stölzl | Weberei |
| Marianne Brandt | Metallgestaltung |
| Oskar Schlemmer | Bühne |
| Walter Gropius | Gründer |
| Josef Hartwig | Schachspiel |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Bedeutung |
|---|---|
| Vorkurs | Erprobung gestalterischer Grundlagen |
| Weberei | Gestaltung von Stoffen und Mustern |
| Metallwerkstatt | Entwicklung von Lampen und Gefäßen |
| Bühne | Verbindung von Raum Körper und Bewegung |
| Typografie | Gestaltung von Schrift und Textflächen |
| Möbelwerkstatt | Entwicklung funktionaler Sitzmöbel |
Kreuzworträtsel
| Gropius | Wie lautet der Nachname des Bauhausgründers? |
| Weimar | In welcher Stadt wurde das Bauhaus gegründet? |
| Dessau | Wo entstand das berühmte Bauhausgebäude? |
| Weberei | Welche Werkstatt leitete Gunta Stölzl? |
| Vorkurs | Wie hieß die grundlegende Ausbildung zu Beginn des Studiums? |
| Schlemmer | Wie lautet der Nachname des Leiters der Bauhausbühne? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Formensammlung: Fotografiere in Deiner Schule zehn Kreise, Quadrate oder Dreiecke und ordne sie als Bauhaus-Collage an.
- Farbkontrast: Gestalte drei kleine Bilder mit unterschiedlichen Farbkontrasten und beschreibe ihre Wirkung.
- Plakatanalyse: Untersuche das Ausstellungsplakat von Joost Schmidt nach Form, Farbe, Schrift und Blickführung.
- Materialexperiment: Erprobe Papier, Karton, Stoff und Draht und dokumentiere, was jedes Material besonders gut kann.
Standard
- Bauhaus-Plakat: Entwirf ein Plakat für ein Schulfest mit klarer Schrift, geometrischen Formen und wenigen Farben.
- Produktdesign: Entwickle ein Modell für einen einfachen und nützlichen Gegenstand im Klassenzimmer.
- Architekturfotografie: Suche in Deiner Umgebung moderne Gebäude und untersuche Fenster, Fassaden, Materialien und Funktionen.
- Textildesign: Erstelle ein wiederholbares Muster aus geometrischen Formen und übertrage es auf Papier oder Stoff.
Schwer
- Designproblem: Befrage Mitschülerinnen und Mitschüler zu einem Problem im Schulalltag und entwickle dafür eine funktionale Gestaltungslösung.
- Bauhaus und Gesellschaft: Prüfe an einem Beispiel, ob ein Bauhaus-Entwurf wirklich für viele Menschen erschwinglich und nutzbar war.
- Frauen am Bauhaus: Recherchiere eine Bauhaus-Künstlerin und gestalte eine digitale Ausstellung mit Werkbeispielen und kritischer Einordnung.
- Bühnenprojekt: Entwickle in einer Gruppe eine kurze Aufführung aus geometrischem Kostüm, Bewegung, Licht, Farbe und Musik.


Lernkontrolle
- Gestaltungsvergleich: Vergleiche einen historischen Bauhaus-Gegenstand mit einem heutigen Alltagsprodukt. Erkläre Gemeinsamkeiten, Unterschiede und mögliche Einflüsse.
- Funktionsanalyse: Wähle einen Stuhl, eine Lampe oder ein Schulmöbel. Beurteile, ob seine Form die Funktion unterstützt, und begründe Dein Urteil.
- Transfer in die Schule: Entwickle eine Bauhaus-inspirierte Lösung für Orientierung, Aufbewahrung oder Zusammenarbeit in Deiner Schule.
- Perspektivwechsel: Beurteile das Bauhaus aus der Sicht einer Studentin, eines Handwerkers, einer Fabrikbesitzerin und eines heutigen Jugendlichen.
- Kritische Einordnung: Erkläre, warum das Bauhaus nicht einfach mit einem einheitlichen Stil gleichgesetzt werden sollte.
- Nachhaltiges Design: Überarbeite einen Bauhaus-Entwurf für heutige Anforderungen an Reparierbarkeit, Materialverbrauch und Barrierefreiheit.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:
- die Entwicklung von Weimar über Dessau bis Berlin erklären kannst.
- wichtige Personen und Werkstätten einordnen kannst.
- ein Werk mit passenden Fachbegriffen analysieren kannst.
- Form, Farbe, Material, Funktion und Konstruktion unterscheidest.
- eine eigene Gestaltung planst, erprobst und überarbeitest.
- Deine Entscheidungen mit Skizzen und kurzen Begründungen dokumentierst.
- Wirkung, Grenzen und gesellschaftliche Fragen des Bauhauses reflektierst.
Ein möglicher Lernnachweis ist ein Portfolio aus Analyse, Entwurfsskizzen, Materialproben, fertiger Gestaltung und Reflexion.
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