Das AfD Pudding-Problem - AfD-Verbot Recht Risiko Realität


Das AfD Pudding-Problem - AfD-Verbot Recht Risiko Realität
Einleitung
Das AfD Pudding-Problem / AfD-Verbot: Recht, Risiko, Realität ist ein aiMOOC zur Frage, wie ein mögliches Parteiverbot der AfD rechtlich einzuordnen ist, welche politischen und gesellschaftlichen Risiken damit verbunden sind und warum die Wirklichkeit demokratischer Konflikte komplexer ist als einfache Pro-oder-Contra-Parolen. Du lernst, zwischen Verfassungsrecht, Verfassungsschutz, politischer Bewertung, medialer Zuspitzung und gerichtlicher Entscheidung zu unterscheiden.
Der Ausdruck Pudding-Problem wird in diesem Kurs als Metapher verstanden: Ein politisches Problem lässt sich nicht einfach „festhalten“, „wegdrücken“ oder durch einen einzigen rechtlichen Schritt vollständig beseitigen. Ein Parteiverbot kann eine Organisation treffen, aber es löst nicht automatisch die gesellschaftlichen Ursachen von Rechtsextremismus, Demokratiefeindlichkeit, Rassismus, politischer Entfremdung oder Protestwahlverhalten. Genau deshalb geht es in diesem aiMOOC nicht um schnelle Urteile, sondern um die Verbindung von Recht, Risiko und Realität.
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Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, was ein Parteiverbot nach Artikel 21 des Grundgesetzes bedeutet. Du kannst beschreiben, wer einen Verbotsantrag stellen darf, warum nur das Bundesverfassungsgericht über ein Parteiverbot entscheidet und weshalb die Hürden dafür bewusst hoch sind. Außerdem kannst Du die Unterschiede zwischen einer politischen Kritik an einer Partei, einer Einstufung durch den Verfassungsschutz, einem gerichtlichen Verfahren und einem tatsächlichen Verbot darstellen.
Du lernst, das Thema AfD-Verbot nicht nur als Schlagwort zu betrachten, sondern als schwierige Frage der wehrhaften Demokratie. Dabei reflektierst Du auch, welche Folgen ein erfolgreiches, gescheitertes oder gar nicht eingeleitetes Verbotsverfahren für Demokratie, Rechtsstaat, Parteienfreiheit, Meinungsfreiheit und gesellschaftliche Debatten haben kann.
Grundbegriffe
Parteiverbot
Ein Parteiverbot ist das schärfste Mittel, das die freiheitliche demokratische Grundordnung gegen eine politische Partei einsetzen kann. Es bedeutet nicht, dass einzelne politische Meinungen einfach verboten werden. Vielmehr geht es um die Frage, ob eine Partei nach ihren Zielen oder nach dem Verhalten ihrer Anhängerinnen und Anhänger darauf ausgeht, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen oder den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden.
Ein Parteiverbot ist deshalb kein normales politisches Instrument im Parteienwettbewerb. Es soll nicht unbequeme Opposition ausschalten, sondern die demokratische Ordnung vor Kräften schützen, die demokratische Freiheiten nutzen, um genau diese Freiheiten abzuschaffen.
Freiheitliche demokratische Grundordnung
Die freiheitliche demokratische Grundordnung umfasst die unverzichtbaren Grundprinzipien des deutschen Verfassungsstaates. Besonders wichtig sind die Menschenwürde, das Demokratieprinzip und das Rechtsstaatsprinzip. Eine Partei darf radikale Kritik äußern, harte Opposition betreiben und Verfassungsänderungen fordern. Sie überschreitet aber eine entscheidende Grenze, wenn sie darauf ausgerichtet ist, zentrale demokratische und menschenrechtliche Prinzipien zu beseitigen.
Wehrhafte Demokratie
Die wehrhafte Demokratie beruht auf der Erfahrung, dass Demokratien nicht nur durch äußere Gewalt, sondern auch von innen gefährdet werden können. Die Weimarer Republik gilt in der politischen Bildung oft als historisches Beispiel dafür, dass demokratische Institutionen missbraucht werden können, um eine Demokratie zu zerstören. Das Grundgesetz enthält deshalb Schutzmechanismen: Dazu gehören unter anderem das Parteiverbot, der Schutz der Menschenwürde, das Prinzip der Verfassungsgerichtsbarkeit und die Bindung aller staatlichen Gewalt an Recht und Gesetz.
Verfassungsschutz
Der Verfassungsschutz ist ein Nachrichtendienst, der Informationen über Bestrebungen sammelt und auswertet, die sich gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung richten können. Eine Einstufung als Verdachtsfall oder als gesichert extremistische Bestrebung ist aber nicht dasselbe wie ein Parteiverbot. Sie kann Hinweise liefern, ersetzt jedoch nicht die eigenständige Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts.

Rechtliche Grundlagen
Artikel 21 des Grundgesetzes
Die zentrale Norm für ein Parteiverbot ist Artikel 21 des Grundgesetzes. Parteien wirken an der politischen Willensbildung mit. Ihre Gründung ist frei. Gerade deshalb ist ein Parteiverbot nur unter strengen Voraussetzungen möglich. Das Grundgesetz schützt Parteien, weil sie für die Demokratie unverzichtbar sind. Es begrenzt Parteien aber dort, wo sie die Grundlagen der Demokratie selbst angreifen.
Ein Parteiverbot kann nur durch das Bundesverfassungsgericht ausgesprochen werden. Ein Antrag kann vom Bundestag, vom Bundesrat oder von der Bundesregierung gestellt werden. Diese Trennung ist wichtig: Politische Organe können ein Verfahren anstoßen, aber sie entscheiden nicht selbst über das Verbot. Die letzte Entscheidung liegt bei einem unabhängigen Gericht.
Das Bundesverfassungsgericht
Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe ist das höchste deutsche Gericht für Verfassungsfragen. Es schützt das Grundgesetz, prüft staatliches Handeln an der Verfassung und entscheidet über besonders wichtige Konflikte zwischen Verfassungsorganen. Beim Parteiverbot prüft es nicht, ob eine Partei beliebt, unbeliebt, provokant oder politisch extrem erscheint. Es prüft, ob die gesetzlichen und verfassungsrechtlichen Voraussetzungen für ein Verbot erfüllt sind.

Die drei Kernfragen eines Parteiverbots
Ein Parteiverbotsverfahren konzentriert sich auf mehrere anspruchsvolle Prüfungen. Erstens muss geklärt werden, ob die Ziele oder das Verhalten der Partei gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung gerichtet sind. Zweitens muss geprüft werden, ob die Partei aktiv kämpferisch gegen diese Ordnung vorgeht. Drittens kommt es seit der Rechtsprechung zum NPD-Verbot besonders darauf an, ob konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass dieses Handeln Erfolg haben kann. Dieses Kriterium wird oft als Potentialität bezeichnet.
Das bedeutet: Eine Partei kann verfassungsfeindliche Ziele vertreten und dennoch nicht verboten werden, wenn sie nicht die reale Möglichkeit hat, diese Ziele durchzusetzen. Genau diese Unterscheidung macht das Parteiverbotsrecht so anspruchsvoll.
Historische Erfahrungen mit Parteiverboten
In der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland wurden bisher nur wenige Parteiverbotsverfahren erfolgreich abgeschlossen. In den 1950er-Jahren verbot das Bundesverfassungsgericht die Sozialistische Reichspartei und die Kommunistische Partei Deutschlands. Diese Entscheidungen zeigen, dass Parteiverbote grundsätzlich möglich sind. Sie zeigen aber auch, dass sie Ausnahmefälle bleiben.
Besonders wichtig ist das Verfahren gegen die NPD, die heute den Namen Die Heimat trägt. Das erste NPD-Verbotsverfahren scheiterte 2003 aus verfahrensrechtlichen Gründen. Das zweite Verfahren endete 2017 ohne Verbot. Das Bundesverfassungsgericht stellte damals zwar fest, dass die NPD verfassungsfeindliche Ziele verfolgte. Es sah aber keine ausreichenden konkreten Anhaltspunkte dafür, dass die Partei ihre Ziele erfolgreich durchsetzen könnte. Dieses Urteil prägt bis heute jede Debatte über ein mögliches AfD-Verbotsverfahren.
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Die AfD-Debatte: Recht, Risiko, Realität
Recht: Was wäre juristisch zu prüfen?
Bei einem möglichen AfD-Verbot müsste das Bundesverfassungsgericht prüfen, ob die Partei als Gesamtpartei die freiheitliche demokratische Grundordnung bekämpft. Dabei käme es nicht allein auf einzelne extreme Aussagen, Skandale oder regionale Teilstrukturen an. Entscheidend wäre, ob sich aus Programmatik, Strategie, öffentlicher Kommunikation, Verhalten von Funktionsträgerinnen und Funktionsträgern sowie tatsächlicher politischer Praxis ein verfassungsfeindliches Gesamtbild ergibt.
Die juristische Prüfung wäre umfangreich. Sie müsste zwischen zugespitzter politischer Rede, geschützter Meinungsfreiheit, legitimer Opposition und verfassungsfeindlicher Bestrebung unterscheiden. Gerade in einer Demokratie dürfen Parteien harte Kritik üben. Aber die Grenze verläuft dort, wo Menschenwürde, gleiche politische Teilhabe, demokratischer Machtwechsel oder rechtsstaatliche Bindungen grundsätzlich angegriffen werden.
Risiko: Was kann ein Verbotsverfahren auslösen?
Ein Verbotsverfahren kann unterschiedliche Risiken haben. Wird es schlecht vorbereitet, kann es scheitern und die betroffene Partei politisch stärken. Wird es als parteipolitisches Manöver wahrgenommen, kann Misstrauen gegenüber Institutionen wachsen. Ein Verbot kann außerdem nicht verhindern, dass Anhängerinnen und Anhänger andere Organisationen gründen, in soziale Medien ausweichen oder sich in neuen Netzwerken sammeln.
Gleichzeitig hat auch Untätigkeit Risiken. Wenn eine Partei demokratische Institutionen nutzt, um Minderheitenrechte, Rechtsstaatlichkeit oder freie Wahlen zu schwächen, kann ein Nicht-Handeln den Eindruck erwecken, dass die Demokratie ihre eigenen Schutzmechanismen nicht ernst nimmt. Das Risiko besteht also nicht nur im Handeln, sondern auch im Unterlassen.
Realität: Warum ein Parteiverbot allein nicht reicht
Die Realität demokratischer Konflikte ist kompliziert. Ein Parteiverbot kann Organisationen auflösen, Mandate betreffen, staatliche Parteienfinanzierung beenden und Symbole oder Ersatzorganisationen verhindern. Es kann aber nicht allein Einstellungen ändern, soziale Ungleichheit beseitigen, Desinformation stoppen oder Vertrauen in demokratische Institutionen wiederherstellen.
Deshalb gehört zu einer demokratischen Antwort immer mehr als ein Gerichtsverfahren: politische Bildung, soziale Teilhabe, faire Debatten, konsequente Strafverfolgung bei Gewalt und Bedrohung, Schutz von Minderheiten, transparente Regierungspolitik und eine starke demokratische Zivilgesellschaft.
Aktueller Stand der Debatte im Überblick
Stand Juni 2026 gilt: Die AfD wird politisch und rechtlich intensiv diskutiert. Auf Bundesebene ist die Beobachtung als Verdachtsfall gerichtlich bestätigt worden. Die Hochstufung zur gesichert rechtsextremistischen Bestrebung war Gegenstand weiterer gerichtlicher Auseinandersetzungen und wurde im Eilverfahren vorläufig gestoppt. Mehrere Landesverbände wurden von Landesämtern für Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Gleichzeitig existieren juristische Gutachten und politische Initiativen, die ein Verbotsverfahren fordern oder prüfen lassen wollen.
Für diesen aiMOOC ist entscheidend: Keine Behörde, kein Gutachten und keine politische Mehrheit ersetzt die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts. Eine demokratische Analyse muss daher sauber zwischen Verdacht, Bewertung, Beweis, Antrag, Verfahren und Urteil unterscheiden.
Das Pudding-Problem als Denkmodell
Das Pudding-Problem hilft, die Spannung zwischen rechtlicher Klarheit und politischer Wirkung zu verstehen. Ein Parteiverbot wirkt nicht wie ein Schalter, der gesellschaftliche Ursachen plötzlich ausschaltet. Drückt man an einer Stelle, kann das Problem an anderer Stelle wieder auftauchen: in neuen Gruppen, digitaler Radikalisierung, Opfererzählungen oder Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen.
Die Metapher darf aber nicht missverstanden werden. Sie bedeutet nicht, dass ein Parteiverbot sinnlos wäre. Sie bedeutet, dass man seine Funktion präzise bestimmen muss. Ein Parteiverbot schützt die Verfassung vor einer verfassungsfeindlichen Organisation. Es ist aber kein Ersatz für demokratische Auseinandersetzung, soziale Problemlösung und politische Verantwortung.
Medienkompetenz: Wie Du Debatten prüfst
Bei einem emotionalen Thema wie dem AfD-Verbot ist Medienkompetenz besonders wichtig. Prüfe immer, wer spricht, welche Belege genannt werden, ob juristische Begriffe korrekt verwendet werden und ob Meinung, Analyse und Nachricht getrennt werden. Eine Schlagzeile wie „AfD ist verboten“ wäre etwas völlig anderes als „Gutachten hält Verbot für möglich“ oder „Politiker fordern Prüfung eines Verbotsantrags“.
Achte auch auf Begriffe wie Rechtsextremismus, Extremismus, Populismus, Faschismus, Verdachtsfall, Beobachtung, Verfassungswidrigkeit und Parteiverbot. Diese Wörter haben unterschiedliche Bedeutungen. Wer sie vermischt, erschwert eine sachliche Debatte.
Demokratische Handlungsoptionen
Ein demokratischer Staat hat mehrere Möglichkeiten, auf verfassungsfeindliche Bestrebungen zu reagieren. Dazu gehören politische Aufklärung, parlamentarische Auseinandersetzung, Schutz gefährdeter Gruppen, Strafverfolgung, Beobachtung durch den Verfassungsschutz, der Ausschluss von staatlicher Parteienfinanzierung und in äußersten Fällen ein Parteiverbot.

Wichtig ist die Verhältnismäßigkeit. Je stärker ein Mittel in politische Freiheiten eingreift, desto strenger müssen die Voraussetzungen sein. Ein Parteiverbot ist deshalb nur dann angemessen, wenn mildere Mittel nicht ausreichen und die verfassungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wer entscheidet in Deutschland über ein Parteiverbot? (Das Bundesverfassungsgericht) (!Der Bundespräsident) (!Der Bundeswahlleiter) (!Die Innenministerkonferenz)
Wer darf einen Antrag auf ein Parteiverbot stellen? (Bundestag, Bundesrat oder Bundesregierung) (!Jede Bürgerinitiative) (!Jedes Landesgericht) (!Jede Gemeindevertretung)
Welche Norm ist für Parteiverbote besonders wichtig? (Artikel 21 des Grundgesetzes) (!Artikel 5 des Grundgesetzes) (!Artikel 38 der Weimarer Reichsverfassung) (!Artikel 1 der Gemeindeordnung)
Was schützt die freiheitliche demokratische Grundordnung besonders? (Menschenwürde, Demokratieprinzip und Rechtsstaatsprinzip) (!Parteienwerbung, Wahlplakate und Talkshows) (!Regierungsmehrheiten, Ministerien und Behörden) (!Steuern, Haushalt und Verwaltungsvorschriften)
Warum wurde die NPD im Jahr 2017 nicht verboten? (Es fehlten konkrete Anhaltspunkte für eine erfolgreiche Durchsetzung ihrer Ziele) (!Sie wurde als besonders demokratisch bewertet) (!Sie hatte keine politischen Aussagen gemacht) (!Sie stellte selbst den Verbotsantrag)
Was bedeutet die Einstufung als Verdachtsfall? (Es gibt tatsächliche Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen) (!Die Partei ist automatisch verboten) (!Die Partei verliert sofort alle Mandate) (!Das Grundgesetz gilt nicht mehr)
Was meint Potentialität im Parteiverbotsrecht? (Die realistische Möglichkeit, verfassungsfeindliche Ziele durchzusetzen) (!Die Zahl der Wahlplakate einer Partei) (!Die Länge eines Wahlprogramms) (!Die Menge der Parteimitglieder ohne politische Bedeutung)
Warum ist ein Parteiverbot kein normales politisches Instrument? (Weil es tief in die Parteienfreiheit und den demokratischen Wettbewerb eingreift) (!Weil Parteien grundsätzlich keine Rechte haben) (!Weil Gerichte keine Rolle spielen) (!Weil Wahlkämpfe dadurch einfacher werden)
Was beschreibt das Pudding-Problem in diesem aiMOOC? (Eine Metapher für die Schwierigkeit, ein gesellschaftliches Problem allein rechtlich zu lösen) (!Ein Gesetz über Lebensmittelkontrolle) (!Eine Wahlkampfstrategie mit Süßspeisen) (!Ein mathematisches Verfahren im Wahlrecht)
Was gehört zu einer demokratischen Antwort auf Extremismus? (Politische Bildung, Rechtsstaatlichkeit und Schutz der Menschenwürde) (!Abschaffung freier Wahlen) (!Verbot jeder Opposition) (!Beliebige Einschränkung der Pressefreiheit)
Memory
| Artikel 21 GG | Parteiverbot |
| Bundesverfassungsgericht | Entscheidung |
| Freiheitliche demokratische Grundordnung | Kernschutz |
| Verfassungsschutz | Beobachtung |
| NPD-Urteil | Potentialität |
| Pudding-Problem | Metapher |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Bundestag, Bundesrat, Bundesregierung | Antragsberechtigung |
| Bundesverfassungsgericht | Entscheidung über ein Parteiverbot |
| Verfassungsschutz | Sammlung und Bewertung von Informationen |
| Parteiverbot | Schärfstes Mittel der wehrhaften Demokratie |
| Finanzierungsausschluss | Milderes Instrument gegen verfassungsfeindliche Parteien |
Kreuzworträtsel
| Karlsruhe | In welcher Stadt sitzt das Bundesverfassungsgericht? |
| Menschenwuerde | Welches Grundprinzip schützt den gleichen Wert aller Menschen? |
| Rechtsstaat | Welches Prinzip bindet staatliches Handeln an Gesetz und Kontrolle? |
| Bundestag | Welches Parlament kann einen Verbotsantrag stellen? |
| Verdachtsfall | Welche Einstufung erlaubt eine Beobachtung bei tatsächlichen Anhaltspunkten? |
| Potentialitaet | Welches Kriterium fragt nach der realistischen Durchsetzungsmöglichkeit? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Begriffsklärung: Erstelle ein Glossar mit zehn Begriffen zum Thema, zum Beispiel Parteiverbot, Verdachtsfall, Menschenwürde, Rechtsstaat und Potentialität.
- Nachrichtenvergleich: Vergleiche zwei aktuelle Nachrichtenüberschriften zum AfD-Verbot und erkläre, ob sie Nachricht, Kommentar oder Analyse sind.
- Schaubild: Zeichne ein einfaches Schaubild, das zeigt, wer einen Verbotsantrag stellen darf und wer entscheidet.
- Videoanalyse: Schau Dir das eingebettete Video an und notiere drei Aussagen, die rechtlich geprüft werden müssten.
Standard
- Argumentationsanalyse: Sammle je drei Argumente für und gegen ein AfD-Verbotsverfahren und prüfe, welche davon rechtlich und welche politisch sind.
- Urteilsvergleich: Vergleiche das NPD-Urteil von 2017 mit der aktuellen AfD-Debatte und erkläre die Rolle der Potentialität.
- Medienkritik: Untersuche einen Kommentar oder Podcastbeitrag zum AfD-Verbot und markiere Stellen, an denen Begriffe ungenau verwendet werden.
- Demokratieprojekt: Entwickle eine Unterrichtsfolie, die erklärt, warum eine Demokratie Parteien schützt und zugleich Grenzen setzen kann.
Schwer
- Fallprüfung: Schreibe eine kurze juristische Fallskizze: Welche Punkte müsste ein Antrag auf AfD-Verbot beweisen?
- Podiumsdiskussion: Organisiere eine simulierte Podiumsdiskussion mit Rollen wie Verfassungsrichterin, Bundestagsabgeordneter, Journalist, Bürgerrechtlerin und Betroffener rechter Hetze.
- Transferanalyse: Vergleiche das deutsche Parteiverbotsrecht mit einem anderen demokratischen Staat und arbeite Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus.
- Strategiepapier: Entwirf ein demokratisches Maßnahmenpaket gegen Rechtsextremismus, das rechtliche, politische, soziale und bildungsbezogene Maßnahmen verbindet.

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Lernkontrolle
- Rechtsstaatliche Abwägung: Erkläre, warum ein Parteiverbot in einer Demokratie zugleich Schutzinstrument und Risiko sein kann.
- Transferaufgabe: Übertrage das Pudding-Problem auf ein anderes gesellschaftliches Problem und zeige, warum ein einzelnes Instrument selten ausreicht.
- Begründete Stellungnahme: Beurteile, ob ein gescheitertes Verbotsverfahren die Demokratie schwächen könnte, und begründe Deine Einschätzung mit mindestens zwei Zusammenhängen.
- Institutionenverständnis: Erkläre den Unterschied zwischen politischer Forderung, Verfassungsschutzbewertung, Verbotsantrag und Urteil des Bundesverfassungsgerichts.
- Demokratiekompetenz: Entwickle Kriterien, mit denen Du eine öffentliche Debatte über ein Parteiverbot sachlich, fair und quellenkritisch bewerten kannst.
- Perspektivwechsel: Beschreibe, wie verschiedene Gruppen ein Verbotsverfahren wahrnehmen könnten, etwa Betroffene rechter Gewalt, Parteianhänger, Minderheiten, Juristinnen oder Journalistinnen.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du die rechtlichen Grundlagen des Parteiverbots korrekt erklären kannst. Du solltest zeigen, dass Du Artikel 21 des Grundgesetzes, die Rolle des Bundesverfassungsgerichts, die Bedeutung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung und das Kriterium der Potentialität verstanden hast. Außerdem solltest Du in der Lage sein, die politische Debatte um ein mögliches AfD-Verbot von der juristischen Prüfung zu unterscheiden.
Ein überzeugender Lernnachweis enthält:
- Begriffssicherheit: Du verwendest zentrale Fachbegriffe korrekt und erklärst sie in eigenen Worten.
- Quellenkritik: Du unterscheidest zwischen Nachricht, Meinung, Gutachten, Behördenaussage und Gerichtsentscheidung.
- Urteilsfähigkeit: Du formulierst eine begründete Position, ohne politische Gegner pauschal abzuwerten.
- Transferleistung: Du zeigst, warum ein Parteiverbot gesellschaftliche Ursachen nicht allein lösen kann.
- Demokratieverständnis: Du erklärst, warum eine wehrhafte Demokratie Freiheit schützt und zugleich Grenzen setzen darf.
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