Zum Inhalt springen

Daniel Kahneman - Psychologie

Aus MOOCsWiki Staging

Daniel Kahneman - Psychologie




Daniel Kahneman - Psychologie


Einleitung

Daniel Kahneman (1934–2024) war ein israelisch-amerikanischer Psychologe, dessen Forschung das Verständnis von Urteil, Intuition und Entscheidung unter Unsicherheit grundlegend veränderte. Gemeinsam mit Amos Tversky zeigte er, dass Menschen komplexe Entscheidungen häufig mithilfe schneller Heuristiken treffen. Diese Abkürzungen sind oft nützlich, können aber systematische Verzerrungen erzeugen.

Kahneman erhielt 2002 den Preis für Wirtschaftswissenschaften der Schwedischen Reichsbank in Erinnerung an Alfred Nobel. Ausgezeichnet wurde die Verbindung psychologischer Forschung mit der Wirtschaftswissenschaft, besonders zur Beurteilung und Entscheidung unter Unsicherheit. Der Kurs richtet sich an die gymnasiale Oberstufe und das Studium.

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes:


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du

  1. Kahnemans wissenschaftliche Bedeutung einordnen,
  2. zentrale Heuristiken und Biases erklären,
  3. die Prospect Theory auf Entscheidungen anwenden,
  4. Framing, Verlustaversion und Ankereffekt unterscheiden,
  5. das Modell von System 1 und System 2 kritisch nutzen,
  6. psychologische Erkenntnisse auf Alltag, Schule, Medizin, Politik und Wirtschaft übertragen.


Biografie und wissenschaftlicher Kontext

Kahneman wurde 1934 in Tel Aviv geboren und wuchs zeitweise in Frankreich auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte er in Palästina beziehungsweise Israel. Er studierte Psychologie und Mathematik an der Hebräischen Universität Jerusalem und promovierte 1961 an der University of California, Berkeley.

Besonders prägend war die langjährige Zusammenarbeit mit Amos Tversky. Ihre Experimente verbanden Kognitionspsychologie, Entscheidungstheorie und später Verhaltensökonomik. Kahneman lehrte unter anderem an der University of British Columbia, der University of California, Berkeley, und an der Princeton University. Er starb 2024 im Alter von 90 Jahren.

Datei:Prof. Daniel Kahneman and Prof. Maya Bar Hillel 2.jpg
Datei:Presidential Medal of Freedom Recipient - Daniel Kahneman.webm


Forschung als Teamleistung

Die bekanntesten frühen Arbeiten entstanden mit Amos Tversky. Dazu gehören:

  1. Urteilen unter Unsicherheit: Untersuchung schneller Faustregeln beim Schätzen und Prognostizieren.
  2. Prospect Theory: Beschreibung realer Entscheidungen bei riskanten Gewinnen und Verlusten.
  3. Framing-Effekt: Nachweis, dass logisch gleichwertige Formulierungen verschiedene Entscheidungen auslösen können.

Da Nobelpreise nicht posthum vergeben werden, konnte Tversky nach seinem Tod 1996 nicht gemeinsam mit Kahneman ausgezeichnet werden.


Heuristiken und kognitive Verzerrungen

Eine Heuristik ist eine mentale Abkürzung. Sie spart Zeit und Aufmerksamkeit. Ein Bias ist eine systematische Abweichung, die aus einer solchen Strategie oder aus der Gestaltung einer Situation entstehen kann. Heuristiken sind daher nicht grundsätzlich irrational: In passenden Umwelten ermöglichen sie schnelle und gute Urteile.


Verfügbarkeitsheuristik

Bei der Verfügbarkeitsheuristik schätzt Du Häufigkeiten oder Risiken danach ein, wie leicht Beispiele in den Sinn kommen. Dramatische, persönliche oder medial häufige Ereignisse wirken dadurch oft wahrscheinlicher, als statistische Daten nahelegen.

Beispiel: Nach intensiver Berichterstattung über einen Flugunfall kann Fliegen gefährlicher erscheinen, obwohl für eine sachliche Risikobewertung Vergleichsdaten und Bezugsgrößen nötig sind.


Repräsentativitätsheuristik

Bei der Repräsentativitätsheuristik beurteilst Du Wahrscheinlichkeit nach Ähnlichkeit mit einem typischen Bild. Dabei können Basisraten vernachlässigt werden.

Beispiel: Eine detaillierte Personenbeschreibung wirkt passend zu einem Beruf. Ohne Informationen über die Häufigkeit verschiedener Berufe bleibt eine sichere Zuordnung jedoch nicht möglich.


Ankereffekt

Beim Ankereffekt beeinflusst ein zuerst genannter Wert spätere Schätzungen, selbst wenn der Ausgangswert zufällig oder wenig informativ ist. Eine bewusste Korrektur fällt häufig zu gering aus.

Schutzstrategie: Formuliere zunächst eine unabhängige Schätzung, prüfe Vergleichswerte und begründe eine Spanne statt nur eines Einzelwerts.


Überkonfidenz und Rückschaufehler

Überkonfidenz bezeichnet eine überhöhte Sicherheit in das eigene Wissen oder die Genauigkeit eigener Prognosen. Beim Rückschaufehler erscheint ein eingetretenes Ereignis nachträglich vorhersehbarer, als es tatsächlich war.

Ein Entscheidungstagebuch kann helfen: Notiere vorab Prognose, Gründe, Unsicherheit und alternative Entwicklungen. Vergleiche diese später mit dem Ergebnis.


Prospect Theory

Die von Kahneman und Tversky entwickelte Prospect Theory beschreibt Entscheidungen unter Risiko. Anders als einfache Modelle des vollständig rationalen Nutzens berücksichtigt sie psychologische Regelmäßigkeiten.

Datei:Prospect theory.png


Vier Kerngedanken

Kerngedanke Bedeutung
Referenzpunkt Ergebnisse werden als Gewinn oder Verlust relativ zu einem Ausgangspunkt bewertet.
Abnehmende Sensitivität Der Unterschied zwischen 10 und 20 wirkt meist stärker als zwischen 1.010 und 1.020.
Verlustaversion Verluste können psychologisch stärker wirken als gleich große Gewinne.
Wahrscheinlichkeitsgewichtung Kleine Wahrscheinlichkeiten können über-, hohe Wahrscheinlichkeiten untergewichtet werden.


Gewinnrahmen und Verlustrahmen

In vielen Entscheidungssituationen zeigt sich folgendes Muster:

  1. Bei als Gewinn dargestellten Optionen wird häufig die sichere Möglichkeit bevorzugt.
  2. Bei als Verlust dargestellten Optionen steigt häufig die Bereitschaft, ein Risiko einzugehen.

Dieses Muster ist keine unveränderliche Regel für jede Person. Höhe des Einsatzes, Erfahrung, Kontext, Darstellung und individuelle Unterschiede können Entscheidungen verändern.


Framing-Effekt

Ein Framing-Effekt liegt vor, wenn sachlich gleichwertige Informationen durch unterschiedliche Formulierung verschiedene Entscheidungen auslösen.

Beispiel: „90 Prozent Überlebensrate“ und „10 Prozent Sterberate“ beschreiben dieselbe Statistik, können aber unterschiedlich wirken. Gute Urteile verlangen deshalb einen Vergleich beider Darstellungen, absoluter Zahlen und möglicher Bezugsgrößen.


Schnelles und langsames Denken

Kahneman popularisierte ein Zwei-Prozess-Modell:

Merkmal System 1 System 2
Arbeitsweise schnell, automatisch, assoziativ langsam, kontrolliert, regelgeleitet
Stärke Muster erkennen, Routinen ausführen rechnen, prüfen, Alternativen vergleichen
Risiko vorschnelle Deutung Anstrengung, begrenzte Aufmerksamkeit

Die Begriffe sind ein Denkmodell. Sie bezeichnen keine zwei klar getrennten Orte im Gehirn. Viele Aufgaben verbinden automatische und kontrollierte Prozesse.


Kognitive Leichtigkeit

Vertraute, gut lesbare oder wiederholte Aussagen fühlen sich leichter und dadurch manchmal glaubwürdiger an. Kognitive Leichtigkeit ist jedoch kein Wahrheitsbeweis. Prüfe Quellen, Daten und Gegenargumente, besonders bei stark vereinfachten Behauptungen.


Wann langsames Denken wichtig wird

Aktiviere bewusste Prüfung besonders bei:

  1. hohen Risiken oder langfristigen Folgen,
  2. überraschenden Daten,
  3. widersprüchlichen Informationen,
  4. starken Gefühlen,
  5. Entscheidungen, die andere Menschen betreffen.


Erleben, Erinnern und Wohlbefinden

Kahneman unterschied das erlebende Selbst vom erinnernden Selbst. Das erlebende Selbst nimmt den aktuellen Moment wahr. Das erinnernde Selbst konstruiert eine Geschichte über das Ereignis.

Bei manchen Erfahrungen beeinflussen besonders der intensivste Moment und das Ende die spätere Bewertung. Dieses Muster wird als Peak-End-Regel bezeichnet. Dauer und einzelne Phasen können dabei weniger Gewicht erhalten. Die Regel ist eine empirische Tendenz und gilt nicht automatisch in jedem Kontext.


Noise, Bias und bessere Urteile

Bias ist eine systematische Abweichung in eine bestimmte Richtung. Noise bezeichnet unerwünschte Streuung: Verschiedene Personen oder dieselbe Person zu verschiedenen Zeitpunkten beurteilen vergleichbare Fälle unterschiedlich.

Beispiel: Zwei Fachpersonen bewerten denselben Fall ohne sachlichen Grund deutlich verschieden. Gegenmaßnahmen sind klare Kriterien, unabhängige Ersturteile, strukturierte Checklisten, Vergleichsfälle und eine spätere gemeinsame Auswertung.


Praktische Werkzeuge

  1. Basisrate prüfen: Wie häufig tritt das Ereignis in einer passenden Vergleichsgruppe auf?
  2. Outside View nutzen: Welche Ergebnisse gab es bei ähnlichen Fällen?
  3. Unabhängiges Urteil sichern: Erst einzeln schätzen, danach diskutieren.
  4. Spannen angeben: Unsicherheit sichtbar machen.
  5. Entscheidungstagebuch führen: Gründe und Prognosen vor dem Ergebnis dokumentieren.
  6. Checkliste einsetzen: Wichtige Kriterien in gleichbleibender Reihenfolge prüfen.


Anwendungen und Grenzen

Kahnemans Forschung beeinflusst Medizin, Recht, Bildung, Finanzpsychologie, Politische Psychologie, Marketing und Public Policy. Sie hilft, Entscheidungsumgebungen zu analysieren und Fehlerquellen sichtbar zu machen.

Gleichzeitig musst Du Grenzen beachten:

  1. Ein Bias-Begriff erklärt nicht automatisch jede einzelne Entscheidung.
  2. Ergebnisse können von Stichprobe, Aufgabe, Kultur und Situation abhängen.
  3. Das Modell von System 1 und System 2 ist vereinfachend.
  4. Einige klassische Effekte werden in neuer Forschung differenziert, präzisiert oder nur unter bestimmten Bedingungen gefunden.
  5. „Debiasing“ darf nicht zur Manipulation werden; Transparenz und Selbstbestimmung bleiben zentral.


Ethische Reflexion

Wissen über Nudging, Framing und Heuristiken kann Entscheidungen verbessern, aber auch beeinflussen. Prüfe daher:

  1. Ist das Ziel transparent?
  2. Bleibt eine echte Wahlmöglichkeit?
  3. Wer profitiert?
  4. Welche Gruppen könnten benachteiligt werden?
  5. Wie werden Wirkung und Nebenwirkungen überprüft?


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wofür wurde Daniel Kahneman 2002 ausgezeichnet? (Für die Verbindung psychologischer Forschung mit wirtschaftlichen Entscheidungen unter Unsicherheit) (!Für die Entdeckung eines neuen Gehirnareals) (!Für die Entwicklung der Psychoanalyse) (!Für eine Theorie des klassischen Konditionierens)




Mit wem entwickelte Kahneman die Prospect Theory? (Amos Tversky) (!Burrhus Skinner) (!Jean Piaget) (!Carl Rogers)




Was kennzeichnet die Verfügbarkeitsheuristik? (Leicht erinnerbare Beispiele beeinflussen die Risikoeinschätzung) (!Alle Wahrscheinlichkeiten werden exakt berechnet) (!Nur unbewusste Motive bestimmen das Urteil) (!Entscheidungen bleiben unabhängig von Erinnerungen)




Was ist ein Ankereffekt? (Ein Ausgangswert beeinflusst eine spätere Schätzung) (!Ein Verlust wird vollständig vergessen) (!Eine Entscheidung wird nur durch Gruppen getroffen) (!Ein Reiz führt automatisch zu einer Muskelreaktion)




Worauf bezieht sich ein Referenzpunkt in der Prospect Theory? (Auf den Ausgangspunkt für die Bewertung von Gewinn oder Verlust) (!Auf den Sitz des Gedächtnisses im Gehirn) (!Auf eine unveränderliche Persönlichkeitseigenschaft) (!Auf den Mittelwert jeder denkbaren Bevölkerung)




Was bedeutet Verlustaversion? (Verluste können stärker wirken als gleich große Gewinne) (!Menschen vermeiden ausnahmslos jedes Risiko) (!Gewinne haben grundsätzlich keine Wirkung) (!Verluste werden immer rational berechnet)




Was beschreibt ein Framing-Effekt? (Die Formulierung beeinflusst eine Entscheidung) (!Nur der Geldbetrag bestimmt eine Entscheidung) (!Jede Information wird unabhängig vom Kontext bewertet) (!Ein Urteil bleibt bei jeder Darstellung identisch)




Wie arbeitet System 1 im Modell Kahnemans? (Schnell und weitgehend automatisch) (!Nur mit schriftlichen Formeln) (!Ausschließlich langsam und bewusst) (!Ohne Nutzung von Erfahrungen)




Was bezeichnet Noise bei Urteilen? (Unerwünschte Streuung zwischen vergleichbaren Bewertungen) (!Eine immer gleichgerichtete Verzerrung) (!Akustische Ablenkung in jedem Experiment) (!Die bewusste Fälschung von Daten)




Welche Maßnahme kann Urteile verbessern? (Unabhängige Erstschätzungen vor der Gruppendiskussion) (!Frühe Festlegung ohne Vergleichsdaten) (!Verzicht auf die Prüfung von Basisraten) (!Orientierung an der selbstsichersten Person)





Memory

System 1 schnell und automatisch
System 2 langsam und kontrolliert
Verfügbarkeitsheuristik Leichtigkeit des Erinnerns
Ankereffekt Orientierung am Ausgangswert
Verlustaversion stärkere Wirkung von Verlusten
Framing Wirkung der Darstellung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Bedeutung
Verfügbarkeitsheuristik Erinnerbarkeit
Repräsentativitätsheuristik Ähnlichkeit
Ankereffekt Ausgangswert
Referenzpunkt Bewertungsbasis
Noise Urteilsstreuung
Outside View Vergleichsfälle






Kreuzworträtsel

Tversky Mit welchem Forscher entwickelte Kahneman die Prospect Theory?
Heuristik Wie heißt eine mentale Abkürzung beim Urteilen?
Anker Welcher Ausgangswert beeinflusst eine spätere Schätzung?
Framing Wie heißt die Wirkung unterschiedlicher Darstellungen?
Verlustaversion Wie heißt die stärkere Gewichtung von Verlusten?
Referenzpunkt Woran werden Gewinne und Verluste gemessen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Daniel Kahneman arbeitete besonders eng mit

zusammen. Mentale Abkürzungen beim Urteilen heißen

. Beim Ankereffekt beeinflusst ein früher

die spätere Schätzung. Die Prospect Theory bewertet Ergebnisse relativ zu einem

. Verluste können stärker wirken als gleich große

. Eine veränderte Darstellung kann einen

auslösen. Das schnelle Denken wird im Modell als

bezeichnet. Unerwünschte Streuung zwischen Urteilen heißt

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Alltagsbeobachtung: Finde ein Beispiel für einen möglichen Ankereffekt und beschreibe Situation, Anker und Schätzung.
  2. Framing: Formuliere dieselbe statistische Information einmal als Gewinn und einmal als Verlust.
  3. Medienanalyse: Untersuche eine Schlagzeile darauf, ob besonders leicht erinnerbare Beispiele hervorgehoben werden.
  4. Begriffsnetz: Gestalte eine Mindmap zu Heuristik, Bias, System 1, System 2 und Entscheidung.


Standard

  1. Mini-Experiment: Plane eine anonyme Befragung mit zwei unterschiedlichen Ankern und vergleiche die Schätzwerte.
  2. Fallanalyse: Analysiere eine Entscheidung aus Schule oder Alltag mit Referenzpunkt, Framing und möglichen Basisraten.
  3. Entscheidungstagebuch: Dokumentiere eine Woche lang drei Prognosen und werte Sicherheit, Ergebnis und Rückschaufehler aus.
  4. Videoanalyse: Wähle ein eingebettetes Video und erstelle eine strukturierte Zusammenfassung mit These, Beleg und Kritik.


Schwer

  1. Replikationsstudie: Entwirf eine präregistrierte Untersuchung zu einem Framing-Effekt mit Hypothese, Variablen und Auswertungsplan.
  2. Prospect Theory: Entwickle zwei riskante Wahlprobleme und erkläre die erwarteten Entscheidungen mithilfe der Wertfunktion.
  3. Ethik des Nudging: Verfasse ein Gutachten zu einer öffentlichen Entscheidungshilfe und prüfe Transparenz, Autonomie und Verteilungseffekte.
  4. Wissenschaftskritik: Vergleiche eine klassische Kahneman-Studie mit einer neueren Replikation oder Metaanalyse.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transfer Medizin: Eine Therapie wird mit 80 Prozent Erfolgsrate beworben. Entwickle eine sachlich gleichwertige Gegenformulierung und erkläre mögliche Framing-Effekte.
  2. Transfer Schule: Zwei Lehrkräfte bewerten dieselbe Leistung deutlich verschieden. Unterscheide mögliche Ursachen durch Bias und Noise und entwirf eine Gegenmaßnahme.
  3. Transfer Finanzen: Eine Person hält an einer verlustreichen Anlage fest. Analysiere Referenzpunkt, Verlustaversion und alternative Erklärungen.
  4. Transfer Medien: Ein seltenes Ereignis dominiert eine Woche lang die Nachrichten. Erkläre, wie Verfügbarkeit und fehlende Basisraten die Risikowahrnehmung verändern können.
  5. Entscheidungsarchitektur: Entwickle für eine wichtige Gruppenentscheidung ein Verfahren mit unabhängigen Ersturteilen, Kriterienliste und späterer Diskussion.
  6. Modellkritik: Beurteile die Aussage „System 1 ist schlecht, System 2 ist gut“ und formuliere eine wissenschaftlich angemessenere Alternative.




Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis solltest Du:

  1. zentrale Begriffe korrekt definieren und voneinander abgrenzen,
  2. mindestens zwei klassische Effekte auf neue Fälle anwenden,
  3. eine Entscheidung mit Daten, Basisraten und Unsicherheit analysieren,
  4. die Grenzen des Zwei-System-Modells reflektieren,
  5. Bias und Noise unterscheiden,
  6. eine ethisch vertretbare Maßnahme zur Verbesserung von Urteilen entwickeln,
  7. Quellen transparent dokumentieren.




OERs zum Thema


Weitere freie Lernzugänge

  1. Daniel Kahneman
  2. Amos Tversky
  3. Prospect Theory
  4. Kognitive Verzerrung
  5. Verhaltensökonomik
  6. Entscheidungstheorie
  7. Dual-Process-Theory
  8. Framing-Effekt
  9. Verlustaversion



Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte





Schulfach+

Prüfungsliteratur 2026
Bundesland Bücher Kurzbeschreibung
Baden-Württemberg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Mittlere Reife

  1. Der Markisenmann - Jan Weiler oder Als die Welt uns gehörte - Liz Kessler
  2. Ein Schatten wie ein Leopard - Myron Levoy oder Pampa Blues - Rolf Lappert

Abitur Dorfrichter-Komödie über Wahrheit/Schuld; Roman über einen Ort und deutsche Geschichte. Mittlere Reife Wahllektüren (Roadtrip-Vater-Sohn / Jugendroman im NS-Kontext / Coming-of-age / Provinzroman).

Bayern

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Lustspiel über Machtmissbrauch und Recht; Roman als Zeitschnitt deutscher Geschichte an einem Haus/Grundstück.

Berlin/Brandenburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Der Biberpelz - Gerhart Hauptmann
  4. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Gerichtskomödie; soziales Drama um Ausbeutung/Armut; Komödie/Satire um Diebstahl und Obrigkeit; Roman über Erinnerungsräume und Umbrüche.

Bremen

Abitur

  1. Nach Mitternacht - Irmgard Keun
  2. Mario und der Zauberer - Thomas Mann
  3. Emilia Galotti - Gotthold Ephraim Lessing oder Miss Sara Sampson - Gotthold Ephraim Lessing

Abitur Roman in der NS-Zeit (Alltag, Anpassung, Angst); Novelle über Verführung/Massenpsychologie; bürgerliche Trauerspiele (Moral, Macht, Stand).

Hamburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun

Abitur Justiz-/Machtkritik als Komödie; Großstadtroman der Weimarer Zeit (Rollenbilder, Aufstiegsträume, soziale Realität).

Hessen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  4. Der Prozess - Franz Kafka

Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

Niedersachsen

Abitur

  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

Nordrhein-Westfalen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Komödie über Wahrheit und Autorität; Roman als literarische „Geschichtsschichtung“ an einem Ort.

Saarland

Abitur

  1. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  2. Furor - Lutz Hübner und Sarah Nemitz
  3. Bahnwärter Thiel - Gerhart Hauptmann

Abitur Erinnerungsroman an einem Ort; zeitgenössisches Drama über Eskalation/Populismus; naturalistische Novelle (Pflicht/Überforderung/Abgrund).

Sachsen (berufliches Gymnasium)

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Irrungen, Wirrungen - Theodor Fontane
  4. Der gute Mensch von Sezuan - Bertolt Brecht
  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  6. Der Trafikant - Robert Seethaler

Abitur Mischung aus Klassiker-Drama, sozialem Drama, realistischem Roman, epischem Theater und Gegenwarts-/Erinnerungsroman; zusätzlich Coming-of-age im historischen Kontext.

Sachsen-Anhalt

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Themenfelder)

Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

Schleswig-Holstein

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Recht/Gerechtigkeit und historische Tiefenschichten eines Ortes – umgesetzt über Drama und Gegenwartsroman.

Thüringen

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool)

Abitur In der Praxis häufig Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool; landesweite Einzeltitel je nach Vorgabe/Handreichung nicht einheitlich ausgewiesen.

Mecklenburg-Vorpommern

Abitur

  1. (Quelle aktuell technisch nicht abrufbar; Beteiligung am gemeinsamen Aufgabenpool bekannt)

Abitur Land beteiligt sich am länderübergreifenden Aufgabenpool; konkrete, veröffentlichte Einzeltitel konnten hier nicht ausgelesen werden.

Rheinland-Pfalz

Abitur

  1. (keine landesweit einheitliche Pflichtlektüre; schulische Auswahl)

Abitur Keine landesweite Einheitsliste; Auswahl kann schul-/kursbezogen erfolgen.




aiMOOCs



aiMOOC Projekte












THE MONKEY DANCE




The Monkey DanceaiMOOCs

  1. Trust Me It's True: #Verschwörungstheorie #FakeNews
  2. Gregor Samsa Is You: #Kafka #Verwandlung
  3. Who Owns Who: #Musk #Geld
  4. Lump: #Trump #Manipulation
  5. Filth Like You: #Konsum #Heuchelei
  6. Your Poverty Pisses Me Off: #SozialeUngerechtigkeit #Musk
  7. Hello I'm Pump: #Trump #Kapitalismus
  8. Monkey Dance Party: #Lebensfreude
  9. God Hates You Too: #Religionsfanatiker
  10. You You You: #Klimawandel #Klimaleugner
  11. Monkey Free: #Konformität #Macht #Kontrolle
  12. Pure Blood: #Rassismus
  13. Monkey World: #Chaos #Illusion #Manipulation
  14. Uh Uh Uh Poor You: #Kafka #BerichtAkademie #Doppelmoral
  15. The Monkey Dance Song: #Gesellschaftskritik
  16. Will You Be Mine: #Love
  17. Arbeitsheft
  18. And Thanks for Your Meat: #AntiFactoryFarming #AnimalRights #MeatIndustry


© The Monkey Dance on Spotify, YouTube, Amazon, MOOCit, Deezer, ...



Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen