D5 E - KI-Bilder, Täuschung und Wirklichkeit

D5 E - KI-Bilder, Täuschung und Wirklichkeit
D5 E - KI-Bilder, Täuschung und Wirklichkeit
Zielgruppe: Klasse 5, E-Niveau · Lernbereich: Medienbildung, Künstliche Intelligenz, Informationskompetenz
Einleitung
Stell Dir vor: In einem Klassenchat taucht ein spektakuläres Bild auf. Darunter steht: „Das ist gerade wirklich passiert!“ Das Bild sieht überzeugend aus. Vielleicht ist es ein echtes Foto. Vielleicht wurde ein echtes Foto verändert. Vielleicht wurde es vollständig von einer KI erzeugt. Und vielleicht ist das Bild sogar echt, aber die Bildunterschrift ist falsch.
Genau deshalb geht es in diesem aiMOOC nicht darum, möglichst schnell „echt“ oder „fake“ zu raten. Du lernst, Behauptungen zu prüfen: Was ist der Kontext? Woher stammt der Inhalt? Ist die Behauptung plausibel? Welche Belege gibt es?

Medienhinweis: Dieses Bild wurde mit DALL·E 2 aus einem Text-Prompt erzeugt und ist auf Wikimedia Commons als algorithmisch erzeugtes Werk dokumentiert. Gerade weil es wie eine ungewöhnliche Fotografie wirken kann, eignet es sich gut zum Üben: Aussehen allein beweist weder Echtheit noch Täuschung.
Vorwissen aktivieren
Lies die Situation: Eine Person schickt Dir ein Bild mit der Nachricht „Unglaublich – das ist heute passiert!“. Was wäre Dein erster sinnvoller Schritt?
| Möglichkeit | Erste Einschätzung |
|---|---|
| Sofort weiterleiten | Riskant: Du verbreitest die Behauptung, bevor Du sie geprüft hast. |
| Nur auf kleine Bildfehler achten | Zu wenig: Bildfehler können Hinweise sein, sind aber kein sicherer Beweis. |
| Behauptung, Quelle und Kontext prüfen | Sinnvoll: Du trennst Beobachtung, Behauptung und Beleg. |
Sofort-Feedback anzeigen
Eine gute Prüferin oder ein guter Prüfer fragt zuerst: Was genau wird behauptet? Wer behauptet es? Woher stammt der Inhalt? Welche unabhängigen Belege passen dazu? Erst danach folgt ein Urteil.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du:
- Generative KI altersgerecht erklären und zwischen einem echten, bearbeiteten und künstlich erzeugten digitalen Inhalt unterscheiden.
- Deepfakes als künstlich erzeugte oder veränderte Bild-, Ton- oder Videoinhalte beschreiben.
- die Fachbegriffe Prompt, Quelle, Kontext, Plausibilität, Beleg und Manipulation korrekt verwenden.
- Bilder, Stimmen, Videos und KI-Texte mit einer festen Prüfkette untersuchen, statt nur zu raten.
- KI-Ausgaben mit Texten, Regeln und Quellen vergleichen, Fehler begründet verbessern und KI-Hilfe transparent angeben.
- bei Unsicherheit verantwortungsvoll handeln: nicht vorschnell teilen, keine personenbezogenen Daten eingeben und bei heiklen Inhalten eine vertrauenswürdige erwachsene Person einbeziehen.
Digitale Wirklichkeit: echt, bearbeitet oder erzeugt?
Digitale Medien sind Dateien. Dateien können aufgenommen, kopiert, zugeschnitten, gefiltert, zusammengesetzt oder neu erzeugt werden. Das ist zunächst weder gut noch schlecht. Eine Bildbearbeitung kann zum Beispiel Helligkeit verbessern oder ein altes Foto restaurieren. Problematisch wird es, wenn ein Inhalt täuschen soll oder wenn eine falsche Behauptung so verbreitet wird, als sei sie belegt.

Dieses Vorher-Nachher-Beispiel zeigt digitale Bildbearbeitung. Es macht deutlich: Verändert bedeutet nicht automatisch gefälscht. Entscheidend sind Zweck, Kennzeichnung und Behauptung.
Generative KI
Generative KI erzeugt neue Ausgaben aus Mustern, die ein Modell gelernt hat. Solche Ausgaben können Texte, Bilder, Stimmen, Musik oder Videos sein. Eine Eingabe an das System nennt man häufig Prompt.
Datei:Generative AI explained in 2 minutes.webm
Merksatz: Eine KI-Ausgabe kann überzeugend wirken und trotzdem Fehler enthalten. Sie ist keine Quelle, nur weil sie flüssig formuliert oder realistisch dargestellt ist.
Wie stark KI-Bilder geworden sind

Die Zeitleiste auf Wikimedia Commons zeigt mehrere künstlich erzeugte Gesichter aus verschiedenen Entwicklungsstufen. Die abgebildeten Personen existieren laut Dateibeschreibung nicht. Für Deine Prüfung ist wichtig: Ein realistisches Gesicht ist heute kein Beweis für eine reale Person.
Drei wichtige Fälle
| Fall | Bedeutung | Beispiel | Prüffrage |
|---|---|---|---|
| Aufgenommen | Ein Gerät hat Licht oder Ton aus einer Situation aufgezeichnet. | Ein Foto vom Schulgebäude. | Stammt die Datei wirklich aus dem behaupteten Ort und Zeitpunkt? |
| Bearbeitet | Eine vorhandene Aufnahme wurde verändert. | Ein Ausschnitt wurde zugeschnitten oder ein Gegenstand entfernt. | Welche Änderung wurde vorgenommen und wird sie offengelegt? |
| Erzeugt | Ein System erzeugt einen neuen Inhalt. | Ein Bild entsteht aus einem Text-Prompt. | Ist die Erzeugung gekennzeichnet und wofür wird das Bild verwendet? |
Deepfake
Ein Deepfake ist ein durch KI erzeugter oder manipulierter Bild-, Ton- oder Videoinhalt, der etwas Wirkliches überzeugend nachahmen kann. Häufig geht es darum, den Eindruck zu erzeugen, eine Person habe etwas gesagt oder getan. Aber nicht jeder KI-Inhalt ist automatisch ein Deepfake und nicht jeder Deepfake wird für Täuschung eingesetzt.
Wichtig: Erstelle im Unterricht keine täuschenden Inhalte über echte Mitschülerinnen, Mitschüler, Lehrkräfte oder andere reale Personen. Nutze für Übungen erfundene Figuren, freie Medien und keine personenbezogenen Daten.
Hören, sehen, lesen: Auch Stimmen und Texte können künstlich sein
Nicht nur Bilder können erzeugt werden. Auch Stimmen lassen sich synthetisch erzeugen. Text-zu-Sprache-Systeme wandeln Text in gesprochene Sprache um.
Die kurze Audiodatei ist auf Wikimedia Commons ausdrücklich als synthetische Stimme beschrieben. Du musst hier also nicht raten, ob die Stimme künstlich ist: Die Quelleninformation liefert den entscheidenden Beleg.

Die Grafik veranschaulicht schematisch, wie synthetische Sprachproduktion funktionieren kann. Für Klasse 5 reicht die Grundidee: Text kann automatisch in eine künstlich klingende oder sehr natürlich klingende Stimme umgewandelt werden.
Kurzer KI-Videoclip
Datei:AI generated Video Clip.webm
Dieser kurze Clip ist auf Wikimedia Commons als mit KI erzeugter Videoclip dokumentiert. Auch hier kommt die zuverlässige Information nicht aus einem Bauchgefühl, sondern aus der Dateibeschreibung und Quellenangabe.
Video: KI-Bilder kritisch betrachten
Das Video von Planet Schule erklärt altersnah, warum Bilddetails und Kontext wichtig sind. Nutze Bildfehler aber nur als Hinweise. Moderne Systeme können typische Fehler vermeiden, und echte Fotos können ebenfalls seltsame Details enthalten.
Video: Deepfakes und Quellencheck
Das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg betont beim Umgang mit Deepfakes den Quellencheck. Das passt zu unserer Grundregel: Nicht nur ansehen oder anhören – nachforschen.
Der KQP-B-Check: Kontext, Quelle, Plausibilität, Beleg
Wenn Du einen auffälligen digitalen Inhalt siehst, nutze vier Prüfkarten. Die Reihenfolge ist absichtlich einfach und wiederholbar.
Faktencheck-Karte 1: Kontext
| Frage | Satzstarter | Warnsignal |
|---|---|---|
| Was wird genau behauptet? | „Die Nachricht behauptet, dass …“ | Die Bildunterschrift ist dramatisch, aber ungenau. |
| Wann und wo soll es passiert sein? | „Als Ort und Zeitpunkt werden … genannt.“ | Ort oder Zeit fehlen. |
| Was sehe oder höre ich wirklich? | „Direkt beobachten kann ich nur …“ | Beobachtung und Vermutung werden vermischt. |
Faktencheck-Karte 2: Quelle
| Frage | Satzstarter | Warnsignal |
|---|---|---|
| Wer hat den Inhalt veröffentlicht? | „Als Quelle wird … genannt.“ | Nur „weitergeleitet“ oder „aus dem Internet“. |
| Gibt es eine Originalquelle? | „Die früheste auffindbare Quelle ist …“ | Viele Kopien, aber kein Ursprung. |
| Ist die Quelle für diese Aussage zuständig oder fachlich geeignet? | „Die Quelle ist passend, weil …“ | Eine fremde Seite behauptet etwas über eine Institution, ohne Beleg. |
Faktencheck-Karte 3: Plausibilität
Plausibilität bedeutet: Passt eine Behauptung zu dem, was wir bereits gesichert wissen? Eine plausible Aussage kann trotzdem falsch sein. Eine unplausible Aussage kann sich nach Prüfung als wahr herausstellen. Deshalb ist Plausibilität nur ein Prüfschritt.
| Prüffrage | Beispiel |
|---|---|
| Passt die Behauptung zur Zeit? | Wird von „heute“ gesprochen, obwohl die Originalquelle Jahre alt ist? |
| Passt sie zum Ort? | Ist ein angeblicher Ort im Bild oder in seriösen Quellen überhaupt erkennbar? |
| Passt sie zum Sachwissen? | Widerspricht die Aussage einer gut belegten Regel oder mehreren verlässlichen Quellen? |
Faktencheck-Karte 4: Belegvergleich
Ein Beleg ist etwas Nachprüfbares, das eine Behauptung stützt oder widerlegt. Gute Prüfung sucht nicht nur nach Bestätigung, sondern auch nach Gegenbelegen.

Prüfregel: Öffne bei wichtigen Behauptungen nicht nur eine Seite. Vergleiche möglichst mehrere voneinander unabhängige, passende Quellen.

Wiederholung: Die vier Prüfschritte
| Prüfschritt | Wozu? |
|---|---|
| Kontext | Klärt Behauptung, Ort, Zeit und Zusammenhang. |
| Quelle | Klärt Urheber, Ursprung und Zuständigkeit. |
| Plausibilität | Prüft, ob die Aussage zu gesichertem Wissen passt. |
| Beleg | Vergleicht die Behauptung mit nachprüfbaren Informationen. |
Warum „komische Finger“ kein Beweis sind
Frühe KI-Bilder zeigten manchmal auffällige Hände, Buchstaben oder Spiegelungen. Solche Details können weiterhin Hinweise liefern. Aber sie sind kein sicherer Test. Systeme werden besser, Bilder können nachbearbeitet werden und echte Fotos können durch Bewegung, Perspektive oder Kompression merkwürdig aussehen.
Darum unterscheidest Du zwischen:
- Hinweis: etwas, das eine weitere Prüfung sinnvoll macht.
- Beleg: etwas Nachprüfbares, das eine Aussage tatsächlich stützt.
- Urteil: eine begründete Einschätzung nach der Prüfung.
Mini-Fall: Das spektakuläre Tierbild
Behauptung: „Dieses Bild beweist, dass heute ein völlig ungewöhnliches Tier auf dem Schulhof war.“
Ein schwaches Urteil wäre: „Fake, weil es seltsam aussieht.“ Ein stärkeres Urteil lautet: „Das Bild allein reicht nicht. Ich brauche die Originalquelle, Ort und Zeitpunkt sowie unabhängige Belege.“
Hilfestufe 1 anzeigen
Formuliere zuerst nur die Behauptung. Noch kein Urteil.
Hilfestufe 2 anzeigen
Nutze KQP-B: Kontext, Quelle, Plausibilität, Beleg.
Muster-Feedback anzeigen
Eine gute Antwort nennt mindestens zwei fehlende Informationen und unterscheidet klar zwischen Beobachtung und Schlussfolgerung.
Chatverläufe prüfen: KI kann sicher klingen und trotzdem irren
Der folgende Chat ist erfunden und enthält keine personenbezogenen Daten.
| Rolle | Nachricht |
|---|---|
| Lernende Person | „Woran erkenne ich sicher, dass ein Bild von KI stammt?“ |
| KI-Antwort A | „Wenn Hände oder Buchstaben komisch aussehen, ist das Bild sicher von KI.“ |
| Lernende Person | „Ist das wirklich ein Beweis? Welche Quelle stützt das?“ |
| KI-Antwort B | „Nein. Auffällige Details sind nur Hinweise. Für eine belastbare Einschätzung solltest Du Quelle, Kontext und weitere Belege prüfen.“ |
Analyse: Antwort A ist zu sicher formuliert. Antwort B trennt Hinweis und Beleg besser. Genau diese Verbesserung ist eine wichtige KI-Kompetenz.
Promptkarten: KI gezielt statt blind nutzen
| Promptkarte | Gute Formulierung | Warum hilfreich? |
|---|---|---|
| Behauptung zerlegen | „Nenne die drei prüfbaren Behauptungen in diesem Text. Erfinde keine Belege.“ | Die Prüfung wird übersichtlich. |
| Unsicherheit sichtbar machen | „Markiere, was Du nicht aus der Quelle ableiten kannst.“ | Die KI soll Grenzen offenlegen. |
| Belege suchen helfen | „Welche Arten von Quellen müsste ich prüfen, bevor ich das glaube?“ | Die KI wird zum Recherche-Helfer, nicht zum Wahrheitsrichter. |
| Antwort verbessern | „Überarbeite die Antwort. Trenne Beobachtung, Schlussfolgerung und Beleg.“ | Fachsprache und Begründung werden genauer. |
Datenschutzregel: Gib keine Namen, Fotos, Telefonnummern, Adressen, Zugangsdaten oder andere personenbezogene Informationen in eine KI-Anwendung ein. Nutze für Schulübungen erfundene Beispiele oder freigegebene Materialien.
Quellen vergleichen statt nur eine Antwort glauben
Eine Quelle ist nicht automatisch gut oder schlecht. Entscheidend ist, ob sie für die konkrete Frage geeignet, nachvollziehbar und möglichst unabhängig überprüfbar ist.
Quellenvergleich: Welche Information hilft wofür?
| Quelle | Stärke | Grenze | Sinnvolle Nutzung |
|---|---|---|---|
| Nachricht im Gruppenchat | Zeigt, was gerade behauptet wird. | Ursprung und Belege können fehlen. | Behauptung identifizieren, noch nicht übernehmen. |
| Originalseite einer Schule oder Behörde | Kann offizielle Informationen zu eigenen Entscheidungen geben. | Gilt nicht automatisch für jedes Sachthema. | Zuständige Stelle für konkrete Mitteilungen prüfen. |
| Wikimedia-Commons-Dateiseite | Zeigt bei freien Medien häufig Beschreibung, Urheber, Datum und Lizenz. | Angaben müssen zum konkreten Medienfile passen. | Herkunft und Lizenz eines Bildes, Audios oder Videos prüfen. |
| Wikipedia-Artikel mit Einzelnachweisen | Liefert Überblick und weiterführende Belege. | Einzelne Aussagen können sich ändern oder umstritten sein. | Überblick gewinnen und Nachweise weiterverfolgen. |
| KI-Chat | Kann Fragen strukturieren und Suchbegriffe vorschlagen. | Kann Fehler erfinden oder Quellen falsch wiedergeben. | Als Werkzeug nutzen und jede wichtige Aussage prüfen. |
Entscheidungssituation 1: Eine Stimme fordert einen Code
Du bekommst eine Sprachnachricht, die wie eine bekannte Person klingt. Die Stimme verlangt sofort einen Zugangscode.
Deine Aufgabe: Begründe mit mindestens drei Fachbegriffen, was Du tust.
Sofort-Feedback anzeigen
Gib keinen Code weiter. Eine vertraut klingende Stimme ist kein ausreichender Identitätsbeleg. Prüfe die Person über einen bereits bekannten, unabhängigen Kontaktweg und hole bei Unsicherheit Hilfe von einer vertrauenswürdigen erwachsenen Person.
Entscheidungssituation 2: „Morgen fällt die Schule aus!“
Ein Bild zeigt angeblich eine Mitteilung der Schule. Die Nachricht wurde mehrfach weitergeleitet, aber es gibt keinen Link zur Originalseite.
Sofort-Feedback anzeigen
Prüfe die offizielle Informationsquelle der Schule. Vergleiche Wortlaut, Datum und Kontext. Das Bild kann echt, verändert oder aus einem anderen Zusammenhang übernommen sein.
Anspruchsvollere KI-Kompetenzaufgabe: Zwei KI-Ausgaben im Quellencheck
Jetzt arbeitest Du nach dem Spiralprinzip, das von Klasse 5 bis 10 immer anspruchsvoller wird:
selbst denken → KI gezielt nutzen → Ausgabe prüfen → mit Text, Regel oder Quelle vergleichen → verbessern → KI-Hilfe transparent machen
Als Ausgangsmedium dient das oben gezeigte Bild mit den Teddybären unter Wasser.
Gesicherte Quellenkarte: Auf der Wikimedia-Commons-Dateiseite steht, dass DALL·E 2 das Bild aus einem Text-Prompt erzeugt hat. Die Dateiseite nennt außerdem den Ursprung des Bildes und kennzeichnet es als KI-generiert.
Behauptung im fiktiven Chat: „Das ist ein echtes Unterwasserfoto von Teddybären, die KI-Forschung betreiben.“
KI-Ausgabe 1: „Das Foto ist gefälscht, denn Teddybären können nicht forschen. Außerdem sehen die Geräte merkwürdig aus.“
KI-Ausgabe 2: „Die Behauptung wird durch die Dateiquelle widerlegt: Dort ist das Bild als DALL·E-2-Ausgabe aus einem Prompt dokumentiert. Die ungewöhnliche Szene ist höchstens ein Hinweis; der stärkere Beleg ist die Herkunftsangabe.“
Arbeitsauftrag in sechs Schritten
- Selbst denken: Markiere in beiden KI-Ausgaben Beobachtung, Schlussfolgerung und Beleg.
- KI gezielt nutzen: Formuliere einen Prompt, der nach fehlenden Belegen und Unsicherheiten fragt, ohne ein fertiges Urteil vorzugeben.
- Ausgabe prüfen: Nenne mindestens einen Satz, der zu sicher, unklar oder unbelegt ist.
- Mit Quelle vergleichen: Entscheide, welche KI-Ausgabe die Quellenkarte korrekter verwendet, und begründe mit mindestens zwei Fachbegriffen.
- Verbessern: Schreibe eine eigene Antwort in drei bis fünf Sätzen, die Quelle, Kontext und Unsicherheit sauber trennt.
- KI-Hilfe transparent machen: Ergänze einen Satz wie „Ich habe KI genutzt, um …; geprüft habe ich die Antwort mit …“.
Prüfraster für Deine Lösung
| Kriterium | Erfüllt, wenn … |
|---|---|
| Fachsprache | Du verwendest mindestens drei passende Begriffe wie Quelle, Kontext, Beleg, Prompt oder Plausibilität korrekt. |
| Belegorientierung | Du stützt Dein Urteil auf die Dateiquelle und nicht nur auf das Aussehen. |
| Fehlerprüfung | Du benennst mindestens einen möglichen Fehler oder eine übertriebene Sicherheit in einer KI-Ausgabe. |
| Verbesserung | Deine neue Antwort ist genauer und vorsichtiger als die schwächere KI-Ausgabe. |
| Transparenz | Du machst kenntlich, wobei KI geholfen hat und was Du selbst geprüft hast. |
Muster-Feedback anzeigen
KI-Ausgabe 2 ist stärker, weil sie die dokumentierte Quelle als Beleg nutzt. KI-Ausgabe 1 kommt zwar zu einem passenden Ergebnis, begründet es aber hauptsächlich mit Plausibilität und Bildwirkung. Eine sehr gute Lösung sagt deshalb: Die ungewöhnliche Szene ist auffällig, doch die entscheidende Information ist die Herkunftsdokumentation auf der Dateiseite.
Das Spiralprinzip von Klasse 5 bis 10
In Klasse 5 trainierst Du eine feste Prüfschleife. In späteren Klassen wird dieselbe Schleife erweitert.
| Stufe | Schwerpunkt |
|---|---|
| Klasse 5 | Behauptung erkennen, KQP-B anwenden, KI-Hilfe transparent machen. |
| Klasse 6 bis 7 | Mehrere Quellen vergleichen und Widersprüche genauer begründen. |
| Klasse 8 | Quellenqualität, Perspektiven, Interessen und Daten genauer untersuchen. |
| Klasse 9 | Herkunftsdaten, technische Grenzen und Prüfwerkzeuge kritisch bewerten. |
| Klasse 10 | Komplexe KI-Ausgaben auditieren, Unsicherheiten abwägen und eigene Kriterien begründet verteidigen. |
Der Kern bleibt gleich: erst denken, dann KI gezielt nutzen, anschließend prüfen und verbessern.
Hilfen, Wiederholung und Transfer
Hilfestufe A: Behauptung finden
Frage: Was müsste wahr sein, damit die Nachricht stimmt? Schreibe die Antwort als einen prüfbaren Satz.
Hilfestufe B: KQP-B anwenden
Nutze diese Satzstarter: „Der Kontext ist …“ · „Die Quelle ist …“ · „Plausibel oder unplausibel wirkt …, weil …“ · „Ein belastbarer Beleg wäre …“
Hilfestufe C: Urteil vorsichtig formulieren
Verwende bei unvollständigen Informationen Formulierungen wie: „Das ist noch nicht belegt“, „Die Quelle reicht nicht aus“, „Dafür fehlt mir …“ oder „Nach den vorliegenden Belegen ist … wahrscheinlicher“.
Wiederholungsrunde: Vom Bauchgefühl zur Begründung
Formuliere diese Sätze fachlich besser:
- „Sieht fake aus.“
- „Die KI sagt, es stimmt.“
- „Das Video ist echt, weil die Stimme echt klingt.“
- „Viele haben es geteilt, also muss es stimmen.“
Musterideen anzeigen
Gute Verbesserungen nennen konkrete Prüfschritte. Beispiel: „Das Bild enthält auffällige Details, aber das ist nur ein Hinweis. Ich prüfe Quelle, Kontext und unabhängige Belege, bevor ich urteile.“
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist bei einem Deepfake gemeint? (Ein durch KI erzeugter oder manipulierter Medieninhalt, der etwas Wirkliches überzeugend nachahmen kann) (!Jedes unscharfe Foto im Internet) (!Nur ein Tippfehler in einem Text) (!Jede Zeichnung mit einem Computer)
Was ist der beste erste Schritt bei einer spektakulären Bildbehauptung? (Die genaue Behauptung und ihren Kontext klären) (!Das Bild sofort weiterleiten) (!Nur die Finger im Bild zählen) (!Die Überschrift ohne Prüfung übernehmen)
Welche Aussage über auffällige Bildfehler stimmt? (Sie können Hinweise sein, sind aber kein sicherer Beweis) (!Sie beweisen immer eine KI-Erzeugung) (!Sie kommen in echten Fotos nie vor) (!Sie machen einen Quellencheck überflüssig)
Was bedeutet Quelle in einem Faktencheck? (Die nachvollziehbare Herkunft einer Information oder eines Mediums) (!Die schönste Farbe im Bild) (!Die Anzahl der Kommentare) (!Der lauteste Teil einer Audiodatei)
Was ist ein Prompt? (Eine Eingabe oder Anweisung an ein KI-System) (!Ein Beweis für die Wahrheit einer Aussage) (!Eine geheime Bilddatei) (!Ein automatischer Faktencheck)
Wie gehst Du mit einer KI-Antwort ohne Belege um? (Du prüfst wichtige Aussagen mit geeigneten Quellen) (!Du glaubst sie wegen der flüssigen Sprache) (!Du kopierst sie sofort als Tatsache) (!Du ignorierst jede andere Quelle)
Was bedeutet Plausibilität? (Eine Aussage darauf zu prüfen, ob sie zu gesichertem Wissen und zum Zusammenhang passt) (!Eine Aussage nur nach Beliebtheit zu bewerten) (!Eine Datei größer zu machen) (!Ein Bild besonders schön zu finden)
Wie reagierst Du auf eine vertraut klingende Stimme, die einen Zugangscode verlangt? (Du gibst keinen Code weiter und prüfst die Person über einen unabhängigen bekannten Kontaktweg) (!Du sendest den Code sofort) (!Du veröffentlichst die Nachricht) (!Du nennst weitere persönliche Daten)
Was gehört zu transparenter KI-Nutzung? (Du nennst, wobei KI geholfen hat und was Du selbst geprüft hast) (!Du verschweigst jede KI-Hilfe) (!Du ersetzt Quellen durch die KI) (!Du behauptest, die KI könne sich nie irren)
Welche Reihenfolge passt zum Spiralprinzip dieses Kurses? (Selbst denken, KI gezielt nutzen, Ausgabe prüfen, vergleichen, verbessern, KI-Hilfe transparent machen) (!KI fragen, sofort abgeben, Quellen vermeiden, fertig) (!Bild ansehen, raten, teilen, später prüfen) (!Quelle ignorieren, KI glauben, Text kopieren, Namen entfernen)
Memory
| Prompt | Eingabe an ein KI-System |
| Kontext | Zusammenhang einer Behauptung |
| Quelle | nachvollziehbare Herkunft |
| Plausibilität | Prüfung auf Stimmigkeit |
| Deepfake | täuschend wirkender KI-Medieninhalt |
| Beleg | nachprüfbare Stütze einer Aussage |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Selbst denken | Eigene Erstprüfung |
| KI gezielt nutzen | Prüf-Prompt |
| Ausgabe prüfen | Fehlerkontrolle |
| Mit Quelle vergleichen | Quellenabgleich |
| Verbessern und kennzeichnen | Transparente Überarbeitung |
Kreuzworträtsel
| Deepfake | Wie heißt ein KI-erzeugter oder KI-manipulierter Medieninhalt, der etwas Wirkliches überzeugend nachahmen kann? |
| Kontext | Wie heißt der Zusammenhang aus Ort, Zeit, Begleittext und Situation? |
| Quelle | Wie heißt die nachvollziehbare Herkunft einer Information? |
| Prompt | Wie nennt man eine Eingabe oder Anweisung an ein KI-System? |
| Beleg | Wie heißt eine nachprüfbare Stütze für eine Behauptung? |
| Plausibilität | Welcher Fachbegriff bezeichnet die Prüfung, ob eine Aussage stimmig zu gesichertem Wissen passt? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Behauptung und Beobachtung: Erfinde eine harmlose Bildnachricht und schreibe getrennt auf, was im Bild beobachtbar wäre und was die Bildunterschrift zusätzlich behauptet.
- Faktencheck-Karte: Gestalte eine eigene KQP-B-Karte mit vier Feldern und je einer Prüffrage.
- Prompt-Werkstatt: Verbessere den Prompt „Ist das fake?“ so, dass die KI Behauptung, fehlende Belege und Unsicherheiten getrennt nennt.
- Medienkennzeichnung: Formuliere drei kurze Kennzeichnungen für ein echtes Foto, ein bearbeitetes Bild und ein KI-generiertes Bild.
Standard
- Quellenvergleich: Vergleiche zwei frei zugängliche Quellen zu einer harmlosen Sachfrage und begründe, welche Quelle für welche Teilfrage besser geeignet ist.
- Chat-Revision: Schreibe einen erfundenen KI-Chat mit einer zu sicheren Antwort und überarbeite die Antwort mit Fachbegriffen und Belegen.
- Audio-Prüfung: Entwickle eine Checkliste dafür, wie Du bei einer überraschenden Sprachnachricht die Identität prüfst, ohne persönliche Daten weiterzugeben.
- Bildgeschichte: Erstelle mit freien oder selbst erstellten Bildern eine kurze Geschichte, in der dieselbe Aufnahme durch zwei verschiedene Bildunterschriften unterschiedliche Bedeutungen bekommt.
Schwer
- KI-Audit: Lass eine KI zu einer ungefährlichen Sachfrage zwei kurze Antworten erzeugen, prüfe jede Aussage an mindestens zwei geeigneten Quellen und dokumentiere gefundene Fehler.
- Faktencheck-Video: Produziere ein höchstens zweiminütiges Erklärvideo zum Unterschied zwischen Hinweis und Beleg. Nutze nur eigene oder frei lizenzierte Medien.
- Entscheidungsbaum: Entwirf einen Entscheidungsbaum für „Teilen oder erst prüfen?“ mit mindestens sechs Entscheidungen und begründe jeden Zweig.
- Transferprojekt: Entwickle eine Mini-Unterrichtsübung für eine jüngere Lerngruppe, die das Muster „selbst denken → KI nutzen → prüfen → vergleichen → verbessern → transparent machen“ an einem neuen Beispiel trainiert.


Lernkontrolle
- Kontextwechsel: Ein echtes Foto wird mit einer falschen Ortsangabe geteilt. Erkläre, warum das Bild trotzdem irreführend sein kann, obwohl es nicht KI-generiert ist.
- Quellenkonflikt: Zwei Webseiten widersprechen sich. Entwickle drei Kriterien, mit denen Du entscheidest, welche weiteren Belege Du brauchst.
- Stimmklon-Szenario: Begründe ein sicheres Vorgehen, wenn eine vertraut klingende Stimme eine ungewöhnliche Handlung verlangt.
- KI-Antwort verbessern: Überarbeite die Aussage „Das Bild ist fake, weil die Hände komisch sind“ zu einer fachlich sauberen, belegorientierten Antwort.
- Transparenzregel: Formuliere eine kurze KI-Nutzungserklärung für eine Schulaufgabe und erkläre, warum Transparenz die eigene Leistung besser sichtbar macht.
- Transfer auf Text: Zeige, wie KQP-B auch bei einem rein schriftlichen KI-Text angewendet werden kann.
Lernnachweis
Für einen guten Lernnachweis ist wichtig, dass Du:
- eine konkrete Behauptung von einer bloßen Beobachtung unterscheiden kannst.
- die Fachbegriffe Prompt, Quelle, Kontext, Plausibilität, Beleg, Manipulation und Deepfake korrekt verwendest.
- nicht nur nach Bildfehlern suchst, sondern Herkunft und Zusammenhang prüfst.
- mindestens zwei passende Belege oder Quellen vergleichen und ihre Eignung begründen kannst.
- Fehler und Unsicherheiten in KI-Ausgaben erkennst und Verbesserungen fachlich begründest.
- Deine eigene KI-Nutzung transparent dokumentierst.
- bei persönlichen, heiklen oder sicherheitsrelevanten Situationen keine Daten weitergibst und verantwortungsvoll Hilfe holst.
Kompetenzcheck und Selbstreflexion
Kreuze für Dich gedanklich Ja, Noch unsicher oder Nein an.
| Ich kann … | Ja | Noch unsicher | Nein |
|---|---|---|---|
| eine Bildbehauptung in überprüfbare Teile zerlegen. | □ | □ | □ |
| Kontext, Quelle, Plausibilität und Beleg unterscheiden. | □ | □ | □ |
| erklären, warum ein realistisches Aussehen kein Echtheitsbeweis ist. | □ | □ | □ |
| eine KI-Antwort mit einer Quelle vergleichen und einen Fehler benennen. | □ | □ | □ |
| einen besseren Prüf-Prompt formulieren. | □ | □ | □ |
| transparent angeben, wobei KI geholfen hat. | □ | □ | □ |
Deine individuelle Empfehlung:
- Bei 0 bis 2 sicheren Ja-Antworten: Wiederhole die Faktencheck-Karten und bearbeite die Wiederholungsrunde noch einmal mit Hilfestufe A bis C.
- Bei 3 bis 4 sicheren Ja-Antworten: Übe zwei neue Alltagssituationen und formuliere jedes Urteil mit mindestens einem Beleg.
- Bei 5 bis 6 sicheren Ja-Antworten: Vertiefe mit der KI-Kompetenzaufgabe, vergleiche mehrere Quellen und untersuche bewusst eine Unsicherheit oder einen Widerspruch.
Kurze Selbstreflexion: Welcher Prüfschritt schützt Dich am stärksten vor vorschnellem Teilen? Wo hast Du heute Deine Meinung aufgrund eines Belegs geändert? Welche KI-Hilfe würdest Du beim nächsten Mal gezielter einsetzen?
Medien- und Quellenhinweise
Die eingebundenen Wikimedia-Commons-Medien wurden wegen ihrer dokumentierten freien Lizenz oder Gemeinfreiheit ausgewählt. Prüfe beim Weiterverwenden trotzdem immer die aktuelle Dateiseite und erfülle die dort genannte Namensnennung.
| Medium | Dokumentierte Lizenz bzw. Status auf Wikimedia Commons | Lernzweck |
|---|---|---|
| DALL-E 2 artificial intelligence digital image generated photo.jpg | als algorithmisch erzeugtes Werk gemeinfrei gekennzeichnet | KI-Bild und Prompt-Herkunft prüfen |
| Timeline-of-AI-generated-faces.png | CC BY 4.0 | Entwicklung realistischer KI-Bilder |
| Generative AI explained in 2 minutes.webm | CC BY-SA 4.0 | kurzer Überblick zu generativer KI |
| AI generated Video Clip.webm | CC BY-SA 4.0 | kurzes Beispiel für KI-generiertes Video |
| Samantha is a synthetic female voice with an american accent.ogg | CC0 | Beispiel synthetischer Sprache |
| TTS diagram.png | CC BY-SA 4.0 | Visualisierung von Text-zu-Sprache |
| Web search literacy (digital literacy).png | CC BY 4.0 | Quellen- und Suchkompetenz |
| Recognizing fake news & misinformation.jpg | CC BY-SA 4.0 | Faktencheck und Medienkompetenz |
| Before-and-after image of photo editing on three personal computers which were a bit bent before.jpg | CC BY-SA 4.0 | Unterschied zwischen Bearbeitung und Täuschung |
Die beiden YouTube-Videos stammen aus offiziellen Bildungsangeboten von Planet Schule und dem Landesmedienzentrum Baden-Württemberg. Sie werden über den YouTube-Player eingebettet; die Rechte am Video verbleiben bei den jeweiligen Anbietern.
OERs zum Thema
Weitere geeignete Lernangebote sind die frei zugänglichen Informations- und Unterrichtsseiten von Klicksafe, dem Landesmedienzentrum Baden-Württemberg und Wikimedia Commons. Besonders hilfreich sind Materialien, die nicht nur „Fake erkennen“ versprechen, sondern Quellenprüfung, Kontextprüfung und Belegvergleich trainieren.
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