Cybermobbing erkennen und Hilfe holen - Medienbildung - Sachunterricht 3


Cybermobbing erkennen und Hilfe holen - Medienbildung - Sachunterricht 3
Cybermobbing erkennen und Hilfe holen - Medienbildung - Sachunterricht

Einleitung
Im Internet sollen sich alle sicher fühlen. Manchmal schreiben Menschen aber immer wieder gemeine Nachrichten, verbreiten peinliche Bilder oder schließen ein Kind absichtlich aus. Das nennt man Cybermobbing.
Wichtig: Cybermobbing ist niemals Deine Schuld. Du musst das nicht allein lösen. Hilfe holen ist kein Petzen.
Lernziele
- Cybermobbing erkennen: Du erkennst Warnzeichen in Chats, Spielen und Gruppen.
- Gefühle verstehen: Du kannst beschreiben, wie sich Cybermobbing anfühlen kann.
- Hilfe holen: Du kennst sichere Schritte und Ansprechpersonen.
- Fair handeln: Du weißt, wie Du Betroffenen helfen kannst.
- Medien sicher nutzen: Du kennst Regeln für einen freundlichen Umgang im Netz.
Was ist Cybermobbing?
Cybermobbing bedeutet: Jemand wird über das Internet oder ein digitales Gerät absichtlich verletzt. Das geschieht zum Beispiel durch Nachrichten, Bilder, Videos, Kommentare oder das Ausschließen aus einer Gruppe.
Cybermobbing kann in einem Klassenchat, in einem Onlinespiel, in einer App oder auf einer Internetseite passieren.

Woran kannst Du Cybermobbing erkennen?
| Warnzeichen | Beispiel |
|---|---|
| Gemeine Nachrichten | Ein Kind wird immer wieder beleidigt. |
| Peinliche Bilder | Ein Bild wird ohne Erlaubnis verschickt. |
| Absichtliches Ausschließen | Ein Kind wird aus einer Gruppe entfernt und ausgelacht. |
| Lügen und Gerüchte | Über ein Kind werden erfundene Geschichten verbreitet. |
| Drohungen | Jemand macht einem Kind Angst. |
Ein einzelner gemeiner Satz ist schon nicht in Ordnung. Wenn das Verletzen wiederholt geschieht oder viele mitmachen, kann es Cybermobbing sein.
Streit oder Cybermobbing?
Bei einem Streit sind oft beide Seiten beteiligt. Sie können miteinander reden und den Streit beenden.
Bei Cybermobbing wird eine Person wiederholt verletzt. Sie kann die Angriffe oft nicht allein stoppen. Dann braucht sie Unterstützung von Erwachsenen.
Gefühle ernst nehmen
Cybermobbing kann traurig, wütend, ängstlich oder einsam machen. Manche Kinder bekommen Bauchweh, Kopfschmerzen oder wollen nicht mehr zur Schule.
Alle Gefühle sind erlaubt. Sprich mit einer Person, der Du vertraust.

Dein STOPP-Hilfeplan

| Buchstabe | Das kannst Du tun |
|---|---|
| S – Stopp | Antworte nicht auf gemeine Nachrichten. Leite sie nicht weiter. |
| T – Trau Dich | Erzähle es sofort einem Erwachsenen, dem Du vertraust. |
| O – Online-Beweise | Lass einen Erwachsenen Nachrichten, Namen und Uhrzeiten sichern. |
| P – Person blockieren | Blockiere den Kontakt gemeinsam mit einem Erwachsenen. |
| P – Problem melden | Meldet den Beitrag, das Profil oder die Nachricht beim Anbieter. |
Merke: Erst Beweise sichern, dann blockieren oder löschen. Verletzende Bilder und Videos darfst Du nicht weiterleiten.
Wer kann Dir helfen?
| Ort | Ansprechpersonen |
|---|---|
| Zu Hause | Eltern, Großeltern oder andere vertraute Erwachsene |
| In der Schule | Lehrkraft, Schulleitung, Betreuung oder Schulsozialarbeit |
| Beratung | Kinder- und Jugendtelefon 116 111, montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr, anonym und kostenlos in Deutschland |
| Akute Gefahr | Polizei 110 oder Rettungsdienst 112 |
Du darfst so lange Hilfe holen, bis Dir jemand wirklich zuhört und handelt.
Wenn Du Cybermobbing beobachtest
- Nicht mitmachen: Like, teile oder verschicke die verletzenden Inhalte nicht.
- Unterstützen: Sage dem betroffenen Kind: „Du bist nicht allein.“
- Hilfe holen: Informiere eine erwachsene Vertrauensperson.
- Melden: Meldet den Inhalt gemeinsam.
- Freundlich bleiben: Schreibe keine beleidigenden Antworten.

Gemeinsam fair im Netz
- Nachdenken: Ist meine Nachricht freundlich und wahr?
- Erlaubnis fragen: Darf ich dieses Foto verschicken?
- Geheimnisse schützen: Adressen, Passwörter und private Bilder bleiben privat.
- Respekt zeigen: Hinter jedem Bildschirm sitzt ein Mensch mit Gefühlen.
- Mutig helfen: Bei Gemeinheiten hole ich Unterstützung.
Der wichtigste Merksatz
Nicht antworten – nicht weiterleiten – Beweise sichern – blockieren – melden – Hilfe holen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was bedeutet Cybermobbing? (Jemand verletzt eine Person absichtlich über digitale Medien) (!Jemand spielt lange ein Computerspiel) (!Jemand schreibt eine freundliche Nachricht) (!Jemand sucht Informationen im Internet)
Was solltest Du bei einer gemeinen Nachricht zuerst tun? (Nicht zurückschimpfen und einen Erwachsenen holen) (!Die Nachricht an alle weiterleiten) (!Die Person öffentlich beleidigen) (!Alles heimlich löschen)
Warum werden Nachrichten oder Bildschirmfotos gesichert? (Sie können zeigen, was passiert ist) (!Sie machen die Nachricht lustiger) (!Sie werden in der Klasse verteilt) (!Sie ersetzen das Gespräch mit Erwachsenen)
Wer kann eine Vertrauensperson sein? (Eine Lehrkraft oder ein Elternteil) (!Nur die Person aus dem Chat) (!Eine unbekannte Person im Internet) (!Niemand)
Was solltest Du mit einem peinlichen Bild nicht tun? (Es weiterleiten) (!Einen Erwachsenen informieren) (!Den Inhalt melden) (!Die betroffene Person unterstützen)
Was kannst Du tun, wenn Du Cybermobbing beobachtest? (Hilfe holen und die betroffene Person unterstützen) (!Mitlachen) (!Den Beitrag teilen) (!Ein weiteres Gerücht erfinden)
Was bedeutet Blockieren? (Die Person kann Dich nicht mehr so leicht kontaktieren) (!Die Nachricht wird automatisch überall ausgedruckt) (!Alle erhalten Dein Passwort) (!Das Internet wird ausgeschaltet)
Warum ist Hilfe holen kein Petzen? (Weil Schutz und Sicherheit wichtig sind) (!Weil man dadurch berühmt wird) (!Weil jede Nachricht gelöscht werden muss) (!Weil Erwachsene alles allein entscheiden)
Welche Nummer gehört zum Kinder- und Jugendtelefon? (116 111) (!123 456) (!555 555) (!999 999)
Welche Nummer rufst Du in Deutschland bei akuter Gefahr zur Polizei an? (110) (!116 111) (!118) (!100)
Memory
| Cybermobbing | Wiederholtes Verletzen über digitale Medien |
| Screenshot | Bildschirminhalt als Beweis |
| Blockieren | Kontakt unterbrechen |
| Melden | Anbieter über einen Verstoß informieren |
| Vertrauensperson | Erwachsener Mensch, der zuhört und hilft |
| Zivilcourage | Mutig für andere eintreten |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Hilfeplan |
|---|---|
| Nicht antworten | Streit nicht weiter anheizen |
| Beweise sichern | Nachrichten und Namen festhalten |
| Hilfe holen | Mit einer Vertrauensperson sprechen |
| Blockieren | Kontakt unterbrechen |
| Melden | Anbieter über den Inhalt informieren |
Kreuzworträtsel
| Erwachsene | Wer sollte einem Kind bei Cybermobbing helfen? |
| Screenshot | Wie heißt ein Bild vom Bildschirminhalt? |
| Blockieren | Wie heißt das Sperren eines Kontakts? |
| Melden | Was kannst Du bei einem verletzenden Beitrag beim Anbieter tun? |
| Respekt | Wie nennt man einen achtsamen und fairen Umgang? |
| Hilfe | Was solltest Du bei Cybermobbing holen? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Gefühlsampel: Male ein grünes, gelbes und rotes Gesicht. Ordne freundliche, unangenehme und gefährliche Nachrichten zu.
- Helfende Hand: Zeichne Deine Hand. Schreibe in jeden Finger den Namen einer Person, die Dir helfen kann.
- Stopp-Plakat: Gestalte ein Plakat mit dem Satz „Hilfe holen ist kein Petzen“.
- Freundliche Nachricht: Schreibe drei kurze Sätze, mit denen Du ein trauriges Kind unterstützen kannst.
Standard
- Rollenspiel Hilfe holen: Spielt zu zweit ein Gespräch zwischen einem betroffenen Kind und einer Vertrauensperson.
- Klassenchat-Regeln: Formuliert fünf Regeln für einen freundlichen Klassenchat.
- Cybermobbing-Comic: Zeichne eine kurze Geschichte mit Problem, Hilfe und guter Lösung.
- Interview: Frage eine Lehrkraft, wie Kinder an Eurer Schule Hilfe bekommen. Notiere die Antworten.
Schwer
- Erklärvideo: Produziert ein kurzes Video zum STOPP-Hilfeplan. Zeigt keine echten beleidigenden Nachrichten.
- Hilfeplan der Schule: Erstellt eine übersichtliche Karte mit allen Ansprechpersonen und sicheren Schritten.
- Fallanalyse: Erfindet eine kindgerechte Situation und erklärt, woran man Cybermobbing erkennt und was helfen kann.
- Mutmach-Aktion: Plant eine Klassenaktion für Respekt im Netz mit Plakat, Motto und Aufgabenverteilung.


Lernkontrolle
- Situation beurteilen: Ein Kind wird mehrmals aus einer Spielgruppe entfernt und im Chat ausgelacht. Erkläre, welche Warnzeichen Du erkennst und welche zwei Schritte zuerst nötig sind.
- Streit vergleichen: Beschreibe den Unterschied zwischen einem einmaligen Streit und Cybermobbing an je einem eigenen Beispiel.
- Hilfeplan anwenden: Ordne die Schritte Beweise sichern, Hilfe holen, blockieren und melden sinnvoll. Begründe Deine Reihenfolge.
- Zuschauen oder helfen: Erkläre, wie Mitlesende Cybermobbing verstärken können und wie sie stattdessen helfen sollten.
- Regel prüfen: Beurteile die Klassenchat-Regel „Was lustig gemeint ist, darf immer geteilt werden“. Formuliere eine bessere Regel.
Lernnachweis
Für Deinen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:
- Cybermobbing erklären kannst.
- Warnzeichen in einer Situation erkennst.
- Gefühle Betroffener ernst nimmst.
- den STOPP-Hilfeplan anwenden kannst.
- mindestens drei Vertrauenspersonen oder Hilfsangebote kennst.
- erklären kannst, warum Bilder und Nachrichten nicht weitergeleitet werden dürfen.
- zeigen kannst, wie Beobachtende fair und mutig helfen.
- Regeln für einen respektvollen Umgang im Netz formulieren kannst.
OERs zum Thema
Hilfen und sichere Informationen
- Internet-ABC: Mobbing und Gemeinheiten
- klicksafe: Cybermobbing
- Nummer gegen Kummer
- Onlinewache der Polizei
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