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Buch - Torquato Tasso - Goethe, Johann Wolfgang

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Originalwerk · Lesefassung

Torquato Tasso

Goethe, Johann Wolfgang · 1780–1788

Torquato Tasso von Goethe, Johann Wolfgang. Volltext der angegebenen Ausgabe mit textbezogenen Leseaufgaben.

DramaKlasse 9–10 · 11–137 Abschnitte
Porträt von Goethe, Johann Wolfgang von; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Porträt · Goethe, Johann Wolfgang von · Joseph Karl Stieler · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht einordnen.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 3 von 7

1. Akt

1
Erster Auftritt
Vorlage S. 73
2
Gartenplatz, mit Hermen der epischen Dichter geziert. Vorn an der Szene zur Rechten Virgil, zur Linken Ariost. Prinzessin. Leonore.
Vorlage S. 73
3
PRINZESSIN.
Vorlage S. 73
4
Du siehst mich lächelnd an, Eleonore,
Vorlage S. 73
5
Und siehst dich selber an und lächelst wieder.
Vorlage S. 73
6
Was hast du? Lass es eine Freundin wissen!
Vorlage S. 73
7
Du scheinst bedenklich, doch du scheinst vergnügt.
Vorlage S. 73
8
LEONORE.
Vorlage S. 73
9
Ja, meine Fürstin, mit Vergnügen seh ich
Vorlage S. 73
10
Uns beide hier so ländlich ausgeschmückt.
Vorlage S. 73
11
Wir scheinen recht beglückte Schäferinnen
Vorlage S. 73
12
Und sind auch wie die Glücklichen beschäftigt.
Vorlage S. 73
13
Wir winden Kränze. Dieser, bunt von Blumen,
Vorlage S. 73
14
Schwillt immer mehr und mehr in meiner Hand,
Vorlage S. 73
15
Du hast mit höherm Sinn und größrem Herzen
Vorlage S. 73
16
Den zarten schlanken Lorbeer dir gewählt.
Vorlage S. 73
17
PRINZESSIN.
Vorlage S. 73
18
Die Zweige, die ich in Gedanken flocht,
Vorlage S. 73
19
Sie haben gleich ein würdig Haupt gefunden,
Vorlage S. 73
20
Ich setze sie Virgilen dankbar auf.
Vorlage S. 73
21
Sie kränzt die Herme Virgils.
Vorlage S. 73
22
LEONORE.
Vorlage S. 73
23
So drück ich meinen vollen frohen Kranz
Vorlage S. 73
24
Dem Meister Ludwig auf die hohe Stirne –
Vorlage S. 73
25
Sie kränzt Ariostens Herme.
Vorlage S. 73
26
Er, dessen Scherze nie verblühen, habe
Vorlage S. 73
27
Gleich von dem neuen Frühling seinen Teil.
Vorlage S. 73
28
PRINZESSIN.
Vorlage S. 73
29
Mein Bruder ist gefällig, dass er uns
Vorlage S. 73
30
In diesen Tagen schon aufs Land gebracht,
Vorlage S. 73
31
Wir können unser sein und stundenlang
Vorlage S. 73
32
Uns in die goldne Zeit der Dichter träumen.
Vorlage S. 73
33
Ich liebe Belriguardo, denn ich habe
Vorlage S. 73
34
Hier manchen Tag der Jugend froh durchlebt,
Vorlage S. 73
35
Und dieses neue Grün und diese Sonne
Vorlage S. 73
36
Bringt das Gefühl mir jener Zeit zurück.
Vorlage S. 73
37
LEONORE.
Vorlage S. 73
38
Ja es umgibt uns eine neue Welt!
Vorlage S. 73
39
Der Schatten dieser immergrünen Bäume
Vorlage S. 73
40
Wird schon erfreulich. Schon erquickt uns wieder
Vorlage S. 73
41
Das Rauschen dieser Brunnen, schwankend wiegen
Vorlage S. 73
42
Im Morgenwinde sich die jungen Zweige.
Vorlage S. 73
43
Die Blumen von den Beeten schauen uns
Vorlage S. 73
44
Mit ihren Kinderaugen freundlich an.
Vorlage S. 73
45
Der Gärtner deckt getrost das Winterhaus
Vorlage S. 73
46
Schon der Zitronen und Orangen ab,
Vorlage S. 73
47
Der blaue Himmel ruhet über uns
Vorlage S. 73
48
Und an dem Horizonte löst der Schnee
Vorlage S. 73
49
Der fernen Berge sich in leisen Duft.
Vorlage S. 73
50
PRINZESSIN.
Vorlage S. 73
51
Es wäre mir der Frühling sehr willkommen
Vorlage S. 73
52
Wenn er nicht meine Freundin mir entführte.
Vorlage S. 73
53
LEONORE.
Vorlage S. 73
54
Erinnre mich in diesen holden Stunden,
Vorlage S. 73
55
O Fürstin, nicht wie bald ich scheiden soll.
Vorlage S. 73
56
PRINZESSIN.
Vorlage S. 73
57
Was du verlassen magst, das findest du
Vorlage S. 73
58
In jener großen Stadt gedoppelt wieder.
Vorlage S. 73
59
LEONORE.
Vorlage S. 73
60
Es ruft die Pflicht, es ruft die Liebe mich
Vorlage S. 73
61
Zu dem Gemahl der mich so lang entbehrt.
Vorlage S. 73
62
Ich bring ihm seinen Sohn, der dieses Jahr
Vorlage S. 73
63
So schnell gewachsen, schnell sich ausgebildet,
Vorlage S. 73
64
Und teile seine väterliche Freude.
Vorlage S. 73
65
Groß ist Florenz und herrlich, doch der Wert
Vorlage S. 73
66
Von allen seinen aufgehäuften Schätzen
Vorlage S. 73
67
Reicht an Ferraras Edelsteine nicht.
Vorlage S. 73
68
Das Volk hat jene Stadt zur Stadt gemacht,
Vorlage S. 73
69
Ferrara ward durch seine Fürsten groß.
Vorlage S. 74
70
PRINZESSIN.
Vorlage S. 74
71
Mehr durch die guten Menschen, die sich hier
Vorlage S. 74
72
Durch Zufall trafen und zum Glück verbanden.
Vorlage S. 74
73
LEONORE.
Vorlage S. 74
74
Sehr leicht zerstreut der Zufall was er sammelt
Vorlage S. 74
75
Ein edler Mensch zieht edle Menschen an
Vorlage S. 74
76
Und weiß sie fest zu halten, wie ihr tut.
Vorlage S. 74
77
Um deinen Bruder und um dich verbinden
Vorlage S. 74
78
Gemüter sich, die eurer würdig sind,
Vorlage S. 74
79
Und ihr seid eurer großen Väter wert.
Vorlage S. 74
80
Hier zündete sich froh das schöne Licht
Vorlage S. 74
81
Der Wissenschaft, des freien Denkens an,
Vorlage S. 74
82
Als noch die Barbarei mit schwerer Dämmrung
Vorlage S. 74
83
Die Welt umher verbarg. Mir klang als Kind
Vorlage S. 74
84
Der Name Herkules von Este schon,
Vorlage S. 74
85
Schon Hyppolit von Este voll ins Ohr.
Vorlage S. 74
86
Ferrara ward mit Rom und mit Florenz
Vorlage S. 74
87
Von meinem Vater viel gepriesen! Oft
Vorlage S. 74
88
Hab ich mich hingesehnt; nun bin ich da.
Vorlage S. 74
89
Hier ward Petrarch bewirtet, hier gepflegt,
Vorlage S. 74
90
Und Ariost fand seine Muster hier.
Vorlage S. 74
91
Italien nennt keinen großen Namen,
Vorlage S. 74
92
Den dieses Haus nicht seinen Gast genannt.
Vorlage S. 74
93
Und es ist vorteilhaft den Genius
Vorlage S. 74
94
Bewirten: gibst du ihm ein Gastgeschenk,
Vorlage S. 74
95
So lässt er dir ein schöneres zurück.
Vorlage S. 74
96
Die Stätte, die ein guter Mensch betrat,
Vorlage S. 74
97
Ist eingeweiht; nach hundert Jahren klingt
Vorlage S. 74
98
Sein Wort und seine Tat dem Enkel wieder.
Vorlage S. 74
99
PRINZESSIN.
Vorlage S. 74
100
Dem Enkel, wenn er lebhaft fühlt wie du.
Vorlage S. 74
101
Gar oft beneid ich dich um dieses Glück.
Vorlage S. 74
102
LEONORE.
Vorlage S. 74
103
Das du, wie wenig andre, still und rein
Vorlage S. 74
104
Genießest. Drängt mich doch das volle Herz
Vorlage S. 74
105
Sogleich zu sagen was ich lebhaft fühle,
Vorlage S. 74
106
Du fühlst es besser, fühlst es tief und – schweigst.
Vorlage S. 74
107
Dich blendet nicht der Schein des Augenblicks,
Vorlage S. 74
108
Der Witz besticht dich nicht, die Schmeichelei
Vorlage S. 74
109
Schmiegt sich vergebens künstlich an dein Ohr:
Vorlage S. 74
110
Fest bleibt dein Sinn und richtig dein Geschmack,
Vorlage S. 74
111
Dein Urteil grad, stets ist dein Anteil groß
Vorlage S. 74
112
Am Großen, das du wie dich selbst erkennst.
Vorlage S. 75
113
PRINZESSIN.
Vorlage S. 75
114
Du solltest dieser höchsten Schmeichelei
Vorlage S. 75
115
Nicht das Gewand vertrauter Freundschaft leihen.
Vorlage S. 75
116
LEONORE.
Vorlage S. 75
117
Die Freundschaft ist gerecht, sie kann allein
Vorlage S. 75
118
Den ganzen Umfang deines Werts erkennen.
Vorlage S. 75
119
Und lass mich der Gelegenheit, dem Glück
Vorlage S. 75
120
Auch seinen Teil an deiner Bildung geben,
Vorlage S. 75
121
Du hast sie doch, und bist's am Ende doch,
Vorlage S. 75
122
Und dich mit deiner Schwester ehrt die Welt
Vorlage S. 75
123
Vor allen großen Frauen eurer Zeit.
Vorlage S. 75
124
PRINZESSIN.
Vorlage S. 75
125
Mich kann das, Leonore, wenig rühren,
Vorlage S. 75
126
Wenn ich bedenke wie man wenig ist,
Vorlage S. 75
127
Und was man ist, das blieb man andern schuldig.
Vorlage S. 75
128
Die Kenntnis alter Sprachen und des Besten,
Vorlage S. 75
129
Was uns die Vorwelt ließ, dank ich der Mutter;
Vorlage S. 75
130
Doch war an Wissenschaft, an rechtem Sinn
Vorlage S. 75
131
Ihr keine beider Töchter jemals gleich;
Vorlage S. 75
132
Und soll sich eine ja mit ihr vergleichen,
Vorlage S. 75
133
So hat Lucretia gewiss das Recht.
Vorlage S. 75
134
Auch kann ich dir versichern hab ich nie
Vorlage S. 75
135
Als Rang und als Besitz betrachtet, was
Vorlage S. 75
136
Mir die Natur, was mir das Glück verlieh.
Vorlage S. 75
137
Ich freue mich, wenn kluge Männer sprechen,
Vorlage S. 75
138
Dass ich verstehen kann wie sie es meinen.
Vorlage S. 75
139
Es sei ein Urteil über einen Mann
Vorlage S. 75
140
Der alten Zeit und seiner Taten Wert;
Vorlage S. 75
141
Es sei von einer Wissenschaft die Rede,
Vorlage S. 75
142
Die, durch Erfahrung weiter ausgebreitet,
Vorlage S. 75
143
Dem Menschen nutzt indem sie ihn erhebt;
Vorlage S. 75
144
Wohin sich das Gespräch der Edlen lenkt,
Vorlage S. 75
145
Ich folge gern, denn mir wird leicht zu folgen.
Vorlage S. 75
146
Ich höre gern dem Streit der Klugen zu,
Vorlage S. 75
147
Wenn um die Kräfte, die des Menschen Brust
Vorlage S. 75
148
So freundlich und so fürchterlich bewegen,
Vorlage S. 75
149
Mit Grazie die Rednerlippe spielt;
Vorlage S. 75
150
Gern, wenn die fürstliche Begier des Ruhms,
Vorlage S. 75
151
Des ausgebreiteten Besitzes Stoff
Vorlage S. 75
152
Dem Denker wird, und wenn die feine Klugheit,
Vorlage S. 75
153
Von einem klugen Manne zart entwickelt,
Vorlage S. 75
154
Statt uns zu hintergehen uns belehrt.
Vorlage S. 76
155
LEONORE.
Vorlage S. 76
156
Und dann nach dieser ernsten Unterhaltung
Vorlage S. 76
157
Ruht unser Ohr und unser innrer Sinn
Vorlage S. 76
158
Gar freundlich auf des Dichters Reimen aus,
Vorlage S. 76
159
Der uns die letzten lieblichsten Gefühle
Vorlage S. 76
160
Mit holden Tönen in die Seele flößt.
Vorlage S. 76
161
Dein hoher Geist umfasst ein weites Reich,
Vorlage S. 76
162
Ich halte mich am liebsten auf der Insel
Vorlage S. 76
163
Der Poesie in Lorbeerhainen auf.
Vorlage S. 76
164
PRINZESSIN.
Vorlage S. 76
165
In diesem schönen Lande, hat man mir
Vorlage S. 76
166
Versichern wollen, wächst vor andern Bäumen
Vorlage S. 76
167
Die Myrte gern. Und wenn der Musen gleich
Vorlage S. 76
168
Gar viele sind, so sucht man unter ihnen
Vorlage S. 76
169
Sich seltner eine Freundin und Gespielin,
Vorlage S. 76
170
Als man dem Dichter gern begegnen mag,
Vorlage S. 76
171
Der uns zu meiden, ja zu fliehen scheint,
Vorlage S. 76
172
Etwas zu suchen scheint das wir nicht kennen,
Vorlage S. 76
173
Und er vielleicht am Ende selbst nicht kennt.
Vorlage S. 76
174
Da wär es denn ganz artig, wenn er uns
Vorlage S. 76
175
Zur guten Stunde träfe, schnell entzückt
Vorlage S. 76
176
Uns für den Schatz erkennte, den er lang
Vorlage S. 76
177
Vergebens in der weiten Welt gesucht.
Vorlage S. 76
178
LEONORE.
Vorlage S. 76
179
Ich muss mir deinen Scherz gefallen lassen,
Vorlage S. 76
180
Er trifft mich zwar, doch trifft er mich nicht tief.
Vorlage S. 76
181
Ich ehre jeden Mann und sein Verdienst
Vorlage S. 76
182
Und ich bin gegen Tasso nur gerecht.
Vorlage S. 76
183
Sein Auge weilt auf dieser Erde kaum;
Vorlage S. 76
184
Sein Ohr vernimmt den Einklang der Natur;
Vorlage S. 76
185
Was die Geschichte reicht, das Leben gibt,
Vorlage S. 76
186
Sein Busen nimmt es gleich und willig auf:
Vorlage S. 76
187
Das weit Zerstreute sammelt sein Gemüt,
Vorlage S. 76
188
Und sein Gefühl belebt das Unbelebte.
Vorlage S. 76
189
Oft adelt er was uns gemein erschien,
Vorlage S. 76
190
Und das Geschätzte wird vor ihm zu nichts.
Vorlage S. 76
191
In diesem eignen Zauberkreise wandelt
Vorlage S. 76
192
Der wunderbare Mann und zieht uns an
Vorlage S. 76
193
Mit ihm zu wandeln, teil an ihm zu nehmen:
Vorlage S. 76
194
Er scheint sich uns zu nahn, und bleibt uns fern;
Vorlage S. 76
195
Er scheint uns anzusehn, und Geister mögen
Vorlage S. 76
196
An unsrer Stelle seltsam ihm erscheinen.
Vorlage S. 77
197
PRINZESSIN.
Vorlage S. 77
198
Du hast den Dichter fein und zart geschildert
Vorlage S. 77
199
Der in den Reichen süßer Träume schwebt.
Vorlage S. 77
200
Allein mir scheint auch ihn das Wirkliche
Vorlage S. 77
201
Gewaltsam anzuziehn und fest zu halten.
Vorlage S. 77
202
Die schönen Lieder, die an unsern Bäumen
Vorlage S. 77
203
Wir hin und wieder angeheftet finden,
Vorlage S. 77
204
Die, goldnen Äpfeln gleich, ein neu Hesperien
Vorlage S. 77
205
Uns duftend bilden, erkennst du sie nicht alle
Vorlage S. 77
206
Für holde Früchte einer wahren Liebe?
Vorlage S. 77
207
LEONORE.
Vorlage S. 77
208
Ich freue mich der schönen Blätter auch.
Vorlage S. 77
209
Mit mannigfaltgem Geist verherrlicht er
Vorlage S. 77
210
Ein einzig Bild in allen seinen Reimen.
Vorlage S. 77
211
Bald hebt er es in lichter Glorie
Vorlage S. 77
212
Zum Sternenhimmel auf, beugt sich verehrend
Vorlage S. 77
213
Wie Engel über Wolken vor dem Bilde;
Vorlage S. 77
214
Dann schleicht er ihm durch stille Fluren nach
Vorlage S. 77
215
Und jede Blume windet er zum Kranz.
Vorlage S. 77
216
Entfernt sich die Verehrte, heiligt er
Vorlage S. 77
217
Den Pfad, den leis ihr schöner Fuß betrat.
Vorlage S. 77
218
Versteckt im Busche gleich der Nachtigall
Vorlage S. 77
219
Füllt er aus einem liebekranken Busen
Vorlage S. 77
220
Mit seiner Klagen Wohllaut Hain und Luft:
Vorlage S. 77
221
Sein reizend Leid, die selge Schwermut lockt
Vorlage S. 77
222
Ein jedes Ohr und jedes Herz muss nach –
Vorlage S. 77
Porträt von Goethe, Johann Wolfgang von; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Kontextbild zum Werk. Porträt · Goethe, Johann Wolfgang von · Joseph Karl Stieler · Public domain Bildquelle ↗
223
PRINZESSIN.
Vorlage S. 77
224
Und wenn er seinen Gegenstand benennt
Vorlage S. 77
225
So gibt er ihm den Namen Leonore.
Vorlage S. 77
226
LEONORE.
Vorlage S. 77
227
Es ist dein Name wie es meiner ist.
Vorlage S. 77
228
Ich nähm es übel wenn's ein andrer wäre.
Vorlage S. 77
229
Mich freut es dass er sein Gefühl für dich
Vorlage S. 77
230
In diesem Doppelsinn verbergen kann.
Vorlage S. 77
231
Ich bin zufrieden dass er meiner auch
Vorlage S. 77
232
Bei dieses Namens holdem Klang gedenkt.
Vorlage S. 77
233
Hier ist die Frage nicht von einer Liebe,
Vorlage S. 77
234
Die sich des Gegenstands bemeistern will,
Vorlage S. 77
235
Ausschließend ihn besitzen, eifersüchtig
Vorlage S. 77
236
Den Anblick jedem andern wehren möchte.
Vorlage S. 77
237
Wenn er in seliger Betrachtung sich
Vorlage S. 77
238
Mit deinem Wert beschäftigt, mag er auch
Vorlage S. 77
239
An meinem leichtern Wesen sich erfreun.
Vorlage S. 78
240
Uns liebt er nicht, – verzeih dass ich es sage! –
Vorlage S. 78
241
Aus allen Sphären trägt er was er liebt
Vorlage S. 78
242
Auf einen Namen nieder den wir führen,
Vorlage S. 78
243
Und sein Gefühl teilt er uns mit; wir scheinen
Vorlage S. 78
244
Den Mann zu lieben, und wir lieben nur
Vorlage S. 78
245
Mit ihm das Höchste was wir lieben können.
Vorlage S. 78
246
PRINZESSIN.
Vorlage S. 78
247
Du hast dich sehr in diese Wissenschaft
Vorlage S. 78
248
Vertieft, Eleonore, sagst mir Dinge,
Vorlage S. 78
249
Die mir beinahe nur das Ohr berühren
Vorlage S. 78
250
Und in die Seele kaum noch übergehn.
Vorlage S. 78
251
LEONORE.
Vorlage S. 78
252
Du? Schülerin des Plato! nicht begreifen?
Vorlage S. 78
253
Was dir ein Neuling vorzuschwatzen wagt.
Vorlage S. 78
254
Es müsste sein dass ich zu sehr mich irrte,
Vorlage S. 78
255
Doch irr ich auch nicht ganz, ich weiß es wohl.
Vorlage S. 78
256
Die Liebe zeigt in dieser holden Schule
Vorlage S. 78
257
Sich nicht, wie sonst, als ein verwöhntes Kind:
Vorlage S. 78
258
Es ist der Jüngling der mit Psychen sich
Vorlage S. 78
259
Vermählte, der im Rat der Götter Sitz
Vorlage S. 78
260
Und Stimme hat. Er tobt nicht frevelhaft
Vorlage S. 78
261
Von einer Brust zur andern hin und her;
Vorlage S. 78
262
Er heftet sich an Schönheit und Gestalt
Vorlage S. 78
263
Nicht gleich mit süßem Irrtum fest, und büßet
Vorlage S. 78
264
Nicht schnellen Rausch mit Ekel und Verdruss.
Vorlage S. 78
265
PRINZESSIN.
Vorlage S. 78
266
Da kommt mein Bruder, lass uns nicht verraten
Vorlage S. 78
267
Wohin sich wieder das Gespräch gelenkt.
Vorlage S. 78
268
Wir würden seinen Scherz zu tragen haben,
Vorlage S. 78
269
Wie unsre Kleidung seinen Spott erfuhr.
Vorlage S. 78
270
Zweiter Auftritt
Vorlage S. 78
271
Die Vorigen. Alfons.
Vorlage S. 78
272
ALFONS.
Vorlage S. 78
273
Ich suche Tasso, den ich nirgends finde,
Vorlage S. 78
274
Und treff ihn – hier sogar bei euch nicht an.
Vorlage S. 78
275
Könnt ihr von ihm mir keine Nachricht geben?
Vorlage S. 78
276
PRINZESSIN.
Vorlage S. 78
277
Ich sah ihn gestern wenig, heute nicht.
Vorlage S. 78
278
ALFONS.
Vorlage S. 79
279
Es ist ein alter Fehler, dass er mehr
Vorlage S. 79
280
Die Einsamkeit als die Gesellschaft sucht.
Vorlage S. 79
281
Verzeih ich ihm, wenn er den bunten Schwarm
Vorlage S. 79
282
Der Menschen flieht, und lieber frei im Stillen
Vorlage S. 79
283
Mit seinem Geist sich unterhalten mag,
Vorlage S. 79
284
So kann ich doch nicht loben dass er selbst
Vorlage S. 79
285
Den Kreis vermeidet den die Freunde schließen.
Vorlage S. 79
286
LEONORE.
Vorlage S. 79
287
Irr ich mich nicht, so wirst du bald, o Fürst
Vorlage S. 79
288
Den Tadel in ein frohes Lob verwandeln.
Vorlage S. 79
289
Ich sah ihn heut von fern; er hielt ein Buch
Vorlage S. 79
290
Und eine Tafel, schrieb und ging und schrieb.
Vorlage S. 79
291
Ein flüchtig Wort das er mir gestern sagte
Vorlage S. 79
292
Schien mir sein Werk vollendet anzukünden.
Vorlage S. 79
293
Er sorgt nur kleine Züge zu verbessern,
Vorlage S. 79
294
Um deiner Huld, die ihm so viel gewährt,
Vorlage S. 79
295
Ein würdig Opfer endlich darzubringen.
Vorlage S. 79
296
ALFONS.
Vorlage S. 79
297
Er soll willkommen sein wenn er es bringt
Vorlage S. 79
298
Und losgesprochen sein auf lange Zeit.
Vorlage S. 79
299
So sehr ich teil an seiner Arbeit nehme,
Vorlage S. 79
300
So sehr in manchem Sinn das große Werk
Vorlage S. 79
301
Mich freut und freuen muss, so sehr vermehrt
Vorlage S. 79
302
Sich auch zuletzt die Ungeduld in mir.
Vorlage S. 79
303
Er kann nicht enden, kann nicht fertig werden,
Vorlage S. 79
304
Er ändert stets, ruckt langsam weiter vor,
Vorlage S. 79
305
Steht wieder still, er hintergeht die Hoffnung;
Vorlage S. 79
306
Unwillig sieht man den Genuss entfernt
Vorlage S. 79
307
In späte Zeit, den man so nah geglaubt.
Vorlage S. 79
308
PRINZESSIN.
Vorlage S. 79
309
Ich lobe die Bescheidenheit, die Sorge,
Vorlage S. 79
310
Womit er Schritt vor Schritt zum Ziele geht.
Vorlage S. 79
311
Nur durch die Gunst der Musen schließen sich
Vorlage S. 79
312
So viele Reime fest in eins zusammen;
Vorlage S. 79
313
Und seine Seele hegt nur diesen Trieb,
Vorlage S. 79
314
Es soll sich sein Gedicht zum Ganzen ründen.
Vorlage S. 79
315
Er will nicht Märchen über Märchen häufen,
Vorlage S. 79
316
Die reizend unterhalten und zuletzt
Vorlage S. 79
317
Wie lose Worte nur verklingend täuschen.
Vorlage S. 79
318
Lass ihn, mein Bruder! denn es ist die Zeit
Vorlage S. 79
319
Von einem guten Werke nicht das Maß;
Vorlage S. 79
320
Und wenn die Nachwelt mit genießen soll,
Vorlage S. 79
321
So muss des Künstlers Mitwelt sich vergessen.
Vorlage S. 79
322
ALFONS.
Vorlage S. 80
323
Lass uns zusammen, liebe Schwester, wirken,
Vorlage S. 80
324
Wie wir zu beider Vorteil oft getan!
Vorlage S. 80
325
Wenn ich zu eifrig bin, so lindre du:
Vorlage S. 80
326
Und bist du zu gelind, so will ich treiben.
Vorlage S. 80
327
Wir sehen dann auf einmal ihn vielleicht
Vorlage S. 80
328
Am Ziel, wo wir ihn lang gewünscht zu sehn.
Vorlage S. 80
329
Dann soll das Vaterland, es soll die Welt
Vorlage S. 80
330
Erstaunen, welch ein Werk vollendet worden.
Vorlage S. 80
331
Ich nehme meinen Teil des Ruhms davon,
Vorlage S. 80
332
Und er wird in das Leben eingeführt.
Vorlage S. 80
333
Ein edler Mensch kann einem engen Kreise
Vorlage S. 80
334
Nicht seine Bildung danken. Vaterland
Vorlage S. 80
335
Und Welt muss auf ihn wirken. Ruhm und Tadel
Vorlage S. 80
336
Muss er ertragen lernen. Sich und andre
Vorlage S. 80
337
Wird er gezwungen recht zu kennen. Ihn
Vorlage S. 80
338
Wiegt nicht die Einsamkeit mehr schmeichelnd ein.
Vorlage S. 80
339
Es will der Feind – es darf der Freund nicht schonen:
Vorlage S. 80
340
Dann übt der Jüngling streitend seine Kräfte,
Vorlage S. 80
341
Fühlt was er ist und fühlt sich bald ein Mann.
Vorlage S. 80
342
LEONORE.
Vorlage S. 80
343
So wirst du, Herr, für ihn noch alles tun,
Vorlage S. 80
344
Wie du bisher für ihn schon viel getan.
Vorlage S. 80
345
Es bildet ein Talent sich in der Stille,
Vorlage S. 80
346
Sich ein Charakter in dem Strom der Welt.
Vorlage S. 80
347
O dass er sein Gemüt wie seine Kunst.
Vorlage S. 80
348
An deinen Lehren bilde! dass er nicht
Vorlage S. 80
349
Die Menschen länger meide, dass sein Argwohn
Vorlage S. 80
350
Sich nicht zuletzt in Furcht und Haß verwandle!
Vorlage S. 80
351
ALFONS.
Vorlage S. 80
352
Die Menschen fürchtet nur wer sie nicht kennt,
Vorlage S. 80
353
Und wer sie meidet wird sie bald verkennen.
Vorlage S. 80
354
Das ist sein Fall, und so wird nach und nach
Vorlage S. 80
355
Ein frei Gemüt verworren und gefesselt.
Vorlage S. 80
356
So ist er oft um meine Gunst besorgt
Vorlage S. 80
357
Weit mehr als es ihm ziemte; gegen viele
Vorlage S. 80
358
Hegt er ein Mißtraun, die, ich weiß es sicher,
Vorlage S. 80
359
Nicht seine Feinde sind. Begegnet ja
Vorlage S. 80
360
Dass sich ein Brief verirrt, dass ein Bedienter
Vorlage S. 80
361
Aus seinem Dienst in einen andern geht,
Vorlage S. 80
362
Dass ein Papier aus seinen Händen kommt,
Vorlage S. 80
363
Gleich sieht er Absicht, sieht Verräterei
Vorlage S. 80
364
Und Tücke die sein Schicksal untergräbt.
Vorlage S. 81
365
PRINZESSIN.
Vorlage S. 81
366
Lass uns, geliebter Bruder, nicht vergessen
Vorlage S. 81
367
Dass von sich selbst der Mensch nicht scheiden kann
Vorlage S. 81
368
Und wenn ein Freund, der mit uns wandeln sollte,
Vorlage S. 81
369
Sich einen Fuß beschädigte, wir würden
Vorlage S. 81
370
Doch lieber langsam gehn und unsre Hand
Vorlage S. 81
371
Ihm gern und willig leihen?
Vorlage S. 81
372
ALFONS.
Vorlage S. 81
373
Besser wär's,
Vorlage S. 81
374
Wenn wir ihn heilen könnten, lieber gleich
Vorlage S. 81
375
Auf treuen Rat des Arztes eine Kur
Vorlage S. 81
376
Versuchten, dann mit dem Geheilten froh
Vorlage S. 81
377
Den neuen Weg des frischen Lebens gingen.
Vorlage S. 81
378
Doch hoff ich, meine Lieben, dass ich nie
Vorlage S. 81
379
Die Schuld des rauhen Arztes auf mich lade.
Vorlage S. 81
380
Ich tue was ich kann um Sicherheit
Vorlage S. 81
381
Und Zutraun seinem Busen einzuprägen.
Vorlage S. 81
382
Ich geb ihm oft in Gegenwart von vielen
Vorlage S. 81
383
Entschiedne Zeichen meiner Gunst. Beklagt
Vorlage S. 81
384
Er sich bei mir, so lass ich's untersuchen;
Vorlage S. 81
385
Wie ich es tat, als er sein Zimmer neulich
Vorlage S. 81
386
Erbrochen glaubte. Lässt sich nichts entdecken,
Vorlage S. 81
387
So zeig ich ihm gelassen wie ich's sehe;
Vorlage S. 81
388
Und da man alles üben muss, so üb ich,
Vorlage S. 81
389
Weil er's verdient, an Tasso die Geduld;
Vorlage S. 81
390
Und ihr, ich weiß es, steht mir willig bei.
Vorlage S. 81
391
Ich hab euch nun aufs Land gebracht und gehe
Vorlage S. 81
392
Heut abend nach der Stadt zurück. Ihr werdet
Vorlage S. 81
393
Auf einen Augenblick Antonio sehen,
Vorlage S. 81
394
Er kommt von Rom und holt mich ab. Wir haben
Vorlage S. 81
395
Viel auszureden, abzutun. Entschlüsse
Vorlage S. 81
396
Sind nun zu fassen, Briefe viel zu schreiben,
Vorlage S. 81
397
Das alles nötigt mich zur Stadt zurück.
Vorlage S. 81
398
PRINZESSIN.
Vorlage S. 81
399
Erlaubst du uns dass wir dich hinbegleiten
Vorlage S. 81
400
ALFONS.
Vorlage S. 81
401
Bleibt nur in Belriguardo, geht zusammen
Vorlage S. 81
402
Hinüber nach Consandoli! Genießt
Vorlage S. 81
403
Der schönen Tage ganz nach freier Lust.
Vorlage S. 81
404
PRINZESSIN.
Vorlage S. 81
405
Du kannst nicht bei uns bleiben? die Geschäfte
Vorlage S. 81
406
Nicht hier so gut als in der Stadt verrichten?
Vorlage S. 81
407
LEONORE.
Vorlage S. 82
408
Du führst uns gleich Antonio hinweg,
Vorlage S. 82
409
Der uns von Rom so viel erzählen sollte?
Vorlage S. 82
410
ALFONS.
Vorlage S. 82
411
Es geht nicht an, ihr Kinder; doch ich komme
Vorlage S. 82
412
Mit ihm so bald als möglich ist, zurück:
Vorlage S. 82
413
Dann soll er euch erzählen und ihr sollt
Vorlage S. 82
414
Mir ihn belohnen helfen, der so viel
Vorlage S. 82
415
In meinem Dienst aufs neue sich bemüht.
Vorlage S. 82
416
Und haben wir uns wieder ausgesprochen,
Vorlage S. 82
417
So mag der Schwarm dann kommen, dass es lustig
Vorlage S. 82
418
In unsern Gärten werde, dass auch mir,
Vorlage S. 82
419
Wie billig, eine Schönheit in dem Kühlen
Vorlage S. 82
420
Wenn ich sie suche gern begegnen mag.
Vorlage S. 82
421
LEONORE.
Vorlage S. 82
422
Wir wollen freundlich durch die Finger sehen.
Vorlage S. 82
423
ALFONS.
Vorlage S. 82
424
Dagegen wisst ihr dass ich schonen kann.
Vorlage S. 82
425
PRINZESSIN
Vorlage S. 82
426
nach der Szene gekehrt.
Vorlage S. 82
427
Schon lange seh ich Tasso kommen. Langsam
Vorlage S. 82
428
Bewegt er seine Schritte, steht bisweilen
Vorlage S. 82
429
Auf einmal still, wie unentschlossen, geht
Vorlage S. 82
430
Dann wieder schneller auf uns los, und weilt
Vorlage S. 82
431
Schon wieder.
Vorlage S. 82
432
ALFONS.
Vorlage S. 82
433
Stört ihn, wenn er denkt und dichtet,
Vorlage S. 82
434
In seinen Träumen nicht, und lasst ihn wandeln.
Vorlage S. 82
435
LEONORE.
Vorlage S. 82
436
Nein, er hat uns gesehn, er kommt hierher.
Vorlage S. 82
437
Dritter Auftritt
Vorlage S. 82
438
Die Vorigen. Tasso.
Vorlage S. 82
439
TASSO
Vorlage S. 82
440
mit einem Buche in Pergament geheftet.
Vorlage S. 82
441
Ich komme langsam dir ein Werk zu bringen,
Vorlage S. 82
442
Und zaudre noch es dir zu überreichen.
Vorlage S. 82
443
Ich weiß zu wohl, noch bleibt es unvollendet,
Vorlage S. 82
444
Wenn es auch gleich geendigt scheinen möchte.
Vorlage S. 82
Johannes Vermeer – Briefleserin in Blau, um 1663. Vergleichsbild zum Motiv des Lesens und Briefeschreibens, keine konkrete Buchszene.
Kontextbild zum Werk. Briefleserin in Blau · Johannes Vermeer · Public domain Bildquelle ↗
445
Allein, war ich besorgt es unvollkommen
Vorlage S. 82
446
Dir hinzugeben, so bezwingt mich nun
Vorlage S. 82
447
Die neue Sorge: Möcht ich doch nicht gern
Vorlage S. 82
448
Zu ängstlich, möcht ich nicht undankbar scheinen.
Vorlage S. 82
449
Und wie der Mensch nur sagen kann: Hie bin ich!
Vorlage S. 82
450
Dass Freunde seiner schonend sich erfreuen:
Vorlage S. 82
451
So kann ich auch nur sagen: Nimm es hin!
Vorlage S. 83
452
Er übergibt den Band.
Vorlage S. 83
453
ALFONS.
Vorlage S. 83
454
Du überraschest mich mit deiner Gabe
Vorlage S. 83
455
Und machst mir diesen schönen Tag zum Fest.
Vorlage S. 83
456
So halt ich's endlich denn in meinen Händen,
Vorlage S. 83
457
Und nenn es in gewissem Sinne mein!
Vorlage S. 83
458
Lang wünscht ich schon, du möchtest dich entschließen
Vorlage S. 83
459
Und endlich sagen: Hier! es ist genug.
Vorlage S. 83
460
TASSO.
Vorlage S. 83
461
Wenn ihr zufrieden seid, so ist's vollkommen;
Vorlage S. 83
462
Denn euch gehört es zu in jedem Sinn.
Vorlage S. 83
463
Betrachtet ich den Fleiß den ich verwendet,
Vorlage S. 83
464
Sah ich die Züge meiner Feder an,
Vorlage S. 83
465
So konnt ich sagen: dieses Werk ist mein.
Vorlage S. 83
466
Doch seh ich näher an, was dieser Dichtung
Vorlage S. 83
467
Den innren Wert und ihre Würde gibt,
Vorlage S. 83
468
Erkenn ich wohl, ich hab es nur von euch.
Vorlage S. 83
469
Wenn die Natur der Dichtung holde Gabe
Vorlage S. 83
470
Aus reicher Willkür freundlich mir geschenkt,
Vorlage S. 83
471
So hatte mich das eigensinnge Glück
Vorlage S. 83
472
Mit grimmiger Gewalt von sich gestoßen;
Vorlage S. 83
473
Und zog die schöne Welt den Blick des Knaben
Vorlage S. 83
474
Mit ihrer ganzen Fülle herrlich an,
Vorlage S. 83
475
So trübte bald den jugendlichen Sinn
Vorlage S. 83
476
Der teuren Eltern unverdiente Not.
Vorlage S. 83
477
Eröffnete die Lippe sich zu singen,
Vorlage S. 83
478
So floss ein traurig Lied von ihr herab,
Vorlage S. 83
479
Und ich begleitete mit leisen Tönen
Vorlage S. 83
480
Des Vaters Schmerzen und der Mutter Qual.
Vorlage S. 83
481
Du warst allein der aus dem engen Leben
Vorlage S. 83
482
Zu einer schönen Freiheit mich erhob;
Vorlage S. 83
483
Der jede Sorge mir vom Haupte nahm,
Vorlage S. 83
484
Mir Freiheit gab, dass meine Seele sich
Vorlage S. 83
485
Zu mutigem Gesang entfalten konnte;
Vorlage S. 83
486
Und welchen Preis nun auch mein Werk erhält,
Vorlage S. 83
487
Euch dank ich ihn, denn euch gehört es zu.
Vorlage S. 83
488
ALFONS.
Vorlage S. 83
489
Zum zweitenmal verdienst du jedes Lob
Vorlage S. 83
490
Und ehrst bescheiden dich und uns zugleich.
Vorlage S. 83
491
TASSO.
Vorlage S. 83
492
O könnt ich sagen wie ich lebhaft fühle
Vorlage S. 83
493
Dass ich von euch nur habe was ich bringe!
Vorlage S. 83
494
Der tatenlose Jüngling – nahm er wohl
Vorlage S. 84
495
Die Dichtung aus sich selbst? Die kluge Leitung
Vorlage S. 84
496
Des raschen Krieges – hat er die ersonnen?
Vorlage S. 84
497
Die Kunst der Waffen, die ein jeder Held
Vorlage S. 84
498
An dem beschiednen Tage kräftig zeigt,
Vorlage S. 84
499
Des Feldherrn Klugheit und der Ritter Mut
Vorlage S. 84
500
Und wie sich List und Wachsamkeit bekämpft,
Vorlage S. 84
501
Hast du mir nicht, o kluger tapfrer Fürst,
Vorlage S. 84
502
Das alles eingeflößt als wärest du
Vorlage S. 84
503
Mein Genius, der eine Freude fände
Vorlage S. 84
504
Sein hohes, unerreichbar hohes Wesen
Vorlage S. 84
505
Durch einen Sterblichen zu offenbaren?
Vorlage S. 84
506
PRINZESSIN.
Vorlage S. 84
507
Genieße nun des Werks das uns erfreut!
Vorlage S. 84
508
ALFONS.
Vorlage S. 84
509
Erfreue dich des Beifalls jedes Guten.
Vorlage S. 84
510
LEONORE.
Vorlage S. 84
511
Des allgemeinen Ruhms erfreue dich.
Vorlage S. 84
512
TASSO.
Vorlage S. 84
513
Mir ist an diesem Augenblick genug.
Vorlage S. 84
514
An euch nur dacht ich wenn ich sann und schrieb,
Vorlage S. 84
515
Euch zu gefallen war mein höchster Wunsch,
Vorlage S. 84
516
Euch zu ergötzen war mein letzter Zweck.
Vorlage S. 84
517
Wer nicht die Welt in seinen Freunden sieht
Vorlage S. 84
518
Verdient nicht dass die Welt von ihm erfahre.
Vorlage S. 84
519
Hier ist mein Vaterland, hier ist der Kreis
Vorlage S. 84
520
In dem sich meine Seele gern verweilt.
Vorlage S. 84
521
Hier horch ich auf, hier acht ich jeden Wink.
Vorlage S. 84
522
Hier spricht Erfahrung, Wissenschaft, Geschmack,
Vorlage S. 84
523
Ja, Welt und Nachwelt seh ich vor mir stehn.
Vorlage S. 84
524
Die Menge macht den Künstler irr und scheu:
Vorlage S. 84
525
Nur wer euch ähnlich ist, versteht und fühlt,
Vorlage S. 84
526
Nur der allein soll richten und belohnen!
Vorlage S. 84
527
ALFONS.
Vorlage S. 84
528
Und stellen wir denn Welt und Nachwelt vor,
Vorlage S. 84
529
So ziemt es nicht nur müßig zu empfangen.
Vorlage S. 84
530
Das schöne Zeichen, das den Dichter ehrt,
Vorlage S. 84
531
Das selbst der Held, der seiner stets bedarf,
Vorlage S. 84
532
Ihm ohne Neid ums Haupt gewunden sieht,
Vorlage S. 84
533
Erblick ich hier auf deines Ahnherrn Stirne.
Vorlage S. 84
534
Auf die Herme Virgils deutend.
Vorlage S. 84
535
Hat es der Zufall, hat's ein Genius
Vorlage S. 84
536
Geflochten und gebracht? Es zeigt sich hier
Vorlage S. 84
537
Uns nicht umsonst. Virgilen hör ich sagen:
Vorlage S. 84
538
Was ehret ihr die Toten? Hatten die
Vorlage S. 85
539
Doch ihren Lohn und Freude da sie lebten;
Vorlage S. 85
540
Und wenn ihr uns bewundert und verehrt,
Vorlage S. 85
541
So gebt auch den Lebendigen ihr Teil.
Vorlage S. 85
542
Mein Marmorbild ist schon bekränzt genug,
Vorlage S. 85
543
Der grüne Zweig gehört dem Leben an.
Vorlage S. 85
544
Alfons winkt seiner Schwester, sie nimmt den Kranz von der Büste Virgils und nähert sich Tasso. Er tritt zurück.
Vorlage S. 85
545
LEONORE.
Vorlage S. 85
546
Du weigerst dich? Sieh welche Hand den Kranz,
Vorlage S. 85
547
Den schönen unverwelklichen, dir bietet!
Vorlage S. 85
548
TASSO.
Vorlage S. 85
549
O lasst mich zögern, seh ich doch nicht ein
Vorlage S. 85
550
Wie ich nach dieser Stunde leben soll.
Vorlage S. 85
551
ALFONS.
Vorlage S. 85
552
In dem Genuss des herrlichen Besitzes,
Vorlage S. 85
553
Der dich im ersten Augenblick erschreckt.
Vorlage S. 85
554
PRINZESSIN
Vorlage S. 85
555
indem sie den Kranz in die Höhe hält.
Vorlage S. 85
556
Du gönnest mir die seltne Freude, Tasso,
Vorlage S. 85
557
Dir ohne Wort zu sagen wie ich denke.
Vorlage S. 85
558
TASSO.
Vorlage S. 85
559
Die schöne Last aus deinen teuren Händen
Vorlage S. 85
560
Empfang ich knieend auf mein schwaches Haupt.
Vorlage S. 85
561
Er kniet nieder, die Prinzessin setzt ihm den Kranz auf.
Vorlage S. 85
562
LEONORE
Vorlage S. 85
563
applaudierend.
Vorlage S. 85
564
Es lebe der zum erstenmal Bekränzte!
Vorlage S. 85
565
Wie zieret den bescheidnen Mann der Kranz!
Vorlage S. 85
566
Tasso steht auf.
Vorlage S. 85
567
ALFONS.
Vorlage S. 85
568
Es ist ein Vorbild nur von jener Krone,
Vorlage S. 85
569
Die auf dem Kapitol dich zieren soll.
Vorlage S. 85
570
PRINZESSIN.
Vorlage S. 85
571
Dort werden lautere Stimmen dich begrüßen,
Vorlage S. 85
572
Mit leiser Lippe lohnt die Freundschaft hier.
Vorlage S. 85
573
TASSO.
Vorlage S. 85
574
O nehmt ihn weg von meinem Haupte wieder,
Vorlage S. 85
575
Nehmt ihn hinweg! Er sengt mir meine Locken!
Vorlage S. 85
576
Und wie ein Strahl der Sonne, der zu heiß
Vorlage S. 85
577
Das Haupt mir träfe, brennt er mir die Kraft
Vorlage S. 85
578
Des Denkens aus der Stirne. Fieberhitze
Vorlage S. 85
579
Bewegt mein Blut. Verzeiht! Es ist zu viel!
Vorlage S. 85
580
LEONORE.
Vorlage S. 85
581
Es schützet dieser Zweig vielmehr das Haupt
Vorlage S. 85
582
Des Manns, der in den heißen Regionen
Vorlage S. 85
583
Des Ruhms zu wandeln hat, und kühlt die Stirne.
Vorlage S. 85
584
TASSO.
Vorlage S. 85
585
Ich bin nicht wert die Kühlung zu empfinden,
Vorlage S. 85
586
Die nur um Heldenstirnen wehen soll.
Vorlage S. 85
587
O hebt ihn auf, ihr Götter, und verklärt
Vorlage S. 86
588
Ihn zwischen Wolken, dass er hoch und höher
Vorlage S. 86
589
Und unerreichbar schwebe! dass mein Leben
Vorlage S. 86
590
Nach diesem Ziel ein ewig Wandeln sei!
Vorlage S. 86
591
ALFONS.
Vorlage S. 86
592
Wer früh erwirbt, lernt früh den hohen Wert
Vorlage S. 86
593
Der holden Güter dieses Lebens schätzen;
Vorlage S. 86
594
Wer früh genießt, entbehrt in seinem Leben
Vorlage S. 86
595
Mit Willen nicht was er einmal besaß;
Vorlage S. 86
596
Und wer besitzt, der, muss gerüstet sein.
Vorlage S. 86
597
TASSO.
Vorlage S. 86
598
Und wer sich rüsten will, muss eine Kraft
Vorlage S. 86
599
Im Busen fühlen die ihm nie versagt.
Vorlage S. 86
600
Ach! sie versagt mir eben jetzt! Im Glück
Vorlage S. 86
601
Verlässt sie mich, die angeborne Kraft,
Vorlage S. 86
602
Die standhaft mich dem Unglück, stolz dem Unrecht
Vorlage S. 86
603
Begegnen lehrte. Hat die Freude mir,
Vorlage S. 86
604
Hat das Entzücken dieses Augenblicks
Vorlage S. 86
605
Das Mark in meinen Gliedern aufgelöst?
Vorlage S. 86
606
Es sinken meine Knie! Noch einmal
Vorlage S. 86
607
Siehst du, o Fürstin, mich gebeugt vor dir!
Vorlage S. 86
608
Erhöre meine Bitte; nimm ihn weg!
Vorlage S. 86
609
Dass wie aus einem schönen Traum erwacht
Vorlage S. 86
610
Ich ein erquicktes neues Leben fühle.
Vorlage S. 86
611
PRINZESSIN.
Vorlage S. 86
612
Wenn du bescheiden ruhig das Talent,
Vorlage S. 86
613
Das dir die Götter gaben, tragen kannst,
Vorlage S. 86
614
So lern auch diese Zweige tragen, die
Vorlage S. 86
615
Das Schönste sind was wir dir geben können.
Vorlage S. 86
616
Wem einmal, würdig, sie das Haupt berührt,
Vorlage S. 86
617
Dem schweben sie auf ewig um die Stirne.
Vorlage S. 86
618
TASSO.
Vorlage S. 86
619
So lasst mich denn beschämt von hinnen gehn!
Vorlage S. 86
620
Lasst mich mein Glück im tiefen Hain verbergen,
Vorlage S. 86
621
Wie ich sonst meine Schmerzen dort verbarg.
Vorlage S. 86
622
Dort will ich einsam wandeln, dort erinnert
Vorlage S. 86
623
Kein Auge mich ans unverdiente Glück.
Vorlage S. 86
624
Und zeigt mir ungefähr ein klarer Brunnen
Vorlage S. 86
625
In seinem reinen Spiegel einen Mann,
Vorlage S. 86
626
Der wunderbar bekränzt im Widerschein
Vorlage S. 86
627
Des Himmels zwischen Bäumen, zwischen Felsen
Vorlage S. 86
628
Nachdenkend ruht: so scheint es mir, ich sehe
Vorlage S. 86
629
Elysium auf dieser Zauberfläche
Vorlage S. 86
630
Gebildet. Still bedenk ich mich und frage,
Vorlage S. 87
631
Wer mag der Abgeschiedne sein? Der Jüngling
Vorlage S. 87
632
Aus der vergangnen Zeit? So schön bekränzt?
Vorlage S. 87
633
Wer sagt mir seinen Namen? Sein Verdienst?
Vorlage S. 87
634
Ich warte lang und denke: käme doch
Vorlage S. 87
635
Ein andrer und noch einer, sich zu ihm
Vorlage S. 87
636
In freundlichem Gespräche zu gesellen!
Vorlage S. 87
637
O säh ich die Heroen, die Poeten
Vorlage S. 87
638
Der alten Zeit um diesen Quell versammelt!
Vorlage S. 87
639
O säh ich hier sie immer unzertrennlich,
Vorlage S. 87
640
Wie sie im Leben fest verbunden waren!
Vorlage S. 87
641
So bindet der Magnet durch seine Kraft
Vorlage S. 87
642
Das Eisen mit dem Eisen fest zusammen,
Vorlage S. 87
643
Wie gleiches Streben Held und Dichter bindet.
Vorlage S. 87
644
Homer vergaß sich selbst, sein ganzes Leben
Vorlage S. 87
645
War der Betrachtung zweier Männer heilig,
Vorlage S. 87
646
Und Alexander in Elysium
Vorlage S. 87
647
Eilt den Achill und den Homer zu suchen.
Vorlage S. 87
648
O dass ich gegenwärtig wäre, sie
Vorlage S. 87
649
Die größten Seelen nun vereint zu sehen!
Vorlage S. 87
650
LEONORE.
Vorlage S. 87
651
Erwach! Erwache! Lass uns nicht empfinden
Vorlage S. 87
652
Dass du das Gegenwärtge ganz verkennst.
Vorlage S. 87
653
TASSO.
Vorlage S. 87
654
Es ist die Gegenwart die mich erhöht,
Vorlage S. 87
655
Abwesend schein ich nur, ich bin entzückt.
Vorlage S. 87
656
PRINZESSIN.
Vorlage S. 87
657
Ich freue mich, wenn du mit Geistern redest,
Vorlage S. 87
658
Dass du so menschlich sprichst und hör es gern.
Vorlage S. 87
659
Ein Page tritt zu dem Fürsten und richtet leise etwas aus.
Vorlage S. 87
660
ALFONS.
Vorlage S. 87
661
Er ist gekommen! recht zur guten Stunde.
Vorlage S. 87
662
Antonio! – Bring ihn her – Da kommt er schon!
Vorlage S. 87
663
Vierter Auftritt
Vorlage S. 87
664
Die Vorigen. Antonio.
Vorlage S. 87
665
ALFONS.
Vorlage S. 87
666
Willkommen! der du uns zugleich dich selbst
Vorlage S. 87
Max Liebermann – Garten des Waisenhauses in Amsterdam. Vergleichsbild zu Garten, Alltag und Gemeinschaft; keine Buchillustration.
Kontextbild zum Werk. Garten eines Amsterdamer Waisenhauses · Max Liebermann · Public domain Bildquelle ↗
667
Und gute Botschaft bringst.
Vorlage S. 87
668
PRINZESSIN.
Vorlage S. 87
669
Sei uns gegrüßt!
Vorlage S. 87
670
ANTONIO.
Vorlage S. 87
671
Kaum wag ich es zu sagen welch Vergnügen
Vorlage S. 87
672
In eurer Gegenwart mich neu belebt.
Vorlage S. 87
673
Vor euren Augen find ich alles wieder
Vorlage S. 88
674
Was ich so lang entbehrt. Ihr scheint zufrieden
Vorlage S. 88
675
Mit dem was ich getan, was ich vollbracht,
Vorlage S. 88
676
Und so bin ich belohnt für jede Sorge,
Vorlage S. 88
677
Für manchen bald mit Ungeduld durchharrten,
Vorlage S. 88
678
Bald absichtsvoll verlornen Tag. Wir haben
Vorlage S. 88
679
Nun was wir wünschen, und kein Streit ist mehr.
Vorlage S. 88
680
LEONORE.
Vorlage S. 88
681
Auch ich begrüße dich, wenn ich schon zürne.
Vorlage S. 88
682
Du kommst nur eben da ich reisen muss.
Vorlage S. 88
683
ANTONIO.
Vorlage S. 88
684
Damit mein Glück nicht ganz vollkommen werde
Vorlage S. 88
685
Nimmst du mir gleich den schönen Teil hinweg.
Vorlage S. 88
686
TASSO.
Vorlage S. 88
687
Auch meinen Gruß! Ich hoffe mich der Nähe
Vorlage S. 88
688
Des vielerfahrnen Mannes auch zu freun.
Vorlage S. 88
689
ANTONIO.
Vorlage S. 88
690
Du wirst mich wahrhaft finden, wenn du je
Vorlage S. 88
691
Aus deiner Welt in meine schauen magst.
Vorlage S. 88
692
ALFONS.
Vorlage S. 88
693
Wenn du mir gleich in Briefen schon gemeldet
Vorlage S. 88
694
Was du getan und wie es dir ergangen;
Vorlage S. 88
695
So hab ich doch noch manches auszufragen
Vorlage S. 88
696
Durch welche Mittel das Geschäft gelang?
Vorlage S. 88
697
Auf jenem wunderbaren Boden will der Schritt
Vorlage S. 88
698
Wohl abgemessen sein, wenn er zuletzt
Vorlage S. 88
699
An deinen eignen Zweck dich führen soll.
Vorlage S. 88
700
Wer seines Herren Vorteil rein bedenkt,
Vorlage S. 88
701
Der hat in Rom gar einen schweren Stand:
Vorlage S. 88
702
Denn Rom will alles nehmen, geben nichts;
Vorlage S. 88
703
Und kommt man hin um etwas zu erhalten,
Vorlage S. 88
704
Erhält man nichts, man bringe denn was hin,
Vorlage S. 88
705
Und glücklich, wenn man da noch was erhält.
Vorlage S. 88
706
ANTONIO.
Vorlage S. 88
707
Es ist nicht mein Betragen, meine Kunst,
Vorlage S. 88
708
Durch die ich deinen Willen, Herr, vollbracht.
Vorlage S. 88
709
Denn welcher Kluge fänd im Vatikan
Vorlage S. 88
710
Nicht seinen Meister? Vieles traf zusammen
Vorlage S. 88
711
Das ich zu unserm Vorteil nutzen konnte.
Vorlage S. 88
712
Dich ehrt Gregor und grüßt und segnet dich.
Vorlage S. 88
713
Der Greis, der würdigste dem eine Krone
Vorlage S. 88
714
Das Haupt belastet, denkt der Zeit mit Freuden,
Vorlage S. 88
715
Da er in seinen Arm dich schloss. Der Mann
Vorlage S. 88
716
Der Männer unterscheidet, kennt und rühmt
Vorlage S. 88
717
Dich hoch! Um deinetwillen tat er viel.
Vorlage S. 88
718
ALFONS.
Vorlage S. 89
719
Ich freue seiner guten Meinung mich,
Vorlage S. 89
720
Sofern sie redlich ist. Doch weißt du wohl,
Vorlage S. 89
721
Vom Vatikan herab sieht man die Reiche
Vorlage S. 89
722
Schon klein genug zu seinen Füßen liegen,
Vorlage S. 89
723
Geschweige denn die Fürsten und die Menschen.
Vorlage S. 89
724
Gestehe nur was dir am meisten half!
Vorlage S. 89
725
ANTONIO.
Vorlage S. 89
726
Gut! wenn du willst: der hohe Sinn des Papsts.
Vorlage S. 89
727
Er sieht das Kleine klein, das Große groß.
Vorlage S. 89
728
Damit er einer Welt gebiete, gibt
Vorlage S. 89
729
Er seinen Nachbarn gern und freundlich nach.
Vorlage S. 89
730
Das Streifchen Land, das er dir überlässt,
Vorlage S. 89
731
Weiß er, wie deine Freundschaft, wohl zu schätzen.
Vorlage S. 89
732
Italien soll ruhig sein, er will
Vorlage S. 89
733
In seiner Nähe Freunde sehen, Friede
Vorlage S. 89
734
Bei seinen Grenzen halten, dass die Macht
Vorlage S. 89
735
Der Christenheit, die er gewaltig lenkt,
Vorlage S. 89
736
Die Türken da, die Ketzer dort vertilge.
Vorlage S. 89
737
PRINZESSIN.
Vorlage S. 89
738
Weiß man die Männer, die er mehr als andre
Vorlage S. 89
739
Begünstigt, die sich ihm vertraulich nahn?
Vorlage S. 89
740
ANTONIO.
Vorlage S. 89
741
Nur der erfahrne Mann besitzt sein Ohr,
Vorlage S. 89
742
Der tätige sein Zutraun, seine Gunst.
Vorlage S. 89
743
Er, der von Jugend auf dem Staat gedient,
Vorlage S. 89
744
Beherrscht ihn jetzt und wirkt auf jene Höfe,
Vorlage S. 89
745
Die er vor Jahren als Gesandter schon
Vorlage S. 89
746
Gesehen und gekannt und oft gelenkt.
Vorlage S. 89
747
Es liegt die Welt so klar vor seinem Blick
Vorlage S. 89
748
Als wie der Vorteil seines eignen Staats.
Vorlage S. 89
749
Wenn man ihn handeln sieht, so lobt man ihn
Vorlage S. 89
750
Und freut sich, wenn die Zeit entdeckt was er
Vorlage S. 89
751
Im stillen lang bereitet und vollbracht.
Vorlage S. 89
752
Es ist kein schönrer Anblick in der Welt
Vorlage S. 89
753
Als einen Fürsten sehn der klug regiert;
Vorlage S. 89
754
Das Reich zu sehn, wo jeder stolz gehorcht,
Vorlage S. 89
755
Wo jeder sich nur selbst zu dienen glaubt
Vorlage S. 89
756
Weil ihm das Rechte nur befohlen wird.
Vorlage S. 89
757
LEONORE.
Vorlage S. 89
758
Wie sehnlich wünscht ich jene Welt einmal
Vorlage S. 89
759
Recht nah zu sehn!
Vorlage S. 89
760
ALFONS.
Vorlage S. 89
761
Doch wohl um mit zu wirken?
Vorlage S. 89
762
Denn bloß beschaun wird Leonore nie.
Vorlage S. 89
763
Es wäre doch recht artig, meine Freundin,
Vorlage S. 90
764
Wenn in das große Spiel wir auch zuweilen
Vorlage S. 90
765
Die zarten Hände mischen könnten – Nicht?
Vorlage S. 90
766
LEONORE
Vorlage S. 90
767
zu Alfons.
Vorlage S. 90
768
Du willst mich reizen, es gelingt dir nicht
Vorlage S. 90
769
ALFONS.
Vorlage S. 90
770
Ich bin dir viel von andern Tagen schuldig.
Vorlage S. 90
771
LEONORE.
Vorlage S. 90
772
Nun gut, so bleib ich heut in deiner Schuld!
Vorlage S. 90
773
Verzeih und störe meine Fragen nicht.
Vorlage S. 90
774
Zu Antonio.
Vorlage S. 90
775
Hat er für die Nipoten viel getan?
Vorlage S. 90
776
ANTONIO.
Vorlage S. 90
777
Nicht weniger noch mehr als billig ist.
Vorlage S. 90
778
Ein Mächtiger, der für die Seinen nicht
Vorlage S. 90
779
Zu sorgen weiß, wird von dem Volke selbst
Vorlage S. 90
780
Getadelt. Still und mäßig weiß Gregor
Vorlage S. 90
781
Den Seinigen zu nutzen, die dem Staat
Vorlage S. 90
782
Als wackre Männer dienen, und erfüllt
Vorlage S. 90
783
Mit einer Sorge zwei verwandte Pflichten.
Vorlage S. 90
784
TASSO.
Vorlage S. 90
785
Erfreut die Wissenschaft, erfreut die Kunst
Vorlage S. 90
786
Sich seines Schutzes auch? und eifert er
Vorlage S. 90
787
Den großen Fürsten alter Zeiten nach?
Vorlage S. 90
788
ANTONIO.
Vorlage S. 90
789
Er ehrt die Wissenschaft, sofern sie nutzt,
Vorlage S. 90
790
Den Staat regieren, Völker kennen lehrt;
Vorlage S. 90
791
Er schätzt die Kunst, sofern sie ziert, sein Rom
Vorlage S. 90
792
Verherrlicht, und Palast und Tempel
Vorlage S. 90
793
Zu Wunderwerken dieser Erde macht.
Vorlage S. 90
794
In seiner Nähe darf nichts müßig sein;
Vorlage S. 90
795
Was gelten soll, muss wirken und muss dienen.
Vorlage S. 90
796
ALFONS.
Vorlage S. 90
797
Und glaubst du, dass wir das Geschäfte bald
Vorlage S. 90
798
Vollenden können? dass sie nicht zuletzt
Vorlage S. 90
799
Noch hie und da uns Hindernisse streuen?
Vorlage S. 90
800
ANTONIO.
Vorlage S. 90
801
Ich müsste sehr mich irren, wenn nicht gleich
Vorlage S. 90
802
Durch deinen Namenszug, durch wenig Briefe
Vorlage S. 90
803
Auf immer dieser Zwist gehoben wäre.
Vorlage S. 90
804
ALFONS.
Vorlage S. 90
805
So lob ich diese Tage meines Lebens
Vorlage S. 90
806
Als eine Zeit des Glückes und Gewinns.
Vorlage S. 90
807
Erweitert seh ich meine Grenze, weiß
Vorlage S. 90
808
Sie für die Zukunft sicher. Ohne Schwertschlag
Vorlage S. 90
809
Hast du's geleistet, eine Bürgerkrone
Vorlage S. 90
810
Dir wohl verdient. Es sollen unsre Frauen
Vorlage S. 90
811
Vom ersten Eichenlaub am schönsten Morgen
Vorlage S. 90
812
Geflochten dir sie um die Stirne legen.
Vorlage S. 91
813
Indessen hat mich Tasso auch bereichert:
Vorlage S. 91
814
Er hat Jerusalem für uns erobert,
Vorlage S. 91
815
Und so die neue Christenheit beschämt;
Vorlage S. 91
816
Ein weit entferntes, hoch gestecktes Ziel
Vorlage S. 91
817
Mit frohem Mut und strengem Fleiß erreicht.
Vorlage S. 91
818
Für seine Mühe siehst du ihn gekrönt.
Vorlage S. 91
819
ANTONIO.
Vorlage S. 91
820
Du lösest mir ein Rätsel. Zwei Bekränzte
Vorlage S. 91
821
Erblickt ich mit Verwundrung da ich kam.
Vorlage S. 91
822
TASSO.
Vorlage S. 91
823
Wenn du mein Glück vor deinen Augen siehst,
Vorlage S. 91
824
So wünscht ich, dass du mein beschämt Gemüt
Vorlage S. 91
825
Mit eben diesem Blicke schauen könntest.
Vorlage S. 91
826
ANTONIO.
Vorlage S. 91
827
Mir war es lang bekannt, dass im Belohnen
Vorlage S. 91
828
Alfons unmäßig ist, und du erfährst
Vorlage S. 91
829
Was jeder von den Seinen schon erfuhr.
Vorlage S. 91
830
PRINZESSIN.
Vorlage S. 91
831
Wenn du erst siehst was er geleistet hat,
Vorlage S. 91
832
So wirst du uns gerecht und mäßig finden.
Vorlage S. 91
833
Wir sind nur hier die ersten stillen Zeugen
Vorlage S. 91
834
Des Beifalls, den die Welt ihm nicht versagt,
Vorlage S. 91
835
Und den ihm zehnfach künftge Jahre gönnen.
Vorlage S. 91
836
ANTONIO.
Vorlage S. 91
837
Er ist durch euch schon seines Ruhms gewiss.
Vorlage S. 91
838
Wer dürfte zweifeln, wo ihr preisen könnt?
Vorlage S. 91
839
Doch sage mir, wer druckte diesen Kranz
Vorlage S. 91
840
Auf Ariostens Stirne?
Vorlage S. 91
841
LEONORE.
Vorlage S. 91
842
Diese Hand.
Vorlage S. 91
843
ANTONIO.
Vorlage S. 91
844
Und sie hat wohl getan! Er ziert ihn schön
Vorlage S. 91
845
Als ihn der Lorbeer selbst nicht zieren würde.
Vorlage S. 91
846
Wie die Natur die innig reiche Brust
Vorlage S. 91
847
Mit einem grünen, bunten Kleide deckt,
Vorlage S. 91
848
So hüllt er alles was den Menschen nur
Vorlage S. 91
849
Ehrwürdig, liebenswürdig machen kann,
Vorlage S. 91
850
Ins blühende Gewand der Fabel ein.
Vorlage S. 91
851
Zufriedenheit, Erfahrung und Verstand
Vorlage S. 91
852
Und Geisteskraft, Geschmack und reiner Sinn
Vorlage S. 91
853
Fürs wahre Gute, geistig scheinen sie
Vorlage S. 91
854
In seinen Liedern und persönlich doch
Vorlage S. 91
855
Wie unter Blütenbäumen auszuruhn,
Vorlage S. 91
856
Bedeckt vom Schnee der leicht getragnen Blüten,
Vorlage S. 91
857
Umkränzt von Rosen, wunderlich umgaukelt
Vorlage S. 91
858
Vom losen Zauberspiel der Amoretten.
Vorlage S. 92
859
Der Quell des Überflusses rauscht darneben,
Vorlage S. 92
860
Und lässt uns bunte Wunderfische sehn.
Vorlage S. 92
861
Von seltenem Geflügel ist die Luft,
Vorlage S. 92
862
Von fremden Herden Wies und Busch erfüllt.
Vorlage S. 92
863
Die Schalkheit lauscht im Grünen halb versteckt,
Vorlage S. 92
864
Die Weisheit lässt von einer goldnen Wolke
Vorlage S. 92
865
Von Zeit zu Zeit erhabne Sprüche tönen,
Vorlage S. 92
866
Indes auf wohlgestimmter Laute wild
Vorlage S. 92
867
Der Wahnsinn hin und her zu wühlen scheint
Vorlage S. 92
868
Und doch im schönsten Takt sich mäßig hält.
Vorlage S. 92
869
Wer neben diesem Mann sich wagen darf,
Vorlage S. 92
870
Verdient für seine Kühnheit schon den Kranz.
Vorlage S. 92
871
Vergebt, wenn ich mich selbst begeistert fühle,
Vorlage S. 92
872
Wie ein Verzückter weder Zeit noch Ort,
Vorlage S. 92
873
Noch was ich sage wohl bedenken kann;
Vorlage S. 92
874
Denn alle diese Dichter, diese Kränze,
Vorlage S. 92
875
Das seltne festliche Gewand der Schönen
Vorlage S. 92
876
Versetzt mich aus mir selbst in fremdes Land.
Vorlage S. 92
877
PRINZESSIN.
Vorlage S. 92
878
Wer ein Verdienst so wohl zu schätzen weiß,
Vorlage S. 92
879
Der wird das andre nicht verkennen. Du
Vorlage S. 92
880
Sollst uns dereinst in Tassos Liedern zeigen
Vorlage S. 92
881
Was wir gefühlt und was nur du erkennst.
Vorlage S. 92
882
ALFONS.
Vorlage S. 92
883
Komm mit, Antonio! manches hab ich noch,
Vorlage S. 92
884
Worauf ich sehr begierig bin, zu fragen.
Vorlage S. 92
885
Dann sollst du bis zum Untergang der Sonne
Vorlage S. 92
886
Den Frauen angehören. Komm! Lebt wohl.
Vorlage S. 92
887
Dem Fürsten folgt Antonio, den Damen Tasso.
Vorlage S. 92

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Die Kenntnis alter Sprachen und des Besten, Was …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗

3. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Er scheint sich uns zu nahn, und bleibt uns fern;«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

4. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Und seine Seele hegt nur diesen Trieb, Es soll sich sein Gedicht zum Ganzen ründen.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Ich ehre jeden Mann und sein Verdienst Und ich bin gegen Tasso nur gerecht.« B: »Ich weiß zu wohl, noch bleibt es unvollendet,« C: »Geschweige denn die Fürsten und die Menschen.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Nachdenkend ruht: so scheint …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

9. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Wenn man ihn handeln sieht, so lobt man ihn Und freut sich, …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Lies den Abschnittsbeginn: »Gartenplatz, mit Hermen der epischen Dichter geziert. Vorn an der Szene zur Rechten Virgil, zur Linken Ariost. Prinzessin. Leonore.« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
  • Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
Textstelle nachlesen ↗

2. Prüfe, ob es in dieser Passage um Gerechtigkeit oder Verantwortung geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] stolz gehorcht, Wo jeder sich nur selbst zu dienen glaubt Weil ihm das Rechte nur befohlen wird.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗ Textstelle 13 ↗ Textstelle 14 ↗ Textstelle 15 ↗ Textstelle 16 ↗

3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Angst oder Unsicherheit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] nicht Die Menschen länger meide, dass sein Argwohn Sich nicht zuletzt in Furcht und Haß verwandle!«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗

4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Nähe oder Gefühle geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] dieses Namens holdem Klang gedenkt. Hier ist die Frage nicht von einer Liebe, Die sich des Gegenstands bemeistern will, Ausschließend ihn besitzen, eifersüchtig Den Anblick jedem andern wehren möchte. Wenn er in seliger Betrachtung sich […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗ Textstelle 13 ↗ Textstelle 14 ↗ Textstelle 15 ↗ Textstelle 16 ↗ Textstelle 17 ↗

5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Macht oder Abhängigkeit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] sich List und Wachsamkeit bekämpft, Hast du mir nicht, o kluger tapfrer Fürst, Das alles eingeflößt als wärest du Mein Genius, der eine Freude fände Sein hohes, unerreichbar hohes Wesen Durch einen Sterblichen zu offenbaren?«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗ Textstelle 13 ↗ Textstelle 14 ↗

6. Vergleiche diese beiden Stellen: »Lass uns zusammen, liebe Schwester, wirken, Wie wir zu beider Vorteil oft getan! Wenn ich zu eifrig bin, so lindre du: Und bist du […]« und »Wenn du bescheiden ruhig das Talent, Das dir die Götter gaben, tragen kannst, So lern auch diese Zweige tragen, die Das Schönste […]«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
  • Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗ Textstelle 13 ↗ Textstelle 14 ↗ Textstelle 15 ↗ Textstelle 16 ↗ Textstelle 17 ↗ Textstelle 18 ↗ Textstelle 19 ↗ Textstelle 20 ↗ Textstelle 21 ↗ Textstelle 22 ↗ Textstelle 23 ↗

7. Am Abschnittsende steht: »Komm mit, Antonio! manches hab ich noch, Worauf ich sehr begierig bin, zu fragen. Dann sollst du bis zum Untergang der Sonne Den Frauen angehören. Komm! Lebt wohl.« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
  • Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

8. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Gartenplatz, mit Hermen der epischen Dichter geziert. Vorn an der Szene zur Rechten Virgil, zur Linken […]« / »Komm mit, Antonio! manches hab ich noch, Worauf ich sehr begierig bin, zu fragen. Dann sollst du bis zum […]«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
  • Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
  • Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Du siehst mich lächelnd an, Eleonore,«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Dann wieder schneller auf uns los, und weilt«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
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Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Dann sollst du bis zum Untergang der Sonne«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
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Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Torquato Tasso von Goethe, Johann Wolfgang ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.

Torquato Tasso

Goethes Werke. Hamburger Ausgabe in 14 Bänden. Textkritisch durchgesehen und mit Anmerkungen versehen von Erich Trunz, Hamburg: Christian Wegener, 1948 ff. [Seitenkonkordanz zu einer Mischauflage aus den Jahren 1959 und 1960.] Goethe, Johann Wolfgang 73- Hamburg

Das Werk Torquato Tasso von Goethe, Johann Wolfgang ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.