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Buch - Nathan der Weise - Lessing, Gotthold Ephraim

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Originalwerk · Lesefassung

Nathan der Weise

Lessing, Gotthold Ephraim · 1729–1781

In Jerusalem begegnen sich Menschen verschiedener Religionen. Nathans Ringparabel öffnet Fragen nach Toleranz, Vorurteilen und menschlichem Handeln.

DramaKlasse 9–10 · 11–138 Abschnitte
Gemälde aus einer Illustrationsfolge zu Nathan der Weise, 1877.
Maurycy Gottlieb – Recha begrüßt ihren Vater — Gemälde aus einer Illustrationsfolge zu Nathan der Weise, 1877. · Maurycy Gottlieb · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Religionsbilder und Vorurteile im Gespräch einordnen.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 4 von 8

1. Akt

1
Erster Auftritt
Vorlage S. 206
2
Szene: Flur in Nathans Hause.
Vorlage S. 206
3
Nathan von der Reise kommend.
Vorlage S. 206
4
Daja ihm entgegen.
Vorlage S. 206
5
DAJA.
Vorlage S. 206
6
Er ist es! Nathan! – Gott sei ewig Dank,
Vorlage S. 206
7
Dass Ihr doch endlich einmal wiederkommt.
Vorlage S. 206
8
NATHAN.
Vorlage S. 206
9
Ja, Daja; Gott sei Dank! Doch warum endlich?
Vorlage S. 206
10
Hab' ich denn eher wiederkommen wollen?
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11
Und wiederkommen können? Babylon
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12
Ist von Jerusalem, wie ich den Weg,
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13
Seit ab bald rechts, bald links, zu nehmen bin
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14
Genötigt worden, gut zwei hundert Meilen;
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15
Und Schulden einkassieren, ist gewiss
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16
Auch kein Geschäft, das merklich födert, das
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17
So von der Hand sich schlagen lässt.
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18
DAJA.
Vorlage S. 206
19
O Nathan,
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20
Wie elend, elend hättet Ihr indes
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Hier werden können! Euer Haus ...
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22
NATHAN.
Vorlage S. 206
23
Das brannte.
Vorlage S. 206
24
So hab' ich schon vernommen. – Gebe Gott,
Vorlage S. 206
25
Dass ich nur alles schon vernommen habe!
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26
DAJA.
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27
Und wäre leicht von Grund aus abgebrannt.
Vorlage S. 206
28
NATHAN.
Vorlage S. 206
29
Dann, Daja, hätten wir ein neues uns
Vorlage S. 206
30
Gebaut; und ein bequemeres.
Vorlage S. 206
31
DAJA.
Vorlage S. 206
32
Schon wahr! –
Vorlage S. 206
33
Doch Recha wär' bei einem Haare mit
Vorlage S. 206
34
Verbrannt.
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35
NATHAN.
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36
Verbrannt? Wer? meine Recha? sie? –
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Das hab' ich nicht gehört. – Nun dann! So hätte
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Ich keines Hauses mehr bedurft. – Verbrannt
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39
Bei einem Haare! – Ha! sie ist es wohl!
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40
Ist wirklich wohl verbrannt! – Sag' nur heraus!
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41
Heraus nur! – Töte mich: und martre mich
Vorlage S. 207
42
Nicht länger. – Ja, sie ist verbrannt.
Vorlage S. 207
43
DAJA.
Vorlage S. 207
44
Wenn sie
Vorlage S. 207
45
Es wäre, würdet Ihr von mir es hören?
Vorlage S. 207
46
NATHAN.
Vorlage S. 207
47
Warum erschreckest du mich denn? – O Recha!
Vorlage S. 207
48
O meine Recha!
Vorlage S. 207
49
DAJA.
Vorlage S. 207
50
Eure? Eure Recha?
Vorlage S. 207
51
NATHAN.
Vorlage S. 207
52
Wenn ich mich wieder je entwöhnen müsste,
Vorlage S. 207
53
Dies Kind mein Kind zu nennen!
Vorlage S. 207
54
DAJA.
Vorlage S. 207
55
Nennt Ihr alles,
Vorlage S. 207
56
Was Ihr besitzt, mit eben so viel Rechte
Vorlage S. 207
57
Das Eure?
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58
NATHAN.
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59
Nichts mit größerm! Alles, was
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60
Ich sonst besitze, hat Natur und Glück
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61
Mir zugeteilt. Dies Eigentum allein
Vorlage S. 207
62
Dank' ich der Tugend.
Vorlage S. 207
63
DAJA.
Vorlage S. 207
64
O wie teuer lasst
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65
Ihr Eure Güte, Nathan, mich bezahlen!
Vorlage S. 207
66
Wenn Güt', in solcher Absicht ausgeübt,
Vorlage S. 207
67
Noch Güte heißen kann!
Vorlage S. 207
68
NATHAN.
Vorlage S. 207
69
In solcher Absicht?
Vorlage S. 207
70
In welcher?
Vorlage S. 207
71
DAJA.
Vorlage S. 207
72
Mein Gewissen ...
Vorlage S. 207
73
NATHAN.
Vorlage S. 207
74
Daja, lass
Vorlage S. 207
75
Vor allen Dingen dir erzählen ...
Vorlage S. 207
76
DAJA.
Vorlage S. 207
77
Mein
Vorlage S. 207
78
Gewissen, sag' ich ...
Vorlage S. 207
79
NATHAN.
Vorlage S. 207
80
Was in Babylon
Vorlage S. 207
81
Für einen schönen Stoff ich dir gekauft.
Vorlage S. 207
82
So reich, und mit Geschmack so reich! Ich bringe
Vorlage S. 207
83
Für Recha selbst kaum einen schönern mit.
Vorlage S. 207
84
DAJA.
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85
Was hilfts? Denn mein Gewissen, muss ich Euch
Vorlage S. 207
86
Nur sagen, lässt sich länger nicht betäuben.
Vorlage S. 207
87
NATHAN.
Vorlage S. 207
88
Und wie die Spangen, wie die Ohrgehenke,
Vorlage S. 207
89
Wie Ring und Kette dir gefallen werden,
Vorlage S. 207
90
Die in Damaskus ich dir ausgesucht:
Vorlage S. 207
91
Verlanget mich zu sehn.
Vorlage S. 207
92
DAJA.
Vorlage S. 208
93
So seid Ihr nun!
Vorlage S. 208
94
Wenn Ihr nur schenken könnt! nur schenken könnt!
Vorlage S. 208
95
NATHAN.
Vorlage S. 208
96
Nimm du so gern, als ich dir geb': – und schweig!
Vorlage S. 208
97
DAJA.
Vorlage S. 208
98
Und schweig! – Wer zweifelt, Nathan, dass Ihr nicht
Vorlage S. 208
99
Die Ehrlichkeit, die Großmut selber seid?
Vorlage S. 208
100
Und doch ...
Vorlage S. 208
101
NATHAN.
Vorlage S. 208
102
Doch bin ich nur ein Jude. – Gelt,
Vorlage S. 208
103
Das willst du sagen?
Vorlage S. 208
104
DAJA.
Vorlage S. 208
105
Was ich sagen will,
Vorlage S. 208
106
Das wisst Ihr besser.
Vorlage S. 208
107
NATHAN.
Vorlage S. 208
108
Nun so schweig!
Vorlage S. 208
109
DAJA.
Vorlage S. 208
110
Ich schweige.
Vorlage S. 208
111
Was Sträfliches vor Gott hierbei geschieht,
Vorlage S. 208
112
Und ich nicht hindern kann, nicht ändern kann, –
Vorlage S. 208
113
Nicht kann, – komm' über Euch!
Vorlage S. 208
114
NATHAN.
Vorlage S. 208
115
Komm' über mich! –
Vorlage S. 208
116
Wo aber ist sie denn? wo bleibt sie? – Daja,
Vorlage S. 208
117
Wenn du mich hintergehst! – Weiß sie es denn,
Vorlage S. 208
118
Dass ich gekommen bin?
Vorlage S. 208
119
DAJA.
Vorlage S. 208
120
Das frag' ich Euch!
Vorlage S. 208
121
Noch zittert ihr der Schreck durch jede Nerve.
Vorlage S. 208
122
Noch malet Feuer ihre Phantasie
Vorlage S. 208
123
Zu allem, was sie malt. Im Schlafe wacht,
Vorlage S. 208
124
Im Wachen schläft ihr Geist: bald weniger
Vorlage S. 208
125
Als Tier, bald mehr als Engel.
Vorlage S. 208
126
NATHAN.
Vorlage S. 208
127
Armes Kind!
Vorlage S. 208
128
Was sind wir Menschen!
Vorlage S. 208
129
DAJA.
Vorlage S. 208
130
Diesen Morgen lag
Vorlage S. 208
131
Sie lange mit verschloßnem Aug', und war
Vorlage S. 208
132
Wie tot. Schnell fuhr sie auf, und rief: »Horch! horch!
Vorlage S. 208
133
Da kommen die Kamele meines Vaters!
Vorlage S. 208
134
Horch! seine sanfte Stimme selbst!« – Indem
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135
Brach sich ihr Auge wieder: und ihr Haupt,
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136
Dem seines Armes Stütze sich entzog,
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137
Stürzt auf das Küssen. – Ich, zur Pfort' hinaus!
Vorlage S. 208
138
Und sieh: da kommt Ihr wahrlich! kommt Ihr wahrlich! –
Vorlage S. 208
139
Was Wunder! ihre ganze Seele war
Vorlage S. 208
140
Die Zeit her nur bei Euch – und ihm. –
Vorlage S. 208
141
NATHAN.
Vorlage S. 209
142
Bei ihm?
Vorlage S. 209
143
Bei welchem Ihm?
Vorlage S. 209
144
DAJA.
Vorlage S. 209
145
Bei ihm, der aus dem Feuer
Vorlage S. 209
146
Sie rettete.
Vorlage S. 209
147
NATHAN.
Vorlage S. 209
148
Wer war das? wer? – Wo ist er?
Vorlage S. 209
149
Wer rettete mir meine Recha? wer?
Vorlage S. 209
150
DAJA.
Vorlage S. 209
151
Ein junger Tempelherr, den, wenig Tage
Vorlage S. 209
152
Zuvor, man hier gefangen eingebracht,
Vorlage S. 209
153
Und Saladin begnadigt hatte.
Vorlage S. 209
154
NATHAN.
Vorlage S. 209
155
Wie?
Vorlage S. 209
156
Ein Tempelherr, dem Sultan Saladin
Vorlage S. 209
157
Das Leben ließ? Durch ein geringres Wunder
Vorlage S. 209
158
War Recha nicht zu retten? Gott!
Vorlage S. 209
159
DAJA.
Vorlage S. 209
160
Ohn' ihn,
Vorlage S. 209
161
Der seinen unvermuteten Gewinst
Vorlage S. 209
162
Frisch wieder wagte, war es aus mit ihr.
Vorlage S. 209
163
NATHAN.
Vorlage S. 209
164
Wo ist er, Daja, dieser edle Mann? –
Vorlage S. 209
165
Wo ist er? Führe mich zu seinen Füßen.
Vorlage S. 209
166
Ihr gabt ihm doch vors erste, was an Schätzen
Vorlage S. 209
167
Ich euch gelassen hatte? gabt ihm alles?
Vorlage S. 209
168
Verspracht ihm mehr? weit mehr?
Vorlage S. 209
169
DAJA.
Vorlage S. 209
170
Wie konnten wir?
Vorlage S. 209
171
NATHAN.
Vorlage S. 209
172
Nicht? nicht?
Vorlage S. 209
173
DAJA.
Vorlage S. 209
174
Er kam, und niemand weiß woher.
Vorlage S. 209
175
Er ging, und niemand weiß wohin. – Ohn' alle
Vorlage S. 209
176
Des Hauses Kundschaft, nur von seinem Ohr
Vorlage S. 209
177
Geleitet, drang, mit vorgespreiztem Mantel,
Vorlage S. 209
178
Er kühn durch Flamm' und Rauch der Stimme nach,
Vorlage S. 209
179
Die uns um Hülfe rief. Schon hielten wir
Vorlage S. 209
180
Ihn für verloren, als aus Rauch und Flamme
Vorlage S. 209
181
Mit eins er vor uns stand, im starken Arm
Vorlage S. 209
182
Empor sie tragend. Kalt und ungerührt
Vorlage S. 209
183
Vom Jauchzen unsers Danks, setzt seine Beute
Vorlage S. 209
184
Er nieder, drängt sich unters Volk und ist –
Vorlage S. 209
185
Verschwunden!
Vorlage S. 209
186
NATHAN.
Vorlage S. 209
187
Nicht auf immer, will ich hoffen.
Vorlage S. 209
188
DAJA.
Vorlage S. 209
189
Nachher die ersten Tage sahen wir
Vorlage S. 209
190
Ihn untern Palmen auf und nieder wandeln,
Vorlage S. 209
191
Die dort des Auferstandnen Grab umschatten.
Vorlage S. 209
192
Ich nahte mich ihm mit Entzücken, dankte,
Vorlage S. 210
193
Erhob, entbot, beschwor, – nur einmal noch
Vorlage S. 210
194
Die fromme Kreatur zu sehen, die
Vorlage S. 210
195
Nicht ruhen könne, bis sie ihren Dank
Vorlage S. 210
196
Zu seinen Füßen ausgeweinet.
Vorlage S. 210
197
NATHAN.
Vorlage S. 210
198
Nun?
Vorlage S. 210
199
DAJA.
Vorlage S. 210
200
Umsonst! Er war zu unsrer Bitte taub;
Vorlage S. 210
201
Und goß so bittern Spott auf mich besonders ...
Vorlage S. 210
202
NATHAN.
Vorlage S. 210
203
Bis dadurch abgeschreckt ...
Vorlage S. 210
204
DAJA.
Vorlage S. 210
205
Nichts weniger!
Vorlage S. 210
206
Ich trat ihn jeden Tag von neuem an;
Vorlage S. 210
207
Ließ jeden Tag von neuem mich verhöhnen.
Vorlage S. 210
208
Was litt ich nicht von ihm! Was hätt' ich nicht
Vorlage S. 210
209
Noch gern ertragen! – Aber lange schon
Vorlage S. 210
210
Kommt er nicht mehr, die Palmen zu besuchen,
Vorlage S. 210
211
Die unsers Auferstandnen Grab umschatten;
Vorlage S. 210
212
Und niemand weiß, wo er geblieben ist. –
Vorlage S. 210
213
Ihr staunt? Ihr sinnt?
Vorlage S. 210
214
NATHAN.
Vorlage S. 210
215
Ich überdenke mir,
Vorlage S. 210
216
Was das auf einen Geist, wie Rechas, wohl
Vorlage S. 210
217
Für Eindruck machen muss. Sich so verschmäht
Vorlage S. 210
218
Von dem zu finden, den man hochzuschätzen
Vorlage S. 210
219
Sich so gezwungen fühlt; so weggestoßen,
Vorlage S. 210
220
Und doch so angezogen werden; – Traun,
Vorlage S. 210
221
Da müssen Herz und Kopf sich lange zanken,
Vorlage S. 210
222
Ob Menschenhaß, ob Schwermut siegen soll.
Vorlage S. 210
223
Oft siegt auch keines; und die Phantasie,
Vorlage S. 210
224
Die in den Streit sich mengt, macht Schwärmer,
Vorlage S. 210
225
Bei welchen bald der Kopf das Herz, und bald
Vorlage S. 210
226
Das Herz den Kopf muss spielen. – Schlimmer Tausch! –
Vorlage S. 210
227
Das letztere, verkenn' ich Recha nicht,
Vorlage S. 210
228
Ist Rechas Fall: sie schwärmt.
Vorlage S. 210
229
DAJA.
Vorlage S. 210
230
Allein so fromm,
Vorlage S. 210
231
So liebenswürdig!
Vorlage S. 210
232
NATHAN.
Vorlage S. 210
233
Ist doch auch geschwärmt!
Vorlage S. 210
234
DAJA.
Vorlage S. 210
235
Vornehmlich Eine – Grille, wenn Ihr wollt,
Vorlage S. 210
236
Ist ihr sehr wert. Es sei ihr Tempelherr
Vorlage S. 210
237
Kein Irdischer und keines Irdischen;
Vorlage S. 210
238
Der Engel einer, deren Schutze sich
Vorlage S. 211
239
Ihr kleines Herz, von Kindheit auf, so gern
Vorlage S. 211
240
Vertrauet glaubte, sei aus seiner Wolke,
Vorlage S. 211
241
In die er sonst verhüllt, auch noch im Feuer,
Vorlage S. 211
242
Um sie geschwebt, mit eins als Tempelherr
Vorlage S. 211
243
Hervorgetreten. – Lächelt nicht! – Wer weiß?
Vorlage S. 211
244
Lasst lächelnd wenigstens ihr einen Wahn,
Vorlage S. 211
245
In dem sich Jud' und Christ und Muselmann
Vorlage S. 211
246
Vereinigen; – so einen süßen Wahn!
Vorlage S. 211
247
NATHAN.
Vorlage S. 211
248
Auch mir so süß! – Geh, wackre Daja, geh;
Vorlage S. 211
249
Sieh, was sie macht; ob ich sie sprechen kann. –
Vorlage S. 211
250
Sodann such' ich den wilden, launigen
Vorlage S. 211
251
Schutzengel auf. Und wenn ihm noch beliebt,
Vorlage S. 211
252
Hiernieden unter uns zu wallen; noch
Vorlage S. 211
253
Beliebt, so ungesittet Ritterschaft
Vorlage S. 211
254
Zu treiben: find' ich ihn gewiss; und bring'
Vorlage S. 211
255
Ihn her.
Vorlage S. 211
256
DAJA.
Vorlage S. 211
257
Ihr unternehmet viel.
Vorlage S. 211
258
NATHAN.
Vorlage S. 211
259
Macht dann
Vorlage S. 211
260
Der süße Wahn der süßern Wahrheit Platz: –
Vorlage S. 211
261
Denn, Daja, glaube mir; dem Menschen ist
Vorlage S. 211
262
Ein Mensch noch immer lieber, als ein Engel –
Vorlage S. 211
263
So wirst du doch auf mich, auf mich nicht zürnen,
Vorlage S. 211
264
Die Engelschwärmerin geheilt zu sehn?
Vorlage S. 211
265
DAJA.
Vorlage S. 211
266
Ihr seid so gut, und seid zugleich so schlimm!
Vorlage S. 211
267
Ich geh! – Doch hört! doch seht! – Da kommt sie selbst.
Vorlage S. 211
268
Zweiter Auftritt
Vorlage S. 211
269
Recha, und die Vorigen.
Vorlage S. 211
270
RECHA.
Vorlage S. 211
271
So seid Ihr es doch ganz und gar, mein Vater?
Vorlage S. 211
272
Ich glaubt', Ihr hättet Eure Stimme nur
Vorlage S. 211
273
Vorausgeschickt. Wo bleibt Ihr? Was für Berge,
Vorlage S. 211
274
Für Wüsten, was für Ströme trennen uns
Vorlage S. 211
275
Denn noch? Ihr atmet Wand an Wand mit ihr,
Vorlage S. 211
276
Und eilt nicht, Eure Recha zu umarmen?
Vorlage S. 211
277
Die arme Recha, die indes verbrannte! –
Vorlage S. 212
278
Fast, fast verbrannte! Fast nur. Schaudert nicht!
Vorlage S. 212
279
Es ist ein garst'ger Tod, verbrennen. O!
Vorlage S. 212
280
NATHAN.
Vorlage S. 212
281
Mein Kind! mein liebes Kind!
Vorlage S. 212
282
RECHA.
Vorlage S. 212
283
Ihr musstet über
Vorlage S. 212
284
Den Euphrat, Tigris, Jordan; über – wer
Vorlage S. 212
285
Weiß was für Wasser all? – Wie oft hab' ich
Vorlage S. 212
286
Um Euch gezittert, eh das Feuer mir
Vorlage S. 212
287
So nahe kam! Denn seit das Feuer mir
Vorlage S. 212
288
So nahe kam: dünkt mich im Wasser sterben
Vorlage S. 212
289
Erquickung, Labsal, Rettung. – Doch Ihr seid
Vorlage S. 212
290
Ja nicht ertrunken: ich, ich bin ja nicht
Vorlage S. 212
291
Verbrannt. Wie wollen wir uns freun, und Gott,
Vorlage S. 212
292
Gott loben! Er, er trug Euch und den Nachen
Vorlage S. 212
293
Auf Flügeln seiner unsichtbaren Engel
Vorlage S. 212
294
Die ungetreuen Ström' hinüber. Er,
Vorlage S. 212
295
Er winkte meinem Engel, dass er sichtbar
Vorlage S. 212
296
Auf seinem weißen Fittiche, mich durch
Vorlage S. 212
297
Das Feuer trüge –
Vorlage S. 212
298
NATHAN.
Vorlage S. 212
299
(Weißem Fittiche!
Vorlage S. 212
300
Ja, ja! der weiße vorgespreizte Mantel
Vorlage S. 212
301
Des Tempelherrn.)
Vorlage S. 212
302
RECHA.
Vorlage S. 212
303
Er sichtbar, sichtbar mich
Vorlage S. 212
304
Durchs Feuer trüg', von seinem Fittiche
Vorlage S. 212
305
Verweht. – Ich also, ich hab' einen Engel
Vorlage S. 212
306
Von Angesicht zu Angesicht gesehn;
Vorlage S. 212
307
Und meinen Engel.
Vorlage S. 212
308
NATHAN.
Vorlage S. 212
309
Recha wär' es wert;
Vorlage S. 212
310
Und würd' an ihm nichts Schönres sehn, als er
Vorlage S. 212
311
An ihr.
Vorlage S. 212
312
RECHA
Vorlage S. 212
313
lächelnd.
Vorlage S. 212
314
Wem schmeichelt Ihr, mein Vater? wem?
Vorlage S. 212
315
Dem Engel, oder Euch?
Vorlage S. 212
316
NATHAN.
Vorlage S. 212
317
Doch hätt' auch nur
Vorlage S. 212
318
Ein Mensch – ein Mensch, wie die Natur sie täglich
Vorlage S. 212
319
Gewährt, dir diesen Dienst erzeigt: er müsste
Vorlage S. 212
320
Für dich ein Engel sein. Er müsst' und würde.
Vorlage S. 212
321
RECHA.
Vorlage S. 213
322
Nicht so ein Engel; nein! ein wirklicher;
Vorlage S. 213
323
Es war gewiss ein wirklicher! – Habt Ihr,
Vorlage S. 213
324
Ihr selbst die Möglichkeit, dass Engel sind,
Vorlage S. 213
325
Dass Gott zum Besten derer, die ihn lieben,
Vorlage S. 213
326
Auch Wunder könne tun, mich nicht gelehrt?
Vorlage S. 213
327
Ich lieb' ihn ja.
Vorlage S. 213
328
NATHAN.
Vorlage S. 213
329
Und er liebt dich; und tut
Vorlage S. 213
330
Für dich, und deines gleichen, stündlich Wunder;
Vorlage S. 213
331
Ja, hat sie schon von aller Ewigkeit
Vorlage S. 213
332
Für euch getan.
Vorlage S. 213
333
RECHA.
Vorlage S. 213
334
Das hör' ich gern.
Vorlage S. 213
335
NATHAN.
Vorlage S. 213
336
Wie? weil
Vorlage S. 213
337
Es ganz natürlich, ganz alltäglich klänge,
Vorlage S. 213
338
Wenn dich ein eigentlicher Tempelherr
Vorlage S. 213
339
Gerettet hätte: sollt' es darum weniger
Vorlage S. 213
340
Ein Wunder sein? – Der Wunder höchstes ist,
Vorlage S. 213
341
Dass uns die wahren, echten Wunder so
Vorlage S. 213
342
Alltäglich werden können, werden sollen.
Vorlage S. 213
343
Ohn' dieses allgemeine Wunder, hätte
Vorlage S. 213
344
Ein Denkender wohl schwerlich Wunder je
Vorlage S. 213
345
Genannt, was Kindern bloß so heißen müsste,
Vorlage S. 213
346
Die gaffend nur das Ungewöhnlichste,
Vorlage S. 213
347
Das Neuste nur verfolgen.
Vorlage S. 213
348
DAJA
Vorlage S. 213
349
zu Nathan.
Vorlage S. 213
350
Wollt Ihr denn
Vorlage S. 213
351
Ihr ohnedem schon Überspanntes Hirn
Vorlage S. 213
352
Durch solcherlei Subtilitäten ganz
Vorlage S. 213
353
Zersprengen?
Vorlage S. 213
354
NATHAN.
Vorlage S. 213
355
Lass mich! – Meiner Recha wär'
Vorlage S. 213
356
Es Wunders nicht genug, dass sie ein Mensch
Vorlage S. 213
357
Gerettet, welchen selbst kein kleines Wunder
Vorlage S. 213
358
Erst retten müssen? Ja, kein kleines Wunder!
Vorlage S. 213
359
Denn wer hat schon gehört, dass Saladin
Vorlage S. 213
360
Je eines Tempelherrn verschont? dass je
Vorlage S. 213
361
Ein Tempelherr von ihm verschont zu werden
Vorlage S. 213
362
Verlangt? gehofft? ihm je für seine Freiheit
Vorlage S. 213
363
Mehr als den ledern Gurt geboten, der
Vorlage S. 213
364
Sein Eisen schleppt; und höchstens seinen Dolch?
Vorlage S. 213
365
RECHA.
Vorlage S. 213
366
Das schließt für mich, mein Vater. – Darum eben
Vorlage S. 213
367
War das kein Tempelherr; er schien es nur. –
Vorlage S. 213
368
Kömmt kein gefangner Tempelherr je anders
Vorlage S. 214
369
Als zum gewissen Tode nach Jerusalem;
Vorlage S. 214
370
Geht keiner in Jerusalem so frei
Vorlage S. 214
371
Umher: wie hätte mich des Nachts freiwillig
Vorlage S. 214
372
Denn einer retten können?
Vorlage S. 214
373
NATHAN.
Vorlage S. 214
374
Sieh! wie sinnreich.
Vorlage S. 214
375
Jetzt, Daja, nimm das Wort. Ich hab' es ja
Vorlage S. 214
376
Von dir, dass er gefangen hergeschickt
Vorlage S. 214
377
Ist worden. Ohne Zweifel weißt du mehr.
Vorlage S. 214
378
DAJA.
Vorlage S. 214
379
Nun ja. – So sagt man freilich; – doch man sagt
Vorlage S. 214
380
Zugleich, dass Saladin den Tempelherrn
Vorlage S. 214
381
Begnadigt, weil er seiner Brüder einem,
Vorlage S. 214
382
Den er besonders lieb gehabt, so ähnlich sehe.
Vorlage S. 214
383
Doch da es viele zwanzig Jahre her,
Vorlage S. 214
384
Dass dieser Bruder nicht mehr lebt, – er hieß,
Vorlage S. 214
385
Ich weiß nicht wie; – er blieb, ich weiß nicht wo; –
Vorlage S. 214
386
So klingt das ja so gar – so gar unglaublich,
Vorlage S. 214
387
Dass an der ganzen Sache wohl nichts ist.
Vorlage S. 214
388
NATHAN.
Vorlage S. 214
389
Ei, Daja! Warum wäre denn das so
Vorlage S. 214
390
Unglaublich? Doch wohl nicht – wie's wohl geschieht –
Vorlage S. 214
391
Um lieber etwas noch Unglaublichers
Vorlage S. 214
392
Zu glauben? – Warum hätte Saladin,
Vorlage S. 214
393
Der sein Geschwister insgesamt so liebt,
Vorlage S. 214
394
In jüngern Jahren einen Bruder nicht
Vorlage S. 214
395
Noch ganz besonders lieben können? – Pflegen
Vorlage S. 214
396
Sich zwei Gesichter nicht zu ähneln? – Ist
Vorlage S. 214
397
Ein alter Eindruck ein verlorner? – Wirkt
Vorlage S. 214
398
Das nämliche nicht mehr das nämliche? –
Vorlage S. 214
399
Seit wenn? – Wo steckt hier das Unglaubliche? –
Vorlage S. 214
400
Ei freilich, weise Daja, wär's für dich
Vorlage S. 214
401
Kein Wunder mehr; und deine Wunder nur
Vorlage S. 214
402
Bedürf ... verdienen, will ich sagen, Glauben.
Vorlage S. 214
403
DAJA.
Vorlage S. 214
404
Ihr spottet.
Vorlage S. 214
405
NATHAN.
Vorlage S. 214
406
Weil du meiner spottest. – Doch
Vorlage S. 214
407
Auch so noch, Recha, bleibet deine Rettung
Vorlage S. 214
408
Ein Wunder, dem nur möglich, der die strengsten
Vorlage S. 214
409
Entschlüsse, die unbändigsten Entwürfe
Vorlage S. 214
410
Der Könige, sein Spiel – wenn nicht sein Spott –
Vorlage S. 214
411
Gern an den schwächsten Fäden lenkt.
Vorlage S. 215
412
RECHA.
Vorlage S. 215
413
Mein Vater!
Vorlage S. 215
414
Mein Vater, wenn ich irr', Ihr wisst, ich irre
Vorlage S. 215
415
Nicht gern.
Vorlage S. 215
416
NATHAN.
Vorlage S. 215
417
Vielmehr, du läßst dich gern belehren. –
Vorlage S. 215
418
Sieh! eine Stirn, so oder so gewölbt;
Vorlage S. 215
419
Der Rücken einer Nase, so vielmehr
Vorlage S. 215
420
Als so geführet; Augenbraunen, die
Vorlage S. 215
421
Auf einem scharfen oder stumpfen Knochen
Vorlage S. 215
422
So oder so sich schlängeln; eine Linie,
Vorlage S. 215
423
Ein Bug, ein Winkel, eine Falt', ein Mal,
Vorlage S. 215
424
Ein Nichts, auf eines wilden Europäers
Vorlage S. 215
425
Gesicht: – und du entkömmst dem Feur, in Asien!
Vorlage S. 215
426
Das wär' kein Wunder, wundersücht'ges Volk?
Vorlage S. 215
427
Warum bemüht ihr denn noch einen Engel?
Vorlage S. 215
428
DAJA.
Vorlage S. 215
429
Was schadets – Nathan, wenn ich sprechen darf –
Vorlage S. 215
430
Bei alle dem, von einem Engel lieber
Vorlage S. 215
431
Als einem Menschen sich gerettet denken?
Vorlage S. 215
432
Fühlt man der ersten unbegreiflichen
Vorlage S. 215
433
Ursache seiner Rettung nicht sich so
Vorlage S. 215
434
Viel näher?
Vorlage S. 215
435
NATHAN.
Vorlage S. 215
436
Stolz! und nichts als Stolz! Der Topf
Vorlage S. 215
437
Von Eisen will mit einer silbern Zange
Vorlage S. 215
438
Gern aus der Glut gehoben sein, um selbst
Vorlage S. 215
439
Ein Topf von Silber sich zu dünken. – Pah! –
Vorlage S. 215
440
Und was es schadet, fragst du? was es schadet?
Vorlage S. 215
441
Was hilft es? dürft ich nur hinwieder fragen. –
Vorlage S. 215
442
Denn dein »Sich Gott um so viel näher fühlen«,
Vorlage S. 215
443
Ist Unsinn oder Gotteslästerung. –
Vorlage S. 215
444
Allein es schadet; ja, es schadet allerdings. –
Vorlage S. 215
445
Kommt! hört mir zu. – Nicht wahr? dem Wesen, das
Vorlage S. 215
446
Dich rettete, – es sei ein Engel oder
Vorlage S. 215
447
Ein Mensch, dem möchtet ihr, und du besonders,
Vorlage S. 215
448
Gern wieder viele große Dienste tun? –
Vorlage S. 215
449
Nicht wahr? – Nun, einem Engel, was für Dienste,
Vorlage S. 215
450
Für große Dienste könnt ihr dem wohl tun?
Vorlage S. 215
451
Ihr könnt ihm danken; zu ihm seufzen, beten;
Vorlage S. 215
452
Könnt in Entzückung über ihn zerschmelzen;
Vorlage S. 215
453
Könnt an dem Tage seiner Feier fasten,
Vorlage S. 216
454
Almosen spenden. – Alles nichts. – Denn mich
Vorlage S. 216
455
Deucht immer, dass ihr selbst und euer Nächster
Vorlage S. 216
456
Hierbei weit mehr gewinnt, als er. Er wird
Vorlage S. 216
457
Nicht fett durch euer Fasten; wird nicht reich
Vorlage S. 216
458
Durch eure Spenden; wird nicht herrlicher
Vorlage S. 216
459
Durch eur Entzücken; wird nicht mächtiger
Vorlage S. 216
460
Durch eur Vertraun. Nicht wahr? Allein ein Mensch!
Vorlage S. 216
461
DAJA.
Vorlage S. 216
462
Ei freilich hätt' ein Mensch, etwas für ihn
Vorlage S. 216
463
Zu tun, uns mehr Gelegenheit verschafft.
Vorlage S. 216
464
Und Gott weiß, wie bereit wir dazu waren!
Vorlage S. 216
465
Allein er wollte ja, bedurfte ja
Vorlage S. 216
466
So völlig nichts; war in sich, mit sich so
Vorlage S. 216
467
Vergnügsam, als nur Engel sind, nur Engel
Vorlage S. 216
468
Sein können.
Vorlage S. 216
469
RECHA.
Vorlage S. 216
470
Endlich, als er gar verschwand ...
Vorlage S. 216
471
NATHAN.
Vorlage S. 216
472
Verschwand? – Wie denn verschwand? – Sich untern Palmen
Vorlage S. 216
473
Nicht ferner sehen ließ? – Wie? oder habt
Vorlage S. 216
474
Ihr wirklich schon ihn weiter aufgesucht?
Vorlage S. 216
475
DAJA.
Vorlage S. 216
476
Das nun wohl nicht.
Vorlage S. 216
477
NATHAN.
Vorlage S. 216
478
Nicht, Daja? nicht? – Da sieh
Vorlage S. 216
479
Nun was es schadt! – Grausame Schwärmerinnen! –
Vorlage S. 216
480
Wenn dieser Engel nun – nun krank geworden! ...
Vorlage S. 216
481
RECHA.
Vorlage S. 216
482
Krank!
Vorlage S. 216
483
DAJA.
Vorlage S. 216
484
Krank! Er wird doch nicht!
Vorlage S. 216
485
RECHA.
Vorlage S. 216
486
Welch kalter Schauer
Vorlage S. 216
487
Befällt mich! – Daja! – Meine Stirne, sonst
Vorlage S. 216
488
So warm, fühl! ist auf einmal Eis.
Vorlage S. 216
489
NATHAN.
Vorlage S. 216
490
Er ist
Vorlage S. 216
491
Ein Franke, dieses Klimas ungewohnt;
Vorlage S. 216
492
Ist jung; der harten Arbeit seines Standes,
Vorlage S. 216
493
Des Hungerns, Wachens ungewohnt.
Vorlage S. 216
494
RECHA.
Vorlage S. 216
495
Krank! krank!
Vorlage S. 216
496
DAJA.
Vorlage S. 216
497
Das wäre möglich, meint ja Nathan nur.
Vorlage S. 216
498
NATHAN.
Vorlage S. 216
499
Nun liegt er da! hat weder Freund, noch Geld
Vorlage S. 216
500
Sich Freunde zu besolden.
Vorlage S. 216
501
RECHA.
Vorlage S. 217
502
Ah, mein Vater!
Vorlage S. 217
503
NATHAN.
Vorlage S. 217
504
Liegt ohne Wartung, ohne Rat und Zusprach,
Vorlage S. 217
505
Ein Raub der Schmerzen und des Todes da!
Vorlage S. 217
506
RECHA.
Vorlage S. 217
507
Wo? wo?
Vorlage S. 217
508
NATHAN.
Vorlage S. 217
509
Er, der für eine, die er nie
Vorlage S. 217
510
Gekannt, gesehn – genug, es war ein Mensch –
Vorlage S. 217
511
Ins Feur sich stürzte ...
Vorlage S. 217
512
DAJA.
Vorlage S. 217
513
Nathan, schonet ihrer!
Vorlage S. 217
514
NATHAN.
Vorlage S. 217
515
Der, was er rettete, nicht näher kennen,
Vorlage S. 217
516
Nicht weiter sehen mocht', – um ihm den Dank
Vorlage S. 217
517
Zu sparen ...
Vorlage S. 217
518
DAJA.
Vorlage S. 217
519
Schonet ihrer, Nathan!
Vorlage S. 217
520
NATHAN.
Vorlage S. 217
521
Weiter
Vorlage S. 217
522
Auch nicht zu sehn verlangt', – es wäre denn,
Vorlage S. 217
523
Dass er zum zweiten Mal es retten sollte –
Vorlage S. 217
524
Denn gnug, es ist ein Mensch ...
Vorlage S. 217
525
DAJA.
Vorlage S. 217
526
Hört auf, und seht!
Vorlage S. 217
527
NATHAN.
Vorlage S. 217
528
Der, der hat sterbend sich zu laben, nichts –
Vorlage S. 217
529
Als das Bewusstsein dieser Tat!
Vorlage S. 217
530
DAJA.
Vorlage S. 217
531
Hört auf!
Vorlage S. 217
532
Ihr tötet sie!
Vorlage S. 217
533
NATHAN.
Vorlage S. 217
534
Und du hast ihn getötet! –
Vorlage S. 217
535
Hättst so ihn töten können. – Recha! Recha!
Vorlage S. 217
536
Es ist Arznei, nicht Gift, was ich dir reiche.
Vorlage S. 217
537
Er lebt! – komm zu dir! – ist auch wohl nicht krank;
Vorlage S. 217
538
Nicht einmal krank!
Vorlage S. 217
539
RECHA.
Vorlage S. 217
540
Gewiss? – nicht tot? nicht krank?
Vorlage S. 217
541
NATHAN.
Vorlage S. 217
542
Gewiss, nicht tot! – Denn Gott lohnt Gutes, hier
Vorlage S. 217
543
Getan, auch hier noch. – Geh! – Begreifst du aber,
Vorlage S. 217
544
Wie viel andächtig schwärmen leichter, als
Vorlage S. 217
545
Gut handeln ist? wie gern der schlaffste Mensch
Vorlage S. 217
546
Andächtig schwärmt, um nur, – ist er zu Zeiten
Vorlage S. 217
547
Sich schon der Absicht deutlich nicht bewusst –
Vorlage S. 217
548
Um nur gut handeln nicht zu dürfen?
Vorlage S. 217
549
RECHA.
Vorlage S. 217
550
Ah,
Vorlage S. 217
551
Mein Vater! lasst, lasst Eure Recha doch
Vorlage S. 217
552
Nie wiederum allein! – Nicht wahr, er kann
Vorlage S. 217
553
Auch wohl verreist nur sein? –
Vorlage S. 217
554
NATHAN.
Vorlage S. 218
555
Geht. – Allerdings. –
Vorlage S. 218
556
Ich seh, dort mustert mit neugier'gem Blick
Vorlage S. 218
557
Ein Muselmann mir die beladenen
Vorlage S. 218
558
Kamele. Kennt ihr ihn?
Vorlage S. 218
559
DAJA.
Vorlage S. 218
560
Ha! Euer Derwisch.
Vorlage S. 218
561
NATHAN.
Vorlage S. 218
562
Wer?
Vorlage S. 218
563
DAJA.
Vorlage S. 218
564
Euer Derwisch; Euer Schachgesell!
Vorlage S. 218
565
NATHAN.
Vorlage S. 218
566
Al-Hafi? das Al-Hafi?
Vorlage S. 218
567
DAJA.
Vorlage S. 218
568
Itzt des Sultans
Vorlage S. 218
569
Schatzmeister.
Vorlage S. 218
570
NATHAN.
Vorlage S. 218
571
Wie? Al-Hafi? Träumst du wieder? –
Vorlage S. 218
572
Er ists! – wahrhaftig, ists! – kömmt auf uns zu.
Vorlage S. 218
573
Hinein mit Euch, geschwind! – Was werd' ich hören!
Vorlage S. 218
574
Dritter Auftritt
Vorlage S. 218
575
Nathan und der Derwisch.
Vorlage S. 218
576
DERWISCH.
Vorlage S. 218
577
Reißt nur die Augen auf, so weit Ihr könnt!
Vorlage S. 218
578
NATHAN.
Vorlage S. 218
579
Bist du's? bist du es nicht? – In dieser Pracht,
Vorlage S. 218
580
Ein Derwisch! ...
Vorlage S. 218
581
DERWISCH.
Vorlage S. 218
582
Nun? warum denn nicht? Lässt sich
Vorlage S. 218
583
Aus einem Derwisch denn nichts, gar nichts machen?
Vorlage S. 218
584
NATHAN.
Vorlage S. 218
585
Ei wohl, genug! – Ich dachte mir nur immer,
Vorlage S. 218
586
Der Derwisch – so der rechte Derwisch – woll'
Vorlage S. 218
587
Aus sich nichts machen lassen.
Vorlage S. 218
588
DERWISCH.
Vorlage S. 218
589
Beim Propheten!
Vorlage S. 218
590
Dass ich kein rechter bin, mag auch wohl wahr sein.
Vorlage S. 218
591
Zwar wenn man muss –
Vorlage S. 218
592
NATHAN.
Vorlage S. 218
593
Muss! Derwisch! – Derwisch muss?
Vorlage S. 218
594
Kein Mensch muss müssen, und ein Derwisch müsste?
Vorlage S. 218
595
Was müsst' er denn?
Vorlage S. 218
596
DERWISCH.
Vorlage S. 218
597
Warum man ihn recht bittet,
Vorlage S. 218
598
Und er für gut erkennt: das muss ein Derwisch.
Vorlage S. 218
599
NATHAN.
Vorlage S. 218
600
Bei unserm Gott! da sagst du wahr. – Lass dich
Vorlage S. 218
601
Umarmen, Mensch. – Du bist doch noch mein Freund?
Vorlage S. 218
602
DERWISCH.
Vorlage S. 219
603
Und fragt nicht erst, was ich geworden bin?
Vorlage S. 219
604
NATHAN.
Vorlage S. 219
605
Trotz dem, was du geworden!
Vorlage S. 219
606
DERWISCH.
Vorlage S. 219
607
Könnt' ich nicht
Vorlage S. 219
608
Ein Kerl im Staat geworden sein, des Freundschaft
Vorlage S. 219
609
Euch ungelegen wäre?
Vorlage S. 219
610
NATHAN.
Vorlage S. 219
611
Wenn dein Herz
Vorlage S. 219
612
Noch Derwisch ist, so wag' ichs drauf. Der Kerl
Vorlage S. 219
613
Im Staat, ist nur dein Kleid.
Vorlage S. 219
614
DERWISCH.
Vorlage S. 219
615
Das auch geehrt
Vorlage S. 219
616
Will sein. – Was meint Ihr? ratet! – Was wär' ich
Vorlage S. 219
617
An Eurem Hofe?
Vorlage S. 219
618
NATHAN.
Vorlage S. 219
619
Derwisch; weiter nichts.
Vorlage S. 219
620
Doch neben her, wahrscheinlich – Koch.
Vorlage S. 219
621
DERWISCH.
Vorlage S. 219
622
Nun ja!
Vorlage S. 219
623
Mein Handwerk bei Euch zu verlernen. – Koch!
Vorlage S. 219
624
Nicht Kellner auch? – Gesteht, dass Saladin
Vorlage S. 219
625
Mich besser kennt. – Schatzmeister bin ich bei
Vorlage S. 219
626
Ihm worden.
Vorlage S. 219
627
NATHAN.
Vorlage S. 219
628
Du? – bei ihm?
Vorlage S. 219
629
DERWISCH.
Vorlage S. 219
630
Versteht:
Vorlage S. 219
631
Des kleinern Schatzes, – denn des größern waltet
Vorlage S. 219
632
Sein Vater noch – des Schatzes für sein Haus.
Vorlage S. 219
633
NATHAN.
Vorlage S. 219
634
Sein Haus ist groß.
Vorlage S. 219
635
DERWISCH.
Vorlage S. 219
636
Und größer, als Ihr glaubt;
Vorlage S. 219
637
Denn jeder Bettler ist von seinem Hause.
Vorlage S. 219
638
NATHAN.
Vorlage S. 219
639
Doch ist den Bettlern Saladin so feind –
Vorlage S. 219
Gemälde aus einer Illustrationsfolge zu Nathan der Weise, 1877.
Maurycy Gottlieb – Recha begrüßt ihren Vater — Gemälde aus einer Illustrationsfolge zu Nathan der Weise, 1877. · Maurycy Gottlieb · Public domain Bildquelle ↗
640
DERWISCH.
Vorlage S. 219
641
Dass er mit Strumpf und Stiel sie zu vertilgen
Vorlage S. 219
642
Sich vorgesetzt, – und sollt' er selbst darüber
Vorlage S. 219
643
Zum Bettler werden.
Vorlage S. 219
644
NATHAN.
Vorlage S. 219
645
Brav! – So mein' ichs eben.
Vorlage S. 219
646
DERWISCH.
Vorlage S. 219
647
Er ists auch schon, trotz einem! – Denn sein Schatz
Vorlage S. 219
648
Ist jeden Tag mit Sonnenuntergang
Vorlage S. 219
649
Viel leerer noch, als leer. Die Flut, so hoch
Vorlage S. 219
650
Sie morgens eintritt, ist des Mittags längst
Vorlage S. 219
651
Verlaufen –
Vorlage S. 219
652
NATHAN.
Vorlage S. 219
653
Weil Kanäle sie zum Teil
Vorlage S. 219
654
Verschlingen, die zu füllen oder zu
Vorlage S. 219
655
Verstopfen, gleich unmöglich ist.
Vorlage S. 219
656
DERWISCH.
Vorlage S. 220
657
Getroffen!
Vorlage S. 220
658
NATHAN.
Vorlage S. 220
659
Ich kenne das!
Vorlage S. 220
660
DERWISCH.
Vorlage S. 220
661
Es taugt nun freilich nichts,
Vorlage S. 220
662
Wenn Fürsten Geier unter Äsern sind.
Vorlage S. 220
663
Doch sind sie Äser unter Geiern, taugts
Vorlage S. 220
664
Noch zehnmal weniger.
Vorlage S. 220
665
NATHAN.
Vorlage S. 220
666
O nicht doch, Derwisch!
Vorlage S. 220
667
Nicht doch!
Vorlage S. 220
668
DERWISCH.
Vorlage S. 220
669
Ihr habt gut reden, Ihr! – Kommt an:
Vorlage S. 220
670
Was gebt Ihr mir? so tret' ich meine Stell'
Vorlage S. 220
671
Euch ab.
Vorlage S. 220
672
NATHAN.
Vorlage S. 220
673
Was bringt dir deine Stelle?
Vorlage S. 220
674
DERWISCH.
Vorlage S. 220
675
Mir?
Vorlage S. 220
676
Nicht viel. Doch Euch, Euch kann sie trefflich wuchern.
Vorlage S. 220
677
Denn ist es Ebb' im Schatz, – wie öfters ist, –
Vorlage S. 220
678
So zieht Ihr Eure Schleusen auf: schießt vor,
Vorlage S. 220
679
Und nehmt an Zinsen, was Euch nur gefällt.
Vorlage S. 220
680
NATHAN.
Vorlage S. 220
681
Auch Zins vom Zins der Zinsen?
Vorlage S. 220
682
DERWISCH.
Vorlage S. 220
683
Freilich!
Vorlage S. 220
684
NATHAN.
Vorlage S. 220
685
Bis
Vorlage S. 220
686
Mein Kapital zu lauter Zinsen wird.
Vorlage S. 220
687
DERWISCH.
Vorlage S. 220
688
Das lockt Euch nicht? – So schreibet unsrer Freundschaft
Vorlage S. 220
689
Nur gleich den Scheidebrief! Denn wahrlich hab'
Vorlage S. 220
690
Ich sehr auf Euch gerechnet.
Vorlage S. 220
691
NATHAN.
Vorlage S. 220
692
Wahrlich? Wie
Vorlage S. 220
693
Denn so? wie so denn?
Vorlage S. 220
694
DERWISCH.
Vorlage S. 220
695
Dass Ihr mir mein Amt
Vorlage S. 220
696
Mit Ehren würdet führen helfen; dass
Vorlage S. 220
697
Ich allzeit offne Kasse bei Euch hätte. –
Vorlage S. 220
698
Ihr schüttelt?
Vorlage S. 220
699
NATHAN.
Vorlage S. 220
700
Nun, verstehn wir uns nur recht!
Vorlage S. 220
701
Hier gibts zu unterscheiden. – Du? warum
Vorlage S. 220
702
Nicht du? Al-Hafi Derwisch ist zu allem,
Vorlage S. 220
703
Was ich vermag, mir stets willkommen. – Aber
Vorlage S. 220
704
Al-Hafi Defterdar des Saladin,
Vorlage S. 220
705
Der – dem –
Vorlage S. 220
706
DERWISCH.
Vorlage S. 220
707
Erriet ichs nicht? Dass Ihr doch immer
Vorlage S. 220
708
So gut als klug, so klug als weise seid! –
Vorlage S. 220
709
Geduld! Was Ihr am Hafi unterscheidet,
Vorlage S. 221
710
Soll bald geschieden wieder sein. – Seht da
Vorlage S. 221
711
Das Ehrenkleid, das Saladin mir gab.
Vorlage S. 221
712
Eh es verschossen ist, eh es zu Lumpen
Vorlage S. 221
713
Geworden, wie sie einen Derwisch kleiden,
Vorlage S. 221
714
Hängts in Jerusalem am Nagel, und
Vorlage S. 221
715
Ich bin am Ganges, wo ich leicht und barfuß
Vorlage S. 221
716
Den heißen Sand mit meinen Lehrern trete.
Vorlage S. 221
717
NATHAN.
Vorlage S. 221
718
Dir ähnlich gnug!
Vorlage S. 221
719
DERWISCH.
Vorlage S. 221
720
Und Schach mit ihnen spiele.
Vorlage S. 221
721
NATHAN.
Vorlage S. 221
722
Dein höchstes Gut!
Vorlage S. 221
723
DERWISCH.
Vorlage S. 221
724
Denkt nur, was mich verführte! –
Vorlage S. 221
725
Damit ich selbst nicht länger betteln dürfte?
Vorlage S. 221
726
Den reichen Mann mit Bettlern spielen könnte?
Vorlage S. 221
727
Vermögend wär' im Hui den reichsten Bettler
Vorlage S. 221
728
In einen armen Reichen zu verwandeln?
Vorlage S. 221
729
NATHAN.
Vorlage S. 221
730
Das nun wohl nicht.
Vorlage S. 221
731
DERWISCH.
Vorlage S. 221
732
Weit etwas Abgeschmackters!
Vorlage S. 221
733
Ich fühlte mich zum erstenmal geschmeichelt;
Vorlage S. 221
734
Durch Saladins gutherz'gen Wahn geschmeichelt –
Vorlage S. 221
735
NATHAN.
Vorlage S. 221
736
Der war?
Vorlage S. 221
737
DERWISCH.
Vorlage S. 221
738
»Ein Bettler wisse nur, wie Bettlern
Vorlage S. 221
739
Zu Mute sei; ein Bettler habe nur
Vorlage S. 221
740
Gelernt, mit guter Weise Bettlern geben.
Vorlage S. 221
741
Dein Vorfahr, sprach er, war mir viel zu kalt,
Vorlage S. 221
742
Zu rauh. Er gab so unhold, wenn er gab;
Vorlage S. 221
743
Erkundigte so ungestüm sich erst
Vorlage S. 221
744
Nach dem Empfänger; nie zufrieden, dass
Vorlage S. 221
745
Er nur den Mangel kenne, wollt' er auch
Vorlage S. 221
746
Des Mangels Ursach wissen, um die Gabe
Vorlage S. 221
747
Nach dieser Ursach filzig abzuwägen.
Vorlage S. 221
748
Das wird Al-Hafi nicht! So unmild mild
Vorlage S. 221
749
Wird Saladin im Hafi nicht erscheinen!
Vorlage S. 221
750
Al-Hafi gleicht verstopften Röhren nicht,
Vorlage S. 221
751
Die ihre klar und still empfangnen Wasser
Vorlage S. 221
752
So unrein und so sprudelnd wieder geben.
Vorlage S. 221
753
Al-Hafi denkt; Al-Hafi fühlt wie ich!« –
Vorlage S. 221
754
So lieblich klang des Voglers Pfeife, bis
Vorlage S. 221
755
Der Gimpel in dem Netze war. – Ich Geck!
Vorlage S. 222
756
Ich eines Gecken Geck!
Vorlage S. 222
757
NATHAN.
Vorlage S. 222
758
Gemach, mein Derwisch,
Vorlage S. 222
759
Gemach!
Vorlage S. 222
760
DERWISCH.
Vorlage S. 222
761
Ei was! – Es wär' nicht Geckerei,
Vorlage S. 222
762
Bei Hunderttausenden die Menschen drücken,
Vorlage S. 222
763
Ausmergeln, plündern, martern, würgen; und
Vorlage S. 222
764
Ein Menschenfreund an einzeln scheinen wollen?
Vorlage S. 222
765
Es wär' nicht Geckerei, des Höchsten Milde,
Vorlage S. 222
766
Die sonder Auswahl über Bös' und Gute
Vorlage S. 222
767
Und Flur und Wüstenei, in Sonnenschein
Vorlage S. 222
768
Und Regen sich verbreitet, – nachzuäffen,
Vorlage S. 222
769
Und nicht des Höchsten immer volle Hand
Vorlage S. 222
770
Zu haben? Was? es wär' nicht Geckerei ...
Vorlage S. 222
771
NATHAN.
Vorlage S. 222
772
Genug! hör auf!
Vorlage S. 222
773
DERWISCH.
Vorlage S. 222
774
Lasst meiner Geckerei
Vorlage S. 222
775
Mich doch nur auch erwähnen! – Was? es wäre
Vorlage S. 222
776
Nicht Geckerei, an solchen Geckereien
Vorlage S. 222
777
Die gute Seite dennoch auszuspüren,
Vorlage S. 222
778
Um Anteil, dieser guten Seite wegen,
Vorlage S. 222
779
An dieser Geckerei zu nehmen? Heh?
Vorlage S. 222
780
Das nicht?
Vorlage S. 222
781
NATHAN.
Vorlage S. 222
782
Al-Hafi, mache, dass du bald
Vorlage S. 222
783
In deine Wüste wieder kömmst. Ich fürchte,
Vorlage S. 222
784
Grad' unter Menschen möchtest du ein Mensch
Vorlage S. 222
785
Zu sein verlernen.
Vorlage S. 222
786
DERWISCH.
Vorlage S. 222
787
Recht, das fürcht' ich auch.
Vorlage S. 222
788
Lebt wohl!
Vorlage S. 222
789
NATHAN.
Vorlage S. 222
790
So hastig? – Warte doch, Al-Hafi.
Vorlage S. 222
791
Entläuft dir denn die Wüste? – Warte doch! –
Vorlage S. 222
792
Dass er mich hörte! – He, Al-Hafi! hier! –
Vorlage S. 222
793
Weg ist er; und ich hätt' ihn noch so gern
Vorlage S. 222
794
Nach unserm Tempelherrn gefragt. Vermutlich,
Vorlage S. 222
795
Dass er ihn kennt.
Vorlage S. 222
796
Vierter Auftritt
Vorlage S. 223
797
Daja eilig herbei. Nathan.
Vorlage S. 223
798
DAJA.
Vorlage S. 223
799
O Nathan, Nathan!
Vorlage S. 223
800
NATHAN.
Vorlage S. 223
801
Nun?
Vorlage S. 223
802
Was gibts?
Vorlage S. 223
803
DAJA.
Vorlage S. 223
804
Er lässt sich wieder sehn! Er lässt
Vorlage S. 223
805
Sich wieder sehn!
Vorlage S. 223
806
NATHAN.
Vorlage S. 223
807
Wer, Daja? wer?
Vorlage S. 223
808
DAJA.
Vorlage S. 223
809
Er! er!
Vorlage S. 223
810
NATHAN.
Vorlage S. 223
811
Er? Er? – Wann lässt sich der nicht sehn! – Ja so,
Vorlage S. 223
812
Nur euer Er heißt er. – Das sollt' er nicht!
Vorlage S. 223
813
Und wenn er auch ein Engel wäre, nicht!
Vorlage S. 223
814
DAJA.
Vorlage S. 223
815
Er wandelt untern Palmen wieder auf
Vorlage S. 223
816
Und ab; und bricht von Zeit zu Zeit sich Datteln.
Vorlage S. 223
817
NATHAN.
Vorlage S. 223
818
Sie essend? – und als Tempelherr?
Vorlage S. 223
819
DAJA.
Vorlage S. 223
820
Was quält
Vorlage S. 223
821
Ihr mich? – Ihr gierig Aug' erriet ihn hinter
Vorlage S. 223
822
Den dicht verschränkten Palmen schon; und folgt
Vorlage S. 223
823
Ihm unverrückt. Sie lässt Euch bitten, – Euch
Vorlage S. 223
824
Beschwören, – ungesäumt ihn anzugehn.
Vorlage S. 223
825
O eilt! Sie wird Euch aus dem Fenster winken,
Vorlage S. 223
826
Ob er hinauf geht oder weiter ab
Vorlage S. 223
827
Sich schlägt. O eilt!
Vorlage S. 223
828
NATHAN.
Vorlage S. 223
829
So wie ich vom Kamele
Vorlage S. 223
830
Gestiegen? – Schickt sich das? – Geh, eile du
Vorlage S. 223
831
Ihm zu; und meld' ihm meine Wiederkunft.
Vorlage S. 223
832
Gib Acht, der Biedermann hat nur mein Haus
Vorlage S. 223
833
In meinem Absein nicht betreten wollen;
Vorlage S. 223
834
Und kömmt nicht ungern, wenn der Vater selbst
Vorlage S. 223
835
Ihn laden lässt. Geh, sag', ich lass' ihn bitten,
Vorlage S. 223
836
Ihn herzlich bitten ...
Vorlage S. 223
837
DAJA.
Vorlage S. 223
838
All umsonst! Er kömmt
Vorlage S. 223
839
Euch nicht. – Denn kurz; er kömmt zu keinem Juden.
Vorlage S. 223
840
NATHAN.
Vorlage S. 223
841
So geh, geh wenigstens ihn anzuhalten;
Vorlage S. 223
842
Ihn wenigstens mit deinen Augen zu
Vorlage S. 223
843
Begleiten. – Geh, ich komme gleich dir nach.
Vorlage S. 223
844
Nathan eilet hinein, und Daja heraus.
Vorlage S. 223
845
Fünfter Auftritt
Vorlage S. 224
846
Szene: ein Platz mit Palmen, unter welchen der Tempelherr auf und nieder geht. Ein Klosterbruder folgt ihm in einiger Entfernung von der Seite, immer als ob er ihn anreden wolle.
Vorlage S. 224
847
TEMPELHERR.
Vorlage S. 224
848
Der folgt mir nicht vor langer Weile! – Sieh,
Vorlage S. 224
849
Wie schielt er nach den Händen! – Guter Bruder, ...
Vorlage S. 224
850
Ich kann Euch auch wohl Vater nennen; nicht?
Vorlage S. 224
851
KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 224
852
Nur Bruder – Laienbruder nur; zu dienen.
Vorlage S. 224
853
TEMPELHERR.
Vorlage S. 224
854
Ja, guter Bruder, wer nur selbst was hätte!
Vorlage S. 224
855
Bei Gott! bei Gott! ich habe nichts –
Vorlage S. 224
856
KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 224
857
Und doch
Vorlage S. 224
858
Recht warmen Dank! Gott geb' Euch tausendfach
Vorlage S. 224
859
Was Ihr gern geben wolltet. Denn der Wille
Vorlage S. 224
860
Und nicht die Gabe macht den Geber. – Auch
Vorlage S. 224
861
Ward ich dem Herrn Almosens wegen gar
Vorlage S. 224
862
Nicht nachgeschickt.
Vorlage S. 224
863
TEMPELHERR.
Vorlage S. 224
864
Doch aber nachgeschickt?
Vorlage S. 224
865
KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 224
866
Ja; aus dem Kloster.
Vorlage S. 224
867
TEMPELHERR.
Vorlage S. 224
868
Wo ich eben jetzt
Vorlage S. 224
869
Ein kleines Pilgermahl zu finden hoffte?
Vorlage S. 224
870
KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 224
871
Die Tische waren schon besetzt: komm' aber
Vorlage S. 224
872
Der Herr nur wieder mit zurück.
Vorlage S. 224
873
TEMPELHERR.
Vorlage S. 224
874
Wozu?
Vorlage S. 224
875
Ich habe Fleisch wohl lange nicht gegessen:
Vorlage S. 224
876
Allein was tuts? Die Datteln sind ja reif.
Vorlage S. 224
877
KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 224
878
Nehm' sich der Herr in Acht mit dieser Frucht.
Vorlage S. 224
879
Zu viel genossen taugt sie nicht; verstopft
Vorlage S. 224
880
Die Milz; macht melancholisches Geblüt.
Vorlage S. 224
881
TEMPELHERR.
Vorlage S. 224
882
Wenn ich nun melancholisch gern mich fühlte? –
Vorlage S. 224
883
Doch dieser Warnung wegen wurdet Ihr
Vorlage S. 224
884
Mir doch nicht nachgeschickt?
Vorlage S. 224
885
KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 224
886
O nein! – Ich soll
Vorlage S. 224
887
Mich nur nach Euch erkunden; auf den Zahn
Vorlage S. 224
888
Euch fühlen.
Vorlage S. 224
889
TEMPELHERR.
Vorlage S. 225
890
Und das sagt Ihr mir so selbst?
Vorlage S. 225
891
KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 225
892
Warum nicht?
Vorlage S. 225
893
TEMPELHERR.
Vorlage S. 225
894
(Ein verschmitzter Bruder!) – Hat
Vorlage S. 225
895
Das Kloster Eures gleichen mehr?
Vorlage S. 225
896
KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 225
897
Weiß nicht.
Vorlage S. 225
898
Ich muss gehorchen, lieber Herr.
Vorlage S. 225
899
TEMPELHERR.
Vorlage S. 225
900
Und da
Vorlage S. 225
901
Gehorcht Ihr denn auch ohne viel zu klügeln?
Vorlage S. 225
902
KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 225
903
Wär's sonst gehorchen, lieber Herr?
Vorlage S. 225
904
TEMPELHERR.
Vorlage S. 225
905
(Dass doch
Vorlage S. 225
906
Die Einfalt immer Recht behält!) – Ihr dürft
Vorlage S. 225
907
Mir doch auch wohl vertrauen, wer mich gern
Vorlage S. 225
908
Genauer kennen möchte? – Dass Ihrs selbst
Vorlage S. 225
909
Nicht seid, will ich wohl schwören.
Vorlage S. 225
910
KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 225
911
Ziemte mirs?
Vorlage S. 225
912
Und frommte mirs?
Vorlage S. 225
913
TEMPELHERR.
Vorlage S. 225
914
Wem ziemt und frommt es denn,
Vorlage S. 225
915
Dass er so neubegierig ist? Wem denn?
Vorlage S. 225
916
KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 225
917
Dem Patriarchen; muss ich glauben. – Denn
Vorlage S. 225
918
Der sandte mich Euch nach.
Vorlage S. 225
919
TEMPELHERR.
Vorlage S. 225
920
Der Patriarch?
Vorlage S. 225
921
Kennt der das rote Kreuz auf weißem Mantel
Vorlage S. 225
922
Nicht besser?
Vorlage S. 225
923
KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 225
924
Kenn' ja ichs!
Vorlage S. 225
925
TEMPELHERR.
Vorlage S. 225
926
Nun, Bruder? nun? –
Vorlage S. 225
927
Ich bin ein Tempelherr; und ein gefang'ner. –
Vorlage S. 225
928
Setz' ich hinzu: gefangen bei Tebnin,
Vorlage S. 225
929
Der Burg, die mit des Stillstands letzter Stunde
Vorlage S. 225
930
Wir gern erstiegen hätten, um sodann
Vorlage S. 225
931
Auf Sidon los zu gehn; – setz' ich hinzu:
Vorlage S. 225
932
Selbzwanzigster gefangen und allein
Vorlage S. 225
933
Vom Saladin begnadiget: so weiß
Vorlage S. 225
934
Der Patriarch, was er zu wissen braucht; –
Vorlage S. 225
935
Mehr, als er braucht. –
Vorlage S. 225
936
KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 225
937
Wohl aber schwerlich mehr,
Vorlage S. 225
938
Als er schon weiß. – Er wüßt' auch gern, warum
Vorlage S. 225
939
Der Herr vom Saladin begnadigt worden;
Vorlage S. 226
940
Er ganz allein.
Vorlage S. 226
941
TEMPELHERR.
Vorlage S. 226
942
Weiß ich das selber? – Schon
Vorlage S. 226
943
Den Hals entblößt, kniet' ich auf meinem Mantel,
Vorlage S. 226
944
Den Streich erwartend: als mich schärfer Saladin
Vorlage S. 226
945
Ins Auge fasst, mir näher springt, und winkt.
Vorlage S. 226
946
Man hebt mich auf; ich bin entfesselt; will
Vorlage S. 226
947
Ihm danken; seh' sein Aug' in Tränen: stumm
Vorlage S. 226
948
Ist er, bin ich; er geht, ich bleibe. – Wie
Vorlage S. 226
949
Nun das zusammenhängt, enträtsle sich
Vorlage S. 226
950
Der Patriarche selbst.
Vorlage S. 226
951
KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 226
952
Er schließt daraus,
Vorlage S. 226
953
Dass Gott zu großen, großen Dingen Euch
Vorlage S. 226
954
Müß' aufbehalten haben.
Vorlage S. 226
955
TEMPELHERR.
Vorlage S. 226
956
Ja, zu großen!
Vorlage S. 226
957
Ein Judenmädchen aus dem Feur zu retten;
Vorlage S. 226
958
Auf Sinai neugier'ge Pilger zu
Vorlage S. 226
959
Geleiten; und dergleichen mehr.
Vorlage S. 226
960
KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 226
961
Wird schon
Vorlage S. 226
962
Noch kommen! – Ist inzwischen auch nicht übel. –
Vorlage S. 226
963
Vielleicht hat selbst der Patriarch bereits
Vorlage S. 226
964
Weit wicht'gere Geschäfte für den Herrn.
Vorlage S. 226
965
TEMPELHERR.
Vorlage S. 226
966
So? meint Ihr, Bruder? – Hat er gar Euch schon
Vorlage S. 226
967
Was merken lassen?
Vorlage S. 226
968
KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 226
969
Ei, ja wohl! – Ich soll
Vorlage S. 226
970
Den Herrn nur erst ergründen, ob er so
Vorlage S. 226
971
Der Mann wohl ist.
Vorlage S. 226
972
TEMPELHERR.
Vorlage S. 226
973
Nun ja; ergründet nur!
Vorlage S. 226
974
(Ich will doch sehn, wie der ergründet!) – Nun?
Vorlage S. 226
975
KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 226
976
Das kürzste wird wohl sein, dass ich dem Herrn
Vorlage S. 226
977
Ganz grade zu des Patriarchen Wunsch
Vorlage S. 226
978
Eröffne.
Vorlage S. 226
979
TEMPELHERR.
Vorlage S. 226
980
Wohl!
Vorlage S. 226
981
KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 226
982
Er hätte durch den Herrn
Vorlage S. 226
983
Ein Briefchen gern bestellt.
Vorlage S. 226
984
TEMPELHERR.
Vorlage S. 227
985
Durch mich? Ich bin
Vorlage S. 227
986
Kein Bote. – Das, das wäre das Geschäft,
Vorlage S. 227
987
Das weit glorreicher sei, als Judenmädchen
Vorlage S. 227
988
Dem Feur entreißen?
Vorlage S. 227
989
KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 227
990
Muss doch wohl! Denn – sagt
Vorlage S. 227
991
Der Patriarch – an diesem Briefchen sei
Vorlage S. 227
992
Der ganzen Christenheit sehr viel gelegen.
Vorlage S. 227
993
Dies Briefchen wohl bestellt zu haben, – sagt
Vorlage S. 227
994
Der Patriarch, – werd' einst im Himmel Gott
Vorlage S. 227
995
Mit einer ganz besondern Krone lohnen.
Vorlage S. 227
996
Und dieser Krone, – sagt der Patriarch, –
Vorlage S. 227
997
Sei niemand würd'ger, als mein Herr.
Vorlage S. 227
998
TEMPELHERR.
Vorlage S. 227
999
Als ich?
Vorlage S. 227
1000
KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 227
1001
Denn diese Krone zu verdienen, – sagt
Vorlage S. 227
1002
Der Patriarch, – sei schwerlich jemand auch
Vorlage S. 227
1003
Geschickter, als mein Herr.
Vorlage S. 227
1004
TEMPELHERR.
Vorlage S. 227
1005
Als ich?
Vorlage S. 227
1006
KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 227
1007
Er sei
Vorlage S. 227
1008
Hier frei; könn' überall sich hier besehn;
Vorlage S. 227
1009
Versteh', wie eine Stadt zu stürmen und
Vorlage S. 227
1010
Zu schirmen; könne, – sagt der Patriarch, –
Vorlage S. 227
1011
Die Stärk' und Schwäche der von Saladin
Vorlage S. 227
1012
Neu aufgeführten, innern, zweiten Mauer
Vorlage S. 227
1013
Am besten schätzen, sie am deutlichsten
Vorlage S. 227
1014
Den Streitern Gottes, – sagt der Patriarch, –
Vorlage S. 227
1015
Beschreiben.
Vorlage S. 227
1016
TEMPELHERR.
Vorlage S. 227
1017
Guter Bruder, wenn ich doch
Vorlage S. 227
1018
Nun auch des Briefchens nähern Inhalt wüsste.
Vorlage S. 227
1019
KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 227
1020
Ja den, – den weiß ich nun wohl nicht so recht.
Vorlage S. 227
1021
Das Briefchen aber ist an König Philipp. –
Vorlage S. 227
1022
Der Patriarch ... Ich hab' mich oft gewundert,
Vorlage S. 227
1023
Wie doch ein Heiliger, der sonst so ganz
Vorlage S. 227
1024
Im Himmel lebt, zugleich so unterrichtet
Vorlage S. 227
1025
Von Dingen dieser Welt zu sein herab
Vorlage S. 227
1026
Sich lassen kann. Es muss ihm sauer werden.
Vorlage S. 227
1027
TEMPELHERR.
Vorlage S. 227
1028
Nun dann? der Patriarch? –
Vorlage S. 227
1029
KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 227
1030
Weiß ganz genau,
Vorlage S. 227
1031
Ganz zuverlässig, wie und wo, wie stark,
Vorlage S. 227
1032
Von welcher Seite Saladin, im Fall
Vorlage S. 228
1033
Es völlig wieder losgeht, seinen Feldzug
Vorlage S. 228
1034
Eröffnen wird.
Vorlage S. 228
1035
TEMPELHERR.
Vorlage S. 228
1036
Das weiß er?
Vorlage S. 228
1037
KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 228
1038
Ja, und möcht'
Vorlage S. 228
1039
Es gern dem König Philipp wissen lassen:
Vorlage S. 228
1040
Damit der ungefähr ermessen könne,
Vorlage S. 228
1041
Ob die Gefahr denn gar so schrecklich, um
Vorlage S. 228
1042
Mit Saladin den Waffenstillestand,
Vorlage S. 228
1043
Den Euer Orden schon so brav gebrochen,
Vorlage S. 228
1044
Es koste was es wolle, wieder her
Vorlage S. 228
1045
Zu stellen.
Vorlage S. 228
1046
TEMPELHERR.
Vorlage S. 228
1047
Welch ein Patriarch! – Ja so!
Vorlage S. 228
1048
Der liebe tapfre Mann will mich zu keinem
Vorlage S. 228
1049
Gemeinen Boten; will mich – zum Spion. –
Vorlage S. 228
1050
Sagt Euerm Patriarchen, guter Bruder,
Vorlage S. 228
1051
So viel Ihr mich ergründen können, wär'
Vorlage S. 228
1052
Das meine Sache nicht. – Ich müsse mich
Vorlage S. 228
1053
Noch als Gefangenen betrachten; und
Vorlage S. 228
1054
Der Tempelherren einziger Beruf
Vorlage S. 228
1055
Sei mit dem Schwerte drein zu schlagen, nicht
Vorlage S. 228
1056
Kundschafterei zu treiben.
Vorlage S. 228
1057
KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 228
1058
Dacht' ichs doch! –
Vorlage S. 228
1059
Wills auch dem Herrn nicht eben sehr verübeln. –
Vorlage S. 228
1060
Zwar kömmt das Beste noch. – Der Patriarch
Vorlage S. 228
1061
Hiernächst hat ausgegattert, wie die Feste
Vorlage S. 228
1062
Sich nennt, und wo auf Libanon sie liegt,
Vorlage S. 228
1063
In der die ungeheuern Summen stecken,
Vorlage S. 228
1064
Mit welchen Saladins vorsichtger Vater
Vorlage S. 228
1065
Das Heer besoldet, und die Zurüstungen
Vorlage S. 228
1066
Des Kriegs bestreitet. Saladin verfügt
Vorlage S. 228
1067
Von Zeit zu Zeit auf abgelegnen Wegen
Vorlage S. 228
1068
Nach dieser Feste sich, nur kaum begleitet. –
Vorlage S. 228
1069
Ihr merkt doch?
Vorlage S. 228
1070
TEMPELHERR.
Vorlage S. 228
1071
Nimmermehr!
Vorlage S. 228
1072
KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 228
1073
Was wäre da
Vorlage S. 228
1074
Wohl leichter, als des Saladins sich zu
Vorlage S. 228
1075
Bemächtigen? den Garaus ihm zu machen? –
Vorlage S. 229
1076
Ihr schaudert? – O es haben schon ein Paar
Vorlage S. 229
1077
Gottsfürchtge Maroniten sich erboten,
Vorlage S. 229
1078
Wenn nur ein wackrer Mann sie führen wolle,
Vorlage S. 229
1079
Das Stück zu wagen.
Vorlage S. 229
1080
TEMPELHERR.
Vorlage S. 229
1081
Und der Patriarch
Vorlage S. 229
1082
Hätt' auch zu diesem wackern Manne mich
Vorlage S. 229
1083
Ersehn?
Vorlage S. 229
1084
KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 229
1085
Er glaubt, dass König Philipp wohl
Vorlage S. 229
1086
Von Ptolemais aus die Hand hierzu
Vorlage S. 229
1087
Am besten bieten könne.
Vorlage S. 229
1088
TEMPELHERR.
Vorlage S. 229
1089
Mir? mir, Bruder?
Vorlage S. 229
1090
Mir? Habt Ihr nicht gehört? nur erst gehört,
Vorlage S. 229
1091
Was für Verbindlichkeit dem Saladin
Vorlage S. 229
1092
Ich habe?
Vorlage S. 229
1093
KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 229
1094
Wohl hab ichs gehört.
Vorlage S. 229
1095
TEMPELHERR.
Vorlage S. 229
1096
Und doch?
Vorlage S. 229
1097
KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 229
1098
Ja, – meint der Patriarch, – das wär' schon gut:
Vorlage S. 229
1099
Gott aber und der Orden ...
Vorlage S. 229
1100
TEMPELHERR.
Vorlage S. 229
1101
Ändern nichts!
Vorlage S. 229
1102
Gebieten mir kein Bubenstück!
Vorlage S. 229
1103
KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 229
1104
Gewiss nicht! –
Vorlage S. 229
1105
Nur, – meint der Patriarch, – sei Bubenstück
Vorlage S. 229
1106
Vor Menschen, nicht auch Bubenstück vor Gott.
Vorlage S. 229
1107
TEMPELHERR.
Vorlage S. 229
1108
Ich wär' dem Saladin mein Leben schuldig:
Vorlage S. 229
1109
Und raubt ihm seines?
Vorlage S. 229
1110
KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 229
1111
Pfui! – Doch bliebe, – meint
Vorlage S. 229
1112
Der Patriarch, – noch immer Saladin
Vorlage S. 229
1113
Ein Feind der Christenheit, der Euer Freund
Vorlage S. 229
1114
Zu sein, kein Recht erwerben könne.
Vorlage S. 229
1115
TEMPELHERR.
Vorlage S. 229
1116
Freund?
Vorlage S. 229
1117
An dem ich bloß nicht will zum Schurken werden;
Vorlage S. 229
1118
Zum undankbaren Schurken?
Vorlage S. 229
1119
KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 229
1120
Allerdings! –
Vorlage S. 229
1121
Zwar, – meint der Patriarch, – des Dankes sei
Vorlage S. 229
1122
Man quitt, vor Gott und Menschen quitt, wenn uns
Vorlage S. 230
1123
Der Dienst um unsertwillen nicht geschehen.
Vorlage S. 230
1124
Und da verlauten wolle, – meint der Patriarch, –
Vorlage S. 230
1125
Dass Euch nur darum Saladin begnadet,
Vorlage S. 230
1126
Weil ihm in Eurer Mien', in Euerm Wesen,
Vorlage S. 230
1127
So was von seinem Bruder eingeleuchtet ...
Vorlage S. 230
1128
TEMPELHERR.
Vorlage S. 230
1129
Auch dieses weiß der Patriarch; und doch? –
Vorlage S. 230
1130
Ah! wäre das gewiss! Ah, Saladin! –
Vorlage S. 230
1131
Wie? die Natur hätt' auch nur Einen Zug
Vorlage S. 230
1132
Von mir in deines Bruders Form gebildet:
Vorlage S. 230
1133
Und dem entspräche nichts in meiner Seele?
Vorlage S. 230
1134
Was dem entspräche, könnt ich unterdrücken,
Vorlage S. 230
1135
Um einem Patriarchen zu gefallen? –
Vorlage S. 230
1136
Natur, so leugst du nicht! So widerspricht
Vorlage S. 230
1137
Sich Gott in seinen Werken nicht! – Geht Bruder! –
Vorlage S. 230
1138
Erregt mir meine Galle nicht! – Geht! geht!
Vorlage S. 230
1139
KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 230
1140
Ich geh'; und geh' vergnügter, als ich kam.
Vorlage S. 230
1141
Verzeihe mir der Herr. Wir Klosterleute
Vorlage S. 230
1142
Sind schuldig, unsern Obern zu gehorchen.
Vorlage S. 230
1143
Sechster Auftritt
Vorlage S. 230
1144
Der Tempelherr und Daja, die den Tempelherrn schon eine Zeit lang von weiten beobachtet hatte, und sich nun ihm nähert.
Vorlage S. 230
1145
DAJA.
Vorlage S. 230
1146
Der Klosterbruder, wie mich dünkt, ließ in
Vorlage S. 230
1147
Der besten Laun' ihn nicht. – Doch muss ich mein
Vorlage S. 230
1148
Paket nur wagen.
Vorlage S. 230
1149
TEMPELHERR.
Vorlage S. 230
1150
Nun, vortrefflich! – Lügt
Vorlage S. 230
1151
Das Sprichwort wohl: dass Mönch und Weib, und Weib
Vorlage S. 230
1152
Und Mönch des Teufels beide Krallen sind?
Vorlage S. 230
1153
Er wirft mich heut aus einer in die andre.
Vorlage S. 230
1154
DAJA.
Vorlage S. 230
1155
Was seh' ich? – Edler Ritter, Euch? – Gott Dank!
Vorlage S. 230
1156
Gott tausend Dank! – Wo habt Ihr denn
Vorlage S. 230
1157
Die ganze Zeit gesteckt? – Ihr seid doch wohl
Vorlage S. 230
1158
Nicht krank gewesen?
Vorlage S. 230
1159
TEMPELHERR.
Vorlage S. 231
1160
Nein.
Vorlage S. 231
1161
DAJA.
Vorlage S. 231
1162
Gesund doch?
Vorlage S. 231
1163
TEMPELHERR.
Vorlage S. 231
1164
Ja.
Vorlage S. 231
1165
DAJA.
Vorlage S. 231
1166
Wir waren Euertwegen wahrlich ganz
Vorlage S. 231
1167
Bekümmert.
Vorlage S. 231
1168
TEMPELHERR.
Vorlage S. 231
1169
So?
Vorlage S. 231
1170
DAJA.
Vorlage S. 231
1171
Ihr wart gewiss verreist?
Vorlage S. 231
1172
TEMPELHERR.
Vorlage S. 231
1173
Erraten!
Vorlage S. 231
1174
DAJA.
Vorlage S. 231
1175
Und kamt heut erst wieder?
Vorlage S. 231
1176
TEMPELHERR.
Vorlage S. 231
1177
Gestern.
Vorlage S. 231
1178
DAJA.
Vorlage S. 231
1179
Auch Rechas Vater ist heut angekommen.
Vorlage S. 231
1180
Und nun darf Recha doch wohl hoffen?
Vorlage S. 231
1181
TEMPELHERR.
Vorlage S. 231
1182
Was?
Vorlage S. 231
1183
DAJA.
Vorlage S. 231
1184
Warum sie Euch so öfters bitten lassen.
Vorlage S. 231
1185
Ihr Vater ladet Euch nun selber bald
Vorlage S. 231
1186
Aufs dringlichste. Er kömmt von Babylon;
Vorlage S. 231
1187
Mit zwanzig hochbeladenen Kamelen,
Vorlage S. 231
1188
Und allem, was an edeln Spezereien,
Vorlage S. 231
1189
An Steinen und an Stoffen, Indien
Vorlage S. 231
1190
Und Persien und Syrien, gar Sina,
Vorlage S. 231
1191
Kostbares nur gewähren.
Vorlage S. 231
1192
TEMPELHERR.
Vorlage S. 231
1193
Kaufe nichts.
Vorlage S. 231
1194
DAJA.
Vorlage S. 231
1195
Sein Volk verehret ihn als einen Fürsten.
Vorlage S. 231
1196
Doch dass es ihn den Weisen Nathan nennt,
Vorlage S. 231
1197
Und nicht vielmehr den Reichen, hat mich oft
Vorlage S. 231
1198
Gewundert.
Vorlage S. 231
1199
TEMPELHERR.
Vorlage S. 231
1200
Seinem Volk ist reich und weise
Vorlage S. 231
1201
Vielleicht das nämliche.
Vorlage S. 231
1202
DAJA.
Vorlage S. 231
1203
Vor allen aber
Vorlage S. 231
1204
Hätt's ihn den Guten nennen müssen. Denn
Vorlage S. 231
1205
Ihr stellt Euch gar nicht vor, wie gut er ist.
Vorlage S. 231
1206
Als er erfuhr, wie viel Euch Recha schuldig:
Vorlage S. 231
1207
Was hätt', in diesem Augenblicke, nicht
Vorlage S. 231
1208
Er alles Euch getan, gegeben!
Vorlage S. 231
1209
TEMPELHERR.
Vorlage S. 231
1210
Ei!
Vorlage S. 231
1211
DAJA.
Vorlage S. 231
1212
Versuchts und kommt und seht!
Vorlage S. 231
1213
TEMPELHERR.
Vorlage S. 231
1214
Was denn? wie schnell
Vorlage S. 231
1215
Ein Augenblick vorüber ist?
Vorlage S. 231
1216
DAJA.
Vorlage S. 232
1217
Hätt' ich,
Vorlage S. 232
1218
Wenn er so gut nicht wär', es mir so lange
Vorlage S. 232
1219
Bei ihm gefallen lassen? Meint Ihr etwa,
Vorlage S. 232
1220
Ich fühle meinen Wert als Christin nicht?
Vorlage S. 232
1221
Auch mir wards vor der Wiege nicht gesungen,
Vorlage S. 232
1222
Dass ich nur darum meinem Ehgemahl
Vorlage S. 232
1223
Nach Palästina folgen würd', um da
Vorlage S. 232
1224
Ein Judenmädchen zu erziehn. Es war
Vorlage S. 232
1225
Mein lieber Ehgemahl ein edler Knecht
Vorlage S. 232
1226
In Kaiser Friedrichs Heere –
Vorlage S. 232
1227
TEMPELHERR.
Vorlage S. 232
1228
Von Geburt
Vorlage S. 232
1229
Ein Schweizer, dem die Ehr' und Gnade ward
Vorlage S. 232
1230
Mit Seiner Kaiserlichen Majestät
Vorlage S. 232
1231
In einem Flusse zu ersaufen. – Weib!
Vorlage S. 232
1232
Wie vielmal habt Ihr mir das schon erzählt?
Vorlage S. 232
1233
Hört Ihr denn gar nicht auf mich zu verfolgen?
Vorlage S. 232
1234
DAJA.
Vorlage S. 232
1235
Verfolgen! lieber Gott!
Vorlage S. 232
1236
TEMPELHERR.
Vorlage S. 232
1237
Ja, ja, verfolgen.
Vorlage S. 232
1238
Ich will nun einmal Euch nicht weiter sehn!
Vorlage S. 232
1239
Nicht hören! Will von Euch an eine Tat
Vorlage S. 232
1240
Nicht fort und fort erinnert sein, bei der
Vorlage S. 232
1241
Ich nichts gedacht; die, wenn ich drüber denke,
Vorlage S. 232
1242
Zum Rätsel von mir selbst mir wird. Zwar möcht'
Vorlage S. 232
1243
Ich sie nicht gern bereuen. Aber seht;
Vorlage S. 232
1244
Eräugnet so ein Fall sich wieder: Ihr
Vorlage S. 232
1245
Seid Schuld, wenn ich so rasch nicht handle; wenn
Vorlage S. 232
1246
Ich mich vorher erkund', – und brennen lasse,
Vorlage S. 232
1247
Was brennt.
Vorlage S. 232
1248
DAJA.
Vorlage S. 232
1249
Bewahre Gott!
Vorlage S. 232
1250
TEMPELHERR.
Vorlage S. 232
1251
Von heut' an tut
Vorlage S. 232
1252
Mir den Gefallen wenigstens, und kennt
Vorlage S. 232
1253
Mich weiter nicht. Ich bitt' Euch drum. Auch lasst
Vorlage S. 232
1254
Den Vater mir vom Halse. Jud' ist Jude.
Vorlage S. 232
1255
Ich bin ein plumper Schwab. Des Mädchens Bild
Vorlage S. 232
1256
Ist längst aus meiner Seele; wenn es je
Vorlage S. 232
1257
Da war.
Vorlage S. 232
1258
DAJA.
Vorlage S. 232
1259
Doch Eures ist aus ihrer nicht.
Vorlage S. 232
1260
TEMPELHERR.
Vorlage S. 233
1261
Was solls nun aber da? was solls?
Vorlage S. 233
1262
DAJA.
Vorlage S. 233
1263
Wer weiß!
Vorlage S. 233
1264
Die Menschen sind nicht immer, wie sie scheinen.
Vorlage S. 233
1265
TEMPELHERR.
Vorlage S. 233
1266
Doch selten etwas Bessers.
Vorlage S. 233
1267
Er geht.
Vorlage S. 233
1268
DAJA.
Vorlage S. 233
1269
Wartet doch!
Vorlage S. 233
1270
Was eilt Ihr?
Vorlage S. 233
1271
TEMPELHERR.
Vorlage S. 233
1272
Weib, macht mir die Palmen nicht
Vorlage S. 233
1273
Verhaßt, worunter ich so gern sonst wandle.
Vorlage S. 233
1274
DAJA.
Vorlage S. 233
1275
So geh', du deutscher Bär! so geh'! – Und doch
Vorlage S. 233
1276
Muss ich die Spur des Tieres nicht verlieren.
Vorlage S. 233
1277
Sie geht ihm von weiten nach.
Vorlage S. 233

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1. Wo beginnt das Gespräch zwischen Nathan und Daja?

Eine Antwort ist richtig.

Lösung und Textbeleg

Die erste Szenenanweisung nennt den Flur in Nathans Haus.

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2. Welche Nachricht erschüttert Nathan stärker als die Nachricht vom Hausbrand?

Eine Antwort ist richtig.

Lösung und Textbeleg

Nathan spricht beim Haus zunächst von einem Neubau. Als er von Rechas Gefahr hört, reagiert er mit erschrockenen Fragen und Ausrufen.

Zur Textstelle ↗ Zur Textstelle ↗

3. Wer hat Recha aus dem Feuer gerettet?

Eine Antwort ist richtig.

Lösung und Textbeleg

Daja berichtet die Rettung durch einen jungen Tempelherrn. Rechas Engelsdeutung ist davon als Deutung zu unterscheiden.

Zur Textstelle ↗

4. Wer hatte dem gefangenen Tempelherrn kurz zuvor das Leben geschenkt?

Eine Antwort ist richtig.

Lösung und Textbeleg

Dajas Bericht nennt die Begnadigung durch Saladin als Voraussetzung dafür, dass der Tempelherr überhaupt handeln konnte.

Zur Textstelle ↗

5. Wie reagiert der Retter laut Daja unmittelbar auf den Dank?

Eine Antwort ist richtig.

Lösung und Textbeleg

Daja beschreibt, dass er Recha niederlegt und ohne Annahme des Dankes verschwindet.

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6. Was zeigt Nathans Reaktion auf den Brand über seine Wertvorstellungen?

Hinweise zur Überprüfung

Der Hausverlust erscheint Nathan zunächst bewältigbar; die mögliche Gefährdung Rechas erschüttert ihn. Der Vergleich stützt eine Deutung, nach der ihm die menschliche Beziehung wichtiger als das Gebäude ist.

  • Vergleiche den ersetzbaren Besitz mit Nathans Sorge um Recha.
  • Belege den Unterschied mit je einer Äußerung.
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7. Welche unterschiedlichen Erklärungen geben Recha und Nathan für die Rettung?

Hinweise zur Überprüfung

Recha hält den Retter für einen wirklichen Engel. Nathan lenkt die Aufmerksamkeit auf einen Menschen und auf die besonderen Umstände der Rettung. Der Gegensatz lautet nicht einfach Dankbarkeit gegen Undankbarkeit.

  • Benenne Rechas Vorstellung eines wirklichen Engels.
  • Zeige, dass Nathan menschliches Handeln nicht abwertet, sondern als bedeutsam erklärt.
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8. Warum ist die Aussage über Saladins Beweggrund im Gespräch noch keine gesicherte Erzählerauskunft?

Hinweise zur Überprüfung

Daja kennzeichnet den Beweggrund als Gehörtes. Der Text gibt an dieser Stelle eine Figureninformation weiter; ihre Sicherheit muss am Wortlaut geprüft werden.

  • Beachte Dajas Formulierung 'so sagt man'.
  • Trenne das berichtete Gerücht von einer unabhängig bestätigten Tatsache.
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9. Wie versucht Nathan, Rechas Denken zu verändern, ohne ihre Rettung geringzuschätzen?

Hinweise zur Überprüfung

Nathan verbindet Zuwendung mit einem prüfenden Gespräch. Eine passende Antwort zeigt, wie er die menschliche Erklärung aufwertet, statt Rechas Dank einfach lächerlich zu machen.

  • Untersuche seine Fragen, Vergleiche oder zugewandte Anrede.
  • Belege, dass er die Bedeutung der Rettung anerkennt.
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10. Welche Bedeutung hat die religionsübergreifende Rettung für den Beginn des Dramas?

Hinweise zur Überprüfung

Der jüdische Nathan ist dem christlichen Tempelherrn dankbar, dessen Leben der muslimische Saladin verschont hat. Der Anfang verknüpft Hilfe über religiöse Zuordnungen hinweg, ohne einzelne Religionen pauschal zu bewerten.

  • Ordne die drei im Text erkennbaren religiösen Zusammenhänge vorsichtig zu.
  • Erkläre am konkreten Handeln, welche Grenzen dadurch überschritten werden; vermeide pauschale Aussagen über Religionen.
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Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Nathan der Weise von Lessing, Gotthold Ephraim ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.

Nathan der Weise

Gotthold Ephraim Lessing: Werke. Herausgegeben von Herbert G. Göpfert in Zusammenarbeit mit Karl Eibl, Helmut Göbel, Karl S. Guthke, Gerd Hillen, Albert von Schirmding und Jörg Schönert, Band 1–8, München: Hanser, 1970 ff. Lessing, Gotthold Ephraim 206- München

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

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