Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.
1 Erster Auftritt
Vorlage S. 206 2 Szene: Flur in Nathans Hause.
Vorlage S. 206 3 Nathan von der Reise kommend.
Vorlage S. 206 4 Daja ihm entgegen.
Vorlage S. 206 6 Er ist es! Nathan! – Gott sei ewig Dank,
Vorlage S. 206 7 Dass Ihr doch endlich einmal wiederkommt.
Vorlage S. 206 9 Ja, Daja; Gott sei Dank! Doch warum endlich?
Vorlage S. 206 10 Hab' ich denn eher wiederkommen wollen?
Vorlage S. 206 11 Und wiederkommen können? Babylon
Vorlage S. 206 12 Ist von Jerusalem, wie ich den Weg,
Vorlage S. 206 13 Seit ab bald rechts, bald links, zu nehmen bin
Vorlage S. 206 14 Genötigt worden, gut zwei hundert Meilen;
Vorlage S. 206 15 Und Schulden einkassieren, ist gewiss
Vorlage S. 206 16 Auch kein Geschäft, das merklich födert, das
Vorlage S. 206 17 So von der Hand sich schlagen lässt.
Vorlage S. 206 19 O Nathan,
Vorlage S. 206 20 Wie elend, elend hättet Ihr indes
Vorlage S. 206 21 Hier werden können! Euer Haus ...
Vorlage S. 206 23 Das brannte.
Vorlage S. 206 24 So hab' ich schon vernommen. – Gebe Gott,
Vorlage S. 206 25 Dass ich nur alles schon vernommen habe!
Vorlage S. 206 27 Und wäre leicht von Grund aus abgebrannt.
Vorlage S. 206 29 Dann, Daja, hätten wir ein neues uns
Vorlage S. 206 30 Gebaut; und ein bequemeres.
Vorlage S. 206 32 Schon wahr! –
Vorlage S. 206 33 Doch Recha wär' bei einem Haare mit
Vorlage S. 206 34 Verbrannt.
Vorlage S. 206 36 Verbrannt? Wer? meine Recha? sie? –
Vorlage S. 206 37 Das hab' ich nicht gehört. – Nun dann! So hätte
Vorlage S. 206 38 Ich keines Hauses mehr bedurft. – Verbrannt
Vorlage S. 206 39 Bei einem Haare! – Ha! sie ist es wohl!
Vorlage S. 206 40 Ist wirklich wohl verbrannt! – Sag' nur heraus!
Vorlage S. 206 41 Heraus nur! – Töte mich: und martre mich
Vorlage S. 207 42 Nicht länger. – Ja, sie ist verbrannt.
Vorlage S. 207 45 Es wäre, würdet Ihr von mir es hören?
Vorlage S. 207 47 Warum erschreckest du mich denn? – O Recha!
Vorlage S. 207 48 O meine Recha!
Vorlage S. 207 50 Eure? Eure Recha?
Vorlage S. 207 52 Wenn ich mich wieder je entwöhnen müsste,
Vorlage S. 207 53 Dies Kind mein Kind zu nennen!
Vorlage S. 207 55 Nennt Ihr alles,
Vorlage S. 207 56 Was Ihr besitzt, mit eben so viel Rechte
Vorlage S. 207 57 Das Eure?
Vorlage S. 207 59 Nichts mit größerm! Alles, was
Vorlage S. 207 60 Ich sonst besitze, hat Natur und Glück
Vorlage S. 207 61 Mir zugeteilt. Dies Eigentum allein
Vorlage S. 207 62 Dank' ich der Tugend.
Vorlage S. 207 64 O wie teuer lasst
Vorlage S. 207 65 Ihr Eure Güte, Nathan, mich bezahlen!
Vorlage S. 207 66 Wenn Güt', in solcher Absicht ausgeübt,
Vorlage S. 207 67 Noch Güte heißen kann!
Vorlage S. 207 69 In solcher Absicht?
Vorlage S. 207 70 In welcher?
Vorlage S. 207 72 Mein Gewissen ...
Vorlage S. 207 74 Daja, lass
Vorlage S. 207 75 Vor allen Dingen dir erzählen ...
Vorlage S. 207 78 Gewissen, sag' ich ...
Vorlage S. 207 80 Was in Babylon
Vorlage S. 207 81 Für einen schönen Stoff ich dir gekauft.
Vorlage S. 207 82 So reich, und mit Geschmack so reich! Ich bringe
Vorlage S. 207 83 Für Recha selbst kaum einen schönern mit.
Vorlage S. 207 85 Was hilfts? Denn mein Gewissen, muss ich Euch
Vorlage S. 207 86 Nur sagen, lässt sich länger nicht betäuben.
Vorlage S. 207 88 Und wie die Spangen, wie die Ohrgehenke,
Vorlage S. 207 89 Wie Ring und Kette dir gefallen werden,
Vorlage S. 207 90 Die in Damaskus ich dir ausgesucht:
Vorlage S. 207 91 Verlanget mich zu sehn.
Vorlage S. 207 93 So seid Ihr nun!
Vorlage S. 208 94 Wenn Ihr nur schenken könnt! nur schenken könnt!
Vorlage S. 208 96 Nimm du so gern, als ich dir geb': – und schweig!
Vorlage S. 208 98 Und schweig! – Wer zweifelt, Nathan, dass Ihr nicht
Vorlage S. 208 99 Die Ehrlichkeit, die Großmut selber seid?
Vorlage S. 208 100 Und doch ...
Vorlage S. 208 102 Doch bin ich nur ein Jude. – Gelt,
Vorlage S. 208 103 Das willst du sagen?
Vorlage S. 208 105 Was ich sagen will,
Vorlage S. 208 106 Das wisst Ihr besser.
Vorlage S. 208 108 Nun so schweig!
Vorlage S. 208 110 Ich schweige.
Vorlage S. 208 111 Was Sträfliches vor Gott hierbei geschieht,
Vorlage S. 208 112 Und ich nicht hindern kann, nicht ändern kann, –
Vorlage S. 208 113 Nicht kann, – komm' über Euch!
Vorlage S. 208 115 Komm' über mich! –
Vorlage S. 208 116 Wo aber ist sie denn? wo bleibt sie? – Daja,
Vorlage S. 208 117 Wenn du mich hintergehst! – Weiß sie es denn,
Vorlage S. 208 118 Dass ich gekommen bin?
Vorlage S. 208 120 Das frag' ich Euch!
Vorlage S. 208 121 Noch zittert ihr der Schreck durch jede Nerve.
Vorlage S. 208 122 Noch malet Feuer ihre Phantasie
Vorlage S. 208 123 Zu allem, was sie malt. Im Schlafe wacht,
Vorlage S. 208 124 Im Wachen schläft ihr Geist: bald weniger
Vorlage S. 208 125 Als Tier, bald mehr als Engel.
Vorlage S. 208 127 Armes Kind!
Vorlage S. 208 128 Was sind wir Menschen!
Vorlage S. 208 130 Diesen Morgen lag
Vorlage S. 208 131 Sie lange mit verschloßnem Aug', und war
Vorlage S. 208 132 Wie tot. Schnell fuhr sie auf, und rief: »Horch! horch!
Vorlage S. 208 133 Da kommen die Kamele meines Vaters!
Vorlage S. 208 134 Horch! seine sanfte Stimme selbst!« – Indem
Vorlage S. 208 135 Brach sich ihr Auge wieder: und ihr Haupt,
Vorlage S. 208 136 Dem seines Armes Stütze sich entzog,
Vorlage S. 208 137 Stürzt auf das Küssen. – Ich, zur Pfort' hinaus!
Vorlage S. 208 138 Und sieh: da kommt Ihr wahrlich! kommt Ihr wahrlich! –
Vorlage S. 208 139 Was Wunder! ihre ganze Seele war
Vorlage S. 208 140 Die Zeit her nur bei Euch – und ihm. –
Vorlage S. 208 142 Bei ihm?
Vorlage S. 209 143 Bei welchem Ihm?
Vorlage S. 209 145 Bei ihm, der aus dem Feuer
Vorlage S. 209 146 Sie rettete.
Vorlage S. 209 148 Wer war das? wer? – Wo ist er?
Vorlage S. 209 149 Wer rettete mir meine Recha? wer?
Vorlage S. 209 151 Ein junger Tempelherr, den, wenig Tage
Vorlage S. 209 152 Zuvor, man hier gefangen eingebracht,
Vorlage S. 209 153 Und Saladin begnadigt hatte.
Vorlage S. 209 156 Ein Tempelherr, dem Sultan Saladin
Vorlage S. 209 157 Das Leben ließ? Durch ein geringres Wunder
Vorlage S. 209 158 War Recha nicht zu retten? Gott!
Vorlage S. 209 160 Ohn' ihn,
Vorlage S. 209 161 Der seinen unvermuteten Gewinst
Vorlage S. 209 162 Frisch wieder wagte, war es aus mit ihr.
Vorlage S. 209 164 Wo ist er, Daja, dieser edle Mann? –
Vorlage S. 209 165 Wo ist er? Führe mich zu seinen Füßen.
Vorlage S. 209 166 Ihr gabt ihm doch vors erste, was an Schätzen
Vorlage S. 209 167 Ich euch gelassen hatte? gabt ihm alles?
Vorlage S. 209 168 Verspracht ihm mehr? weit mehr?
Vorlage S. 209 170 Wie konnten wir?
Vorlage S. 209 172 Nicht? nicht?
Vorlage S. 209 174 Er kam, und niemand weiß woher.
Vorlage S. 209 175 Er ging, und niemand weiß wohin. – Ohn' alle
Vorlage S. 209 176 Des Hauses Kundschaft, nur von seinem Ohr
Vorlage S. 209 177 Geleitet, drang, mit vorgespreiztem Mantel,
Vorlage S. 209 178 Er kühn durch Flamm' und Rauch der Stimme nach,
Vorlage S. 209 179 Die uns um Hülfe rief. Schon hielten wir
Vorlage S. 209 180 Ihn für verloren, als aus Rauch und Flamme
Vorlage S. 209 181 Mit eins er vor uns stand, im starken Arm
Vorlage S. 209 182 Empor sie tragend. Kalt und ungerührt
Vorlage S. 209 183 Vom Jauchzen unsers Danks, setzt seine Beute
Vorlage S. 209 184 Er nieder, drängt sich unters Volk und ist –
Vorlage S. 209 185 Verschwunden!
Vorlage S. 209 187 Nicht auf immer, will ich hoffen.
Vorlage S. 209 189 Nachher die ersten Tage sahen wir
Vorlage S. 209 190 Ihn untern Palmen auf und nieder wandeln,
Vorlage S. 209 191 Die dort des Auferstandnen Grab umschatten.
Vorlage S. 209 192 Ich nahte mich ihm mit Entzücken, dankte,
Vorlage S. 210 193 Erhob, entbot, beschwor, – nur einmal noch
Vorlage S. 210 194 Die fromme Kreatur zu sehen, die
Vorlage S. 210 195 Nicht ruhen könne, bis sie ihren Dank
Vorlage S. 210 196 Zu seinen Füßen ausgeweinet.
Vorlage S. 210 200 Umsonst! Er war zu unsrer Bitte taub;
Vorlage S. 210 201 Und goß so bittern Spott auf mich besonders ...
Vorlage S. 210 203 Bis dadurch abgeschreckt ...
Vorlage S. 210 205 Nichts weniger!
Vorlage S. 210 206 Ich trat ihn jeden Tag von neuem an;
Vorlage S. 210 207 Ließ jeden Tag von neuem mich verhöhnen.
Vorlage S. 210 208 Was litt ich nicht von ihm! Was hätt' ich nicht
Vorlage S. 210 209 Noch gern ertragen! – Aber lange schon
Vorlage S. 210 210 Kommt er nicht mehr, die Palmen zu besuchen,
Vorlage S. 210 211 Die unsers Auferstandnen Grab umschatten;
Vorlage S. 210 212 Und niemand weiß, wo er geblieben ist. –
Vorlage S. 210 213 Ihr staunt? Ihr sinnt?
Vorlage S. 210 215 Ich überdenke mir,
Vorlage S. 210 216 Was das auf einen Geist, wie Rechas, wohl
Vorlage S. 210 217 Für Eindruck machen muss. Sich so verschmäht
Vorlage S. 210 218 Von dem zu finden, den man hochzuschätzen
Vorlage S. 210 219 Sich so gezwungen fühlt; so weggestoßen,
Vorlage S. 210 220 Und doch so angezogen werden; – Traun,
Vorlage S. 210 221 Da müssen Herz und Kopf sich lange zanken,
Vorlage S. 210 222 Ob Menschenhaß, ob Schwermut siegen soll.
Vorlage S. 210 223 Oft siegt auch keines; und die Phantasie,
Vorlage S. 210 224 Die in den Streit sich mengt, macht Schwärmer,
Vorlage S. 210 225 Bei welchen bald der Kopf das Herz, und bald
Vorlage S. 210 226 Das Herz den Kopf muss spielen. – Schlimmer Tausch! –
Vorlage S. 210 227 Das letztere, verkenn' ich Recha nicht,
Vorlage S. 210 228 Ist Rechas Fall: sie schwärmt.
Vorlage S. 210 230 Allein so fromm,
Vorlage S. 210 231 So liebenswürdig!
Vorlage S. 210 233 Ist doch auch geschwärmt!
Vorlage S. 210 235 Vornehmlich Eine – Grille, wenn Ihr wollt,
Vorlage S. 210 236 Ist ihr sehr wert. Es sei ihr Tempelherr
Vorlage S. 210 237 Kein Irdischer und keines Irdischen;
Vorlage S. 210 238 Der Engel einer, deren Schutze sich
Vorlage S. 211 239 Ihr kleines Herz, von Kindheit auf, so gern
Vorlage S. 211 240 Vertrauet glaubte, sei aus seiner Wolke,
Vorlage S. 211 241 In die er sonst verhüllt, auch noch im Feuer,
Vorlage S. 211 242 Um sie geschwebt, mit eins als Tempelherr
Vorlage S. 211 243 Hervorgetreten. – Lächelt nicht! – Wer weiß?
Vorlage S. 211 244 Lasst lächelnd wenigstens ihr einen Wahn,
Vorlage S. 211 245 In dem sich Jud' und Christ und Muselmann
Vorlage S. 211 246 Vereinigen; – so einen süßen Wahn!
Vorlage S. 211 248 Auch mir so süß! – Geh, wackre Daja, geh;
Vorlage S. 211 249 Sieh, was sie macht; ob ich sie sprechen kann. –
Vorlage S. 211 250 Sodann such' ich den wilden, launigen
Vorlage S. 211 251 Schutzengel auf. Und wenn ihm noch beliebt,
Vorlage S. 211 252 Hiernieden unter uns zu wallen; noch
Vorlage S. 211 253 Beliebt, so ungesittet Ritterschaft
Vorlage S. 211 254 Zu treiben: find' ich ihn gewiss; und bring'
Vorlage S. 211 255 Ihn her.
Vorlage S. 211 257 Ihr unternehmet viel.
Vorlage S. 211 259 Macht dann
Vorlage S. 211 260 Der süße Wahn der süßern Wahrheit Platz: –
Vorlage S. 211 261 Denn, Daja, glaube mir; dem Menschen ist
Vorlage S. 211 262 Ein Mensch noch immer lieber, als ein Engel –
Vorlage S. 211 263 So wirst du doch auf mich, auf mich nicht zürnen,
Vorlage S. 211 264 Die Engelschwärmerin geheilt zu sehn?
Vorlage S. 211 266 Ihr seid so gut, und seid zugleich so schlimm!
Vorlage S. 211 267 Ich geh! – Doch hört! doch seht! – Da kommt sie selbst.
Vorlage S. 211 268 Zweiter Auftritt
Vorlage S. 211 269 Recha, und die Vorigen.
Vorlage S. 211 271 So seid Ihr es doch ganz und gar, mein Vater?
Vorlage S. 211 272 Ich glaubt', Ihr hättet Eure Stimme nur
Vorlage S. 211 273 Vorausgeschickt. Wo bleibt Ihr? Was für Berge,
Vorlage S. 211 274 Für Wüsten, was für Ströme trennen uns
Vorlage S. 211 275 Denn noch? Ihr atmet Wand an Wand mit ihr,
Vorlage S. 211 276 Und eilt nicht, Eure Recha zu umarmen?
Vorlage S. 211 277 Die arme Recha, die indes verbrannte! –
Vorlage S. 212 278 Fast, fast verbrannte! Fast nur. Schaudert nicht!
Vorlage S. 212 279 Es ist ein garst'ger Tod, verbrennen. O!
Vorlage S. 212 281 Mein Kind! mein liebes Kind!
Vorlage S. 212 283 Ihr musstet über
Vorlage S. 212 284 Den Euphrat, Tigris, Jordan; über – wer
Vorlage S. 212 285 Weiß was für Wasser all? – Wie oft hab' ich
Vorlage S. 212 286 Um Euch gezittert, eh das Feuer mir
Vorlage S. 212 287 So nahe kam! Denn seit das Feuer mir
Vorlage S. 212 288 So nahe kam: dünkt mich im Wasser sterben
Vorlage S. 212 289 Erquickung, Labsal, Rettung. – Doch Ihr seid
Vorlage S. 212 290 Ja nicht ertrunken: ich, ich bin ja nicht
Vorlage S. 212 291 Verbrannt. Wie wollen wir uns freun, und Gott,
Vorlage S. 212 292 Gott loben! Er, er trug Euch und den Nachen
Vorlage S. 212 293 Auf Flügeln seiner unsichtbaren Engel
Vorlage S. 212 294 Die ungetreuen Ström' hinüber. Er,
Vorlage S. 212 295 Er winkte meinem Engel, dass er sichtbar
Vorlage S. 212 296 Auf seinem weißen Fittiche, mich durch
Vorlage S. 212 297 Das Feuer trüge –
Vorlage S. 212 299 (Weißem Fittiche!
Vorlage S. 212 300 Ja, ja! der weiße vorgespreizte Mantel
Vorlage S. 212 301 Des Tempelherrn.)
Vorlage S. 212 303 Er sichtbar, sichtbar mich
Vorlage S. 212 304 Durchs Feuer trüg', von seinem Fittiche
Vorlage S. 212 305 Verweht. – Ich also, ich hab' einen Engel
Vorlage S. 212 306 Von Angesicht zu Angesicht gesehn;
Vorlage S. 212 307 Und meinen Engel.
Vorlage S. 212 309 Recha wär' es wert;
Vorlage S. 212 310 Und würd' an ihm nichts Schönres sehn, als er
Vorlage S. 212 313 lächelnd.
Vorlage S. 212 314 Wem schmeichelt Ihr, mein Vater? wem?
Vorlage S. 212 315 Dem Engel, oder Euch?
Vorlage S. 212 317 Doch hätt' auch nur
Vorlage S. 212 318 Ein Mensch – ein Mensch, wie die Natur sie täglich
Vorlage S. 212 319 Gewährt, dir diesen Dienst erzeigt: er müsste
Vorlage S. 212 320 Für dich ein Engel sein. Er müsst' und würde.
Vorlage S. 212 322 Nicht so ein Engel; nein! ein wirklicher;
Vorlage S. 213 323 Es war gewiss ein wirklicher! – Habt Ihr,
Vorlage S. 213 324 Ihr selbst die Möglichkeit, dass Engel sind,
Vorlage S. 213 325 Dass Gott zum Besten derer, die ihn lieben,
Vorlage S. 213 326 Auch Wunder könne tun, mich nicht gelehrt?
Vorlage S. 213 327 Ich lieb' ihn ja.
Vorlage S. 213 329 Und er liebt dich; und tut
Vorlage S. 213 330 Für dich, und deines gleichen, stündlich Wunder;
Vorlage S. 213 331 Ja, hat sie schon von aller Ewigkeit
Vorlage S. 213 332 Für euch getan.
Vorlage S. 213 334 Das hör' ich gern.
Vorlage S. 213 336 Wie? weil
Vorlage S. 213 337 Es ganz natürlich, ganz alltäglich klänge,
Vorlage S. 213 338 Wenn dich ein eigentlicher Tempelherr
Vorlage S. 213 339 Gerettet hätte: sollt' es darum weniger
Vorlage S. 213 340 Ein Wunder sein? – Der Wunder höchstes ist,
Vorlage S. 213 341 Dass uns die wahren, echten Wunder so
Vorlage S. 213 342 Alltäglich werden können, werden sollen.
Vorlage S. 213 343 Ohn' dieses allgemeine Wunder, hätte
Vorlage S. 213 344 Ein Denkender wohl schwerlich Wunder je
Vorlage S. 213 345 Genannt, was Kindern bloß so heißen müsste,
Vorlage S. 213 346 Die gaffend nur das Ungewöhnlichste,
Vorlage S. 213 347 Das Neuste nur verfolgen.
Vorlage S. 213 349 zu Nathan.
Vorlage S. 213 350 Wollt Ihr denn
Vorlage S. 213 351 Ihr ohnedem schon Überspanntes Hirn
Vorlage S. 213 352 Durch solcherlei Subtilitäten ganz
Vorlage S. 213 353 Zersprengen?
Vorlage S. 213 355 Lass mich! – Meiner Recha wär'
Vorlage S. 213 356 Es Wunders nicht genug, dass sie ein Mensch
Vorlage S. 213 357 Gerettet, welchen selbst kein kleines Wunder
Vorlage S. 213 358 Erst retten müssen? Ja, kein kleines Wunder!
Vorlage S. 213 359 Denn wer hat schon gehört, dass Saladin
Vorlage S. 213 360 Je eines Tempelherrn verschont? dass je
Vorlage S. 213 361 Ein Tempelherr von ihm verschont zu werden
Vorlage S. 213 362 Verlangt? gehofft? ihm je für seine Freiheit
Vorlage S. 213 363 Mehr als den ledern Gurt geboten, der
Vorlage S. 213 364 Sein Eisen schleppt; und höchstens seinen Dolch?
Vorlage S. 213 366 Das schließt für mich, mein Vater. – Darum eben
Vorlage S. 213 367 War das kein Tempelherr; er schien es nur. –
Vorlage S. 213 368 Kömmt kein gefangner Tempelherr je anders
Vorlage S. 214 369 Als zum gewissen Tode nach Jerusalem;
Vorlage S. 214 370 Geht keiner in Jerusalem so frei
Vorlage S. 214 371 Umher: wie hätte mich des Nachts freiwillig
Vorlage S. 214 372 Denn einer retten können?
Vorlage S. 214 374 Sieh! wie sinnreich.
Vorlage S. 214 375 Jetzt, Daja, nimm das Wort. Ich hab' es ja
Vorlage S. 214 376 Von dir, dass er gefangen hergeschickt
Vorlage S. 214 377 Ist worden. Ohne Zweifel weißt du mehr.
Vorlage S. 214 379 Nun ja. – So sagt man freilich; – doch man sagt
Vorlage S. 214 380 Zugleich, dass Saladin den Tempelherrn
Vorlage S. 214 381 Begnadigt, weil er seiner Brüder einem,
Vorlage S. 214 382 Den er besonders lieb gehabt, so ähnlich sehe.
Vorlage S. 214 383 Doch da es viele zwanzig Jahre her,
Vorlage S. 214 384 Dass dieser Bruder nicht mehr lebt, – er hieß,
Vorlage S. 214 385 Ich weiß nicht wie; – er blieb, ich weiß nicht wo; –
Vorlage S. 214 386 So klingt das ja so gar – so gar unglaublich,
Vorlage S. 214 387 Dass an der ganzen Sache wohl nichts ist.
Vorlage S. 214 389 Ei, Daja! Warum wäre denn das so
Vorlage S. 214 390 Unglaublich? Doch wohl nicht – wie's wohl geschieht –
Vorlage S. 214 391 Um lieber etwas noch Unglaublichers
Vorlage S. 214 392 Zu glauben? – Warum hätte Saladin,
Vorlage S. 214 393 Der sein Geschwister insgesamt so liebt,
Vorlage S. 214 394 In jüngern Jahren einen Bruder nicht
Vorlage S. 214 395 Noch ganz besonders lieben können? – Pflegen
Vorlage S. 214 396 Sich zwei Gesichter nicht zu ähneln? – Ist
Vorlage S. 214 397 Ein alter Eindruck ein verlorner? – Wirkt
Vorlage S. 214 398 Das nämliche nicht mehr das nämliche? –
Vorlage S. 214 399 Seit wenn? – Wo steckt hier das Unglaubliche? –
Vorlage S. 214 400 Ei freilich, weise Daja, wär's für dich
Vorlage S. 214 401 Kein Wunder mehr; und deine Wunder nur
Vorlage S. 214 402 Bedürf ... verdienen, will ich sagen, Glauben.
Vorlage S. 214 404 Ihr spottet.
Vorlage S. 214 406 Weil du meiner spottest. – Doch
Vorlage S. 214 407 Auch so noch, Recha, bleibet deine Rettung
Vorlage S. 214 408 Ein Wunder, dem nur möglich, der die strengsten
Vorlage S. 214 409 Entschlüsse, die unbändigsten Entwürfe
Vorlage S. 214 410 Der Könige, sein Spiel – wenn nicht sein Spott –
Vorlage S. 214 411 Gern an den schwächsten Fäden lenkt.
Vorlage S. 215 413 Mein Vater!
Vorlage S. 215 414 Mein Vater, wenn ich irr', Ihr wisst, ich irre
Vorlage S. 215 415 Nicht gern.
Vorlage S. 215 417 Vielmehr, du läßst dich gern belehren. –
Vorlage S. 215 418 Sieh! eine Stirn, so oder so gewölbt;
Vorlage S. 215 419 Der Rücken einer Nase, so vielmehr
Vorlage S. 215 420 Als so geführet; Augenbraunen, die
Vorlage S. 215 421 Auf einem scharfen oder stumpfen Knochen
Vorlage S. 215 422 So oder so sich schlängeln; eine Linie,
Vorlage S. 215 423 Ein Bug, ein Winkel, eine Falt', ein Mal,
Vorlage S. 215 424 Ein Nichts, auf eines wilden Europäers
Vorlage S. 215 425 Gesicht: – und du entkömmst dem Feur, in Asien!
Vorlage S. 215 426 Das wär' kein Wunder, wundersücht'ges Volk?
Vorlage S. 215 427 Warum bemüht ihr denn noch einen Engel?
Vorlage S. 215 429 Was schadets – Nathan, wenn ich sprechen darf –
Vorlage S. 215 430 Bei alle dem, von einem Engel lieber
Vorlage S. 215 431 Als einem Menschen sich gerettet denken?
Vorlage S. 215 432 Fühlt man der ersten unbegreiflichen
Vorlage S. 215 433 Ursache seiner Rettung nicht sich so
Vorlage S. 215 434 Viel näher?
Vorlage S. 215 436 Stolz! und nichts als Stolz! Der Topf
Vorlage S. 215 437 Von Eisen will mit einer silbern Zange
Vorlage S. 215 438 Gern aus der Glut gehoben sein, um selbst
Vorlage S. 215 439 Ein Topf von Silber sich zu dünken. – Pah! –
Vorlage S. 215 440 Und was es schadet, fragst du? was es schadet?
Vorlage S. 215 441 Was hilft es? dürft ich nur hinwieder fragen. –
Vorlage S. 215 442 Denn dein »Sich Gott um so viel näher fühlen«,
Vorlage S. 215 443 Ist Unsinn oder Gotteslästerung. –
Vorlage S. 215 444 Allein es schadet; ja, es schadet allerdings. –
Vorlage S. 215 445 Kommt! hört mir zu. – Nicht wahr? dem Wesen, das
Vorlage S. 215 446 Dich rettete, – es sei ein Engel oder
Vorlage S. 215 447 Ein Mensch, dem möchtet ihr, und du besonders,
Vorlage S. 215 448 Gern wieder viele große Dienste tun? –
Vorlage S. 215 449 Nicht wahr? – Nun, einem Engel, was für Dienste,
Vorlage S. 215 450 Für große Dienste könnt ihr dem wohl tun?
Vorlage S. 215 451 Ihr könnt ihm danken; zu ihm seufzen, beten;
Vorlage S. 215 452 Könnt in Entzückung über ihn zerschmelzen;
Vorlage S. 215 453 Könnt an dem Tage seiner Feier fasten,
Vorlage S. 216 454 Almosen spenden. – Alles nichts. – Denn mich
Vorlage S. 216 455 Deucht immer, dass ihr selbst und euer Nächster
Vorlage S. 216 456 Hierbei weit mehr gewinnt, als er. Er wird
Vorlage S. 216 457 Nicht fett durch euer Fasten; wird nicht reich
Vorlage S. 216 458 Durch eure Spenden; wird nicht herrlicher
Vorlage S. 216 459 Durch eur Entzücken; wird nicht mächtiger
Vorlage S. 216 460 Durch eur Vertraun. Nicht wahr? Allein ein Mensch!
Vorlage S. 216 462 Ei freilich hätt' ein Mensch, etwas für ihn
Vorlage S. 216 463 Zu tun, uns mehr Gelegenheit verschafft.
Vorlage S. 216 464 Und Gott weiß, wie bereit wir dazu waren!
Vorlage S. 216 465 Allein er wollte ja, bedurfte ja
Vorlage S. 216 466 So völlig nichts; war in sich, mit sich so
Vorlage S. 216 467 Vergnügsam, als nur Engel sind, nur Engel
Vorlage S. 216 468 Sein können.
Vorlage S. 216 470 Endlich, als er gar verschwand ...
Vorlage S. 216 472 Verschwand? – Wie denn verschwand? – Sich untern Palmen
Vorlage S. 216 473 Nicht ferner sehen ließ? – Wie? oder habt
Vorlage S. 216 474 Ihr wirklich schon ihn weiter aufgesucht?
Vorlage S. 216 476 Das nun wohl nicht.
Vorlage S. 216 478 Nicht, Daja? nicht? – Da sieh
Vorlage S. 216 479 Nun was es schadt! – Grausame Schwärmerinnen! –
Vorlage S. 216 480 Wenn dieser Engel nun – nun krank geworden! ...
Vorlage S. 216 484 Krank! Er wird doch nicht!
Vorlage S. 216 486 Welch kalter Schauer
Vorlage S. 216 487 Befällt mich! – Daja! – Meine Stirne, sonst
Vorlage S. 216 488 So warm, fühl! ist auf einmal Eis.
Vorlage S. 216 491 Ein Franke, dieses Klimas ungewohnt;
Vorlage S. 216 492 Ist jung; der harten Arbeit seines Standes,
Vorlage S. 216 493 Des Hungerns, Wachens ungewohnt.
Vorlage S. 216 495 Krank! krank!
Vorlage S. 216 497 Das wäre möglich, meint ja Nathan nur.
Vorlage S. 216 499 Nun liegt er da! hat weder Freund, noch Geld
Vorlage S. 216 500 Sich Freunde zu besolden.
Vorlage S. 216 502 Ah, mein Vater!
Vorlage S. 217 504 Liegt ohne Wartung, ohne Rat und Zusprach,
Vorlage S. 217 505 Ein Raub der Schmerzen und des Todes da!
Vorlage S. 217 509 Er, der für eine, die er nie
Vorlage S. 217 510 Gekannt, gesehn – genug, es war ein Mensch –
Vorlage S. 217 511 Ins Feur sich stürzte ...
Vorlage S. 217 513 Nathan, schonet ihrer!
Vorlage S. 217 515 Der, was er rettete, nicht näher kennen,
Vorlage S. 217 516 Nicht weiter sehen mocht', – um ihm den Dank
Vorlage S. 217 517 Zu sparen ...
Vorlage S. 217 519 Schonet ihrer, Nathan!
Vorlage S. 217 522 Auch nicht zu sehn verlangt', – es wäre denn,
Vorlage S. 217 523 Dass er zum zweiten Mal es retten sollte –
Vorlage S. 217 524 Denn gnug, es ist ein Mensch ...
Vorlage S. 217 526 Hört auf, und seht!
Vorlage S. 217 528 Der, der hat sterbend sich zu laben, nichts –
Vorlage S. 217 529 Als das Bewusstsein dieser Tat!
Vorlage S. 217 531 Hört auf!
Vorlage S. 217 532 Ihr tötet sie!
Vorlage S. 217 534 Und du hast ihn getötet! –
Vorlage S. 217 535 Hättst so ihn töten können. – Recha! Recha!
Vorlage S. 217 536 Es ist Arznei, nicht Gift, was ich dir reiche.
Vorlage S. 217 537 Er lebt! – komm zu dir! – ist auch wohl nicht krank;
Vorlage S. 217 538 Nicht einmal krank!
Vorlage S. 217 540 Gewiss? – nicht tot? nicht krank?
Vorlage S. 217 542 Gewiss, nicht tot! – Denn Gott lohnt Gutes, hier
Vorlage S. 217 543 Getan, auch hier noch. – Geh! – Begreifst du aber,
Vorlage S. 217 544 Wie viel andächtig schwärmen leichter, als
Vorlage S. 217 545 Gut handeln ist? wie gern der schlaffste Mensch
Vorlage S. 217 546 Andächtig schwärmt, um nur, – ist er zu Zeiten
Vorlage S. 217 547 Sich schon der Absicht deutlich nicht bewusst –
Vorlage S. 217 548 Um nur gut handeln nicht zu dürfen?
Vorlage S. 217 551 Mein Vater! lasst, lasst Eure Recha doch
Vorlage S. 217 552 Nie wiederum allein! – Nicht wahr, er kann
Vorlage S. 217 553 Auch wohl verreist nur sein? –
Vorlage S. 217 555 Geht. – Allerdings. –
Vorlage S. 218 556 Ich seh, dort mustert mit neugier'gem Blick
Vorlage S. 218 557 Ein Muselmann mir die beladenen
Vorlage S. 218 558 Kamele. Kennt ihr ihn?
Vorlage S. 218 560 Ha! Euer Derwisch.
Vorlage S. 218 564 Euer Derwisch; Euer Schachgesell!
Vorlage S. 218 566 Al-Hafi? das Al-Hafi?
Vorlage S. 218 568 Itzt des Sultans
Vorlage S. 218 569 Schatzmeister.
Vorlage S. 218 571 Wie? Al-Hafi? Träumst du wieder? –
Vorlage S. 218 572 Er ists! – wahrhaftig, ists! – kömmt auf uns zu.
Vorlage S. 218 573 Hinein mit Euch, geschwind! – Was werd' ich hören!
Vorlage S. 218 574 Dritter Auftritt
Vorlage S. 218 575 Nathan und der Derwisch.
Vorlage S. 218 576 DERWISCH.
Vorlage S. 218 577 Reißt nur die Augen auf, so weit Ihr könnt!
Vorlage S. 218 579 Bist du's? bist du es nicht? – In dieser Pracht,
Vorlage S. 218 580 Ein Derwisch! ...
Vorlage S. 218 581 DERWISCH.
Vorlage S. 218 582 Nun? warum denn nicht? Lässt sich
Vorlage S. 218 583 Aus einem Derwisch denn nichts, gar nichts machen?
Vorlage S. 218 585 Ei wohl, genug! – Ich dachte mir nur immer,
Vorlage S. 218 586 Der Derwisch – so der rechte Derwisch – woll'
Vorlage S. 218 587 Aus sich nichts machen lassen.
Vorlage S. 218 588 DERWISCH.
Vorlage S. 218 589 Beim Propheten!
Vorlage S. 218 590 Dass ich kein rechter bin, mag auch wohl wahr sein.
Vorlage S. 218 591 Zwar wenn man muss –
Vorlage S. 218 593 Muss! Derwisch! – Derwisch muss?
Vorlage S. 218 594 Kein Mensch muss müssen, und ein Derwisch müsste?
Vorlage S. 218 595 Was müsst' er denn?
Vorlage S. 218 596 DERWISCH.
Vorlage S. 218 597 Warum man ihn recht bittet,
Vorlage S. 218 598 Und er für gut erkennt: das muss ein Derwisch.
Vorlage S. 218 600 Bei unserm Gott! da sagst du wahr. – Lass dich
Vorlage S. 218 601 Umarmen, Mensch. – Du bist doch noch mein Freund?
Vorlage S. 218 602 DERWISCH.
Vorlage S. 219 603 Und fragt nicht erst, was ich geworden bin?
Vorlage S. 219 605 Trotz dem, was du geworden!
Vorlage S. 219 606 DERWISCH.
Vorlage S. 219 607 Könnt' ich nicht
Vorlage S. 219 608 Ein Kerl im Staat geworden sein, des Freundschaft
Vorlage S. 219 609 Euch ungelegen wäre?
Vorlage S. 219 611 Wenn dein Herz
Vorlage S. 219 612 Noch Derwisch ist, so wag' ichs drauf. Der Kerl
Vorlage S. 219 613 Im Staat, ist nur dein Kleid.
Vorlage S. 219 614 DERWISCH.
Vorlage S. 219 615 Das auch geehrt
Vorlage S. 219 616 Will sein. – Was meint Ihr? ratet! – Was wär' ich
Vorlage S. 219 617 An Eurem Hofe?
Vorlage S. 219 619 Derwisch; weiter nichts.
Vorlage S. 219 620 Doch neben her, wahrscheinlich – Koch.
Vorlage S. 219 621 DERWISCH.
Vorlage S. 219 623 Mein Handwerk bei Euch zu verlernen. – Koch!
Vorlage S. 219 624 Nicht Kellner auch? – Gesteht, dass Saladin
Vorlage S. 219 625 Mich besser kennt. – Schatzmeister bin ich bei
Vorlage S. 219 626 Ihm worden.
Vorlage S. 219 628 Du? – bei ihm?
Vorlage S. 219 629 DERWISCH.
Vorlage S. 219 630 Versteht:
Vorlage S. 219 631 Des kleinern Schatzes, – denn des größern waltet
Vorlage S. 219 632 Sein Vater noch – des Schatzes für sein Haus.
Vorlage S. 219 634 Sein Haus ist groß.
Vorlage S. 219 635 DERWISCH.
Vorlage S. 219 636 Und größer, als Ihr glaubt;
Vorlage S. 219 637 Denn jeder Bettler ist von seinem Hause.
Vorlage S. 219 639 Doch ist den Bettlern Saladin so feind –
Vorlage S. 219 Maurycy Gottlieb – Recha begrüßt ihren Vater — Gemälde aus einer Illustrationsfolge zu Nathan der Weise, 1877. · Maurycy Gottlieb · Public domain Bildquelle ↗ 640 DERWISCH.
Vorlage S. 219 641 Dass er mit Strumpf und Stiel sie zu vertilgen
Vorlage S. 219 642 Sich vorgesetzt, – und sollt' er selbst darüber
Vorlage S. 219 643 Zum Bettler werden.
Vorlage S. 219 645 Brav! – So mein' ichs eben.
Vorlage S. 219 646 DERWISCH.
Vorlage S. 219 647 Er ists auch schon, trotz einem! – Denn sein Schatz
Vorlage S. 219 648 Ist jeden Tag mit Sonnenuntergang
Vorlage S. 219 649 Viel leerer noch, als leer. Die Flut, so hoch
Vorlage S. 219 650 Sie morgens eintritt, ist des Mittags längst
Vorlage S. 219 651 Verlaufen –
Vorlage S. 219 653 Weil Kanäle sie zum Teil
Vorlage S. 219 654 Verschlingen, die zu füllen oder zu
Vorlage S. 219 655 Verstopfen, gleich unmöglich ist.
Vorlage S. 219 656 DERWISCH.
Vorlage S. 220 657 Getroffen!
Vorlage S. 220 659 Ich kenne das!
Vorlage S. 220 660 DERWISCH.
Vorlage S. 220 661 Es taugt nun freilich nichts,
Vorlage S. 220 662 Wenn Fürsten Geier unter Äsern sind.
Vorlage S. 220 663 Doch sind sie Äser unter Geiern, taugts
Vorlage S. 220 664 Noch zehnmal weniger.
Vorlage S. 220 666 O nicht doch, Derwisch!
Vorlage S. 220 667 Nicht doch!
Vorlage S. 220 668 DERWISCH.
Vorlage S. 220 669 Ihr habt gut reden, Ihr! – Kommt an:
Vorlage S. 220 670 Was gebt Ihr mir? so tret' ich meine Stell'
Vorlage S. 220 671 Euch ab.
Vorlage S. 220 673 Was bringt dir deine Stelle?
Vorlage S. 220 674 DERWISCH.
Vorlage S. 220 676 Nicht viel. Doch Euch, Euch kann sie trefflich wuchern.
Vorlage S. 220 677 Denn ist es Ebb' im Schatz, – wie öfters ist, –
Vorlage S. 220 678 So zieht Ihr Eure Schleusen auf: schießt vor,
Vorlage S. 220 679 Und nehmt an Zinsen, was Euch nur gefällt.
Vorlage S. 220 681 Auch Zins vom Zins der Zinsen?
Vorlage S. 220 682 DERWISCH.
Vorlage S. 220 683 Freilich!
Vorlage S. 220 686 Mein Kapital zu lauter Zinsen wird.
Vorlage S. 220 687 DERWISCH.
Vorlage S. 220 688 Das lockt Euch nicht? – So schreibet unsrer Freundschaft
Vorlage S. 220 689 Nur gleich den Scheidebrief! Denn wahrlich hab'
Vorlage S. 220 690 Ich sehr auf Euch gerechnet.
Vorlage S. 220 692 Wahrlich? Wie
Vorlage S. 220 693 Denn so? wie so denn?
Vorlage S. 220 694 DERWISCH.
Vorlage S. 220 695 Dass Ihr mir mein Amt
Vorlage S. 220 696 Mit Ehren würdet führen helfen; dass
Vorlage S. 220 697 Ich allzeit offne Kasse bei Euch hätte. –
Vorlage S. 220 698 Ihr schüttelt?
Vorlage S. 220 700 Nun, verstehn wir uns nur recht!
Vorlage S. 220 701 Hier gibts zu unterscheiden. – Du? warum
Vorlage S. 220 702 Nicht du? Al-Hafi Derwisch ist zu allem,
Vorlage S. 220 703 Was ich vermag, mir stets willkommen. – Aber
Vorlage S. 220 704 Al-Hafi Defterdar des Saladin,
Vorlage S. 220 705 Der – dem –
Vorlage S. 220 706 DERWISCH.
Vorlage S. 220 707 Erriet ichs nicht? Dass Ihr doch immer
Vorlage S. 220 708 So gut als klug, so klug als weise seid! –
Vorlage S. 220 709 Geduld! Was Ihr am Hafi unterscheidet,
Vorlage S. 221 710 Soll bald geschieden wieder sein. – Seht da
Vorlage S. 221 711 Das Ehrenkleid, das Saladin mir gab.
Vorlage S. 221 712 Eh es verschossen ist, eh es zu Lumpen
Vorlage S. 221 713 Geworden, wie sie einen Derwisch kleiden,
Vorlage S. 221 714 Hängts in Jerusalem am Nagel, und
Vorlage S. 221 715 Ich bin am Ganges, wo ich leicht und barfuß
Vorlage S. 221 716 Den heißen Sand mit meinen Lehrern trete.
Vorlage S. 221 718 Dir ähnlich gnug!
Vorlage S. 221 719 DERWISCH.
Vorlage S. 221 720 Und Schach mit ihnen spiele.
Vorlage S. 221 722 Dein höchstes Gut!
Vorlage S. 221 723 DERWISCH.
Vorlage S. 221 724 Denkt nur, was mich verführte! –
Vorlage S. 221 725 Damit ich selbst nicht länger betteln dürfte?
Vorlage S. 221 726 Den reichen Mann mit Bettlern spielen könnte?
Vorlage S. 221 727 Vermögend wär' im Hui den reichsten Bettler
Vorlage S. 221 728 In einen armen Reichen zu verwandeln?
Vorlage S. 221 730 Das nun wohl nicht.
Vorlage S. 221 731 DERWISCH.
Vorlage S. 221 732 Weit etwas Abgeschmackters!
Vorlage S. 221 733 Ich fühlte mich zum erstenmal geschmeichelt;
Vorlage S. 221 734 Durch Saladins gutherz'gen Wahn geschmeichelt –
Vorlage S. 221 736 Der war?
Vorlage S. 221 737 DERWISCH.
Vorlage S. 221 738 »Ein Bettler wisse nur, wie Bettlern
Vorlage S. 221 739 Zu Mute sei; ein Bettler habe nur
Vorlage S. 221 740 Gelernt, mit guter Weise Bettlern geben.
Vorlage S. 221 741 Dein Vorfahr, sprach er, war mir viel zu kalt,
Vorlage S. 221 742 Zu rauh. Er gab so unhold, wenn er gab;
Vorlage S. 221 743 Erkundigte so ungestüm sich erst
Vorlage S. 221 744 Nach dem Empfänger; nie zufrieden, dass
Vorlage S. 221 745 Er nur den Mangel kenne, wollt' er auch
Vorlage S. 221 746 Des Mangels Ursach wissen, um die Gabe
Vorlage S. 221 747 Nach dieser Ursach filzig abzuwägen.
Vorlage S. 221 748 Das wird Al-Hafi nicht! So unmild mild
Vorlage S. 221 749 Wird Saladin im Hafi nicht erscheinen!
Vorlage S. 221 750 Al-Hafi gleicht verstopften Röhren nicht,
Vorlage S. 221 751 Die ihre klar und still empfangnen Wasser
Vorlage S. 221 752 So unrein und so sprudelnd wieder geben.
Vorlage S. 221 753 Al-Hafi denkt; Al-Hafi fühlt wie ich!« –
Vorlage S. 221 754 So lieblich klang des Voglers Pfeife, bis
Vorlage S. 221 755 Der Gimpel in dem Netze war. – Ich Geck!
Vorlage S. 222 756 Ich eines Gecken Geck!
Vorlage S. 222 758 Gemach, mein Derwisch,
Vorlage S. 222 760 DERWISCH.
Vorlage S. 222 761 Ei was! – Es wär' nicht Geckerei,
Vorlage S. 222 762 Bei Hunderttausenden die Menschen drücken,
Vorlage S. 222 763 Ausmergeln, plündern, martern, würgen; und
Vorlage S. 222 764 Ein Menschenfreund an einzeln scheinen wollen?
Vorlage S. 222 765 Es wär' nicht Geckerei, des Höchsten Milde,
Vorlage S. 222 766 Die sonder Auswahl über Bös' und Gute
Vorlage S. 222 767 Und Flur und Wüstenei, in Sonnenschein
Vorlage S. 222 768 Und Regen sich verbreitet, – nachzuäffen,
Vorlage S. 222 769 Und nicht des Höchsten immer volle Hand
Vorlage S. 222 770 Zu haben? Was? es wär' nicht Geckerei ...
Vorlage S. 222 772 Genug! hör auf!
Vorlage S. 222 773 DERWISCH.
Vorlage S. 222 774 Lasst meiner Geckerei
Vorlage S. 222 775 Mich doch nur auch erwähnen! – Was? es wäre
Vorlage S. 222 776 Nicht Geckerei, an solchen Geckereien
Vorlage S. 222 777 Die gute Seite dennoch auszuspüren,
Vorlage S. 222 778 Um Anteil, dieser guten Seite wegen,
Vorlage S. 222 779 An dieser Geckerei zu nehmen? Heh?
Vorlage S. 222 780 Das nicht?
Vorlage S. 222 782 Al-Hafi, mache, dass du bald
Vorlage S. 222 783 In deine Wüste wieder kömmst. Ich fürchte,
Vorlage S. 222 784 Grad' unter Menschen möchtest du ein Mensch
Vorlage S. 222 785 Zu sein verlernen.
Vorlage S. 222 786 DERWISCH.
Vorlage S. 222 787 Recht, das fürcht' ich auch.
Vorlage S. 222 788 Lebt wohl!
Vorlage S. 222 790 So hastig? – Warte doch, Al-Hafi.
Vorlage S. 222 791 Entläuft dir denn die Wüste? – Warte doch! –
Vorlage S. 222 792 Dass er mich hörte! – He, Al-Hafi! hier! –
Vorlage S. 222 793 Weg ist er; und ich hätt' ihn noch so gern
Vorlage S. 222 794 Nach unserm Tempelherrn gefragt. Vermutlich,
Vorlage S. 222 795 Dass er ihn kennt.
Vorlage S. 222 796 Vierter Auftritt
Vorlage S. 223 797 Daja eilig herbei. Nathan.
Vorlage S. 223 799 O Nathan, Nathan!
Vorlage S. 223 802 Was gibts?
Vorlage S. 223 804 Er lässt sich wieder sehn! Er lässt
Vorlage S. 223 805 Sich wieder sehn!
Vorlage S. 223 807 Wer, Daja? wer?
Vorlage S. 223 811 Er? Er? – Wann lässt sich der nicht sehn! – Ja so,
Vorlage S. 223 812 Nur euer Er heißt er. – Das sollt' er nicht!
Vorlage S. 223 813 Und wenn er auch ein Engel wäre, nicht!
Vorlage S. 223 815 Er wandelt untern Palmen wieder auf
Vorlage S. 223 816 Und ab; und bricht von Zeit zu Zeit sich Datteln.
Vorlage S. 223 818 Sie essend? – und als Tempelherr?
Vorlage S. 223 820 Was quält
Vorlage S. 223 821 Ihr mich? – Ihr gierig Aug' erriet ihn hinter
Vorlage S. 223 822 Den dicht verschränkten Palmen schon; und folgt
Vorlage S. 223 823 Ihm unverrückt. Sie lässt Euch bitten, – Euch
Vorlage S. 223 824 Beschwören, – ungesäumt ihn anzugehn.
Vorlage S. 223 825 O eilt! Sie wird Euch aus dem Fenster winken,
Vorlage S. 223 826 Ob er hinauf geht oder weiter ab
Vorlage S. 223 827 Sich schlägt. O eilt!
Vorlage S. 223 829 So wie ich vom Kamele
Vorlage S. 223 830 Gestiegen? – Schickt sich das? – Geh, eile du
Vorlage S. 223 831 Ihm zu; und meld' ihm meine Wiederkunft.
Vorlage S. 223 832 Gib Acht, der Biedermann hat nur mein Haus
Vorlage S. 223 833 In meinem Absein nicht betreten wollen;
Vorlage S. 223 834 Und kömmt nicht ungern, wenn der Vater selbst
Vorlage S. 223 835 Ihn laden lässt. Geh, sag', ich lass' ihn bitten,
Vorlage S. 223 836 Ihn herzlich bitten ...
Vorlage S. 223 838 All umsonst! Er kömmt
Vorlage S. 223 839 Euch nicht. – Denn kurz; er kömmt zu keinem Juden.
Vorlage S. 223 841 So geh, geh wenigstens ihn anzuhalten;
Vorlage S. 223 842 Ihn wenigstens mit deinen Augen zu
Vorlage S. 223 843 Begleiten. – Geh, ich komme gleich dir nach.
Vorlage S. 223 844 Nathan eilet hinein, und Daja heraus.
Vorlage S. 223 845 Fünfter Auftritt
Vorlage S. 224 846 Szene: ein Platz mit Palmen, unter welchen der Tempelherr auf und nieder geht. Ein Klosterbruder folgt ihm in einiger Entfernung von der Seite, immer als ob er ihn anreden wolle.
Vorlage S. 224 847 TEMPELHERR.
Vorlage S. 224 848 Der folgt mir nicht vor langer Weile! – Sieh,
Vorlage S. 224 849 Wie schielt er nach den Händen! – Guter Bruder, ...
Vorlage S. 224 850 Ich kann Euch auch wohl Vater nennen; nicht?
Vorlage S. 224 851 KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 224 852 Nur Bruder – Laienbruder nur; zu dienen.
Vorlage S. 224 853 TEMPELHERR.
Vorlage S. 224 854 Ja, guter Bruder, wer nur selbst was hätte!
Vorlage S. 224 855 Bei Gott! bei Gott! ich habe nichts –
Vorlage S. 224 856 KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 224 857 Und doch
Vorlage S. 224 858 Recht warmen Dank! Gott geb' Euch tausendfach
Vorlage S. 224 859 Was Ihr gern geben wolltet. Denn der Wille
Vorlage S. 224 860 Und nicht die Gabe macht den Geber. – Auch
Vorlage S. 224 861 Ward ich dem Herrn Almosens wegen gar
Vorlage S. 224 862 Nicht nachgeschickt.
Vorlage S. 224 863 TEMPELHERR.
Vorlage S. 224 864 Doch aber nachgeschickt?
Vorlage S. 224 865 KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 224 866 Ja; aus dem Kloster.
Vorlage S. 224 867 TEMPELHERR.
Vorlage S. 224 868 Wo ich eben jetzt
Vorlage S. 224 869 Ein kleines Pilgermahl zu finden hoffte?
Vorlage S. 224 870 KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 224 871 Die Tische waren schon besetzt: komm' aber
Vorlage S. 224 872 Der Herr nur wieder mit zurück.
Vorlage S. 224 873 TEMPELHERR.
Vorlage S. 224 875 Ich habe Fleisch wohl lange nicht gegessen:
Vorlage S. 224 876 Allein was tuts? Die Datteln sind ja reif.
Vorlage S. 224 877 KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 224 878 Nehm' sich der Herr in Acht mit dieser Frucht.
Vorlage S. 224 879 Zu viel genossen taugt sie nicht; verstopft
Vorlage S. 224 880 Die Milz; macht melancholisches Geblüt.
Vorlage S. 224 881 TEMPELHERR.
Vorlage S. 224 882 Wenn ich nun melancholisch gern mich fühlte? –
Vorlage S. 224 883 Doch dieser Warnung wegen wurdet Ihr
Vorlage S. 224 884 Mir doch nicht nachgeschickt?
Vorlage S. 224 885 KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 224 886 O nein! – Ich soll
Vorlage S. 224 887 Mich nur nach Euch erkunden; auf den Zahn
Vorlage S. 224 888 Euch fühlen.
Vorlage S. 224 889 TEMPELHERR.
Vorlage S. 225 890 Und das sagt Ihr mir so selbst?
Vorlage S. 225 891 KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 225 892 Warum nicht?
Vorlage S. 225 893 TEMPELHERR.
Vorlage S. 225 894 (Ein verschmitzter Bruder!) – Hat
Vorlage S. 225 895 Das Kloster Eures gleichen mehr?
Vorlage S. 225 896 KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 225 897 Weiß nicht.
Vorlage S. 225 898 Ich muss gehorchen, lieber Herr.
Vorlage S. 225 899 TEMPELHERR.
Vorlage S. 225 901 Gehorcht Ihr denn auch ohne viel zu klügeln?
Vorlage S. 225 902 KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 225 903 Wär's sonst gehorchen, lieber Herr?
Vorlage S. 225 904 TEMPELHERR.
Vorlage S. 225 905 (Dass doch
Vorlage S. 225 906 Die Einfalt immer Recht behält!) – Ihr dürft
Vorlage S. 225 907 Mir doch auch wohl vertrauen, wer mich gern
Vorlage S. 225 908 Genauer kennen möchte? – Dass Ihrs selbst
Vorlage S. 225 909 Nicht seid, will ich wohl schwören.
Vorlage S. 225 910 KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 225 911 Ziemte mirs?
Vorlage S. 225 912 Und frommte mirs?
Vorlage S. 225 913 TEMPELHERR.
Vorlage S. 225 914 Wem ziemt und frommt es denn,
Vorlage S. 225 915 Dass er so neubegierig ist? Wem denn?
Vorlage S. 225 916 KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 225 917 Dem Patriarchen; muss ich glauben. – Denn
Vorlage S. 225 918 Der sandte mich Euch nach.
Vorlage S. 225 919 TEMPELHERR.
Vorlage S. 225 920 Der Patriarch?
Vorlage S. 225 921 Kennt der das rote Kreuz auf weißem Mantel
Vorlage S. 225 922 Nicht besser?
Vorlage S. 225 923 KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 225 924 Kenn' ja ichs!
Vorlage S. 225 925 TEMPELHERR.
Vorlage S. 225 926 Nun, Bruder? nun? –
Vorlage S. 225 927 Ich bin ein Tempelherr; und ein gefang'ner. –
Vorlage S. 225 928 Setz' ich hinzu: gefangen bei Tebnin,
Vorlage S. 225 929 Der Burg, die mit des Stillstands letzter Stunde
Vorlage S. 225 930 Wir gern erstiegen hätten, um sodann
Vorlage S. 225 931 Auf Sidon los zu gehn; – setz' ich hinzu:
Vorlage S. 225 932 Selbzwanzigster gefangen und allein
Vorlage S. 225 933 Vom Saladin begnadiget: so weiß
Vorlage S. 225 934 Der Patriarch, was er zu wissen braucht; –
Vorlage S. 225 935 Mehr, als er braucht. –
Vorlage S. 225 936 KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 225 937 Wohl aber schwerlich mehr,
Vorlage S. 225 938 Als er schon weiß. – Er wüßt' auch gern, warum
Vorlage S. 225 939 Der Herr vom Saladin begnadigt worden;
Vorlage S. 226 940 Er ganz allein.
Vorlage S. 226 941 TEMPELHERR.
Vorlage S. 226 942 Weiß ich das selber? – Schon
Vorlage S. 226 943 Den Hals entblößt, kniet' ich auf meinem Mantel,
Vorlage S. 226 944 Den Streich erwartend: als mich schärfer Saladin
Vorlage S. 226 945 Ins Auge fasst, mir näher springt, und winkt.
Vorlage S. 226 946 Man hebt mich auf; ich bin entfesselt; will
Vorlage S. 226 947 Ihm danken; seh' sein Aug' in Tränen: stumm
Vorlage S. 226 948 Ist er, bin ich; er geht, ich bleibe. – Wie
Vorlage S. 226 949 Nun das zusammenhängt, enträtsle sich
Vorlage S. 226 950 Der Patriarche selbst.
Vorlage S. 226 951 KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 226 952 Er schließt daraus,
Vorlage S. 226 953 Dass Gott zu großen, großen Dingen Euch
Vorlage S. 226 954 Müß' aufbehalten haben.
Vorlage S. 226 955 TEMPELHERR.
Vorlage S. 226 956 Ja, zu großen!
Vorlage S. 226 957 Ein Judenmädchen aus dem Feur zu retten;
Vorlage S. 226 958 Auf Sinai neugier'ge Pilger zu
Vorlage S. 226 959 Geleiten; und dergleichen mehr.
Vorlage S. 226 960 KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 226 961 Wird schon
Vorlage S. 226 962 Noch kommen! – Ist inzwischen auch nicht übel. –
Vorlage S. 226 963 Vielleicht hat selbst der Patriarch bereits
Vorlage S. 226 964 Weit wicht'gere Geschäfte für den Herrn.
Vorlage S. 226 965 TEMPELHERR.
Vorlage S. 226 966 So? meint Ihr, Bruder? – Hat er gar Euch schon
Vorlage S. 226 967 Was merken lassen?
Vorlage S. 226 968 KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 226 969 Ei, ja wohl! – Ich soll
Vorlage S. 226 970 Den Herrn nur erst ergründen, ob er so
Vorlage S. 226 971 Der Mann wohl ist.
Vorlage S. 226 972 TEMPELHERR.
Vorlage S. 226 973 Nun ja; ergründet nur!
Vorlage S. 226 974 (Ich will doch sehn, wie der ergründet!) – Nun?
Vorlage S. 226 975 KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 226 976 Das kürzste wird wohl sein, dass ich dem Herrn
Vorlage S. 226 977 Ganz grade zu des Patriarchen Wunsch
Vorlage S. 226 978 Eröffne.
Vorlage S. 226 979 TEMPELHERR.
Vorlage S. 226 981 KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 226 982 Er hätte durch den Herrn
Vorlage S. 226 983 Ein Briefchen gern bestellt.
Vorlage S. 226 984 TEMPELHERR.
Vorlage S. 227 985 Durch mich? Ich bin
Vorlage S. 227 986 Kein Bote. – Das, das wäre das Geschäft,
Vorlage S. 227 987 Das weit glorreicher sei, als Judenmädchen
Vorlage S. 227 988 Dem Feur entreißen?
Vorlage S. 227 989 KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 227 990 Muss doch wohl! Denn – sagt
Vorlage S. 227 991 Der Patriarch – an diesem Briefchen sei
Vorlage S. 227 992 Der ganzen Christenheit sehr viel gelegen.
Vorlage S. 227 993 Dies Briefchen wohl bestellt zu haben, – sagt
Vorlage S. 227 994 Der Patriarch, – werd' einst im Himmel Gott
Vorlage S. 227 995 Mit einer ganz besondern Krone lohnen.
Vorlage S. 227 996 Und dieser Krone, – sagt der Patriarch, –
Vorlage S. 227 997 Sei niemand würd'ger, als mein Herr.
Vorlage S. 227 998 TEMPELHERR.
Vorlage S. 227 999 Als ich?
Vorlage S. 227 1000 KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 227 1001 Denn diese Krone zu verdienen, – sagt
Vorlage S. 227 1002 Der Patriarch, – sei schwerlich jemand auch
Vorlage S. 227 1003 Geschickter, als mein Herr.
Vorlage S. 227 1004 TEMPELHERR.
Vorlage S. 227 1005 Als ich?
Vorlage S. 227 1006 KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 227 1008 Hier frei; könn' überall sich hier besehn;
Vorlage S. 227 1009 Versteh', wie eine Stadt zu stürmen und
Vorlage S. 227 1010 Zu schirmen; könne, – sagt der Patriarch, –
Vorlage S. 227 1011 Die Stärk' und Schwäche der von Saladin
Vorlage S. 227 1012 Neu aufgeführten, innern, zweiten Mauer
Vorlage S. 227 1013 Am besten schätzen, sie am deutlichsten
Vorlage S. 227 1014 Den Streitern Gottes, – sagt der Patriarch, –
Vorlage S. 227 1015 Beschreiben.
Vorlage S. 227 1016 TEMPELHERR.
Vorlage S. 227 1017 Guter Bruder, wenn ich doch
Vorlage S. 227 1018 Nun auch des Briefchens nähern Inhalt wüsste.
Vorlage S. 227 1019 KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 227 1020 Ja den, – den weiß ich nun wohl nicht so recht.
Vorlage S. 227 1021 Das Briefchen aber ist an König Philipp. –
Vorlage S. 227 1022 Der Patriarch ... Ich hab' mich oft gewundert,
Vorlage S. 227 1023 Wie doch ein Heiliger, der sonst so ganz
Vorlage S. 227 1024 Im Himmel lebt, zugleich so unterrichtet
Vorlage S. 227 1025 Von Dingen dieser Welt zu sein herab
Vorlage S. 227 1026 Sich lassen kann. Es muss ihm sauer werden.
Vorlage S. 227 1027 TEMPELHERR.
Vorlage S. 227 1028 Nun dann? der Patriarch? –
Vorlage S. 227 1029 KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 227 1030 Weiß ganz genau,
Vorlage S. 227 1031 Ganz zuverlässig, wie und wo, wie stark,
Vorlage S. 227 1032 Von welcher Seite Saladin, im Fall
Vorlage S. 228 1033 Es völlig wieder losgeht, seinen Feldzug
Vorlage S. 228 1034 Eröffnen wird.
Vorlage S. 228 1035 TEMPELHERR.
Vorlage S. 228 1036 Das weiß er?
Vorlage S. 228 1037 KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 228 1038 Ja, und möcht'
Vorlage S. 228 1039 Es gern dem König Philipp wissen lassen:
Vorlage S. 228 1040 Damit der ungefähr ermessen könne,
Vorlage S. 228 1041 Ob die Gefahr denn gar so schrecklich, um
Vorlage S. 228 1042 Mit Saladin den Waffenstillestand,
Vorlage S. 228 1043 Den Euer Orden schon so brav gebrochen,
Vorlage S. 228 1044 Es koste was es wolle, wieder her
Vorlage S. 228 1045 Zu stellen.
Vorlage S. 228 1046 TEMPELHERR.
Vorlage S. 228 1047 Welch ein Patriarch! – Ja so!
Vorlage S. 228 1048 Der liebe tapfre Mann will mich zu keinem
Vorlage S. 228 1049 Gemeinen Boten; will mich – zum Spion. –
Vorlage S. 228 1050 Sagt Euerm Patriarchen, guter Bruder,
Vorlage S. 228 1051 So viel Ihr mich ergründen können, wär'
Vorlage S. 228 1052 Das meine Sache nicht. – Ich müsse mich
Vorlage S. 228 1053 Noch als Gefangenen betrachten; und
Vorlage S. 228 1054 Der Tempelherren einziger Beruf
Vorlage S. 228 1055 Sei mit dem Schwerte drein zu schlagen, nicht
Vorlage S. 228 1056 Kundschafterei zu treiben.
Vorlage S. 228 1057 KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 228 1058 Dacht' ichs doch! –
Vorlage S. 228 1059 Wills auch dem Herrn nicht eben sehr verübeln. –
Vorlage S. 228 1060 Zwar kömmt das Beste noch. – Der Patriarch
Vorlage S. 228 1061 Hiernächst hat ausgegattert, wie die Feste
Vorlage S. 228 1062 Sich nennt, und wo auf Libanon sie liegt,
Vorlage S. 228 1063 In der die ungeheuern Summen stecken,
Vorlage S. 228 1064 Mit welchen Saladins vorsichtger Vater
Vorlage S. 228 1065 Das Heer besoldet, und die Zurüstungen
Vorlage S. 228 1066 Des Kriegs bestreitet. Saladin verfügt
Vorlage S. 228 1067 Von Zeit zu Zeit auf abgelegnen Wegen
Vorlage S. 228 1068 Nach dieser Feste sich, nur kaum begleitet. –
Vorlage S. 228 1069 Ihr merkt doch?
Vorlage S. 228 1070 TEMPELHERR.
Vorlage S. 228 1071 Nimmermehr!
Vorlage S. 228 1072 KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 228 1073 Was wäre da
Vorlage S. 228 1074 Wohl leichter, als des Saladins sich zu
Vorlage S. 228 1075 Bemächtigen? den Garaus ihm zu machen? –
Vorlage S. 229 1076 Ihr schaudert? – O es haben schon ein Paar
Vorlage S. 229 1077 Gottsfürchtge Maroniten sich erboten,
Vorlage S. 229 1078 Wenn nur ein wackrer Mann sie führen wolle,
Vorlage S. 229 1079 Das Stück zu wagen.
Vorlage S. 229 1080 TEMPELHERR.
Vorlage S. 229 1081 Und der Patriarch
Vorlage S. 229 1082 Hätt' auch zu diesem wackern Manne mich
Vorlage S. 229 1083 Ersehn?
Vorlage S. 229 1084 KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 229 1085 Er glaubt, dass König Philipp wohl
Vorlage S. 229 1086 Von Ptolemais aus die Hand hierzu
Vorlage S. 229 1087 Am besten bieten könne.
Vorlage S. 229 1088 TEMPELHERR.
Vorlage S. 229 1089 Mir? mir, Bruder?
Vorlage S. 229 1090 Mir? Habt Ihr nicht gehört? nur erst gehört,
Vorlage S. 229 1091 Was für Verbindlichkeit dem Saladin
Vorlage S. 229 1092 Ich habe?
Vorlage S. 229 1093 KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 229 1094 Wohl hab ichs gehört.
Vorlage S. 229 1095 TEMPELHERR.
Vorlage S. 229 1096 Und doch?
Vorlage S. 229 1097 KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 229 1098 Ja, – meint der Patriarch, – das wär' schon gut:
Vorlage S. 229 1099 Gott aber und der Orden ...
Vorlage S. 229 1100 TEMPELHERR.
Vorlage S. 229 1101 Ändern nichts!
Vorlage S. 229 1102 Gebieten mir kein Bubenstück!
Vorlage S. 229 1103 KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 229 1104 Gewiss nicht! –
Vorlage S. 229 1105 Nur, – meint der Patriarch, – sei Bubenstück
Vorlage S. 229 1106 Vor Menschen, nicht auch Bubenstück vor Gott.
Vorlage S. 229 1107 TEMPELHERR.
Vorlage S. 229 1108 Ich wär' dem Saladin mein Leben schuldig:
Vorlage S. 229 1109 Und raubt ihm seines?
Vorlage S. 229 1110 KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 229 1111 Pfui! – Doch bliebe, – meint
Vorlage S. 229 1112 Der Patriarch, – noch immer Saladin
Vorlage S. 229 1113 Ein Feind der Christenheit, der Euer Freund
Vorlage S. 229 1114 Zu sein, kein Recht erwerben könne.
Vorlage S. 229 1115 TEMPELHERR.
Vorlage S. 229 1116 Freund?
Vorlage S. 229 1117 An dem ich bloß nicht will zum Schurken werden;
Vorlage S. 229 1118 Zum undankbaren Schurken?
Vorlage S. 229 1119 KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 229 1120 Allerdings! –
Vorlage S. 229 1121 Zwar, – meint der Patriarch, – des Dankes sei
Vorlage S. 229 1122 Man quitt, vor Gott und Menschen quitt, wenn uns
Vorlage S. 230 1123 Der Dienst um unsertwillen nicht geschehen.
Vorlage S. 230 1124 Und da verlauten wolle, – meint der Patriarch, –
Vorlage S. 230 1125 Dass Euch nur darum Saladin begnadet,
Vorlage S. 230 1126 Weil ihm in Eurer Mien', in Euerm Wesen,
Vorlage S. 230 1127 So was von seinem Bruder eingeleuchtet ...
Vorlage S. 230 1128 TEMPELHERR.
Vorlage S. 230 1129 Auch dieses weiß der Patriarch; und doch? –
Vorlage S. 230 1130 Ah! wäre das gewiss! Ah, Saladin! –
Vorlage S. 230 1131 Wie? die Natur hätt' auch nur Einen Zug
Vorlage S. 230 1132 Von mir in deines Bruders Form gebildet:
Vorlage S. 230 1133 Und dem entspräche nichts in meiner Seele?
Vorlage S. 230 1134 Was dem entspräche, könnt ich unterdrücken,
Vorlage S. 230 1135 Um einem Patriarchen zu gefallen? –
Vorlage S. 230 1136 Natur, so leugst du nicht! So widerspricht
Vorlage S. 230 1137 Sich Gott in seinen Werken nicht! – Geht Bruder! –
Vorlage S. 230 1138 Erregt mir meine Galle nicht! – Geht! geht!
Vorlage S. 230 1139 KLOSTERBRUDER.
Vorlage S. 230 1140 Ich geh'; und geh' vergnügter, als ich kam.
Vorlage S. 230 1141 Verzeihe mir der Herr. Wir Klosterleute
Vorlage S. 230 1142 Sind schuldig, unsern Obern zu gehorchen.
Vorlage S. 230 1143 Sechster Auftritt
Vorlage S. 230 1144 Der Tempelherr und Daja, die den Tempelherrn schon eine Zeit lang von weiten beobachtet hatte, und sich nun ihm nähert.
Vorlage S. 230 1146 Der Klosterbruder, wie mich dünkt, ließ in
Vorlage S. 230 1147 Der besten Laun' ihn nicht. – Doch muss ich mein
Vorlage S. 230 1148 Paket nur wagen.
Vorlage S. 230 1149 TEMPELHERR.
Vorlage S. 230 1150 Nun, vortrefflich! – Lügt
Vorlage S. 230 1151 Das Sprichwort wohl: dass Mönch und Weib, und Weib
Vorlage S. 230 1152 Und Mönch des Teufels beide Krallen sind?
Vorlage S. 230 1153 Er wirft mich heut aus einer in die andre.
Vorlage S. 230 1155 Was seh' ich? – Edler Ritter, Euch? – Gott Dank!
Vorlage S. 230 1156 Gott tausend Dank! – Wo habt Ihr denn
Vorlage S. 230 1157 Die ganze Zeit gesteckt? – Ihr seid doch wohl
Vorlage S. 230 1158 Nicht krank gewesen?
Vorlage S. 230 1159 TEMPELHERR.
Vorlage S. 231 1162 Gesund doch?
Vorlage S. 231 1163 TEMPELHERR.
Vorlage S. 231 1166 Wir waren Euertwegen wahrlich ganz
Vorlage S. 231 1167 Bekümmert.
Vorlage S. 231 1168 TEMPELHERR.
Vorlage S. 231 1171 Ihr wart gewiss verreist?
Vorlage S. 231 1172 TEMPELHERR.
Vorlage S. 231 1173 Erraten!
Vorlage S. 231 1175 Und kamt heut erst wieder?
Vorlage S. 231 1176 TEMPELHERR.
Vorlage S. 231 1177 Gestern.
Vorlage S. 231 1179 Auch Rechas Vater ist heut angekommen.
Vorlage S. 231 1180 Und nun darf Recha doch wohl hoffen?
Vorlage S. 231 1181 TEMPELHERR.
Vorlage S. 231 1184 Warum sie Euch so öfters bitten lassen.
Vorlage S. 231 1185 Ihr Vater ladet Euch nun selber bald
Vorlage S. 231 1186 Aufs dringlichste. Er kömmt von Babylon;
Vorlage S. 231 1187 Mit zwanzig hochbeladenen Kamelen,
Vorlage S. 231 1188 Und allem, was an edeln Spezereien,
Vorlage S. 231 1189 An Steinen und an Stoffen, Indien
Vorlage S. 231 1190 Und Persien und Syrien, gar Sina,
Vorlage S. 231 1191 Kostbares nur gewähren.
Vorlage S. 231 1192 TEMPELHERR.
Vorlage S. 231 1193 Kaufe nichts.
Vorlage S. 231 1195 Sein Volk verehret ihn als einen Fürsten.
Vorlage S. 231 1196 Doch dass es ihn den Weisen Nathan nennt,
Vorlage S. 231 1197 Und nicht vielmehr den Reichen, hat mich oft
Vorlage S. 231 1198 Gewundert.
Vorlage S. 231 1199 TEMPELHERR.
Vorlage S. 231 1200 Seinem Volk ist reich und weise
Vorlage S. 231 1201 Vielleicht das nämliche.
Vorlage S. 231 1203 Vor allen aber
Vorlage S. 231 1204 Hätt's ihn den Guten nennen müssen. Denn
Vorlage S. 231 1205 Ihr stellt Euch gar nicht vor, wie gut er ist.
Vorlage S. 231 1206 Als er erfuhr, wie viel Euch Recha schuldig:
Vorlage S. 231 1207 Was hätt', in diesem Augenblicke, nicht
Vorlage S. 231 1208 Er alles Euch getan, gegeben!
Vorlage S. 231 1209 TEMPELHERR.
Vorlage S. 231 1212 Versuchts und kommt und seht!
Vorlage S. 231 1213 TEMPELHERR.
Vorlage S. 231 1214 Was denn? wie schnell
Vorlage S. 231 1215 Ein Augenblick vorüber ist?
Vorlage S. 231 1217 Hätt' ich,
Vorlage S. 232 1218 Wenn er so gut nicht wär', es mir so lange
Vorlage S. 232 1219 Bei ihm gefallen lassen? Meint Ihr etwa,
Vorlage S. 232 1220 Ich fühle meinen Wert als Christin nicht?
Vorlage S. 232 1221 Auch mir wards vor der Wiege nicht gesungen,
Vorlage S. 232 1222 Dass ich nur darum meinem Ehgemahl
Vorlage S. 232 1223 Nach Palästina folgen würd', um da
Vorlage S. 232 1224 Ein Judenmädchen zu erziehn. Es war
Vorlage S. 232 1225 Mein lieber Ehgemahl ein edler Knecht
Vorlage S. 232 1226 In Kaiser Friedrichs Heere –
Vorlage S. 232 1227 TEMPELHERR.
Vorlage S. 232 1228 Von Geburt
Vorlage S. 232 1229 Ein Schweizer, dem die Ehr' und Gnade ward
Vorlage S. 232 1230 Mit Seiner Kaiserlichen Majestät
Vorlage S. 232 1231 In einem Flusse zu ersaufen. – Weib!
Vorlage S. 232 1232 Wie vielmal habt Ihr mir das schon erzählt?
Vorlage S. 232 1233 Hört Ihr denn gar nicht auf mich zu verfolgen?
Vorlage S. 232 1235 Verfolgen! lieber Gott!
Vorlage S. 232 1236 TEMPELHERR.
Vorlage S. 232 1237 Ja, ja, verfolgen.
Vorlage S. 232 1238 Ich will nun einmal Euch nicht weiter sehn!
Vorlage S. 232 1239 Nicht hören! Will von Euch an eine Tat
Vorlage S. 232 1240 Nicht fort und fort erinnert sein, bei der
Vorlage S. 232 1241 Ich nichts gedacht; die, wenn ich drüber denke,
Vorlage S. 232 1242 Zum Rätsel von mir selbst mir wird. Zwar möcht'
Vorlage S. 232 1243 Ich sie nicht gern bereuen. Aber seht;
Vorlage S. 232 1244 Eräugnet so ein Fall sich wieder: Ihr
Vorlage S. 232 1245 Seid Schuld, wenn ich so rasch nicht handle; wenn
Vorlage S. 232 1246 Ich mich vorher erkund', – und brennen lasse,
Vorlage S. 232 1247 Was brennt.
Vorlage S. 232 1249 Bewahre Gott!
Vorlage S. 232 1250 TEMPELHERR.
Vorlage S. 232 1251 Von heut' an tut
Vorlage S. 232 1252 Mir den Gefallen wenigstens, und kennt
Vorlage S. 232 1253 Mich weiter nicht. Ich bitt' Euch drum. Auch lasst
Vorlage S. 232 1254 Den Vater mir vom Halse. Jud' ist Jude.
Vorlage S. 232 1255 Ich bin ein plumper Schwab. Des Mädchens Bild
Vorlage S. 232 1256 Ist längst aus meiner Seele; wenn es je
Vorlage S. 232 1257 Da war.
Vorlage S. 232 1259 Doch Eures ist aus ihrer nicht.
Vorlage S. 232 1260 TEMPELHERR.
Vorlage S. 233 1261 Was solls nun aber da? was solls?
Vorlage S. 233 1263 Wer weiß!
Vorlage S. 233 1264 Die Menschen sind nicht immer, wie sie scheinen.
Vorlage S. 233 1265 TEMPELHERR.
Vorlage S. 233 1266 Doch selten etwas Bessers.
Vorlage S. 233 1267 Er geht.
Vorlage S. 233 1269 Wartet doch!
Vorlage S. 233 1270 Was eilt Ihr?
Vorlage S. 233 1271 TEMPELHERR.
Vorlage S. 233 1272 Weib, macht mir die Palmen nicht
Vorlage S. 233 1273 Verhaßt, worunter ich so gern sonst wandle.
Vorlage S. 233 1275 So geh', du deutscher Bär! so geh'! – Und doch
Vorlage S. 233 1276 Muss ich die Spur des Tieres nicht verlieren.
Vorlage S. 233 1277 Sie geht ihm von weiten nach.
Vorlage S. 233