Abschnitt 5 von 29
Erstes Capitel.
widerstehen. Dieses geschieht, wenn ihrer mehrere entgegen-
gesetzte zusammentreffen.
Demnach werde dabei nicht an zusammengesetzte Vorstellun-
gen irgend einer Art gedacht, nicht an solche die irgend ein
Ding mit mehrern Merkmalen, oder etwas Zeitliches und
Räumliches bezeichnen, sondern an ganz einfache, wie roth,
blau, sauer, süß, und zwar nicht an die allgemeinen
Begriffe hievon, sondern an solche Vorstellungen, wie sie in
einer momentanen Auffassung durch die Sinne würden ent-
stehen können.
sprunge der genannten Vorstellungen gar nicht hieher, viel
weniger darf schon jetzt auf irgend etwas anderes, das noch
sonst in der Seele sein oder vorgehn möchte, Rücksicht ge-
nommen werden.

widerstehen werden. Sie könnten auch nicht-entgegengesetzt
sein, wie ein Ton und eine Farbe. Es wird angenommen,
dass sie alsdann einander nicht widerstehen. (Mittelbarer
Weise kann es allerdings geschehen, wovon unten.)
ist sein Wirken ganz zufällig, es richtet sich nach der Anfechtung,
die unter Vorstellungen gegenseitig ist und durch den
Grad ihres Gegensatzes bestimmt wird. Dieser ihr Gegen-
satz also kann angesehen werden als das, wovon sie sämmt-
lich leiden. An sich selbst aber sind die Vorstellungen
nicht Kräfte.
stand? Vernichten sich die Vorstellungen ganz oder theil-
weise? Oder bleiben sie unverändert, trotz dem Widerstande?
Blieben aber die Vorstellungen, trotz der gegenseitigen An-
fechtung, ganz unveränderlich, so könnte nicht, wie wir je-
den Augenblick in uns wahrnehmen, eine von der andern
verdrängt werden. — Würde endlich das Vorgestellte
einer jeden Vorstellung durch ihren Widerstreit abgeändert,
so führte dieses nicht weiter, als ob von Anfang an ein
andres Vorgestelltes vorhanden gewesen wäre.

tet zu werden. Dass heißt, das wirkliche Vorstellen
verwandelt sich in ein Streben vorzustellen.
niß weicht, die Vorstellung durch ihr eigenes Streben wieder
hervortreten wird. — Darin liegt die Möglichkeit (obgleich
noch nicht für alle Fälle der einzige Grund) der Re-
production.
zum Theil in ein Streben verwandelt wird, so hüte man
sich, diesen Theil für ein abgeschnittenes Stück der ganzen Vor-
stellung zu halten. Er hat zwar allemal eine bestimmte
Größe (auf deren Kenntnis sehr viel ankommt), allein diese
Größe bezeichnet nur einen Grad der Verdunkelung
der ganzen Vorstellung. (Wenn in der Folge von meh-
rern solchen Theilen einer und derselben Vorstellung die Rede
sein wird, so halte man diese Theile nicht für verschiedene
abgeschnittene Stücke, sondern man betrachte die kleinern
unter denselben als enthalten in den größeren.) Dasselbe
gilt von den Resten nach der Hemmung, d. h. von
denjenigen Theilen einer Vorstellung, die unverdunkelt bleiben,
denn auch diese Theile sind Grade, nämlich des wirk-
lichen Vorstellens.
