Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.
✎TextarbeitMarkieren, zitieren, vergleichen und eigene Gedanken festhalten
Wähle eine Textstelle aus oder klicke einen Absatz an. Deine Notizen und freien Antworten bleiben auf deinem Gerät.
Meine Textsammlung
Auf gemeinsam genutzten Geräten kannst du deine Arbeit exportieren und anschließend löschen. Kontopunkte aus dem Quiz werden dabei nicht gelöscht.
Solange der Mensch auf seiner Erde Geschichten hört oder dergleichen selber erzählt, teilt er sie gewöhnlich ein in solche, die gut anfangen und böse endigen, und solche, die schlimm beginnen, aber zu einem wünschenswerten Ende kommen.
Darüber wäre nun manches zu sagen; denn so recht begriffen und ausgerechnet hat eigentlich noch keiner, wo bei den Geschichten dieser Erde der Anfang und wo das Ende ist, wo das Wünschenswerte beginnt und das Gegenteil davon endet, oder umgekehrt. Ich für mein Teil hüte mich wohl, mich hierüber des weitern auszulassen, ich halte mich einfach an des Menschen uralt hergebrachte Anordnung und Abfachung seiner Erlebnisse und seiner Schicksale und verkünde nur, zu eigener Erleichterung tief aufatmend, dass vorliegende Geschichte nach menschlichem Ermessen ziemlich gut ausgeht.
In eigener Sache frei aufatmen oder in der anderer Leute: für den rechten Erzähler läuft das auf ein und dasselbe hinaus, geradeso wie für den rechten Zuhörer. –
Es war, um mitten in der unruhvollen Wirklichkeit im altgewohnten Märchenton zu beginnen, an einem trüben Sonntagmorgen im Spätherbst noch vor dem Kirchenglockengeläut. Ach, es rüsteten sich eben nur zu viel mitleidige Seelen, gute Leute, die man für diesmal gern an anderer Stelle lieber gesehen hätte, zum Kirchgange. In der ganzen, großen Stadt Berlin hatte niemand von denen, die helfen konnten – auch keine Frau –, eine Ahnung davon, was sich nebenan ereignen sollte, der Zeit nach gerechnet von diesem Sonntagmorgen bis zum Morgen des nächsten Mittwochs.
Nebenan, das ist wohl ein etwas enger Begriff für eine so weitläufige Stadt wie die Stadt Berlin; aber alle diejenigen, die nachher zuerst in den Zeitungen durch den Doktor Berg von dem Vorgefallenen zu lesen bekamen, hatten doch sämtlich das Gefühl, dass die Geschichte dicht neben ihnen selber an passiert sei. So sagten sie auch alle, indem sie sich des gewohnten fremdländischen Wortes für ihren innerlichsten Schauder ob des unbemerkten Vorbeigleitens des Trauerspiels ruhig bedienten.
Was war denn nun aber eigentlich so besonders Außergewöhnliches vorgefallen neben uns an in der mächtigen Stadt? Was war es, das nachher, als es laut wurde, alles Glockengeläut und jede Predigt überschrie?
Nur zwei Kinder hatte man während der Zeit vom Sonntagmorgen bis zum Dienstagabend neben ihrer Mutter allein gelassen – einen Jungen von dreizehn und ein Mädchen von acht Jahren. Die Mutter war am Sonntag bald nach Tagesanbruch gestorben – ein Fall, der so häufig eintritt, dass es nur die ihm anhaftenden Umstände sein konnten, welche später alle Leute so sehr erschreckten. Wir aber können heute auch nichts Besseres tun, als so genau als möglich wie Doktor Berg niederzuschreiben, was auch wir nachher in Erfahrung brachten.
Bei Bewusstsein war die Frau nicht mehr gewesen, als die Kinder durch ihr letztes schweres Atmen erweckt wurden. Sie hatte nicht mehr ihre letzten Verfügungen treffen, auch nicht mehr ihren Sohn zum letztenmal nach dem Arzt schicken können.
»Bleib liegen, bleib still liegen; ich bin gleich wieder da«, hatte der Junge zu dem Schwesterchen gesagt. »Bleib untergekrochen, Paulchen, und rufe nicht nach Mama, bis ich wieder hier bin. Der Herr Doktor kommt wohl noch einmal zu uns, wenn er heute morgen in unsere Gegend kommt.«
Der junge Bezirksarmenarzt hätte, auch wenn er sofort vorgefahren wäre, die Kranke nicht auf ihrem Wege aufgehalten. Als er kurz vor dem Kirchengeläut eintraf, fand er sie nicht mehr gegenwärtig, nicht mehr zu Hause, und konnte ihre Abreise ihren Kindern und dem Armenvorsteher des Bezirks nur durch Ausfüllung des vom Staat und dessen Sterblichkeitslisten vorgeschriebenen Frage- und Antwortbogens bescheinigen.
»Hm ... Nun, man wird euch schon beispringen, den Zettel gib aber so bald als möglich heute morgen an Ort und Stelle ab. Man wird schon nach euch sehen, und auch ich werde euch im Auge behalten. Dass du mir auf die Kleine da achtgibst, armer Tropf, und mir keinen Unsinn machst, bis – eure Angelegenheiten geordnet sind! Ich selber kann mich nun nicht länger bei euch aufhalten; also noch einmal, sei ein verständiger Junge, bis man dir zu Hülfe kommt; und was deine Mutter betrifft –«
Er vollendete den Satz nicht, die gewohnten beruhigenden Wortverbindungen erschienen ihm gänzlich überflüssig im gegebenen Fall, den diesmaligen Hinterlassenen gegenüber. Und er hatte recht, und es zeugte mehr von seinem braven Herzen, dass er, statt zu reden, sich noch einmal in dem leeren oder vielmehr ausgeleerten Raum umsah und bei sich dachte:
Vorlage S. 264
Kontextbild zum Werk. Porträt · Raabe, Wilhelm · Wilhelm Immenkamp (1870–1931) · Public domainBildquelle ↗
›Die Sache müsste einem wieder einmal von Rechts wegen den ganzen Tag verderben!‹ – Wir können nicht sagen, auf was für ein besonderes Behagen er für diesen Tag rechnete. –
Es war an einem Sonntagmorgen noch vor dem Kirchengeläut, und die beiden Kinder waren neben der Leiche allein mit dem Blatt Papier, welches der Doktor zurückgelassen hatte und welches fürs erste allen Trost und jede Hülfe der Welt, die ihnen eben versprochen worden waren, in sich fasste.
Aus der nächsten Nachbarschaft, aus dem Hause selbst ließ sich niemand blicken, obgleich der Arzt beim Herabsteigen der Treppen jedem ihm in den Weg geratenden erwachsenen Mitbewohner mitgeteilt hatte, dass »die Frau da oben soeben gestorben und dass nach den Kindern sofort zu sehen sei«.
»O du mein Je«, sagten die Frauen, während die Männer sich, meistens stumm verhielten, nur durch eine Schulterbewegung antworteten und erst, nachdem der junge Herr aus Hörweite war, ihre Ansicht äußerten: »Dass sich keines eher da hereinmischt, als bis die Polizei dagewesen ist und die Sache auf ihr Risiko genommen hat. So ein Doktor wäscht sich bloß die Hände, geht hin, wenn er sein Wort gesprochen hat, und kümmert sich um uns erst wieder, wenn er sagen kann: ›Habe ich's nicht gesagt, dass das Ding mit dem, einen Fall noch nicht aus und zu Ende war?‹«
Und alle Ärzte und Sanitätsräte der Welt hätten kommen können und hätten es der Nachbarschaft doch nicht eingeredet, dass die Frau da oben nicht an der giftigsten Krankheit gestorben sei und jedes Nahegehen nicht sofortige Ansteckung durch die Seuche und gleichfalls den bittersten Tod verbürge. Und sie hatten wirklich schon genug mit sich selber zu schaffen. Die Nachbarn nämlich, sowohl die im Hause als auch die in den Häusern zu beiden Seiten und gegenüber. Und sie hielten merkwürdigerweise auf ihr Leben wie die wohlgestelltesten Mitbürger und Mitbürgerinnen in den anständigsten Stadtteilen. Und da sie hier herum allesamt von ihrer Hände Arbeit von einem Tag zum andern lebten, so hatten sie nicht unrecht, wenn sie ihre Gesundheit soviel als möglich zu Rate hielten, vorzüglich die, welche nicht bloß für sich selbst sorgen mussten: es war mit die kinderreichste Gegend der Stadt – selbstverständlich!
Jawohl, der Aufgabe, die Mutter zu begraben. In dem Folgenden ist zu lesen, wie sie auf sich selber angewiesen waren und wie sie sich zu helfen suchten. –
»Das hat eben der Doktor an den Herrn geschrieben, wo ich das Geld jeden Monat holte, Paule«, sagte der Knabe. »Vorhin haben sie mir auf der Treppe gesagt, sie wollten uns einen Topf Kaffee und Brot vor die Türe setzen. Weiter können sie sich nicht trauen; sie haben alle Angst. Hast du Angst, Paulchen, wenn ich jetzt noch einmal für einen Augenblick weglaufe?«
Ein Schauder, ein Zittern lief auch durch den Körper des Knaben, als sich das Schwesterchen so mit zugehaltenen Augen dichter an ihn drängte; aber er reckte sich doch mit den Schultern auf und biss die Zähne zusammen, um seiner Angst, seinem Schmerz, seiner Ratlosigkeit nicht durch ein noch lauteres Weinen Luft machen zu müssen. Er sah, als er das Kind fest umfasste, nach der toten Mutter hin. Er überwand den großen Schrecken vor der Leiche, indem er mit dem Fuße aufstampfte und die Fingernägel sich in das Fleisch der Hand drückte und nun, wie die Schwester schluchzend, rief:
»Tapfer – ein tapferer Junge! Das hat schon Mama gesagt. Ja!... Und ich will ein tapferer Junge sein, und ich will ein guter Junge sein, wie Mama es gewollt hat und es mir anbefohlen hat bis – bis zuletzt... Ich will, ich will keine Furcht haben. Sie ist auch so unsere liebe Mama, Paule! Ich will sehen, was ich tun kann für Mama und für uns, für dich und für mich, Paulchen!«
»Ich muss weit und schnell laufen, und du hast noch so kleine Beine. Willst du wieder unterkriechen und wieder einschlafen, oder kannst du – willst du zu Mama dich setzen?«
»Zu Mama setzen!« schluchzte das Kindchen; und von der Tür aus sah noch der Mann in der Familie, wie es zu Häupten des Leichnams sich auf die schlechte Matratze kauerte, dicht neben das stille, beruhigte Gesicht der Mutter. –
Vorlage S. 266
Kontextbild zum Werk. Der Wanderer über dem Nebelmeer · Caspar David Friedrich · Public domainBildquelle ↗
Wie die Zeitungen davon geschrieben haben, werden wir seinerzeit Genaueres mitteilen, wenn es uns noch nötig scheinen sollte; wie jede zuständige Behörde ihre Pflicht getan hat, wie alles nur auf unglückliche Umstände und Mißverständnisse hinauslief, werden wir, wenn wir es nicht vergessen, auch sagen. An diesem Sonntagmorgen ist jetzt der Knabe mit dem Schein des Armenarztes zu dem Armenvorsteher des Bezirks gelaufen und hat ihn glücklicherweise noch zu Hause getroffen. Es war aber wirklich eben noch Zeit; Frau und Tochter haben bereits ungeduldig im Nebenzimmer gewartet mit den Gesangbüchern auf dem Frühstückstische; und schon mit dem Hute auf dem Kopfe hat der Herr den zweiten Schein – den Schein für den Sarg – ausgefertigt und, indem er den Jungen damit zu dem Bezirksarmenschreiner schickte, abermals Eile anempfohlen.
Er ist durchaus nicht unfreundlich dabei gewesen. Im Gegenteil, er hat dem kleinen, keuchenden Boten ganz zärtlich und bedauernd auf die Schultern geklopft: »Armes Kerlchen! Nun, lauf nur jetzt. Es wird sich schon alles ordnen; wir werden schon nachsehen.«
Dann ist er nach drei Stunden atemlos und im Schweiß nach Hause gekommen und hat die unmündige Schwester der Mutter das Gesicht waschend und die Haare kämmend gefunden, aber den Kaffee und das Brot der Nachbarn noch unangerührt draußen vor der Tür.
Er hat den Topf und den schwarzen Laib mit in die Kammer gebracht, aber beides zitternd auf den Boden niedergesetzt, als er das noch unmündigere Geschöpf so am Werke erblickte.
»Ja, Paulchen, und nachher in die weite Welt, von der Mama immer erzählt hat. Wie brav du gewesen bist, während ich fort war! Aber haben sie nicht angeklopft und es durchs Schlüsselloch hereingerufen, dass sie dir zu essen und zu trinken vor die Tür setzten?«
»Mama weinte am meisten, wenn wir nichts hatten. Sie sah uns so gern essen. Und nun wollen wir Kaffee trinken. Komm, ich setze mich zu dir und Mama. Sie wird sich freuen, wenn sie sieht, dass sie uns so bei sich sitzen hat. Und des Großpapas Degen habe ich ja auch noch. Den nehme ich übermorgen mit in die Welt. Mit dem haue ich uns schon raus, und es soll uns keiner viel anhaben.«
Die Kleine rückte auf dem Strohsack der Toten, und der Bruder kauerte sich neben sie. Sie hatten den schlechten irdenen Topf vor sich auf dem Fußboden und das Brot auf dem Schoß. Sie aßen und tranken, und als sie satt waren, hatten sie den ganzen Tag über nichts mehr zu tun, und ebenso den nächsten Tag, den Montag durch. Wolf Wermuth aber hielt ritterlich mit dem Degen des Leutnants Wolfram Hegewisch die Leichenwache.
Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.
Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.
Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.
1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »In der ganzen, großen Stadt Berlin hatte niemand von denen, die helfen …«
2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Wir aber können heute auch nichts Besseres tun, als so genau als möglich wie Doktor Berg […], was auch wir nachher in Erfahrung brachten.«
3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »obgleich« in diesem Textausschnitt? »Aus der nächsten Nachbarschaft, aus dem Hause selbst ließ sich niemand blicken, obgleich der Arzt beim Herabsteigen der Treppen jedem ihm in den Weg geratenden erwachsenen Mitbewohner mitgeteilt hatte, dass »die Frau da oben soeben gestorben und dass nach den Kindern sofort zu sehen sei«.«
5. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »nachdem« in diesem Textausschnitt? »»O du mein Je«, sagten die Frauen, während die Männer sich, meistens stumm verhielten, nur durch eine Schulterbewegung antworteten und erst, nachdem der junge Herr aus Hörweite war, ihre Ansicht äußerten: »Dass sich keines eher da hereinmischt, als bis die Polizei dagewesen ist und die Sache auf ihr Risiko genommen hat.«
6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse.
A: »Was war denn nun aber eigentlich so besonders Außergewöhnliches vorgefallen neben uns an in der mächtigen Stadt?«
B: »Er hat den Topf und den schwarzen Laib mit in die Kammer gebracht, aber beides zitternd auf den Boden niedergesetzt, als er das noch unmündigere Geschöpf so am Werke erblickte.«
C: »Die Nachbarn nämlich, sowohl die im Hause als auch die in den Häusern zu beiden Seiten und gegenüber.«
8. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Es war aber […] eben noch Zeit;«
9. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Sie hat es immer sich von mir tun […], seit sie krank war.««
2Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte
1. Lies den Abschnittsbeginn: »Solange der Mensch auf seiner Erde Geschichten hört oder dergleichen selber erzählt, teilt er sie gewöhnlich ein in solche, die gut anfangen und böse endigen, und solche, die schlimm beginnen, aber zu einem […]« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
2. Fasse diese Textstelle in eigenen Worten zusammen: »Er vollendete den Satz nicht, die gewohnten beruhigenden Wortverbindungen erschienen ihm gänzlich überflüssig im gegebenen Fall, den diesmaligen Hinterlassenen gegenüber. Und er hatte recht, und es zeugte mehr […]« Was ist für ihr Verständnis besonders wichtig?
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Gib die zentrale Aussage oder Situation wieder, ohne etwas hinzuzuerfinden.
Nenne eine Einzelheit aus der Passage, auf die sich deine Zusammenfassung stützt.
3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Gerechtigkeit oder Verantwortung geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »›Die Sache müsste einem wieder einmal von Rechts wegen den ganzen Tag verderben!‹ – Wir können nicht sagen, auf was für ein besonderes Behagen er für diesen Tag rechnete. –«
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Angst oder Unsicherheit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] und es mir anbefohlen hat bis – bis zuletzt... Ich will, ich will keine Furcht haben. Sie ist auch so unsere liebe Mama, Paule! Ich will sehen, was ich tun kann für Mama und für uns, für dich und für mich, Paulchen!««
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Geld oder Besitz geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »»Das hat eben der Doktor an den Herrn geschrieben, wo ich das Geld jeden Monat holte, Paule«, sagte der Knabe. »Vorhin haben sie mir auf der Treppe gesagt, sie wollten uns einen Topf Kaffee und Brot vor die Türe setzen. Weiter können sie […]«
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
6. Prüfe, ob es in dieser Passage um Beziehungen zwischen Figuren geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Natürlich auch die elternreichste! Und – in dieser kinder- und elternreichen Gegend diese beiden Kinder ihrer Aufgabe gegenüber allein!...«
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
7. Vergleiche diese beiden Stellen: »Er vollendete den Satz nicht, die gewohnten beruhigenden Wortverbindungen erschienen ihm gänzlich überflüssig im gegebenen Fall, […]« und »»Ich muss weit und schnell laufen, und du hast noch so kleine Beine. Willst du wieder unterkriechen und wieder einschlafen, oder […]«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
8. Am Abschnittsende steht: »Die Kleine rückte auf dem Strohsack der Toten, und der Bruder kauerte sich neben sie. Sie hatten den schlechten irdenen Topf vor sich auf dem Fußboden und das Brot auf dem Schoß. Sie aßen und tranken, und als […]« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
9. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Solange der Mensch auf seiner Erde Geschichten hört oder dergleichen selber erzählt, teilt er sie gewöhnlich […]« / »Die Kleine rückte auf dem Strohsack der Toten, und der Bruder kauerte sich neben sie. Sie hatten den […]«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
3Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte
Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.
Niveau 1 · Einstieg
1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Solange der Mensch auf seiner Erde Geschichten hört oder dergleichen selber erzählt, teilt er sie gewöhnlich ein in solche, die gut anfangen und böse endigen, und solche, die schlimm beginnen, aber zu einem wünschenswerten Ende kommen.«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.
Impulse zur Selbstprüfung
Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.
Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »»Vorhin haben sie mir auf der Treppe gesagt, sie wollten uns einen Topf Kaffee und Brot vor die Türe setzen.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.
Impulse zur Selbstprüfung
Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.
Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Wolf Wermuth aber hielt ritterlich mit dem Degen des Leutnants Wolfram Hegewisch die Leichenwache.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.
Impulse zur Selbstprüfung
Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.
Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Im alten Eisen von Raabe, Wilhelm ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).
Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.
Im alten Eisen
Wilhelm Raabe: Ausgewählte Werke in sechs Bänden. Herausgegeben von Peter Goldammer und Helmut Richter, Berlin und Weimar: Aufbau, 1964–1966. Raabe, Wilhelm 263- Berlin und Weimar
Das Werk Im alten Eisen von Raabe, Wilhelm ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.
Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.