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Buch - Emilia Galotti - Lessing, Gotthold Ephraim

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Originalwerk · Lesefassung

Emilia Galotti

Lessing, Gotthold Ephraim · 1729–1781

Ein Prinz begehrt eine junge Frau und seine Umgebung macht aus diesem Wunsch eine Intrige. Das Trauerspiel fragt nach Macht, Selbstbestimmung und familiären Wertvorstellungen.

DramaKlasse 9–10 · 11–137 Abschnitte
Historisches Titelblatt. Die verwendete Textausgabe ist in den Textquellen gesondert angegeben.
Emilia Galotti – Titelblatt der Erstausgabe — Historisches Titelblatt. Die verwendete Textausgabe ist in den Textquellen gesondert angegeben. · Gotthold Ephraim Lessing · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Gewalt, Machtmissbrauch und Tod.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 3 von 7

1. Akt

1
Erster Auftritt
Vorlage S. 128
2
DER PRINZ
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3
an einem Arbeitstische, voller Briefschaften und Papiere, deren einige er durchläuft.
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4
Klagen, nichts als Klagen! Bittschriften, nichts als Bittschriften! – Die traurigen Geschäfte; und man beneidet uns noch! – Das glaub' ich; wenn wir allen helfen könnten: dann wären wir zu beneiden. – Emilia? Indem er noch eine von den Bittschriften aufschlägt, und nach dem unterschriebnen Namen sieht. Eine Emilia? – Aber eine Emilia Bruneschi – nicht Galotti. Nicht Emilia Galotti! – Was will sie, diese Emilia Bruneschi? Er lieset. Viel gefodert; sehr viel. – Doch sie heißt Emilia. Gewährt! Er unterschreibt und klingelt; worauf ein Kammerdiener hereintritt. Es ist wohl noch keiner von den Räten in dem Vorzimmer?
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5
DER KAMMERDIENER.
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6
Nein.
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7
DER PRINZ.
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8
Ich habe zu früh Tag gemacht. – Der Morgen ist so schön. Ich will ausfahren. Marchese Marinelli soll mich begleiten. Lasst ihn rufen. Der Kammerdiener geht ab. – Ich kann doch nicht mehr arbeiten. – Ich war so ruhig, bild' ich mir ein, so ruhig – Auf einmal muss eine arme Bruneschi, Emilia heißen; – weg ist meine Ruhe, und alles! –
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9
DER KAMMERDIENER
Vorlage S. 128
10
welcher wieder herein tritt.
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11
Nach dem Marchese ist geschickt. Und hier, ein Brief von der Gräfin Orsina.
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12
DER PRINZ.
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13
Der Orsina? Legt ihn hin.
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14
DER KAMMERDIENER.
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15
Ihr Läufer wartet.
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16
DER PRINZ.
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17
Ich will die Antwort senden; wenn es einer bedarf. – Wo ist sie? In der Stadt? oder auf ihrer Villa?
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18
DER KAMMERDIENER.
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19
Sie ist gestern in die Stadt gekommen.
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20
DER PRINZ.
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21
Desto schlimmer – besser; wollt' ich sagen. So braucht der Läufer um so weniger zu warten. Der Kammerdiener geht ab. Meine teure Gräfin! Bitter, indem er den Brief in die Hand nimmt. So gut, als gelesen! Und ihn wieder wegwirft. – Nun ja; ich habe sie zu lieben geglaubt! Was glaubt man nicht alles? Kann sein, ich habe sie auch wirklich geliebt. Aber – ich habe!
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22
DER KAMMERDIENER
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23
der nochmals herein tritt.
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24
Der Maler Conti will die Gnade haben – –
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DER PRINZ.
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26
Conti? Recht wohl; lasst ihn herein kommen. – Das wird mir andere Gedanken in den Kopf bringen. – Steht auf.
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27
Zweiter Auftritt
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28
Conti. Der Prinz.
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29
DER PRINZ.
Vorlage S. 129
30
Guten Morgen, Conti. Wie leben Sie? Was macht die Kunst?
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31
CONTI.
Vorlage S. 129
32
Prinz, die Kunst geht nach Brot.
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33
DER PRINZ.
Vorlage S. 129
34
Das muss sie nicht; das soll sie nicht, – in meinem kleinen Gebiete gewiss nicht. – Aber der Künstler muss auch arbeiten wollen.
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35
CONTI.
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36
Arbeiten? Das ist seine Lust. Nur zu viel arbeiten müssen, kann ihn um den Namen Künstler bringen.
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37
DER PRINZ.
Vorlage S. 129
38
Ich meine nicht vieles; sondern viel: ein weniges; aber mit Fleiß. – Sie kommen doch nicht leer, Conti?
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39
CONTI.
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40
Ich bringe das Porträt, welches Sie mir befohlen haben, gnädiger Herr. Und bringe noch eines, welches Sie mir nicht befohlen: aber weil es gesehen zu werden verdienet –
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41
DER PRINZ.
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42
Jenes ist? – Kann ich mich doch kaum erinnern –
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43
CONTI.
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44
Die Gräfin Orsina.
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45
DER PRINZ.
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46
Wahr! – Der Auftrag ist nur ein wenig von lange her.
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47
CONTI.
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48
Unsere schönen Damen sind nicht alle Tage zum Malen. Die Gräfin hat, seit drei Monaten, gerade Einmal sich entschließen können, zu sitzen.
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49
DER PRINZ.
Vorlage S. 130
50
Wo sind die Stücke?
Vorlage S. 130
51
CONTI.
Vorlage S. 130
52
In dem Vorzimmer: ich hole sie.
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53
Dritter Auftritt
Vorlage S. 130
54
DER PRINZ.
Vorlage S. 130
55
Ihr Bild! – mag! – Ihr Bild, ist sie doch nicht selber. – Und vielleicht find' ich in dem Bilde wieder, was ich in der Person nicht mehr erblicke. – Ich will es aber nicht wiederfinden. – Der beschwerliche Maler! Ich glaube gar, sie hat ihn bestochen. – Wär' es auch! Wenn ihr ein anderes Bild, das mit andern Farben, auf einen andern Grund gemalet ist, – in meinem Herzen wieder Platz machen will: – Wahrlich, ich glaube, ich wär' es zufrieden. Als ich dort liebte, war ich immer so leicht, so fröhlich, so ausgelassen. – Nun bin ich von allem das Gegenteil. – Doch nein; nein, nein! Behäglicher, oder nicht behäglicher: ich bin so besser.
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56
Vierter Auftritt
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57
Der Prinz. Conti, mit den Gemälden, wovon er das eine verwandt gegen einen Stuhl lehnet.
Vorlage S. 130
58
CONTI
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59
indem er das andere zurecht stellet.
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60
Ich bitte, Prinz, dass Sie die Schranken unserer Kunst erwägen wollen. Vieles von dem Anzüglichsten der Schönheit liegt ganz außer den Grenzen derselben. – Treten Sie so! –
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61
DER PRINZ
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62
nach einer kurzen Betrachtung.
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63
Vortrefflich, Conti; – ganz vortrefflich! – Das gilt Ihrer Kunst, Ihrem Pinsel. – Aber geschmeichelt, Conti; ganz unendlich geschmeichelt!
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CONTI.
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65
Das Original schien dieser Meinung nicht zu sein. Auch ist es in der Tat nicht mehr geschmeichelt, als die Kunst schmeicheln muss. Die Kunst muss malen, wie sich die plastische Natur, – wenn es eine gibt – das Bild dachte: ohne den Abfall, welchen der widerstrebende Stoff unvermeidlich macht; ohne das Verderb, mit welchem die Zeit dagegen an kämpfet.
Vorlage S. 130
66
DER PRINZ.
Vorlage S. 131
67
Der denkende Künstler ist noch eins so viel wert. – Aber das Original, sagen Sie, fand dem ungeachtet –
Vorlage S. 131
68
CONTI.
Vorlage S. 131
69
Verzeihen Sie, Prinz. Das Original ist eine Person, die meine Ehrerbietung fodert. Ich habe nichts Nachteiliges von ihr äußern wollen.
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70
DER PRINZ.
Vorlage S. 131
71
So viel als Ihnen beliebt! – Und was sagte das Original?
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72
CONTI.
Vorlage S. 131
73
Ich bin zufrieden, sagte die Gräfin, wenn ich nicht hässlicher aussehe.
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74
DER PRINZ.
Vorlage S. 131
75
Nicht hässlicher? – O das wahre Original!
Vorlage S. 131
76
CONTI.
Vorlage S. 131
77
Und mit einer Miene sagte sie das, – von der freilich dieses ihr Bild keine Spur, keinen Verdacht zeiget.
Vorlage S. 131
78
DER PRINZ.
Vorlage S. 131
79
Das meint' ich ja; das ist es eben, worin ich die unendliche Schmeichelei finde. – O! ich kenne sie, jene stolze höhnische Miene, die auch das Gesicht einer Grazie entstellen würde! – Ich leugne nicht, dass ein schöner Mund, der sich ein wenig spöttisch verziehet, nicht selten um so viel schöner ist. Aber, wohl gemerkt, ein wenig: die Verziehung muss nicht bis zur Grimasse gehen, wie bei dieser Gräfin. Und Augen müssen über den wollüstigen Spötter die Aufsicht führen, – Augen, wie sie die gute Gräfin nun gerade gar nicht hat. Auch nicht einmal hier im Bilde hat.
Vorlage S. 131
80
CONTI.
Vorlage S. 131
81
Gnädiger Herr, ich bin äußerst betroffen –
Vorlage S. 131
82
DER PRINZ.
Vorlage S. 131
83
Und worüber? Alles, was die Kunst aus den großen, hervorragenden, stieren, starren Medusenaugen der Gräfin Gutes machen kann, das haben Sie, Conti, redlich daraus gemacht. – Redlich, sag' ich? – Nicht so redlich, wäre redlicher. Denn sagen Sie selbst, Conti, lässt sich aus diesem Bilde wohl der Charakter der Person schließen? Und das sollte doch. Stolz haben Sie in Würde, Hohn in Lächeln, Ansatz zu trübsinniger Schwärmerei in sanfte Schwermut verwandelt.
Vorlage S. 131
84
CONTI
Vorlage S. 131
85
etwas ärgerlich.
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86
Ah, mein Prinz, – wir Maler rechnen darauf, dass das fertige Bild den Liebhaber noch eben so warm findet, als warm er es bestellte. Wir malen mit Augen der Liebe: und Augen der Liebe müssten uns auch nur beurteilen.
Vorlage S. 131
87
DER PRINZ.
Vorlage S. 132
88
Je nun, Conti; – warum kamen Sie nicht einen Monat früher damit? – Setzen Sie weg. – Was ist das andere Stück?
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CONTI
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90
indem er es holt, und noch verkehrt in der Hand hält.
Vorlage S. 132
91
Auch ein weibliches Porträt.
Vorlage S. 132
92
DER PRINZ.
Vorlage S. 132
93
So möcht' ich es bald – lieber gar nicht sehen. Denn dem Ideal hier, Mit dem Finger auf die Stirne. – oder vielmehr hier, Mit dem Finger auf das Herz. kömmt es doch nicht bei. – Ich wünschte, Conti, Ihre Kunst in andern Vorwürfen zu bewundern.
Vorlage S. 132
94
CONTI.
Vorlage S. 132
95
Eine bewundernswürdigere Kunst gibt es; aber sicherlich keinen bewundernswürdigern Gegenstand, als diesen.
Vorlage S. 132
96
DER PRINZ.
Vorlage S. 132
97
So wett' ich, Conti, dass es des Künstlers eigene Gebieterin ist. – Indem der Maler das Bild umwendet. Was seh' ich? Ihr Werk, Conti? oder das Werk meiner Phantasie? – Emilia Galotti!
Vorlage S. 132
98
CONTI.
Vorlage S. 132
99
Wie, mein Prinz? Sie kennen diesen Engel?
Vorlage S. 132
100
DER PRINZ
Vorlage S. 132
101
indem er sich zu fassen sucht, aber ohne ein Auge von dem Bilde zu verwenden.
Vorlage S. 132
102
So halb! – um sie eben wieder zu kennen. – Es ist einige Wochen her, als ich sie mit ihrer Mutter in einer Vegghia traf. – Nachher ist sie mir nur an heiligen Stätten wieder vorgekommen, – wo das Angaffen sich weniger ziemet. – Auch kenn' ich ihren Vater. Er ist mein Freund nicht. Er war es, der sich meinen Ansprüchen auf Sabionetta am meisten widersetzte. – Ein alter Degen; stolz und rauh; sonst bieder und gut! –
Vorlage S. 132
103
CONTI.
Vorlage S. 132
104
Der Vater! Aber hier haben wir seine Tochter. –
Vorlage S. 132
105
DER PRINZ.
Vorlage S. 132
106
Bei Gott! wie aus dem Spiegel gestohlen! Noch immer die Augen auf das Bild geheftet. O, Sie wissen es ja wohl, Conti, dass man den Künstler dann erst recht lobt, wenn man über sein Werk sein Lob vergisst.
Vorlage S. 132
107
CONTI.
Vorlage S. 132
108
Gleichwohl hat mich dieses noch sehr unzufrieden mit mir gelassen. – Und doch bin ich wiederum sehr zufrieden mit meiner Unzufriedenheit mit mir selbst. – Ha! dass wir nicht unmittelbar mit den Augen malen! Auf dem langen Wege, aus dem Auge durch den Arm in den Pinsel, wie viel geht da verloren! – Aber, wie ich sage, dass ich es weiß, was hier verloren gegangen, und wie es verloren gegangen, und warum es verloren gehen müssen: darauf bin ich eben so stolz, und stolzer, als ich auf alles das bin, was ich nicht verloren gehen lassen. Denn aus jenem erkenne ich, mehr als aus diesem, dass ich wirklich ein großer Maler bin; dass es aber meine Hand nur nicht immer ist. – Oder meinen Sie, Prinz, dass Raphael nicht das größte malerische Genie gewesen wäre, wenn er unglücklicher Weise ohne Hände wäre geboren worden? Meinen Sie, Prinz?
Vorlage S. 132
109
DER PRINZ
Vorlage S. 133
110
indem er nur eben von dem Bilde wegblickt.
Vorlage S. 133
111
Was sagen Sie, Conti? Was wollen Sie wissen?
Vorlage S. 133
112
CONTI.
Vorlage S. 133
113
O nichts, nichts! – Plauderei! Ihre Seele, merk' ich, war ganz in Ihren Augen. Ich liebe solche Seelen, und solche Augen.
Vorlage S. 133
114
DER PRINZ
Vorlage S. 133
115
mit einer erzwungenen Kälte.
Vorlage S. 133
116
Also, Conti, rechnen Sie doch wirklich Emilia Galotti mit zu den vorzüglichsten Schönheiten unserer Stadt?
Vorlage S. 133
117
CONTI.
Vorlage S. 133
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Also? mit? mit zu den vorzüglichsten? und den vorzüglichsten unserer Stadt? – Sie spotten meiner, Prinz. Oder Sie sahen, die ganze Zeit, eben so wenig, als Sie hörten.
Vorlage S. 133
119
DER PRINZ.
Vorlage S. 133
120
Lieber Conti, – Die Augen wieder auf das Bild gerichtet. wie darf unser einer seinen Augen trauen? Eigentlich weiß doch nur allein ein Maler von der Schönheit zu urteilen.
Vorlage S. 133
121
CONTI.
Vorlage S. 133
122
Und eines jeden Empfindung sollte erst auf den Ausspruch eines Malers warten? – Ins Kloster mit dem, der es von uns lernen will, was schön ist! Aber das muss ich Ihnen doch als Maler sagen, mein Prinz: eine von den größten Glückseligkeiten meines Lebens ist es, dass Emilia Galotti mir gesessen. Dieser Kopf, dieses Antlitz, diese Stirn, diese Augen, diese Nase, dieser Mund, dieses Kinn, dieser Hals, diese Brust, dieser Wuchs, dieser ganze Bau, sind, von der Zeit an, mein einziges Studium der weiblichen Schönheit. – Die Schilderei selbst, wovor sie gesessen, hat ihr abwesender Vater bekommen. Aber diese Kopie –
Vorlage S. 133
123
DER PRINZ
Vorlage S. 133
124
der sich schnell gegen ihn kehret.
Vorlage S. 133
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Nun, Conti? ist doch nicht schon versagt?
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126
CONTI.
Vorlage S. 133
127
Ist für Sie, Prinz; wenn Sie Geschmack daran finden.
Vorlage S. 133
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DER PRINZ.
Vorlage S. 134
129
Geschmack! – Lächelnd. Dieses Ihr Studium der weiblichen Schönheit, Conti, wie könnt' ich besser tun, als es auch zu dem meinigen zu machen? – Dort, jenes Porträt nehmen Sie nur wieder mit, – einen Rahmen darum zu bestellen.
Vorlage S. 134
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CONTI.
Vorlage S. 134
131
Wohl!
Vorlage S. 134
132
DER PRINZ.
Vorlage S. 134
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So schön, so reich, als ihn der Schnitzer nur machen kann. Es soll in der Galerie aufgestellet werden. – Aber dieses, bleibt hier. Mit einem Studio macht man so viel Umstände nicht: auch lässt man das nicht aufhängen; sondern hat es gern bei der Hand. – Ich danke Ihnen, Conti; ich danke Ihnen recht sehr. – Und wie gesagt: in meinem Gebiete soll die Kunst nicht nach Brot gehen; – bis ich selbst keines habe. – Schicken Sie, Conti, zu meinem Schatzmeister, und lassen Sie, auf Ihre Quittung, für beide Porträte sich bezahlen, – was Sie wollen. So viel Sie wollen, Conti.
Vorlage S. 134
134
CONTI.
Vorlage S. 134
135
Sollte ich doch nun bald fürchten, Prinz, dass Sie so, noch etwas anders belohnen wollen, als die Kunst.
Vorlage S. 134
136
DER PRINZ.
Vorlage S. 134
137
O des eifersüchtigen Künstlers! Nicht doch! – Hören Sie, Conti; so viel Sie wollen. Conti geht ab.
Vorlage S. 134
138
Fünfter Auftritt
Vorlage S. 134
139
DER PRINZ.
Vorlage S. 134
140
So viel er will! – Gegen das Bild. Dich hab' ich für jeden Preis noch zu wohlfeil. – Ah! schönes Werk der Kunst, ist es wahr, dass ich dich besitze? – Wer dich auch besäße, schönres Meisterstück der Natur! – Was Sie dafür wollen, ehrliche Mutter! Was du willst, alter Murrkopf! Fodre nur! Fodert nur ! – Am liebsten kauft' ich dich, Zauberin, von dir selbst! – Dieses Auge voll Liebreiz und Bescheidenheit! Dieser Mund! und wenn er sich zum Reden öffnet! wenn er lächelt! Dieser Mund! – Ich höre kommen. – Noch bin ich mit dir zu neidisch. Indem er das Bild gegen die Wand kehret. Es wird Marinelli sein. Hätt' ich ihn doch nicht rufen lassen! Was für einen Morgen könnt' ich haben!
Vorlage S. 134
141
Sechster Auftritt
Vorlage S. 135
142
Marinelli. Der Prinz.
Vorlage S. 135
143
MARINELLI.
Vorlage S. 135
144
Gnädiger Herr, Sie werden verzeihen. – Ich war mir eines so frühen Befehls nicht gewärtig.
Vorlage S. 135
145
DER PRINZ.
Vorlage S. 135
146
Ich bekam Lust, auszufahren. Der Morgen war so schön. – Aber nun ist er ja wohl verstrichen; und die Lust ist mir vergangen. – Nach einem kurzen Stillschweigen. Was haben wir Neues, Marinelli?
Vorlage S. 135
147
MARINELLI.
Vorlage S. 135
148
Nichts von Belang, das ich wüsste. – Die Gräfin Orsina ist gestern zur Stadt gekommen.
Vorlage S. 135
149
DER PRINZ.
Vorlage S. 135
150
Hier liegt auch schon ihr guter Morgen, Auf ihren Brief zeigend. oder was es sonst sein mag! Ich bin gar nicht neugierig darauf. – Sie haben sie gesprochen?
Vorlage S. 135
151
MARINELLI.
Vorlage S. 135
152
Bin ich, leider, nicht ihr Vertrauter? – Aber, wenn ich es wieder von einer Dame werde, der es einkömmt, Sie in gutem Ernste zu lieben, Prinz: so – –
Vorlage S. 135
153
DER PRINZ.
Vorlage S. 135
Historisches Titelblatt. Die verwendete Textausgabe ist in den Textquellen gesondert angegeben.
Emilia Galotti – Titelblatt der Erstausgabe — Historisches Titelblatt. Die verwendete Textausgabe ist in den Textquellen gesondert angegeben. · Gotthold Ephraim Lessing · Public domain Bildquelle ↗
154
Nichts verschworen, Marinelli!
Vorlage S. 135
155
MARINELLI.
Vorlage S. 135
156
Ja? In der Tat, Prinz? Könnt' es doch kommen? – O! so mag die Gräfin auch so Unrecht nicht haben.
Vorlage S. 135
157
DER PRINZ.
Vorlage S. 135
158
Allerdings, sehr Unrecht! – Meine nahe Vermählung mit der Prinzessin von Massa, will durchaus, dass ich alle dergleichen Händel fürs erste abbreche.
Vorlage S. 135
159
MARINELLI.
Vorlage S. 135
160
Wenn es nur das wäre: so müsste freilich Orsina sich in ihr Schicksal eben so wohl zu finden wissen, als der Prinz in seines.
Vorlage S. 135
161
DER PRINZ.
Vorlage S. 135
162
Das unstreitig härter ist, als ihres. Mein Herz wird das Opfer eines elenden Staatsinteresse. Ihres darf sie nur zurücknehmen; aber nicht wider Willen verschenken.
Vorlage S. 135
163
MARINELLI.
Vorlage S. 135
164
Zurücknehmen? Warum zurücknehmen? fragt die Gräfin: wenn es weiter nichts, als eine Gemahlin ist, die dem Prinzen nicht die Liebe, sondern die Politik zuführet? Neben so einer Gemahlin sieht die Geliebte noch immer ihren Platz. Nicht so einer Gemahlin fürchtet sie aufgeopfert zu sein, sondern – –
Vorlage S. 135
165
DER PRINZ.
Vorlage S. 135
166
Einer neuen Geliebten. – Nun denn? Wollten Sie mir daraus ein Verbrechen machen, Marinelli?
Vorlage S. 135
167
MARINELLI.
Vorlage S. 136
168
Ich? – O! vermengen Sie mich ja nicht, mein Prinz, mit der Närrin, deren Wort ich führe, – aus Mitleid führe. Denn gestern, wahrlich, hat sie mich sonderbar gerühret. Sie wollte von ihrer Angelegenheit mit Ihnen gar nicht sprechen. Sie wollte sich ganz gelassen und kalt stellen. Aber mitten in dem gleichgültigsten Gespräche, entfuhr ihr eine Wendung, eine Beziehung über die andere, die ihr gefoltertes Herz verriet. Mit dem lustigsten Wesen sagte sie die melancholischsten Dinge: und wiederum die lächerlichsten Possen mit der allertraurigsten Miene. Sie hat zu den Büchern ihre Zuflucht genommen; und ich fürchte, die werden ihr den Rest geben.
Vorlage S. 136
169
DER PRINZ.
Vorlage S. 136
170
So wie sie ihrem armen Verstande auch den ersten Stoß gegeben. – Aber was mich vornehmlich mit von ihr entfernt hat, das wollen Sie doch nicht brauchen, Marinelli, mich wieder zu ihr zurück zu bringen? – Wenn sie aus Liebe närrisch wird, so wäre sie es, früher oder später, auch ohne Liebe geworden – Und nun, genug von ihr. – Von etwas anderm! – Geht denn gar nichts vor, in der Stadt? –
Vorlage S. 136
171
MARINELLI.
Vorlage S. 136
172
So gut, wie gar nichts. – Denn dass die Verbindung des Grafen Appiani heute vollzogen wird, – ist nicht viel mehr, als gar nichts.
Vorlage S. 136
173
DER PRINZ.
Vorlage S. 136
174
Des Grafen Appiani? und mit wem denn? – Ich soll ja noch hören, dass er versprochen ist.
Vorlage S. 136
175
MARINELLI.
Vorlage S. 136
176
Die Sache ist sehr geheim gehalten worden. Auch war nicht viel Aufhebens davon zu machen. – Sie werden lachen, Prinz. – Aber so geht es den Empfindsamen! Die Liebe spielet ihnen immer die schlimmsten Streiche. Ein Mädchen ohne Vermögen und ohne Rang, hat ihn in ihre Schlinge zu ziehen gewusst, – mit ein wenig Larve; aber mit vielem Prunke von Tugend und Gefühl und Witz, – und was weiß ich?
Vorlage S. 136
177
DER PRINZ.
Vorlage S. 136
178
Wer sich den Eindrücken, die Unschuld und Schönheit auf ihn machen, ohne weitere Rücksicht, so ganz überlassen darf; – ich dächte, der wär' eher zu beneiden, als zu belachen. – Und wie heißt denn die Glückliche? – Denn bei alle dem ist Appiani – ich weiß wohl, dass Sie, Marinelli, ihn nicht leiden können; eben so wenig als er Sie – bei alle dem ist er doch ein sehr würdiger junger Mann, ein schöner Mann, ein reicher Mann, ein Mann voller Ehre. Ich hätte sehr gewünscht, ihn mir verbinden zu können. Ich werde noch darauf denken.
Vorlage S. 136
179
MARINELLI.
Vorlage S. 137
180
Wenn es nicht zu spät ist. – Denn so viel ich höre, ist sein Plan gar nicht, bei Hofe sein Glück zu machen. – Er will mit seiner Gebieterin nach seinen Tälern von Piemont: – Gemsen zu jagen, auf den Alpen; und Murmeltiere abzurichten. – Was kann er Beßres tun? Hier ist es durch das Mißbündnis, welches er trifft, mit ihm doch aus. Der Zirkel der ersten Häuser ist ihm von nun an verschlossen – –
Vorlage S. 137
181
DER PRINZ.
Vorlage S. 137
182
Mit euern ersten Häusern! – in welchen das Zeremoniell, der Zwang, die Langeweile, und nicht selten die Dürftigkeit herrschet. – Aber so nennen Sie mir sie doch, der er dieses so große Opfer bringt.
Vorlage S. 137
183
MARINELLI.
Vorlage S. 137
184
Es ist eine gewisse Emilia Galotti.
Vorlage S. 137
185
DER PRINZ.
Vorlage S. 137
186
Wie, Marinelli? eine gewisse –
Vorlage S. 137
187
MARINELLI.
Vorlage S. 137
188
Emilia Galotti.
Vorlage S. 137
189
DER PRINZ.
Vorlage S. 137
190
Emilia Galotti? – Nimmermehr!
Vorlage S. 137
191
MARINELLI.
Vorlage S. 137
192
Zuverlässig, gnädiger Herr.
Vorlage S. 137
193
DER PRINZ.
Vorlage S. 137
194
Nein, sag ich; das ist nicht, das kann nicht sein. – Sie irren sich in dem Namen. – Das Geschlecht der Galotti ist groß. – Eine Galotti kann es sein; aber nicht Emilia Galotti; nicht Emilia!
Vorlage S. 137
195
MARINELLI.
Vorlage S. 137
196
Emilia – Emilia Galotti!
Vorlage S. 137
197
DER PRINZ.
Vorlage S. 137
198
So gibt es noch eine, die beide Namen führt. – Sie sagten ohnedem, eine gewisse Emilia Galotti – eine gewisse. Von der rechten könnte nur ein Narr so sprechen –
Vorlage S. 137
199
MARINELLI.
Vorlage S. 137
200
Sie sind außer sich, gnädiger Herr. – Kennen Sie denn diese Emilia?
Vorlage S. 137
201
DER PRINZ.
Vorlage S. 137
202
Ich habe zu fragen, Marinelli, nicht Er. – Emilia Galotti? Die Tochter des Obersten Galotti, bei Sabionetta?
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203
MARINELLI.
Vorlage S. 137
204
Eben die.
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205
DER PRINZ.
Vorlage S. 137
206
Die hier in Guastalla mit ihrer Mutter wohnet?
Vorlage S. 137
207
MARINELLI.
Vorlage S. 137
208
Eben die.
Vorlage S. 137
209
DER PRINZ.
Vorlage S. 137
210
Unfern der Kirche Allerheiligen?
Vorlage S. 137
211
MARINELLI.
Vorlage S. 137
212
Eben die.
Vorlage S. 137
213
DER PRINZ.
Vorlage S. 137
214
Mit einem Worte – Indem er nach dem Porträte springt und es dem Marinelli in die Hand gibt. Da! – Diese? Diese Emilia Galotti? – Sprich dein verdammtes »Eben die« noch einmal, und stoß mir den Dolch ins Herz!
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215
MARINELLI.
Vorlage S. 138
216
Eben die.
Vorlage S. 138
217
DER PRINZ.
Vorlage S. 138
218
Henker! – Diese? – Diese Emilia Galotti wird heute – –
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219
MARINELLI.
Vorlage S. 138
220
Gräfin Appiani! – Hier reißt der Prinz dem Marinelli das Bild wieder aus der Hand, und wirft es bei Seite. Die Trauung geschieht in der Stille, auf dem Landgute des Vaters bei Sabionetta. Gegen Mittag fahren Mutter und Tochter, der Graf und vielleicht ein paar Freunde dahin ab.
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221
DER PRINZ
Vorlage S. 138
222
der sich voll Verzweiflung in einen Stuhl wirft.
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223
So bin ich verloren! – So will ich nicht leben!
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224
MARINELLI.
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225
Aber was ist Ihnen, gnädiger Herr?
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DER PRINZ
Vorlage S. 138
227
der gegen ihn wieder aufspringt.
Vorlage S. 138
228
Verräter! – was mir ist? – Nun ja ich liebe sie; ich bete sie an. Mögt ihr es doch wissen! mögt ihr es doch längst gewusst haben, alle ihr, denen ich der tollen Orsina schimpfliche Fesseln lieber ewig tragen sollte! – Nur dass Sie, Marinelli, der Sie so oft mich Ihrer innigsten Freundschaft versicherten – O ein Fürst hat keinen Freund! kann keinen Freund haben! – dass Sie, Sie, so treulos, so hämisch mir bis auf diesen Augenblick die Gefahr verhöhlen dürfen, die meiner Liebe drohte: wenn ich Ihnen jemals das vergebe, – so werde mir meiner Sünden keine vergeben!
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229
MARINELLI.
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230
Ich weiß kaum Worte zu finden, Prinz, – wenn Sie mich auch dazu kommen ließen – Ihnen mein Erstaunen zu bezeigen. – Sie lieben Emilia Galotti? – Schwur dann gegen Schwur: Wenn ich von dieser Liebe das geringste gewusst, das geringste vermutet habe; so möge weder Engel noch Heiliger von mir wissen! – Eben das wollt' ich in die Seele der Orsina schwören. Ihr Verdacht schweift auf einer ganz andern Fährte.
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231
DER PRINZ.
Vorlage S. 138
232
So verzeihen Sie mir, Marinelli; – Indem er sich ihm in die Arme wirft. und betauern Sie mich.
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233
MARINELLI.
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234
Nun da, Prinz! Erkennen Sie da die Frucht Ihrer Zurückhaltung! – »Fürsten haben keinen Freund! können keinen Freund haben!« – Und die Ursache, wenn dem so ist? – Weil sie keinen haben wollen. – Heute beehren sie uns mit ihrem Vertrauen, teilen uns ihre geheimsten Wünsche mit, schließen uns ihre ganze Seele auf: und morgen sind wir ihnen wieder so fremd, als hätten sie nie ein Wort mit uns gewechselt.
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235
DER PRINZ.
Vorlage S. 139
236
Ach! Marinelli, wie konnt' ich Ihnen vertrauen, was ich mir selbst kaum gestehen woll te?
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237
MARINELLI.
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238
Und also wohl noch weniger der Urheberin Ihrer Qual gestanden haben?
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239
DER PRINZ.
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240
Ihr? – Alle meine Mühe ist vergebens gewesen, sie ein zweitesmal zu sprechen. –
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241
MARINELLI.
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242
Und das erstemal –
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243
DER PRINZ.
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244
Sprach ich sie – O, ich komme von Sinnen! Und ich soll Ihnen noch lange erzählen? – Sie sehen mich einen Raub der Wellen: was fragen sie viel, wie ich es geworden? Retten Sie mich, wenn Sie können: und fragen Sie dann.
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245
MARINELLI.
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246
Retten? ist da viel zu retten? – Was Sie versäumt haben, gnädiger Herr, der Emilia Galotti zu bekennen, das bekennen Sie nun der Gräfin Appiani. Waren, die man aus der ersten Hand nicht haben kann, kauft man aus der zweiten; – und solche Waren nicht selten aus der zweiten um so viel wohlfeiler.
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247
DER PRINZ.
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248
Ernsthaft, Marinelli, ernsthaft, oder –
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MARINELLI.
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Freilich, auch um so viel schlechter –
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DER PRINZ.
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252
Sie werden unverschämt!
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253
MARINELLI.
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254
Und dazu will der Graf damit aus dem Lande. – Ja, so müsste man auf etwas anders denken. –
Vorlage S. 139
255
DER PRINZ.
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256
Und auf was? – Liebster, bester Marinelli, denken Sie für mich. Was würden Sie tun, wenn Sie an meiner Stelle wären?
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257
MARINELLI.
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258
Vor allen Dingen, eine Kleinigkeit als eine Kleinigkeit ansehen; – und mir sagen, dass ich nicht vergebens sein wolle, was ich bin – Herr!
Vorlage S. 139
259
DER PRINZ.
Vorlage S. 139
260
Schmeicheln Sie mir nicht mit einer Gewalt, von der ich hier keinen Gebrauch absehe. – Heute sagen Sie? schon heute?
Vorlage S. 139
261
MARINELLI.
Vorlage S. 139
262
Erst heute – soll es geschehen. Und nur geschehenen Dingen ist nicht zu raten. – Nach einer kurzen Überlegung. Wollen Sie mir freie Hand lassen, Prinz? Wollen Sie alles genehmigen, was ich tue?
Vorlage S. 139
263
DER PRINZ.
Vorlage S. 140
264
Alles, Marinelli, alles, was diesen Streich abwenden kann.
Vorlage S. 140
265
MARINELLI.
Vorlage S. 140
266
So lassen Sie uns keine Zeit verlieren. – Aber bleiben Sie nicht in der Stadt. Fahren Sie sogleich nach Ihrem Lustschlosse, nach Dosalo. Der Weg nach Sabionetta geht da vorbei. Wenn es mir nicht gelingt, den Grafen augenblicklich zu entfernen: so denk' ich – Doch, doch; ich glaube, er geht in diese Falle gewiss. Sie wollen ja, Prinz, wegen Ihrer Vermählung einen Gesandten nach Massa schicken? Lassen Sie den Grafen dieser Gesandte sein; mit dem Bedinge, dass er noch heute abreiset. – Verstehen Sie?
Vorlage S. 140
267
DER PRINZ.
Vorlage S. 140
268
Vortrefflich! – Bringen Sie ihn zu mir heraus. Gehen Sie, eilen Sie. Ich werfe mich sogleich in den Wagen. Marinelli geht ab.
Vorlage S. 140
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Siebenter Auftritt
Vorlage S. 140
270
DER PRINZ.
Vorlage S. 140
271
Sogleich! sogleich! – Wo blieb es? – Sich nach dem Porträte umsehend. Auf der Erde? das war zu arg! Indem er es aufhebt. Doch betrachten? betrachten mag ich dich fürs erste nicht mehr. – Warum sollt' ich mir den Pfeil noch tiefer in die Wunde drücken? Setzt es bei Seite. – Geschmachtet, geseufzet hab' ich lange genung, – länger als ich gesollt hätte; aber nichts getan! und über die zärtliche Untätigkeit bei einem Haar' alles verloren! – Und wenn nun doch alles verloren wäre? Wenn Marinelli nichts ausrichtete? – Warum will ich mich auch auf ihn allein verlassen? Es fällt mir ein, – um diese Stunde, Nach der Uhr sehend. um diese nämliche Stunde pflegt das fromme Mädchen alle Morgen bei den Dominikanern die Messe zu hören. – Wie wenn ich sie da zu sprechen suchte? – Doch heute, heut' an ihrem Hochzeittage, – heute werden ihr andere Dinge am Herzen liegen, als die Messe. – Indes, wer weiß? – Es ist ein Gang. – Er klingelt, und indem er einige von den Papieren auf dem Tische hastig zusammen rafft, tritt der Kammerdiener herein. Lasst vorfahren! – Ist noch keiner von den Räten da?
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DER KAMMERDIENER.
Vorlage S. 141
273
Camillo Rota.
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274
DER PRINZ.
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275
Er soll herein kommen. Der Kammerdiener geht ab. Nur aufhalten muss er mich nicht wollen. Dasmal nicht! – Ich stehe gern seinen Bedenklichkeiten ein andermal um so viel länger zu Diensten. – Da war ja noch die Bittschrift einer Emilia Bruneschi – Sie suchend. Die ists. – Aber, gute Bruneschi, wo deine Vorsprecherin – –
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276
Achter Auftritt
Vorlage S. 141
277
Camillo Rota, Schriften in der Hand. Der Prinz.
Vorlage S. 141
278
DER PRINZ.
Vorlage S. 141
279
Kommen Sie, Rota, kommen Sie. – Hier ist, was ich diesen Morgen erbrochen. Nicht viel Tröstliches! – Sie werden von selbst sehen, was darauf zu verfügen. – Nehmen Sie nur.
Vorlage S. 141
280
CAMILLO ROTA.
Vorlage S. 141
281
Gut, gnädiger Herr.
Vorlage S. 141
282
DER PRINZ.
Vorlage S. 141
283
Noch ist hier eine Bittschrift einer Emilia Galot – – Bruneschi will ich sagen. – Ich habe meine Bewilligung zwar schon beigeschrieben. Aber doch – die Sache ist keine Kleinigkeit – Lassen Sie die Ausfertigung noch anstehen. – Oder auch nicht anstehen: wie Sie wollen.
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284
CAMILLO ROTA.
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285
Nicht wie ich will, gnädiger Herr.
Vorlage S. 141
286
DER PRINZ.
Vorlage S. 141
287
Was ist sonst? Etwas zu unterschreiben?
Vorlage S. 141
288
CAMILLO ROTA.
Vorlage S. 141
289
Ein Todesurteil wäre zu unterschreiben.
Vorlage S. 141
290
DER PRINZ.
Vorlage S. 141
291
Recht gern. – Nur her! geschwind.
Vorlage S. 141
292
CAMILLO ROTA
Vorlage S. 141
293
stutzig und den Prinzen starr ansehend.
Vorlage S. 141
294
Ein Todesurteil, sagt' ich.
Vorlage S. 141
295
DER PRINZ.
Vorlage S. 141
296
Ich höre ja wohl. – Es könnte schon geschehen sein. Ich bin eilig.
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297
CAMILLO ROTA
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seine Schriften nachsehend.
Vorlage S. 141
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Nun hab' ich es doch wohl nicht mitgenommen! – – Verzeihen Sie, gnädiger Herr. – Es kann Anstand damit haben bis morgen.
Vorlage S. 141
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DER PRINZ.
Vorlage S. 142
301
Auch das! – Packen Sie nur zusammen: ich muss fort – Morgen, Rota, ein mehres! Geht ab.
Vorlage S. 142
302
CAMILLO ROTA
Vorlage S. 142
303
den Kopf schüttelnd, indem er die Papiere zu sich nimmt und abgeht.
Vorlage S. 142
304
Recht gern? – Ein Todesurteil recht gern? – Ich hätt' es ihn in diesem Augenblicke nicht mögen unterschreiben lassen, und wenn es den Mörder meines einzigen Sohnes betroffen hätte. – Recht gern! recht gern! – Es geht mir durch die Seele dieses gräßliche Recht gern!
Vorlage S. 142

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1. Womit beschäftigt sich der Prinz zu Beginn?

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Lösung und Textbeleg

Die Regieanweisung und sein Klagen über Bittschriften führen ihn zunächst bei Amtsgeschäften ein.

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2. Welcher Umstand beeinflusst die Bewilligung von Emilia Bruneschis Bitte ausdrücklich?

Eine Antwort ist richtig.

Lösung und Textbeleg

Der Prinz nennt den Vornamen selbst als Grund für sein Gewähren. Das macht die Vermischung von persönlicher Neigung und Amtsentscheidung sichtbar.

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3. Von wem stammt der Brief, den der Prinz ungeöffnet oder ungelesen beiseitelegt?

Eine Antwort ist richtig.

Lösung und Textbeleg

Der Diener nennt Orsina als Absenderin. Der Prinz wirft den Brief nach seiner Bemerkung wieder weg.

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4. Welchen Beruf übt Conti aus?

Eine Antwort ist richtig.

Lösung und Textbeleg

Conti wird ausdrücklich als Maler angekündigt; er bringt zwei Porträts mit.

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5. Welches Porträt will der Prinz bei sich behalten?

Eine Antwort ist richtig.

Lösung und Textbeleg

Orsinas Bild soll gerahmt in die Galerie, Emilias Bild dagegen beim Prinzen bleiben. Die unterschiedlichen Wünsche zeigen seine besondere Hinwendung zu Emilia.

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6. Was lässt die Entscheidung über Bruneschis Bitte über die Amtsführung des Prinzen erkennen?

Hinweise zur Überprüfung

Die Szene eröffnet eine Kritik an willkürlicher Herrschaft: Ein privater Gefühlsauslöser beeinflusst ein öffentliches Geschäft. Diese Deutung ist aus dem ausdrücklich genannten Motiv zu begründen.

  • Beschreibe zunächst seine konkrete Entscheidung.
  • Erkläre dann, warum ein persönlicher Name kein sachlicher Maßstab für eine Bittschrift ist.
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7. Wie unterscheidet sich der Umgang des Prinzen mit Orsinas Brief von seiner Reaktion auf Emilias Bild?

Hinweise zur Überprüfung

Bei Orsina zeigt er Abwehr und Ungeduld; Emilias Bild bindet seinen Blick. Der Kontrast wird nicht nur durch Äußerungen, sondern auch durch sichtbare Handlungen inszeniert.

  • Vergleiche sein Verhalten gegenüber Brief und Bild.
  • Nutze mindestens eine Regieanweisung als Beleg.
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8. Was meint Conti mit 'die Kunst geht nach Brot'?

Hinweise zur Überprüfung

Conti weist darauf hin, dass Künstler von ihrer Arbeit leben müssen. Der Prinz reagiert mit dem Anspruch, in seinem Gebiet solle das nicht nötig sein; damit ist das Problem noch nicht tatsächlich gelöst.

  • Erkläre die Redewendung im Zusammenhang von Kunst und Lebensunterhalt.
  • Unterscheide Contis berufliche Lage von der idealisierenden Antwort des Prinzen.
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9. Welche Grenze der Malerei beschreibt Conti beim Gespräch über Emilias Porträt?

Hinweise zur Überprüfung

Conti unterscheidet die erkannte Schönheit vom technisch gelungenen Bild. Seine Fähigkeit, Verluste beim Malen zu erkennen, deutet er selbst als Teil künstlerischer Größe.

  • Nenne die von Conti beschriebene Differenz zwischen Wahrnehmung und Ausführung.
  • Erkläre, warum er trotz Unzufriedenheit stolz auf sein Urteil sein kann.
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10. Wie zeigt die Kaufsprache des Prinzen seine Haltung zu Emilia?

Hinweise zur Überprüfung

Die Äußerungen gehen vom erworbenen Porträt zur Vorstellung über, Emilia selbst kaufen oder besitzen zu können. Eine kritische Deutung kann daran Macht- und Besitzdenken zeigen.

  • Unterscheide den Besitz eines Bildes vom Anspruch auf einen Menschen.
  • Belege, wie sich die Sprache vom Kunstwerk zur dargestellten Frau verschiebt.
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Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Emilia Galotti von Lessing, Gotthold Ephraim ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.

Emilia Galotti

Gotthold Ephraim Lessing: Werke. Herausgegeben von Herbert G. Göpfert in Zusammenarbeit mit Karl Eibl, Helmut Göbel, Karl S. Guthke, Gerd Hillen, Albert von Schirmding und Jörg Schönert, Band 1–8, München: Hanser, 1970 ff. Lessing, Gotthold Ephraim 128- München

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.