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Buch - Egmont - Goethe, Johann Wolfgang

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Originalwerk · Lesefassung

Egmont

Goethe, Johann Wolfgang · 1775–1787

Egmont von Goethe, Johann Wolfgang. Volltext der angegebenen Ausgabe mit textbezogenen Leseaufgaben.

DramaKlasse 9–10 · 11–137 Abschnitte
Porträt von Goethe, Johann Wolfgang von; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Porträt · Goethe, Johann Wolfgang von · Joseph Karl Stieler · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht einordnen.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 3 von 7

1. Akt

1
Erster Aufzug
Vorlage S. 370
2
Armbrustschießen.
Vorlage S. 370
3
Soldaten und Bürger mit Armbrüsten.
Vorlage S. 370
4
Jetter, Bürger von Brüssel, Schneider, tritt vor und spannt die Armbrust. Soest, Bürger von Brüssel, Krämer.
Vorlage S. 370
5
SOEST.
Vorlage S. 370
6
Nun schießt nur hin, dass es alle wird! Ihr nehmt mir's doch nicht! Drei Ringe schwarz, die habt Ihr Eure Tage nicht geschossen. Und so wär ich für dies Jahr Meister.
Vorlage S. 370
7
JETTER.
Vorlage S. 370
8
Meister und König dazu. Wer mißgönnt's Euch? Ihr sollt dafür auch die Zeche doppelt bezahlen; Ihr sollt Eure Geschicklichkeit bezahlen, wie's recht ist.
Vorlage S. 370
9
Buyck, ein Holländer, Soldat unter Egmont.
Vorlage S. 370
10
BUYCK.
Vorlage S. 370
11
Jetter, den Schuss handl ich Euch ab, teile den Gewinst, traktiere die Herren: ich bin so schon lange hier und für viele Höflichkeit Schuldner. Fehl ich, so ist's, als wenn Ihr geschossen hättet.
Vorlage S. 370
12
SOEST.
Vorlage S. 370
13
Ich sollte dreinreden: denn eigentlich verlier ich dabei. Doch, Buyck, nur immerhin.
Vorlage S. 370
14
BUYCK
Vorlage S. 370
15
schießt.
Vorlage S. 370
16
Nun, Pritschmeister, Reverenz! – Eins! Zwei! Drei! Vier!
Vorlage S. 370
17
SOEST.
Vorlage S. 370
18
Vier Ringe? Es sei!
Vorlage S. 370
19
ALLE.
Vorlage S. 370
20
Vivat, Herr König, hoch! und abermal hoch!
Vorlage S. 370
21
BUYCK.
Vorlage S. 370
22
Danke, ihr Herren. Wäre Meister zu viel! Danke für die Ehre.
Vorlage S. 370
23
JETTER.
Vorlage S. 370
24
Die habt Ihr Euch selbst zu danken.
Vorlage S. 370
25
Ruysum, ein Friesländer, Invalide und taub.
Vorlage S. 370
26
RUYSUM.
Vorlage S. 370
27
Dass ich euch sage!
Vorlage S. 370
28
SOEST.
Vorlage S. 370
29
Wie ist's, Alter?
Vorlage S. 370
30
RUYSUM.
Vorlage S. 370
31
Dass ich euch sage! – Er schießt wie sein Herr, er schießt wie Egmont.
Vorlage S. 370
32
BUYCK.
Vorlage S. 370
33
Gegen ihn bin ich nur ein armer Schlucker. Mit der Büchse trifft er erst, wie keiner in der Welt. Nicht etwa, wenn er Glück oder gute Laune hat; nein! wie er anlegt, immer rein schwarz geschossen. Gelernt habe ich von ihm. Das wäre auch ein Kerl, der bei ihm diente und nichts von ihm lernte! – Nicht zu vergessen, meine Herren! Ein König nährt seine Leute; und so, auf des Königs Rechnung, Wein her!
Vorlage S. 370
34
JETTER.
Vorlage S. 370
35
Es ist unter uns ausgemacht, dass jeder –
Vorlage S. 370
36
BUYCK.
Vorlage S. 370
37
Ich bin fremd und König, und achte Eure Gesetze und Herkommen nicht.
Vorlage S. 370
38
JETTER.
Vorlage S. 370
39
Du bist ja ärger als der Spanier; der hat sie uns doch bisher lassen müssen.
Vorlage S. 370
40
RUYSUM.
Vorlage S. 370
41
Was?
Vorlage S. 370
42
SOEST
Vorlage S. 370
43
laut.
Vorlage S. 370
44
Er will uns gastieren; er will nicht haben, dass wir zusammenlegen und der König nur das Doppelte zahlt.
Vorlage S. 370
45
RUYSUM.
Vorlage S. 370
46
Lasst ihn! doch ohne Präjudiz! Das ist auch seines Herren Art, splendid zu sein und es laufen zu lassen, wo es gedeiht. Sie bringen Wein.
Vorlage S. 370
47
ALLE.
Vorlage S. 371
48
Ihro Majestät Wohl! Hoch!
Vorlage S. 371
49
JETTER
Vorlage S. 371
50
zu Buyck.
Vorlage S. 371
51
Versteht sich: Eure Majestät.
Vorlage S. 371
52
BUYCK.
Vorlage S. 371
53
Danke von Herzen, wenn's doch so sein soll.
Vorlage S. 371
54
SOEST.
Vorlage S. 371
55
Wohl! Denn unserer spanischen Majestät Gesundheit trinkt nicht leicht ein Niederländer von Herzen.
Vorlage S. 371
56
RUYSUM.
Vorlage S. 371
57
Wer?
Vorlage S. 371
58
SOEST
Vorlage S. 371
59
laut.
Vorlage S. 371
60
Philipps des Zweiten, Königs in Spanien.
Vorlage S. 371
61
RUYSUM.
Vorlage S. 371
62
Unser allergnädigster König und Herr! Gott geb ihm langes Leben.
Vorlage S. 371
63
SOEST.
Vorlage S. 371
64
Hattet Ihr seinen Herrn Vater, Karl den Fünften, nicht lieber?
Vorlage S. 371
65
RUYSUM.
Vorlage S. 371
66
Gott tröst ihn! Das war ein Herr! Er hatte die Hand über den ganzen Erdboden und war euch alles in allem; und wenn er euch begegnete, so grüßt er euch wie ein Nachbar den andern; und wenn ihr erschrocken wart, wußt er mit so guter Manier – Ja, versteht mich – Er ging aus, ritt aus, wie's ihm einkam, gar mit wenig Leuten. Haben wir doch alle geweint, wie er seinem Sohn das Regiment hier abtrat – sagt ich, versteht mich – der ist schon anders, der ist majestätischer.
Vorlage S. 371
67
JETTER.
Vorlage S. 371
68
Er ließ sich nicht sehen, da er hier war, als in Prunk und königlichem Staate. Er spricht wenig, sagen die Leute.
Vorlage S. 371
69
SOEST.
Vorlage S. 371
70
Es ist kein Herr für uns Niederländer. Unsre Fürsten müssen froh sein wie wir, leben und leben lassen. Wir wollen nicht verachtet noch gedruckt sein, so gutherzige Narren wir auch sind.
Vorlage S. 371
71
JETTER.
Vorlage S. 371
72
Der König, denk ich, wäre wohl ein gnädiger Herr, wenn er nur bessere Ratgeber hätte.
Vorlage S. 371
73
SOEST.
Vorlage S. 371
74
Nein, nein! Er hat kein Gemüt gegen uns Niederländer, sein Herz ist dem Volke nicht geneigt, er liebt uns nicht; wie können wir ihn wieder lieben? Warum ist alle Welt dem Grafen Egmont so hold? Warum trügen wir ihn alle auf den Händen? Weil man ihm ansieht, dass er uns wohlwill; weil ihm die Fröhlichkeit, das freie Leben, die gute Meinung aus den Augen sieht; weil er nichts besitzt, das er dem Dürftigen nicht mitteilte, auch dem, der's nicht bedarf. Lasst den Grafen Egmont leben! Buyck, an Euch ist's, die erste Gesundheit zu bringen! Bringt Eures Herrn Gesundheit aus.
Vorlage S. 371
75
BUYCK.
Vorlage S. 372
76
Von ganzer Seele denn: Graf Egmont hoch!
Vorlage S. 372
77
RUYSUM.
Vorlage S. 372
78
Überwinder bei St. Quintin!
Vorlage S. 372
79
BUYCK.
Vorlage S. 372
80
Dem Helden von Gravelingen!
Vorlage S. 372
81
ALLE.
Vorlage S. 372
82
Hoch!
Vorlage S. 372
83
RUYSUM.
Vorlage S. 372
84
St. Quintin war meine letzte Schlacht. Ich konnte kaum mehr fort, kaum die schwere Büchse mehr schleppen. Hab ich doch den Franzosen noch eins auf den Pelz gebrennt, und da kriegt ich zum Abschied noch einen Streifschuß ans rechte Bein.
Vorlage S. 372
85
BUYCK.
Vorlage S. 372
86
Gravelingen! Freunde! da ging's frisch! Den Sieg haben wir allein. Brannten und sengten die welschen Hunde nicht durch ganz Flandern? Aber ich mein', wir trafen sie! Ihre alten handfesten Kerle hielten lange wider, und wir drängten und schossen und hieben, dass sie die Mäuler verzerrten und ihre Linien zuckten. Da ward Egmont das Pferd unter dem Leibe niedergeschossen, und wir stritten lange hinüber herüber, Mann für Mann, Pferd gegen Pferd, Haufe mit Haufe, auf dem breiten flachen Sand an der See hin. Auf einmal kam's, wie vom Himmel herunter, von der Mündung des Flusses, bav! bau! immer mit Kanonen in die Franzosen drein. Es waren Engländer, die unter dem Admiral Malin von ungefähr von Dünkirchen her vorbeifuhren. Zwar viel halfen sie uns nicht; sie konnten nur mit den kleinsten Schiffen herbei, und das nicht nah genug; schossen auch wohl unter uns – Es tat doch gut! Es brach die Welschen und hob unsern Mut. Da ging's rick rack! herüber hinüber! Alles totgeschlagen, alles ins Wasser gesprengt. Und die Kerle ersoffen, wie sie das Wasser schmeckten; und was wir Holländer waren, gerad hintendrein. Uns, die wir beidlebig sind, ward erst wohl im Wasser, wie den Fröschen; und immer die Feinde im Fluss zusammengehauen, weggeschossen wie die Enten. Was nun noch durchbrach, schlugen euch auf der Flucht die Bauerweiber mit Hacken und Mistgabeln tot. Musste doch die welsche Majestät gleich das Pfötchen reichen und Friede machen. Und den Frieden seid ihr uns schuldig, dem großen Egmont schuldig!
Vorlage S. 372
87
ALLE.
Vorlage S. 373
88
Hoch! dem großen Egmont hoch! und abermal hoch! und abermal hoch!
Vorlage S. 373
89
JETTER.
Vorlage S. 373
90
Hätte man uns den statt der Margrete von Parma zum Regenten gesetzt!
Vorlage S. 373
91
SOEST.
Vorlage S. 373
92
Nicht so! Wahr bleibt wahr! Ich lasse mir Margareten nicht schelten. Nun ist's an mir. Es lebe unsre gnädge Frau!
Vorlage S. 373
93
ALLE.
Vorlage S. 373
94
Sie lebe!
Vorlage S. 373
95
SOEST.
Vorlage S. 373
96
Wahrlich, treffliche Weiber sind in dem Hause. Die Regentin lebe!
Vorlage S. 373
97
JETTER.
Vorlage S. 373
98
Klug ist sie, und mäßig in allem, was sie tut; hielte sie's nur nicht so steif und fest mit den Pfaffen. Sie ist doch auch mit schuld, dass wir die vierzehn neuen Bischofsmützen im Lande haben. Wozu die nur sollen? Nicht wahr, dass man Fremde in die guten Stellen einschieben kann, wo sonst Äbte aus den Kapiteln gewählt wurden? Und wir sollen glauben, es sei um der Religion willen. Ja, es hat sich. An drei Bischöfen hatten wir genug: da ging's ehrlich und ordentlich zu. Nun muss doch auch jeder tun, als ob er nötig wäre; und da setzt's allen Augenblick Verdruss und Händel. Und je mehr ihr das Ding rüttelt und schüttelt, desto trüber wird's. Sie trinken.
Vorlage S. 373
Porträt von Goethe, Johann Wolfgang von; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Kontextbild zum Werk. Porträt · Goethe, Johann Wolfgang von · Joseph Karl Stieler · Public domain Bildquelle ↗
99
SOEST.
Vorlage S. 373
100
Das war nun des Königs Wille; sie kann nichts davon noch dazu tun.
Vorlage S. 373
101
JETTER.
Vorlage S. 373
102
Da sollen wir nun die neuen Psalmen nicht singen. Sie sind wahrlich gar schön in Reimen gesetzt und haben recht erbauliche Weisen. Die sollen wir nicht singen, aber Schelmenlieder, so viel wir wollen. Und warum? Es seien Ketzereien drin, sagen sie, und Sachen, Gott weiß. Ich hab ihrer doch auch gesungen; es ist jetzt was Neues, ich hab nichts drin gesehen.
Vorlage S. 373
103
BUYCK.
Vorlage S. 373
104
Ich wollte sie fragen! In unsrer Provinz singen wir, was wir wollen. Das macht, dass Graf Egmont unser Statthalter ist; der fragt nach so etwas nicht. – In Gent, Ypern, durch ganz Flandern singt sie, wer Belieben hat. Laut. Es ist ja wohl nichts unschuldiger als ein geistlich Lied? Nicht wahr, Vater?
Vorlage S. 373
105
RUYSUM.
Vorlage S. 373
106
Ei wohl! Es ist ja ein Gottesdienst, eine Erbauung.
Vorlage S. 373
107
JETTER.
Vorlage S. 373
108
Sie sagen aber, es sei nicht auf die rechte Art, nicht auf ihre Art; und gefährlich ist's doch immer, da lässt man's lieber sein. Die Inquisitionsdiener schleichen herum und passen auf; mancher ehrliche Mann ist schon unglücklich geworden. Der Gewissenszwang fehlte noch! Da ich nicht tun darf, was ich möchte, können sie mich doch denken und singen lassen, was ich will.
Vorlage S. 373
109
SOEST.
Vorlage S. 374
110
Die Inquisition kommt nicht auf. Wir sind nicht gemacht, wie die Spanier, unser Gewissen tyrannisieren zu lassen. Und der Adel muss auch bei Zeiten suchen, ihr die Flügel zu beschneiden.
Vorlage S. 374
111
JETTER.
Vorlage S. 374
112
Es ist sehr fatal. Wenn's den lieben Leuten einfällt, in mein Haus zu stürmen, und ich sitz an meiner Arbeit und summe just einen französischen Psalm und denke nichts dabei, weder Gutes noch Böses; ich summe ihn aber, weil er mir in der Kehle ist: gleich bin ich ein Ketzer und werde eingesteckt. Oder ich gehe über Land und bleibe bei einem Haufen Volks stehen, das einem neuen Prediger zuhört, einem von denen, die aus Deutschland gekommen sind: auf der Stelle heiß ich ein Rebell und komme in Gefahr, meinen Kopf zu verlieren. Habt ihr je einen predigen hören?
Vorlage S. 374
113
SOEST.
Vorlage S. 374
114
Wackre Leute. Neulich hört ich einen auf dem Felde vor tausend und tausend Menschen sprechen. Das war ein ander Geköch, als wenn unsre auf der Kanzel herumtrommeln und die Leute mit lateinischen Brocken erwürgen. Der sprach von der Leber weg; sagte, wie sie uns bisher hätten bei der Nase herumgeführt, uns in der Dummheit erhalten, und wie wir mehr Erleuchtung haben könnten. – Und das bewies er euch alles aus der Bibel.
Vorlage S. 374
115
JETTER.
Vorlage S. 374
116
Da mag doch auch was dran sein. Ich sagt's immer selbst und grübelte so über die Sache nach. Mir ist's lang im Kopf herumgegangen.
Vorlage S. 374
117
BUYCK.
Vorlage S. 374
118
Es läuft ihnen auch alles Volk nach.
Vorlage S. 374
119
SOEST.
Vorlage S. 374
120
Das glaub ich, wo man was Gutes hören kann und was Neues.
Vorlage S. 374
121
JETTER.
Vorlage S. 374
122
Und was ist's denn nun? Man kann ja einen jeden predigen lassen nach seiner Weise.
Vorlage S. 374
123
BUYCK.
Vorlage S. 374
124
Frisch, ihr Herren! Über dem Schwätzen vergesst ihr den Wein und Oranien.
Vorlage S. 374
125
JETTER.
Vorlage S. 375
126
Den nicht zu vergessen. Das ist ein rechter Wall: wenn man nur an ihn denkt, meint man gleich, man könne sich hinter ihn verstecken, und der Teufel brächte einen nicht hervor. Hoch! Wilhelm von Oranien, hoch!
Vorlage S. 375
127
ALLE.
Vorlage S. 375
128
Hoch! Hoch!
Vorlage S. 375
129
SOEST.
Vorlage S. 375
130
Nun, Alter, bring auch deine Gesundheit!
Vorlage S. 375
131
RUYSUM.
Vorlage S. 375
132
Alte Soldaten! Alle Soldaten! Es lebe der Krieg!
Vorlage S. 375
133
BUYCK.
Vorlage S. 375
134
Bravo, Alter! Alle Soldaten! Es lebe der Krieg!
Vorlage S. 375
135
JETTER.
Vorlage S. 375
136
Krieg! Krieg! Wisst ihr auch, was ihr ruft? Dass es euch leicht vom Munde geht, ist wohl natürlich; wie lumpig aber unsereinem dabei zumute ist, kann ich nicht sagen. Das ganze Jahr das Getrommel zu hören; und nichts zu hören, als wie da ein Haufen gezogen kommt und dort ein andrer, wie sie über einen Hügel kamen und bei einer Mühle hielten, wieviel da geblieben sind, wieviel dort, und wie sie sich drängen und einer gewinnt, der andere verliert, ohne dass man sein Tage begreift, wer was gewinnt oder verliert. Wie eine Stadt eingenommen wird, die Bürger ermordet werden, und wie's den armen Weibern, den unschuldigen Kindern ergeht. Das ist eine Not und Angst, man denkt jeden Augenblick: ›Da kommen sie! Es geht uns auch so.‹
Vorlage S. 375
137
SOEST.
Vorlage S. 375
138
Drum muss auch ein Bürger immer in Waffen geübt sein.
Vorlage S. 375
139
JETTER.
Vorlage S. 375
140
Ja, es übt sich, wer Frau und Kinder hat. Und doch hör ich noch lieber von Soldaten, als ich sie sehe.
Vorlage S. 375
141
BUYCK.
Vorlage S. 375
142
Das sollt ich übelnehmen.
Vorlage S. 375
143
JETTER.
Vorlage S. 375
144
Auf Euch ist's nicht gesagt, Landsmann. Wie wir die spanischen Besatzungen los waren, holten wir wieder Atem.
Vorlage S. 375
145
SOEST.
Vorlage S. 375
146
Gelt! die lagen dir am schwersten auf?
Vorlage S. 375
147
JETTER.
Vorlage S. 375
148
Vexier Er sich!
Vorlage S. 375
149
SOEST.
Vorlage S. 375
150
Die hatten scharfe Einquartierung bei dir.
Vorlage S. 375
151
JETTER.
Vorlage S. 375
152
Halt dein Maul!
Vorlage S. 375
153
SOEST.
Vorlage S. 375
154
Sie hatten ihn vertrieben aus der Küche, dem Keller, der Stube – dem Bette. Sie lachen.
Vorlage S. 375
155
JETTER.
Vorlage S. 375
156
Du bist ein Tropf.
Vorlage S. 375
157
BUYCK.
Vorlage S. 375
158
Friede, ihr Herren! Muss der Soldat Friede rufen? – Nun da ihr von uns nichts hören wollt, nun bringt auch eure Gesundheit aus, eine bürgerliche Gesundheit.
Vorlage S. 375
159
JETTER.
Vorlage S. 376
160
Dazu sind wir bereit! Sicherheit und Ruhe!
Vorlage S. 376
161
SOEST.
Vorlage S. 376
162
Ordnung und Freiheit!
Vorlage S. 376
163
BUYCK.
Vorlage S. 376
164
Brav! das sind auch wir zufrieden.
Vorlage S. 376
165
Sie stoßen an und wiederholen fröhlich die Worte, doch so, daß jeder ein anders ausruft und es eine Art Kanon wird. Der Alte horcht und fällt endlich auch mit ein.
Vorlage S. 376
166
ALLE.
Vorlage S. 376
167
Sicherheit und Ruhe! Ordnung und Freiheit!
Vorlage S. 376
168
Palast der Regentin.
Vorlage S. 376
169
Margarete von Parma in Jagdkleidern. Hofleute. Pagen. Bediente.
Vorlage S. 376
170
REGENTIN.
Vorlage S. 376
171
Ihr stellt das Jagen ab, ich werde heut nicht reiten. Sagt Machiavellen, er soll zu mir kommen. Alle gehen ab. Der Gedanke an diese schrecklichen Begebenheiten lässt mir keine Ruhe! Nichts kann mich ergetzen, nichts mich zerstreuen; immer sind diese Bilder, diese Sorgen vor mir. Nun wird der König sagen, dies sei'n die Folgen meiner Güte, meiner Nachsicht; und doch sagt mir mein Gewissen, jeden Augenblick das Rätlichste, das Beste getan zu haben. Sollte ich früher mit dem Sturme des Grimmes diese Flammen anfachen und umhertreiben? Ich hoffte, sie zu umstellen, sie in sich selbst zu verschütten. Ja, was ich mir selbst sage, was ich wohl weiß, entschuldigt mich vor mir selbst; aber wie wird es mein Bruder aufnehmen? Denn, ist es zu leugnen? der Übermut der fremden Lehrer hat sich täglich erhöht; sie haben unser Heiligtum gelästert, die stumpfen Sinne des Pöbels zerrüttet und den Schwindelgeist unter sie gebannt. Unreine Geister haben sich unter die Aufrührer gemischt, und schreckliche Taten sind geschehen, die zu denken schauderhaft ist und die ich nun einzeln nach Hofe zu berichten habe, schnell und einzeln, damit mir der allgemeine Ruf nicht zuvorkomme, damit der König nicht denke, man wolle noch mehr verheimlichen. Ich sehe kein Mittel, weder strenges noch gelindes, dem Übel zu steuern. O was sind wir Großen auf der Woge der Menschheit? Wir glauben sie zu beherrschen, und sie treibt uns auf und nieder, hin und her.
Vorlage S. 376
172
Machiavell tritt auf.
Vorlage S. 376
173
REGENTIN.
Vorlage S. 377
174
Sind die Briefe an den König aufgesetzt?
Vorlage S. 377
175
MACHIAVELL.
Vorlage S. 377
176
In einer Stunde werdet Ihr sie unterschreiben können.
Vorlage S. 377
177
REGENTIN.
Vorlage S. 377
178
Habt Ihr den Bericht ausführlich genug gemacht?
Vorlage S. 377
179
MACHIAVELL.
Vorlage S. 377
180
Ausführlich und umständlich, wie es der König liebt. Ich erzähle, wie zuerst um St. Omer die bilderstürmerische Wut sich zeigt. Wie eine rasende Menge, mit Stäben, Beilen, Hämmern, Leitern, Stricken versehen, von wenig Bewaffneten begleitet, erst Kapellen, Kirchen und Klöster anfallen, die Andächtigen verjagen, die verschlossenen Pforten aufbrechen, alles umkehren, die Altäre niederreißen, die Statuen der Heiligen zerschlagen, alle Gemälde verderben, alles, was sie nur Geweihtes, Geheiligtes antreffen, zerschmettern, zerreißen, zertreten. Wie sich der Haufe unterwegs vermehrt, die Einwohner von Ypern ihnen die Tore eröffnen. Wie sie den Dom mit unglaublicher Schnelle verwüsten, die Bibliothek des Bischofs verbrennen. Wie eine große Menge Volks, von gleichem Unsinn ergriffen, sich über Menin, Comines, Verwich, Lille verbreitet, nirgend Widerstand findet, und wie fast durch ganz Flandern in Einem Augenblicke die ungeheure Verschwörung sich erklärt und ausgeführt ist.
Vorlage S. 377
181
REGENTIN.
Vorlage S. 377
182
Ach, wie ergreift mich aufs neue der Schmerz bei deiner Wiederholung! Und die Furcht gesellt sich dazu, das Übel werde nur größer und größer werden. Sagt mir Eure Gedanken, Machiavell!
Vorlage S. 377
183
MACHIAVELL.
Vorlage S. 377
184
Verzeihen Eure Hoheit, meine Gedanken sehen Grillen so ähnlich; und wenn Ihr auch immer mit meinen Diensten zufrieden wart, habt Ihr doch selten meinem Rat folgen mögen. Ihr sagtet oft im Scherze: ›Du siehst zu weit, Machiavell! Du solltest Geschichtschreiber sein: wer handelt, muss fürs Nächste sorgen.‹ Und doch, habe ich diese Geschichte nicht vorauserzählt? Hab ich nicht alles vorausgesehen?
Vorlage S. 377
185
REGENTIN.
Vorlage S. 377
186
Ich sehe auch viel voraus, ohne es ändern zu können.
Vorlage S. 377
187
MACHIAVELL.
Vorlage S. 377
188
Ein Wort für tausend: Ihr unterdrückt die neue Lehre nicht. Lasst sie gelten, sondert sie von den Rechtgläubigen, gebt ihnen Kirchen, fasst sie in die bürgerliche Ordnung, schränkt sie ein; und so habt ihr die Aufrührer auf einmal zur Ruhe gebracht. Jede andern Mittel sind vergeblich, und Ihr verheert das Land.
Vorlage S. 377
189
REGENTIN.
Vorlage S. 378
190
Hast du vergessen, mit welchem Abscheu mein Bruder selbst die Frage verwarf, ob man die neue Lehre dulden könne? Weißt du nicht, wie er mir in jedem Briefe die Erhaltung des wahren Glaubens aufs eifrigste empfiehlt? dass er Ruhe und Einigkeit auf Kosten der Religion nicht hergestellt wissen will? Hält er nicht selbst in den Provinzen Spione, die wir nicht kennen, um zu erfahren, wer sich zu der neuen Meinung hinüberneigt? Hat er nicht zu unsrer Verwunderung uns diesen und jenen genannt, der sich in unsrer Nähe heimlich der Ketzerei schuldig machte? Befiehlt er nicht Strenge und Schärfe? Und ich soll gelind sein? ich soll Vorschläge tun, dass er nachsehe, dass er dulde? Würde ich nicht alles Vertrauen, allen Glauben bei ihm verlieren?
Vorlage S. 378
191
MACHIAVELL.
Vorlage S. 378
192
Ich weiß wohl; der König befiehlt, er lässt Euch seine Absichten wissen. Ihr sollt Ruhe und Friede wieder herstellen durch ein Mittel, das die Gemüter noch mehr erbittert, das den Krieg unvermeidlich an allen Enden anblasen wird. Bedenkt, was Ihr tut! Die größten Kaufleute sind angesteckt, der Adel, das Volk, die Soldaten. Was hilft es, auf seinen Gedanken beharren, wenn sich um uns alles ändert? Möchte doch ein guter Geist Philippen eingeben, dass es einem Könige anständiger ist, Bürger zweierlei Glaubens zu regieren, als sie durch einander aufzureiben.
Vorlage S. 378
193
REGENTIN.
Vorlage S. 378
194
Solch ein Wort nie wieder! Ich weiß wohl, dass Politik selten Treu und Glauben halten kann, dass sie Offenheit, Gutherzigkeit, Nachgiebigkeit aus unsern Herzen ausschließt. In weltlichen Geschäften ist das leider nur zu wahr; sollen wir aber auch mit Gott spielen, wie untereinander? Sollen wir gleichgültig gegen unsre bewährte Lehre sein, für die so viele ihr Leben aufgeopfert haben? Die sollten wir hingeben an hergelaufne, ungewisse, sich selbst widersprechende Neuerungen?
Vorlage S. 378
195
MACHIAVELL.
Vorlage S. 379
196
Denkt nur deswegen nicht übler von mir!
Vorlage S. 379
Johannes Vermeer – Briefleserin in Blau, um 1663. Vergleichsbild zum Motiv des Lesens und Briefeschreibens, keine konkrete Buchszene.
Kontextbild zum Werk. Briefleserin in Blau · Johannes Vermeer · Public domain Bildquelle ↗
197
REGENTIN.
Vorlage S. 379
198
Ich kenne dich und deine Treue, und weiß, dass einer ein ehrlicher und verständiger Mann sein kann, wenn er gleich den nächsten, besten Weg zum Heil seiner Seele verfehlt hat. Es sind noch andere, Machiavell, Männer, die ich schätzen und tadeln muss.
Vorlage S. 379
199
MACHIAVELL.
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200
Wen bezeichnet Ihr mir?
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201
REGENTIN.
Vorlage S. 379
202
Ich kann es gestehen, dass mir Egmont heute einen recht innerlichen tiefen Verdruss erregte.
Vorlage S. 379
203
MACHIAVELL.
Vorlage S. 379
204
Durch welches Betragen?
Vorlage S. 379
205
REGENTIN.
Vorlage S. 379
206
Durch sein gewöhnliches, durch Gleichgültigkeit und Leichtsinn. Ich erhielt die schreckliche Botschaft, eben als ich, von vielen und ihm begleitet, aus der Kirche ging. Ich hielt meinen Schmerz nicht an, beklagte mich laut und rief, indem ich mich zu ihm wendete: ›Seht, was in Eurer Provinz entsteht! Das duldet Ihr, Graf, von dem der König sich alles versprach?‹
Vorlage S. 379
207
MACHIAVELL.
Vorlage S. 379
208
Und was antwortete er?
Vorlage S. 379
209
REGENTIN.
Vorlage S. 379
210
Als wenn es nichts, als wenn es eine Nebensache wäre, versetzte er: ›Wären nur erst die Niederländer über ihre Verfassung beruhigt! Das übrige würde sich leicht geben.‹
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211
MACHIAVELL.
Vorlage S. 379
212
Vielleicht hat er wahrer als klug und fromm gesprochen. Wie soll Zutrauen entstehen und bleiben, wenn der Niederländer sieht, dass es mehr um seine Besitztümer als um sein Wohl, um seiner Seele Heil zu tun ist? Haben die neuen Bischöfe mehr Seelen gerettet als fette Pfründen geschmaust, und sind es nicht meist Fremde? Noch werden alle Statthalterschaften mit Niederländern besetzt; lassen sich es die Spanier nicht zu deutlich merken, dass sie die größte, unwiderstehlichste Begierde nach diesen Stellen empfinden? Will ein Volk nicht lieber nach seiner Art von den Seinigen regieret werden, als von Fremden, die erst im Lande sich wieder Besitztümer auf Unkosten aller zu erwerben suchen, die einen fremden Maßstab mitbringen und unfreundlich und ohne Teilnehmung herrschen?
Vorlage S. 379
213
REGENTIN.
Vorlage S. 379
214
Du stellst dich auf die Seite der Gegner.
Vorlage S. 379
215
MACHIAVELL.
Vorlage S. 379
216
Mit dem Herzen gewiss nicht; und wollte, ich könnte mit dem Verstande ganz auf der unsrigen sein.
Vorlage S. 379
217
REGENTIN.
Vorlage S. 380
218
Wenn du so willst, so tät es not, ich träte ihnen meine Regentschaft ab; denn Egmont und Oranien machten sich große Hoffnung, diesen Platz einzunehmen. Damals waren sie Gegner; jetzt sind sie gegen mich verbunden, sind Freunde, unzertrennliche Freunde geworden.
Vorlage S. 380
219
MACHIAVELL.
Vorlage S. 380
220
Ein gefährliches Paar!
Vorlage S. 380
221
REGENTIN.
Vorlage S. 380
222
Soll ich aufrichtig reden: ich fürchte Oranien, und ich fürchte für Egmont. Oranien sinnt nichts Gutes, seine Gedanken reichen in die Ferne, er ist heimlich, scheint alles anzunehmen, widerspricht nie, und in tiefster Ehrfurcht, mit größter Vorsicht tut er, was ihm beliebt.
Vorlage S. 380
223
MACHIAVELL.
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224
Recht im Gegenteil geht Egmont einen freien Schritt, als wenn die Welt ihm gehörte.
Vorlage S. 380
225
REGENTIN.
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226
Er trägt das Haupt so hoch, als wenn die Hand der Majestät nicht Über ihm schwebte.
Vorlage S. 380
227
MACHIAVELL.
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228
Die Augen des Volks sind alle nach ihm gerichtet, und die Herzen hängen an ihm.
Vorlage S. 380
229
REGENTIN.
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230
Nie hat er einen Schein vermieden; als wenn niemand Rechenschaft von ihm zu fordern hätte. Noch trägt er den Namen Egmont. ›Graf Egmont‹ freut ihn sich nennen zu hören; als wollte er nicht vergessen, dass seine Vorfahren Besitzer von Geldern waren. Warum nennt er sich nicht Prinz von Gaure, wie es ihm zukommt? Warum tut er das? Will er erloschne Rechte wieder geltend machen?
Vorlage S. 380
231
MACHIAVELL.
Vorlage S. 380
232
Ich halte ihn für einen treuen Diener des Königs.
Vorlage S. 380
233
REGENTIN.
Vorlage S. 380
234
Wenn er wollte, wie verdient könnte er sich um die Regierung machen; anstatt dass er uns schon, ohne sich zu nutzen, unsäglichen Verdruss gemacht hat. Seine Gesellschaften, Gastmahle und Gelage haben den Adel mehr verbunden und verknüpft als die gefährlichsten heimlichen Zusammenkünfte. Mit seinen Gesundheiten haben die Gäste einen dauernden Rausch, einen nie sich verziehenden Schwindel geschöpft. Wie oft setzt er durch seine Scherzreden die Gemüter des Volks in Bewegung, und wie stutzte der Pöbel über die neuen Livreen, über die törichten Abzeichen der Bedienten!
Vorlage S. 380
235
MACHIAVELL.
Vorlage S. 380
236
Ich bin überzeugt, es war ohne Absicht.
Vorlage S. 380
237
REGENTIN.
Vorlage S. 381
238
Schlimm genug. Wie ich sage: er schadet uns und nützt sich nicht. Er nimmt das Ernstliche scherzhaft; und wir, um nicht müßig und nachlässig zu scheinen, müssen das Scherzhafte ernstlich nehmen. So hetzt eins das andre; und was man abzuwenden sucht, das macht sich erst recht. Er ist gefährlicher als ein entschiednes Haupt einer Verschwörung; und ich müsste mich sehr irren, wenn man ihm bei Hofe nicht alles gedenkt. Ich kann nicht leugnen, es vergeht wenig Zeit, dass er mich nicht empfindlich, sehr empfindlich macht.
Vorlage S. 381
239
MACHIAVELL.
Vorlage S. 381
240
Er scheint mir in allem nach seinem Gewissen zu handeln.
Vorlage S. 381
241
REGENTIN.
Vorlage S. 381
242
Sein Gewissen hat einen gefälligen Spiegel. Sein Betragen ist oft beleidigend. Er sieht oft aus, als wenn er in der völligen Überzeugung lebe, er sei Herr und wolle es uns nur aus Gefälligkeit nicht fühlen lassen, wolle uns so gerade nicht zum Lande hinausjagen; es werde sich schon geben.
Vorlage S. 381
243
MACHIAVELL.
Vorlage S. 381
244
Ich bitte Euch, legt seine Offenheit, sein glückliches Blut, das alles Wichtige leicht behandelt, nicht zu gefährlich aus. Ihr schadet nur ihm und Euch.
Vorlage S. 381
245
REGENTIN.
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246
Ich lege nichts aus. Ich spreche nur von den unvermeidlichen Folgen, und ich kenne ihn. Sein niederländischer Adel und sein Golden Vlies vor der Brust stärken sein Vertrauen, seine Kühnheit. Beides kann ihn vor einem schnellen, willkürlichen Unmut des Königs schützen. Untersuch es genau: an dem ganzen Unglück, das Flandern trifft, ist er doch nur allein schuld. Er hat zuerst den fremden Lehrern nachgesehn, hat's so genau nicht genommen und vielleicht sich heimlich gefreut, dass wir etwas zu schaffen hatten. Lass mich nur! was ich auf dem Herzen habe, soll bei dieser Gelegenheit davon. Und ich will die Pfeile nicht umsonst verschießen; ich weiß, wo er empfindlich ist. Er ist auch empfindlich.
Vorlage S. 381
247
MACHIAVELL.
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248
Habt Ihr den Rat zusammenberufen lassen? Kommt Oranien auch?
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249
REGENTIN.
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250
Ich habe nach Antwerpen um ihn geschickt. Ich will ihnen die Last der Verantwortung nahe genug zuwälzen; sie sollen sich mit mir dem Übel ernstlich entgegensetzen oder sich auch als Rebellen erklären. Eile, dass die Briefe fertig werden, und bringe mir sie zur Unterschrift! Dann sende schnell den bewährten Vaska nach Madrid; er ist unermüdet und treu; dass mein Bruder zuerst durch ihn die Nachricht erfahre, dass der Ruf ihn nicht übereile. Ich will ihn selbst noch sprechen, eh er abgeht.
Vorlage S. 381
251
MACHIAVELL.
Vorlage S. 382
252
Eure Befehle sollen schnell und genau befolgt werden.
Vorlage S. 382
253
Bürgerhaus.
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254
Klare. Klarens Mutter. Brackenburg.
Vorlage S. 382
255
KLARE.
Vorlage S. 382
256
Wollt Ihr mir nicht das Garn halten, Brackenburg?
Vorlage S. 382
257
BRACKENBURG.
Vorlage S. 382
258
Ich bitt Euch, verschont mich, Klärchen!
Vorlage S. 382
259
KLARE.
Vorlage S. 382
260
Was habt Ihr wieder? Warum versagt Ihr mir diesen kleinen Liebesdienst?
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261
BRACKENBURG.
Vorlage S. 382
262
Ihr bannt mich mit dem Zwirn so fest vor Euch hin, ich kann Euern Augen nicht aus weichen.
Vorlage S. 382
263
KLARE.
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264
Grillen! Kommt und haltet!
Vorlage S. 382
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MUTTER
Vorlage S. 382
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im Sessel strickend.
Vorlage S. 382
267
Singt doch eins! Brackenburg sekundiert so hübsch. Sonst wart ihr lustig, und ich hatte immer was zu lachen.
Vorlage S. 382
268
BRACKENBURG.
Vorlage S. 382
269
Sonst.
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270
KLARE.
Vorlage S. 382
271
Wir wollen singen.
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272
BRACKENBURG.
Vorlage S. 382
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Was Ihr wollt.
Vorlage S. 382
274
KLARE.
Vorlage S. 382
275
Nur hübsch munter und frisch weg! Es ist ein Soldatenliedchen, mein Leibstück. Sie wickelt Garn und singt mit Brackenburg.
Vorlage S. 382
276
Die Trommel gerühret!
Vorlage S. 382
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Das Pfeifchen gespielt!
Vorlage S. 382
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Mein Liebster gewaffnet
Vorlage S. 382
279
Dem Haufen befiehlt,
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Die Lanze hoch führet,
Vorlage S. 382
281
Die Leute regieret.
Vorlage S. 382
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Wie klopft mir das Herze!
Vorlage S. 382
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Wie wallt mir das Blut!
Vorlage S. 382
284
O hätt ich ein Wämslein
Vorlage S. 382
285
Und Hosen und Hut!
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286
Ich folgt ihm zum Tor 'naus
Vorlage S. 382
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Mit mutigem Schritt,
Vorlage S. 383
288
Ging durch die Provinzen,
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289
Ging überall mit.
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Die Feinde schon weichen,
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291
Wir schießen hinterdrein!
Vorlage S. 383
292
Welch Glück sondergleichen,
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Ein Mannsbild zu sein!
Vorlage S. 383
Carl Spitzweg – Der Bücherwurm, um 1850. Motivvergleich zu Lesen und Wissen; keine Darstellung einer Figur dieses Buches.
Kontextbild zum Werk. Der Bücherwurm · Carl Spitzweg · Public domain Bildquelle ↗
294
Brackenburg hat unter dem Singen Klärchen oft angesehen; zuletzt bleibt ihm die Stimme stocken, die Tränen kommen ihm in die Augen, er lässt den Strang fallen und geht ans Fenster. Klärchen singt das Lied allein aus, die Mutter winkt ihr halb unwillig, sie steht auf, geht einige Schritte nach ihm hin, kehrt halb unschlüssig wieder um und setzt sich.
Vorlage S. 383
295
MUTTER.
Vorlage S. 383
296
Was gibt's auf der Gasse, Brackenburg? Ich höre marschieren.
Vorlage S. 383
297
BRACKENBURG.
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298
Es ist die Leibwache der Regentin.
Vorlage S. 383
299
KLARE.
Vorlage S. 383
300
Um diese Stunde? was soll das bedeuten? Sie steht auf und geht an das Fenster zu Brackenburg. Das ist nicht die tägliche Wache, das sind weit mehr! Fast alle ihre Haufen. O Brackenburg, geht! hört einmal, was es gibt? Es muss etwas Besonderes sein. Geht, guter Brackenburg, tut mir den Gefallen!
Vorlage S. 383
301
BRACKENBURG.
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302
Ich gehe! Ich bin gleich wieder da! Er reicht ihr abgehend die Hand; sie gibt ihm die ihrige.
Vorlage S. 383
303
MUTTER.
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304
Du schickst ihn schon wieder weg!
Vorlage S. 383
305
KLARE.
Vorlage S. 383
306
Ich bin neugierig; und auch, verdenkt mir's nicht, seine Gegenwart tut mir weh. Ich weiß immer nicht, wie ich mich gegen ihn betragen soll. Ich habe unrecht gegen ihn, und mich nagt's am Herzen, dass er es so lebendig fühlt. – Kann ich's doch nicht ändern!
Vorlage S. 383
307
MUTTER.
Vorlage S. 383
308
Es ist ein so treuer Bursche.
Vorlage S. 383
309
KLARE.
Vorlage S. 383
310
Ich kann's auch nicht lassen, ich muss ihm freundlich begegnen. Meine Hand drückt sich oft unversehens zu, wenn die seine mich so leise, so liebevoll anfaßt. Ich mache mir Vorwürfe, dass ich ihn betrüge, dass ich in seinem Herzen eine vergebliche Hoffnung nähre. Ich bin übel dran. Weiß Gott, ich betrüg ihn nicht. Ich will nicht, dass er hoffen soll, und ich kann ihn doch nicht verzweifeln lassen.
Vorlage S. 383
311
MUTTER.
Vorlage S. 384
312
Das ist nicht gut.
Vorlage S. 384
313
KLARE.
Vorlage S. 384
314
Ich hatte ihn gern und will ihm auch noch wohl in der Seele. Ich hätte ihn heiraten können und glaube, ich war nie in ihn verliebt.
Vorlage S. 384
315
MUTTER.
Vorlage S. 384
316
Glücklich wärst du immer mit ihm gewesen.
Vorlage S. 384
317
KLARE.
Vorlage S. 384
318
Wäre versorgt und hätte ein ruhiges Leben.
Vorlage S. 384
319
MUTTER.
Vorlage S. 384
320
Und das ist alles durch deine Schuld verscherzt.
Vorlage S. 384
321
KLARE.
Vorlage S. 384
322
Ich bin in einer wunderlichen Lage. Wenn ich so nachdenke, wie es gegangen ist, weiß ich's wohl und weiß es nicht. Und dann darf ich Egmont nur wieder ansehen, wird mir alles sehr begreiflich, ja, wäre mir weit mehr begreiflich. Ach, was ist's ein Mann! Alle Provinzen beten ihn an, und ich in seinem Arm sollte nicht das glücklichste Geschöpf von der Welt sein?
Vorlage S. 384
323
MUTTER.
Vorlage S. 384
324
Wie wird's in der Zukunft werden?
Vorlage S. 384
325
KLARE.
Vorlage S. 384
326
Ach, ich frage nur, ob er mich liebt; und ob er mich liebt, ist das eine Frage?
Vorlage S. 384
327
MUTTER.
Vorlage S. 384
328
Man hat nichts als Herzensangst mit seinen Kindern. Wie das ausgehen wird! Immer Sorge und Kummer! Es geht nicht gut aus! Du hast dich unglücklich gemacht! mich unglücklich gemacht.
Vorlage S. 384
329
KLARE
Vorlage S. 384
330
gelassen.
Vorlage S. 384
331
Ihr ließet es doch im Anfange.
Vorlage S. 384
332
MUTTER.
Vorlage S. 384
333
Leider war ich zu gut, bin immer zu gut.
Vorlage S. 384
334
KLARE.
Vorlage S. 384
335
Wenn Egmont vorbeiritt und ich ans Fenster lief, schaltet Ihr mich da? Tratet Ihr nicht selbst ans Fenster? Wenn er heraufsah, lächelte, nickte, mich grüßte: war es Euch zuwider? Fandet Ihr Euch nicht selbst in Eurer Tochter geehrt?
Vorlage S. 384
336
MUTTER.
Vorlage S. 384
337
Mache mir noch Vorwürfe!
Vorlage S. 384
338
KLARE
Vorlage S. 384
339
gerührt.
Vorlage S. 384
340
Wenn er nun öfter die Straße kam und wir wohl fühlten, dass er um meinetwillen den Weg machte, bemerktet Ihr's nicht selbst mit heimlicher Freude? Rieft Ihr mich ab, wenn ich hinter den Scheiben stand und ihn erwartete?
Vorlage S. 384
341
MUTTER.
Vorlage S. 384
342
Dachte ich, dass es so weit kommen sollte?
Vorlage S. 384
343
KLARE
Vorlage S. 384
344
mit stockender Stimme und zurückgehaltenen Tränen.
Vorlage S. 384
345
Und wie er uns abends, in den Mantel eingehüllt, bei der Lampe überraschte, wer war geschäftig, ihn zu empfangen, da ich auf meinem Stuhl wie angekettet und staunend sitzen blieb?
Vorlage S. 384
346
MUTTER.
Vorlage S. 385
347
Und konnte ich fürchten, dass diese unglückliche Liebe das kluge Klärchen so bald hinreißen würde? Ich muss es nun tragen, dass meine Tochter –
Vorlage S. 385
348
KLARE
Vorlage S. 385
349
mit ausbrechenden Tränen.
Vorlage S. 385
350
Mutter! Ihr wollt's nun! Ihr habt Eure Freude, mich zu ängstigen.
Vorlage S. 385
351
MUTTER
Vorlage S. 385
352
weinend.
Vorlage S. 385
353
Weine noch gar! mache mich noch elender durch deine Betrübnis! Ist mir's nicht Kummer genug, dass meine einzige Tochter ein verworfenes Geschöpf ist?
Vorlage S. 385
354
KLARE
Vorlage S. 385
355
aufstehend und kalt.
Vorlage S. 385
356
Verworfen! Egmonts Geliebte verworfen? – Welche Fürstin neidete nicht das arme Klärchen um den Platz an seinem Herzen! O Mutter – meine Mutter, so redetet Ihr sonst nicht. Liebe Mutter, seid gut! – Das Volk, was das denkt, die Nachbarinnen, was die murmeln – Diese Stube, dieses kleine Haus ist ein Himmel, seit Egmonts Liebe drin wohnt.
Vorlage S. 385
357
MUTTER.
Vorlage S. 385
358
Man muss ihm hold sein! das ist wahr. Er ist immer so freundlich, frei und offen.
Vorlage S. 385
359
KLARE.
Vorlage S. 385
360
Es ist keine falsche Ader an ihm. Seht, Mutter, und er ist doch der große Egmont. Und wenn er zu mir kommt, wie er so lieb ist, so gut! wie er mir seinen Stand, seine Tapferkeit gerne verbärge! wie er um mich besorgt ist! so nur Mensch, nur Freund, nur Liebster.
Vorlage S. 385
361
MUTTER.
Vorlage S. 385
362
Kommt er wohl heute?
Vorlage S. 385
363
KLARE.
Vorlage S. 385
364
Habt Ihr mich nicht oft ans Fenster gehen sehn? Habt Ihr nicht bemerkt, wie ich horche, wenn's an der Tür rauscht? – Ob ich schon weiß, dass er vor Nacht nicht kommt, vermut ich ihn doch jeden Augenblick, von morgens an, wenn ich aufstehe. Wär ich nur ein Bube und könnte immer mit ihm gehen, zu Hofe und überall hin! Könnt ihm die Fahne nachtragen in der Schlacht!
Vorlage S. 385
365
MUTTER.
Vorlage S. 385
366
Du warst immer so ein Springinsfeld; als ein kleines Kind schon, bald toll, bald nachdenklich. Ziehst du dich nicht ein wenig besser an?
Vorlage S. 385
367
KLARE.
Vorlage S. 385
368
Vielleicht, Mutter! wenn ich Langeweile habe. – Gestern, denkt, gingen von seinen Leuten vorbei und sangen Lobliedchen auf ihn. Wenigstens war sein Name in den Liedern! das übrige konnte ich nicht verstehn. Das Herz schlug mir bis an den Hals. – Ich hätte sie gern zurückgerufen, wenn ich mich nicht geschämt hätte.
Vorlage S. 385
369
MUTTER.
Vorlage S. 386
370
Nimm dich in acht! Dein heftiges Wesen verdirbt noch alles; du verrätst dich offenbar vor den Leuten. Wie neulich bei dem Vetter, wie du den Holzschnitt und die Beschreibung fandst und mit einem Schrei riefst: Graf Egmont! – Ich ward feuerrot.
Vorlage S. 386
371
KLARE.
Vorlage S. 386
372
Hätt ich nicht schreien sollen? Es war die Schlacht bei Gravelingen, und ich finde oben im Bilde den Buchstaben C. und suche unten in der Beschreibung C. Steht da: ›Graf Egmont, dem das Pferd unter dem Leibe totgeschossen wird.‹ Mich überlief's – und hernach musst ich lachen Über den holzgeschnitzten Egmont, der so groß war als der Turm von Gravelingen gleich dabei und die englischen Schiffe an der Seite. – Wenn ich mich manchmal erinnere, wie ich mir sonst eine Schlacht vorgestellt, und was ich mir als Mädchen für ein Bild vom Grafen Egmont machte, wenn sie von ihm erzählten, und von allen Grafen und Fürsten – und wie mir's jetzt ist! Brackenburg kommt.
Vorlage S. 386
373
KLARE.
Vorlage S. 386
374
Wie steht's?
Vorlage S. 386
375
BRACKENBURG.
Vorlage S. 386
376
Man weiß nichts Gewisses. In Flandern soll neuerdings ein Tumult entstanden sein; die Regentin soll besorgen, er möchte sich hieher verbreiten. Das Schloß ist stark besetzt, die Bürger sind zahlreich an den Toren, das Volk summt in den Gassen. – Ich will nur schnell zu meinem alten Vater. Als wollt er gehen.
Vorlage S. 386
377
KLARE.
Vorlage S. 386
378
Sieht man Euch morgen? Ich will mich ein wenig anziehen. Der Vetter kommt, und ich sehe gar zu liederlich aus. Helft mir einen Augenblick, Mutter! – Nehmt das Buch mit, Brackenburg, und bringt mir wieder so eine Historie!
Vorlage S. 386
379
MUTTER.
Vorlage S. 386
380
Lebt wohl.
Vorlage S. 386
381
BRACKENBURG
Vorlage S. 386
382
seine Hand reichend.
Vorlage S. 386
383
Eure Hand!
Vorlage S. 386
384
KLARE
Vorlage S. 386
385
ihre Hand versagend.
Vorlage S. 386
386
Wenn Ihr wiederkommt.
Vorlage S. 386
387
Mutter und Tochter ab.
Vorlage S. 386
388
BRACKENBURG
Vorlage S. 386
389
allein.
Vorlage S. 386
390
Ich hatte mir vorgenommen, gerade wieder fortzugehn, und da sie es dafür aufnimmt und mich gehen lässt, möcht ich rasend werden. – Unglücklicher! und dich rührt deines Vaterlandes Geschick nicht? der wachsende Tumult nicht? – und gleich ist dir Landsmann oder Spanier, und wer regiert und wer recht hat? – War ich doch ein andrer Junge als Schulknabe! – Wenn da ein Exerzitium aufgegeben war: ›Brutus' Rede für die Freiheit, zur Übung der Redekunst‹, da war doch immer Fritz der Erste, und der Rektor sagte: Wenn's nur ordentlicher wäre, nur nicht alles so übereinander gestolpert. – Damals kocht es und trieb! – Jetzt schlepp ich mich an den Augen des Mädchens so hin. Kann ich sie doch nicht lassen! Kann sie mich doch nicht lieben! – Ach – Nein Sie – Sie kann mich nicht ganz verworfen haben – – Nicht ganz – und halb und nichts! – Ich duld es nicht länger! – – Sollte es wahr sein, was mir ein Freund neulich ins Ohr sagte? dass sie nachts einen Mann heimlich zu sich einläßt, da sie mich züchtig immer vor Abend aus dem Hause treibt. Nein, es ist nicht wahr, es ist eine Lüge, eine schändliche verleumderische Lüge! Klärchen ist so unschuldig, als ich unglücklich bin. – Sie hat mich verworfen, hat mich von ihrem Herzen gestoßen – – Und ich soll so fortleben? Ich duld, ich duld es nicht. – – Schon wird mein Vaterland von innerm Zwiste heftiger bewegt, und ich sterbe unter dem Getümmel nur ab! Ich duld es nicht! – Wenn die Trompete klingt, ein Schuss fällt, mir fährt's durch Mark und Bein! Ach, es reizt mich nicht! es fordert mich nicht, auch mit einzugreifen, mit zu retten, zu wagen. – Elender, schimpflicher Zustand! Es ist besser, ich end auf einmal. Neulich stürzt ich mich ins Wasser, ich sank – aber die geängstete Natur war stärker; ich fühlte, dass ich schwimmen konnte, und rettete mich wider Willen. – – Könnt ich der Zeiten vergessen, da sie mich liebte, mich zu lieben schien! – Warum hat mir's Mark und Bein durchdrungen, das Glück? Warum haben mir diese Hoffnungen allen Genuss des Lebens aufgezehrt, indem sie mir ein Paradies von weitem zeigten? – Und jener erste Kuß! Jener einzige! – Hier, die Hand auf den Tisch legend hier waren wir allein – sie war immer gut und freundlich gegen mich gewesen – da schien sie sich zu erweichen – sie sah mich an – alle Sinnen gingen mir um, und ich fühlte ihre Lippen auf den meinigen. – Und – und nun? – Stirb, Armer! Was zauderst du? Er zieht ein Fläschchen aus der Tasche. Ich will dich nicht umsonst aus meines Bruders Doktorkästchen gestohlen haben, heilsames Gift! Du sollst mir dieses Bangen, diese Schwindel, diese Todesschweiße auf einmal verschlingen und lösen.
Vorlage S. 386

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10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Er hatte die Hand über den ganzen Erdboden und war euch alles …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Alles […], alles ins Wasser gesprengt.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »Weil« in diesem Textausschnitt? »Weil man ihm ansieht, dass er uns wohlwill; weil ihm die Fröhlichkeit, das freie Leben, die gute Meinung aus den Augen sieht; weil er nichts besitzt, das er dem Dürftigen nicht mitteilte, auch dem, der's nicht bedarf.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Was bedeutet »vergeblich« in diesem Ausschnitt? »Jede andern Mittel sind vergeblich, und Ihr verheert das Land.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

5. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Würde ich nicht alles Vertrauen, allen Glauben bei ihm verlieren?«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Es waren Engländer, die unter dem Admiral Malin von ungefähr von Dünkirchen her vorbeifuhren.« B: »Hat er nicht zu unsrer Verwunderung uns diesen und jenen genannt, der sich in unsrer Nähe heimlich der Ketzerei schuldig machte?« C: »Ich kann's auch nicht lassen, ich muss ihm freundlich begegnen.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Lass mich nur! was ich auf dem …«

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9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »deswegen« in diesem Textausschnitt? »Denkt nur deswegen nicht übler von mir!«

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10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »In Flandern soll neuerdings ein Tumult entstanden sein; …«

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Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Lies den Abschnittsbeginn: »Jetter, Bürger von Brüssel, Schneider, tritt vor und spannt die Armbrust. Soest, Bürger von Brüssel, Krämer.« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
  • Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
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2. Prüfe, ob es in dieser Passage um Gerechtigkeit oder Verantwortung geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] diesen und jenen genannt, der sich in unsrer Nähe heimlich der Ketzerei schuldig machte? Befiehlt er nicht Strenge und Schärfe? Und ich soll gelind sein? ich soll Vorschläge tun, dass er nachsehe, dass er dulde? Würde ich nicht alles […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
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3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Wahrheit oder Vertrauen geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] Ruf nicht zuvorkomme, damit der König nicht denke, man wolle noch mehr verheimlichen. Ich sehe kein Mittel, weder strenges noch gelindes, dem Übel zu steuern. O was sind wir Großen auf der Woge der Menschheit? Wir glauben sie zu […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
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4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Angst oder Unsicherheit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Soll ich aufrichtig reden: ich fürchte Oranien, und ich fürchte für Egmont. Oranien sinnt nichts Gutes, seine Gedanken reichen in die Ferne, er ist heimlich, scheint alles anzunehmen, widerspricht nie, und in tiefster Ehrfurcht, mit […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
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5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Nähe oder Gefühle geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Verworfen! Egmonts Geliebte verworfen? – Welche Fürstin neidete nicht das arme Klärchen um den Platz an seinem Herzen! O Mutter – meine Mutter, so redetet Ihr sonst nicht. Liebe Mutter, seid gut! – Das Volk, was das denkt, die […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
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6. Vergleiche diese beiden Stellen: »Frisch, ihr Herren! Über dem Schwätzen vergesst ihr den Wein und Oranien.« und »Ich bitte Euch, legt seine Offenheit, sein glückliches Blut, das alles Wichtige leicht behandelt, nicht zu gefährlich aus. Ihr […]«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
  • Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

7. Am Abschnittsende steht: »Ich hatte mir vorgenommen, gerade wieder fortzugehn, und da sie es dafür aufnimmt und mich gehen lässt, möcht ich rasend werden. – Unglücklicher! und dich rührt deines Vaterlandes Geschick nicht? der wachsende […]« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
  • Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
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8. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Jetter, Bürger von Brüssel, Schneider, tritt vor und spannt die Armbrust. Soest, Bürger von Brüssel, Krämer.« / »Ich hatte mir vorgenommen, gerade wieder fortzugehn, und da sie es dafür aufnimmt und mich gehen läßt, möcht […]«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
  • Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
  • Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Nun schießt nur hin, dass es alle wird!«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
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Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Denkt nur deswegen nicht übler von mir!«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
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Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Du sollst mir dieses Bangen, diese Schwindel, diese Todesschweiße auf einmal verschlingen und lösen.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
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Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Egmont von Goethe, Johann Wolfgang ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.

Egmont

Goethes Werke. Hamburger Ausgabe in 14 Bänden. Textkritisch durchgesehen und mit Anmerkungen versehen von Erich Trunz, Hamburg: Christian Wegener, 1948 ff. [Seitenkonkordanz zu einer Mischauflage aus den Jahren 1959 und 1960.] Goethe, Johann Wolfgang 370- Hamburg

Das Werk Egmont von Goethe, Johann Wolfgang ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.