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Buch - Die natürliche Tochter - Goethe, Johann Wolfgang

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Originalwerk · Lesefassung

Die natürliche Tochter

Goethe, Johann Wolfgang · 1799

Die natürliche Tochter von Goethe, Johann Wolfgang. Volltext der angegebenen Ausgabe mit textbezogenen Leseaufgaben.

DramaKlasse 9–10 · 11–137 Abschnitte
Porträt von Goethe, Johann Wolfgang von; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Porträt · Goethe, Johann Wolfgang von · Joseph Karl Stieler · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht einordnen.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 3 von 7

1. Akt

1
Erster Auftritt
Vorlage S. 215
2
König. Herzog.
Vorlage S. 215
3
KÖNIG.
Vorlage S. 215
4
Das flücht'ge Ziel, das Hunde, Roß und Mann,
Vorlage S. 215
5
Auf seine Fährte bannend, nach sich reißt,
Vorlage S. 215
6
Der edle Hirsch, hat über Berg und Tal
Vorlage S. 215
7
So weit uns irr' geführt, dass ich mich selbst,
Vorlage S. 215
8
Obgleich so landeskundig, hier nicht finde.
Vorlage S. 215
9
Wo sind wir, Oheim? Herzog, sage mir,
Vorlage S. 215
10
Zu welchen Hügeln schweiften wir heran?
Vorlage S. 215
11
HERZOG.
Vorlage S. 215
12
Der Bach, der uns umrauscht, mein König, fließt
Vorlage S. 215
13
Durch deines Dieners Fluren, die er deiner
Vorlage S. 215
14
Und deiner Ahnherrn königlicher Gnade,
Vorlage S. 215
15
Als erster Lehnsmann deines Reiches, dankt.
Vorlage S. 215
16
An jenes Felsens andrer Seite liegt
Vorlage S. 215
17
Am grünen Hang ein artig Haus versteckt,
Vorlage S. 215
18
Dich zu bewirten keineswegs gebaut;
Vorlage S. 215
19
Allein bereit, dich huld'gend zu empfangen.
Vorlage S. 215
20
KÖNIG.
Vorlage S. 215
21
Lass dieser Bäume hochgewölbtes Dach
Vorlage S. 215
22
Zum Augenblick des Rastens freundlich schatten.
Vorlage S. 215
23
Lass dieser Lüfte liebliches Geweb'
Vorlage S. 215
24
Uns leis umstricken, dass an Sturm und Streben
Vorlage S. 215
25
Der Jagdlust auch der Ruhe Lust sich füge.
Vorlage S. 215
26
HERZOG.
Vorlage S. 215
27
Wie du auf einmal völlig abgeschieden
Vorlage S. 215
28
Hier hinter diesem Bollwerk der Natur,
Vorlage S. 215
29
Mein König, dich empfindest, fühl' ich mit.
Vorlage S. 215
30
Hier dränget sich der Unzufriednen Stimme,
Vorlage S. 215
31
Der Unverschämten offne Hand nicht nach.
Vorlage S. 215
32
Freiwillig einsam merkest du nicht auf,
Vorlage S. 215
33
Ob undankbare schleichend sich entfernen.
Vorlage S. 215
34
Die ungestüme Welt reicht nicht hierher,
Vorlage S. 215
35
Die immer fordert, nimmer leisten will.
Vorlage S. 215
36
KÖNIG.
Vorlage S. 215
37
Soll ich vergessen, was mich sonst bedrängt,
Vorlage S. 215
38
So muss kein Wort erinnernd mich berühren.
Vorlage S. 215
39
Entfernten Weltgetöses Widerhall
Vorlage S. 215
40
Verklinge, nach und nach, aus meinem Ohr.
Vorlage S. 215
41
Ja, lieber Oheim, wende dein Gespräch
Vorlage S. 215
42
Auf Gegenstände, diesem Ort gemäßer.
Vorlage S. 215
43
Hier sollen Gatten aneinander wandeln,
Vorlage S. 215
44
Ihr Stufenglück in wohlgeratnen Kindern
Vorlage S. 215
45
Entzückt betrachten; hier ein Freund dem Freunde,
Vorlage S. 215
46
Verschloßnen Busen traulich öffnend, nahn.
Vorlage S. 215
47
Und gabst du nicht erst neulich stille Winke,
Vorlage S. 215
48
Du hofftest mir, in ruh'gen Augenblicken,
Vorlage S. 215
49
Verborgenes Verhältnis zu bekennen,
Vorlage S. 215
50
Drangvoller Wünsche holden Inbegriff,
Vorlage S. 215
51
Erfüllung hoffend, heiter zu gestehn?
Vorlage S. 215
52
HERZOG.
Vorlage S. 215
53
Mit größrer Gnade konntest du mich nicht,
Vorlage S. 215
54
O Herr, beglücken, als indem du mir
Vorlage S. 215
55
In diesem Augenblick die Zunge lösest.
Vorlage S. 215
56
Was ich zu sagen habe, könnt' es wohl
Vorlage S. 215
57
Ein andrer besser hören als mein König,
Vorlage S. 215
58
Dem unter allen Schätzen seine Kinder
Vorlage S. 215
59
Am herrlichsten entgegenleuchten, der
Vorlage S. 215
60
Vollkommner Vaterfreuden Hochgenuß
Vorlage S. 215
61
Mit seinem Knechte herzlich teilen wird?
Vorlage S. 216
62
KÖNIG.
Vorlage S. 216
63
Du sprichst von Vaterfreuden! Hast du je
Vorlage S. 216
64
Sie denn gefühlt? Verkümmerte dir nicht
Vorlage S. 216
65
Dein einz'ger Sohn durch rohes, wildes Wesen,
Vorlage S. 216
66
Verworrenheit, Verschwendung, starren Trutz
Vorlage S. 216
67
Dein reiches Leben, dein erwünschtes Alter?
Vorlage S. 216
68
Verändert er auf einmal die Natur?
Vorlage S. 216
69
HERZOG.
Vorlage S. 216
70
Von ihm erwart' ich keine frohen Tage!
Vorlage S. 216
71
Sein trüber Sinn erzeugt nur Wolken, die,
Vorlage S. 216
72
Ach! meinen Horizont so oft verfinstern.
Vorlage S. 216
73
Ein anderes Gestirn, ein andres Licht
Vorlage S. 216
74
Erheitert mich. Und wie in dunklen Grüften,
Vorlage S. 216
75
Das Märchen sagt's, Karfunkelsteine leuchten,
Vorlage S. 216
76
Mit herrlich mildem Schein der öden Nacht
Vorlage S. 216
77
Geheimnisvolle Schauer hold beleben,
Vorlage S. 216
78
So ward auch mir ein Wundergut beschert,
Vorlage S. 216
79
Mir Glücklichem! das ich mit Sorgfalt, mehr
Vorlage S. 216
80
Als den Besitz ererbt errungner Güter,
Vorlage S. 216
81
Als meiner Augen, meines Lebens Licht,
Vorlage S. 216
82
Mit Freud' und Furcht, mit Lust und Sorge pflege.
Vorlage S. 216
83
KÖNIG.
Vorlage S. 216
84
Sprich vom Geheimnis nicht geheimnisvoll.
Vorlage S. 216
85
HERZOG.
Vorlage S. 216
86
Wer spräche vor der Majestät getrost
Vorlage S. 216
87
Von seinen Fehlern, wenn sie nicht allein
Vorlage S. 216
88
Den Fehl in Recht und Glück verwandeln könnte.
Vorlage S. 216
89
KÖNIG.
Vorlage S. 216
90
Der wonnevoll geheim verwahrte Schatz?
Vorlage S. 216
91
HERZOG.
Vorlage S. 216
92
Ist eine Tochter.
Vorlage S. 216
93
KÖNIG.
Vorlage S. 216
94
Eine Tochter? Wie?
Vorlage S. 216
95
Und suchte, Fabelgöttern gleich, mein Oheim,
Vorlage S. 216
96
Zum niedern Kreis verstohlen hingewandt,
Vorlage S. 216
97
Sich Liebesglück und väterlich Entzücken?
Vorlage S. 216
98
HERZOG.
Vorlage S. 216
99
Das Große wie das Niedre nötigt uns,
Vorlage S. 216
100
Geheimnisvoll zu handeln und zu wirken.
Vorlage S. 216
101
Nur allzu hoch stand jene heimlich mir
Vorlage S. 216
102
Durch wundersam Geschick verbundne Frau,
Vorlage S. 216
103
Um welche noch dein Hof in Trauer wandelt
Vorlage S. 216
104
Und meiner Brust geheime Schmerzen teilt.
Vorlage S. 216
105
KÖNIG.
Vorlage S. 216
106
Die Fürstin? Die verehrte, nah verwandte,
Vorlage S. 216
107
Nur erst verstorbne?
Vorlage S. 216
108
HERZOG.
Vorlage S. 217
109
War die Mutter! Lass,
Vorlage S. 217
110
O lass mich nur von diesem Kinde reden,
Vorlage S. 217
111
Das, seiner Eltern wert und immer werter,
Vorlage S. 217
112
Mit edlem Sinne sich des Lebens freut.
Vorlage S. 217
113
Begraben sei das übrige mit ihr,
Vorlage S. 217
114
Der hochbegabten, hochgesinnten Frauen.
Vorlage S. 217
115
Ihr Tod eröffnet mir den Mund, ich darf
Vorlage S. 217
116
Vor meinem König meine Tochter nennen,
Vorlage S. 217
117
Ich darf ihn bitten: sie zu mir herauf,
Vorlage S. 217
118
Zu sich herauf zu heben, ihr das Recht
Vorlage S. 217
119
Der fürstlichen Geburt vor seinem Hofe,
Vorlage S. 217
120
Vor seinem Reiche, vor der ganzen Welt
Vorlage S. 217
121
Aus seiner Gnadenfülle zu bewähren.
Vorlage S. 217
122
KÖNIG.
Vorlage S. 217
123
Vereint in sich die Nichte, die du mir,
Vorlage S. 217
124
So ganz erwachsen, zuzuführen denkst,
Vorlage S. 217
125
Des Vaters und der Mutter Tugenden:
Vorlage S. 217
126
So muss der Hof, das königliche Haus,
Vorlage S. 217
127
Indem uns ein Gestirn entzogen wird,
Vorlage S. 217
128
Den Aufgang eines neuen Sterns bewundern.
Vorlage S. 217
129
HERZOG.
Vorlage S. 217
130
O kenne sie, eh' du zu ihrem Vorteil
Vorlage S. 217
131
Dich ganz entscheidest. Lass ein Vaterwort
Vorlage S. 217
132
Dich nicht bestechen! Manches hat Natur
Vorlage S. 217
133
Für sie getan, das ich entzückt betrachte,
Vorlage S. 217
134
Und alles, was in meinem Kreise webt,
Vorlage S. 217
135
Hab' ich um ihre Kindheit hergelagert.
Vorlage S. 217
136
Schon ihren ersten Weg geleiteten
Vorlage S. 217
137
Ein ausgebildet Weib, ein weiser Mann.
Vorlage S. 217
138
Mit welcher Leichtigkeit, mit welchem Sinn
Vorlage S. 217
139
Erfreut sie sich des Gegenwärtigen,
Vorlage S. 217
140
Indes ihr Phantasie das künft'ge Glück
Vorlage S. 217
141
Mit schmeichelhaften Dichterfarben malt.
Vorlage S. 217
142
An ihrem Vater hängt ihr frommes Herz,
Vorlage S. 217
143
Und wenn ihr Geist den Lehren edler Männer,
Vorlage S. 217
144
Sich stufenweis entwickelnd, friedlich horcht:
Vorlage S. 217
145
So mangelt Übung ritterlicher Tugend
Vorlage S. 217
146
Dem wohlgebauten, festen Körper nicht.
Vorlage S. 217
147
Du selbst, mein König, hast sie unbekannt
Vorlage S. 217
148
Im wilden Drang der Jagd um dich gesehn.
Vorlage S. 217
149
Ja, heute noch! die Amazonentochter,
Vorlage S. 217
150
Die in den Floß dem Hirsche sich zuerst
Vorlage S. 217
151
Auf raschem Pferde flüchtig nachgestürzt.
Vorlage S. 218
152
KÖNIG.
Vorlage S. 218
153
Wir sorgten alle für das edle Kind!
Vorlage S. 218
154
Ich freue mich, sie mir verwandt zu hören.
Vorlage S. 218
155
HERZOG.
Vorlage S. 218
156
Und nicht zum erstenmal empfand ich heute,
Vorlage S. 218
157
Wie Stolz und Sorge, Vaterglück und Angst
Vorlage S. 218
158
Zu übermenschlichem Gefühl sich mischen.
Vorlage S. 218
159
KÖNIG.
Vorlage S. 218
160
Gewaltsam und behende riss das Pferd
Vorlage S. 218
161
Sich und die Reiterin auf jenes Ufer,
Vorlage S. 218
162
In dichtbewachsner Hügel Dunkelheit.
Vorlage S. 218
163
Und so verschwand sie mir.
Vorlage S. 218
164
HERZOG.
Vorlage S. 218
165
Noch einmal hat
Vorlage S. 218
166
Mein Auge sie gesehen, eh' ich sie
Vorlage S. 218
167
Im Labyrinth der hast'gen Jagd verlor.
Vorlage S. 218
168
Wer weiß, welch ferne Gegend sie durchstreift,
Vorlage S. 218
169
Verdroßnen Muts, am Ziel sich nicht zu finden,
Vorlage S. 218
170
Wo, ihrem angebeteten Monarchen sich
Vorlage S. 218
171
In ehrerbietiger Entfernung anzunähern,
Vorlage S. 218
172
Allein ihr jetzt erlaubt ist, bis er sie
Vorlage S. 218
173
Als Blüte seines hochbejahrten Stammes
Vorlage S. 218
174
Mit königlicher Huld zu grüßen würdigt.
Vorlage S. 218
175
KÖNIG.
Vorlage S. 218
176
Welch ein Getümmel seh' ich dort entstehn?
Vorlage S. 218
177
Welch einen Zulauf nach den Felsenwänden?
Vorlage S. 218
178
Er winkt nach der Szene.
Vorlage S. 218
179
Zweiter Auftritt
Vorlage S. 218
180
Die Vorigen. Graf.
Vorlage S. 218
181
KÖNIG.
Vorlage S. 218
182
Warum versammelt sich die Menge dort?
Vorlage S. 218
183
GRAF.
Vorlage S. 218
184
Die kühne Reiterin ist eben jetzt
Vorlage S. 218
185
Von jener Felsenwand herabgestürzt.
Vorlage S. 218
186
HERZOG.
Vorlage S. 218
187
Gott!
Vorlage S. 218
188
KÖNIG.
Vorlage S. 218
189
Ist sie sehr beschädigt?
Vorlage S. 218
190
GRAF.
Vorlage S. 218
191
Eilig hat
Vorlage S. 218
192
Man deinen Wundarzt, Herr, dahingerufen.
Vorlage S. 218
193
HERZOG.
Vorlage S. 218
194
Was zaudr' ich? Ist sie tot, so bleibt mir nichts,
Vorlage S. 218
195
Was mich im Leben länger halten kann.
Vorlage S. 218
196
Dritter Auftritt
Vorlage S. 219
197
König. Graf.
Vorlage S. 219
198
KÖNIG.
Vorlage S. 219
199
Kennst du den Anlass der Begebenheit?
Vorlage S. 219
200
GRAF.
Vorlage S. 219
201
Vor meinen Augen hat sie sich ereignet.
Vorlage S. 219
202
Ein starker Trupp von Reitern, welcher sich
Vorlage S. 219
203
Durch Zufall von der Jagd getrennt gesehn,
Vorlage S. 219
204
Geführt von dieser Schönen, zeigte sich
Vorlage S. 219
205
Auf jener Klippen waldbewachsner Höhe.
Vorlage S. 219
206
Sie hören, sehen unten in dem Tal
Vorlage S. 219
207
Den Jagdgebrauch vollendet. Sehn den Hirsch
Vorlage S. 219
208
Als Beute liegen seiner kläffenden
Vorlage S. 219
209
Verfolger. Schnell zerstreuet sich die Schar,
Vorlage S. 219
210
Und jeder sucht sich einzeln seinen Pfad,
Vorlage S. 219
211
Hier oder dort, mehr oder weniger
Vorlage S. 219
212
Durch einen Umweg. Sie allein besinnt
Vorlage S. 219
213
Sich keinen Augenblick und nötiget
Vorlage S. 219
214
Ihr Pferd von Klipp' zu Klippe, grad herein.
Vorlage S. 219
215
Des Frevels Glück betrachten wir erstaunt;
Vorlage S. 219
216
Denn ihr gelingt es eine Weile, doch
Vorlage S. 219
217
Am untern steilen Abhang gehn dem Pferde
Vorlage S. 219
218
Die letzten, schmalen Klippenstufen aus,
Vorlage S. 219
219
Es stürzt herunter, sie mit ihm. So viel
Vorlage S. 219
220
Konnt' ich bemerken, eh' der Menge Drang
Vorlage S. 219
221
Sie mir verdeckte. Doch ich hörte bald
Vorlage S. 219
222
Nach deinem Arzte rufen. So erschein' ich nun
Vorlage S. 219
223
Auf deinen Wink, den Vorfall zu berichten.
Vorlage S. 219
224
KÖNIG.
Vorlage S. 219
225
O möge sie ihm bleiben! Fürchterlich
Vorlage S. 219
226
Ist einer, der nichts zu verlieren hat.
Vorlage S. 219
227
GRAF.
Vorlage S. 219
228
So hat ihm dieser Schrecken das Geheimnis
Vorlage S. 219
229
Auf einmal abgezwungen, das er sonst
Vorlage S. 219
230
Mit so viel Klugheit zu verbergen strebte?
Vorlage S. 219
231
KÖNIG.
Vorlage S. 219
232
Er hatte schon sich völlig mir vertraut.
Vorlage S. 219
233
GRAF.
Vorlage S. 219
234
Die Lippen öffnet ihm der Fürstin Tod,
Vorlage S. 219
235
Nun zu bekennen, was für Hof und Stadt
Vorlage S. 219
236
Ein offenbar Geheimnis lange war.
Vorlage S. 219
237
Es ist ein eigner, grillenhafter Zug,
Vorlage S. 219
238
Dass wir durch Schweigen das Geschehene
Vorlage S. 219
239
Für uns und andre zu vernichten glauben.
Vorlage S. 219
240
KÖNIG.
Vorlage S. 220
241
O lass dem Menschen diesen edlen Stolz.
Vorlage S. 220
242
Gar vieles kann, gar vieles muss geschehn,
Vorlage S. 220
243
Was man mit Worten nicht bekennen darf.
Vorlage S. 220
244
GRAF.
Vorlage S. 220
245
Man bringt sie, fürcht' ich, ohne Leben her!
Vorlage S. 220
246
KÖNIG.
Vorlage S. 220
247
Welch unerwartet, schreckliches Ereignis!
Vorlage S. 220
248
Vierter Auftritt
Vorlage S. 220
249
Die Vorigen. Eugenie, auf zusammengeflochtenen Ästen für tot hereingetragen. Herzog. Wundarzt. Gefolge.
Vorlage S. 220
250
HERZOG
Vorlage S. 220
251
zum Wundarzt.
Vorlage S. 220
252
Wenn deine Kunst nur irgend was vermag,
Vorlage S. 220
253
Erfahrner Mann, dem unsers Königs Leben,
Vorlage S. 220
254
Das unschätzbare Gut, vertraut ist, lass
Vorlage S. 220
255
Ihr helles Auge sich noch einmal öffnen,
Vorlage S. 220
256
Dass Hoffnung mir in diesem Blick erscheine!
Vorlage S. 220
257
Dass aus der Tiefe meines Jammers ich
Vorlage S. 220
258
Nur Augenblicke noch gerettet werde!
Vorlage S. 220
259
Vermagst du dann nichts weiter, kannst du sie
Vorlage S. 220
260
Nur wenige Minuten mir erhalten:
Vorlage S. 220
261
So lasst mich eilen, vor ihr hinzusterben,
Vorlage S. 220
262
Dass ich im Augenblick des Todes noch
Vorlage S. 220
263
Getröstet rufe: Meine Tochter lebt!
Vorlage S. 220
264
KÖNIG.
Vorlage S. 220
265
Entferne dich, mein Oheim! dass ich hier
Vorlage S. 220
266
Die Vaterpflichten treulich übernehme.
Vorlage S. 220
267
Nichts unversucht lässt dieser wackre Mann.
Vorlage S. 220
268
Gewissenhaft, als läg' ich selber hier,
Vorlage S. 220
269
Wird er um deine Tochter sich bemühen.
Vorlage S. 220
270
HERZOG.
Vorlage S. 220
271
Sie regt sich!
Vorlage S. 220
272
KÖNIG.
Vorlage S. 220
273
Ist es wahr?
Vorlage S. 220
274
GRAF.
Vorlage S. 220
275
Sie regt sich!
Vorlage S. 220
Porträt von Goethe, Johann Wolfgang von; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Kontextbild zum Werk. Porträt · Goethe, Johann Wolfgang von · Joseph Karl Stieler · Public domain Bildquelle ↗
276
HERZOG.
Vorlage S. 220
277
Starr
Vorlage S. 220
278
Blickt sie zum Himmel, blickt verirrt umher.
Vorlage S. 220
279
Sie lebt! sie lebt!
Vorlage S. 220
280
KÖNIG
Vorlage S. 220
281
ein wenig zurücktretend.
Vorlage S. 220
282
Verdoppelt eure Sorge!
Vorlage S. 220
283
HERZOG.
Vorlage S. 220
284
Sie lebt! sie lebt! Sie hat dem Tage wieder
Vorlage S. 220
285
Ihr Aug' eröffnet. Ja! sie wird nun bald
Vorlage S. 220
286
Auch ihren Vater, ihre Freunde kennen.
Vorlage S. 220
287
Nicht so umher, mein liebes Kind, verschwende
Vorlage S. 221
288
Die Blicke staunend, ungewiss; auf mich,
Vorlage S. 221
289
Auf deinen Vater wende sie zuerst.
Vorlage S. 221
290
Erkenne mich, lass meine Stimme dir
Vorlage S. 221
291
Zuerst das Ohr berühren, da du uns
Vorlage S. 221
292
Aus jener stummen Nacht zurückekehrst.
Vorlage S. 221
293
EUGENIE
Vorlage S. 221
294
die indes nach und nach zu sich gekommen ist und sich aufgerichtet hat.
Vorlage S. 221
295
Was ist aus uns geworden?
Vorlage S. 221
296
HERZOG.
Vorlage S. 221
297
Kenne mich
Vorlage S. 221
298
Nur erst! – Erkennst du mich?
Vorlage S. 221
299
EUGENIE.
Vorlage S. 221
300
Mein Vater!
Vorlage S. 221
301
HERZOG.
Vorlage S. 221
302
Ja!
Vorlage S. 221
303
Dein Vater, den mit diesen holden Tönen
Vorlage S. 221
304
Du aus den Armen der Verzweiflung rettest.
Vorlage S. 221
305
EUGENIE.
Vorlage S. 221
306
Wer bracht' uns unter diese Bäume?
Vorlage S. 221
307
HERZOG
Vorlage S. 221
308
dem der Wundarzt ein weißes Tuch gegeben.
Vorlage S. 221
309
Bleib
Vorlage S. 221
310
Gelassen, meine Tochter! Diese Stärkung,
Vorlage S. 221
311
Nimm sie mit Ruhe, mit Vertrauen an!
Vorlage S. 221
312
EUGENIE
Vorlage S. 221
313
sie nimmt dem Vater das Tuch ab, das er ihr vorgehalten und verbirgt ihr Gesicht darin.
Vorlage S. 221
314
Dann steht sie schnell auf, indem sie das Tuch vom Gesicht nimmt.
Vorlage S. 221
315
Da bin ich wieder! – Ja, nun weiß ich alles.
Vorlage S. 221
316
Dort oben hielt ich, dort vermaß ich mich
Vorlage S. 221
317
Herab zu reiten, grad herab. Verzeih!
Vorlage S. 221
318
Nicht wahr, ich bin gestürzt? Vergibst du mir's?
Vorlage S. 221
319
Für tot hob man mich auf? Mein guter Vater!
Vorlage S. 221
320
Und wirst du die Verwegne lieben können,
Vorlage S. 221
321
Die solche bittre Schmerzen dir gebracht?
Vorlage S. 221
322
HERZOG.
Vorlage S. 221
323
Zu wissen glaubt' ich, welch ein edler Schatz
Vorlage S. 221
324
In dir, o Tochter, mir beschieden ist;
Vorlage S. 221
325
Nun steigert mir gefürchteter Verlust
Vorlage S. 221
326
Des Glücks Empfindung ins Unendliche.
Vorlage S. 221
327
KÖNIG
Vorlage S. 221
328
der sich bisher im Grunde mit dem Wundarzt und dem Grafen unterhalten, zu dem letzten.
Vorlage S. 221
329
Entferne jedermann! ich will sie sprechen.
Vorlage S. 221
330
Fünfter Auftritt
Vorlage S. 222
331
König. Herzog. Eugenie.
Vorlage S. 222
332
KÖNIG
Vorlage S. 222
333
näher tretend.
Vorlage S. 222
334
Hat sich die wackre Reiterin erholt?
Vorlage S. 222
335
Hat sie sich nicht beschädigt?
Vorlage S. 222
336
HERZOG.
Vorlage S. 222
337
Nein, mein König!
Vorlage S. 222
338
Und was noch übrig ist von Schreck und Weh,
Vorlage S. 222
339
Nimmst du, o Herr, durch deinen milden Blick,
Vorlage S. 222
340
Durch deiner Worte sanften Ton hinweg.
Vorlage S. 222
341
KÖNIG.
Vorlage S. 222
342
Und wem gehört es an, das liebe Kind?
Vorlage S. 222
343
HERZOG
Vorlage S. 222
344
nach einer Pause.
Vorlage S. 222
345
Da du mich fragst, so darf ich dir bekennen;
Vorlage S. 222
346
Da du gebietest, darf ich sie vor dich
Vorlage S. 222
347
Als meine Tochter stellen.
Vorlage S. 222
348
KÖNIG.
Vorlage S. 222
349
Deine Tochter?
Vorlage S. 222
350
So hat für dich das Glück, mein lieber Oheim,
Vorlage S. 222
351
Unendlich mehr als das Gesetz getan.
Vorlage S. 222
352
EUGENIE.
Vorlage S. 222
353
Wohl muss ich fragen: ob ich wirklich denn
Vorlage S. 222
354
Aus jener tödlichen Betäubung mich
Vorlage S. 222
355
Ins Leben wieder aufgerafft? und ob,
Vorlage S. 222
356
Was mir begegnet, nicht ein Traumbild sei?
Vorlage S. 222
357
Mein Vater nennt vor seinem Könige
Vorlage S. 222
358
Mich seine Tochter. O, so bin ich's auch!
Vorlage S. 222
359
Der Oheim eines Königes bekennt
Vorlage S. 222
360
Mich für sein Kind, so bin ich denn die Nichte
Vorlage S. 222
361
Des großen Königs. O verzeihe mir
Vorlage S. 222
362
Die Majestät! wenn aus geheimnisvollem,
Vorlage S. 222
363
Verborgnem Zustand ich, ans Licht auf einmal
Vorlage S. 222
364
Hervorgerissen und geblendet, mich,
Vorlage S. 222
365
Unsicher, schwankend, nicht zu fassen weiß.
Vorlage S. 222
366
Sie wirft sich vor dem König nieder.
Vorlage S. 222
367
KÖNIG.
Vorlage S. 222
368
Mag diese Stellung die Ergebenheit
Vorlage S. 222
369
In dein Geschick, von Jugend auf, bezeichnen,
Vorlage S. 222
370
Die Demut, deren unbequeme Pflicht
Vorlage S. 222
371
Du, deiner höheren Geburt bewusst,
Vorlage S. 222
372
So manches Jahr im stillen ausgeübt!
Vorlage S. 222
373
Doch sei auch nun, wenn ich von meinen Füßen
Vorlage S. 222
374
Zu meinem Herzen dich herauf gehoben,
Vorlage S. 222
375
Er hebt sie auf und drückt sie sanft an sich.
Vorlage S. 222
376
Wenn ich des Oheims heil'gen Vaterkuß
Vorlage S. 222
377
Auf dieser Stirne schönen Raum gedrückt,
Vorlage S. 223
378
So sei dies auch ein Zeichen, sei ein Siegel:
Vorlage S. 223
379
Dich, die Verwandte, hab' ich anerkannt
Vorlage S. 223
380
Und werde bald, was hier geheim geschah,
Vorlage S. 223
381
Vor meines Hofes Augen wiederholen.
Vorlage S. 223
382
HERZOG.
Vorlage S. 223
383
So große Gabe fordert ungeteilten
Vorlage S. 223
384
Und unbegrenzten Dank des ganzen Lebens.
Vorlage S. 223
385
EUGENIE.
Vorlage S. 223
386
Von edlen Männern hab' ich viel gelernt,
Vorlage S. 223
387
Auch manches lehrte mich mein eigen Herz;
Vorlage S. 223
388
Doch meinen König anzureden, bin
Vorlage S. 223
389
Ich nicht entfernterweise vorbereitet.
Vorlage S. 223
390
Doch wenn ich schon das ganz Gehörige
Vorlage S. 223
391
Dir nicht zu sagen weiß, so möcht' ich doch
Vorlage S. 223
392
Vor dir, o Herr, nicht ungeschickt verstummen.
Vorlage S. 223
393
Was fehlte dir? was wäre dir zu bringen?
Vorlage S. 223
394
Die Fülle selber, die zu dir sich drängt,
Vorlage S. 223
395
Fließt, nur für andre strömend, wieder fort.
Vorlage S. 223
396
Hier stehen Tausende, dich zu beschützen,
Vorlage S. 223
397
Hier wirken Tausende nach deinem Wink;
Vorlage S. 223
398
Und wenn der einzelne dir Herz und Geist
Vorlage S. 223
399
Und Arm und Leben fröhlich opfern wollte:
Vorlage S. 223
400
In solcher großen Menge zählt er nicht,
Vorlage S. 223
401
Er muss vor dir und vor sich selbst verschwinden.
Vorlage S. 223
402
KÖNIG.
Vorlage S. 223
403
Wenn dir die Menge, gutes, edles Kind,
Vorlage S. 223
404
Bedeutend scheinen mag, so tadl' ich's nicht;
Vorlage S. 223
405
Sie ist bedeutend, mehr noch aber sind's
Vorlage S. 223
406
Die wenigen, geschaffen, dieser Menge
Vorlage S. 223
407
Durch Wirken, Bilden, Herrschen vorzustehn.
Vorlage S. 223
408
Berief hiezu den König die Geburt,
Vorlage S. 223
409
So sind ihm seine nächsten Anverwandten
Vorlage S. 223
410
Geborne Räte, die, mit ihm vereint,
Vorlage S. 223
411
Das Reich beschützen und beglücken sollten.
Vorlage S. 223
412
O träte doch in diese Regionen,
Vorlage S. 223
413
Zum Rate dieser hohen Wächter, nie
Vorlage S. 223
414
Vermummte Zwietracht, leise wirkend, ein!
Vorlage S. 223
415
Dir, edle Nichte, geb' ich einen Vater
Vorlage S. 223
416
Durch allgewalt'gen, königlichen Spruch;
Vorlage S. 223
417
Erhalte mir nun auch, gewinne mir
Vorlage S. 223
418
Des nahverwandten Mannes Herz und Stimme!
Vorlage S. 223
419
Gar viele Widersacher hat ein Fürst:
Vorlage S. 224
420
O lass ihn jene Seite nicht verstärken!
Vorlage S. 224
421
HERZOG.
Vorlage S. 224
422
Mit welchem Vorwurf kränkest du mein Herz!
Vorlage S. 224
423
EUGENIE.
Vorlage S. 224
424
Wie unverständlich sind mir diese Worte!
Vorlage S. 224
425
KÖNIG.
Vorlage S. 224
426
O lerne sie nicht allzu früh verstehn!
Vorlage S. 224
427
Die Pforten unsers königlichen Hauses
Vorlage S. 224
428
Eröffn' ich dir mit eigner Hand; ich führe
Vorlage S. 224
429
Auf glatten Marmorboden dich hinein.
Vorlage S. 224
430
Noch staunst du dich, noch staunst du alles an,
Vorlage S. 224
431
Und in den innern Tiefen ahnest du
Vorlage S. 224
432
Nur sichre Würde mit Zufriedenheit.
Vorlage S. 224
433
Du wirst es anders finden! Ja, du bist
Vorlage S. 224
434
In eine Zeit gekommen, wo dein König
Vorlage S. 224
435
Dich nicht zum heitren, frohen Feste ruft,
Vorlage S. 224
436
Wenn er den Tag, der ihm das Leben gab,
Vorlage S. 224
437
In kurzem feiern wird; doch soll der Tag
Vorlage S. 224
438
Um deinetwillen mir willkommen sein:
Vorlage S. 224
439
Dort werd' ich dich im offnen Kreise sehn,
Vorlage S. 224
440
Und aller Augen werden auf dir haften.
Vorlage S. 224
441
Die schönste Zierde gab dir die Natur;
Vorlage S. 224
442
Und dass der Schmuck der Fürstin würdig sei,
Vorlage S. 224
443
Die Sorge lass dem Vater, lass dem König.
Vorlage S. 224
444
EUGENIE.
Vorlage S. 224
445
Der freud'gen Überraschung laut Geschrei,
Vorlage S. 224
446
Bedeutender Gebärde dringend Streben,
Vorlage S. 224
447
Vermöchten sie die Wonne zu bezeugen,
Vorlage S. 224
448
Die du dem Herzen schaffend aufgeregt?
Vorlage S. 224
449
Zu deinen Füßen, Herr, lass mich verstummen.
Vorlage S. 224
450
Sie will knieen.
Vorlage S. 224
451
KÖNIG
Vorlage S. 224
452
hält sie ab.
Vorlage S. 224
453
Du sollst nicht knieen.
Vorlage S. 224
454
EUGENIE.
Vorlage S. 224
455
Lass, o lass mich hier
Vorlage S. 224
456
Der völligsten Ergebung Glück genießen.
Vorlage S. 224
457
Wenn wir in raschen, mutigen Momenten
Vorlage S. 224
458
Auf unsern Füßen stehen, strack und kühn,
Vorlage S. 224
459
Als eigner Stütze froh uns selbst vertraun,
Vorlage S. 224
460
Dann scheint uns Welt und Himmel zu gehören.
Vorlage S. 224
461
Doch was in Augenblicken der Entzückung
Vorlage S. 224
462
Die Kniee beugt, ist auch ein süß Gefühl.
Vorlage S. 224
463
Und was wir unserm Vater, König, Gott
Vorlage S. 224
464
Von Wonnedank, von ungemeßner Liebe
Vorlage S. 224
465
Zum reinsten Opfer bringen möchten, drückt
Vorlage S. 225
466
In dieser Stellung sich am besten aus.
Vorlage S. 225
467
Sie fällt vor ihm nieder.
Vorlage S. 225
468
HERZOG
Vorlage S. 225
469
kniet.
Vorlage S. 225
470
Erneute Huldigung gestatte mir.
Vorlage S. 225
471
EUGENIE.
Vorlage S. 225
472
Zu ewigen Vasallen nimm uns an.
Vorlage S. 225
473
KÖNIG.
Vorlage S. 225
474
Erhebt euch denn und stellt euch neben mich,
Vorlage S. 225
475
Ins Chor der Treuen, die an meiner Seite
Vorlage S. 225
476
Das Rechte, das Beständige beschützen.
Vorlage S. 225
477
O diese Zeit hat fürchterliche Zeichen:
Vorlage S. 225
478
Das Niedre schwillt, das Hohe senkt sich nieder,
Vorlage S. 225
479
Als könnte jeder nur am Platz des andern
Vorlage S. 225
480
Befriedigung verworrner Wünsche finden,
Vorlage S. 225
481
Nur dann sich glücklich fühlen, wenn nichts mehr
Vorlage S. 225
482
Zu unterscheiden wäre, wenn wir alle,
Vorlage S. 225
483
Von einem Strom vermischt dahingerissen,
Vorlage S. 225
484
Im Ozean uns unbemerkt verlören.
Vorlage S. 225
485
O lasst uns widerstehen, lasst uns tapfer,
Vorlage S. 225
486
Was uns und unser Volk erhalten kann,
Vorlage S. 225
487
Mit doppelt neuvereinter Kraft erhalten!
Vorlage S. 225
488
Lasst endlich uns den alten Zwist vergessen,
Vorlage S. 225
489
Der Große gegen Große reizt, von innen
Vorlage S. 225
490
Das Schiff durchbohrt, das gegen äußre Wellen
Vorlage S. 225
491
Geschlossen kämpfend nur sich halten kann.
Vorlage S. 225
492
EUGENIE.
Vorlage S. 225
493
Welch frisch wohltät'ger Glanz umleuchtet mich
Vorlage S. 225
494
Und regt mich auf, anstatt mich zu verblenden!
Vorlage S. 225
495
Wie! unser König achtet uns so sehr,
Vorlage S. 225
496
Um zu gestehen, dass er uns bedarf:
Vorlage S. 225
497
Wir sind ihm nicht Verwandte nur, wir sind
Vorlage S. 225
498
Durch sein Vertraun zum höchsten Platz erhoben.
Vorlage S. 225
499
Und wenn die Edlen seines Königreichs
Vorlage S. 225
500
Um ihn sich drängen, seine Brust zu schützen,
Vorlage S. 225
501
So fordert er uns auf zu größerm Dienst.
Vorlage S. 225
502
Die Herzen dem Regenten zu erhalten,
Vorlage S. 225
503
Ist jedes Wohlgesinnten höchste Pflicht:
Vorlage S. 225
504
Denn wo er wankt, wankt das gemeine Wesen,
Vorlage S. 225
505
Und wenn er fällt, mit ihm stürzt alles hin.
Vorlage S. 225
506
Die Jugend, sagt man, bilde sich zu viel
Vorlage S. 225
507
Auf ihre Kraft, auf ihren Willen ein;
Vorlage S. 225
508
Doch dieser Wille, diese Kraft, auf ewig,
Vorlage S. 225
509
Was sie vermögen, dir gehört es an.
Vorlage S. 226
510
HERZOG.
Vorlage S. 226
511
Des Kindes Zuversicht, erhabner Fürst,
Vorlage S. 226
512
Weißt du zu schätzen, weißt du zu verzeihen.
Vorlage S. 226
513
Und wenn der Vater, der erfahrne Mann,
Vorlage S. 226
514
Die Gabe dieses Tags, die nächste Hoffnung
Vorlage S. 226
515
In ihrem ganzen Werte fühlt und wägt,
Vorlage S. 226
516
So bist du seines vollen Danks gewiss.
Vorlage S. 226
517
KÖNIG.
Vorlage S. 226
518
Wir wollen bald einander wiedersehn,
Vorlage S. 226
519
An jenem Fest, wo sich die treuen Meinen
Vorlage S. 226
520
Der Stunde freun, die mir das Licht gegeben.
Vorlage S. 226
521
Dich geb' ich, edles Kind, an diesem Tage
Vorlage S. 226
522
Der großen Welt, dem Hofe, deinem Vater
Vorlage S. 226
523
Und mir. Am Throne glänze dein Geschick.
Vorlage S. 226
524
Doch bis dahin verlang' ich von euch beiden
Vorlage S. 226
525
Verschwiegenheit. Was unter uns geschehn,
Vorlage S. 226
526
Erfahre niemand. Missgunst lauert auf,
Vorlage S. 226
527
Schnell regt sie Wog' auf Woge, Sturm auf Sturm;
Vorlage S. 226
528
Das Fahrzeug treibt an jähe Klippen hin,
Vorlage S. 226
529
Wo selbst der Steirer nicht zu retten weiß.
Vorlage S. 226
530
Geheimnis nur verbürgte unsre Taten;
Vorlage S. 226
531
Ein Vorsatz, mitgeteilt, ist nicht mehr dein;
Vorlage S. 226
532
Der Zufall spielt mit deinem Willen schon;
Vorlage S. 226
533
Selbst wer gebieten kann, muss überraschen.
Vorlage S. 226
534
Ja, mit dem besten Willen leisten wir
Vorlage S. 226
535
So wenig, weil uns tausend Willen kreuzen.
Vorlage S. 226
536
O wäre mir zu meinen reinen Wünschen
Vorlage S. 226
537
Auch volle Kraft auf kurze Zeit gegeben:
Vorlage S. 226
538
Bis an den letzten Herd im Königreich
Vorlage S. 226
539
Empfände man des Vaters warme Sorge.
Vorlage S. 226
540
Begnügte sollten unter niedrem Dach,
Vorlage S. 226
541
Begnügte sollten im Palaste wohnen.
Vorlage S. 226
542
Und hätt' ich einmal ihres Glücks genossen,
Vorlage S. 226
543
Entsagt' ich gern dem Throne, gern der Welt.
Vorlage S. 226
544
Sechster Auftritt
Vorlage S. 227
545
Herzog. Eugenie.
Vorlage S. 227
546
EUGENIE.
Vorlage S. 227
547
O welch ein selig jubelvoller Tag!
Vorlage S. 227
548
HERZOG.
Vorlage S. 227
549
O möcht' ich Tag' auf Tage so erleben!
Vorlage S. 227
Caspar David Friedrich – Wanderer über dem Nebelmeer, um 1818. Künstlerische Landschaft als Vergleichsmotiv, keine konkrete Buchszene.
Kontextbild zum Werk. Der Wanderer über dem Nebelmeer · Caspar David Friedrich · Public domain Bildquelle ↗
550
EUGENIE.
Vorlage S. 227
551
Wie göttlich hat der König uns beglückt.
Vorlage S. 227
552
HERZOG.
Vorlage S. 227
553
Genieße rein so ungehoffte Gaben.
Vorlage S. 227
554
EUGENIE.
Vorlage S. 227
555
Er scheint nicht glücklich, ach! und ist so gut.
Vorlage S. 227
556
HERZOG.
Vorlage S. 227
557
Die Güte selbst erregt oft Widerstand.
Vorlage S. 227
558
EUGENIE.
Vorlage S. 227
559
Wer ist so hart, sich ihm zu widersetzen?
Vorlage S. 227
560
HERZOG.
Vorlage S. 227
561
Der Heil des Ganzen von der Strenge hofft.
Vorlage S. 227
562
EUGENIE.
Vorlage S. 227
563
Des Königs Milde sollte Milde zeugen.
Vorlage S. 227
564
HERZOG.
Vorlage S. 227
565
Des Königs Milde zeugt Verwegenheit.
Vorlage S. 227
566
EUGENIE.
Vorlage S. 227
567
Wie edel hat ihn die Natur gebildet.
Vorlage S. 227
568
HERZOG.
Vorlage S. 227
569
Doch auf zu hohen Platz hinaufgestellt.
Vorlage S. 227
570
EUGENIE.
Vorlage S. 227
571
Und ihn mit so viel Tugend ausgestattet.
Vorlage S. 227
572
HERZOG.
Vorlage S. 227
573
Zur Häuslichkeit, zum Regimente nicht.
Vorlage S. 227
574
EUGENIE.
Vorlage S. 227
575
Von altem Heldenstamme grünt er auf.
Vorlage S. 227
576
HERZOG.
Vorlage S. 227
577
Die Kraft entgeht vielleicht dem späten Zweige.
Vorlage S. 227
578
EUGENIE.
Vorlage S. 227
579
Die Schwäche zu vertreten, sind wir da.
Vorlage S. 227
580
HERZOG.
Vorlage S. 227
581
Sobald er unsre Stärke nicht verkennt.
Vorlage S. 227
582
EUGENIE
Vorlage S. 227
583
nachdenklich.
Vorlage S. 227
584
Mich leiten seine Reden zum Verdacht.
Vorlage S. 227
585
HERZOG.
Vorlage S. 227
586
Was sinnest du? Enthülle mir dein Herz.
Vorlage S. 227
587
EUGENIE
Vorlage S. 227
588
nach einer Pause.
Vorlage S. 227
589
Auch du bist unter denen, die er fürchtet.
Vorlage S. 227
590
HERZOG.
Vorlage S. 227
591
Er fürchte jene, die zu fürchten sind.
Vorlage S. 227
592
EUGENIE.
Vorlage S. 227
593
Und sollten ihm geheime Feinde drohen?
Vorlage S. 227
594
HERZOG.
Vorlage S. 227
595
Wer die Gefahr verheimlicht, ist ein Feind.
Vorlage S. 227
596
Wo sind wir hingeraten! Meine Tochter!
Vorlage S. 227
597
Wie hat der sonderbarste Zufall uns
Vorlage S. 227
598
Auf einmal weggerissen nach dem Ziel.
Vorlage S. 227
599
Unvorbereitet red' ich, übereilt
Vorlage S. 227
600
Verwirr' ich dich, anstatt dich aufzuklären.
Vorlage S. 227
601
So musste dir der Jugend heitres Glück
Vorlage S. 227
602
Beim ersten Eintritt in die Welt verschwinden.
Vorlage S. 227
603
Du konntest nicht in süßer Trunkenheit
Vorlage S. 227
604
Der blendenden Befriedigung genießen.
Vorlage S. 227
605
Das Ziel erreichst du; doch des falschen Kranzes
Vorlage S. 227
606
Verborgne Dornen ritzen deine Hand.
Vorlage S. 227
607
Geliebtes Kind! so sollt' es nicht geschehn!
Vorlage S. 228
608
Erst nach und nach, so hofft' ich, würdest du
Vorlage S. 228
609
Dich aus Beschränkung an die Welt gewöhnen,
Vorlage S. 228
610
Erst nach und nach den liebsten Hoffnungen
Vorlage S. 228
611
Entsagen lernen, manchem holden Wunsch.
Vorlage S. 228
612
Und nun auf einmal, wie der jähe Sturz
Vorlage S. 228
613
Dir vorbedeutet, bist du in den Kreis
Vorlage S. 228
614
Der Sorgen, der Gefahr herabgestürzt.
Vorlage S. 228
615
Misstrauen atmet man in dieser Luft,
Vorlage S. 228
616
Der Neid verhetzt ein fieberhaftes Blut
Vorlage S. 228
617
Und übergibt dem Kummer seine Kranken.
Vorlage S. 228
618
Ach! soll ich nun nicht mehr ins Paradies,
Vorlage S. 228
619
Das dich umgab, am Abend wiederkehren,
Vorlage S. 228
620
Zu deiner Unschuld heil'gem Vorgefühl
Vorlage S. 228
621
Mich von der Welt gedrängter Posse retten!
Vorlage S. 228
622
Du wirst fortan, mit mir ins Netz verstrickt,
Vorlage S. 228
623
Gelähmt, verworren, dich und mich betrauren.
Vorlage S. 228
624
EUGENIE.
Vorlage S. 228
625
Nicht so, mein Vater! Konnt' ich schon bisher,
Vorlage S. 228
626
Untätig, abgesondert, eingeschlossen,
Vorlage S. 228
627
Ein kindlich Nichts, die reinste Wonne dir,
Vorlage S. 228
628
Schon in des Daseins Unbedeutenheit
Vorlage S. 228
629
Erholung, Trost und Lebenslust gewähren:
Vorlage S. 228
630
Wie soll die Tochter erst, in dein Geschick
Vorlage S. 228
631
Verflochten, im Gewebe deines Lebens
Vorlage S. 228
632
Als heitrer, bunter Faden künftig glänzen!
Vorlage S. 228
633
Ich nehme teil an jeder edlen Tat,
Vorlage S. 228
634
An jeder großen Handlung, die den Vater
Vorlage S. 228
635
Dem König und dem Reiche werter macht.
Vorlage S. 228
636
Mein frischer Sinn, die jugendliche Lust,
Vorlage S. 228
637
Die mich belebt, sie teilen dir sich mit,
Vorlage S. 228
638
Verscheuchen jene Träume, die der Welt
Vorlage S. 228
639
Unüberwindlich ungeheure Last
Vorlage S. 228
640
Auf eine Menschenbrust zerknirschend wälzen.
Vorlage S. 228
641
Wenn ich dir sonst in trüben Augenblicken
Vorlage S. 228
642
Ohnmächt'gen guten Willen, arme Liebe,
Vorlage S. 228
643
Dir leere Tändeleien kindlich bot:
Vorlage S. 228
644
Nun hoff' ich, eingeweiht in deine Plane,
Vorlage S. 228
645
Bekannt mit deinen Wünschen, mir das Recht
Vorlage S. 228
646
Vollbürt'ger Kindschaft rühmlich zu erwerben.
Vorlage S. 228
647
HERZOG.
Vorlage S. 229
648
Was du bei diesem wicht'gen Schritt verlierst,
Vorlage S. 229
649
Erscheint dir ohne Wert und ohne Würde;
Vorlage S. 229
650
Was du erwartest, schätzest du zu sehr.
Vorlage S. 229
651
EUGENIE.
Vorlage S. 229
652
Mit hocherhabnen, hochbeglückten Männern
Vorlage S. 229
653
Gewalt'ges Ansehn, würd'gen Einfluss teilen:
Vorlage S. 229
654
Für edle Seelen reizender Gewinn!
Vorlage S. 229
655
HERZOG.
Vorlage S. 229
656
Gewiss! Vergib, wenn du in dieser Stunde
Vorlage S. 229
657
Mich schwächer findest, als dem Manne ziemt.
Vorlage S. 229
658
Wir tauschten sonderbar die Pflichten um:
Vorlage S. 229
659
Ich soll dich leiten, und du leitest mich.
Vorlage S. 229
660
EUGENIE.
Vorlage S. 229
661
Wohl denn, mein Vater, tritt mit mir herauf
Vorlage S. 229
662
In diese Regionen, wo mir eben
Vorlage S. 229
663
Die neue, heitre Sonne sich erhebt!
Vorlage S. 229
664
In diesen muntern Stunden lächle nur,
Vorlage S. 229
665
Wenn ich den Inbegriff von meinen Sorgen
Vorlage S. 229
666
Dir auch eröffne.
Vorlage S. 229
667
HERZOG.
Vorlage S. 229
668
Sage, was es ist.
Vorlage S. 229
669
EUGENIE.
Vorlage S. 229
670
Der wichtigen Momente gibt's im Leben
Vorlage S. 229
671
Gar manche, die mit Freude, die mit Trauer
Vorlage S. 229
672
Des Menschen Herz bestürmen. Wenn der Mann
Vorlage S. 229
673
Sein Äußeres in solchem Fall vergisst,
Vorlage S. 229
674
Nachlässig oft sich vor die Menge stellt,
Vorlage S. 229
675
So wünscht ein Weib noch, jedem zu gefallen,
Vorlage S. 229
676
Durch ausgesuchte Tracht, vollkommnen Schmuck
Vorlage S. 229
677
Beneidenswert vor andern zu erscheinen.
Vorlage S. 229
678
Das hab' ich oft gehört und oft bemerkt,
Vorlage S. 229
679
Und nun empfind' ich im bedeutendsten
Vorlage S. 229
680
Momente meines Lebens, dass auch ich
Vorlage S. 229
681
Der mädchenhaften Schwachheit schuldig bin.
Vorlage S. 229
682
HERZOG.
Vorlage S. 229
683
Was kannst du wünschen, das du nicht erlangst?
Vorlage S. 229
684
EUGENIE.
Vorlage S. 229
685
Du bist geneigt, mir alles zu gewähren,
Vorlage S. 229
686
Ich weiß es. Doch der große Tag ist nah,
Vorlage S. 229
687
Zu nah, um alles würdig zu bereiten;
Vorlage S. 229
688
Und was von Stoffen, Stickerei und Spitzen,
Vorlage S. 229
689
Was von Juwelen mich umgeben soll,
Vorlage S. 229
690
Wie kann's geschafft, wie kann's vollendet werden?
Vorlage S. 229
691
HERZOG.
Vorlage S. 229
692
Uns überrascht ein längst gewünschtes Glück;
Vorlage S. 229
693
Doch vorbereitet können wir's empfangen.
Vorlage S. 229
694
Was du bedarfst, ist alles angeschafft,
Vorlage S. 229
695
Und heute noch, verwahrt im edlen Schrein,
Vorlage S. 229
696
Erhältst du Gaben, die du nicht erwartet.
Vorlage S. 230
697
Doch leichte Prüfung leg' ich dir dabei
Vorlage S. 230
698
Zum Vorbild mancher künftig schweren auf.
Vorlage S. 230
699
Hier ist der Schlüssel! den verwahre wohl;
Vorlage S. 230
700
Bezähme deine Neugier! öffne nicht,
Vorlage S. 230
701
Eh' ich dich wiedersehe, jenen Schatz.
Vorlage S. 230
702
Vertraue niemand, sei es, wer es sei.
Vorlage S. 230
703
Die Klugheit rät's, der König selbst gebeut's.
Vorlage S. 230
704
EUGENIE.
Vorlage S. 230
705
Dem Mädchen sinnst du harte Prüfung aus;
Vorlage S. 230
706
Doch will ich sie bestehn, ich schwör' es dir!
Vorlage S. 230
707
HERZOG.
Vorlage S. 230
708
Mein eigner, wüster Sohn umlauert ja
Vorlage S. 230
709
Die stillen Wege, die ich dich geführt.
Vorlage S. 230
710
Der Güter kleinen Teil, den ich bisher
Vorlage S. 230
711
Dir schuldig zugewandt, mißgönnt er schon.
Vorlage S. 230
712
Erführ' er, dass du, höher nun empor
Vorlage S. 230
713
Durch unsers Königs Gunst gehoben, bald
Vorlage S. 230
714
In manchem Recht ihm gleich dich stellen könntest,
Vorlage S. 230
715
Wie müsst' er wüten! Würd' er tückisch nicht,
Vorlage S. 230
716
Den schönen Schritt zu hindern, alles tun?
Vorlage S. 230
717
EUGENIE.
Vorlage S. 230
718
Lass uns im stillen jenen Tag erharren.
Vorlage S. 230
719
Und wenn geschehn ist, was mich seine Schwester
Vorlage S. 230
720
Zu nennen mich berechtigt, soll's an mir,
Vorlage S. 230
721
Soll's an gefälligem Betragen, guten Worten,
Vorlage S. 230
722
Nachgiebigkeit und Neigung nicht gebrechen.
Vorlage S. 230
723
Er ist dein Sohn; und sollt' er nicht nach dir
Vorlage S. 230
724
Zur Liebe, zur Vernunft gebildet sein?
Vorlage S. 230
725
HERZOG.
Vorlage S. 230
726
Ich traue dir ein jedes Wunder zu:
Vorlage S. 230
727
Verrichte sie zu meines Hauses Bestem
Vorlage S. 230
728
Und lebe wohl. Doch ach! indem ich scheide,
Vorlage S. 230
729
Befällt mich grausend jäher Furcht Gewalt.
Vorlage S. 230
730
Hier lagst du tot in meinen Armen! Hier
Vorlage S. 230
731
Bezwang mich der Verzweiflung Tigerklaue.
Vorlage S. 230
732
Wer nimmt das Bild vor meinen Augen weg!
Vorlage S. 230
733
Dich hab' ich tot gesehn! So wirst du mir
Vorlage S. 230
734
An manchem Tag, in mancher Nacht erscheinen.
Vorlage S. 230
735
War ich, entfernt von dir, nicht stets besorgt?
Vorlage S. 230
736
Nun ist's nicht mehr ein kranker Grillentraum,
Vorlage S. 230
737
Es ist ein wahres, unauslöschlichs Bild:
Vorlage S. 230
738
Eugenie, das Leben meines Lebens,
Vorlage S. 230
739
Bleich, hingesunken, atemlos, entseelt.
Vorlage S. 231
740
EUGENIE.
Vorlage S. 231
741
Erneue nicht, was du entfernen solltest,
Vorlage S. 231
742
Lass diesen Sturz, lass diese Rettung dir
Vorlage S. 231
743
Als wertes Pfand erscheinen meines Glücks.
Vorlage S. 231
744
Lebendig siehst du sie vor deinen Augen
Vorlage S. 231
745
Indem sie ihn umarmt.
Vorlage S. 231
746
Und fühlst lebendig sie an deiner Brust.
Vorlage S. 231
747
So lass mich immer, immer wiederkehren!
Vorlage S. 231
748
Und vor dem glühnden, liebevollen Leben
Vorlage S. 231
749
Entweiche des verhaßten Todes Bild.
Vorlage S. 231
750
HERZOG.
Vorlage S. 231
751
Kann wohl ein Kind empfinden, wie den Vater
Vorlage S. 231
752
Die Sorge möglichen Verlustes quält?
Vorlage S. 231
753
Gesteh' ich's nur! Wie öfters hat mich schon
Vorlage S. 231
754
Dein überkühner Mut, mit dem du dich,
Vorlage S. 231
755
Als wie ans Pferd gewachsen, voll Gefühl
Vorlage S. 231
756
Der doppelten, centaurischen Gewalt,
Vorlage S. 231
757
Durch Tal und Berg, durch Fluss und Graben schleuderst,
Vorlage S. 231
758
Wie sich ein Vogel durch die Lüfte wirft,
Vorlage S. 231
759
Ach, öfters mehr geängstigt als entzückt.
Vorlage S. 231
760
Dass doch gemäßigter dein Trieb fortan
Vorlage S. 231
761
Der ritterlichen Übung sich erfreue!
Vorlage S. 231
762
EUGENIE.
Vorlage S. 231
763
Dem Ungemeßnen beugt sich die Gefahr,
Vorlage S. 231
764
Beschlichen wird das Mäßige von ihr.
Vorlage S. 231
765
O fühle jetzt wie damals, da du mich,
Vorlage S. 231
766
Ein kleines Kind, in ritterliche Weise
Vorlage S. 231
767
Mit heitrer Kühnheit fröhlich eingeweiht.
Vorlage S. 231
768
HERZOG.
Vorlage S. 231
769
Ich hatte damals unrecht; soll mich nun
Vorlage S. 231
770
Ein langes Leben sorgenvoll bestrafen?
Vorlage S. 231
771
Und locket Übung des Gefährlichen
Vorlage S. 231
772
Nicht die Gefahr an uns heran?
Vorlage S. 231
773
EUGENIE.
Vorlage S. 231
774
Das Glück
Vorlage S. 231
775
Und nicht die Sorge bändigt die Gefahr.
Vorlage S. 231
776
Leb' wohl, mein Vater, folge deinem König
Vorlage S. 231
777
Und sei nun auch um deiner Tochter willen
Vorlage S. 231
778
Sein redlicher Vasall, sein treuer Freund.
Vorlage S. 231
779
Leb' wohl!
Vorlage S. 231
780
HERZOG.
Vorlage S. 231
781
O bleib! und steh an diesem Platz
Vorlage S. 231
782
Lebendig, aufrecht noch einmal, wie du
Vorlage S. 231
783
Ins Leben wieder aufsprangst, wo mit Wonne
Vorlage S. 231
784
Du mein zerrissen Herz erfüllend heiltest.
Vorlage S. 232
785
Unfruchtbar bleibe diese Freude nicht!
Vorlage S. 232
786
Zum ew'gen Denkmal weih' ich diesen Ort.
Vorlage S. 232
787
Hier soll ein Tempel aufstehn, der Genesung,
Vorlage S. 232
788
Der glücklichsten, gewidmet. Rings umher
Vorlage S. 232
789
Soll deine Hand ein Feenreich erschaffen.
Vorlage S. 232
790
Den wilden Wald, das struppige Gebüsch
Vorlage S. 232
791
Soll sanfter Gänge Labyrinth verknüpfen.
Vorlage S. 232
792
Der steile Fels wird gangbar, dieser Bach,
Vorlage S. 232
793
In reinen Spiegeln fällt er hier und dort.
Vorlage S. 232
794
Der überraschte Wandrer fühlt sich hier
Vorlage S. 232
795
Ins Paradies versetzt. Hier soll kein Schuss,
Vorlage S. 232
796
Solang' ich lebe, fallen, hier kein Vogel
Vorlage S. 232
797
Von seinem Zweig, kein Wild in seinem Busch
Vorlage S. 232
798
Geschreckt, verwundet, hingeschmettert werden.
Vorlage S. 232
799
Hier will ich her, wenn mir der Augen Licht,
Vorlage S. 232
800
Wenn mir der Füße Kraft zuletzt versagt,
Vorlage S. 232
801
Auf dich gelehnt, wallfahrten; immer soll
Vorlage S. 232
802
Des gleichen Danks Empfindung mich beleben.
Vorlage S. 232
803
Nun aber lebe wohl! Und wie? – Du weinst?
Vorlage S. 232
804
EUGENIE.
Vorlage S. 232
805
O! wenn mein Vater ängstlich fürchten darf,
Vorlage S. 232
806
Die Tochter zu verlieren, soll in mir
Vorlage S. 232
807
Sich keine Sorge regen, ihn vielleicht –
Vorlage S. 232
808
Wie kann ich's denken, sagen? – ihn zu missen?
Vorlage S. 232
809
Verwaiste Väter sind beklagenswert;
Vorlage S. 232
810
Allein verwaiste Kinder sind es mehr.
Vorlage S. 232
811
Und ich, die Ärmste, stünde ganz allein
Vorlage S. 232
812
Auf dieser weiten, fremden, wilden Welt,
Vorlage S. 232
813
Müsst' ich von ihm, dem Einzigen, mich trennen.
Vorlage S. 232
814
HERZOG.
Vorlage S. 232
815
Wie du mich stärktest, geb' ich dir's zurück.
Vorlage S. 232
816
Lass uns getrost, wie immer, vorwärts gehen.
Vorlage S. 232
817
Das Leben ist des Lebens Pfand; es ruht
Vorlage S. 232
818
Nur auf sich selbst und muss sich selbst verbürgen.
Vorlage S. 232
819
Drum lass uns eilig auseinander scheiden!
Vorlage S. 232
820
Von diesem allzu weichen Lebewohl
Vorlage S. 232
821
Soll ein erfreulich Wiedersehn uns heilen.
Vorlage S. 232
822
Sie trennen sich schnell; aus der Entfernung werfen sie sich mit ausgebreiteten Armen ein Lebewohl zu und gehen eilig ab.
Vorlage S. 232

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

3. Was bedeutet »Oheim« in diesem Ausschnitt? »Und suchte, Fabelgöttern gleich, mein Oheim, Zum niedern Kreis verstohlen hingewandt, Sich Liebesglück und väterlich Entzücken?«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

4. Welcher Ausschnitt kennzeichnet eine Aussage ausdrücklich als Möglichkeit oder Vermutung? Achte auf die Formulierung; entscheide nicht, ob die Aussage tatsächlich wahr ist.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗

5. Was bedeutet »Oheim« in diesem Ausschnitt? »Entferne dich, mein Oheim! dass ich hier Die Vaterpflichten treulich übernehme.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Verkümmerte dir nicht Dein einz'ger Sohn durch rohes, wildes Wesen, Verworrenheit, Verschwendung, starren Trutz Dein reiches Leben, dein erwünschtes Alter?« B: »Hier stehen Tausende, dich zu beschützen, Hier wirken Tausende nach deinem Wink;« C: »Doch will ich sie bestehn, ich schwör' es dir!«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗

9. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Doch will ich sie bestehn, ich schwör' es dir!«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Lies den Abschnittsbeginn: »Das flücht'ge Ziel, das Hunde, Roß und Mann, Auf seine Fährte bannend, nach sich reißt, Der edle Hirsch, hat über Berg und Tal So weit uns irr' geführt, dass ich mich selbst, Obgleich so landeskundig, hier […]« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
  • Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗

2. Prüfe, ob es in dieser Passage um Gerechtigkeit oder Verantwortung geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Ohnmächt'gen guten Willen, arme Liebe, Dir leere Tändeleien kindlich bot: Nun hoff' ich, eingeweiht in deine Plane, Bekannt mit deinen Wünschen, mir das Recht Vollbürt'ger Kindschaft rühmlich zu erwerben.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗

3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Wahrheit oder Vertrauen geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Wer die Gefahr verheimlicht, ist ein Feind. Wo sind wir hingeraten! Meine Tochter! Wie hat der sonderbarste Zufall uns Auf einmal weggerissen nach dem Ziel. Unvorbereitet red' ich, übereilt Verwirr' ich dich, anstatt dich aufzuklären. So […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗ Textstelle 13 ↗ Textstelle 14 ↗ Textstelle 15 ↗ Textstelle 16 ↗ Textstelle 17 ↗

4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Angst oder Unsicherheit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] an meiner Seite Das Rechte, das Beständige beschützen. O diese Zeit hat fürchterliche Zeichen: Das Niedre schwillt, das Hohe senkt sich nieder, Als könnte jeder nur am Platz des andern Befriedigung verworrner Wünsche finden, Nur dann sich […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗ Textstelle 13 ↗ Textstelle 14 ↗ Textstelle 15 ↗ Textstelle 16 ↗ Textstelle 17 ↗

5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Nähe oder Gefühle geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] Und was wir unserm Vater, König, Gott Von Wonnedank, von ungemeßner Liebe Zum reinsten Opfer bringen möchten, drückt In dieser Stellung sich am besten aus.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗

6. Vergleiche diese beiden Stellen: »Die Vorigen. Eugenie, auf zusammengeflochtenen Ästen für tot hereingetragen. Herzog. Wundarzt. Gefolge.« und »Ja, mit dem besten Willen leisten wir So wenig, weil uns tausend Willen kreuzen. O wäre mir zu meinen reinen Wünschen Auch volle […]«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
  • Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗

7. Am Abschnittsende steht: »Sie trennen sich schnell; aus der Entfernung werfen sie sich mit ausgebreiteten Armen ein Lebewohl zu und gehen eilig ab.« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
  • Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
Textstelle nachlesen ↗

8. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Das flücht'ge Ziel, das Hunde, Roß und Mann, Auf seine Fährte bannend, nach sich reißt, Der edle Hirsch, hat […]« / »Sie trennen sich schnell; aus der Entfernung werfen sie sich mit ausgebreiteten Armen ein Lebewohl zu und […]«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
  • Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
  • Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Das flücht'ge Ziel, das Hunde, Roß und Mann,«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Vermöchten sie die Wonne zu bezeugen,«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
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Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Soll ein erfreulich Wiedersehn uns heilen.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
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Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Die natürliche Tochter von Goethe, Johann Wolfgang ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.

Die natürliche Tochter

Goethes Werke. Hamburger Ausgabe in 14 Bänden. Textkritisch durchgesehen und mit Anmerkungen versehen von Erich Trunz, Hamburg: Christian Wegener, 1948 ff. [Seitenkonkordanz zu einer Mischauflage aus den Jahren 1959 und 1960.] Goethe, Johann Wolfgang 215- Hamburg

Das Werk Die natürliche Tochter von Goethe, Johann Wolfgang ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.